Zukunftsthemen des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland

Auf der Mitgliederversammlung am 18. Juni 2026 spannte das GCB German Convention Bureau einen weiten inhaltlichen Bogen zu Zukunftsthemen des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland. Die erstmalige Vorstellung der digitalen „Meetings Ecosystem Map“ gehörte ebenso dazu wie die Potenzialanalyse internationaler Quellmärkte in einer geopolitisch volatilen Lage. Flankiert wurde die Veranstaltung im Lufthansa Seeheim Hotel von einer Session zur Eventmobilität der Zukunft.

Das GCB wurde bereits 1973 gemeinsam von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), der Deutschen Bahn und der Lufthansa gegründet. Das 100-jährige Bestehen der Lufthansa sowie dessen Gastgeber-Rolle in Seeheim nahm das GCB nun zum Anlass, eines der wesentlichen Zukunftsthemen von Business Events in den Mittelpunkt des Rahmenprogramms zu rücken: die (Veranstaltungs-)Mobilität. Auf einen Impulsvortrag unter dem Motto „Wofür bewegen wir uns noch?“ von Mobilitätsstratege Dr. Ingo Kucz folgte eine moderierte Panel-Diskussion mit Heike Boos (Lufthansa Group) und Jan Wolf Baake (DB Vertrieb), in der es u.a. um Zukunftsbilder der Mobilität, die internationale Anschlussfähigkeit des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland sowie um Resilienz – auch im Kontext von Mobilität – ging.

Petra Hedorfer, CEO der Deutschen Zentrale für Tourismus und Vorsitzende des GCB-Verwaltungsrats: „Die Rahmenbedingungen für den Geschäftsreisemarkt sind in den letzten anderthalb Jahren deutlich schwieriger geworden. Eskalierende Handelskonflikte und der Nahostkrieg beeinflussen die Weltwirtschaft und damit auch den internationalen Geschäftsreiseverkehr. Zwar behauptet Deutschland bei den promotablen Geschäftsreisen, das heißt den Reisen zu Meetings, Tagungen und Kongressen, mit einem Marktanteil von 9 % seine Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Aber Internationalisierung und die digitale Transformation bleiben Schlüsselfaktoren, um weiterhin und langfristig Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit für Deutschland als führende Geschäftsreisedestination sicherzustellen.

Die enge Kooperation des GCB mit der DZT als strategischem Partner schafft dafür die Rahmenbedingungen. So präsentieren DZT und GCB das Reiseland Deutschland im engen Schulterschluss in den europäischen und wichtigen Überseemärkten wie den USA und China. Gemeinsame Projekte im Bereich Digitalisierung oder beim Open Data/Knowledge Graph-Projekt schaffen die Grundlage für die Implementierung von KI-Anwendungen und leisten so hoffentlich einen  Beitrag zur Innovationskraft, Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Tagungs- und Kongressstandortes Deutschland.“

Ausbau des digitalen Portfolios. „Offene, integrierte und konsistente Datenstrukturen sind einer der zentralen Faktoren für das Gelingen der digitalen Transformation. Das GCB verfolgt daher derzeit mehrere miteinander vernetzte Digitalprojekte, um die Sichtbarkeit des Angebots am Tagungs- und Kongressstandort Deutschland zu erhöhen und unser Wissens- und Informationsangebot noch besser bei vielfältigen Zielgruppen zu positionieren“, erklärt Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, die derzeitige Weiterentwicklung des digitalen Portfolios.

In diesem Kontext präsentierte das GCB erstmals die neue „Meetings Ecosystem Map“. Die MEM ist ein datenbasierter, interaktiver Zugang zur deutschen Veranstaltungslandschaft, in der wissenschaftliche Kompetenzen mit dem Leistungsangebot und der Infrastruktur des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland verknüpft sind. Branchenkompetenzen am Standort sind laut Meeting- und EventBarometer ein wichtiges Auswahlkriterium für Veranstalter. Die MEM macht daher sichtbar, wo fachliche Expertise und passende Rahmenbedingungen für Veranstaltungen in Deutschland zusammenkommen. Dadurch unterstützt sie Veranstalter dabei, den inhaltlich passenden Ort zu identifizieren und Entscheidungen für ihre Eventplanung zu treffen. Die MEM geht zunächst als Minimum Viable Product (MVP) mit den Mitgliederprofilen des GCB an den Start und wird schrittweise erweitert – sowohl hinsichtlich der Datentiefe als auch der integrierten Anwendungsfälle.

Evaluierung der internationalen Märkte . Weiteres Kernthema der GCB-Mitgliederversammlung 2026 war die Analyse von Dynamiken in wichtigen Quellmärkten sowie damit verbunden die Evaluierung potenzieller neuer Märkte. Anlass dieser Neubewertung sind zum einen die steigende internationale Nachfrage zu Veranstaltungen in Deutschland und die Tatsache, dass 80 % der MICE-Reisen nach Deutschland aus dem europäischen Ausland kommen. Zum anderen üben verschiedene strukturelle Faktoren einen Einfluss auf Business Events aus: von steigenden Energiepreisen und einer belastenden Zollpolitik über die Herausforderungen des demografischen Wandels und der fortschreitenden Digitalisierung bis hin zu insgesamt volatilen geopolitischen Rahmenbedingungen. Dass der Markt sensibel auf Letztere reagiert, haben Anbieter und Veranstalter jüngst noch einmal im Meeting- & EventBarometer 2025/2026 bestätigt. Quelle: GCB / CM

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