NOX Mobility denkt Europas Nachtzüge neu

Ab 2027 will das Berlin Start-up Nox Mobility Nachtzüge mit 100 % mobilen Räumlichkeiten anbieten. Angesprochen fühlen sollen sich insbesondere Geschäftsreisende. Für den Anbieter ergeben Nachtzüge freilich nur europaweit Sinn. Nox möchte immer eine exzellente Alternative zu jedem Kurzstreckenflug zwischen europäischen Metropolen anbieten können. Direktr Konkurrent sind die ÖBB mit ihren Nichtjets.

Nachtzüge erleben seit dem Start der Nightjets der ÖBB eine Renaissance. Indes bleibt das Geschäft laut ÖBB anstrengend.  Die ÖBB Nightjets gelten als europäisches Vorzeigeprojekt, das den Nachtzugverkehr in den letzten Jahren wiederbelebt hat. Die ÖBB sind der größte Anbieter von Nachtzügen in Mitteleuropa. Der Erfolg ist jedoch zweigeteilt: Großer Beliebtheit bei Reisenden stehen wirtschaftliche Herausforderungen und komplexe, margenschwache Betriebsabläufe gegenüber.  

Seit 2023/2024 werden schrittweise 33 neue „Nightjets der neuen Generation“ mit modernen Mini-Cabins, Schlafwagen mit eigener Dusche und mehr Privatsphäre eingesetzt. Die dunkelblauen Züge für Tempo 230 km/h dienen als Vorzeige-Alternative zum Kurzstreckenflug und werden vor allem von umweltbewussten Reisenden stark nachgefragt

Nun wagt sich das Berliner Start-up Nox Mobility an den Nchtzug. Inzwischen haben die Berliner eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 2 Mio. Euro abgeschlossen, um eine neue Generation von Nachtzügen mit vollständig privaten Räumen aufzubauen. 

Nox denkt den Nachtzug neu. Während Passagiere bei herkömmlichen Nachtzügen Schlafabteile teilen, bekommt bei Nox Mobility jeder Reisende sein eigenes privates Zimmer. Das Startup positioniert sich als echte Alternative zu Kurzstreckenflug und zusätzlicher Hotelübernachtung – zu einem vergleichbaren Preis. Die Züge starten abends von zentralen Bahnhöfen und kommen am nächsten Morgen direkt im jeweiligen Stadtzentrum an, ohne Flughafentransfer und Sicherheitskontrolle.

Operativ verbindet Nox Mobility die Zuverlässigkeit des Fliegens mit dem Gefühl eines Boutique-Hotels, sagt der Anbieter. Für Freizeitreisende ersetzt die Fahrt die Hotelübernachtung gleich mit. Business-Reisende – die z.B. in Frankreich bereits 30 % der Nachtzug-Passagiere ausmachen – ersparen sich frühe Abflüge, Übernachtungen und verlorene Arbeitszeit. Mit durchdachtem Design, persönlichem Service an Bord und verlässlichen Abfahrtszeiten macht Nox Mobility Nachtzüge zu einer berechenbaren und angenehmen Reiseoption.

Als Mitgründer eines Berliner Travel-Tech-Unternehmens bin ich fest davon überzeugt, dass die europäische Bahn die nachhaltigere Art zu reisen ist. Deshalb setzen wir bei HomeToGo bei allen Geschäftsreisen konsequent auf die Bahn statt auf das Flugzeug. Nox trägt diese Vision weiter – und beweist, dass Nachhaltigkeit und echte Gastfreundschaft kein Widerspruch sein müssen“, sagt Dr. Patrick Andrae, Mitgründer & CEO von HomeToGo.

Nox Mobility wurde 2025 von Unternehmern mit Erfahrung in den Bereichen Bahn, Mobilitätsplattformen und Tech-Startups gegründet. Thibault Constant hat mit Simply Railway (600.000+ Abonnenten) eine der größten Eisenbahn-Communities Europas aufgebaut. Janek Smalla bringt operative Expertise von FlixTrain und Bolt mit. Artur Hasselbach war zuvor Mitgründer des Payment-Fintechs orderbird, das für über 140 Millionen Euro von Nexi übernommen wurde.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass aktuell viele neue Bahnbetreiber in Europa starten oder wachsen. Aber wir wollen mehr als ein weiteres Bahnunternehmen sein. Unser Anspruch ist es, das Image des Nachtzugs grundlegend zu verändern – hin zu einem echten Hospitality-First-Erlebnis“, sagt Janek Smalla, Mitgründer von Nox Mobility.

Trotz des guten Images ist der Nachtzugbetrieb extrem aufwendig, personalintensiv und teuer. Hohe Trassengebühren, Streckensperrungen und grenzüberschreitende Bürokratie machen ihn wirtschaftlich fragil, weiß man in der ÖBB-Zentrale in Wien. Erwartete Fahrgastrekorde oder eine Verdoppelung auf 3 Mio. Passagiere blieben in den letzten Jahren aus. Einige ausländische Verbindungen wurden reduziert oder eingestellt, da die Förderungen anderer Länder ausliefen.

Ökonomisch ist das Geschäft mit Nachtzügen jedoch für keinen Betreiber in Europa ein leichtes Unterfangen, sagen Experten. Quelle: Nox Mobility / CM

Das geplante Nachtzugnetz von Nix Mobility