Zukunftsthemen des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland

Auf der Mitgliederversammlung am 18. Juni 2026 spannte das GCB German Convention Bureau einen weiten inhaltlichen Bogen zu Zukunftsthemen des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland. Die erstmalige Vorstellung der digitalen „Meetings Ecosystem Map“ gehörte ebenso dazu wie die Potenzialanalyse internationaler Quellmärkte in einer geopolitisch volatilen Lage. Flankiert wurde die Veranstaltung im Lufthansa Seeheim Hotel von einer Session zur Eventmobilität der Zukunft.

Das GCB wurde bereits 1973 gemeinsam von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), der Deutschen Bahn und der Lufthansa gegründet. Das 100-jährige Bestehen der Lufthansa sowie dessen Gastgeber-Rolle in Seeheim nahm das GCB nun zum Anlass, eines der wesentlichen Zukunftsthemen von Business Events in den Mittelpunkt des Rahmenprogramms zu rücken: die (Veranstaltungs-)Mobilität. Auf einen Impulsvortrag unter dem Motto „Wofür bewegen wir uns noch?“ von Mobilitätsstratege Dr. Ingo Kucz folgte eine moderierte Panel-Diskussion mit Heike Boos (Lufthansa Group) und Jan Wolf Baake (DB Vertrieb), in der es u.a. um Zukunftsbilder der Mobilität, die internationale Anschlussfähigkeit des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland sowie um Resilienz – auch im Kontext von Mobilität – ging.

Petra Hedorfer, CEO der Deutschen Zentrale für Tourismus und Vorsitzende des GCB-Verwaltungsrats: „Die Rahmenbedingungen für den Geschäftsreisemarkt sind in den letzten anderthalb Jahren deutlich schwieriger geworden. Eskalierende Handelskonflikte und der Nahostkrieg beeinflussen die Weltwirtschaft und damit auch den internationalen Geschäftsreiseverkehr. Zwar behauptet Deutschland bei den promotablen Geschäftsreisen, das heißt den Reisen zu Meetings, Tagungen und Kongressen, mit einem Marktanteil von 9 % seine Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Aber Internationalisierung und die digitale Transformation bleiben Schlüsselfaktoren, um weiterhin und langfristig Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit für Deutschland als führende Geschäftsreisedestination sicherzustellen.

Die enge Kooperation des GCB mit der DZT als strategischem Partner schafft dafür die Rahmenbedingungen. So präsentieren DZT und GCB das Reiseland Deutschland im engen Schulterschluss in den europäischen und wichtigen Überseemärkten wie den USA und China. Gemeinsame Projekte im Bereich Digitalisierung oder beim Open Data/Knowledge Graph-Projekt schaffen die Grundlage für die Implementierung von KI-Anwendungen und leisten so hoffentlich einen  Beitrag zur Innovationskraft, Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Tagungs- und Kongressstandortes Deutschland.“

Ausbau des digitalen Portfolios. „Offene, integrierte und konsistente Datenstrukturen sind einer der zentralen Faktoren für das Gelingen der digitalen Transformation. Das GCB verfolgt daher derzeit mehrere miteinander vernetzte Digitalprojekte, um die Sichtbarkeit des Angebots am Tagungs- und Kongressstandort Deutschland zu erhöhen und unser Wissens- und Informationsangebot noch besser bei vielfältigen Zielgruppen zu positionieren“, erklärt Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, die derzeitige Weiterentwicklung des digitalen Portfolios.

In diesem Kontext präsentierte das GCB erstmals die neue „Meetings Ecosystem Map“. Die MEM ist ein datenbasierter, interaktiver Zugang zur deutschen Veranstaltungslandschaft, in der wissenschaftliche Kompetenzen mit dem Leistungsangebot und der Infrastruktur des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland verknüpft sind. Branchenkompetenzen am Standort sind laut Meeting- und EventBarometer ein wichtiges Auswahlkriterium für Veranstalter. Die MEM macht daher sichtbar, wo fachliche Expertise und passende Rahmenbedingungen für Veranstaltungen in Deutschland zusammenkommen. Dadurch unterstützt sie Veranstalter dabei, den inhaltlich passenden Ort zu identifizieren und Entscheidungen für ihre Eventplanung zu treffen. Die MEM geht zunächst als Minimum Viable Product (MVP) mit den Mitgliederprofilen des GCB an den Start und wird schrittweise erweitert – sowohl hinsichtlich der Datentiefe als auch der integrierten Anwendungsfälle.

Evaluierung der internationalen Märkte . Weiteres Kernthema der GCB-Mitgliederversammlung 2026 war die Analyse von Dynamiken in wichtigen Quellmärkten sowie damit verbunden die Evaluierung potenzieller neuer Märkte. Anlass dieser Neubewertung sind zum einen die steigende internationale Nachfrage zu Veranstaltungen in Deutschland und die Tatsache, dass 80 % der MICE-Reisen nach Deutschland aus dem europäischen Ausland kommen. Zum anderen üben verschiedene strukturelle Faktoren einen Einfluss auf Business Events aus: von steigenden Energiepreisen und einer belastenden Zollpolitik über die Herausforderungen des demografischen Wandels und der fortschreitenden Digitalisierung bis hin zu insgesamt volatilen geopolitischen Rahmenbedingungen. Dass der Markt sensibel auf Letztere reagiert, haben Anbieter und Veranstalter jüngst noch einmal im Meeting- & EventBarometer 2025/2026 bestätigt. Quelle: GCB / CM

Austria Center Vienna ausgezeichnet

Das Austria Center Vienna wurde mit dem Österreichischen Innovationspreis Tourismus in der Kategorie Veranstaltungseinrichtung über 1.000 Teilnehmer ausgezeichnet. Das bestätigt die tragende Rolle von Österreichs größtem Kongress- und Veranstaltungszentrum als wichtiger Impulsgeber für die Meetingdestination Wien.

Das Austria Center Vienna ist mit 21 Sälen, 134 Meetingräumen sowie rund 26.000 m2 Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswese (Info: https://www.acv.at/de/) „Ich bin sehr stolz, dass unser Haus und damit auch unser Team mit dem Österreichischen Innovationspreis Tourismus ausgezeichnet wurden“, so Dr. Susanne Baumann-Söllner, Vorständin für Kongressmanagement und Sprecherin des Vorstands des Austria Center Vienna. Baumann-Söllner weiter: „Das zeigt, dass unser Weg, für unsere Kunden immer vorauszudenken, Trends zu antizipieren und auf die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu setzen, richtig war. Das sehen wir auch in den Feedbacks unserer Kunden, die uns bei mehr als 10.000 Google-Bewertungen mit einem Schnitt von 4,6 Sternen bewerten und uns einen Net Promoter Score von 75 geben. Das ist ein exzellenter Spitzenwert, denn bereits ab einem Wert von 70 wird von außergewöhnlich hoher Kundenzufriedenheit, starker Kundenloyalität und vielen begeisterten Kunden gesprochen.“

Preisverleihung auf der Bühne vom Team des Austria Center Vienna mit Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Foto: BMWET/Tom Grundschober

Modernisierung, Digitalisierung und Innovation als Erfolgsgeheimnis „Wir verbinden Menschen, inspirieren und treiben Innovation und Modernisierung voran. Die kinetische Weltneuheit polySTAGE, das sind 52 einzeln steuerbare LED-Elemente, die eine spektakuläre Inszenierung und Transformation in der Eingangshalle ermöglichen, und die insgesamt mehr als 500 m2 LED-Flächen sowie mehr als 100 Screens in unserem Haus schaffen beispielsweise durchgängige und immersive Eventerlebnisse. Gerade die interaktive Gamification-Effekte wie Check-In mit persönlicher Grußbotschaft, Selfie-Shares, Panorama-Selfie-Spots, Message Sharing, World-Clouds und Live Votings machen die polySTAGE zu einem unvergesslichen interaktiven Erlebnis, das unsere Kunden wirklich sehr gerne und intensiv nutzen,“ betonte Baumann-Söllner. 

„Auch die komplett modernisierte Ebene –2 begeistert mit hellen, freundlichen und sehr wandelbaren Sälen und Räumen und begrünten Terrassen. Unser wichtigster Saal auf dieser Ebene, Saal D, lässt sich in kürzester Zeit in drei Säle dritteln, wobei alle über eigene Klimasteuerungen verfügen und absolut soundproof sind“, sagte Dr. Michael Rotter, Vorstand für Gebäude- und Liegenschaftsverwaltung. 

Kongresse als wesentlicher Wirtschaftsmotor im Tourismus „Welche Bedeutung Kongresszentren, Tagungshotels und andere Veranstaltungsstätten für die heimische Wirtschaft haben, das soll jetzt eben mit dem Österreichischen Innovationspreis Tourismus konkret ausgedrückt werden. Das Austria Center Vienna hat beispielsweise laut einer aktuellen Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts Eco Austria eine BIP-Wirkung in Österreich von 445 Mio. Euro – das sind rund 0,1 % des gesamten heimischen BIPs 2025. Es schafft auch eine Bruttowertschöpfung von 398 Mio. Euro im Inland und sichert oder schafft 3.950 Vollzeit-Arbeitsplätze. „Besonders stark profitieren mit an die 21,8 % die heimische Tourismus- und Freizeitbranche. Jeder Euro, der in unser Haus fließt, wirkt mehrfach in den heimischen Betrieben zurück – von der Hotellerie und Gastronomie über den Handel bis hin zu wissenschaftlichen Netzwerken“, so Baumann-Söllner. 2025 war so beispielsweise jeder dritte internationale Kongressgast von Wien im Austria Center Vienna.

Susanne Baumann-Söllner bedankte sich auch für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit dem Team von WienTourismus, dem Vienna Convention Bureau und bei allen Partnern bedanken, die Teil des Erfolgsrezepts sind. 

Der Österreichische Innovationspreis Tourismus (ÖIT) wird alle zwei Jahre vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den Bundesländern verliehen, um die Bedeutung des Tourismus und die wichtigen, innovativen Impulse in diesem Wirtschaftssektor zu würdigen. 2026 wurde er zum siebenten Mal vergeben und würdigt Veranstaltungseinrichtungen für Kongresse und Tagungen als Impulsgeber für Standort- und Destinationsentwicklung. Quelle: Austria Center Vienna / CM

Gedämpfte Stimmung bei den Beherbergungsbetrieben

Die deutschen Beherbergungsbetriebe gehen mit gedämpfter Stimmung ins Restjahr 2026 – verhaltener als viele andere Märkte, die das Unterkunftsbarometer erfasst. Nur 41 % melden eine positive Entwicklung im Rückblick, und auch bei anderen Kennzahlen liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt. Die in der Politik umstrittene Mehrwerststeuersenkung für die Gastronomie, die den Verbrauchern überhaupt nichts gebracht hat, hat den Beherbergungsbetrieben zwar etwas Luft verschafft, ändert aber wenig an den strukturellen Herausforderungen, die die Branche weiterhin belasten.

Nach einem deutlichen Einbruch 2025 zeigt sich eine leichte Erholung: Sowohl bei der Bewertung der vergangenen Entwicklung als auch beim Blick auf die kommenden Monate sind die Werte wieder gestiegen. Dennoch bleibt die Stimmung verhalten – weniger als die Hälfte der Betriebe blickt optimistisch voraus, und nur rund 40 % bewerten die vergangene Entwicklung positiv. Besonders auffällig: Etwa jeder fünfte Betrieb rechnet mit einer Verschlechterung in den kommenden sechs Monaten – das ist viermal so viel wie im EU-Durchschnitt. Auch insgesamt liegt Deutschland bei allen drei Kennzahlen im dritten Jahr in Folge unter dem europäischen Schnitt, sogar am unteren Ende. Das spiegelt die schwache wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands wider, das beim BIP-Wachstum hinter seinen europäischen Nachbarn zurückblieb.

Europaweit reicht der Anteil der Hoteliers, die angaben, dass sich ihr Geschäft in den letzten sechs Monaten positiv entwickelt habe, von Deutschland (41 %) am unteren Ende der Skala bis hin zu Griechenland mit 71 %. Deutschland liegt zudem hinter Nachbarn wie Frankreich (51 %) und Österreich (68 %) zurück und ist neben Italien das einzige Land, in dem weniger als die Hälfte der Befragten von einem positiven Verlauf der letzten sechs Monate berichtete. 

Doch die Zukunftsaussichten verbessern sich allmählich: 45 % rechnen in den kommenden Monaten mit einer Verbesserung der Lage, gegenüber einem Drittel im Jahr 2025. Die globale  Turismusbranche bewegt sich in einem zunehmend komplexen Umfeld. Geopolitische Spannungen verstärken die Unsicherheit, während der rasante technologische Fortschritt neue Chancen eröffnet, aber auch den Druck, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.

Beim Thema Digitalisierung sind die deutschen Betriebe relativ gut aufgestellt: Neun von zehn führen regelmäßige Software-Updates durch und setzen auf Netzwerksicherheitslösungen. Damit liegen sie in beiden Bereichen über dem europäischen Durchschnitt. Auch bei der Bewältigung saisonaler Schwankungen spielen digitale Lösungen eine wichtige Rolle: Die Betriebe setzen vor allem auf Partnerschaften mit digitalen Plattformen und eine flexible Preisgestaltung.

Preise und Auslastung unter Druck, da Finanzierungen weiterhin knapp sind. Deutsche Beherbergungsbetriebe melden bei den wichtigsten Leistungskennzahlen die größte Abweichung vom EU-Durchschnitt. Nur jeder Fünfte (20 %) verzeichnete in den letzten sechs Monaten einen Anstieg der Tagessätze (EU: 40 %), und nur 16 % meldeteneine höhere Auslastung (EU: 50 %). Damit verzeichneten sie den schwächsten Auslastungszuwachs aller untersuchten Länder. Der Zugang zur Finanzierung ist eine besonders akute Herausforderung:Nur 22 % bewerten den Zugang zu Kapital als unproblematisch – halb so viele wie im EU-Durchschnitt (44 %). Auf jeden Hotelier, der Kapital als leicht zugänglich einschätzt, kommt einer, der ihn als problematisch bewertet. Bei den Investitionen plant fast ein Viertel Kürzungen, während ein Fünftel höhere Investitionen vorsehen. 

Europaweit melden Kettenhotels durchweg eine günstigere Stimmung bei fast allen Kennzahlen, darunter die Wirtschaftslage, Leistungskennzahlen, Zimmerpreise und die Auslastung. Unabhängige Hotels und alternative Unterkünfte zeigen sich hier im Vergleich zurückhaltender. Ketten sind in der Regel besser in der Lage, wirtschaftlichen Druck abzufedern und Skaleneffekte zu nutzen, sei es durch Investitionskapazitäten, eine schnellere Einführung neuer Technologien oder einen leichteren Zugang zu Finanzmitteln.

Trotz dieser Unterschiede ist die allgemeine Einschätzung des Geschäftsumfelds über alle Unterkunftsarten hinweg weitgehend einheitlich. Das weist darauf hin, dass alle Betreiber auf die gleichen Marktbedingungen reagieren. Dies zeigt sich besonders deutlich bei der Auswertung der Auslastungs- und Preisentwicklung.

Im laufenden Jahr 2026 verzeichnete ein wachsender Anteil der Beherbergungsbetriebe in allen Segmenten einen Anstieg der Auslastung, während weniger Betriebe steigende Tagessätze meldeten.

Digitale Resilienz. Etwas mehr als die Hälfte der deutschen Unterkünfte (55 %) sind von ihren Cybersicherheitsvorkehrungen überzeugt und liegen damit 10 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt (66 %). Dennoch ist der Anteil der deutschen Beherbergungsbetriebe, die in den letzten 12 Monaten einen Cybersicherheitsvorfall erlebt haben, mit 9 % relativ gering. Um sich vor potenziellen Angriffen zu schützen, führen neun von zehn Hoteliers regelmäßige Software-Updates durch (91 %) und nutzen Netzwerksicherheitslösungen wie Firewalls (90 %). Auch die Datenverschlüsselung ist weit verbreitet (78 %).

Insgesamt verfügen deutsche Beherbergungsbetriebe über eine hervorragende technische Infrastruktur, weisen jedoch größere Lücken bei den personalbezogenen Maßnahmen auf: Schulungen des Personals zu Best Practices im Bereich Cybersicherheit werden von etwas mehr als der Hälfte (51 %) durchgeführt. Damit liegen sie 10 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt (EU: 61 %). Auch die Multi-Faktor-Authentifizierung für Mitarbeiter-Logins liegt  mit 51 % unter dem EU-Durchschnitt von 60 %.

Im Jahr 2026 beschäftigen deutsche Hoteliers verschiedene Bedenken. Die am häufigsten genannten Herausforderungen sind extreme Wetterereignisse, die sich auf den Reiseverkehr auswirken, und IT-Ausfälle oder Störungen digitaler Systeme – jeweils von 34 % der Befragten genannt. Dicht dahinter folgen Datensicherheitsvorfälle mit 32 %. Lokale Störungen wie Streiks im öffentlichen Nahverkehr und Bauarbeiten werden von 29 % genannt. Gleichzeitig erwarten 18 % in den nächsten 12 Monaten keine größeren Herausforderungen für ihr Geschäft.

Der mit Abstand wichtigste Faktor für den Aufbau von Verbrauchervertrauen bei Online-Buchungen ist laut sieben von zehn deutschen Hoteliers (71%) Preistransparenz, sodass Buchenden bereits im Voraus ein klarer Gesamtpreis angezeigt wird. Mit diesem Wert liegen sie 23 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt von 48 %.

Zu den weiteren wichtigen Faktoren zählen eine sichere Zahlungsabwicklung (52 %) und klare Stornierungs- und Rückerstattungsbedingungen (51 %), auch hier liegt der Wert deutlich über dem EU-Durchschnitt. Ein geringerer Anteil der Hoteliers betrachtet den Schutz personenbezogener Daten, den Zugang zum Kundensupport oder die Transparenz über personalisierter Angebote als wichtige Vertrauensfaktoren.

Saisonale Schwankungen im Tourismus. Um die ganzjährige Belegung zu fördern, setzen deutsche Hoteliers stark auf digitale Plattformen und flexible Personalplanung. Die Zusammenarbeit mit Online-Reiseplattformen sticht hier als klarer Schwerpunkt heraus: 58 % empfinden sie als wirksam, um Buchungen außerhalb der Saison zu generieren. Sonderpreise und Pauschalangebote werden von der Mehrheit genutzt (53 % effektiv), während fast die Hälfte (48 % effekiv) den Personalbestand an die saisonale Nachfrage anpasst. Veranstaltungen und wetterunabhängige Angebote finden den geringsten Anklang.

Dies spiegelt einen allgemeinen Grundsatz des Hotelumsatz- und des Vertriebskanalmanagements wider: Um Nachfrage in der Nebensaison zu generieren, ist nicht nur ein attraktives Angebot, sondern auch eine effektive Vermarktung erforderlich. Die Preisgestaltung kann einen Aufenthalt attraktiver machen, aber erst Vertriebspartner und Marketingkanäle sorgen dafür, dass dieses Angebot die richtige Zielgruppe erreicht.

Die deutschen Beherbergungsbetriebe weisen einen geringeren Vertriebskanalmix für die Nebensaison auf als die übrigen europäischen Länder. Online-Reiseplattformen sind das am besten bewertete Instrumentfür eine wirksame Bewerbung. Online-Reiseplattformen bleiben das meistgenutzte und wirksamste Instrument: 75 % der Hoteliers bewerten sie als effektiv. Die organische Reichweite über Social-Media-Kanäle erreicht als einziger weiterer Kanal mehr als 30 % (32 %). Bezahlte Suchmaschinenwerbung wurde von nur 19 % der deutschen Befragten genannt, eine bemerkenswerte Abweichung, die auf einen konservativeren digitalen Marketingansatz hindeutet.

Fast zwei von drei deutschen Unterkünften profitieren von eventgetriebenem Tourismus.  70 % der deutschen Beherbergungsbetriebe gaben an, dass in ihrer Region in irgendeiner Form eventgetriebener Tourismus vorhanden ist. Die Mehrheit konnte von der daraus resultierenden Zunahme der Aktivität profitieren. Weitere 25 % verzeichneten in den letzten 12 Monaten keine Eventreisen in ihrer Region. Für diejenigen, die eventgetriebene Reisen verzeichneten, waren verbesserte Umsätze pro Zimmer der am häufigsten genannte Vorteil (61 %), dicht gefolgt von der Möglichkeit, geringere Einnahmen zu anderen Zeiten des Jahres auszugleichen (57 %). Umgekehrt berichteten rund vier von zehn (39 %) von operativen Herausforderungen in Bezug auf Personal und Gästemanagement, und etwa drei von zehn berichteten von Störungen der üblichen Gästestruktur. Wichtig ist, dass die gestiegene Nachfrage im Zusammenhang mit lokalen Veranstaltungen dazu beiträgt, Umsatzeinbußen in der Nebensaison auszugleichen.

Mit Blick auf künftige lokale Veranstaltungen gaben fast die Hälfte der deutschen Hoteliers (49 %) an, eine engere Abstimmung mit lokalen Behörden und Tourismusverbänden anzustreben, um die daraus resultierende Nachfrage gemeinsam zu bewältigen. 34 % ziehen in Betracht aktiv mit Veranstaltern zu kooperieren, um Pauschalangebote oder Sonderaktionen zu entwickeln. 30 % verhalten sich abwartend und reagieren nur bei konkreter Nachfrage. Obwohl die meisten Hoteliers Veranstaltungstourismus als geschäftlich vorteilhaft bewerten, sehen sie zugleich betriebliche Anpassungen als notwendig an, um der erhöhten Nachfrage und den höheren Kundenerwartungen

gerecht zu werden. Fast zwei Drittel (64 %) passen die Personalpläne an, und 59 % erhöhen die Preise, um der höheren Nachfrage und den gestiegenen Betriebskosten Rechnung zu tragen. 47 % führen  Aufenthaltsbeschränkungen ein, während weitere 43 % die Stornierungsbedingungen verschärfen. Die Verlagerung von Kontingente aus indirekten Vertriebskanälen in den Direktvertrieb wird von 29 % der Unterkünfte praktiziert. Quelle: Statista / CM

Dehoga heult wegen Minijobs auf

In der bundesdeutschen Gastronomie wird im Allgemeinen hundsmiserabel bezahlt. Nun wer Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (DEHOGA Bundesverband)  eindringlich vor dem Minijob-Aus. Laut den aktuellen Vorschlägen der Rentenkommission soll der bisherige steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten. 

Dazu DEHOGA-Präsident Guido Zöllick: „Die Vorschläge der Rentenkommission gehen an der betrieblichen Realität vorbei und wären für das Gastgewerbe eine Katastrophe. Erst sollen Minijobs durch höhere Sozialabgaben massiv verteuert werden, jetzt droht die vollständige Abschaffung eines für unsere Branche unverzichtbaren Beschäftigungsinstruments. Das ist ein Frontalangriff auf die Flexibilität am Arbeitsmarkt und auf die Beschäftigungsfähigkeit des Gastgewerbes.

Allein im Gastgewerbe gibt es rund 1,1 Mio. geringfügig Beschäftigte. Minijobs sind für die vielen Tausenden kleinen und mittleren Unternehmen von zentraler Bedeutung, um Beschäftigung passgenau zu organisieren. Sie sichern Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und helfen, saisonale Nachfragespitzen abzudecken – wie aktuell in der Biergartensaison.


Minijobs werden in Deutschland unterschiedlich bewertet: Einerseits bedeuten sie eine himmelschreiende Sauerei und Ausbeutung, werden zugleich von der Politik aber als „ein erfolgreiches Stück Arbeitsmarktpolitik“ bezeichnet. Sie entsprechen angeblich den Wünschen der Beschäftigten, ermöglichen angeblich flexible Beschäftigung und verhindern die Flucht in die Schwarzarbeit bei Nebenbeschäftigten, Zuverdienern und Studenten.

Der Dehoga:  Wer Minijobs auf Schülerinnen und Schüler beschränken will, übersieht, dass viele von ihnen minderjährig sind und aufgrund der zurecht strengen gesetzlichen Vorgaben gerade die für Gastronomie und Hotellerie besonders wichtigen Abend- und Wochenendschichten oftmals gar nicht übernehmen können.


Minijobs verdrängen im Übrigen keine sozialversicherungspflichtigen Jobs – sie stützen sie, behauptet der Verband. Und behauptet weiter, eine Umwandlung in reguläre Beschäftigung sei aufgrund des geringen Stundenumfangs vielfach gar nicht möglich. Quelle: Dehoga / CM

Alpine MICE-Destination Kitzbühel

Kitzbühel untermauert im Jahr 2026 sein Standing als MICE-Destination für hochwertige Business- und Zukunftsformate im alpinen Umfeld. Den Auftakt im Frühsommer 2026 machten das Symposium „Hospitality meets Longevity“ sowie der Alpine Hospitality Summit. Im Juni und Juli folgen weitere Formate wie das Kitzbüheler Führungsforum, der AI Summit, das World Venture Forum und der Business Angels Summit. 

Mit  Formaten wie diesen zeigt sich die tiroler Gemeinde („Gamsstadt“) als moderner Austragungsort für Themen, die die MICE-, Hospitality- und Business-Travel-Branche aktuell bewegen: der wirtschaftlich tragfähige Umgang mit Longevity-Angeboten in der alpinen Hotellerie, Investitions- und Entwicklungsfragen im Hotelmarkt, Führungsverantwortung im KI-Zeitalter, konkrete KI-Anwendungen in Unternehmen sowie der Austausch zwischen Start-ups, Investorinnen und Investoren, Family Offices und EntscheiderInnen.

Kitzbühel ist Österreichs alpine MICE-Destination. Fotos: Kitzbühel Convention

Kitzbüheler Führungsforum: Am 17. und 18. Juni 2026 stellt das Kitzbüheler Führungsforum im Hotel Rasmushof Kitzbühel das Thema „Leadership & Verantwortung im KI-Zeitalter“ in den Mittelpunkt und richtet sich an UnternehmerInnen, und Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und Südtirol. Teilnehmende aus Wirtschaft, Beratung und Familienunternehmen diskutieren dort werteorientierte Führung, Transformation und die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf Unternehmenskultur und Entscheidungsprozesse.

Der AI Summit 2026 vom 17. bis 18. Juni 2026 nutzt Kitzbühel erneut als Plattform für anwendungsorientierte KI-Diskussionen und Business-Cases. Beim Kongress, der als Österreichs führende Plattform für künstliche Intelligenz gilt, kommen jährlich internationale Technologieunternehmen, Start-ups, InvestorInnen und Unternehmensentscheider zusammen, um konkrete Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz zu diskutieren – von Automatisierung und Datenanalyse bis zu neuen Geschäftsmodellen und Fragen rund um Verantwortung und Regulierung. Erstmals diskutieren am Hahnenkamm unter anderem auf der Mountain Stage und im Starthaus der Streif die Tech Giganten SAP, IBM, Salesforce, and ServiceNow über die Zukunft von KI. Mit drei Bühnen, interaktiven Masterclasses und hochkarätigen SpeakerInnen – darunter 2026 auch Markus Lanz als Moderator eines hochkarätigen Panels – schafft das von Lena Kornau initiierte Format einen praxisnahen Rahmen für Wissenstransfer, Innovation und nachhaltiges Networking.

Das World Venture Forum  lädt vom 06. bis 11. Juli 2026 in exklusive Chalets sowie in ausgewählte Locations in Kitzbühel. Als eine der bedeutendsten Plattformen für internationale VordenkerInnen, UnternehmerInnen, InvestorInnen und politische EntscheidungsträgerInnen bringt das Forum globale Expertise und alpine Gastlichkeit in einem kuratierten Format zusammen, das auf Qualität, Tiefgang und echte Verbindung setzt. Unter dem Motto „Vectors of Change“ stehen zentrale Zukunftsthemen wie Krypto und digitale Assets, Family Offices, Corporate Innovation sowie Impact und nachhaltige Investments im Mittelpunkt. Das World Venture Forum 2026 schafft Raum für persönliche Begegnungen, interaktive Formate und nachhaltige Partnerschaften in einzigartiger Atmosphäre im Herzen der Kitzbüheler Alpen.

Beim Business Angels Summit in Kitzbühel pitchen Österreichs vielversprechendste Start-ups am 09. und 10. Juli 2026 vor nationalen und internationalen InvestorInnen, Business Angels und Family Offices. Neben Finanzierungsmöglichkeiten stehen dabei auch Skalierung, Innovationsförderung und die Vernetzung zwischen jungen Unternehmen, Kapitalgebern und etablierten Marktakteuren im Fokus.

Kitzbühel Convention Service: Als Austragungsort der legendären Hahnenkamm-Rennen steht Kitzbühel seit jeder für Inspiration, Erfolg und Qualität. Mit über 750 Jahren Geschichte verbindet die Gamsstadt Tradition, Innovation sowie alpinen Lifestyle und überzeugt als MICE-Destination auf ganzer Linie: ein modernes und modular nutzbares Kongresszentrum, hochwertige Hotels und erstklassige und professionelle Planung aus einer Hand ermöglichen die Umsetzung von Veranstaltungen, die Mehrwert liefern und in Erinnerung bleiben. Der Kitzbühel Convention Service begleitet Unternehmen, Agenturen und Veranstalter professionell bei der Planung und Umsetzung von Meetings, Kongressen, Tagungen, Seminaren und Incentives. Das Team unterstützt u.a. bei Location Scouting, Site Inspections, Partnervermittlung, Mobilitätslösungen sowie der Organisation individueller Rahmenprogramme und übernimmt die Koordination vor Ort aus einer Hand.

Incentives, Erlebnisse, kurze Wege und hervorragende Erreichbarkeit. Mit mehr als 50 Aktivitäten und Erlebnissen bietet Kitzbühel vielfältige Möglichkeiten für Incentives und Teambuilding – darunter geführte Skitouren, exklusive Hüttenabende, Gipfelkino-Erlebnisse mit Lagerfeuer, Mountainbike-Touren oder handwerkliche Workshops. Zentral gelegen und bestens erreichbar: Kitzbühel ist bequem und umweltfreundlich per Bahn über drei Bahnhöfe sowie mit dem Auto erreichbar und liegt in kurzer Distanz zu den internationalen Flughäfen Innsbruck, Salzburg und München. Ergänzt wird das Angebot durch Shuttle-Services, die über den Kitzbühel Convention Service buchbar sind. Quelle: www.mice.kitzbuehel.com / CM

Excelsior Hotel Nürnberg Fürth hat eröffnet

Die GCH Hotel Group das Management des Excelsior Hotel Nürnberg Fürth übernommen und das außergewöhnliche Haus als „Excelsior Hotel Nürnberg Fürth, a member of Radisson Individuals“ wieder eröffnet. 

Die markante „Hotel-Pyramide“ im Fürther Stadtteil Kalbsiedlung (Europaallee 1) ist ein 42 Meter hohes, gläsernes Wahrzeichenin Form einer quadratischen Pyramide. 

Nach mehr als dreieinhalb Jahren Leerstand wurde das 4-Sterne-Haus wiedereröffnet. Das Haus bietet  104 komfortable Zimmer, darunter Standard- und Familienzimmer sowie geräumige Suiten (teilweise mit Flussblick). Zur Ausstattung zählen u.a. kostenloses WLAN, eine Lobbybar, ein Fitnessbereich sowie Sauna und Dampfbad.

Unter dem Motto „Zwischen Kellerbier und Kristallglas“ sollen bei der großen Re-Opening-Party regionale Tradition und zeitgemäßer Lifestyle verschmelzen. Fränkische Braukunst von der Tucher Brauerei trifft auf authentische Genussmomente beim Flying Buffet. 

Das Excelsior Hotel Nürnberg Fürth nahe der B 8 und am Main-Donau-Kanal im Westen Fürth’s gelegen ist ein urbaner Spot für Fürth und die gesamte Metropolregion – ein Landmark, Treffpunkt und Erlebnisraum, der Architektur, Vielfalt und internationalen Service auf einzigartige Weise vereint. Schon von Weitem zieht die markante Pyramiden‑Architektur die Blicke auf sich; ihre außergewöhnliche Bauweise ist Sinnbild für Offenheit, Perspektiven und Gastfreundschaft und macht es zur attraktiven Adresse für internationale Gäste, Businessreisende und Entdecker der Region.

Das Hotel war im Herbst 1994 eröffnet worden und feierte 2014 sein 20-jähriges Bestehen. Nach eigenen Angaben hatte das Hotel bis dahin 32.000 Übernachtungen und ca. 3,8 Mio. Tagungsgäste während dieser Zeit. Der frühere Betreiber, die Pyramide Hotelbetriebsgesellschaft mbH stellte den Hotelbetrieb überraschend am 06. September 2016 ein.

Anfang Juni 2017 hieß es, dass in der Pyramide ab Herbst desselben Jahres ein Hotel wieder eröffnet werden soll. Der Besitzer, die Berliner GCH-Hotelgruppe, teilte anfänglich mit, dass das Hotel am 01. November 2017 wieder an den Start gehen soll, dann als 4-1/2-Sterne Haus „Excelsior Hotel Nürnberg-Fürth. Eröffnet wurde dieses Hotel dann am 29. Januar 2018. Eigentümer des Hotels bzw. der Immobilie war das Unternehmen Aroundtown, einer der größten Immobilienkonzerne Europas. Allerdings machte die Corona-Pandemie und die damit verbundene Gästeflaute den Hotelplänen einen Strich durch die Rechnung. Im August 2022 erfolgte die erneute Schließung des Hotels. 2024 wurde bekannt, dass sich ein neuer Investor für das Hotel gefunden hat. Als Betreiber sollte die GCH Hotel Group fungieren. Quelle: GCH / CM

Business-Events zukunftsfähig machen

Wie wählen Veranstalter künftig Destinationen, Locations und Dienstleister aus – und welche Kriterien gewinnen dabei an Bedeutung? Mit dieser Frage befasst sich das Research Centre for Future Meeting Studies (rcfms), eine Initiative des GCB German Convention Bureau und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Ziel der Forschung ist es, Auswahlprozesse für Business Events transparenter, vergleichbarer und belastbarer zu machen.

Gemeinsam mit einem Partner-Netzwerk aus Wirtschaft, Verbänden, Agenturen, Destinationen, Locations und Technologie untersucht das rcfms, wie sich Entscheidungsprozesse unter dem Einfluss von steigender Komplexität, neuen Nachhaltigkeitsanforderungen, technologischer Entwicklung und angepassten Erwartungen der Teilnehmenden verändern. Auch aktuelle geopolitische Entwicklungen sowie Erwägungen im Zusammenhang mit Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sind Faktoren, die im Kontext der Forschung berücksichtigt werden.

Business-Events soll zukunftsfähig werden. Rendering GCB

Partner wie Bayer, Roche, SAP, Siemens, das Deutsche Zentrum für Luft‑ und Raumfahrt (DLR), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), das Centre for Convening Minds, DER BUSINESS Solutions sowie die Agenturen makeBelieve und MCI Deutschland helfen dabei, reale Entscheidungslogiken, Zielkonflikte und Priorisierungen sichtbar zu machen. 

Destinationen erhalten durch die rcfms-Forschung Erkenntnisse darüber, welche Standortfaktoren künftig entscheidungsrelevant sind. Gemeinsam mit Partnern wie den Convention Bureaus aus Berlin, Bonn/Rhein‑Sieg/Ahrweiler, Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Görlitz, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Leipzig und Ludwigsburg, den Landestourismusorganisationen aus Baden-Württemberg und Bayern sowie dem Luxembourg Convention Bureau untersucht das rcfms, wie Destinationen ihr Profil im Auswahlprozess klarer, vergleichbarer und wirksamer positionieren können.

gewinnen Orientierung darüber, welche Anforderungen Veranstalter – d.h. ihre Kunden – künftig an Veranstaltungsorte stellen. Messegesellschaften und Locations wie Deutsche Messe, Hamburg Messe und Congress, Messe Berlin, Messe Frankfurt, Messe München, Messe Essen, NürnbergMesse, Messe Erfurt, H World International, der Heilbronn Bildungscampus sowie das Wissenschafts‑ und Kongresszentrum Darmstadt bringen ihre Praxiserfahrung ein. Ergänzt wird diese Perspektive durch den Europäischen Verband der Veranstaltung-Centren EVVC. Die Forschungsergebnisse werden dazu beitragen können, Entscheidungen über Investitionen, künftige Angebote und die Differenzierung im Markt zu treffen.

Mit Cventist zudem ein zentraler Technologiepartner in das Research Centre eingebunden, um etwa die Rolle von Plattformen, Datenverfügbarkeit und der Vergleichbarkeit von Angeboten im Auswahlprozess der Zukunft zu analysieren.

Durch die Bündelung all dieser Perspektiven entsteht ein ganzheitliches Bild der zukünftigen Auswahlmechanismen im Business‑Event‑Ökosystem. „Während sich traditionelle Geschäftsreisen laut jüngsten Erkenntnissen von IPK International rückläufig entwickeln, bleiben anlassbezogene Reisen zu Business Events stabil“, denkt Matthias Schultze, Managing Director des GCB. „In diesem dynamischen und insgesamt anspruchsvollen Umfeld ist es für den Tagungs- und Kongressstandort Deutschland umso bedeutender, die eigenen Angebote strategisch und evidenzbasiert zu positionieren.“ Dr. Stefan Rief, Leiter des Forschungsbereichs Organisationsentwicklung und Arbeitsgestaltung am Fraunhofer IAO: „Gleichzeitig helfen die Ergebnisse Veranstaltern, in einer von geopolitischen Herausforderungen geprägten Welt passende Veranstaltungsorte zu identifizieren. Die Forschung unterstützt somit letztlich alle Stakeholder dabei, fundierte und datenbasierte Entscheidungen zu treffen und somit ihre Rolle im Markt zukunftsfähig auszurichten.“ Quelle: GCB / CM

Bleisure-Tuurismus aufKuba bricht ein

Die Karibikinsel Kub spielt für Geschäftsreisende aus westlichen Staaten so gut wie keine Rolle. Nun soll es auch dem Leisure-Tourismus „an den Kragen gehen“. Aktuell ziehen ist internationale Hotelketten wegen der Invasionsdrohung von US-Präsident Donald Trump, wegen verschärfter US-Sanktionen und schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zunehmend aus dem Land zurück.

Auslöser der aktuellen Entwicklung ist eine neue Verordnung der US-Regierung, die am 05. Juni in Kraft getreten sein soll. Sie richtet sich gegen ausländische Unternehmen – auch Banken – mit Geschäftsbeziehungen zum kubanischen Militärkonglomerat Gaesa. Über dessen Tourismustochter Gaviota wird ein großer Teil der touristischen Infrastruktur des Landes betrieben – darunter mehr als 100 Hotels mit rund 50.000 Zimmern. Betroffen sind auch Banken. 

Hotelketten wie Iberostar aus Spanien, Royalton aus Kanada, Archipelago International (Indonesien) haben den Rückzug angetreten. Auch die spanische Hotelgruppe Meliá beendet Management- und Vermarktungsverträge für 15 Häuser, u.a. in Havanna und Varadero. Und bei Iberostar sind derzeit nur noch sechs von 19 Häusern für Urlaubsaufenthalte buchbar. Weitere internationale Betreiber haben ihren Rückzug ebenfalls angekündigt oder prüfen ihre Position auf dem Markt.

Die prekäre ökonomische Lage des von Russland gestützten Kubas schlägt inzwischen hart auf die Zahlen ausländischer Besucher durch: In den ersten vier Monaten 2026 sollen nur noch rund 329.000 internationale Reisende registriert worden sein. Quelle: Watson – kubaforen.de / CM

Hilton: Zweite Marke für Universitätsstädte 

Der US-Hotelkonzern Hilton baut sein Angebot im Bereich der Studentenhotellerie mit der Einführung von „Undergraduate by Hilton“ aus: Das ist eine neue Marke im gehobenen Mittelklassesegment, die sich an Städte mit Hochschulen und Universitäten richtet. 

Undergraduate positioniert sich als preisgünstigere Alternative zu Graduate, der gehobenen Marke, die Hilton 2024 übernommen hat. Die Marke ist darauf ausgelegt, ein breiteres Spektrum an Campus-nahen Destinationen als Graduate zu erschließen und nutzt ein Entwicklungsmodell, das sowohl Neubauten als auch Umbauten ermöglicht. 

Zu den wichtigsten Merkmalen der Undergraduate-Hotels gehören Gemeinschaftsbereiche, ein ganztägig geöffnetes Gastronomieangebot und flexible Zimmeraufteilungen mit separaten Arbeitsbereichen und flexiblem Stauraum. Hilton schätzt das langfristige Potenzial der Marke auf 400 bis 500 Hotels. Die Eröffnung des ersten Undergraduate-Hotels ist für 2027 geplant. Quelle: Hilton / CM

Verbesserte US-Hotelprognose für 2026 

CoStar, die Muttergesellschaft des Hotelanalyseunternehmens STR, und Tourism Economics haben ihre gemeinsamen US-Hotelprognosen für 2026 und 2027 nach oben korrigiert. Grund dafür ist die zu Jahresbeginn stärker als erwartet ausgefallene Nachfrage von Gruppen und Individualreisenden, 

Die Analysten prognostizieren nun ein jährliches Wachstum des Umsatzes pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) in den USA von 2,8 % im Jahr 2026 und 1,6 % im Jahr 2027. Dies entspricht einer Steigerung von 1 bzw. 0,2 Prozentpunkten gegenüber den vorherigen Prognosen. Dieses Wachstum wird maßgeblich durch den durchschnittlichen Tagespreis getragen, der voraussichtlich um 2 % im Jahr 2026 und um 1,4 % im Jahr 2027 steigen wird. Die Auslastung soll 2026 um 0,5 Prozentpunkte zunehmen; zuvor war ein Rückgang prognostiziert worden.

„Seit unserer letzten Überarbeitung hat die Branche ein anhaltendes Leistungswachstum verzeichnet, wobei die Zimmernachfrage in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 8 Millionen Übernachtungen gestiegen ist“, sagte Jan Freitag, National Director of Hospitality Analytics der CoStar Group. Auf dem Internationalen Hotelinvestitionsforum der New York University am Montag, 01. Juni 2026, erklärte Freitag, die US-Hotelbranche verzeichne derzeit ein „breit gestreutes Nachfragewachstum, insbesondere im mittleren Preissegment – ​​also gehobene, gehobene Mittelklasse und Mittelklasse“. Dies markiere eine Abkehr von den letzten Jahren, in denen sich das Nachfragewachstum in den USA hauptsächlich auf das Luxus- und gehobene Segment konzentriert habe.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Entwicklung in diesem Jahr deutlich vom Vorjahr abhebt und die Zimmernachfrage weiter steigen wird, was uns eine gewisse Preissetzungsmacht verschafft“, so Freitag weiter. Trotzdem merkte er an, dass die „soliden“ Zuwächse bei der durchschnittlichen Zimmerrate (ADR) und dem Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) nicht mit der Inflationsrate Schritt halten könnten.

Adam Sacks, Präsident von Tourism Economics, erklärte auf der NYU-Konferenz, die US-Hotelbranche stehe vor einem Wechselspiel aus positiven und negativen Einflüssen. Als negative Einflüsse nannte er die hohen Benzinpreise, die historisch niedrige Konsumstimmung und den „Einbruch des internationalen Reiseverkehrs“, insbesondere von kanadischen Besuchern.

Sacks argumentierte, dass die Widerstandsfähigkeit der Konsumausgaben durch einen robusten US-Arbeitsmarkt gestützt werde, auf dem im April über 100.000 neue Stellen geschaffen wurden, nach 185.000 im März, sowie durch „sehr solide“ Haushaltsbilanzen. Er merkte außerdem an, dass der reale Konsum trotz des stark gesunkenen Konsumklimas weiter gewachsen sei, was auf eine Entkopplung zwischen der Stimmung der Verbraucher und ihrem Ausgabeverhalten hindeute.

„Trotz der aktuellen Turbulenzen gehen wir davon aus, dass sich die positiven Faktoren durchsetzen werden“, sagte Sacks. Quelle:  CoStar / CM