DPolG fordert 3.500 zusätzliche Stellen und moderne Videotechnik

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt die von der Deutschen Bahn angekündigte Ausweitung von Alkoholverboten an Bahnhöfen. Gleichzeitig erneuert die DPolG ihre langjährige Forderung nach 3.500 zusätzlichen Stellen im bahnpolizeilichen Bereich, um die neuen Regelungen auch konsequent umsetzen zu können.

DPolG-Bundesvorsitzender Heiko Teggatz: „Neue Regeln schaffen noch keine Sicherheit. Wer ein flächendeckendes Alkoholverbot an Bahnhöfen fordert, muss auch die personellen Voraussetzungen schaffen. Deshalb fordert die DPolG seit Jahren mindestens 3.500 zusätzliche Stellen im bahnpolizeilichen Bereich.“

Aus Sicht der DPolG ist die Einschränkung des Alkoholkonsums im Bahnbereich grundsätzlich ein sinnvoller Schritt. Alkohol senkt die Hemmschwelle für aggressives und gewalttätiges Verhalten. Wo Alkoholmissbrauch eingeschränkt wird, kann das zu mehr Sicherheit für Reisende, Bahnbeschäftigte und Einsatzkräfte beitragen.

Gleichzeitig weist die DPolG darauf hin, dass die Durchsetzung des Alkoholverbots zunächst in der Verantwortung der Deutschen Bahn liegt. Die Regelung basiert auf dem Hausrecht des Unternehmens. Für die Kontrolle und Durchsetzung des Hausrechts sind als erstes die Sicherheitskräfte der Bahn zuständig. Die Bundespolizei wird erst hinzugezogen, wenn Personen einem Platzverweis nicht nachkommen oder weitere Rechtsverstöße begehen. Wer sich trotz Aufforderung weigert, den Bahnhof zu verlassen, riskiert beispielsweise ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Positive Erfahrungen mit Alkoholverboten bestehen bereits an großen Hauptbahnhöfen wie Hamburg, München oder Köln. Allerdings handelt es sich dabei um einzelne Schwerpunktstandorte. 

„Zwischen einem Alkoholverbot an wenigen großen Bahnhöfen und einer bundesweiten Regelung für über 5.000 Bahnhöfe liegt ein erheblicher Unterschied“, betont Teggatz. Je größer der Geltungsbereich wird, desto höher sind die Anforderungen an die Sicherheitsbehörden. Deshalb gehört die Diskussion über ein Alkoholverbot untrennbar zur Diskussion über zusätzliches Personal.

Darüber hinaus fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft den weiteren Ausbau intelligenter Sicherheitstechnik im Bahnbereich. Moderne, KI-gestützte Videosysteme können auffällige Verhaltensmuster, Gewaltdelikte oder gefährliche Situationen frühzeitig erkennen und Sicherheitskräfte gezielt unterstützen. Quelle:  DPolG / CM

Generelles Alkoholverbot in Zügen und an allen Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn hat seit Jahren und im zunehmenden Maße Probleme mit alkoholisierten Fahrgästen und Personen in Zügen und an Bahnsteigen. Daher plant der Staatskonzern ein absolutes Alkoholverbot mit Wirkung ab 15. Oktober 2026 an sämtlichen 5.400 Bahnhöfen deutschlandweit.  Bundespolizei und DB-Sicherheitskräfte überwachen das Verbot.

Bahnkonzernchefin Evelyn Palla hat die Nase voll von den ständigen Übergriffen auf Personal und Fahrgäste durch alkoholisierte Personen. Zuletzt war vor wenigen Tagen erst ein erneuter Fall bekannt geworden, bei dem es nach einer Rangelei zwischen einem betrunkenen männlichen Fahrgast und einen Zugbegleiter dazu gekommen, dass der Bahnbedienstete aus dem fahrenden Zug stürzte und lebensgefährlich verletzt wurde. Dwnnoch wurde der Täter von einem Richter auf freien Fuß gesetzt, was so ziemlich einmal in der Welt sein dürfte. Unter Palla’s Leitung soll ab sofort härter durchgegriffen werden. Es soll mehr Ordnung und Sicherheit auf den Bahnhöfen und in den Zügen geben. Für sie, so Palla, zähle nur eines: der Schutz der Kollegen und aller Reisenden. 

Ein Alkoholverbot kann Palla als Hausrecht durchsetzen ujd entsprechend sanktionieren lassen. Das Konsumverbot alkoholischer Getränke gilt bis dato nur an ca. 30 größeren Bahnstationen , z.B. in München, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg und Köln.  Die lokalen Hausordnungen werden dazu in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst.  

Ausgenommen von der Verbotsregelung ist der Ausschank innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von originalverschlossenen alkoholischen Getränken, mitgeführt in Taschen, soll weiterhin gestattet bleiben. 

Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt wird, wird sofort des Platzes verwiesen; bei wiederholten Verstößen droht Tätern nicht nur ein dauerhaftes Hausverbot. Quelle: DB / CM

Italo bestellt Velaro-Züge bei Siemens Mobility

Der Italienische private Hochgeschwindigkeitsbetreiber Italo will gegen alle Widerstände aus Deutschland sich einen Teil des Fernverkehrsmarkts auf der Schiene sichern. Deutsche <Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL fürchten die künftige Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser. Denn Italo will nur prestigeträchtige profitable Linien bedienen, etwa die von München nach Berlin oder ins Ruhrgebiet. Für den Geldbeutel von geschäftlich und privat Reisenden kann das aber nur gut sein.

Siemens Mobility hat einen Vertrag mit dem italienischen Hochgeschwindigkeits-bahnbetreiber Italo Holding unterzeichnet. Dieser umfasst die Lieferung von 26 achtteiligen Velaro-Mehrsystem-Hochgeschwindigkeitszügen mit einer Option auf 14 weitere Fahrzeuge sowie einen 30-jährigen Full-Service-Vertrag. Die Fertigung der Velaro-Züge erfolgt am Siemens-Mobility-Standort Krefeld. Der Auftragswert für Siemens Mobility liegt bei rund 3 Milliarden Euro.
 
„Die Entscheidung von Italo Holding unterstreicht das Vertrauen in Siemens Mobility und den Velaro – eine der weltweit erfolgreichsten Hochgeschwindigkeits-plattformen. Mit Einsätzen in zahlreichen Ländern, mehr als drei Milliarden zurückgelegten Kilometern und Millionen beförderten Fahrgästen weltweit setzt der Velaro Maßstäbe für zuverlässigen und effizienten Hochgeschwindigkeits-zugverkehr. Diese langfristige Partnerschaft, die sowohl die Züge als auch einen 30-jährigen Full-Service-Vertrag umfasst, ist ein wegweisendes Projekt und ein starkes Bekenntnis zu industrieller Wertschöpfung und Innovation made in Germany“, sagt Michael Peter, CEO von Siemens Mobility.

Die Velaro-Züge bestehen aus acht Wagen und bieten jeweils rund 440 Sitzplätze. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h. Dank ihrer Mehrsystemtechnik können die Züge unter vier unterschiedlichen Stromsystemen verkehren: mit 1,5 und 3 Kilovolt (kV) Gleichstrom sowie 15 und 25 kV Wechselstrom. Die neuen Züge werden mit integrierten Starlink-Antennen ausgestattet und ermöglichen den Fahrgästen so eine leistungsfähige satellitengestützte Internetverbindung.
 
Der 30-jährige Full-Service-Vertrag umfasst die Instandhaltung der Flotte im eigenen Depot von Siemens Mobility in Dortmund. Digitale Services, darunter die Railigent X-Plattform und Lösungen zur Flottenüberwachung, unterstützen während des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge eine vorausschauende Instandhaltung und einen effizienten Betrieb. Quelle: Siemens Mobility / CM

Ein wahrer Held der Deutschen Bahn

Ein nagelneuer ICEL war am Samstag, 11. Juli 2026 von Westerland auf Sylt nach Berlin unterwegs als es plötzlich ein ziemlich unangenehmes Problem gab: Das Klopapier war in den Bordtoiletten ausgegangen. Statt die Fahrgäste mit dieser misslichen Lage alleine zu lassen, entschied der Zugchef, das Problem selbst und sofort zu lösen.

Der Bahnbedienstete ließ den Zug außerplanmäßig in Hamburg-Bergedorf stoppen. Dann stieg er selbst aus und ging schnell in einen nahen Supermarkt. Dort kaufte er Toilettenpapier. Er brachte drei große Packungen in den Zug – erst dann fuhr der ICE L weiter. Nach DB-Informationen war infolge eines Personalwechsels bzw. -ausfalls vergessen worden, den Fernzug vor der Abfahrt in Westerland richtig zu beladen, auch mit WC-Papier. .

Die Bahn hat den Vorfall inzwischen bestätigt. Eine Sprecherin sagte dem Nachrichtenportal Tag24, dass es einen kurzfristigen Ausfall gegeben habe und der Zug deshalb nicht richtig – zum Beispiel mit Toilettenpapier – beladen wurde. Und: Der Zugchef soll das Geld für den spontanen Toilettenpapier-Einkauf zurückbekommen.

In einem Instagram-Video wird der Zugchef als Mitarbeiter des Monats gefeiert. Auch in den Kommentaren gibt es unglaublich viele positive Kommentare. Der Zugchef wird als „Ehrenmann“ und „wahrer Held“ bezeichnet. Außerdem wird eine Gehaltserhöhung für ihn gefordert. Und – auch andere Bahn-Mitarbeiter bekommen Lob: „Die Zugbegleiter können für die wenigsten Probleme etwas und versuchen immer aus jeder Situation das beste rauszuholen ❤️ Vielen Dank für euer Engagement, das ihr jeden Tag an den Tag legt 👍“ nicolasimeono. Der ICE hatte am Ende übrigens fast 45 Minuten Verspätung. Aber: Bei dieser Story verzeiht man das doch gerne.

Übrigens: Wir hatten vor Jahren auf einer Geschäftsreise ins kanadische Calgary ein ganz ähnliches Problem: Auf dem Flug nach Frankfurt waren kurz nach dem Start in Kanada sämtliche Bord-WVCs ausgefallen. Anstatt umzudrehen – wir waren ca. 30 Minuten in der Luft – hieß es einfach, es würden keine Getränke auf dem gut zehnstündigen Flug mehr ausgeschenkt. Der Flug mit einer sehr namhaften Airline wurde so für die allermeisten Passagiere zum wahren Höllentrip… Quelle: SWR / DB / CM

Korridorsanierung Hagen-Wuppertal ist fertig

Die DB InfraGO AG hat die Korridorsanierung zwischen Hagen, Wuppertal und Köln pünktlich abgeschlossen: Ab Freitag Abend, (10. Juli 2026) 21 Uhr, rollen die Regional-, Fernverkehrs- und Güterzüge auf der Strecke wieder. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO und Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gaben die Strecke bei einer Abschlussveranstaltung in Leverkusen am Vormittag symbolisch wieder frei.

Auf der rund 65 km langen Strecke haben über 550 Mitarbeitende der DB und der beteiligten Bauunternehmen seit 06. Februar 2026 Gleise, Weichen und Oberleitung erneuert oder sie umfassend instandgesetzt. Außerdem haben die Teams an der Sanierung von zwölf Bahnhöfen gearbeitet. Umleiter- und Ersatzverkehre waren im Einsatz. 

DB InfraGO hat die Kostenprognose für die Korridorsanierung Hagen – Wuppertal – Köln um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag abgesenkt. Die Sanierung wird also nach aktuellem Stand günstiger als ursprünglich geplant. Allerdings stehen die finalen Kosten erst fest, wenn alle Abrechnungen und Nachforderungen abgeschlossen sind.

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO: „Es war ein Kraftakt, aber wir haben es geschafft: Die Korridorsanierung Hagen – Wuppertal – Köln ist pünktlich abgeschlossen. Uns ist klar, dass wir den Fahrgästen und dem Güterverkehr stellenweise viel abverlangt haben. Aber: Am Ende lohnt es sich. Wir kommen voran, wir machen die Infrastruktur Schritt für Schritt wieder fit. Dabei hilft uns ganz wesentlich das Geld aus dem Sondervermögen des Bundes.“

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: „Heute, nach fünf Monaten Bauzeit können wir sagen: Projekt abgeschlossen. Und das pünktlich und im Budget. Mein Dank gilt allen Beteiligten. Das Ergebnis sind erste Maßnahmen für attraktive, leistungsfähige und ganzheitlich modernisierte Bahnhöfe mit vielen neuen Gleisen, Weichen, Schallschutzwände und noch vieles mehr. Darauf dürfen alle zurecht stolz sein.“

Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: „Heute ist ein guter Tag für die Fahrgäste auf dieser Hauptachse. Nach Monaten rollt der Zugverkehr wieder. Ziel ist eine zuverlässigere Strecke. Daran muss weitergearbeitet werden: weniger Verspätungen, Störungen und Engpässe für eine Rückkehr zur Qualität, die die Fahrgäste zu Recht erwarten.“

Die Korridorsanierung Hagen – Wuppertal – Köln im Überblick. Seit dem Start der Sanierung haben die DB und die beteiligten Baufirmen insgesamt 81 km Gleis, 51 Weichen sowie über 21 km  der Oberleitung erneuert oder sie umfassend instandgesetzt. Zusätzlich haben die Teams 3,6 km neue Schallschutzwände entlang der Strecke gebaut, sodass es für Anwohnende ab sofort deutlich leiser wird. 

Darüber hinaus hat die DB InfraGO die Modernisierung von zwölf Bahnhöfen an der Strecke der Korridorsanierung vorangetrieben. Sechs der zwölf Stationen sind bereits jetzt nahezu fertig modernisiert. Je nach Zustand des Bahnhofs hat die DB InfraGO verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um das Erlebnis der Reisenden am Bahnhof zu verbessern. Dazu gehören u.a. moderne Bahnsteige und -dächer, Wetterschutzhäuser, verständliche Wegeleitsysteme, die optische Aufwertung von Personenunterführungen, moderne Beleuchtung, neue Treppeneinhausungen sowie die Herstellung der Barrierefreiheit.

Die fünfmonatige Streckensperrung konnten die Bauteams auch nutzen, um zahlreiche Bauarbeiten über die Korridorsanierung hinaus voranzutreiben. Dazu zählt beispielsweise die Erneuerung von vier Eisenbahnbrücken.

Die DB InfraGO strebt nach Abschluss der Korridorsanierung eine mindestens fünfjährige Baufreiheit auf der Fernbahnstrecke Hagen–Wuppertal–Köln an. Um den guten Zustand der Strecke zu erhalten sind jedoch weiterhin Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Diese werden in kurzen, zumeist nächtlichen Sperrpausen umgesetzt.

Wie bereits vor der Korridorsanierung angekündigt, werden die Arbeiten an den sechs Stationen, die auch an der parallel verlaufenden S-Bahn-Strecke liegen, bis Ende 2027 planmäßig fortgesetzt. Hierfür sind im Sommer weitere Sperrungen der S-Bahn-Strecke notwendig.

Positive Bilanz zum Verkehrskonzept

Zum Abschluss der Bauarbeiten zieht die DB eine positive Bilanz zum Verkehrskonzept für die Reisenden. Fernverkehrs- und Güterzüge verkehrten in den vergangenen Monaten zuverlässig auf Umleitungsstrecken. Im Regionalverkehr wurde gemeinsam mit den Verkehrsverbünden ein umfangreicher Ersatzverkehr mit bis zu 200 modernen Bussen auf die Straße gebracht. Quelle: Deutsche Bahn / CM

Kommt sie oder kommt sie nicht, die Mainschleifenbahn?

Bis Ende 2026 wollen die Kreistage der Landkreise Würzburg und Kitzingen wichtige Weichen für die Reaktivierung der Mainschleifenbahn stellen. Im Mittelpunkt einer gemeinsamen Sitzung im Herbst stehen weitere Grundsatzentscheidungen. 

Ende 2024 hatten die Kreistage von Kitzingen und Würzburg gemeinsam beschlossen, die seit 1990 stillgelegte Bahnstrecke für den Personennahverkehr zu reaktivieren. Seitdem hat das Projekt einige wenige Fortschritte gemacht: Der Bund übernimmt die Kosten für den Wiedereinbch einer Weichenverbindung mit der Hauptbahn Würzburg-Schweinfurt-Bamberg/Erfurtam Bahnhof Seligenstadt. 2025 bestätigte die DB InfraGO den Planungsstart. Parallel dazu arbeitet die Mainschleifenbahn-Infrastruktur-GmbH (MIG) an 35 Einzelprojekten zur Ertüchtigung der rund 10 km  langen Strecke zwischen Seligenstadt und Volkach, wie MIG-Geschäftsführer Thomas Götz in der jüngsten Sitzung des Würzburger Kreisausschusses berichtete.

Die Zukunft der Mainschleifenbahn ist noch nicht geklärt. Foto IG Mainschleifenbahn

Ursprünglich wollten die beteiligten Kommunen den Ausbau der Strecke möglichst früh an einen professionellen Bahnbetreiber übertragen. Ziel war es, den finanziellen und personellen Aufwand zu begrenzen. Nun sieht das weitere Vorgehen jedoch vor, dass die MIG unter dem Vorsitz des Landkreises Kitzingen und des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg die Strecke ausbaut und anschließend an ein Unternehmen verpachtet, das den Betrieb übernimmt. Die positive Nachricht: Ein möglicher Partner begleite den Prozess bereits intensiv, so Thomas Götz. Trotz einer Förderung durch den Bund von 90 % der Baukosten erfordere dieses Modell jedoch Know-how und personelle Ressourcen auch seitens der Verwaltung.

Zunächst müssen die Kreisräte aus Kitzingen und Würzburg also über die Anschlussfinanzierung der MIG beraten und die nächste Planungsphase zur konkreten baulichen Umsetzung beschließen. Bis Ende des Jahres soll außerdem eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung auf Grundlage der gegenwärtigen Kosten vorliegen. „Die Planung der Strecke ist wesentlich komplexer als der Umbau der Strecke selbst“, betonte der Würzburger Landrat Thomas Eberth. „Wir stehen jetzt an einem entscheidenden Punkt. Mit den Beschlüssen der beiden Kreistage legen wir fest, ob wir den entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Reaktivierung der Mainschleifenbahn gehen. Wenn wir jetzt Ja sagen, starten wir die konkrete Umsetzung.“ Quelle: Landkreis Würzburg / CM

Bei der Bahn sollen die Kunden besser informiert werden

Die Deutsche Bahn (DB) investiert bis Ende 2027 rund 50 Mio. Euro zusätzlich in bessere Kundenkommunikation. DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder haben dazu die Eckpunkte des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation“ vorgestellt. 

Gerade in betrieblich angespannten Zeiten spielt die Kundeninformation eine zentrale Rolle. Das Sofortprogramm ist Teil der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ des Bundes. Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende: „Wir investieren 50  Mio. Euro zusätzlich in moderne IT und künstliche Intelligenz. Damit machen wir die Kundeninformation verlässlicher, schneller und besser. Als Vielfahrerin weiß ich, wie wichtig es ist, jederzeit an die für mich relevanten Informationen zu kommen.”

Bahnchefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder präsentierten man Mittwoch, 08. Juli das Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“. Foto: DB

Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr: „Bisher ließen die Informationen für Reisende bei Verspätungen oder Zugausfällen oft zu wünschen übrig – ich begrüße sehr, dass sich das jetzt ändern soll. Denn bessere Kommunikation gibt den Reisenden Orientierung, Planungssicherheit und Handlungsmöglichkeiten. Das Sofortprogramm für bessere Kundenkommunikation soll dafür sorgen, dass Reisende künftig über alle Kanäle umfassend, nahezu in Echtzeit und einheitlich über das Reisegeschehen informiert werden.“

Detais des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation”:

• Schnell und individuell mit KI:
  – Mit der KI-basierten virtuellen Assistenz Kiana können in ihrem Account eingeloggte Nutzer:innen auf bahn.de präzise und individuelle Auskünfte zu ihrer Reise abfragen. Und das schnell, rund um die Uhr und in über 100 Sprachen. Zum Ende des Jahres wird Kiana für alle Reisenden auf bahn.de und im DB Navigator verfügbar sein. 
  – Die DB modernisiert ihre IT sowie die Prozesse in den Leitstellen. Dabei setzt sie voll auf Künstliche Intelligenz (KI). Eingehende Informationen zu Störungen werden schneller verarbeitet, aufbereitet und an die relevanten Kundenkanäle weitergegeben. Fahrgäste erhalten dadurch schneller als bisher verlässliche Hinweise, etwa zu Halteausfällen, Verspätungen oder Anschlussmöglichkeiten. 

• Eine App für alle Infos: Die DB Information, die Reisende von den Bahnhöfen kennen, wird in den digitalen Raum erweitert. Unter der Marke „DB Info“ entwickelt die DB eine anbieterneutrale Website sowie App, die ab Dezember 2026 verfügbar sein werden. Damit erhalten Reisende digital Echtzeit-Informationen zu ihrer Reisekette aus Hand der unabhängigen Infrastruktur – konsistent zur Information im Bahnhof. 

• Eine Info, alle Kanäle: Die Information über kurzfristige Gleiswechsel zeigt der DB Navigator deutlich schneller an. Statt wie bisher erst nach rund 60 Sekunden, wird sie jetzt bereits nach etwa 2 Sekunden im DB Navigator angezeigt. Damit sind Informationen zu kurzfristigen Änderungen über alle Kanäle hinweg zeitgleich für Reisende verfügbar. Noch in diesem Jahr wird auch die Push-Mitteilung unmittelbar über die App ausgespielt.

• Klarheit am Bahnsteig: 7.000 neue Anzeiger an kleinen, mittleren und großen Bahnhöfen bieten Reisenden bessere Lesbarkeit und mehr Platz für wichtige Informationen. An großen Bahnhöfen zeigen die Displays auch Klasse, Wagenreihung, Folgezüge und Serviceeinrichtungen an. Kleine Stationen bekommen moderne Anzeiger – inklusive Druckknopf zum Vorlesen und einem Monitor für Bauinformationen. 

• Ein Ort für alle Daten: Die zentrale Datenplattform der Reisendeninformation wird an die DB InfraGO übertragen. Damit schaffen Bund und DB InfraGO die technische Grundlage für eine verbesserte integrierte Reisendeninformation über Betreibergrenzen hinweg.

Das Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“ ist eines von insgesamt drei Programmen, die DB und Bund gemeinsam umsetzen, um schnelle Effekte für ein besseres Reiseerlebnis zu erreichen. Zahlreiche Projekte zur Qualitätsverbesserung sind bereits direkt und spürbar umgesetzt. Dabei geht es – neben besserer Kundenkommunikation – um mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen und mehr Komfort in den Zügen des Fernverkehrs. Quelle: DB / CM

Nach Generalsanierung fertig und doch nicht fertig

Die Deutsche Bahn teilt mit, dass die ICE Magistrale Nürnberg–Regensburg nach der Generalsanierung nicht wie geplant am 10. Juli, sondern erst zum 31. Juli 2026 wieder in Betrieb gehen kann. Als Grund wird die noch ausstehende sicherheitstechnische Überprüfung der neuen Stellwerkstechnik genannt. Gleise, Weichen und Oberleitungen sind fertiggestellt – das Nadelöhr liegt allein bei der Abnahme der Leittechnik.

Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht darin kein Einzelproblem, sondern ein Symptom eines systemischen Versagens. „Das wiederholt sich bei jeder Generalsanierung: Die Bauarbeiten laufen, aber am Ende blockiert die Abnahme der Stellwerkstechnik den Betrieb – schon die Riedbahn ging nur mit Abstrichen und ohne ETCS in Betrieb“, sagt Prof. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN. „Die DB InfraGO muss endlich ein transparentes, für die Zivilgesellschaft nachprüfbares Konzept vorlegen, wie sie dieses Problem strukturell lösen will – und sich dabei nicht allein auf die Hersteller verlassen. Die im Mai angekündigte zentrale Programmsteuerung für Stellwerksprojekte bleibt eine Blackbox, solange von außen nicht transparent sichtbar ist, ob die Prüfkapazitäten tatsächlich zu den geplanten Inbetriebnahmen passen.“

„Wenn das Thema Abnahmeprüfung nicht gelöst wird, sind nicht nur die Generalsanierungen und die Digitalisierung des Netzes massiv gefährdet“, so Prof. Iffländer. „Das ist kein technisches Randproblem – das ist eine der entscheidenden Engstellen für die Zukunft des deutschen Schienennetzes, und die von allen geforderte Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene.“ Quelle: Pro Bahn / CM

Politik muss mehr tun bei der Bahn

„Stillstand in der Bahnpolitik überwinden – Strukturreformen umsetzen, Kapazitäten des Schienennetzes verstärken und ein gutes Fernverkehrsangebot sicherstellen“ lautet der Titel eines Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/6922). Er soll am Donnerstag, 9. Juli 2026, erstmals durch den Bundestag beraten werden.

Die Grünen-Abgeordneten fordern darin von der Bundesregierung u.a. die Sicherstellung, dass Deutschland die Ziele des Masterplans Schiene erreicht, dass die Sanierung des Schienennetzes in einem hohen Tempo erfolgt und dass der Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur mit dem Ziel der Etablierung des Deutschlandtaktes „nicht durch die ausbleibende auskömmliche Finanzierung weiter verzögert wird“. 

Ausgerechnet in einer Zeit, in der immer mehr Menschen Bahn fahren wollten, die Nachfrage nach Zugtickets ansteige und Unternehmen den Einstieg in den deutschen Schienenverkehrsmarkt planten bzw. ihre Streckenangebote ausweiten wollten, „kommt das deutsche Schienennetz an seine Kapazitätsgrenzen und ist immer stärker überlastet“, heißt es in dem Antrag. Umgekehrt seien Bahnangebote im Fernverkehr abseits der hoch rentablen Metropolverbindungen auf dem Rückzug – Linien würden schrittweise reduziert oder eingestellt. Auf überlasteten Strecken drohe die Verdrängung des Regionalverkehrs, in der Fläche die Einstellung des Fernverkehrs. „Dieser problematischen Entwicklung schaut die schwarz-rote Bundesregierung bisher tatenlos zu“, urteilen die Grünen.

Der Bund sei für die Finanzierung der Erweiterung des Bahnnetzes verantwortlich, betonen sie. Weil die schwarz-rote Bundesregierung „trotz der großen Spielräume des Sondervermögens“ keine ausreichenden Mittel bereitstelle, würden wichtige Aus- und Neubauprojekte eingestellt und reihenweise Planungsteams abgezogen. Eine Wiederaufnahme der Planungen sei nur nach mehreren Jahren und einer Weiterfinanzierung der Planungskosten möglich, da teilweise Planungskräfte wieder neu eingearbeitet und Pläne aktualisiert werden müssten. „So geht wertvolle Zeit verloren und Projekte werden durch politische Unentschlossenheit teurer“, heißt es in dem Antrag.

Verlangt wird darin konkret, die Streichung von Fernverkehrshalten wie beispielsweise in Bochum, Duisburg und Düsseldorf in der „Agenda für zufriedene Kunden“ von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nicht in Kauf zu nehmen, sondern die Schieneninfrastruktur zu erweitern und mehr Schienenverkehrsangebote zu ermöglichen. An der Priorität eigenwirtschaftlicher Angebote im Fernverkehr muss aus Sicht der Grünen festgehalten werden. Zugleich müsse aber die Anbindung von Städten wie Jena, Dessau, Chemnitz oder Heilbronn, „die verkehrspolitisch gewünscht, aber schon bisher nicht eigenwirtschaftlich erbringbar ist“, finanziell gefördert werden. Dafür könnten in einem ersten Schritt Trassenpreise gezielt reduziert und bei anhaltender Unwirtschaftlichkeit Zugverkehre auf diesen Strecken bestellt werden, heißt es. Quelle: Bundestag / CM

100 Jahre Zugspitzbahn

Mit einer Jubiläumsfahrt auf die Zugspitze sowie einem besonderen Theaterabend im Zugspitzsaal in Ehrwald beging die Tiroler Zugspitzbahn am 05. Juli 2026 – genau 100 Jahre nach ihrer Eröffnung – ihren Geburtstag. Unter den Ehrengästen: Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Vertreter der Eigentümerfamilien sowie Nachkommen des Bahngründers und Reuttener Pioniers Dr. Hermann Stern.

Am 05. Juli 1926 wurde mit der Inbetriebnahme der damaligen „Österreichischen Zugspitzbahn“ Seilbahngeschichte geschrieben: Erstmals führte eine Bahn von Ehrwald auf die Zugspitze und machte den höchsten Berg Deutschlands für ein breites Publikum erreichbar. 100 Jahre später bildete die Jubiläumsfahrt den Auftakt der Feierlichkeiten. Gemeinsam mit den Gesellschafterfamilien Dengg, Tipotsch, Egger, Klausner, Pichlsberger und Mader aus dem Zillertal sowie mit Vertreter:innen der Familie Stern – darunter Enkel und Urenkel – ging es mit der Tiroler Zugspitzbahn hinauf auf den Gipfel.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier betonte Landeshauptmann Anton Mattle die Strahlkraft der Bahn, die weit über die Landesgrenzen hinauswirkt: „100 Jahre Tiroler Zugspitzbahn stehen für Tiroler Pioniergeist, technische Spitzenleistung und einen Tourismus, der Wertschöpfung für die Region schafft. Die Tiroler Zugspitzbahn hat die Zugspitze den Menschen nicht nur nähergebracht, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region nachhaltig geprägt. Dass diese Erfolgsgeschichte heute so eindrucksvoll weitergeschrieben wird, ist dem Engagement der Eigentümerfamilien, der Gesellschafter und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken“, so Mattle.

Franz und Klaus Dengg, beide Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn, unisono: „Heute ist die Geschichte der Tiroler Zugspitzbahn auf ganz besondere Weise spürbar. Wir feiern das Werk von Visionären wie Hermann Stern und all jenen, die diese Bahn in den vergangenen 100 Jahren geprägt haben. Unser Auftrag ist es, dieses Erbe mit Verantwortung weiterzuführen und unseren Gästen auch noch in 100 Jahren einzigartige Bergerlebnisse zu ermöglichen.“

Mit der Eröffnung am 05. Juli 1926 als erste Seilbahn Tirols und zweite Seilbahn Österreichs wurde der Grundstein für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gelegt. Was einst als technische Sensation begann, hat sich im Laufe von Jahrzehnten zu einem Leitbetrieb des alpinen Tourismus entwickelt. Die Tiroler Zugspitzbahn bringt heute bis zu 100 Personen in rund zehn Minuten auf die 2.962 m hohe Zugspitze. Oben angekommen werden BesucherInnen ein einzigartiger Vier-Länder-Ausblick über die Alpen sowie ein vielfältiges gastronomisches Angebot und eine interaktive Ausstellung über die Geschichte der Bahn geboten.

„Die nächsten Jahre werden davon geprägt sein, unsere Anlagen und Angebote weiter zu optimieren und zugleich die Einzigartigkeit dieses Ortes zu bewahren“, so Dengg. „Die Zugspitze ist ein Stück Identität für unsere Region – und wir wollen dafür sorgen, dass auch kommende Generationen diesen besonderen Berg verantwortungsvoll erleben können.“ Quelle: Tiroler Zugspitzbahn / CM