Die Bahn ist wieder auf gutem Weg

Die Deutsche Bahn (DB) hat sich im ersten Halbjahr 2026 wirtschaftlich stabilisiert: Erstmals seit 2019 ist das Ergebnis nach Steuern im Kerngeschäft wieder positiv. Dank eines Ergebnissprungs von über 900 Mio. Euro schreibt die Bahn mit + 147 Mio. Euro unterm Strich wieder schwarze Zahlen. 

Im ersten Halbjahr 2025 war das Ergebnis nach Steuern mit minus 760 Mio. Euro noch stark negativ. Der Konzernumsatz ist leicht um 1,8 % auf 13,6 Mrd. Euro gestiegen, im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das operative Ergebnis (EBIT, bereinigt) hat sich erheblich um mehr als 650 Mio. Euro auf 415 Mio. Euro verbessert. Der DB Konzern erwartet auch für das Gesamtjahr 2026 schwarze Zahlen, trotz Risiken besonders bei DB Cargo etwa durch die konjunkturelle Entwicklung.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der DB: „Wir sind im ersten Halbjahr 2026 gut vorangekommen und haben eine wichtige Wegmarke erreicht. Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen: ein Erfolg. Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben. Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt!“

Strategie „DB 2035“. Hauptgrund für die Fortschritte beim Ergebnis ist eine bessere operative Entwicklung der Geschäftsfelder. Darin enthalten sind auch erste Kostensenkungen sowie Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern. 

Mit der neuen Strategie „DB 2035“ wird die DB deutlich schlanker, dezentraler und unternehmerischer aufgestellt. Auch die Konzernleitung macht dabei Tempo: Der Personalabbau verläuft schneller als geplant. Die Ziele für 2028 sind bereits jetzt zu rund 30 % erfüllt.

Im Fokus stand in der ersten Jahreshälfte 2026 auch die Sanierung des Schienennetzes. Evelyn Palla: „Noch nie haben Bund und Bahn in einem Halbjahr so viel Geld in die Schieneninfrastruktur investiert. Wenn wir auf diesem Niveau weiterbauen, legen wir das Fundament für eine nachhaltig stabile Bahn. Ich meine eine Bahn, die schafft, wofür sie da ist: ihre Fahrgäste und die Transportgüter der Wirtschaft verlässlich ans Ziel bringen.“ 

Alle Geschäftsfelder haben Beitrag geleistet. Alle Geschäftsfelder der DB haben ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 stabil positiv gehalten oder verbessert. Gleichzeitig sind die Investitionen des DB Konzerns im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2025 erneut kräftig gestiegen: Die Brutto-Investitionen legten um 18 % zu auf 8,7 Mrd. Euro – der höchste Halbjahreswert in der Geschichte der DB. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen kletterten um 89 % auf 3,4 Mrd. Euro. Besonders erfreulich: das meiste Geld gaben Bund und Bahn für die Sanierung des jahrzehntelang von der Politik vernachlässigten Schienennetzes aus. 

Damit die Kunden schnell Verbesserungen spüren, setzt die DB drei Sofortprogramme im Umfang von rund 150 Mio. Euro um: für mehr Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, mehr Komfort im Fernverkehr und bessere Kundenkommunikation. So sind im ersten Halbjahr 2026 44 mobile Handwerkerteams zu Blitz-Reparaturen an Bahnhöfen ausgezogen. Zusätzliche Sicherheitskräfte sind über 100.000 Stunden Streife auf Bahnsteigen gegangen. In den Fernverkehrszügen haben täglich 220 mobile Reinigungskräfte zusätzlich unterwegs Tische, Sitzbereiche und mehr als eine Million Toiletten gesäubert. 

17 Mio. mehr Reisende im Personenverkehr. Über 960 Mio. Geschäfts- und privat Reisende fuhren im ersten Halbjahr 2026 mit den Zügen der Deutschen Bahn – rund 17 Mio. oder 1,8 % mehr als im Vorjahr. Alle Transportbereiche der DB haben sich in den ersten sechs Monaten 2026 wirtschaftlich verbessert:

17 Mio. mehr Fahrgäste im ersten Halbjahr 2026: Begegnung von DB Regio mit einem Talent 2 Baureihe ET 442 und einem ICE 4 Baureihe 412 des DB Fernverkehr auf der Aurachtalbrücke in Emskirchen. Foto: DB

Der Fernverkehr hat seinen Sanierungskurs fortgesetzt. Beim operativen Ergebnis schrieb DB Fernverkehr mit + 148 Mio. Euro wieder schwarze Zahlen und liegt damit deutlich über Vorjahr (erstes Halbjahr 2025: minus 59 Mio. Euro). Aber vor allem infolge der vielen Baustellen blieb die Verkehrsleistung hinter den ersten sechs Monaten des Vorjahres zurück. Trotz des Zustands der Infrastruktur stiegen die Umsätze und das operative Ergebnis besonders im zweiten Quartal spürbar an. 

Seit April haben die Ticketverkäufe im Fernverkehr zugelegt. Mit besonderen Angebotspreisen für Familien, Junge und Kurzentschlossene kurbelt das Management seit Mai die Nachfrage zusätzlich an. Das wirkt. Bereits 600.000 Fahrgäste haben das Last-Minute-Angebot genutzt. Mehr als 200.000 Reisende sind mit dem Familienticket unterwegs. Die kostenlose Jugend-BahnCard wurde über 50.000 Mal bestellt.

DB Regio hat sich mit einem positiven operativen Ergebnis von 89 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2026 weiter stabil entwickelt. Vor allem auf Pendlerstrecken stieg die Nachfrage, weil Berufstätige wegen der hohen Spritpreise vom Auto zum Zug wechselten. Die Umsätze wuchsen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um insgesamt 4 %. Baustellen bremsten im Zugverkehr einen weiteren Anstieg der Umsätze.    

DB Cargo verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 erneut Rückgänge bei Transportleistung und Umsatz. Dazu trug die anhaltend schwache Nachfrage der Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie bei. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 96 Mio. Euro. Mit einem Minus von 1 Mio. Euro ist die schwarze Null zum Greifen nahe. DB Cargo setzt Schritt für Schritt den harten Sanierungsplan um, auch um Vorgaben der EU-Kommission zu erfüllen.

Die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO hat das erste Halbjahr 2026 mit einem operativen Ergebnis von minus 66 Mio. Euro abgeschlossen. Die Betriebsleistung auf dem Schienennetz sank infolge von Baustellen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 1 %. 

Super-Baujahr 2026: Rund 14.000 Baustellen fertig. DB InfraGO hat die erste Hälfte des Super-Baujahres 2026 unter Hochdruck bewältigt. Wie angekündigt ist die Korridorsanierung auf der Strecke Hamburg – Berlin abgeschlossen. Noch im Juli sind insgesamt drei weitere Strecken wieder frei: Hagen – Wuppertal – Köln, Hamburg – Hannover und etwas verspätet Nürnberg – Regensburg. Die nächsten Korridorsanierungen haben wie geplant begonnen, zum Beispiel auf der rechten Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Von den 28.000 geplanten Baustellen in 2026 sind zum Halbjahr rund 14.000 fertig.

Thema Pünktlichkeit. 87,5 % aller Personenverkehrszüge der DB kamen im ersten Halbjahr 2026 weniger als 6 Minuten zu spät. Im Fernverkehr der DB waren es 59 %. In 76 % der Fälle kamen Fernverkehrszüge mit weniger als 15 Minuten Verspätung am Bahnhof an. Bei DB Regio lag die Pünktlichkeit bei 88,2 %. Die Rekordzahl an Baustellen, der Wintereinbruch im Januar und Februar sowie die Hitzewelle im Juni drückten die Pünktlichkeit. In den nächsten Jahren bleibt die Zahl der Baustellen hoch. Quelle: Deutsche Bahn / CM

Italien und Österreich vereint unter den Alpen im Brenner-Basistunnel 

In rund 1.400 Metern Tiefe unter dem Brennerpass in den Alpen wurden die letzten Felsbarrieren zwischen Österreich und Italien durchbrochen, wodurch zwei grenzüberschreitende Verbindungen innerhalb des östlichen und westlichen Hauptbahntunnels entstanden sind. Durch die Durchbrüche wurde ein durchgehender unterirdischer Korridor zwischen den beiden Ländern geschaffen.

Mit einer Gesamtlänge von 64 km einschließlich der Innsbrucker Umgehung ist der Brenner-Basistunnel die längste unterirdische Eisenbahnstrecke der Welt. Der italienische Abschnitt des Projekts wird von einem Konsortium unter der Leitung von Webuild im Auftrag der BBT SE realisiert. Das Projekt bildet den Kern des skandinavisch-mediterranen Korridors des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T), der Helsinki mit Valletta verbindet und die Achse München–Verona einbezieht.

Durchschlag beim Brenner-Basistunnel: Österreichund Italien sind unter den Alpen verbunden. Foto: Patrick Guyton

Der Meilenstein vom Dienstag, 28. Juli 2026,  markiert den Zusammenschluss der Aushubarbeiten am österreichischen Bauabschnitt H53 Pfons-Brenner mit den bereits fertiggestellten Haupttunneln des italienischen Bauabschnitts H61 Mules 2-3, die vom Webuild-geführten Konsortium gebaut wurden. Nach dem Durchbruch im Erkundungstunnel im September 2025 wurde nun auch in den Haupttunneln die Grenze zwischen den beiden Ländern durchbrochen.

Dabei kamen zwei Vortriebsverfahren zum Einsatz: Auf italienischer Seite wurden die Haupttunnel mit den Tunnelbohrmaschinen (TBMs) „Virginia“ und „Flavia“ ausgehoben, während auf österreichischer Seite das konventionelle Sprengvortriebsverfahren zum Einsatz kam.

Nach seiner Fertigstellung wird der Brenner-Basistunnel Personenzügen Fahrten mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ermöglichen und die Fahrzeit zwischen Fortezza und Innsbruck von 80 auf nur 25 Minuten verkürzen. Die Infrastruktur, die darauf ausgelegt ist, sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, soll zur Dekarbonisierung des Verkehrs im gesamten Alpenraum beitragen – wogegen aber Deutschland ist –  und die Luftverschmutzung sowie die Lärmbelastung verringern.  

Was dummerweise fehlet und die wichtige europäische Hochleistungsachse zwischen München und Verona erheblich verzögern wird ist die Tatsache, dass Deutschland Planung und Bau des Bordzulaufs mit Rücksicht auf den irren Straßengüterverkehr absichtlich verzögert. Quelle Webuild / CM

Vereinfachtes Ticketing und stärkere Fahrgastrechte für Bahnreisen 

Ein breit aufgestelltes Bündnis aus acht Verbänden aus ganz unterschiedlichen Bereichen, vier Unternehmen – darunter die DAX-Unternehmen SAP und Merck – und einer Hochschule fordert von der Bundesregierung, das Passagierpaket der EU-Kommission in den europäischen Verhandlungen zu unterstützen und zu erweitern. Das würde helfen, grenzüberschreitende Zugreisen deutlich attraktiver zu machen.

Bisher verzweifeln Reisende häufig an einem Flickenteppich von Buchungsplattformen und unklaren Fahrgastrechten. Fast zwei von drei Fernreisenden (61 %) haben laut einer repräsentativen Umfrage wegen zu komplizierter Buchungen schon auf grenzüberschreitende Zugreisen verzichtet. Zudem laufen Reisende auf 40 % der meistbeflogenen grenzüberschreitenden Routen Gefahr, bei der Fahrt mit der Bahn ohne garantierte Fahrgastrechte dazustehen.

Trotz Fortschritten bei einzelnen Bahnunternehmen ist ohne einen starken rechtlichen Rahmen nicht zu erwarten, dass Reisende in einer Bahnwelt mit mehreren Zugbetreibern ausreichend einfache Ticketbuchungen und starke Fahrgastrechte bekommen. Ein klarer Rahmen für den Bahnsektor ist nötig, so das Bündnis in einem Brief an den neuen Bundes-Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Sie fordern die Bundesregierung auf, die Kernelemente des Vorschlags der Europäischen Kommission in den Verhandlungen der Mitgliedsstaaten zu unterstützen: Bahnunternehmen sollen verpflichtet werden, ihre Buchungsdaten verfügbar zu machen. Und marktbeherrschende Ticketplattformen sollen die Angebote aller Betreiber anbieten. Zudem sollen Fahrgäste bei verpassten Anschlüssen das Recht bekommen, kostenfrei die nächste Verbindung nehmen zu können.

Das Bündnis fordert, dass die für Reisende gewohnten Plattformen Bahnverbindungen auf den am stärksten nachgefragten Routen in einem Fahrschein mit gesicherten Fahrgastrechten anbieten müssen. Dafür soll die Verpflichtung der jeweils marktbeherrschenden Plattformen zum Verkauf der verfügbaren Verbindungen auf die am stärksten nachgefragten Routen nach und aus deren Heimatland ausgeweitet werden. Die Bahn könne hier vom Symbol der Krise zur Chance werden, so das Bündnis, wenn Deutschland und Europa ihre Handlungsfähigkeit zeigen und den Bürgern – wie beim Roaming – das Leben deutlich erleichtern.

Christoph Carnier, Global Travel Manager der Merck Group und Präsident des VDR, betont die Bedeutung der Regulierung für Geschäftsreisende: „Wir wollen unsere Geschäftsreisen klimaneutral und effizienter machen. Gerade international tätige Unternehmen brauchen zuverlässige und einfach buchbare Bahnverbindungen über Grenzen. Einheitliche Ticketing-Lösungen und optimale Voraussetzungen für mobiles Arbeiten erleichtern es, Bahnreisen in unser Geschäftsreisemanagement zu integrieren. Das macht die Schiene für Geschäftsreisen deutlich attraktiver.“

Dr. Regina Görner, Vorsitzende der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen – weist auf die Bedürfnisse älterer Menschen hin: „Für ältere Menschen stellen digitale Ticketbuchungen häufig bereits eine Hürde dar. Es ist deshalb wichtig, dass sie alle Angebote auf der gewohnten Plattform buchen können. Das muss auch für Reisen ins europäische Ausland gelten. Um Stress bei Verspätungen und Zugausfällen zu reduzieren, braucht es zudem klare und kundenfreundliche Regeln, wie das gesetzlich verankerte Recht, bei einem verpassten Anschluss ohne Zusatzkosten den nächsten Zug nehmen zu dürfen.“

Melanie Thut, Bundesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalist:innen Deutschland, ergänzt: „Europa wächst dort zusammen, wo Menschen Grenzen einfach überwinden können. Gerade junge Menschen wollen klimafreundlich und bezahlbar reisen, um Europa zu erleben. Deshalb müssen auch die günstigsten Tickets verlässlich auf allen Plattformen auffindbar sein. Die Bundesregierung sollte das Passagierpaket unterstützen – für faire Mobilität und ein Europa, das im Alltag näher zusammenrückt.“

Jacob Rohm, Verkehrsexperte bei der Umwelt- und Verbraucherorganisation Germanwatch, die den Brief koordiniert hat, betont die Bedeutung des Passagierpakets für den Klimaschutz: „Für die Klimaziele ist die große Nachfrage nach internationalen Bahnreisen ein Glücksfall. Der designierte Verkehrsminister kann für die Bürger die Vorteile Europas spürbar machen, indem er das Passagierpaket im Europäischen Rat unterstützt und auf die meistbereisten Routen erweitert. Zusätzlich brauchen wir ein leistungsfähiges deutsches und europäisches Schienennetz und mehr Züge in einem Europatakt.“ Quelle: Germanwatch / CM

Brenner-Nordzulauf: DB InfraGO hat alle Voraussetzungen für Parlamentarische Befassung geschaffen

Eine leistungsfähige Zulaufstrecke für den Brennerbasistunnel ist ein bedeutender Bestandteil der Brennerachse München – Verona. Freilich haben Österreich und Italien ihre Hausaufgaben für die künftige Hochleistungsstrecke gemacht und liegen mit den Bauarbeiten voll im Zeitplan. In Deutschland siweht es diesbezüglich zappenduster aus. Nach Jahren eines ewigen Hin und Her hat die DB InfraGO die Vorplanung abgeschlossen und eine Vorzugstrasse ermittelt. 

Damit ist die Voraussetzung für die Parlamentarische Befassung des Bahnprojekts Brenner-Nordzulauf im Deutschen Bundestag geschaffen. Nunmehr entscheidet der Deutsche Bundestag über den weiteren Fortgang des für Europa ungemein wichtigen Bahnprojekts. 

Während Österreich und Italien mit Ihren zulasufstrecken zum neuen Brenner-Basistunnel schon weit vorangekommen sind, ist der Nordzulauf in Bayern eine mehr als zähe Angelegenheit. Rendering: DB

Das Projektteam der DB InfraGO hat in enger Zusammenarbeit mit der Region und auf Grundlage zahlreicher technischer Untersuchungen eine leistungsfähige Strecke entsprechend den Vorgaben des Bundesverkehrswegeplans geplant, die den Mehrverkehr zum Brennerbasistunnel abwickeln und mehr Nahverkehr auf der weiterhin bestehenden Bestandsstrecke ermöglichen wird. 

Die geplante zweigleisige Neubaustrecke berücksichtigt die besonderen Verhältnisse im bayerischen Inntal. Über die Hälfte der Strecke soll in Tunneln verlaufen. Der Verlauf der Neubaustrecke wurde im Dialog entwickelt. Dafür gab es über 270 Sitzungen in Dialogforen sowie Infoveranstaltungen und hunderte Einzelgespräche. Zahlreiche Hinweise sind in den Trassenverlauf aufgenommen worden. Darüber hinaus konnte die Region weiterführende Kernforderungen einreichen, die bewertet wurden und in den parlamentarischen Prozess eingebracht werden. Die Parlamentarische Befassung ist die Voraussetzung für die kommenden Planungsschritte.

Matthias Neumaier, DB InfraGO-Gesamtprojektleiter für das Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf: „Wir haben unseren Planungsauftrag erfüllt und die verkehrliche Zielsetzung aus dem Bundesverkehrswegeplan erreicht. Die neu geplante Strecke kann die zusätzlichen Güterverkehre aufnehmen, die der Brennerbasistunnel ermöglichen wird. Der Fernverkehr zwischen Deutschland, Österreich und Italien profitiert von kürzeren Reisezeiten. Mit der neuen Brennerachse zwischen München und Verona können wir mehr Verkehr von der hochbelasteten Straße (Autobahnen A8 und A93) auf die umweltfreundliche Schiene verlagern.“ 

Die Unterlagen der Vorplanung gingen gemeinsam mit der Bewertung der zusätzlichen Kernforderungen 2025 an das Eisenbahn-Bundesamt und das Bundesverkehrsministerium. Sie werden Teil der Parlamentarischen Befassung im Deutschen Bundestag.

Kernforderungen aus der Region bewertet . Aus der Region – von Kommunen bis Einzelpersonen – wurden insgesamt 119 Kernforderungen eingereicht. Die DB InfraGO bewertete, inwieweit die Forderungen die verkehrliche Zielsetzung des Bundes erfüllen, ob sie technisch machbar sind und welche Kosten damit verbunden wären. 

Die Kernforderungen beziehen sich auf viele verschiedene Aspekte: Überwiegend wurden zusätzlicher Lärm- und Erschütterungsschutz und Anpassungen im Trassenverlauf gefordert, wie etwa weitere Tunnelanteile. Darüber hinaus gab es konkrete regionale Wünsche, wie eine Rad- und Fußgängerbrücke parallel zur geplanten Innüberquerung. 

Einige Kernforderungen entsprechen nach Prüfung der DB InfraGO nicht der verkehrlichen Zielsetzung aus dem Bundesverkehrswegeplan oder sind technisch nach aktuellen Standards nicht genehmigungsfähig. Das von Bürgerinitiativen eingereichte „Alternativkonzept“ würde nach erster Analyse durch die DB InfraGO vor allem auf der Verbindung Rosenheim – Mühldorf – Landshut massive Betroffenheiten mit sich bringen. Die verkehrliche Zielsetzung wäre trotzdem nicht erfüllbar. Eine gewünschte unterirdische Verknüpfungsstelle im Wildbarren kann die sicherheitstechnischen Vorgaben nicht erfüllen. 

Alle Kernforderungen werden dem Deutschen Bundestag vorgelegt. Das Parlament, so hoffentlichnicht so lange schläft wie bei anderen Projekten,  wird dann über die Trasse und die regionalen Forderungen entscheiden. Matthias Neumaier dazu: „Wir haben die Bedürfnisse und Gegebenheiten der Region bestmöglich berücksichtigt. Allerdings muss die Wirtschaftlichkeit bei der Planung immer gegeben sein. Über Forderungen, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus gehen, muss die Politik entscheiden.“  Der Beschluss im Deutschen Bundestag wird Voraussetzung für die kommenden Planungsschritte sein. Quelle: Deutsche Bahn / CM

Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn 

Zwischen Tübingen und Horb am Neckar wird die „Obere Neckarbahn“§ ausgebaut und elektrifiziert. Im Zuge einer Planungs- und Finanzierungsvereinbarung über Ausbau und Elektrifizierung der rund 32 km langen Strecke können die notwendigen Maßnahmen jetzt durch die DB InfraGO bis zur Genehmigungsreife geplant werden. 

Im ersten Schritt soll bis Ende 2028 die sogenannte Vorplanung erfolgen, verantwortet durch ein eigenes Projekt-Team bei der DB InfraGO. Zuvor haben DB und Zweckverband bereits umfassende Vorarbeiten durchgeführt. U.a. wurde die gesamte Strecke bereits vermessen und in ein digitales Planungsmodell nach der BIM-Methode überführt.

Auf der Oberen Neckarbahn sollen später eine direkte Regionalexpress-Linie des Landes von Horb über Rottenburg und Tübingen bis Stuttgart sowie zwei Linien der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb verkehren. Zwischen Tübingen und Rottenburg ist mindestens ein Halbstundentakt, bis Horb dann ein Stundentakt vorgesehen. Damit verbessern Elektrifizierung und Ausbau das Verkehrsangebot auf der Schiene gegenüber heute deutlich.

Die Obere Neckarbahn hat für den Verdichtungsraum Tübingen – Reutlingen eine sehr hohe Bedeutung und großes Potenzial. Ein Ausbau der Oberen Neckarbahn kann das Fahrplanangebot dort deutlich ausweiten und stabilisieren und zu einem echten Standortfaktor werden. Durch die Mittel des Sondervermögens gibt es nicht nur für die Obere Neckarbahn grünes Licht, sondern auch für zahlreiche weitere Infrastrukturvorhaben, die Baden-Württemberg. 

Eugen Höschele, Vorsitzender des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb: „Der Ausbau und die Elektrifizierung der von Tübingen ausgehenden DB-Strecken ist ein elementarer Bestandteil der Regional-Stadtbahn. Insofern ist uns mit der Unterzeichnung der Planungsvereinbarung für die Obere Neckarbahn ein weiterer Durchbruch gelungen. Nun gilt es, auch unverzüglich in die Umsetzung zu kommen, damit möglichst rasch der erste Zug ‚unter Fahrdraht‘ den Tübinger Hauptbahnhof in Richtung Rottenburg und Horb verlässt.“

Die Gesamtkosten für Ausbau und Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn von Tübingen bis Horb werden durch den Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb derzeit mit 302,4 Mio. Euro geschätzt. Mit Abschluss der Vorplanung sind die Kosten fortzuschreiben. Für die Strecke ist mit Zuschüssen aus dem GVFG-Bundesprogramm in Höhe von 75 %, bei der Elektrifizierung sogar 90 % der Baukosten durch den Bund zu rechnen. Hinzu kommen ergänzende Landeszuschüsse. Dabei plant das Land, 50 % der Ausbaukosten bzw. 100 % der Elektrifizierungskosten, die nicht durch den Bund finanziert werden, zu übernehmen. Die Kosten für die jetzt vereinbarte Vorfinanzierung der Planung bis zur Leistungsphase 4 teilen sich Land und Zweckverband zu gleichen Teilen. Quelle: Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, Deutsche Bahn AG, Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Landratsamt Tübingen / CM

Bei großer Hitze weniger Züge

Geschäftsreisende müssen sich darauf einstellen, dass bei den enormen Hitzewellen, die nun auch in Deutschland überhand nehmen, weniger Zugverbindungen möglich sind. Die DB InfraGO reagiert künftig früher, wenn sich Extremwetterlagen abzeichnen. Ziel ist es, Kunden frühzeitig und transparent zu informieren und einen möglichst verlässlichen Bahnbetrieb sicherzustellen.

 Eine neue Regelung sieht vor, dass Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Stabilisierung des Systems weniger Züge fahren lassen können, wenn sie das wollen. DB InfraGO wird dafür für festgelegte Zeiträume entsprechende Regelungen des Trassennutzungsvertrages aussetzen – wie etwa Stornokosten. Die Regelung gilt auch für den Personenfern- und den Güterverkehr.

Ein solcher Zeitraum gilt erstmals bundesweit ab Donnerstag, 30. Juli, bis (vorerst) 06. August. In NRW, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gilt die Regelung wegen der dortigen Temperaturen bereits ab Mittwoch, 29. Juli 2026.

Weniger Züge im Netz ermöglichen mehr Reserven für den Betrieb und damit eine höhere Chance, dass die verbleibenden Angebote zuverlässig verkehren. Die Reisenden erhalten früher Klarheit, ob ihr Zug fährt oder alternative Verbindungen bestehen. Auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen erhalten Planungssicherheit und können Fahrzeuge, Personal und Kundeninformationen entsprechend vorbereiten. 

Die Hitzewelle Ende Juni hat gezeigt, wie stark extreme Wetterlagen den Bahnverkehr beeinträchtigen können. Die hohen Temperaturen belasten die Eisenbahninfrastruktur, die Züge sowie alle Mitarbeitenden der Unternehmen. Technische Störungen und Einschränkungen steigen unter diesen Umständen deutlich an. Die Folge waren Verspätungen, kurzfristige Zugausfälle, Fahrgäste, die ihre Reise nicht fortsetzen konnten und Güter, die nicht rechtzeitig ankamen. 

Künftig will die Bahn bei angekündigten Hitzewellen mit Temperaturen über 35° C vorausschauender handeln. Bereits im Vorfeld soll den Eisenbahnverkehrsunternehmen bei solchen Prognosen empfohlen werden, bedarfsgerecht Verkehr herauszunehmen. Nur so sei  die Stabilität des Gesamtsystems zu sichern. 

Die Entscheidung über solche Maßnahmen liegt aber immer bei den Aufgabenträgern des Nahverkehrs sowie den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Quelle: DB / CM

Verärgerte Unternehmen wegen unzuverlässiger neuer Triebzüge in England

East Midlands Railway (EMR) hatte die von Hitachi Rail hergestellten Züge der Baureihe (Class) 810 „Aurora“ erstmals im Dezember 2025 im Personenverkehr zwischen London St. Pancras und Zielen wie Leicester, Derby, Nottingham, Lincoln und Sheffield eingesetzt, nachdem es zu einer dreijährigen Lieferverzögerung gekommen war. Seither gibt es ständig Zug-Ausfälle und Verspätungen wegen technischer Probleme.

Am 20. Juli 2026 führte EMR jetzt einen neuen Fahrplan ein, der weniger Zugverbindungen als bisher enthält, so dass Hitachi Rail Gelegenheit erhielt die defekten „Aurora“-Züge von Grund auf zu überarbeiten.

EMR’s neue Züge verärgern vor allem Unternehmen in den Midlands. Foto Hitachi

Will Rogers, Geschäftsführer von EMR, erklärte, , dass Fahrgäste, die bereits Fahrkarten gebucht hatten und feststellten, dass ihre Verbindung nicht mehr möglich war, als Ersatz bis zu zwei Züge vor oder nach der betroffenen Verbindung in einem anderen Zug von EMR mitfahren könnten.

Besonders aufgebracht reagierten Führende Wirtschaftsvertreter und Politiker aus Sheffield und betonten, dass der reduzierte Zugverkehr zwischen Sheffield und London bereits jetzt den Handel und die Wirtschaft im Norden Englands beeinträchtige. David Richards, Mitbegründer von Yorkshire AI Labs, erklärte, es sei für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, über eine zuverlässige Zugverbindung zwischen dem Raum Sheffield und der Hauptstadt zu verfügen. Richards, der in Sheffield wohnt, sagte, er werde nun eine 45-minütige Autofahrt auf sich nehmen, um in Doncaster einen Zug nach London zu nehmen, da die LNER-Züge von Doncaster nach London häufiger und zuverlässiger verkehren als die EMR-Züge.

Seit April ist bereits die Verkehrsgewerkschaft RMT im Streit mit EMR, nachdem es zu einer erheblichen Anzahl von Störungen an den Zügen der 810-er Flotte gekommen war. Daher planen die RMT-Mitglieder, die bei der East Midlands Railway beschäftigt sind, für Samstag, 01. August 2026, sowie für die beiden darauffolgenden Samstage Streikmaßnahmen, da sie zunehmend Sicherheitsbedenken haben, auf die das Unternehmen bisher nicht eingegangen ist.

Laut EMR erfüllen die neuen Züge trotz aller erforderlichen Tests und behördlichen Genehmigungen noch immer nicht die erwarteten Standards hinsichtlich der Betriebssicherheit. Mit dem überarbeiteten Fahrplan hofft EMR nun, einen gleichmäßigeren und zuverlässigeren Service bieten zu können, während das Unternehmen gemeinsam mit Hitachi Rail daran arbeitet, die Zuverlässigkeitsprobleme zu beheben.

Die Einführung der „Aurora“-Züge soll in jedem Fall im Laufe der Jahre 2026/2027 fortgesetzt werden, bis alle 33 bestellten Triebzüge ausgeliefert und problemlos eingesetzt werden. Quellen: BBC, Derbyshire Live, RMT / CM

Polen will modernstes Eisenbahnnetz Europas bauen

Polen wird das modernste Eisenbahnnetz Europas bauen, sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf der Konferenz „Die modernste in Europa – #NaszaKolej!“ (Unsere Eisenbahn) am Mittwoch, 22. Juli 2026 am Bahnhof Warszawa Zachodnia.

Die polnische Bahn verzeichnet Rekordzahlen beim Personenverkehr. 2025 nutzten über 438,9 Mio. Fahrgäste die Dienstleistungen der Bahn. Der Aufwärtstrend hält 2026 an – von Januar bis Mai dieses Jahres beförderten die Bahnunternehmen fast 190,5 Mio. Passagiere, das sind 8,7 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Zahl der Fahrgäste bei PKP Intercity steigt dynamisch an. 2025 beförderte das Unternehmen 89,2 Mio.  Fahrgäste bzw. 31 % mehr als zwei Jahre zuvor. Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen, die Marke von 96 Mio. Fahrgästen zu überschreiten; in den kommenden Jahren sollen es über 110 Mo. Passagiere/Jahr werden. 

„Die Eisenbahn ist eine strategische Priorität der polnischen Regierung. Die Polen steigen immer lieber und immer häufiger in den Zug ein. Die Zahl der Fahrgäste steigt, und die Eisenbahn gewinnt ihre Position als bequemes, sicheres und umweltfreundliches Verkehrsmittel zurück“, betonte Infrastrukturminister Dariusz Klimczak.

Seit 2024 wurde der Personenverkehr auf vielen Bahnstrecken wieder aufgenommen, die jahrelang stillgelegt waren. Züge fahren u.a. wieder nach Karpacz, Ciechocinek, Kłobuck, Łomża, Rabka-Zdrój sowie auf der Strecke Somonino – Kartuzy. Weitere Reaktivierungsprojekte sind in Vorbereitung, die die Bahnverbindungen unter anderem nach Olecko, Kcynia, Bytów, Złotoryja, Sokołów Podlaski, Bełchatów oder Ostrów Mazowiecka wiederherstellen werden.

Auch das Fernverkehrsangebot wird ausgebaut. PKP Intercity hat Verbindungen zu Orten wieder aufgenommen oder neu eingerichtet, die seit Jahren nicht mehr von Zügen dieser hochklassigen Kategorie angefahren wurden, darunter Łomża, Wielbark, Mielec, Chorzele und Ostrołęka. In naher Zukunft soll dern Personenverkehr nach Bytów sowie auf der Strecke Wejherowo–Choczewo wieder aufgenommen werden, , die seit über 30 Jahren stillgelegt ist“, sagte Minister Dariusz Klimczak.

Rekordinvestitionen. Die Polskie Linie Kolejowe führen das größte Investitionsprogramm in der Geschichte der polnischen Eisenbahn durch. Es beläuft sich auf 180 Mrd. PLN (42 Mrd.€) bis zum Jahr 2032.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählen u.a. der Bau der neuen Strecke Podłęże – Tymbark/Mszana Dolna, die Modernisierung der Strecke Chabówka – Nowy Sącz, der Umbau der Strecke Nr. 201 Maksymilianowo – Kościerzyna – Gdynia, das Projekt Rail Baltica sowie der Umbau des Schlesischen Eisenbahnknotens. Aktuell stellt der Staat 100 Mrd. PLN (23 Mrd. € für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur bereit. Diese Mittel sind für den Bau neuer Bahnhöfe und Bahnstrecken, die Modernisierung des bestehenden Netzes sowie dessen Digitalisierung vorgesehen“, so Klimczak weiter.

Gebaut werden 4.700 km neuen Hochleistungs-Schnellfahrstrecken, von denen etwa 1.000 km bis 2035 in Betrieb genommen werden sollen. Zu den wichtigsten Investitionen zählen die „Y“-Strecke, die Warszawa, den neuen Flughafen, Łódź, Poznań und Wrocław verbindet, die „Rail Baltica“ auf dem Abschnitt Ełk–Trakiszki, die Verbindung Katowice–Ostrava sowie das Projekt Podłęże–Piekiełko. Von den insgesamt 4.700 km neuen Strecken werden etwa 2.700 km Strecken im KDP-Standard sein.

Langfristig soll das Netz auf 19 Eisenbahnhauptstrecken basieren, die alle Regionen des Landes miteinander verbinden. Dank der Umsetzung des Projekts werden 27 kleine und mittelgroße Städte, die derzeit nicht an das Personenverkehrsnetz angebunden sind, Zugang zur Eisenbahn erhalten.“Wenn wir die Umsetzung des Großprojekts ‚Integriertes Eisenbahnnetz‘ abgeschlossen haben, sollten wir in Polen jährlich fast 800 Millionen Fahrgäste befördern. Schon heute befördert unsere Eisenbahn fast so viele Menschen, wie die gesamte Europäische Union Einwohner zählt“, erklärte der Ministerpräsident

Moderner Fuhrpark. PKP Intercity setzt einen umfassenden Investitionsplan für die Jahre 2025–2030 um. Das Unternehmen plant in diesem Zeitraum Investitionen in Rollmaterial und Infrastruktur in Höhe von insgesamt 25,4 Mrd. PLN (5,9 Mrd. €). 18,9 Mrd. PLN (4,4 Mrd. €) entfallen auf Aufträge, die von Herstellern mit Produktionsstätten in Polen ausgeführt werden, was die heimische Industrie und die Entwicklung moderner Technologien fördert.

Die wichtigsten davon befinden sich derzeit in der Realisierung:

• 300 neue Reisezugwagen von der Firma H. Cegielski – Fabryka Pojazdów Szynowych (mit einer Option auf weitere 150),
• 35 Hybrid-Triebzüge von der Firma Newag,
• 63 Mehrsystem-Elektrolokomotiven von der Firma Newag (mit einer Option auf weitere 32).

Darüber hinaus wurde im November 2025 ein Vertrag über den Kauf von 42 doppelstöckigen elektrischen Triebzügen (mit einer Option auf weitere 30) unterzeichnet, die in Chorzów (von Alstom) hergestellt werden sollen.

Plan für künftige Generationen. Eines der Schlüsselelemente für die Entwicklung des Schienenverkehrs ist das Integrierte Eisenbahnnetz (Zintegrowana Sieć Kolejowa) – der erste derart umfassende Plan zur Entwicklung der Eisenbahn in Polen in der Geschichte. „Das Integrierte Eisenbahnnetz ist ein Plan für Generationen. Wir schaffen ein supermodernes und widerstandsfähiges Verkehrsnetz, das den Einwohnern, der Wirtschaft und der Sicherheit des Staates über die nächsten Jahrzehnte hinweg dienen wird“, sagte der stellvertretende Infrastrukturminister und Regierungsbevollmächtigte für das CPK, Piotr Malepszak. Quelle: Ministerstwo Infrastruktury / CM

Bayern: Bundesratsinitiative zur Sicherung der Fernverkehrshalte und des SPNV 

Bayern braucht Bahn: Insbesondere auch abseits der Metropolen sind viele Bürger in ihrem Alltag auf ein gutes und bezahlbares Angebot auf der Schiene angewiesen. Durch eine aktuelle Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Trassenvergabe drohen nun negative Folgen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Auslöser ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur, neuen Anbietern (z.B. Italo) den Zugang zum Fernverkehr im deutschen Bahnnetz zu erleichtern. Wichtig ist, dass die Mobilität abseits der Metropolen nicht unter die Räder kommen darf. Bayern wird daher nun eine Bundesratsinitiative zur Sicherung der Fernverkehrshalte und des Schienenpersonennahverkehrs sowie einer fahrgastorientierten Tarifregelung auf den Weg bringen. Minister Bernreiter: „Mit unserer Bundesratsinitiative geht Bayern voran. Wir wollen – idealerweise im Schulterschluss mit vielen anderen Ländern – deutlich machen, dass die aktuellen Entwicklungen und Änderungen zu kurz gedacht sind und deutlich weiter greifende Anpassungen notwendig sind.“

Aktuell planen mehrere private Eisenbahnverkehrsunternehmen Verbindungen zwischen deutschen Metropolen neu mit ihren Zügen anzubieten. So will der private italienische Fernverkehrsanbieter Italo in der ersten Jahreshälfte 2028 auf den beiden Hochgeschwindigkeitsverbindungen von München nach Berlin und von München nach Köln und Dortmund einsteigen. Italo hatte sich über die aktuelle Trassenvergabe des Netzbetreibers DB InfraGO AG beschwert und mehrjährige Garantien für die Trassennutzung gefordert. Die Bundesnetzagentur hat hierzu am 17. Juli 2026 festgestellt, dass die aktuelle Praxis bei der Trassenvergabe nicht rechtmäßig ist: Die DB InfraGO AG muss zukünftig Mindestkontingente von 25 bis 40 % für Konkurrenten der DB Fernverkehr AG bei hochbelasteten Strecken vorsehen.

Bernreiter hatte bereits vor der offiziellen Entscheidung u.a. auch als Mitglied im Eisenbahninfrastrukturbeirat bei der Bundesnetzagentur gewarnt und führt nun aus: „Ich bedauere, dass weder meine Bedenken noch die vieler anderer Stimmen und Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur Gehör gefunden haben. Wir müssen jetzt schauen, wie konkret die DB InfraGO AG die Umsetzung dieser Maßgabe bis zum Herbst angeht. Wir werden uns dann auch bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz intensiv damit auseinandersetzen.“

Der Fernverkehr muss aus Sicht des Ministers nicht nur große Metropolen verbinden, sondern auch Oberzentren anbinden, wie etwa Bamberg oder Ingolstadt (in der Audi-Metropole halten ohnehin etliche ICE). Minister Bernreiter: „Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. Solch eine Rosinenpickerei geht gar nicht! Neue Trassenvergaben dürfen nicht zu Einschnitten in Bayern führen. Dem Fernverkehr muss auferlegt werden, dass die Regionen in der Fläche angebunden sind. Notfalls muss der Bund den Schienenpersonenfernverkehr bestellen und die Fernverkehrshaltestellen und deren Bedienfrequenz festlegen. So passiert es auch in anderen Teilen Europas mit dem Fernverkehr, und so bestellen auch die Länder den Schienenpersonennahverkehr. Auch dann herrscht Wettbewerb!“

Der Minister fordert zudem insbesondere besseren Schutz für das Angebot im Schienenpersonennahverkehr: „Der Regional- und S-Bahnverkehr darf nicht zwischen den verschiedenen Fernverkehrswünschen zerrieben werden, dafür ist er für alle Wirtschafts- und Wohnstandorte viel zu wichtig.“ Bernreiter sieht da vor allem die Gefahr, dass in den wichtigen Bahnknoten wichtige Verstärkerzüge zur Hauptverkehrszeit zugunsten zusätzlicher Fernverkehrsangebote zum Opfer fallen würden, weil sie nicht zu den Taktverkehren zählen. „Dann drohen uns überfüllte Züge, Bahnsteige und Zuwege sowie noch mehr Verkehr auf den Straßen durch diejenigen, die auf den Pkw umsteigen.“

Ganz wesentlich ist es, dass mehr Wettbewerb nicht auf Kosten der Fahrgäste geht. Minister Bernreiter: „Es braucht klare Regeln, damit die Passagiere keinen Nachteil bei den Tickets haben. Aktuell ist es ein großes Plus, dass man flexible Tickets buchen kann, bei Störungen Zugbindungen aufgehoben werden und man attraktive Rabattkarten wie die unterschiedlichen Bahncards nutzen kann. Das muss auch gehen, wenn sich mehr Unternehmen im deutschen Fernverkehrsmarkt tummeln als jetzt. Wir brauchen weiter durchgängige Tickets – sowohl zwischen verschiedenen Anbietern als auch zwischen Fern- und Nahverkehr!“ All das wird auch Inhalt der bayerischen Bundesratsinitiative sein, kündigt Bernreiter an. Quelle: Bay. Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr / CM

Wieder Zugverkehr Nürnberg – Regensburg ab 1. August 

Die DB InfraGO nimmt am Montag, 27. Juli, 2026, den nördlichen Teilabschnitt auf der Strecke Nürnberg – Regensburg wieder in Betrieb. Der offizielle Zugverkehr für Reise- und Güterzüge wird nach Abschluss der Korridorsanierung am 01. August 2026 wieder aufgenommen. 

Die S-Bahnlinie S3 startet in einem Vorlaufbetrieb im Stundentakt zwischen Nürnberg und Neumarkt. Die Fahrplandaten finden Fahrgäste zeitnah in den Auskunftsmedien. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird wie angekündigt bis einschließlich 31. Juli auf allen Linien, auch für die S-Bahn, weiterfahren.

Zum Beginn der bayerischen Sommerferien, am Abend des 31. Juli 2026, wird die Strecke wie angekündigt wieder durchgehend für alle Züge nutzbar sein. Züge des Personen- und Güterverkehrs verkehren dann mit Betriebsbeginn am 01. August wieder planmäßig im Regelbetrieb auf der sanierten Strecke.

Seit Februar läuft die Korridorsanierung Nürnberg – Regensburg im Zuge der Magistrale Nürnberg-Wien. Die Strecke ist mit täglich mehr als 350 Zügen eine der meistbefahrenen Bahnstrecken des Freistaats, Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau und ein wichtiger Baustein für den grenzüberschreitenden Verkehr Richtung Österreich. Sie soll dank der umfassenden Modernisierung langfristig zuverlässiger und leistungsfähiger werden.

Die S3 von Nürnberg Hauptbahnhof in Richtung Neumarkt (Oberpfalz) startet stündlich in der Regel zur Minute 46 (Abweichungen morgens). Von Neumarkt (Oberpfalz) in Richtung Nürnberg Hauptbahnhof starten die S-Bahnen stündlich zur Minute 32. Ab 01. August verkehren die S-Bahnen wieder planmäßig im Regelbetrieb. Quelle: Deutsche Bahn / CM