Wenige Tage vor dem Start des Oktoberfestes 2026 sind viele Münchner Hotels nicht ausgebucht. Bei zahlreichen Hotels gibt es noch freie Zimmer während des weltweit berühmtesten Volksfests. Insbesondere Häuser großer internationaler Hotelmarken …
Das Oktoberfest galt in den letzten Jahren für Firmen als eine der weltweit wertvollsten Plattformen für Networking, Kundengewinnung und Mitarbeiterbindung. Auf der sogenannten „Firmenwiesn“ treffen eine ungezwungene Atmosphäre und erstklassige Business-Kontakte aufeinander, was den Beziehungsaufbau stark beschleunigt, heißt es. In den Festzelten herrscht eine gelassene Stimmung. Nach der ersten Maß Bier fällt das Kennenlernen auf privater Ebene deutlich leichter, was die spätere geschäftliche Zusammenarbeit nachweislich stärkt, sagt man. Das Oktoberfest ist auch eine Art Mitarbeiter-Incentive und fördert angeblich das Teambuilding: Ein gemeinsamer Wiesn-Besuch schweißt Teams zusammen und gilt als begehrtes Extra. Das gemeinsame Erleben schafft bleibende Erinnerungen außerhalb des Büros. Schließlich gilt eine Einladung auf das weltweit größte Volksfest für ausländische Geschäftspartner und Kunden als ein exklusives Highlight und echtes Statussymbol. Ob die internationale Strahlkraft auch in 2026 so stark bleiben wird, bezweifeln Kenner. Denn die wirtschaftliche Lage so mancher, einige sagen vieler Unternehmen verbietet hohe zusätzliche Ausgaben wie etwa für Einladungen zum Oktoberfest.
Je nach Zielgruppe, Budget und Standort gibt es zwei Hauptwege, das Thema Oktoberfest im geschäftlichen Rahmen zu nutzen: Unternehmen können offizielle B2B-Services nutzen, um geplante Corporate Events direkt auf der Theresienwiese umzusetzen. Ein absolutes Muss für Firmen sind natürlich Wiesenzeltbesuche. Unangemeldet mit Geschäftspartnern ein Zelt zu betreten, ist indes aussichtslos. Reservierungen in prominenten Zelten (z. B. Paulaner, Hacker-Pschorr oder Schützenzelt) beinhalten meist direkt Verzehrgutscheine für Bier und Hendl. Freilich gehen solche Reservierungen unglaublich ins Geld, zumal in diesem Jahr die Preise Bier und sonstige Getränke sowie Speisen die Grenzen des Anstands weit überziehen. Spezielle Dienstleister wie Oktoberfest Corporate oder Firmenwiesn.de organisieren das komplette Paket – von den Tischplätzen über Hotelübernachtungen bis hin zu Transfers. Für eine Tischreservierung mit maximal zehn Personen muss man um die 500 Euro rechnen, es kann auch mehr sein.
Das in diesem Jahr viele Münchner Hotels noch freie Kapazitäten haben, hat einen ganz einfachen Grund: Die exorbitant hohen Zimmertarife. Wer zum Oktoberfest in dieser Zeit in München übernachten will, muss mehrere Hundert Euro pro Übernachtungstag einplanen. In xiesem Jahr vervierfachen sich die Hotelpreise in München während des Oktoberfests (19. September bis 4. Oktober 2026). Im Durchschnitt 419 Euro pro Nach verlangt. In gehobenen Hotels klettern die Preise oft auf 600 € bis über 1.600 € pro Nacht. Das ist nicht nur für private Besucher eine Menge Geld und überstrapaziert auch die Budgets von immer mehr Firmen.
Überangebot an Münchner Hotelbetten. Christian Schottenhamel, Kreisvorstand des Dehoga Bayern sowie Wirt und Wiesn-Wirt, erklärte gegenüber der Abendzeitung München (AZ), die Münchner Hotels seien zur Wiesn diesmal nicht ausgebucht. Derartiges habe es früher nicht gegeben. Schottenhamel macht für diese Entwicklung u.a. das extreme Überangebot von Hotelbetten in der bayerischen Landeshauptstadt verantwortlich. In den letzten vier Jahren seien etwa 10.000 neue Hotelbetten entstanden. Und er verwies auch auf Airbnb als Wettbewerber für die Hotellerie hin. Das kalifornische Unternehmen zur Vermittlung, Buchung und Vermietung von Unterkünften bietet weitgehend mit der Hotellerie gleichwertige Unterkünfte zu sehr viel niedrigeren Übernachtungskosten. Quelle: AZ / DEHOGA / CM