FAA bittet Airlines zur Kasse

Air France und KLM Royal Dutch Airlines müssen zusammen 425.000 US-Dollar zahlen, da sie den irakischen Luftraum in einer Flughöhe durchquerten, die nach US-Bundesvorschriften untersagt ist. Obwohl beide Fluggesellschaften bei Flügen über den Irak normalerweise nicht an US-Vorschriften gebunden sind, galten diese Regeln in diesem Fall, da es sich um sogenannte „Codeshare“-Flüge in Zusammenarbeit mit Delta Air Lines handelte. Auch andere Luftfahrtunternehmen wie etwa Emirates oder Virgin Atlantic wurden zur Kasse gebeten.

Bei einem Codeshare-Flug führt eine Fluggesellschaft einen Flug unter der Kennung und Flugnummer einer anderen Airline durch. Im vorliegenden Fall nutzte Delta Air Lines ihre Kennung „DL“ sowie eigene Flugnummern für Verbindungen, die tatsächlich von Air France oder KLM durchgeführt wurden.

Codesharing ist weit verbreitet und ermöglicht es Fluggesellschaften, Tickets für Flüge zu verkaufen, die sie nicht selbst operativ durchführen. Die Einnahmen aus diesen Flügen werden zwischen den beteiligten Airlines geteilt – meist im Rahmen eines umfassenderen Joint Ventures oder einer geschäftlichen Vereinbarung.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat US-Fluggesellschaften seit Oktober 2018 untersagt, den irakischen Luftraum in bestimmten Höhen zu durchfliegen. Zunächst galt das Verbot für Flüge unterhalb von 26.000 Fuß; im Oktober 2020 hob die FAA die Mindesthöhe jedoch auf 32.000 Fuß an. Die Behörde begründete dies damit, dass Flüge unterhalb dieser Grenze „ein inakzeptables Risiko für die Sicherheit der zivilen Luftfahrt der USA“ darstellten.

Zwischen April 2022 und November 2025 führte Air France regelmäßig Langstreckenflüge über den Irak durch, die als Codeshare-Verbindungen mit Delta Air Lines fungierten. Die geplanten Flugrouten sahen dabei vor, dass die Maschinen den Irak in einer Höhe von mindestens 32.000 Fuß überfliegen sollten.

Bei 30 dieser Flüge, die sich über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren erstreckten, wies die Flugsicherung die Piloten jedoch an, auf eine Höhe unterhalb von 32.000 Fuß zu sinken – dies geschah aufgrund von „konfligierendem Flugverkehr“.

Im Zeitraum von Januar 2022 bis Mai 2025 führte KLM mehr als 100 Flüge über den Irak durch, bei denen das Unternehmen aufgrund von Vorgaben der Flugsicherung gezwungen war, unter einer Flughöhe von 32.000 Fuß zu bleiben.

Beide Fluggesellschaften argumentierten gegenüber dem US-Verkehrsministerium (DOT), dass sie keine Geldstrafe akzeptieren würden, da die Anweisung, unter 32.000 Fuß zu sinken, als „Notfallsituation“ einzustufen sei – ein Tatbestand, der laut den geltenden Bundesvorschriften eine offizielle Ausnahmeregelung darstellt. Um jedoch einen in den USA superteuren Rechtsstreit zu vermeiden, entschieden sich die Fluggesellschaften gegen ein Gerichtsverfahren und akzeptierten stattdessen eine einvernehmliche Einigung (Consent Order). Air France wurde zu einer Geldstrafe von 105.000 US-Dollar verurteilt, KLM zu einer Strafe von 320.000 US-Dollar. Von diesen Beträgen muss Air France lediglich 65.000 US-Dollar zahlen, KLM 200.000 US-Dollar. Sollten Air France oder KLM jedoch innerhalb eines Jahres nach Abschluss dieser Vereinbarung erneut gegen die Vorschriften verstoßen, wird der jeweils verbleibende Teil der Geldstrafe fällig.

2024 wurde Emirates zu einer Zahlung von 1,8 Mio. US-Dollar verpflichtet, nachdem sie im Rahmen eines Codeshare-Abkommens mit JetBlue wiederholt den irakischen Luftraum durchflogen hatte. Auch in diesem Fall hatte die Flugsicherung Emirates angewiesen, unter einer Höhe von 32.000 Fuß zu fliegen. Die gegen Emirates verhängte Strafe fiel deutlich höher aus als jene für Air France oder KLM, da das Unternehmen zuvor bereits Codeshare-Flüge mit JetBlue über den Iran durchgeführt hatte – zu einem Zeitpunkt, als ein „Notice to Airmen“ (NOTAM) der US-Luftfahrtbehörde FAA solche Flüge untersagte.

Unterdessen wurde auch Virgin Atlantic mit einer Geldstrafe von 1,05 Mio. US-Dollar belegt, weil die Fluggesellschaft im Rahmen eines Codeshare-Abkommens mit Delta den irakischen Luftraum durchflog – zu einer Zeit, als ein NOTAM der FAA US-Fluggesellschaften das Überfliegen des Irak gänzlich untersagte. Virgin Atlantic erklärte damals, die britische Luftfahrtbehörde habe ihr eigenes NOTAM, das Überflüge verbot, bereits aufgehoben. Quelle:  FAA / CM

Lufthansa darf „Green Fares“ wegen Greenwashings nicht mehr so nennen…

…Die Lufthansa sieht sich gezwungen, den Namen ihrer umstrittenen „Green Fares“ zu ändern. Ein Kölner Gericht entschied, dass diese Tarife Passagiere in dem Glauben ließen, sie könnten fliegen, ohne dabei CO₂-Emissionen zu verursachen. Dabei ist Fliegen massiv umwelt- und klimaschädlich.

Lufthansa bietet die „Green Fares“ seit 2023 an und verspricht damit ein „reueloses“ Flugerlebnis, das „zumindest CO₂-neutral, wenn nicht sogar klimaneutral“ sei. Die Fluggesellschaft gab an, die CO₂-Emissionen von Passagieren, die einen „Green Fare“-Tarif buchen, durch eine Kombination aus nachhaltigen Flugkraftstoffen und Klimaschutzprojekten auszugleichen. Aber: Bei Langstreckenflügen werden jedoch lediglich 10 % der Emissionen durch nachhaltige Flugkraftstoffe kompensiert.

Green Face ist von Gerichts wegen verboten, ersetzt wird der Tarif durch „Impact Fare. Foto: LH

Das größte Problem für Lufthansa bestand zudem darin, dass das Unternehmen nicht beziffern konnte, wie hoch der CO₂-Ausstoß einer konkreten Flugbuchung tatsächlich ist oder wie der verursachte Klimaschaden berechnet wurde.

Die Behauptung, ein Passagier könne seine Reise durch die Buchung eines „Green Fare“-Tarifs „klimaneutral“ gestalten, sei „unstreitig nicht wahr“, so das Gericht. Das Urteil stammt aus dem März 2025; da es jedoch nicht sofort rechtskräftig war, konnte Lufthansa die „Green Fares“ zunächst weiter vermarkten, während das Unternehmen die Entscheidung des Gerichts prüfte.

Am Freitag kündigte Lufthansa eine grundlegende Überarbeitung ihrer „Green Fares“ an. Die Bezeichnung wurde gestrichen; künftig vermarktet die Fluggesellschaft diese Angebote unter dem Namen „Impact Fares“. „Der neue Name unterstreicht noch deutlicher den Beitrag der Kunden zu mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt und trägt damit neuen regulatorischen Anforderungen an die Umweltkommunikation Rechnung“, erklärte ein Lufthansa-Sprecher in einer etwas vagen Stellungnahme.

Lufthansa hat die Aussagen zu ihren „Impact Fares“ nun präziser gefasst. Anstatt zu versprechen, Emissionen auszugleichen oder das Fliegen klimaneutral zu gestalten, teilt die Fluggesellschaft mit: „Mit der Wahl eines ‚Impact Fare‘ unterstützen Passagiere den zusätzlichen Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) im Streckennetz der Lufthansa Group.“ „Zudem leisten sie einen Beitrag zu ausgewählten Klimaschutzprojekten außerhalb der Wertschöpfungskette des Unternehmens. Je nach Projekt zielen diese darauf ab, CO₂ zu vermeiden oder der Atmosphäre zu entziehen.“

Die Lufthansa Group informiert ihre Kunden natürlich nicht darüber, dass sie aus juristischer Sicht  die Umbenennung ihres Tarifs Green Fare in Impact Fare vornehmen musste. Sie schreibt, dass der neue Name künftig noch stärker den Beitrag der Kunden für mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt betont und damit neuen regulatorischen Anforderungen an Umweltkommunikation Rechnung trägt.  Den Impact Fare können Kunden bei den Fluggesellschaften der Lufthansa Group in allen Reiseklassen buchen.

So funktioniert der Impact Fare. Für jede Impact Fare Buchung bringt die Lufthansa Group innerhalb von sechs Monaten nach Abflug eine zusätzliche SAF-Menge in den Flugbetrieb ein. Diese bemisst sich für Flüge innerhalb Europas an 20 % der geschätzten flugbezogenen CO₂-Emissionen. Zusätzlich unterstützt der Tarif Klimaschutzprojekte. Die Höhe des Beitrags orientiert sich an den verbleibenden 80 % der geschätzten flugbezogenen CO₂-Emissionen. Auf interkontinentalen Strecken liegt das Verhältnis bei 10:90 % . Darüber hinaus erhalten Fluggäste zusätzliche Meilen und Points. Je nach Buchungsklasse und Reiseziel beinhaltet der Impact Fare zudem flexiblere oder gebührenfreie Umbuchungsmöglichkeiten. Mehr als 5 Mio. Fluggäste haben den Tarif bis heute gebucht. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Lufthansa für ihr Vorgehen in die Kritik gerät – von Klimaaktivisten wird es als „Greenwashing“ bezeichnet. 2023 erhielt die Fluggesellschaft eine Rüge der britischen Werbeaufsichtsbehörde (Advertising Standards Authority) wegen einer Werbeanzeige, die „irreführende“ Angaben zum Umweltschutz enthielt. Der Streit drehte sich um eine Printanzeige mit dem Slogan: „Lufthansa Group. Connecting the world. Protecting its future.“ Die Werbeaufsichtsbehörde erklärte, Verbraucher würden den Slogan wahrscheinlich als „umweltbezogene Aussage“ verstehen – im Sinne eines Ansatzes der Lufthansa, durch ihre Art zu fliegen die Zukunft der Welt zu schützen. Lufthansa hingegen argumentierte, der Slogan sei lediglich ein Leitbild und kein konkretes Versprechen.

Austrian Airlines, ein Tochter-Unternehmen der Lufthansa Group, wurde nach einem Gerichtsverfahren im Jahr 2023 dazu verpflichtet, ein Gerichtsurteil zu veröffentlichen, in dem das Unternehmen des „Greenwashings“ für schuldig befunden wurde.

Die Fluggesellschaft musste das Urteil auf der Startseite ihrer globalen Website veröffentlichen, nachdem sie übertriebene Behauptungen aufgestellt hatte, einen CO₂-neutralen Flug unter Verwendung von „100 % nachhaltigem Flugkraftstoff“ (Sustainable Aviation Fuel) durchgeführt zu haben. Quelle: CM / Lufthansa

Riyadh Air verlagert ihre Basis von Riad an einen 400 km entfernten Flughafen

Die neue, mit Milliardeninvestitionen ausgestattete saudische Fluggesellschaft „Riyadh Air“ operiert nicht mehr von der Stadt aus, der sie ihren Namen verdankt. Die Airline hat einen Teil ihrer hochmodernen Boeing 787-9 Dreamliner 400 km in nordwestlicher Richtung in die Stadt Al-Qasim verlegt, um von dort aus wieder Flüge zu wichtigen Zielen anbieten zu können.

Bisher war Riyadh Air am King Khalid International Airport (RUH) in Riad stationiert  – dem wichtigsten Drehkreuz für die saudische Hauptstadt. Doch der Flughafen wurde durch verheerende Raketenangriffe, bei denen über mehrere Tage hinweg 15 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt wurden, schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach einem direkten Treffer auf das Terminalgebäude am 10. Oktober 2026 wurde der Betrieb vollständig eingestellt; eine eingeschränkte Wiederaufnahme war erst acht Tage später möglich. Viele Fluggesellschaften haben daraufhin verzichtet, die für die Durchführung kommerzieller Passagierflüge an diesem Airport erforderliche Sondergenehmigung zu beantragen. Hauptgrund hierfür ist, dass Huthi-Rebellen aus dem benachbarten Jemen damit gedroht haben, weiterhin zivile Luftfahrtziele in ganz Saudi-Arabien anzugreifen – wobei der King Khalid Airport in Riad als primäres Ziel gilt.

Infolge des Angriffs vom 10. Oktober stellte Riyadh Air den gesamten Flugbetrieb ein und verlegte ihre brandneuen 787 Dreamliner aus der Stadt. Da der Betrieb am King Khalid Airport weiterhin massiv beeinträchtigt ist, stand die Fluggesellschaft vor der Wahl: Entweder die Flugzeuge am Boden lassen und riskieren, dass sie zerstört werden, oder einen alternativen Flughafen für den Flugbetrieb finden. Riyadh Air hat sich für die zweite Option entschieden und angekündigt, den Flugbetrieb ab Al Qassim am 25. Oktober wieder aufzunehmen – mit Verbindungen nach Kairo (CAI), Dhaka (DAC), Dschidda (JED), London Heathrow (LHR), Lahore (LHE) und Islamabad (ISB). Passagiere, die auf einer dieser Verbindungen gebucht sind, können einen kostenlosen Shuttle-Service nutzen, der am InterContinental Durrat Al Riyadh startet; die Fahrt durch die saudi-arabische Wüste dauert etwa dreieinhalb Stunden.

Riyadh Air a hat u.a. sechs A350-1000 bestellt. Foro RA

Riyadh Air, dessen Gründung 2023 bekannt gegeben wurde, plante ursprünglich, Ende 2024 mit einer brandneuen Flotte von Boeing 787-9 Dreamlinern den kommerziellen Flugbetrieb aufzunehmen. Aufgrund von Lieferverzögerungen verschob sich der Zeitplan jedoch erheblich; das erste neue Flugzeug wurde erst im Juni 2026 an die Fluggesellschaft übergeben. Inzwischen hat Riyadh Air acht Boeing 787-9 Dreamliner erhalten und eine Reihe von Strecken ab dem King Khalid Airport eröffnet – u.a. nach Manchester, London-Heathrow, Madrid, Kairo, Islamabad, Lahore, Mumbai, Dhaka, Kuala Lumpur, Mailand, Jakarta, Dubai, Bangkok, Manila und Dschidda.

Der Haken: Auch die neue Basis Al Qassim liegt in Reichweite ballistischer Raketen der Huthi-Rebellen. Die US-Botschaft in Riad rät US-Bürgern daher zu „äußerster Vorsicht“, sollten sie sich für einen Flug von einem beliebigen Flughafen in Saudi-Arabien entscheiden. In einer aktuellen Warnung vom 21. Oktober erklärte die US-Botschaft: „Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben Feindseligkeiten gegen Saudi-Arabien verübt, darunter Angriffe auf zivile Flughäfen und andere kritische Infrastrukturen, die zu zivilen Opfern und erheblichen Beeinträchtigungen des Reiseverkehrs geführt haben. Diese Feindseligkeiten könnten schnell über das unmittelbare Gebiet hinaus eskalieren.“ Aufgrund der anhaltenden Bedrohung wurden bereits einige Mitarbeiter der US-Botschaft und deren Familien aus Saudi-Arabien evakuiert.

Als der Iran Anfang des Jahres Raketen und Kamikaze-Drohnen auf seine Nachbarländer abfeuerte, verlegten mehrere Fluggesellschaften aus der Region ihren Betrieb nach Saudi-Arabien, da das Königreich zu diesem Zeitpunkt sicherer war als ihre eigenen Heimatländer. So verlagerte beispielsweise Gulf Air ihren Betrieb von ihrem Drehkreuz in Bahrain nach Dammam – das über einen Damm mit Bahrain verbunden ist –, während auch Kuwait Airways ihren Flugbetrieb von Saudi-Arabien aus wieder aufnahm.

Seit den Angriffen auf den Flughafen Riad (RUH) Anfang des Monats ist es den Huthi-Rebellen zudem gelungen, den King Fahd International Airport in Dammam anzugreifen; dabei kamen zwei Menschen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt, und es entstand hoher Sachschaden. Der Flugbetrieb am King Fahd International Airport wurde inzwischen wieder aufgenommen. Quelle: Riyadh Air / CM

Western Sydney InternationalAirport startet Samstag, 24. Oktober 2026

Nach Jahrzehnten der Planung ist es so weit: Am 25. Oktober 2026 eröffnet der Western Sydney International (Nancy-Bird Walton) Airport. Das 3,1 Mrd.-Euro-Projekt verspricht modernste Architektur und ein 24-Stunden-Drehkreuz. Mit Blick auf die Region West-Sydney, deren Bevölkerung in den nächsten zehn Jahren auf rund 3,2 Mio. Menschen anwachsen soll, setzt der Betreiber auf langfristiges Potenzial. Ein zentraler Vorteil gegenüber dem Kingsford Smith Airport: Der WSI kennt kein Nachtflugverbot.

Es ist der erste auf einer grünen Wiese errichtete Flughafen Australiens seit mehr als 50 Jahren. Das Gelände nahe dem Vorort Badgerys Creek, 45 km westlich des Stadtzentrums von Sydney, – über 1.800 Hektar Fläche – wurde architektonisch eindrucksvoll inszeniert. In enger Zusammenarbeit mit den Ältesten der Dharug-Community geformt, beeindrucktt das Terminal durch raumhohe Fenster, Naturmaterialien und eine markante Sandsteinwand, die die Kultur der First Nations feiert. Bis zum Jahr 2035 sollen am Airport ca. 35.000 Menschen Arbeit finden.

Der WSI soll eines Tages den bisherigen Airport von Sydney ersetzen Foto WSI
Der neue Western Sydney International Airport soll den bestehenden Flughafen Sydney entlasten und langfristig zum wichtigsten Luftfahrt-Drehkreuz der australischen Metropole werden. Bild: HO

Der Western Sydney International Airport (IATA-Code: WSI) soll den bestehenden Kingsford Smith Internartional Airport entlasten und ist vorrangig für den internationalen Verkehr konzipiert. Aufgrund der erwarteten Verdopplung der Passagierzahlen im Großraum Sydney in den kommenden zwei Jahrzehnten und der fehlenden Möglichkeit, den bisherigen Internationalen Flughafen weiter auszubauen, wurde bereits in den späten 1980er Jahren ein Gelände in Badgerys Creek im australischen Bundesstaat New South Wales für einen Flughafenneubau diskutiert. Die Baugenehmigung wurde aber erst 2016 erteilt und 2020 sowie 2021 in Bezug auf Umweltauflagen und die zu bauende neue Metrolinie geringfügig modifiziert. Der Baubeginn war im September 2018.  

2020 verkündete die damalige australische Bundesregierung, den Flughafen nach der Flugpionierin Nancy Bird-Walton zu benennen, die als jüngste Australierin eine Fluglizenz erworben hatte. 

Der Flughafen wird zum Zeitpunkt der Eröffnung über eine Start- und Landebahn sowie ein Terminal verfügen. Damit wird es nach Betreiberangaben möglich sein, bis zu 10 Mio. Passagiere abzufertigen. In der Ausbaustufe bis 2050 soll der Flughafen um weitere Terminals und eine zweite, parallel verlaufende Bahn erweitert werden und dann eine endgültige Kapazität von 82 Mio. Passagieren haben. Aufgrund der Lage wird es am Western Sydney Airport kein Nachtflugverbot geben, womit ein 24-Stunden-Betrieb möglich sein wird. Der Flughafen wird über eine neu gebaute Autobahn und eine verlängerte Metrolinie mit der Innenstadt von Sydney verbunden sein.[

Infrastruktur. Zu den größeren Infrastrukturplänen gehört der Ausbau der Northern Road, welche den Flughafen im Westen und Süden umschließt. Weiterhin ist ein Ausbau der Bringelly Road und des Elizabeth Drive geplant. Mit der 16 km langen mautfreien M12 entsteht eine neue Autobahn, mit deren Bau im August 2022 begonnen wurde. Ein weiteres bedeutendes Infrastrukturprojekt ist die in der Realisierung befindliche neue, 23 km langen Metrolinie, die von St Marys aus die bereits bestehende Linie T1 mit dem Flughafen verbindet. Sie soll 2027 eröffnet werden. Bis dahin sichern Shuttlebusse den Transfer nach Parramatta, ins Stadtzentrum sowie zum bestehenden Hauptflughafen. Vor Ort erwartet Passagiere zudem ein umfassendes Shopping-Angebot in Kooperation mit Lagardère AWPL.

Zunächst überschaubares Flugangebot. Zum Auftakt bleibt das Flugangebot überschaubar. Den Premierenflug absolviert die Qantas-Tochter Jetstar am Eröffnungssonntag Richtung Gold Coast. In den Folgetagen ziehen internationale Partner nach: Air New Zealand startet am 26. Oktober Richtung Auckland, Singapore Airlines folgt im November. Weitere Airlines wie Vietjet Air, Fiji Airways, Qantas und Qatar Airways haben Verbindungen bis Ende 2027 angekündigt.

Die verhaltene Kapazitätsaufstockung spiegelt globale Branchenherausforderungen wider – von hohen Treibstoffpreisen bis hin zu Flugzeugengpässen. Branchenkenner und Verkehrsexperten mahnen daher, dass die Nachfrage Zeit brauchen werde, um sich einzupendeln.

Premium-Reisen beginnt schon vor dem Boarding am WSI. Der internationale Premium-Reiseverkehr ab Western Sydney startet mit der Eröffnung der neuen internationalen Lounge des WSI. Die von dnata betriebene Rayleigh Lounge öffnet im November, rechtzeitig zur Hauptreisezeit (in Australien ist dann Sommer) , und heißt berechtigte Passagiere von Singapore Airlines willkommen,  sobald diese am 23. November tägliche Nonstop-Flüge zwischen WSI und dem Flughafen Singapur Changi aufnimmt. Auch Kunden der anderen internationalen Airline-Partner von WSI erhalten in den kommenden Monaten Zugang zu dieser exklusiven Lounge, sobald deren jeweilige Verbindungen starten. 

Die Rayleigh Lounge befindet sich auf der Mezzanine-Ebene (Zwischengeschoss) des Terminals und bietet einen weiten Blick über das Flugfeld bis hin zu den Blue Mountains. Sie vereint modernes australisches Design und erstklassige Gastfreundschaft mit dem unverwechselbaren Flair von Western Sydney. WSI-CEO Simon Hickey sagte, die Lounge werde ein wichtiger Bestandteil des gehobenen Reiseerlebnisses sein, das Passagiere von Sydneys neuem 24-Stunden-Flughafen erwarten könnten. Die Lounge ist so konzipiert, dass sie in den kommenden Jahren mit WSI, seinen Airline-Partnern und den von ihnen bedienten Passagieren mitwachsen kann.

Die Rayleigh Lounge bietet Reisenden einen einladenden Ort zum Essen, Arbeiten oder Entspannen vor ihrem Flug – mit durchdachtem Design, erstklassigem Service und Blick auf die zum Weltkulturerbe gehörenden Blue Mountain. Die von COX Architecture entworfene Rayleigh Lounge ist von der Cumberland Plain und den Blue Mountains inspiriert und schafft eine entspannte und natürlich moderne Atmosphäre im Westen Sydneys. Sie präsentiert Möbel des renommierten, in Sydney ansässigen Designers Tom Fereday, darunter maßgefertigte Stücke, die Komfort, Funktionalität und zeitgenössisches australisches Design vereinen. Brooke Lloyd, Partnerin bei COX Architecture, sagte: „Sowohl im Terminal als auch jetzt in der Lounge haben wir die Innenräume von außen nach innen gestaltet. In der Lounge können die Passagiere die gesamte Region überblicken, vom Flugfeld bis zur Cumberland Plain und den Blue Mountains. Die Farbpalette haben wir an dieser Aussicht ausgerichtet, insbesondere an dem Farbverlauf vom Buschland zum blauen Dunst, der der Rayleigh Lounge ihren Namen gibt.“

Die Farbpalette haben wir um diese Aussicht herum entwickelt, insbesondere um den Farbverlauf. Unser Lounge-Design ist eine natürliche Erweiterung des gemeinsam mit ZHA entwickelten Terminalkonzepts. Die warme, erdige Farbpalette ist von der umliegenden Landschaft inspiriert. Vom ersten Moment an, in dem die Passagiere eintreten, sollen sie spüren, dass sie sich im Westen Sydneys befinden.“ Der australische Designer Tom Fereday: „Letztendlich wollten wir einen Raum schaffen, den die Menschen so gerne nutzen wie ihre Möbel zu Hause.“ Der Fokus lag auf natürlichen Materialien und weichen, haptischen Formen, um dem Raum eine Oase der Ruhe zu verleihen – einen Ort der Entspannung inmitten der Hektik des Reisens. Warme, dunkle Holztöne verleihen den Lounge-Elementen eine besondere Haptik, die mit der Zeit durch die Nutzung eine Patina entwickelt. Verschiedene Bereiche, darunter separate Lounge- und Essbereiche, eine Bar und eine offene Küche, decken die Bedürfnisse von Alleinreisenden, Familien und Gruppen ab. Schnelles WLAN, integrierte Ladestationen und drei private Duschkabinen ermöglichen es den Passagieren, vor dem Abflug zu arbeiten, zu entspannen oder sich zu erfrischen.

Betreiber der Lounge ist der globale Luftfahrtdienstleister dnata. Das gehobene Speisen- und Getränkeangebot wird im Laufe des Tages an den 24-Stunden-Flugplan des Flughafens angepasst. Laut Burt Sigsworth, Geschäftsführer von dnata Airport Operations Australia, wird die Rayleigh Lounge mit rund 80 Sitzplätzen eröffnet und ist für eine Erweiterung auf etwa 130 Plätze ausgelegt. Das WSI-Terminal verfügt zudem über Flächen für weitere internationale und nationale Lounge-Angebote, die je nach steigender Nachfrage von Fluggesellschaften und Passagieren in den kommenden Jahren realisiert werden können. Quelle: WSI / CM

United: Das Geschäfts mit Business Travellern wächst kräftig

Die Einnahmen von Lufthansa-Partner United Airlines aus dem Geschäftsreiseverkehr im dritten Quartal 2026 stiegen im Jahresvergleich um 22 %, wobei die Erträge pro Einheit (Yields) um 15 % zulegten. Die Einnahmen aus vertraglich vereinbarten Geschäftsreisen wuchsen um 26%, Erfreuliche Zahlen, die Andrew Nocella, Chief Commercial Officer von United Airlines, im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den Geschäftsergebnissen mitteilte. 

Höhere Flugpreise haben die Nachfrage von Geschäftsreisenden nicht gebremst. Nocella erklärte dazu: „Wir gehen davon aus, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass die Flugpreise – ebenso wie andere Reisekostenkomponenten – über viele Jahre hinweg hinter der allgemeinen Inflationsrate zurückgeblieben sind.“

Die Einnahmen aus Premium-Klassen (einschließlich „Economy Plus“) stiegen um 17 %; dies bei einer Kapazitätsausweitung von 2,5 %. Die Einnahmen aus den übrigen Klassen nahmen um 18,4 % zu, bei einer Kapazitätssteigerung von 0,5 %.

„Das Premium-Segment entwickelt sich weiterhin stark; die Auslastung in den Premium-Kabinen liegt im Jahresvergleich um etwas mehr als einen halben Prozentpunkt höher und ist gegenüber 2019 um 3,6 Prozentpunkte gestiegen“, so Nocella. Er ergänzte, dass die Auslastung im Geschäftsreisebereich im Quartal um fast einen Prozentpunkt zugenommen habe.

United Airlines meldet starkes Geschäftsreisesegment. Foto: United

Nocella berichtete zudem, dass der Bereich „Loyalty“ (Kundenbindungsprogramme) „ein weiteres starkes Quartal“ verzeichnete, mit einem Anstieg der Einnahmen um 17 % gegenüber dem Vorjahr.

Auf die Frage eines Analysten zu den kürzlich eingeführten, gestaffelten Tarifkategorien in den Premium-Klassen – die in jeder Kabinenkategorie einen „Basis“-Tarif vorsehen – antwortete Nocella: „Die Raten für Upgrades (bzw. den Wechsel in eine höhere Tarifkategorie) sind außerordentlich hoch. Die Kunden wissen genau, was sie kaufen; wir legen dies sehr transparent dar. … Es ist für uns von wirklich enormer Bedeutung – weit mehr, als vielen bewusst ist.“

Starlink-WLAN. United gab zudem bekannt, dass Starlink-WLAN in mehr als 635 Flugzeugen der Hauptflotte sowie bei United Express installiert worden ist – das entspricht fast der Hälfte der täglichen Flüge. Die Installationen sollen bis Ende 2027 vollständig abgeschlossen sein. „Während Starlink für alle unsere Kunden wichtig ist, ist es für unsere Geschäftskunden von entscheidender Bedeutung. Wir gehen davon aus, dass diese Kundengruppe im Jahr 2027 ein wesentlicher Treiber für das Umsatzwachstum und die Steigerung unseres Marktanteils sein wird“, so Nocella weiter.

Kennzahlen von United für das dritte Quartal 2026. Der Passagierumsatz von United stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um fast 18 % auf mehr als 16,2 Mrd. US-Dollar. Der Gesamtumsatz nahm um mehr als 17 % auf rund 17,9 Mrd. US-Dollar zu. Der Nettogewinn überstieg 1 Mrd. US-Dollar – ein Anstieg gegenüber den 949 Mio. US-Dollar, die im Vorjahreszeitraum verzeichnet wurden.

Der Passagierumsatz auf Inlandsflügen stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um fast 20 % auf 9,7  Mrd. US-Dollar, während der Umsatz auf internationalen Strecken um mehr als 14 % auf 6,5 Mrd. US-Dollar zunahm. Auf Europa-Strecken stieg der Passagierumsatz um mehr als 13 % auf über 3,3 Mrd. US-Dollar. Auf den Strecke von und nach Lateinamerika verzeichnete United einen Anstieg des Passagierumsatzes um 24 % auf mehr als 1,3 Mrd. US-Dollar.

Die Kapazität nahm im dritten Quartal im Jahresvergleich um 1,3 % zu. Die durchschnittlichen Treibstoffkosten beliefen sich im Quartal auf 3,90 US-Dollar pro Gallone, verglichen mit 2,43 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. United rechnet für das vierte Quartal mit durchschnittlichen Treibstoffkosten von 4,80 US-Dollar pro Gallone. Quelle: United / CM

Mehr Sicherheitsmaßnahmen den deutschen Airports

Nach dem erneuten Sicherheitsvorfall am Flughafen Leipzig/Halle – diesmal verursacht duch zwei junge Syrer – fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die Flughafenbetreiber auf, endlich in moderne Sicherheitstechnik investieren. Die wiederholten Ereignisse an deutschen Flughäfen zeigen deutliche Defizite bei der Absicherung kritischer Infrastrukturen.

Dazu der Bundesvorsitzende der DPolG, Heiko Teggatz: „Wenn Unbefugte auf das Flughafengelände gelangen können, liegt das Problem nicht bei der Bundespolizei, sondern bei unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen des Betreibers. Es reicht nicht aus, Flughäfen lediglich auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestniveau zu sichern. Betreiber müssen deutlich stärker in moderne Zaunsysteme, Sensorik, intelligente Kameratechnik und automatische Alarmierungssysteme investieren.“

Die DPolG verweist darauf, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen sei, in sensible Sicherheitsbereiche deutscher Flughäfen einzudringen. „Der Schutz deutscher Airports weist erhebliche Defizite auf. Statt nach jedem Vorfall neue Diskussionen zu führen, müssen die Betreiber endlich in moderne Sicherheitstechnik investieren“, fordert Teggatz.

Als positives Beispiel nennt der DPolG-Bundesvorsitzende den Rhein-Main-Airport Frankfurt. Dort werden moderne digitale Videotechnik, intelligente Detektionslösungen und weitere Schutztechnologien bereits erfolgreich eingesetzt. An diesem Standard sollten sich auch andere deutsche Flughäfen orientieren.

Teggatz: „Deutschland bewegt sich beim physischen Schutz vieler kritischer Infrastrukturen häufig nur auf einem Mindestniveau. Andere Staaten investieren deutlich stärker in moderne Sicherheitstechnologien. Dabei stehen die technischen Möglichkeiten längst zur Verfügung.“

Die DPolG spricht sich zudem für eine deutliche Verschärfung der Anforderungen an Flughafenbetreiber aus. Dort, wo nachweislich unzureichende Sicherheitsmaßnahmen bestehen oder wiederholt Sicherheitslücken festgestellt werden, müssen Bußgelder möglich sein.

Manuel Ostermann, Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, ergänzt:

„Die Bundespolizei nimmt ihren Auftrag zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung weiterhin mit höchstem Engagement wahr. Nachhaltige Sicherheit an Flughäfen kann jedoch nur erreicht werden, wenn die notwendigen Investitionen in moderne Schutztechnik endlich umgesetzt werden. Wer kritische Infrastruktur betreibt, muss auch die finanziellen Mittel für deren Schutz bereitstellen. Sicherheit darf nicht erst dann hergestellt werden, wenn der Schaden bereits eingetreten ist.“ Quelle: DPoIG / CM

Lufthansa verabschiedet letzten Airbus A340-600 

Mit der Landung von Flug LH419 von Washington Dulles International Airport (IAD) nach Frankfurt(Main (FRA) wurde der Abschiedsflug in der Nacht vom 18. auf 19. Oktober 2026 durchgeführt. Nach acht Stunden und fünf Minuten landete das Flugzeug mit der Kennung D-AIHW mit 267 Passagieren und 15 Crewmitgliedern an Bord pünktlich am Frankfurter Flughafen. Danach stellte Lufthansa den Airbus A340-600 nach 23 Jahren kommerziellen Betriebs außer Dienst.

An Bord gab es langanhaltenden Applaus. Viele der Gäste hatten sich eigens ein Ticket gekauft, um an diesem besonderen Flug teilzunehmen. Alle Passagiere erhielten ein eigens erstelltes Abschiedsbüchlein als Geschenk. Kapitän des letzten Fluges war Francesco Sciortino, Mitglied des Bereichsvorstands Lufthansa Airlines und Hubmanager Frankfurt, der die A340-600 selbst seit vielen Jahren fliegt.

Mit dem Vierstrahler wurden in 23 Jahren mehr als 40 Mio. Gäste sicher quer über den Globus geflogen. Am 25. November 2003 übernahm Lufthansa ihr erstes Exemplar der A340-600 — die D-AIHB, die 2004 auf den Namen „Bremerhaven“ getauft wurde. Mit 75,30 Metern war die A340-600 damals das längste Verkehrsflugzeug der Welt. Insgesamt betrieb die Lufthansa 24 Flugzeuge dieses Typs. Erste Ziele im Lufthansa Streckennetz waren Buenos Aires und Santiago de Chile.

Die LH A340-600 ist seit 19. Oktober 2026 Geschichte. Foto Lufthansa

In den folgenden zwei Jahrzehnten schrieb die A340-600 bei Lufthansa Geschichte: Sie flog u.a. für die Klimaforschung im Rahmen des CARIBIC-Projekts und brachte die deutsche Fußballnationalmannschaft zur erfolgreichen Weltmeisterschaft nach Brasilien. Im März 2022 kehrte sie als erstes Flugzeug nach dem pandemiebedingten Grounding nach Washington D.C. zurück.

Die Außerdienststellung der A340-600 ist Teil der größten Flottenmodernisierung in der Geschichte von Lufthansa.Neben der A340-600 fliegen auch der Airbus A340-300, der Airbus A330-200 und die Boeing 747-400 bis 2027 in den Ruhestand. In den letzten Jahren galten die A340 nicht gerade als besonders wirtschaftlich. Insbesondere ihr Treibstoffkonsum ging so richtig ins Geld.

An ihre Stelle treten hochmoderne Airbus A350-1000 und Boeing 777-9. Diese Flugzeuge sind leiser und verbrauchen laut Herstellerangaben 30 % weniger Kerosin und stoßen entsprechend weniger Emissionen aus. 18 Boeing 787-9 sind bereits im Einsatz, weitere 11 Jets dieses Typs werden bis 2027 ausgeliefert. 

Bis 2028 werden voraussichtlich 70 % der Langstreckenflotte von Lufthansa aus Flugzeugen der nächsten Generation bestehen – ein wichtiger Hebel für mehr Effizienz und Komfort. Weniger Typenvielfalt bedeutet zugleich weniger Komplexität in der Wartung, Planung und Schulung und damit eine wirtschaftlich tragfähigere Basis für die Zukunft.

Werdegang des A340. Der Airbus A340 ist ein vierstrahliges Großraumflugzeug von Airbus. Der Erstflug fand am 25. Oktober 1991 in der Version A340-300 statt. Der Tiefdecker war das erste Verkehrsflugzeug von Airbus mit vier Triebwerken und das erste zivile Großraumflugzeug weltweit mit digitaler Fly-by-Wire-Steuerung. Der Die Endmontage der A340 fand in Toulouse auf einer gemeinsamen Taktstraße zusammen mit der A330 statt. Bis Mai 2013 wurden alle 377 bestellten Flugzeuge dieses Typs ausgeliefert, von denen Ende August 2025 noch 187 im Dienst waren. Am 10. November 2011 gab Airbus bekannt, die Produktion der vierstrahligen A340 einzustellen. Nachfolgemodrll ist der effizientere zweistrahlige A350. 

Mit dem A 340 umging man, wie bei der ebenfalls vierstrahligen B 747die ETOPS-Einschränkungen. Das gab den Fluggesellschaften neben der Treibstoffersparnis ein Argument zur Beruhigung ggf. besorgter Passagiere. Noch in den späten 1990er-Jahren wurde mit diesen Argumenten geworben, als die mit zwei Triebwerken auf den Markt kommende Boeing 777 der A340 Konkurrenz machte.

Als in den 1990er-Jahren und insbesondere ab 2001 de Ölpreis immer mehr zu steigen begann und gleichzeitig die ETOPS-Regelungen für die im gleichen Marktsegment operierenden, zweistrahligen Boeing 777 immer großzügiger wurden, trat der größte Vorteil des Vierstrahlers, an keine Beschränkungen gebunden zu sein, immer mehr in den Hintergrund und die Nachteile des Konzepts wurden immer deutlicher: Vier Triebwerke benötigen mehr Kontrollsysteme, verursachen mehr Gewicht, höhere Wartungskosten und verbrauchen mehr Kerosin. Seinerzeit gewann Airbus-Konkurrent Boeing immer mehr Aufträge für die Tripleseven, während Airbus die A340 seltener verkaufen konnte: 2005 verkaufte das Unternehmen beispielsweise nur 15 Jets, während Boeing im selben Zeitraum 154 Bestellungen für die B 777 erhielt. Airbus reagierte schließlich darauf sowie auf die neuen Boeing Dreamliner mit der Entwicklung des zweistrahligen Langstreckenflugzeugs A350.

Airbus erhielt insgesamt 377 Aufträge (375 Auslieferungen). Davon waren 246 A340-200/300, die alle ausgeliefert wurden, und 131 A340 der Versionen -500 und -600, von denen bis 30. November 2011 129 Exemplare an die Kunden übergeben wurden. Die letzte A340-600 wurde am 04. August 2010 an Iberia ausgeliefert.

Der A340-600 war bis zum Erstflug der B 757-8 das längste Passagierflugzeug der Welt. Mit 75,30 Metern ist das Flugzeug über zwei Meter länger als der A 380 (dem Flugzeug mit der größten Passagierkapazität). Sie hat eine Reichweite von 13.900 km und kann dabei bis zu 380 Passagiere in drei Klassen oder bis zu 419 in zwei Klassen befördern. 

Als Triebwerke werden vier 249 kN starke Rolls Royce Trent-500-Turbofans verwendet. Wegen der hohen Startmasse ist das zusätzliche Fahrwerk in der Mitte des Rumpfes (Center Gear) bei der A340-500 und -600 zweiachsig.

Bei einigen Konfigurationen der Familie A330/A340 können Passagiere das Unterdeck betreten: Airbus bietet als Option zur Steigerung der Sitzplatzanzahl die sogenannten Lower Deck Facilities an. In dieser Konfiguration wird eine Fläche des Frachtraums, etwa auf Höhe des Flügels, durch Wände abgetrennt und durch einen Treppenaufgang mit dem Passagierraum verbunden und so Raum für die sanitären Anlagen des Hauptdecks geschaffen. Je nach Konfiguration können somit vier bis sechs zusätzliche Reihen verbaut werden. Im Falle des A340-600 weisen alle Flugzeuge dieses Typs der Lufthansa diese besondere Konfiguration auf. Quelle: Lufthansa / CM

Kontaktlose Grenzkontrollen an britischen Airports

An 13 britischen Flughäfen wird die Einreise künftig dank biometrischer Technologie ohne Pass-Scan möglich.

Das Vereinigte Königreich hat mit der Einführung kontaktloser Grenzkontrollen an 13 internationalen Flughäfen begonnen. Den Anfang macht der East Midlands Airport. Der Flughafen East Midlands ist ein ziviler Flughafen in der Grafschaft Leicestershire und liegt rund 70 km nordöstlich von Birmingham. Im näheren Umkreis befinden sich die Städte Derby, Nottingham und Leicester.  Zum Einsatz kommen die sogenannten Seamless Gates des Technologieanbieters Amadeus.

Die neue Technologie ermöglicht es berechtigten Reisenden, die Grenzkontrolle ohne das bisher erforderliche Scannen des Reisepasses zu passieren. Sobald sich eine Person dem eGate nähert, wird ein Foto aufgenommen und mit bereits verifizierten Einreise-, Reise- und Passdaten abgeglichen. Sind alle Prüfungen erfolgreich, öffnet sich das Gate automatisch.

Seamless Gates von Amadeus ©Amadeus

Nur wenn zusätzliche Kontrollen erforderlich sind, müssen Reisende ihren Pass auf das Lesegerät legen oder sich an die britische Grenzschutzbehörde UK Border Force wenden. Die kontaktlose Grenzkontrolle steht zunächst nur britischen Staatsangehörigen zur Verfügung. Im weiteren Verlauf sollen auch Reisende aus anderen Ländern das Verfahren nutzen können.

Die Umstellung erfolgt schrittweise und soll bis Anfang 2027 abgeschlossen sein. Die Amadeus Seamless Gates sind künftig an folgenden 13 Flughäfen verfügbar: Birmingham, Bristol, Cardiff, East Midlands, Edinburgh, London-Gatwick, Glasgow, London-Heathrow, London-City, London-Luton, Manchester, Newcastle und Stansted.

Grundlage für die Einführung ist ein langfristiger Vertrag zwischen Amadeus, dem britischen Innenministerium und der UK Border Force.

Mit der neuen Technologie sollen die Abfertigungsprozesse beschleunigt, die Kapazitäten erhöht und gleichzeitig die Sicherheitsstandards aufrechterhalten werden. Bereits seit Sommer 2026 dürfen zudem Kinder ab acht Jahren die automatisierten Grenzkontrollen nutzen. Quelle: UK Civil Aviation Authority (CAA) / CM

Emirates will Mailand zu seinem Mini-Hub ausbauen

Emirates strebt eine Ausweitung ihrer Flugrechte in Italien an. Konkret soll die Airline aus Dubai die Erlaubnis für weitere sogenannte Fifth Freedom-Flights  von Mailand aus in Richtung Amerika beantragt haben – ein erster Vorschlag sah dabei eine Verbindung nach Lima (Peru) vor.

Dieser Flug nach Lima – bei dem Emirates eine Strecke von Dubai über Mailand nach Lima bedienen würde – ist Berichten zufolge nur der erste Schritt einer weitaus umfassenderen Expansionsstrategie, die Emirates für Italien plant.

„Flüge der fünften Freiheit“ ermöglichen es einer Fluggesellschaft, für jeden Teilabschnitt der Reise Tickets zu verkaufen. Im vorliegenden Fall könnte Emirates also Flugtickets für die Strecken Dubai–Mailand, Dubai–Lima sowie Mailand–Lima anbieten.

Emirates nutzt den Flughafen Mailand-Malpensa (MXP) bereits seit Langem für eine solche Verbindung der fünften Freiheit in Richtung New York (JFK) – ein Angebot, das allerdings nicht unumstritten ist.

Der Golfcarrier hatte 2013 die Genehmigung der italienischen Regierung für diese Route bekommen, musste sich zuvor jedoch gegen mehrere rechtliche Anfechtungen durch einheimische Fluggesellschaften und Branchenverbände durchsetzen. Dia damalige Alitalia argumentierte, dass Emirates den Wettbewerb im Land verzerren würde – mit Verweis darauf, dass die Airline vollständig im Besitz der Regierung von Dubai ist.

Letztlich setzte sich Emirates vor Gericht durch. Doch nun könnte es für Emirates schwieriger werden,  weitere Flüge der fünften Freiheit ab Mailand einzurichten. Der entscheidende Punkt ist, dass zwischen Italien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kein umfassendes „Open-Skies“-Abkommen besteht. Das bedeutet, dass Fluggesellschaften aus den beiden Ländern nicht einfach beliebige Verbindungen in das jeweils andere Land aufnehmen können – dies gilt auch für Flüge der fünften Freiheit. Stattdessen muss Emirates eine Sondergenehmigung der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC einholen, um einen Flug im Rahmen der „fünften Freiheit“ (Fifth Freedom) von oder nach Italien durchführen zu können.

Italienischen Medien zufolge steht die ENAC unter Druck durch eine wachsende Zahl in Italien ansässiger Fluggesellschaften, die sich gegen den Antrag von Emirates auf die Rechte zur Durchführung solcher Flüge – konkret nach Lima – aussprechen. Wie die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ berichtet, hat sich die neue nationale Fluggesellschaft ITA Airways, die Teil der Lufthansa Gruppe ist,  schriftlich an die ENAC gewandt, um gegen den Antrag von Emirates zu protestieren. Auch Neos Air und Aeroitalia haben sich dieser Forderung angeschlossen und die ENAC aufgefordert, das Gesuch von Emirates abzulehnen. Eine Entscheidung wird noch im Oktober 2026 erwartet, wobei nicht davon auszugehen ist, dass Emirates die Rechte – sollten sie gewährt werden – unmittelbar nutzen würde.

Es gibt gute Gründe für die Einrichtung einer Nonstop-Verbindung zwischen Mailand und Lima. Laut „Corriere della Sera“ reisen jährlich mehr als 150.000 Passagiere von Mailand nach Lima; da es keine Direktflüge gibt, sind sie auf Zwischenstopps angewiesen, um ihr Ziel zu erreichen. Sollte Emirates die Rechte der „fünften Freiheit“ für die Strecke Mailand–Lima erhalten, ist dies laut Quellenangaben nicht das einzige Ziel: Die Fluggesellschaft erwägt, den Flughafen Mailand-Malpensa zu einem „Mini-Drehkreuz“ auszubauen, von dem aus weitere Flüge im Rahmen der „fünften Freiheit“ – etwa nach Los Angeles, São Paulo und Mexiko-Stadt – angeboten werden könnten.

Was interkontinentale Langstreckenverbindungen betrifft, ist Mailand derzeit zweifellos unterversorgt. Denn als ITA Airways neu startete, entschied sich die heutige Lufthansa-Tochter ihre Langstreckenflüge auf den Standort Rom zu konzentrieren.

Flüge im Rahmen der „fünften Freiheit“ setzen voraus, dass eine ausländische Fluggesellschaft den ersten Teil der Flugstrecke von ihrem Heimatland aus durchführt. Es gibt jedoch auch die sogenannte „siebte Freiheit“ (Seventh Freedom): Dabei kann eine ausländische Fluggesellschaft ihre Flugzeuge in einem anderen Land stationieren und von dort aus Verbindungen in ein drittes Land anbieten. Genau ein solches Modell schlug Israel Anfang des Jahres gegenüber Emirates vor, um die Fluggesellschaft zu einer Rückkehr nach Tel Aviv zu bewegen. Emirates hat jedoch bislang kein öffentliches Interesse an einer Wiederaufnahme der Flüge nach Tel Aviv gezeigt; stattdessen wird diese Nachfrage nun von der Schwestergesellschaft Flydubai bedient, die ein günstigeres Preismodell verfolgt. Indes sah sich Flydubai vor wenigen Tagen gezwungen, sämtliche Flüge nach Israel auszusetzen – dies, nachdem ein Terroranschlag durch einen der Piloten auf einem Flug nach Tel Aviv vereitelt worden war. Quelle:  Corriere della Sera / CM

DOT verschlechtert US-Fluggastrechte

Das US-Verkehrsministerium hat das Inkrafttreten einer neuen Regelung, die die Gründe für Flugverspätungen und -ausfälle neu kategorisiert. Eingeführt werden soll die neue Regelung am 01. Februar 2027..

Im „Federal Register“ heißt es: „Die neue Klassifizierung von Flugstörungen – verankert in Abschnitt 511(b) des Gesetzes zur Neugenehmigung der US-Luftfahrtbehörde FAA (FAA Reauthorization Act 2024) – umfasst 10 Gründe, die künftig nicht mehr dem Einflussbereich der Fluggesellschaften zugerechnet werden. Dies bedeutet, dass Fluggäste bei Flugausfällen oder -verspätungen möglicherweise keinen Anspruch mehr auf die Bereitstellung von Unterkünften oder Verpflegungsgutscheinen haben.

Der Branchenverband „Airlines for America“ hatte eine Verschiebung beantragt, damit die geänderten Meldepflichten erst für Flüge ab dem 01. Januar 2027 in Kraft treten. Laut der Mitteilung verschafft die Verschiebung der Behörde zusätzliche Zeit, um die technischen Richtlinien des „Bureau of Transportation Statistics“ (BTS) für die Datenübermittlung zu aktualisieren.

Zudem erhalten die betroffenen Luftfahrtunternehmen Zeit, ihre Systeme anzupassen, um eine korrekte Erfassung, Übermittlung und Verarbeitung der Daten zu gewährleisten; auch das BTS selbst kann in diesem Zeitraum seine eigenen Systeme entsprechend aktualisieren.

Fluggesellschaften sind verpflichtet, dem BTS innerhalb von 15 Tagen nach Ende des jeweiligen Berichtsmonats Angaben zu den Gründen für Flugausfälle und -verspätungen zu übermitteln. Quelle: DOT / CM