Automesse Chengdu weist den Weg in die Zukunft des Automobils

In Westchina startet am Freitag, 21. August 2026, die Chengdu Auto Show. Auch VW, Audi, BMW und Mercedes-Benz präsentieren ihre neuesten Modelle. Auf 220.000 m2 sind ca. 120 Automarken mit zusammen 1.600 Automobilen, fast ausschließlich BEV, zu finden. Auffallend: Luxusfabrikate wie Porsche, Lamborghini und Rolls-Royce sind kaum zugegen.  Sichtbar wird hingegen, dass sich der Wettbewerb auf dem weltgrößten Automarkt immer weiter verschärft. 

Deutlich sind zudem Anzahl und Anteil der Modelle mit fortschrittlicher intelligenter Fahrassistenz.Unter den neuen Kraftfahrzeugmarken werden Xiaomi Pengcheng N90 Max und N70 Max auf der Chengdu Auto Show vorgestellt, Auch der XPeng G9L wird seine Premiere erleben.

Bei den traditionellen eigenständigen Marken hat die BYD Group den gesamten Pavillon 9 gebucht, und viele neue Fahrzeuge feiern ihre Premieret. Der neue Da der Dynastie-Reihe und der dritte Generation Tang feiern offiziell Premiere; der Sea Lion 08 wird offiziell sein Interieur vorstellen; der Formula Leopard Titanium 9 / Shark Pickup feiert Premiere, die Formula S-Serie wird vollständig vorgestellt; die Hardtop-Version des Denza Z feiert ihre nationale Premiere. Ein weiteres Unternehmen, das einen gesamten Pavillon gebucht hat, ist Chery, das sich im Pavillon 5 befindet und ebenfalls viele neue Fahrzeuge vorstellen wird, z.B. den Exeed EX6 sowie die Retro-Version des QQ3, die Sportversion des Fengyun A9L und der Jetour Globetrotter. 

Diesen elektrischen Jetta gibt es nur in China. Foto SAIC/VW

Geely Galaxy wird die beiden Modelle Galaxy Battleship 700 und Galaxy TT erstmals vorstellen, Changan den Deepal S05 und GAC wird ebenfalls neue Modelle wie den Trumpchi Yue 7 und den Aion Ray 7 zeigen. 

Auf der diesjährigen Chengdu Auto Show werden die Stände vieler Joint-Venture-Marken neue Elektroautos ausstellen, die von chinesischen Teams entwickelt wurden, darunter  SAIC Volkswagen. Das Unternehmen  zeigt das Range-Extender-Flaggschiff-SUV ID.ERA 8X und das kompakte reine Elektro-SUV ID.ERA 5 sowie die Plug-In-Hybrid-Limousine ID.ERA 5S.  Die Jetta-Marke unter FAW-Volkswagen wird ebenfalls die Premiere ihres ersten reinen Elektro-Limousine Jetta M6 feiern. 

Die Buick-Marke SAIC GM  präsentiert das BEV Zhijing L7. Cadillac, das ebenfalls zu SAIC GM gehört, wird auf der Chengdu Auto Show den Vorverkauf des XT5 PHEV starten. Dieses Modell ist das erste Plug-In-Hybrid-Modell von Cadillac in China und wird zudem mit Lidar und der fortschrittlichen intelligenten Fahrassistenz des Momenta R7-Weltmodells ausgestattet, um besser mit anderen inländischen neuen Elektro-Luxus-SUVs zu konkurrieren. 

Mazda zeigt die EZ-60 Laser-Version. 

BMW ist mit dem neuen iX3 vertreten. 

Beijing Hyundai wird e den Vorverkauf des Ioniq V starten, der auf der globalen reinen Elektroplattform entwickelt wurde.

Der Wettbewerb auf dem chinesischen Markt für neue E-Fahrzeuge ist nach wie vor heftig. Selbst wenn Joint-Venture-Automobilhersteller Modelle entwickeln, die den Bedürfnissen chinesischer Nutzer entsprechen, ist es keine leichte Aufgabe, mit den neuen BEV der Mainstream-eigenständigen Marken Chinas zu konkurrieren. Quelle: eu.36kr.com / CM

Die Zukunft lautet „3 x 400“

Deutsche Hersteller haben bei Elektroautos technologisch zur Konkurrenz aus China und den USA aufgeschlossen, teilweise sogar die Führung übernommen. Doch die Zukunft der E-Mobilität entscheidet sich nicht bei Maximalwerten auf dem Datenblatt.

Experten sehen den neuen Sweetspot bei der Formel „3 x 400“. Also 400 km reale Reichweite , 400 kW Ladeleistung und 400 km  Nachladen in rund zehn Minuten. Reichweite allein reicht nicht für die Langstreckentauglichkeit eines  BEV. Entscheidend wird Effizienz – und wie schnell nachgeladen werden kann.  Effizienz, stabile Ladekurven und eine gute Ladeinfrastruktur werden wichtiger als immer größere Batterien und spektakuläre Megawatt-Versprechen.

Andreas Hensel vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE bewertet die Demonstration von Ladeleistungen im Megawattbereich durch Chinas Stromer-Riesen BYD als technisch machbar, ordnet dies jedoch primär als Marketinginstrument und Signal ein. Für die breite Mobilitätswende sei eine solche Leistung nicht zwingend erforderlich.

Im Bereich der Pkw liegt der Engpass laut Hensel nicht primär bei der maximalen Ladeleistung. Während im CCS-Bereich bei 800-Volt-Fahrzeugen heute etwa 400 Kilowatt möglich seien, erreichten viele aktuelle E-Autos diese Werte nicht dauerhaft. Die wesentlichen Herausforderungen lägen vielmehr beim Netzanschluss und der Wirtschaftlichkeit. Technisch seien Komponenten wie Batterie, Leistungselektronik, Kabel und Kühlung mit heutigen Lösungen beherrschbar. Ein zentrales Problem stellt aber der Netzausbau dar, da die Zeitkonstanten für solche Maßnahmen sehr lang sind. Netzbetreiber müssen über Jahre planen: So wird beim Unternehmen Netze BW davon ausgegangen, dass sich die Kapazitäten im Verteilnetz innerhalb der nächsten zehn Jahre verdoppeln müssen. Für den Pkw-Bereich wird die bestehende und geplante HPC-Infrastruktur (High Power Charging) von Hensel als ausreichend erachtet, da die Masse der BEV momentan Ladeleistungen zwischen 100 und 150 kWt benötigt.

„Megawatt-Laden ist für Pkw aus seiner Sicht nicht der entscheidende Punkt“, so der Experte. Im Gegensatz dazu bestehe für den Schwerverkehr, insbesondere für Langstrecken-Lkw, ein Bedarf an deutlich höheren Leistungen. Während regionale Einsätze mit CCS abgedeckt werden könnten, erfordere der Fernverkehr an Logistikstandorten und Pausenplätzen eine leistungsstarke Infrastruktur entlang der Hauptachsen oder noch besser: Der Güterverkehr wird wie in den USA mehrheitlich auf die Schiene verlagert. 

Angesichts der stürmischen Entwicklung bei Elektroautos werden die klassischen Benziner oder Diesel schneller als bislang erwartet von der Straße verdrängt. Nach Ansicht des LBBW Research dürften 2027 oder 2028 erstmals mehr vollelektrische Autos (Battery Electric Vehicles, BEV) zugelassen werden als Pkw mit Verbrennungsmotor. „Für Deutschland und Europa erwarten wir 2030 einen BEV-Anteil an den Neuzulassungen von knapp 60 %t“, sagt Analyst Gerhard Wolf. 

Gleich ein ganzes Bündel von Faktoren lässt die Elektro-Quote steigen. Die beiden Autoren verweisen nicht nur auf die neue Abgasnorm Euro 7, die in wenigen Jahren den CO2-Ausstoß weiter senken soll. Einen besonderen Anteil am Durchbruch der Elektrofahrzeuge haben den Autoren zufolge die batterieelektrisch getriebenen Fahrzeug, wohingegen die Zulassungszahlen von Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge (PHEV) mit einem klassischen und einem alternativen Antrieb aus Kosten- und Akzeptanzgründen mittel- bis langfristig deutlich sinken werden. Quelle: LBBW / CM

Nur 16 % der staatlichen E-Auto-Förderung landen bei deutschen Autobauern 

Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im Juli vor allem dank der E-Auto-Prämie des Bundes deutlich gestiegen. Mehr als 78.600 reine E-Pkw (BEV) kamen im Juli 2026 neu auf die Straße, so das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Damit kamen BEV im Juli in Deutschland auf einen Anteil an allen Neuzulassungen von 29,3 %. Aber: Nur 16 % der staatlichen E-Auto-Förderung landet bei den deutschen Autobauern während vor allem ausländische Autokonzerne vom Elektroboom in Deutschland profizieren, darunter auch chinesische.

Tatsächlich kam der chinesische Hersteller BYD den Daten des KBA zufolge im Juli auf 5.240 neue Elektroautos in Deutschland. Das waren mehr als viereinhalbmal so viele wie im Juli des Vorjahres (+ 365 %).  Aber noch kommen gut zwei Drittel der neuzugelassenen E-Autos in Deutschland von deutschen Herstellern, in Europa sind es runde 50 %. 

Trotz der technischen Aufholjagd wächst die Sorge des VDA vor der ungemein starken chinesischen Konkurrenz. Die war in der Vergangenheit ziemlich unterschätzt worden. Noch 2024 meinte der Verband der Automobilindustrie (VDA), es sei nicht davon auszugehen, dass mittel- oder langfristig eine „übermäßige Marktdurchdringung chinesischer batterieelektrischer Fahrzeuge zu erwarten ist.“ Die Realität 2026 belehrt den VDA eines Besseren, weshalb er sich von seiner Linie verabschiedet. Mit zunehmender Sorge blickt der Verband auf die starke Marktkonkurrenz und den rasanten Anstieg von in China gefertigten Elektrofahrzeugen in Europa. Angesichts sinkender Marktanteile deutscher Hersteller vor Ort und des wachsenden Preis- und Baudrucks fordert der Verband von der Politik schärfere Schritte gegen unfairen Wettbewerb und wettbewerbsverzerrendes Verhalten. Chinesische Fabrikate gewinnen in Europa deutlich schneller Anteile bei Neuwagen als ursprünglich prognostiziert. Andererseits verkaufen deutsche und europäische Autobauer spürbar weniger Fahrzeuge auf dem chinesischen Markt.

Der VDA kritisiert zudem staatliche Eingriffe Pekings und fordert, dass China den freien Welthandel nicht durch Exportbeschränkungen einschränkt.

Das Problem bei allem Gezeter: Die deutsche Autoindustrie hat sich in eine böse Abhängigkeit von China manövriert. Daher schlägt der VDA auch etwas moderatere Töne an indem er meldet, er sei grundsätzlich für freien und fairen Wettbewerb“, wohl um die Chinesen nicht zu vergrätzen und Gegenreaktionen zu provozieren.  

Bis dato entfielen nur 7 %  der Förderanträge auf chinesische Hersteller, ihr Marktanteil liege bei 6 %. Aktuelle Zahlen hatten gezeigt, dass aus dem im Mai gestarteten Förderprogramm der Bundesregierung nur 16 % der Anträge auf deutsche Hersteller entfallen.  Über die Hälfte der Anträge entfielen auf Menschen mit einem Einkommen unter 50.000 Euro.  

P.S.: Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will die E-Förderung beenden, sobald die aktuell 3 Mrd. Euro aufgebraucht sind. Das ist vorussichtlichnoch im laufenden Jahr 2026 der Fall. Quelle: VDA / KBA / ( CM

BEV-Auftragseingänge steigen rasant

Im Juli 2026 legte der Markt für alternative Antriebe (reiner E-Antrieb, Hybride mit und ohne Stecker sowie Gasantrieb) um 22,1 % auf 185.601 Einheiten zu, wobei Internationale Marken etwa 43,7 % ausmachten. Dies geht aus der Analyse der Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) durch den Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hervor. 

Der Anteil der Neuzulassungen mit alternativen Antrieben am Gesamtmarkt stieg im Juli auf 69,2 %, im Juli 2025 waren es noch 57,4 %. In den ersten sieben Monaten 2026 wurden 1.151.686 Pkw mit alternativen Antrieben neu zugelassen und damit rund 21,7 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé: “Der Run auf E-Autos zeigt sich deutlich in den Auftragseingängen der internationalen Hersteller. Deren BEV-Auftragseingänge sind um 162 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Sie übertreffen damit das Wachstum der gesamten BEV-Auftragseingänge in Höhe von 94 % noch einmal deutlich. Vor allem europäische Hersteller profitieren aktuell von der E-Prämie der Bundesregierung. Über 80 % der geförderten Fahrzeuge gehören zu Marken, die mindestens ein BEV-Modell in Europa produzieren.“

Die Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Pkw (BEV) wuchsen im Juli um 61,7 % auf 78.609 Einheiten. Der BEV-Anteil an den gesamten Pkw-Neuzulassungen erreichte so 29,3 %. Dieser liegt damit rund 10,9 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat und mit +0,9 Prozentpunkten auch über dem Marktanteil im Vormonat. Die internationalen Hersteller konnten bei den BEV-Zulassungen im Juli um 93,9 % auf 38.864 Fahrzeuge zulegen. Damit lag der BEV-Marktanteil der internationalen Hersteller in den ersten sieben Monaten bei 45,5 %, das sind 4,7 Prozentpunkte mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Im Juli lag der BEV-Marktanteil der Internationalen bei 49,4 %. Der Gesamtmarktanteil von BEV-Pkw beläuft sich seit Januar 2026 bislang auf 25,5 %.

Zweistellige Wachstumsraten verzeichneten im Juli erneut auch die Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV). 30.609 PHEVs rollten neu auf die Straßen und damit 12,5 % mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen lag damit bei 11,4 %, rund 1,1 Prozentpunkte höher als im Juli 2025. Der Marktanteil der Internationalen Kraftfahrzeughersteller bei den Plug-in-Hybriden lag im Juli bei 41,1 %. Nach sieben Monaten liegt der PHEV-Markt im laufenden Jahr bei einem Gesamtmarktanteil von 11,1 %.

Zusammen kommen die Elektrofahrzeuge (BEVs, Plug-In-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge) im Juli damit auf einen Marktanteil von 40,7 % bei 109.220 Neuzulassungen. Das entspricht einem Anstieg um 44,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten sieben Monaten 2026 liegt der Elektromarkt bei 641.028 Neuzulassungen mit 38,3 % im Plus.

Die Neuzulassungen vonHybrid-Fahrzeugen ohne Stecker gingen im Juli leicht zurück, um 0,7 %. 74.675 Neuzulassungen entsprechen einem Anteil an den Pkw-Neuzulassungen von 27,9 %. Der Marktanteil der Internationalen Kraftfahrzeughersteller bei den Hybriden lag im Juli 2026 bei 37,3 %. Seit Beginn des Jahres wurden etwa 5,7 % mehr Hybrid-Fahrzeuge ohne Stecker neu zugelassen als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Neuzulassungen von reinen Verbrenner-Pkw erreichten im Juli 82.435 Einheiten, davon 50.732 Benziner (-29,7 %) und 31.703 Diesel (-21,8 %). Der Benziner-Anteil an den Pkw-Zulassungen lag bei 18,9 %, Diesel erreichten nur noch einen Anteil von 11,8 %. Quelle: VDIK / CM

Niedrigwasser treibt die Spritkosten

Das Niedrigwasser am Rhein sorgt in den angrenzenden Bundesländern für hohe Spritpreise. Das zeigen Daten des ADAC aus dem aktuellen Bundesländervergleich der Kraftstoffpreise. Besonders teuer sind Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Während NRW insbesondere beim Diesel vorn liegt (2,254 Euro je Liter), steht Hessen bei Super E10 an der Spitze (2,164 Euro).

Welche Rolle das aktuelle Niedrigwasser spielt, zeigt ein Blick auf die günstigsten Bundesländer im ADAC Vergleich. Bei Super E10 liegen Mecklenburg-Vorpommern (2,078 Euro), Berlin (2,081 Euro) und Bayern (2,087 Euro) am unteren Ende der Preisskala. Ähnlich ist das Bild beim Diesel: Hier liegen Mecklenburg-Vorpommern bei 2,172 Euro sowie Berlin und Bayern bei jeweils 2,175 Euro. Die Raffinerien und Tanklager in diesen Regionen sind deutlich weniger von Transporten über den Rhein abhängig. Dadurch wirken sich die Folgen des Niedrigwassers dort weniger stark auf die Kraftstoffversorgung und die Preise aus. Für Bayern spielt dabei die Versorgung über die Transalpine Ölleitung aus dem Süden eine wichtige Rolle. In Berlin wirken sich zudem die hohe Tankstellendichte und der damit verbundene intensive Wettbewerb preisdämpfend aus. Die aktuellen Preisunterschiede zwischen den Bundesländern fallen deutlich stärker aus als dies üblicherweise der Fall ist.

Der Vergleich der Bundesländer macht insgesamt deutlich, dass die logistischen Herausforderungen durch das Niedrigwasser Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise haben. Dieser Sonderfaktor dürfte neben einem steigenden Ölpreis dazu beitragen, dass die Spritpreise bundesweit um einige Cent höher liegen.

Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Quelle: ADAC / CM

Kein deutsches Auto mehr unter 20.000 € Neupreis

Die Zahl der Neufahrzeuge, die zu einem Brutto-Listenpreis von unter 20.000 Euro verfügbar sind, sinkt deutlich: Auf dem deutschen Markt sind aktuell nur noch 16 Neuwagen gängiger Marken unterhalb der Preisschwelle erhältlich. Unter den 16 Modellen befindet sich kein Modell eines deutschen Herstellers und übrigens auch kein japanisches.

Eine ADAC Auswertung ergab zusätzlich: Vor fünf Jahren lag die Zahl dieser Autos noch deutlich höher: 2021 waren 35 Modelle für unter 20.000 Euro verfügbar. Vor fünf Jahren waren immerhin noch fünf Fahrzeuge deutscher Hersteller unterhalb von 20.000 Euro verfügbar. Aktuell ist das günstigste deutsche Auto der VW Polo, dessen Brutto-Grundpreis mit 20.380 Euro (Stand August 2026) knapp über der Schwelle liegt.

Vor fünf Jahren waren zusätzlich immerhin drei Fahrzeuge für einen Preis von rund 10.000 Euro erhältlich. Für dieses Budget ist aktuell kein neues Auto mehr zu bekommen. Der mit Abstand günstigste Neuwagen kostet aktuell 13.590 Euro (Dacia Sandero TCe 100 Essential).

E-Auto- Interessenten finden dafür in diesem Jahr erstmals gleich drei vollelektrische Modelle unterhalb dieser Preisschwelle. Zu diesem Preis gab es vor fünf Jahren noch keinen reinen E-Pkw. Autos sind insgesamt teurer geworden, weil die Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gestiegen sind und gleichzeitig mehr Technik vorgeschrieben oder erwartet wird. Quelle: ADAC / CM

Neue elektrische C-Klasse – Wenn das kein Volltreffer ist…

Das 140-jährige Jubiläumsjahr i2026 ist vom größten Produkteinführungsprogramm in der Geschichte von Mercedes-Benz geprägt. Einer der Höhepunkte ist die erste vollelektrische C-Klasse. Mercedes spricht zwar von einem Facelift, des Mittelklassemodells, im Grunde genommen aber ist es in den meisten Bereichen ein komplett neu entwickeltes Modell.  Wir durften u.a. das Top-Modell der Baureihe, den C400 4MATIC auf kurvenreichen Berg- und Tal-Routen im Schwarzwald  testen. 

Unserer Meinung nach h hat es nie eine attraktivere und effizientere Mercedes-Benz C-Klasse gegeben als die jüngste. Ob sie aber in der Batterievariante auch in Zukunft das Brot- und Butter-Modell der Untertürkheimer bleiben wird, wir werden sehen. Überzeugt aber sind wir davon, dass die elektrischen C-Klasse-Modelle wie schon die bisherigen Verbrenner mehr oder weniger typische Flottenautos sein werden. Denn immer mehr Mobilitätsmanager/Fuhrparkverantwortliche setzen auf Akku-Fahrzeuge. Und sie wissen auch warum: Heute sind batterieelektrische Automobile Benzinern und Dieseln – letztere dominierten über Jahrzehnte die deutschen Flotten – klar überlegen. Sie positionieren sich bei en Beschaffungs- bzw. Leasingkosten im vergleichbaren Rahmen, sie sind im Unterhalt günstiger, sie bieten ausreichend hohe Reichweiten und schneiden überhaupt bei den TCO besser ab als alle Verbrennergeschwister. Schließlich wird sich auch ihr Restwertverhalten dem der Verbrenner gleichstellen bzw. diese übertreffen.  

Klar, der Brutto-Einstiegspreis klingt mit 67.711 Euro etwas happig. Weitere Modelle mit Heck- und Allradantrieb sowie verschiedene Batterievarianten folgen, so Christian Bauer (Entwicklung Gesamtfahrzeug)  im Gespräch mit CM. Dazu zählt ein prisgünstigeres Heckantriebsmodell mit einer erwarteten Reichweite von rund 800 km. . In Deutschland beginnen die Preise für den C 400 4MATIC elektrisch bei 56.900 Euro (exkl. MwSt.) Zudem stehen laut Hersteller attraktive Leasing- und Finanzierungsangebote zur Verfügung. Apropos Listenpreise: Sie sind das eine, die tatsächlichen stehen auf einem anderen Blatt Papier. Letztlich bekommt man aber für sein Geld ein famoses Fahrzeug. Übrigens: Unser „Testwagen“, der C400 4MATIC war vollgepackt mit allem, was das Autofahrerherz höher schlagen lässt, kam deswegen auf runde 100.000 Euro.    

Der elektrische C 400 4MATIC – 489 PS (360 kW) und ein Drehmoment von 800 Nm – bietet eine WLTP-Reichweite von bis zu 762 km dank einer 94-kWh-Batterie und einer modernen 800-Volt-Architektur. Bei unseren Testfahrten stellten wir fest, dass 700 km Reichweite durchaus realistisch sind, zumal dann, wenn man den Wagen überwiegend moderat bewegt, also nicht nur das Fahrpedal voll durchdrückt. Dank einer Ladeleistung von bis zu 330 kW lässt sich in nur 10 Minuten Strom für ca. 325 km nachladen; die Ladung von 10 auf 80 % dauert ca. 22 Minuten. Der kombinierte Stromverbrauch nach WLTP liegt je nach Konfiguration bei etwa 14,1 bis 18,5 kWh pro 100 km. Wir haben mit unserem Top-Modell 14,8 kWh benötigt. Das ist angesichts von Größe und  Power des Wagens ein echter Spitzenwert.  

Das Exterieur und Interieurdesign des Mittelklassewagens ist überaus attraktiv. Eine tiefe, flache Front mit einer starken Straßenpräsenz, eine straffe Dachlinie und ein fließendes, rundes Heck erzeugen eine coupéhafte Silhouette. Der ikonische Kühlergrill kann – je nach Ausstattung – beim Entriegeln, Verriegeln oder Laden mit Lichtanimationen in Szene gesetzt werden. Der neue Kühlergrill ist stärker vertikal ausgerichtet. Heißgeprägte Sterne in Chromoptik bilden das unverkennbare Mercedes‑Benz Pattern und sorgen für eine einzigartige dreidimensionale Tiefenwirkung. Ein LED-Lichtleiter im Chromrahmen setzt den Kühlergrill eindrucksvoll in Szene und verleiht der C‑Klasse zusätzliche Strahlkraft. Marktabhängig ist auch der Zentralstern beleuchtet. 

Die konsequent auf Elektroantrieb ausgelegte Architektur ermöglicht ein neues Raumkonzept mit großzügigem Platz für Passagiere und Gepäck. Die Alltagstauglichkeit profitiert von einem 470‑Liter‑Kofferraum plus einem 101‑Liter‑Frunk (flüssig)7 sowie bis zu 1,8 Tonnen Anhängelast.

Wegweisend. Intelligente Navigation auf Basis von Google Maps sorgt zusammen mit MBUX Surround Navigation für klare Orientierung. Dank des Automotive AI Agent von Google Cloud kennt sich der MBUX Virtual Assistant bestens bei Fragen rund um Navigationsziele aus. Er kann auf Informationen aus verschiedenen Quellen zugreifen, um personalisierte Antworten auf Fragen zu Sehenswürdigkeiten und vielem mehr zu geben. Auch die Suche nach verfügbaren Parkplätzen funktioniert jetzt nahtlos im Gespräch.

Intuitive Bedienung ohne Ablenkung: Das neue Multifunktions-Lenkrad greift das bewährte Bedienkonzept mit der Wippe für Limiter und DISTRONIC sowie der Walze zur Lautstärkeregelung auf. So sind alle wichtigen Funktionen ergonomisch perfekt in Reichweite.

Bestellbar sind die C-Klasse BEV ab 18. August, in den Handel kommen sie im Herbst.  Noch etwas: bei den Akku-Fahrzeugen wird es keine Kombiversion (T-Modell) geben. Ihre eburtsstation liegt im ungarischen Werk Kecskemét.  

Den Anfang macht das Zop-Modell. Die C‑Klasse gehört seit jeher zu den meistverkauften und beliebtesten Modellreihen von Mercedes‑Benz. Die elektrische Limousine ist zunächst als C 400 4MATIC erhältlich und verbindet die sportlichste C‑Klasse aller Zeiten mit herausragender Langstreckentauglichkeit. Im realen Langstreckeneinsatz legt das BEV mit nur einem kurzen Ladestopp deutlich über 1.000 km zurück . Das wollen wir bei einem späteren umfangreichenren Test genauer wissen. Was schon mal stimmt: Fahrkomfort, Agilität und Akustikkomfort sind erste Sahne. Wenngleich uns die Federung etwas straff erschien, selbst bei der Einstellung „Komfort“, war das Fahrverhalten dennoch sehr gut. Der Wagen lief wie auf Schienen, Keine Wankbewegung bei schnell wechselnden kurven, ein Handling, das man selbst in der Oberklasse nicht besser machen kann.  Ob man die optionale AIRMATIC Luftfederung braucht, naja. Ein feine Sache ist die Hinterachslenkung: Sie verkleinert den Wendekreis und bietet bei höheren Geschwindigkeiten zusätzliche Präzision und Stabilität 

Neues Raum- und Digitalerlebnis. Der neue MBUX HYPERSCREEN ist mit 99,3 cm (39,1 Zoll) ist er der größte Bildschirm in einem Mercedes‑Benz und schafft ein immersives digitales Erlebnis. Angetrieben vom Mercedes‑Benz Operating System (MB.OS) und den Digitalen Extras8 werden Infotainment und Fahren noch intelligenter, intuitiver und personalisierter. MB.OS vernetzt zentrale Fahrzeugdomänen – von Infotainment und Komfort über Laden bis hin zu Fahrerassistenz – und ermöglicht regelmäßige Over‑the‑Air‑Updates (OTA) über die Mercedes‑Benz Intelligent Cloud. Der MBUX Virtual Assistant unterstützt einen natürlicheren Dialog, während Digitale Extras über den Mercedes‑Benz Store bzw. die App aktiviert werden können, um Funktionen wie Entertainment, Navigation, Laden und ausgewählte MB.DRIVE‑Features hinzuzufügen.

Intelligente Fahrerassistenzsysteme . Die erweiterten Fahrerassistenzfunktionen sind unter MB.DRIVE gebündelt. Viele Funktionen können Over‑the-Air (OTA) über den Mercedes‑Benz Store aktiviert werden. Zur Serienausstattung gehören der Abstands‑Tempomat DISTRONIC zur Geschwindigkeits‑ und Abstandsregelung (inklusive Stop‑and‑Go‑Funktion) sowie der MB.DRIVE PARKING ASSIST zur Unterstützung beim Ein‑ und Ausparken. Optionale Pakete bieten zusätzlichen Komfort.

CM-Fazit: Eigentlich ist das Update der C-Klasse nicht nur ein Facelift. Und bei der batterieelektrischen Version handelt es sich um ein komplett neues Fahrzeug. Man spürt bei diesem Wagen das Engagement des Herstellers, dem Druck der Konkurrenz aus München und Ingolstadt etwas entgegenzusetzen. Mit der elektrischen C-Klasse sollte das gelingen. Denn das Automobil ist wirklich elegant gezeichnet, es bietet in technischer. Hinsicht alles, was man von einem modernen Fahrzeug erwartet. Es ist hocheffizient, komfortabel, bietet eine enorme Reichweite und kurze Ladezeiten und insgesamt viel Fahrspaß. Für Mobilitätsmanager wichtig: Die TCO übertrifft beim C400 4MATIC m positiven Sinne die Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Geschwister. Bleibt abzuwarten, was die angekündigten weiteren elektrischen Geschwister bringen. Unsere Schulnote: 1-. Quelle: CM / Mercedes-Benz

Aus dem Elektro-Boom muss für deutsche Autobauer Wachstum entstehen

Der europäische Automarkt wächst 2026 wieder, doch hinter den steigenden Zulassungszahlen verschieben sich die Kräfteverhältnisse. Elektroautos gewinnen deutlich an Bedeutung, vor allem in West und Nordeuropa, und chinesische Hersteller erobern Marktanteile. 

Eine seltene gute Nachricht, aber nicht für jeden: Im Juni wuchs der deutsche Automarkt so stark wie kein anderer in Europa. Während im europäischen Durchschnitt 12,9 % mehr Fahrzeuge abgesetzt wurden, waren es hierzulande über 15 %. Und das Wachstum hat zwei Namen: Elektromobilität und China. Tatsächlich haben sich 12 % mehr Bundesbürger für den Wechsel zu Elektromobilität entschieden. Als Ursache nennen die Statistiker vor allem die gestiegen Benzinpreise durch den Irankrieg. 

Deutsche Automobilhersteller profitieren allerdings nur bedingt von diesem Trend. Während beispielsweise Volkswagen nur ein kleines Wachstum von 1,5 % aufweisen kann, haben chinesische Autobauer wie BYD oder Geely ihre Verkäufe in Europa mehr als verdoppelt und erreichen durchschnittlich einen Marktanteil von mehr als 10 %. Ein typisches Beispiel für die aktuelle Erfolgsstrategie aus Fernost ist der Dolphin Surf von BYD. Mit etwas über 20.000 Euro ist der Keinwagen einigermaßen erschwinglich und wird von der europäischen Autopresse wohlwollend bewertet. 

Insgesamt zeigt der europäische Automarkt 2026 ein widersprüchliches Bild. Im ersten Halbjahr stiegen die Neuzulassungen in der EU um 5,7 %, so der Herstellerverband ACEA. Gleichzeitig beschleunigt sich der Wechsel bei den Antrieben: Batterieelektrische Fahrzeuge erreichten europaweit einen Marktanteil von 20,7 P%, Hybride kamen auf 37,3 %. Auf der Verliererseite: Benziner und Diesel. Sie fielen zusammengenommen auf 29,7 %. Besonders dynamisch entwickelt sich Deutschland: Hier legten die Elektro-Neuzulassungen im ersten Halbjahr um 48 % zu. 

Der Juni markierte dabei einen Wendepunkt. Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden in Deutschland 84.057 reine Elektroautos neu zugelassen – 78,2 % mehr als im Vorjahresmonat. Mit einem Marktanteil von 28,4 % lagen sie erstmals knapp vor klassischen Hybriden.

Auch eine von HUK Coburg erhobene Statistik erklärt die Dynamik: Im zweiten Quartal ersetzten 12 %  der Autofahrer, die ihr Fahrzeug wechselten, einen Verbrenner durch ein Elektroauto. Zu Jahresbeginn hatte dieser Anteil noch bei lediglich 5 % gelegen. Steigende Kraftstoffpreise infolge des Iran-Konflikts dürften dabei eine Rolle gespielt haben.

Für die europäischen Hersteller bedeutet der Elektroboom allerdings nicht nur eine gute Nachricht. Denn ein wachsender Teil der Nachfrage landet bei chinesischen Marken. Im Juni verkauften BYD, SAIC, Chery, Geely, Leapmotor und andere chinesische Hersteller in Europa rund 141.500 Fahrzeuge. Das entsprach nach Dataforce-Auswertungen etwa 10 % des europäischen Neuwagenmarktes – mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. 

Reuters sieht den chinesischen Vorsprung vor allem bei Elektroantrieben, Batterien, Software und der Geschwindigkeit, mit der neue Modelle auf den Markt kommen. Im ersten Quartal lag der Anteil chinesischer Marken am europäischen Pkw-Markt demnach bereits bei 16 % gegenüber 3 % vier Jahre zuvor.

Die etablierten Hersteller reagieren unterschiedlich. Renault etwa setzt bewusst nicht auf einen Preiswettbewerb mit chinesischen Anbietern. Das Unternehmen argumentiert, aggressive Rabatte könnten die Restwerte und damit die langfristige Profitabilität beschädigen. Der Erfolg des Renault 5 zeigt zugleich, dass europäische Hersteller mit attraktiven Elektroautos durchaus Marktchancen haben.

Werbebudgets bleiben unter Druck. Die Entwicklung des Automarkts spiegelt sich auch in den Werbebudgets wider. Nach der WARC-Prognose ist die Automobilwerbung in Westeuropa 2026 weitgehend stabil, weltweit soll sie dagegen um 6,7 % wachsen. Für Deutschland fällt der Ausblick deutlich zurückhaltender aus: WARC erwartet für die Automobilwerbung ein Wachstum von lediglich 1,9 %. Sollte sich die Golfkrise verschärfen, könnte daraus sogar ein Rückgang um minus 4,2 % werden – ein Unterschied von 6,0 Prozentpunkten gegenüber dem Basisszenario. Als Gründe nennt WARC den Druck durch steigende Produktionskosten und eine zurückhaltendere Nachfrage der Verbraucher.

Damit steht die Automobil-Branche vor einem Balanceakt: Einerseits müssen Hersteller angesichts neuer Wettbewerber und neuer Antriebstechnologien stärker um Aufmerksamkeit und Marktanteile kämpfen. Andererseits drücken hohe Produktionskosten, Rabatte und unsichere Konsumaussichten auf die Margen. Werbung wird damit nicht überflüssig – sie muss im Gegenteil genauer zeigen, wofür eine Marke steht und welchen konkreten Mehrwert ihr Produkt bietet.

Für Europas Hersteller wird entscheidend sein, ob sie aus dem Elektroboom eigenes Wachstum machen können – oder ob chinesische Anbieter einen immer größeren Teil dieses Wachstums abschöpfen. Quelle: Dataforce / HUK / Reuters / WARC / MEEDIA / CM

AvD: Auch an die umweltschädlichen Verbrenner denken

Seit Mitte Mai 2026 wird der Kauf als auch das Leasing von batterieelektrischen Neuwagen durch Zuschüsse gefördert. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist vom Bundesumweltministerium (BMKU) beauftragt, die Auszahlungen vorzunehmen. Das BAFA hat jetzt aktuelle Zahlen der bewilligten Förderungen mit Stand 01. August vorgelegt. 

Laut der Aufstellung sind bisher insgesamt fast 25.000 E-Autos und über 2.000 Hybrid-Fahrzeuge gefördert worden. Die Zuschüsse flossen dabei jeweils zur Hälfte in neu gekaufte oder geleaste Wagen. Die Förderung ist nach zu versteuerndem Einkommen gestaffelt und soll niedrige und mittlere Haushaltseinkommen unterstützen. Laut BAFA sind bis jetzt fast die Hälfte der Förderzusagen an die niedrigste Einkommensstufe bis 45.000 Euro gegangen. In den beiden darüberliegenden Stufen gab es jeweils über 6.000 Bewilligungen. In den zwei höchsten förderfähigen Stufen lag die Zahl der Auszahlungen bei über 700 in der vorletzten und bei mehr als 200 in der letzten. 

In der Auswertung nach Konzernen liegen Modelle der Volkswagen Group vor denen von Tesla und Stellantis. Danach folgt die Hyundai Motor Group und die Renault Group. Mit Leapmotor (Joint Venture mit Stellantis) und mit der BYD Company finden sich die ersten chinesischen Hersteller auf der Liste. Nimmt man die Hersteller und Herstellergruppen, die in Europa ihren Standort haben oder dort produzieren, vereinen diese über 60 % der geförderten Fahrzeuge. In der Zählung der Einzelmarken liegen Teslamodelle vor solchen von Skoda, Cupra und Hyundai. Mit vierstelligen Bewilligungszahlen sind auch die Volkswagen AG, Leapmotor, Kia, BYD, Renault, BMW und Citroen vertreten. 

Bei den Einzelmodellen steht das im brandenburgischen Grünheide gefertigte Tesla Model Y mit gut 3.000 Exemplaren ganz oben. Danach folgen das Tesla Model 3 mit 1.517 und der Hyundai Inster mit fast 1.100. Zählt man die verschiedenen Skoda-Elroq-Varianten zusammen, kommt man auf annähernd 2.100 ausgezahlte Einzel-Förderungen. Auch die verschiedenen ID3-Modelle von VW gehen mit insgesamt über 1.000 Bewilligungen in die Statistik ein. 

Der AvD stellt fest, dass das Förderprogramm die adressierten mittleren Einkommen erreichen. Eines der vom BMU angegebenen Ziele, die E-Mobilität in der Bevölkerung zu verbreiten und eine Marktdurchdringung voranzubringen, wird damit umgesetzt. Die hohen Kraftstoffpreise machen die Förderung zusätzlich attraktiv. So gesehen ist das Programm ein Baustein für eine bezahlbare Alltagsmobilität.

Der AvD nimmt auch die Preisgestaltung an öffentlichen Ladesäulen ins Visier. Deren unverhältnismäßig hohe kW-Preise konterkarieren das Förderprogramm. Eine Senkung der Ladekosten ist dringend notwendig. Daneben muss weiter das Ladenetz, vor allem an den Fernrouten, ausgebaut werden.

Der AvD glaubt, dass nach 2035 immer noch Millionen Fahrzeuge mit Verbrenner-Motoren unterwegs sein werden. Deshalb ist nach Auffassung des Clubs die vom Bund angestrebte Klimaneutralität, die u.a. mit dem E-Auto-Programm gestützt werden soll, nur unter Einbeziehung des Bestandes zu erreichen. Dazu müssen diese konventionellen Fahrzeuge mit aus erneuerbaren Energien hergestellten synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, um ein zentraler Baustein für die politischen Ziele zu sein. Die Förderung der Entwicklung und Produktion solcher klimafreundlichen Technologien ist zwingende Aufgabe einer verantwortungsvollen Klimapolitik. Quelle: AvD / CM

Der Cupra Formentor VZ e-Hybrid Tribe Edition im CM-Test

Allein schon durch seine exklusive Außenfarbe Manganese Grün Matt“ macht der Cupra Formentor VZ e-Hybrid Tribe Edition unglaublich viel her. den wir (CM) als Testfahrzeug hatten. Auch mit seinem Komfort und den Fahrleistungen hat uns das Update des Spaniers gut gefallen. Das SUV, das viel schneller lädt und auch viel weiter elektrisch kommt, ist auf jeden Fall ein Tipp für Freiberufler/Selbstständige. 

Der Cupra Formentor PHEV ist nach der Überarbeitung stärker. Verbaut ist der optimierte VW-PHEV-Antriebsstrang. Zwei Energielieferanten aus der Verbrenner- und der Stromwelt machen den Crossover mit einer Systemleistung von 200 kW bzw. 272 PS zu einem attraktiven Geschäftswagen. Unter der Fronthaube arbeiten ein 1.5 TSI mit 177 PS und ein Elektromotor mit 85 kW, die mit 400 Nm Drehmoment über das Doppelkupplungsgetriebe die Kraft an die Vorderräder leiten.

Der Akku bringt netto 19,7 kWh. Was uns besonders imponiert: Diesen Plug-in-Hybrid kann man auch an einer Schnellladesäule mit 50 kW (DC) anschließen. Zuhause und/oder in der Firma tun es 11 kW (AC) an der Wallbox. Wir haben in unserem Firmenwagenpool auch den Vorgänger des Formentor PHEV. Und beim Vergleich fällt uns angenehm auf, dass der Neuling sehr viel schneller lädt. Besonders beeindruckt aber hat uns die rein elektrische Reichweite. Während es der Vorgänger auf eine rein elektrische Reichweite von ca. 45 km bringt, schafften wir es mit dem Formentor VZ e-Hybrid Tribe Edition auf mehr als 100 km. Chapeau. Offiziell gibt der Hersteller sogar 119 km an. 120 „elektrische“ km zeigte der Wagen sogar an, als wir ihn an unserer Firmenladesäule auf 100 % geladen hatten. Damit und mit einer vollen Tankfüllung (in den Tank passen 40 Liter)  mit inzwischen happig teurem Super E10  kommt man bei moderater Fahrweise auf weit über 800 km, das ist doch was.  Dass der Wagen auch anders kann , nämlich in 7,2 Sekunden von Null auf 100 km/h und dann weiter bis Vmax 220 km/h sei nur am Rande erwähnt.  

An Bord sind nahezu alle bekannten Assistenzsysteme und wass man sonst noch unterwegs benötigt, Serie. Eine Aufpreisliste gibt’s zwar auch, aber die Tribe-Edition ist so etwas wie ein Komplettmodell.  

Die neue CUPRA Tribe Edition 2026 hatte die spanische VW-Tochter auf der IAA Mobility in München präsentiert. Gedacht sind diese Editionsmodelle für Menschen, die besonderen Wert auf Individualität legen. U.a. ist die neue exklusive Außenfarbe Manganese Grün Matt, mit der unser Testmodell versehen war, ein Hingucker. Das Exterieur wird zusätzlich durch das durchgehende LED-Leuchtenband und ein beleuchtetes rotes CUPRA-Logo und Heckschriftzüge in Dunkelchrom veredelt, wodurch Tiefe und ein Premium-Gefühl vermittelt werden. Die neuen Leichtmetallfelgen bestehen aus recyceltem Material, um einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten. Die sportlichen Felgen sind in ungewöhnlichen Designs verfügbar und mit einer neuen Akzentfarbe „ Sulphur Green“ versehen.

Interieur. Auch im Innenraum findet sich die Idee hochwertigen und gleichzeitig nachhaltigen Designs wieder. Zum Beispiel durch die Nutzung von 3D-Strick für die Sitze. Die Stoffe in den zentralen Bereichen der Vorder- und Rücksitze bestehen zu 100 % aus recyceltem Material. Die Verarbeitung der ausgesuchten Materialien lässt kaum Wünsche offen. Das e, stark digitalisierte Cockpit besticht durch seine hervorragende Ablesbarkeit und die weitgehend logische Menüführung. 

Das Nachhaltigkeitsengagement der Marke erstreckt sich auch auf weitere Interieur-Details. Eine neue Sulphur Green-Lackierungvon Manckiewicz, die zu 15 % aus biobasierten Materialien besteht, wird auf die Konsolenblenden und die inneren Lüftungsrahmen aufgetragen. Außerdem enthalten die Kunststoffteile des Innenraums recycelte Materialien und die Frontspoiler-Stoßfänger recycelten Kunststoff.

Nicht traurig sein muss man über den ewas kleineren Kofferraum. Durch die große Batterie schrumpft das Volumen auf 345 bis maximal 1.385 Liter (bei umgeklappten Rücksitzen). 

Unser Fahreindruck: Das SUV ist trotz aller Sportlichkeit recht komfortabel, der adaptiven Dämfung sei Dank. Die Lenkung ist präzise und direkt. Was wir vermisst haben, war die automatisch schwenkbare Hängerkupplung (P.S. Haben wir nachträglich entdeckt, sorry.). So etwas braucht man ja z.B. zur Mitnahme von Fahrrädern. Unserer Meinung nach sollte derlei Serie sein. Der Preis ist halbwegs in Ordnung  mit etwas über 58.000 Euro nach Liste. Natürlich gilt auch für Cupra, dass dieser Preis nur auf dem Papier besteht. 

Kurz noch zur Versicherung: KH/TK/VK: 12/22/18.  Auf das Modell bietet Cupra 5 Jahen Garantie (bzw. 150.000 Km).  Wir geben diesem Cupra die Schulnote 1-. Quelle: CM