DOT verschlechtert US-Fluggastrechte

Das US-Verkehrsministerium hat das Inkrafttreten einer neuen Regelung, die die Gründe für Flugverspätungen und -ausfälle neu kategorisiert. Eingeführt werden soll die neue Regelung am 01. Februar 2027..

Im „Federal Register“ heißt es: „Die neue Klassifizierung von Flugstörungen – verankert in Abschnitt 511(b) des Gesetzes zur Neugenehmigung der US-Luftfahrtbehörde FAA (FAA Reauthorization Act 2024) – umfasst 10 Gründe, die künftig nicht mehr dem Einflussbereich der Fluggesellschaften zugerechnet werden. Dies bedeutet, dass Fluggäste bei Flugausfällen oder -verspätungen möglicherweise keinen Anspruch mehr auf die Bereitstellung von Unterkünften oder Verpflegungsgutscheinen haben.

Der Branchenverband „Airlines for America“ hatte eine Verschiebung beantragt, damit die geänderten Meldepflichten erst für Flüge ab dem 01. Januar 2027 in Kraft treten. Laut der Mitteilung verschafft die Verschiebung der Behörde zusätzliche Zeit, um die technischen Richtlinien des „Bureau of Transportation Statistics“ (BTS) für die Datenübermittlung zu aktualisieren.

Zudem erhalten die betroffenen Luftfahrtunternehmen Zeit, ihre Systeme anzupassen, um eine korrekte Erfassung, Übermittlung und Verarbeitung der Daten zu gewährleisten; auch das BTS selbst kann in diesem Zeitraum seine eigenen Systeme entsprechend aktualisieren.

Fluggesellschaften sind verpflichtet, dem BTS innerhalb von 15 Tagen nach Ende des jeweiligen Berichtsmonats Angaben zu den Gründen für Flugausfälle und -verspätungen zu übermitteln. Quelle: DOT / CM

JetBlue führt First Class ein

Wie die US-Airline JetBlue meldet, sind die neuen First-Class-Sitze von JetBlue ab sofort für Flüge ab  08. Dezember buchbar.

Die ersten Flüge mit „BlueFirst“-Sitzen finden auf der Strecke zwischen Boston und Fort Lauderdale (Florida) statt. Laut JetBlue sind Buchungen zudem für ausgewählte Flüge auf mehr als 30 weiteren Routen möglich – darunter Verbindungen zwischen Fort Lauderdale und dem New Yorks Flughafen LaGuardia sowie zwischen dem John F. Kennedy International Airport in New York und Liberia (Costa Rica).

JetBlue führt die First Clas ein. Foto: JetBlue

„BlueFirst“ wird in Flugzeugen eingeführt, die nicht über das „Mint“-Business-Class-Produkt der Airline verfügen – ein Angebot, das auf längeren Strecken bereitsteht.

Die Fluggesellschaft hatte bereits angekündigt, im Dezember 2024 eine First-Class-Kabine einzuführen, und im vergangenen Monat Details zu deren Ausstattung bekannt gegeben. Quelle: JetBlue / CM

Auch in Zürich wird Kerosin knapp

Auch am Flughafen Zürich wird das Kerosin knapp. Dies hat das Schweizer Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) bekanntgegeben, kurz nachdem publik wurde, dass sich auch am Flughafen Frankfurt ein Kerosinmangel anbahnt. Die Unterversorgung in Zürich geht auf die massiven Ausfälle und Verspätungen im internationalen Güterverkehr zurück, insbesondere aus Deutschland. 

Aufgrund des Niedrigwasser auf dem Rhein wurden zahlreiche Güter bereits auf die ohnehin überlastete Schiene verlagert. „Die verfügbaren Kwerosin-Bestände am Flughafen Zürich reichen ohne zusätzliche Maßnahmen nicht aus, um die ausfallenden Lieferungen zu überbrücken“, heißt es in der Mtteilung des BWL. Um die Situation zu stabilisieren, hat der Bund begrenzte Bezüge aus den so genannten Pflichtlagern bewilligt: Vom 15. Oktober bis einschlißslich 01. November 2026 können bis zu 30 Mio. Liter Kerosin bezogen werden. Dies entspricht rund 6,5 % der aktuell vorhandenen Pflichtlagermeng.

Wie in Frankfurt wird auch in Zürich Flugbenzin knapp. Foto: Flughafen Züriche.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Schweizer Bund zu dieser Lösung greift. Bereits im Sommer 2022 führten Transportprobleme auf dem Rhein und im Schienennetz zu Engpässen. Im darauffolgenden Winter verschärften Streiks in französischen Raffinerien die Situation. Als Reaktion darauf gab der Bund u.a. Pflichtlagerbestände für die Versorgung des Flughafens Genf frei.

Bei der Swiss sind die Auswirkungen des Engpasses bislang nicht spürbar, alle Flüge können wie geplant durchgeführt werden. Die Betankung der Flugzeuge am Flughafen Zürich war und ist jederzeit uneingeschränkt möglich, wird en Sprecher der Swiss zitiert. Die Versorgung am Flughafen erfolgt durch sogenannte Durchsetzer, wie Socar, BP oder Shell. Diese unterliegen direkten Liefervereinbarungen mit den Fluggesellschaften.

Aufgrund eingeschränkter Pipeline-Kapazitäten und des tiefen Rheinpegels ist auch am Flughafen Frankfurt die Kerosinversorgung nicht mehr gesichert. Um dem Versorgungsengpass entgegenzuwirken, setzt die Lufthansa auf sogenanntes „Tankering“. Piloten sind dabei angewiesen, auf den Flug nach Frankfurt an ausländischen Airports mehr Kerosin als nötig zu tanken. Diese Anweisung betrifft auch die Swiss-Flüge: Von Zürich und Genf nach Frankfurt wird bis auf Weiteres so viel getankt, dass auch der Rückflug ohne Nachschub absolviert werden kann. Quelle: SWISS / CM

Alaska-Airlines: Vielflieger haben die Wahl

Wie angekündigt wird Alaska Airlines in ihrem Atmos Rewards-Programm am 01. Januar 2027 die Möglichkeit einführen, zu wählen, ob man Flugmeilen auf der bisherigen Distanz-Basis, auf einer Umsatzbasis oder auf einer Segmentbasis (500 Meilen) sammeln möchte.

Diese Wahl gilt dann automatisch auch auf den Partner-Airlines, wobei anstatt der Umsatzbasis eine Meilenbasis mit den Kabinenfaktoren Anwendung findet. Jene werden dann in der Business Class auch wieder angehoben, sodass man 250% der geflogenen Meilen sammelt. Für viele internationale Mitglieder dürfte dies so die beste Option sein.

Bereits zum 01. Oktober 2026 hat das Programm eine andere interessante Initiative eingeführt: jährlich ändernde Atmos Communities. Nach Einschreibung in einer der angebotenen Community erhält man Bonusmeilen und Bonusstatuspunkte für Flüge zu ausgewählten Destinationen, bis zu einem Maximum von 10.000 Bonuspunkten für zehn Flüge. Das erste Mitglied, das in einer Community die zehn Destinationen erreicht, erhält einen Bonus von 100.000 Meilen.

Für die Periode bis Ende 2027 stehen sechs Communities zur Auswahl (wobei jeweils eine Mitgliedern in Alaska und Hawaii vorbehalten ist). Die „Global Local“ Community umfasst beispielsweise zehn Hubs der oneworld-Partner und als Mitglied erhält man zusätzlich einen Bonus von 10% der Statuspunkte auf Flügen zwischen den USA und diesen Destinationen, inklusive auf oneworld-Partnern. Quelle: CM

Korean Air: Vielfliegerprogramme integriert

Kurz vor Torschluss haben Korean Air und Asiana Airlines die letzte Hürde zu ihrer Fusion genommen – die Integration ihrer Vielfliegerprogramme Skypass und Asiana Club.

Korean Air hat sich vor der Korea Fair Trade Commission mit ihrer Forderung durchgesetzt, dass auf Non-Air Partnern gesammelte Meilen im Asiana Club nur im Verhältnis 1-zu-0,82 in Skypass übernommen werden.

Aber Asiana Club-Mitglieder haben zehn (!) Jahre Zeit, zu entscheiden, wann sie ihre Meilen übertragen möchten. Bis dann können sie Meilen jederzeit zu den aktuell gültigen Prämienwerten einsetzen – aber natürlich nur auf Korean Air/Asiana-Flügen, da Mitte Dezember die Zusammenarbeit mit allen Star Alliance-Partnern (und vermutlich der Handvoll anderer Partner) eingestellt wird. 

Wenn einem dieses Netzwerk jedoch ausreicht, der kann eine solche Strategie Mitglieder gegen künftige Preiserhöhungen absichern. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man anno 2036 nicht mehr für 105.000 Meilen einen Hin- und Rückflug in der Business Class zwischen Korea und Europa oder Nordamerika erhält…

Parallel wird Korean Air gezwungen, die kombinierte Prämienkapazität über die nächsten Jahre graduell zu erhöhen. Quelle: CM

Fraport geht das Kerosin aus

Am Frankfurter Flughafen ist die Kerosinversorgung derzeit angespannt, weshalb Fluggesellschaften wie die Lufthansa das sogenannte „Tankering“ anwenden – Maschinen bringen zusätzlichen Treibstoff von auswärts mit, um in Frankfurt weniger oder gar nicht nachzutanken. 

Wegen des anhaltend niedrigen Wasserstands des Rheins können Tankschiffe Kerosin nur stark eingeschränkt über Deutschlands wichtigste Wasserstraße transportieren.  Auch die Versorgung über die anbindenden Pipelines ist aus bislang unklaren Gründen limitiert. Lufthansa hat nun ihre Piloten angewiesen, auf Kurz- und ausgewählten Langstreckenflügen mehr Sprit an den zumeist ausländischen Ausgangsflughäfen zu laden. Für Maschinen der Airbus-A320-Familie gilt bei der Ankunft beispielsweise eine Obergrenze von maximal acht Tonnen zusätzlichem Treibstoff.

Auswirkungen auf die Passagierluftfahrt soll es aber keine geben, so die Lufthansa. Weder sindFlugstreichungen vorgesehen noch soll die Nutzlast (Passagiere und Gepäck) durch das Mehrgewicht an Kerosin nicht eingeschränkt werden. Die Maßnahmen gelten vorerst bis auf Weiteres, während die Lage von den Airlines und dem Flughafen beobachtet wird. Quelle: Lufthansa / CM

Lufthansa schnappt sich auch TAP Air Portugal

Die Lufthansa entwickelt sich zum Krösus unter den wichtigen Fluggesellschaften dieser Welt. Nun stößt nach zuletzt ITA Airways auch TAP Air Portugal zum Portfolio der Lufthansa Gruppe. 

Die Lufthansa Group begrüßt, dass sich die portugiesische Regierung im Privatisierungsverfahren von TAP Air Portugal für ihr Angebot entschieden hat. Mit dem beabsichtigten Erwerb zunächst einer Minderheitsbeteiligung verfolgt die Lufthansa Group eine klare strategische Agenda: TAP Air Portugal soll wachsen und dabei ihre nationale Identität wahren. Außerdem soll Portugals Verbindung mit der Welt, insbesondere mit Nord- und Lateinamerika, nachhaltig ausgebaut werden.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Deutsche Lufthansa AG: „TAP Air Portugal ist eine starke und profitable Airline, unser langjähriger Partner in der Star Alliance und als führende Fluggesellschaft auf Südatlantik-Strecken international erfolgreich. Sie hat hervorragende Mitarbeitende und ein überzeugendes Geschäftsmodell. Mit der heutigen Entscheidung hat die portugiesische Regierung die Weichen für eine Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte von TAP Air Portugal gemeinsam mit der Lufthansa Group gestellt. 

Gleichzeitig setzen wir damit unsere Strategie der Internationalisierung weiter konsequent fort und stärken unsere Position auf dem Südatlantik nachhaltig. Unser Unternehmen verbindet seit vielen Jahren eine enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit Portugal. Seit Jahrzehnten investieren wir in diesem Land, schaffen und sichern qualifizierte Arbeitsplätze und verbinden Portugal mit Europa und der Welt. Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft mit TAP Air Portugal und die weitere konstruktive Zusammenarbeit mit der Regierung in Lissabon!“

Die bisherigen Übernahmen – zuletzt die italienische ITA Airways, haben gezeigt, dass eine Mehrheitsbeteiligung zusätzliche Vorteile für alle Seiten ermöglicht.

Die Lufthansa Group hat für den 44,9 % Anteil einen Kaufpreis von 1,025 Mrd. Euro geboten. Dieser Wert kann sich bei einem Anteilserwerb von 49,9 % – aufgrund von bis zu 5 % zunächst für Mitarbeitende angebotenen Anteilen sowie einer Ticking Fee – auf bis zu 1,2 Mrd. Euro erhöhen.

Die Lufthansa Group ist seit mehr als 70 Jahren in Portugal aktiv. Die Airlines der Gruppe bieten derzeit 353 wöchentliche Flüge zu sechs portugiesischen Destinationen an und haben damit das Angebot seit 2019 um 75 % vergrößert. Über 500 Fachkräfte arbeiten heute in Portugal für Unternehmen der Lufthansa Group. Mit dem Bau des neuen Lufthansa Technik Standorts in Santa Maria da Feira bei Porto, für den im Juni der Spatenstich vollzogen wurde, soll diese Zahl bis 2030 auf über 1.000 direkte Arbeitsplätze steigen.

Die Lufthansa Group arbeitet nun gemeinsam mit der portugiesischen Regierung und Parpública an der Finalisierung der Transaktionsdokumente und erwartet, die Verträge zum Erwerb der Beteiligung kurzfristig fertigstellen und unterzeichnen zu können. Der Vollzug des Anteilserwerbs steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden. Quelle: Lufthansa / CM

CDU und BDL handeln in Sachen Klimawandel kontraproduktiv

Die Wahrscheinlichkeit verheerender Klimakatastrophen und unumkehrbarer Schäden steigt rapide, da die globalen Temperaturen der Jahre 2023 bis 2025 im dreijährigen Durchschnitt erstmals mehr als 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau lagen. Führende Klimaforschungsinstitute warnen im Synthesebericht „10 New Insights in Climate Science“, dass ein dauerhaftes Überschreiten dieser Schwelle die Gefahr unumkehrbarer Kipppunkte und extremer Risiken für die Menschheit drastisch erhöht. Nichtsdestotrotz hat das CDU-Präsidium beschlossen, die Flugsicherungsgebühren kurzfristig senken und die Luftverkehrsteuer reduzieren zu wollen. Das ist ganz im Sinne des  BDL.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft begrüßt diesen Besvchluss, klimakatastrohe hon oder her. Denn die CDU benennt damit zentrale Ursachen für die schwache Entwicklung des Luftverkehrsstandorts Deutschland. Jetzt muss die Regierung diesen Forderungen auch konkrete Maßnahmen folgen lassen, so der BDL weiter. Weitere Absichtserklärungen halten keine Flugverbindung im Markt. 

Als Erstes geht es darum, dass die Absenkung der Flugsicherungsgebühren bereits im Bundeshaushalt 2027 abgesichert wird, fordert der BDL, wohl wissend, dass die Luftfahrt wie auch der Straßenverkehr und andere Quellen ganz wesentlich an den verheerenden Flogen des Klimawandels mit schuld sind. Niedrigere Flugsicherungsgebühren können dabei nur ein Baustein einer Gesamtstrategie sein. Auch die Luftsicherheitsgebühren müssen deutlich sinken. Und es braucht laut BDL einen konkreten Vorschlag, wie die Luftverkehrsteuer auf ein wettbewerbsfähiges Niveau gesenkt und perspektivisch ganz abgeschafft werden kann.

Entscheidend ist, dass die staatlichen Standortkosten insgesamt wieder ein wettbewerbsfähiges Niveau erreichen. Denn eine Entlastung an einer Stelle darf nicht durch zusätzliche Belastungen an anderer Stelle aufgezehrt werden. Besonders dringlich ist das im innerdeutschen Luftverkehr. Hier schlagen die hohen deutschen Standortkosten gleich doppelt zu Buche: auf dem Hin- und Rückflug. Das macht viele Verbindungen unwirtschaftlich. Die Folgen sind ein schrumpfendes Angebot, weniger direkte Verbindungen zwischen den Regionen und eine schlechtere Anbindung an die internationalen Drehkreuze Frankfurt und München. Gute Erreichbarkeit ist für Unternehmen, Investitionen und Arbeitsplätze jedoch eine entscheidende Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Die Bundesregierung hat es in der Hand, die staatlichen Kosten zu senken. Mit dem Bundeshaushalt 2027 muss sie jetzt einen verbindlichen Schritt machen.“

Dem BDL scheinen die Auswirkungen des Klimawandels vollkommen gleichgültig zu sein. So belegen Studien der Wissenschaftsinitiative World Weather Attribution (WWA), dass die menschengemachte Erderwärmung Extremwetter weltweit nicht nur intensiver, sondern messbar häufiger macht. Bei drei Vierteln der schwersten Stürme, Hitzewellen und Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre ließ sich der direkte Einfluss des Klimawandels nachweisen. Schon bei einer anhaltenden Erwärmung von 2 °C werden extreme Niederschläge und Sturmtiefs in Mitteleuropa um rund 50 % häufiger prognostiziert. 

Obwohl die Staatengemeinschaft im Paris-Abkommen eine Begrenzung auf 1,5 °C vereinbart hat, warnen Berichte des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) vor einer absehbaren, dauerhaften Überschreitung. Die politische Strategie der EU richtet sich bei der UN-Klimakonferenz (COP31) zunehmend darauf aus, das Ziel nach einem temporären Peak („Überschreitung – Höhepunkt – Rückgang“) durch drastische Emissionsminderung und CO₂-Entnahme langfristig wieder einzufangen. Mit den aktuell weltweit umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen steuert die Erde laut Daten des Climate Action Tracker auf eine Erwärmung von etwa 2,6 °C bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Die Situation wird temporär durch das Einsetzen eines massiven Super-El-Niño-Phänomens im Pazifik verschärft. Quellen: WWA / BDL / CM

KLM bekam ihre erste A350-900

KLM hat ihren ersten A350-900 in den Hausfarben auf dem Flughafen Amsterdam Schiphol in Empfang genommen. Der hoch moderne Langstreckenjet markiert den nächsten Schritt der Erneuerung der Langstreckenflotte. In wenigen Wochen wird das Flugzeug seinen ersten Linienflug antreten, mit Toronto als erste Destination. Danach folgen Flüge nach Montreal, Kilimandscharo, Daressalam, Nairobi und Sansibar.

Der A350 verfügt über 331 Sitze: 271 in der Economy Class, 26 in der Premium Comfort Class und 34 in der World Business Class (WBC). Die European Union Aviation Safety Agency (EASA) hat die Testergebnisse für die WBC-Sitze nun genehmigt, womit der Zertifizierungsprozess beginnen kann.

KLM nahm ihren ersten A350-900 in Empfang. Foto: KLM

Marjan Rintel, Präsidentin & CEO von KLM: „Wir freuen uns sehr, unseren ersten A350 in Schiphol willkommen zu heißen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für KLM und die Niederlande. Die Flottenerneuerung ist eine der effektivsten Möglichkeiten, unseren Betrieb sauberer, leiser und treibstoffeffizienter zu gestalten. Mit der Ankunft des A350 machen wir nun den nächsten Schritt bei der Erneuerung unserer Interkontinentalflotte. Das bedeutet mehr Komfort für unsere Passagiere und gleichzeitig eine geringere Umweltbelastung.“ 

Jet trägt den Namen „Die Nachtwache“. Seit mehr als einem Jahrhundert verbindet KLM die Niederlande mit dem Rest der Welt. Als Inspiration für die Namen ihrer Airbus-A350-Flugzeuge wählte die Airline bekannte niederländische Kunstwerke. „Die Nachtwache“ von Rembrandt van Rijn ist ein ikonisches Kunstwerk und wohl das bekannteste Meisterwerk der Niederlande. Es zieht Besucher aus aller Welt ins Rijksmuseum. Der erste A350 trägt somit einen Namen, der tief in der niederländischen Kultur verwurzelt und weltweit sofort erkennbar ist. Das zweite Flugzeug wird den Namen „Mädchen mit dem Perlenohrring“ tragen.

In den kommenden Jahren werden die A350 einen Teil der heutigen Interkontinentalflotte von KLM ersetzen. Das Flugzeug verbraucht nach Angaben des Herstellers rund 25 % weniger Treibstoff als Flugzeuge der vorherigen Generation. Seine Lärmbelastung ist zudem ungefähr 40 % geringer, sodass Anwohner der Flughafenregionen weniger Fluglärm durch startende und landende Flugzeuge wahrnehmen. Für die Passagiere bietet der A350 ein neues Komfortniveau mit einer der leisesten Kabinen seiner Klasse und einem verbesserten Bordumfeld.

Flottenerneuerung. KLM investiert 7 Mrd. Euro in die Erneuerung ihrer Flotte. Neben dem Airbus A350 für Interkontinentalstrecken und dem A350F für den Frachtbetrieb umfasst das Flottenerneuerungsprogramm auch den Airbus A321neo, die von KLM Cityhopper betriebene Embraer-E2-Flotte sowie Boeing Dreamliner 787-9.Quelle: KLM / CM

United: Tripleseven musste in einen steilen Sinkflug

Eine Boeing 777-200ER von United Airlines mit 276 Passagieren an Bord vollzog in den frühen Morgenstunden des Samstags über dem Nordatlantik einen „steilen Sinkflug“, nachdem die Cockpit-Frontscheibe auf der Seite des Ersten Offiziers während des Fluges in einer Höhe von rund 37.000 Fuß (ca. 11.300 Meter) Risse bekommen hatte.United-Flug UA-19 war am Freitag (09. Oktober 2026) gegen 17:25 Uhr Ortszeit in Newark zu einem eigentlich routinemäßigen siebenstündigen Nachtflug nach Mailand (Italien) gestartet. Die 29 Jahre alte Tripleseven befand sich auf der Nordatlantik-Route in Richtung Europa und näherte sich bereits Irland, als sie plötzlich zu einem – wie ein Passagier es beschrieb – „steilen Sinkflug“ in Richtung Dublin ansetzte.

Die Passagiere wurden darüber informiert, dass das Flugzeug zur irischen Hauptstadt umgeleitet werde; nur wenige an Bord wussten jedoch, was der Grund für den außerplanmäßigen Zwischenstopp in Dublin war. Nach der Landung erfuhren die Passagiere, dass die Cockpit-Frontscheibe auf der Seite des Ersten Offiziers während des Reiseflugs Risse bekommen hatte. Derzeit steht der Großraumjet weiterhin am Boden in Dublin.

Auch wenn es selten vorkommt, ist es nicht ungewöhnlich, dass Cockpit-Frontscheiben plötzlich und ohne oder mit nur geringer Vorwarnung zerspringen. Es kommt äußerst selten vor, dass eine Scheibe so stark beschädigt wird, dass es zu einem Druckverlust in der Kabine kommt. Die Cockpit-Frontscheibe einer Boeing 777 besteht aus mehreren Schichten, sodass die strukturelle Integrität der Scheibe selbst dann gewahrt bleibt, wenn eine Schicht zerspringt. Sobald eine Schicht zerspringt, stufen die Piloten den Vorfall als potenziell ernsten Notfall ein und versuchen, das Flugzeug so schnell wie möglich sicher zu landen. Im Fall von UA-19 befand sich das Flugzeug glücklicherweise in der Nähe eines geeigneten Ausweichflughafens – wenngleich die Situation ganz anders hätte aussehen können, wenn die Windschutzscheibe bereits früher über dem Atlantik im Flug Risse bekommen hätte.

Ein bekannter Vorfall ereignete sich 1990, als ein Kapitän von British Airways teilweise aus dem Cockpit gesogen wurde, nachdem sich eine unsachgemäß montierte Frontscheibe vom Flugzeug gelöst hatte. Der Erste Offizier und die Flugbegleiter mussten sich am Gürtel und an den Knöcheln von Kapitän Timothy Lancaster festhalten, um zu verhindern, dass er vollständig aus dem Flugzeug gezogen wurde. Einigen Berichten zufolge befürchtete die Besatzung, Lancaster sei bereits tot, hielt ihn jedoch weiterhin fest, da sie fürchtete, er könnte in das Triebwerk gesogen werden und das Flugzeug zusätzlich gefährden. Wie durch ein Wunder überlebte Lancaster; er erlitt mehrere Knochenbrüche sowie Erfrierungen. Quelle: CM