Streckenschädem sorgen für den Entfall von IC-Halten

Mehrere kurzfristig eingerichtete Langsamfahrstellen auf der IC-Strecke zwischen Stuttgart und Nürnberg führen zu großen Verspätungen. Um diese zu reduzieren und die Anschlüsse der Reisenden, insbesondere in Stuttgart und Karlsruhe sicher zu stellen, muss die DB die Halte der Züge der IC-Linie 61 Karlsruhe – Stuttgart – Aalen – Nürnberg (- Leipzig) vorübergehend reduzieren.

Die vorübergehenden Haltausfälle auf der IC-Linie zwischen Karlsruhe und Nürnberg dauern über Ende August hinaus an. Die Halte der IC2-Garnituren (5 Doppelstockwagen + Lokomotive) in Crailsheim, Ellwangen sowie Schwäbisch Gmünd entfallen. Für Geschäftsreisende aus diesen drei Städten bedeutet das, auf der Regionalverkehr oder das Auto umzusteigen. und damit längere Reisezeiten in Kauf zu nehmen. Zwischen Crailsheim und Ansbach aufgetretene Schäden an der IC-Linie  führen zu zusätzlichen Fahrplanänderungen. Die Änderungen werden sukzessive in die Fahrplanmedien eingepflegt.

Die DB bittet für die anhaltenden Einschränkungen um Entschuldigung. Sobald die notwendigen Baumaschinen zur Verfügung stehen und die Strecke wieder in Ordnung gebracht ist, werden die Städte wieder bedient. Quelle: Deutsche Bahn / CM

Leo Express expandiert in Deutschland 

Seit Anfang August 2026 bietet Leo Express eine direkte Zugverbindung von Frankfurt/M. über Tschechien bis ins polnische Przemyśl (an der Grenze zur Ukraine) an. Es handelt sich um eine der längsten Direktzugverbindungen Europas und zugleich um eine Verbindung, die Deutschland, Tschechien und Polen mit nur einem Zug miteinander verknüpft. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem deutschen Markt wird ab 13. Dezember 2026 die neue Verbindung zwischen München und Prag sein.

Derzeit nutzen etwas mehr als 100 Fahrgäste täglich die Verbindung von Frankfurt bis Przemyśl; ihre Zahl wächst dynamisch. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, bis zu 400 Fahrgäste pro Zug zu befördern.

Fahrkarten in Deutschland ab fünf Euro. Ein wichtiger Bestandteil des Angebots von Leo Express auf dem deutschen Markt sind attraktive Ticketkosten. Die Preise für internationale Fahrkarten in der Economy Class beginnen je nach konkreter Verbindung in der Regel bei rund zehn Euro. Für innerdeutsche Fahrten zwischen deutschen Städten bietet Leo Express vergünstigte City-Hopper-Tarife ab fünf Euro. 

 
Auf dieser Linie können Fahrgäste zwischen Economy und Business Class wählen. Die Züge sind mit WLAN, Klimaanlage und einem Bistro ausgestattet.  Die Langstreckenverbindung richtet sich nicht nur an Reisende zwischen Frankfurt und Prag. Durch die größere Zahl an Zwischenhalten entstehen neue Direktverbindungen zwischen zahlreichen deutschen Städten und Zielen in Tschechien und Polen. Zwischen Frankfurt und Prag hält der Zug insgesamt 18-mal, u.a. in Fulda, Erfurt, Weimar, Dresden und Bad Schandau.

Die Expansion in Deutschland ist Teil der umfassenderen Wachstumsstrategie des Unternehmens. Nach Angaben von CEO Peter Köhler hat sich Leo Express als Unternehmen in den vergangenen drei Jahren verdoppelt und erwartet für dieses Jahr ein weiteres Wachstum von mindestens 50 %. Dabei legt das Unternehmen großen Wert auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. 

Ab Dezember auch München–Prag. Ein weiterer wichtiger Schritt von Leo Express auf dem deutschen Markt wird die neue Verbindung zwischen München und Prag sein, die am 13. Dezember aufgenommen werden soll. Den Zugbetrieb übernimmt Leo Express in Tschechien von České dráhy (ČD), nachdem Leo Express eine Ausschreibung des tschechischen Verkehrsministeriums gewonnen hat. In Deutschland werden die Züge u.a. in Furth im Wald, Schwandorf, Freising, Landshut und Regensburg halten. In Tschechien sind neben Prag auch Halte in Domažlice, Holýšov und Plzeň vorgesehen.

Nach den Planungen von Leo Express soll die Fahrt zwischen München und Prag rund 5:20 Stunden dauern. Die Züge verkehren achtmal täglich je Richtung im Zwei-Stunden-Takt. Auf deutschem Gebiet können Fahrgäste neben anderen Fahrausweisen auch das Deutschland-Ticket nutzen. Leo Express will zugleich sein Angebot an günstigen Tarifen ausweiten und möglichst viele Reisende dazu bewegen, auf dieser Strecke die komfortablere und umweltfreundlichere Reise mit der Bahn zu wählen. Quelle: Leo Express

SBB schreibt Beschaffung von bis zu 40 Highspeed-Zügen aus

Die Zahl der Zugreisenden zwischen der Schweiz und dem Ausland wächst. Die SBB will ihr Angebot in diesem Bereich ausbauen und strebt den Einsatz von bis zu 40 Hochgeschwindigkeitszügen im grenzüberschreitenden Personenverkehr an. Die Finanzierung ist über Leasing geplant. Die Ausschreibung ist auf Ende 2026/ Anfang 2027 geplant.

Die Nachfrage nach internationalen Verbindungen im Personenverkehr ist im ersten Halbjahr 2026 auf über 6 Mio. Fahrgäste gestiegen und liegt damit 1,3 % über der Vorjahresperiode. Dies teilte CEO Vincent Ducrot an der Medienkonferenz zu den Halbjahreszahlen mit.

Die SBB strebt weiterhin den Einsatz von neuen Hochgeschwindigkeitszügen an. Derzeit klärt die SBB die Finanzierung dafür ab und ist im Austausch mit Herstellern und Leasinggebern. Zu den Herstellern für derlei Superzüge zählen Siemens Mobility, Alstom, Stadler und Hitachi. Die Ausschreibung ist per Ende 2026/Anfang 2027 geplant.

Die SBB hatte im November vier Leasingfirmen vorselektiert, die für das angestrebte Operating Lease von Hochgeschwindigkeitszügen infrage kommen. Die Zahl der Zugreisenden zwischen der Schweiz und dem Ausland wächst. Die SBB will ihr Angebot in diesem Bereich ausbauen und strebt den Einsatz von bis zu 40 Hochgeschwindigkeitszügen im grenzüberschreitenden Personenverkehr an. Die Finanzierung ist über ein Leasing geplant. Nun hat die SBB vier Leasinggeber ausgewählt, die ein Angebot einreichen können. Bis dato fahren bereits die Stadler-Giruno-Hochgeschwindigkeitszüge der SBB von Basel über Frankfurt/m. nach Hamburg, sowie nach Mailand. Seit Ende 2025 bilden die 41 jeweils elfteiligen Superzüge das Rückgrat des internationalen Personenverkehrs der SBB. Die modernen Renner sind auch bei deutschen Geschäftsreisenden höchst beliebt. 

Die Giruno-Züge verkehren auf der Nord-Süd-Achse von Hamburg über Basel bis Mailand. Foto: SBB

Die SBB hat vier Leasingfirmen vorselektiert, die für das angestrebte Operating Lease von Hochgeschwindigkeitszügen infrage kommen. Die Auswahl wurde auf der Beschaffungsplattform SIMAP bekannt gegeben. Alle Firmen – AlphaTrains, Beacon Rail, Rock Rail und Willow Group – haben bereits Erfahrung im Leasing von Zügen und erfüllen die wirtschaftlichen Anforderungen und die definierten Qualitätsstandards.

In er zweiten Stufe des Verfahrens können die vier Leasingfirmen ihre Angebote einreichen. Zeitgleich sollen auch die Züge ausgeschrieben werden. Quelle: SBB /CM

Polen: Ab 2027 fahren Züge bis 250 km/h schnell

Auf der polnischen Eisenbahnmagistrale (Centralna Magistrala Kolejowa, CMK) hat ein Hochgeschwindigkeitszug der PKP während Testfahrten 250 km/h erreicht. Laut PKP Polskie Linie Kolejowe S.A. sollen die Züge italienischer Bauart 2027 mit einer planmäßigen Geschwindigkeit von 250 km/h auf dieser Strecke unterwegs sein. 

Premier Donald Tusk will in Polen eine „Revolution auf der Schiene“: „Wir werden die schnellsten Eisenbahnen Europas haben“, kündigte er an und versprach ein Schienennetz, das alle Regionen und Landkreise erreicht. Herzstück des Vorhabens ist der Neubau einer Hochgeschwindigkeitsneubeustrecke, die Warschau, Łódź, Posen und Breslau, also die größten Städte des Landes verbinden soll. Geplante Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h, deutlich mehr als beim deutschen ICE. Fertigstellung: 2035. Abzweigungen nach Danzig und Krakau könnten später noch dazukommen. Von Posen könnten die Züge in Zukunft außerdem nach Berlin weiterfahren, von Breslau – nach Leipzig und Prag.

Die y-förmige Neubaustrecke soll Warschau über den im Bau befindlichen neuen  Zentralflughafen (CPK) mit Łódź, Poznań (Posen) und Wrocław (Breslau) verbinden. In Zukunft sollen die Züge die beiden Städte Warschau und Łódź in rund 45 Minuten verbinden- Nach Poznań (früheres Posen) soll die Fahrtzeit auf unter 100 Minuten gedrückt werden. Der erste Abschnitt von Warschau über den Megaflughafen nach Łódź soll voraussichtlich 2032 in Betrieb gehen, die Verzweigungen nach Poznań und Wrocław sind bis 2035 anvisiert.  

Neben den Neubaustrecken sind landesweit Tausende Kilometer an Streckenausbauten und Modernisierungen geplant, um auch kleinere Regionen wieder besser anzubinden. Eine davon ist die Centralna Magistrala Kolejowa (CMK) von Warschau nach Krakau und weiter nach Kattowitz. Dazu bereitet Polskie Linie die Strecke Nr. 4 schrittweise auf die Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vor.  So soll die Reisezeit zwischen Warschau und Südpolen um bis zu 25 Minuten verkürzt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen für die CMK ist die Einführung moderner Steuerungs- und Kommunikationssysteme. Die Fertigstellung des GSM-R-Systems auf der CMK war für die Inbetriebnahme des ETCS-Systems der Stufe 2 unerlässlich. Es gewährleistet eine kontinuierliche Überwachung der Zugführung und ist für Fahrten mit einer Geschwindigkeit von 250 km/h erforderlich. 

Die Erhöhung der Geschwindigkeit auf der CMK wird vor allem für die Verbindungen zwischen Warszawa und Kraków sowie Katowice von Bedeutung sein, aber auch für weitere Strecken, die über diese Linie bedient werden. 

Das staatliche Bahnunternehmen PKP Intercity hat bereits Ausschreibungen für 20 neue, mindestens 320 km/h schnelle Triebzüge auf den Weg gebracht. Die Beschaffung erfolgt im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs. Hersteller, darunter auch Siemens Mobility, mussten sich zunächst für dieses Verfahren qualifizieren. Nach dem vorläufigen Zeitplan von PKP Intercity soll die Entscheidung über den Lieferanten bis August 2027 fallen. Die Ausschreibung beinhaltet zudem eine Option auf weitere 35 Hochgeschwindigkeitstriebfahrzeuge. Darüber hinaus muss ein Bewerber im Falle eines Zuschlags 30 Jahre lang Wartungsarbeiten übernehmen und hierfür eine entsprechende Anlage in Polen errichten.  Quelle: PKP 

DB-Statement zur Studie des Statistischen Bundesamts

Knapp jeder Fünfte nutzte 2025 die Bahn für Reisen mit mindestens einer Übernachtung im In- und Ausland. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts.. Mit einem Anteil von 19,2 % liegt die Bahn vor Flugverkehr (15,2 %) und Reisebussen (2,7 %).

Auch 2026 setzt sich der positive Trend fort. Die Menschen wollen Bahnfahren, insbesondere auch Business Traveller! Sie schätzen die Bahn gerade in der aktuellen Situation als preiswerte Alternative. Die Zahl der Fahrgäste stieg im ersten Halbjahr auf mehr als 960 Millionen. Das sind rund 17 Mio. Fahrgäste bzw. 1,8 % mehr als im Vorjahr. Seit April legten die Ticketverkäufe im Fernverkehr zu. 

Zwischen großen Städten bietet die DB eine Vielzahl attraktiver Sprinterverbindungen an. Auch der Nachfrage-Boom im internationalen Fernverkehr hält an: Fast ein Drittel mehr Menschen steigt für ihre Europa-Reise seit 2019 auf die Bahn um. Das sind über 25 Mio. Passagiere – Tendenz steigend. Quelle: Deutsche Bahn / CM

PayPal und DB starten Cashback-Aktion für Reisende

PayPal startet gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine neue Cashback-Aktion für Bahnreisende in Deutschland. Noch bis zum 13. September 2026 erhalten PayPal-Kunden 5 %  Cashback in Form von PayPal-Punkten, wenn sie das Angebot zuvor in der PayPal-App aktivieren und ihren anschließenden Kauf au Bahn.de mit PayPal bezahlen. Das Angebot hat aber einen Haken.

Pro Kunde sind bis zu 5 Euro bzw. 500 PayPal-Punkte möglich. Haken an der Offerte: Sie ist auf 250.000 Teilnehmende begrenzt und endet vorzeitig, sobald diese Zahl erreicht ist. 

„Für viele Menschen gehört die Deutsche Bahn fest zum Alltag, sei es für den Wochenendtrip, den Besuch bei Familie und Freunden oder eine Geschäftsreise. Mit unserer gemeinsamen undzeitlich begrenzten Aktion möchten wir unseren Kunden einen zusätzlichen Vorteil bieten, wenn sie ihre Bahnreise mit PayPal bezahlen“, sagt Carola Wahl, Managing Director Deutschland, Österreich und Schweiz bei PayPal. 

Und Dr. Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr: „Mit der gemeinsamen Cashback-Aktion mit PayPal möchten wir unseren Kunden beim Ticketkauf einen zusätzlichen Vorteil bieten. Gleichzeitig laden wir noch mehr Menschen ein, sich von unserer Gastgeberqualität an Bord persönlich zu überzeugen.“ 

Ausrichter des Angebots ist PayPal. Die wichtigsten Fakten im Überblick: 

  • Voraussetzung: deutsches PayPal-Konto 
  • 5 % Cashback auf Käufe auf bahn.de bei Zahlung mit PayPal 
  • Aktionszeitraum: 17. August bis 13. September 2026 
  • Cashback: maximal 5 Euro bzw. 500 PayPal-Punkte pro PayPal-Konto 
  • Teilnahme: Angebot vor dem Kauf in der PayPal-App aktivieren 

Das Angebot ist ausschließlich nach vorheriger Aktivierung in der PayPal-App verfügbar. Es gelten die Angebotsbedingungen. Quelle: DB / PayPal / CM

Ausgefallene Züge im Fernverkehr

Nur wenige ICE- und IC-Züge mussten bisher 2026 ersatzlos ausfallen. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 3,6 %. Die meisten Fahrgäste konnten alternative Verbindungen nutzen und ihre Bahnreise fortsetzen. Dies galt auch für Züge, die nicht am Zielbahnhof endeten.

Laut Mitteilung der Deutschen Bahn machten der heftige Wintereinbruch im Januar 2026 Schiene, Straße und Luftfahrt gleichermaßen zu schaffen. Auch mit der Rekordhitze im Juni und Juli hatten alle Verkehrsträger zu kämpfen. Dennoch: Der überwiegende Anteil der Fernverkehrszüge war weiter für die Fahrgäste unterwegs.

Technische Störungen an den Zügen selbst, etwa bei Antrieben, gingen dank der besseren Instandhaltungsprozesse und der jünger gewordenen Fahrzeugflotte zwischen 2019 und 2025 um über 50 % zurück.

Wunsch des Landes Brandenburg: Ostbahn zur deutsch-polnischen Zukunftsachse ausbauen 

Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU im Landtag Brandenburg bringen einen gemeinsamen Antrag zur Stärkung der Ostbahn als deutsch-polnische Zukunftsachse ein. Die Ostbahn war bis Ende des 2. Wltkriegs eine 740 km lange bedeutende Fernbahnmagistrale von Berlin nach Königsberg bis Eydtkuhnen an der damaligen Grenze zum Russischen Kaiserreich mit Unterwegshalten in Küstrin, Landsberg, Kreuz, Schneidemühl, Bromberg, Danzig, Marienburg und Dirschau. Das Bundesverkehrsministerium indes sieht derzeit keine Perspektiven für einen zügigen Ausbau der Ostbahn von Berlin Richtung Polen. 

Ziel ist es sich auf Bundesebene für den vollständigen zweigleisigen Ausbau und die durchgehende Elektrifizierung der Strecke zwischen Berlin und der deutsch-polnischen Grenze einzusetzen. Auf polnischer Seite ab Küstrin soll die Fernbahn durchgehend elektrifiziert – in langen Abschnitten ist Oberleitung bereits installiert –  und sofern nicht schon gesehehen wieder zweigleisig ausgebaut werden. 

Konkret verlangen die Fraktionen von der Landesregierung, sich dafür einzusetzen, dass die Ostbahn als vorrangiger Bedarf in die Bundesverkehrswegeplanung aufgenommen wird und dass die erforderlichen verkehrlichen und gesamtwirtschaftlichen Bewertungsgrundlagen überarbeitet werden. Außerdem wird die Strecke als Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) und der europäischen Korridore für militärische Mobilität vorgeschlagen, um EU-Fördermittel in Anspruch nehmen zu können.

Für die Menschen in Brandenburg ist die Ostbahn eine zentrale Lebensader zwischen Berlin und Polen, so Martina Maxi Schmidt, stv. Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung wird der stark frequentierte Berlin–Frankfurt (Oder)-Korridor entlastet, die Mobilität im ländlichen Raum verbessert und der Güterverkehr mit dieser wichtigen Ost-Westverbindung gestärkt. Deshalb ist es jetzt unerlässlich, dass sie im Bundesverkehrswegeplan als vorrangiger Bedarf eingestuft wird.“

Nicole Walter-Mundt, stv. Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, betont: „Brandenburg und Polen wachsen wirtschaftlich immer enger zusammen. Unsere Infrastruktur muss mit dieser Entwicklung Schritt halten. Gerade für die vielen Pendler ist eine leistungsfähige und verlässliche Ostbahn von großer Bedeutung. Gleichzeitig stärkt sie den Wirtschaftsstandort, verbessert den grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr und eröffnet neue europäische Fördermöglichkeiten. Eine moderne Schienenverbindung erhöht auch unsere Handlungsfähigkeit in Krisenlagen. Der Ausbau ist deshalb eine wichtige Investition in die Zukunft und Widerstandsfähigkeit Brandenburgs.“ 

Die Modernisierung und Elektrifizierung der sog. Preußischen Ostbahn zwischen Kostrzyn und Piła (Schneidemühl) war bereits 2020 in Polen beschlossene Sache, ist. aber bis heute noch nicht realisiert. Immerhin wurde im Juki 2024 die neue Oderbrücke bei Küstrin eingeweiht, zweigleidig und vorbereitet für eine spätere Elektrifizierung. Wir erinnern uns: Am 28. März 1945 sprengten Pioniere der deutschen Wehrmacht in einem Anfall von geistiger Umnachtung der befehligenden Offiziere die Bahnbrücke, die über die Oder hinweg nach Küstrin führte. Am 31. Juli 2024  rund 79 Jahre später, krachte es erneut am Flussufer rund 90 km  östlich von Berlin. Doch diesmal war der Anlass ein friedlicher. Mit einem Farben-Feuerwerk wurde die Eröffnung der Oderbrücke zwischen Küstrin-Kietz und Küstrin, das längst Kostrzyn heißt, gefeiert. An der Bahnstrecke von Deutschland nach Polen ist für 50 Mio. Euro ein weltweit einzigartiges Bauwerk entstanden. 

Im Juli 2024 wurde die neue Oderbrücke im Zuge der ehemaligen Preußischen Ostbahn eingeweiht. Foto: PKP

Das Bundesverkehrsministerium sieht derzeit keine Perspektiven für einen zügigen Ausbau der Ostbahn von Berlin Richtung Polen.  Ein internationaler Bedarf für Fern- und Güterverkehr über bestehende Strecken hinaus ist laut Ministerium nicht erkennbar. Für den Aufstieg in den „vordringlichen Bedarf“ der Bundesverkehrswegeplanung ist eine positive gesamtwirtschaftliche Bewertung nötig, die aktuell nicht vorliegt. Die Strecke (RB 26) ist im Bundesverkehrswegeplan lediglich als „potenzieller Bedarf“ eingestuft.Quelle: Brandenburgs Landtagsfraktionen SPD und CDU / Bundesregierung / CM

Stadler liefert an NEXRAIL absolut emissionsfreie E-Loks

NEXRAIL hat bei Stadler bis zu 200 Hybridlokomotiven des Typs EURO9000 bestellt. Die Lokomotive kombiniert die Leistung von bis zu 9 Megawatt über Fahrleitung und Stromabnehmer mit 1,2 Megawatt Hochleistungsbatterien. Sie ist die erste Lokomotive, die einen vollständig emissionsfreien Transport von Terminal zu Terminal ermöglicht. Das Batteriemodul ermöglicht die Bremsenergierückgewinnung und ein Lastspitzenmanagement.

Stadler hat Großauftrag gewonnen. Das luxemburgische Lok-Leasing Unternehmen NEXRAIL hat den Schweizer Eisenbahntechnikhersteller Stadler damit beauftragt, bis zu 200 EURO9000 Hybridlokomotiven zu bauen. Stadler baut die Lokomotiven im spanischen Werk Valencia.

Die neue EURO9000 besitzt einen innovativen Pantograf-Batterie-Hybridantrieb. Da sie mit den entsprechenden länderspezifischen Systemen ausgestattet ist, kann sie für den grenzüberschreitenden Betrieb zwischen Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Italien eingesetzt werden. Die Loks laufen in allen europäischen Stromsystemen mit 25 kV AC 50 Hz + 15 kV AC 16,7 Hz + 3 kV DC + 1,5 kV DC + 636 kWh LTO-Batterien. Die ersten Fahrzeuge werden voraussichtlich 2029 ausgeliefert. Erstkunde ist die Hamburger Rail Service GmbH & Co. KG (HRS).

Leasinganbieter NEXRAIL hat bei Steller 200 emissionsfreie E-Loks Euro9000 bestellt. Foto: Stadler

Die hohe Zugkraft (500 kN) und Leistungsfähigkeit der EURO9000 ermöglichen den Betrieb mit Einfachtraktion selbst in anspruchsvollem Gelände, einschließlich der transalpinen Korridore – und sparen so die Kosten für eine Schiebelokomotive. In schwachen Gleichstromnetzen kann die Batterie die Lokomotive zusätzlich unterstützen, was zu einer besseren Leistung, höherer Zugkraft und optimierten Fahrplänen führt.

Das innovativste Merkmal der EURO9000 ist das intelligente Batteriemanagementsystem. Dieses unterstützt regeneratives Bremsen, reduziert Netzspitzenkosten und ermöglicht es, gezielt Energie einzukaufen, um Preisschwankungen auszunutzen. Die Kombination all dieser Vorteile macht die pantograf-batteriebetriebene EURO9000 im Betrieb kostengünstiger und vielseitiger als andere Modelle. 

NEXRAIL ist ein führendes europäisches Leasingunternehmen für Lokomotiven, insbesondere solche, die eine emissionsfreie traktion bieten. Hamburger Rail Service (HRS) ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Hamburg. Quelle: Stadler / CM

Erste von vier East River-Tunnelröhren in New York wieder komplett neu aufgebaut

Amtrak hat die Röhre 2 des East River Tunnels (ERT) – Die East-River-Tunnel sind vier eingleisige Eisenbahnröhren für den Personenverkehr, die vom östlichen Ende der Pennsylvania Station unter der 32. und 33. Straße in Manhattan verlaufen und den East River nach Long Island City in Queens unterqueren. – offiziell wieder in Betrieb genommen und damit die erste große Phase des ERT-Sanierungsprojekts abgeschlossen. Damit wurden wichtige Verbesserungen in Bezug auf Sicherheit und Zuverlässigkeit für Hunderttausende von täglichen Fahrgästen von Amtrak, der Long Island Rail Road (LIRR) und NJ TRANSIT erzielt.

Die Röhren 1 und 2 des Tunnels wurden im Oktober 2012 während des Hurrikans Sandy mit Salzwasser geflutet, das durch einen Lüftungsschacht und die Tunnelportale eindrang. Amtrak schlug vor, zur Sanierung jeweils eine Röhre für jeweils 13 Monate zu sperren. Die erste Phase des Projekts zur Instandsetzung der Röhre 2 wurde am 17. August 2026 abgeschlossen; die zweite Phase zur Instandsetzung der Röhre 1 wird Ende 2026 beginnen.

Die Gleise in en vier Tunnelröhren werden von Zügen der Long Island Rail Road (LIRR) und von Amtrak-Hochgeschwindigkeitszügen (Acela) sowie anderen Fernzügen genutzt, die von und zur Penn Station sowie zu Zielen im Norden und Osten verkehren. Zudem nutzen zahlreiche Doppelstockzüge  New Jersey Transit die Strecke u.a. für Leerfahrten zum Sunnyside Yard. Die Tunnel sind Teil des Amtrak-„Northeast Corridor“, einer der meist befahrenen Bahnmagistralen der USA und werden von Zügen befahren, die zwischen New York City und Neuengland (u.a. Boston) über die Hell Gate Bridge verkehren. 

Amtrak-Interimspräsident Byl Herrmann: „Dieser Meilenstein spiegelt die Fortschritte wider, die Amtrak beim Wiederaufbau kritischer Infrastruktur erzielt, während gleichzeitig der Betrieb für die Millionen von Fahrgästen aufrechterhalten wird, die jedes Jahr auf den Northeast Corridor angewiesen sind. Die Wiedereröffnung der Röhre 2 des East River Tunnels stellt eine wichtige Verkehrsverbindung wieder her und versetzt sie in die Lage, Bahnreisende für weitere 100 Jahre zu bedienen. Wir schätzen die starke Unterstützung durch die Federal Railroad Administration und die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern während des gesamten Projekts und freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit fortzusetzen, während wir mit der Sanierung der zweiten und letzten Tunnelröhre beginnen.“

MTA-Vorsitzender und CEO Janno Lieber: „Um diesen Meilenstein zu erreichen, war eine enge Zusammenarbeit zwischen der MTA und Amtrak erforderlich, und wir werden auch weiterhin aktive Partner bei allen gemeinsamen Infrastrukturprojekten sein, um die besten Ergebnisse für die Fahrgäste zu gewährleisten. Die Vertretung der Interessen der MTA-Kunden hat für uns stets oberste Priorität.“

Präsident und CEO der Rail Passengers Association Jim Mathews: „Dieses Projekt steht für kluge Technik und kluges Bauwesen, unterstützt durch kluge Politik und umgesetzt mit dem bestmöglichen Ansatz. Amerika verdient das beste Verkehrssystem der Welt, und dazu gehören auch die besten Züge der Welt. Jetzt, nach Jahrzehnten, schaffen wir es endlich … sicher, schnell und richtig. Im Namen der 127.000 Mitglieder, Spender und Unterstützer der Rail Passengers Association im ganzen Land gratuliere ich Amtrak, der FRA, der MTA, New Jersey Transit und dem gesamten Team.“

Im Laufe des vergangenen Jahres haben die Bauarbeiter die inneren Systeme des 116 Jahre alten Tunnels vollständig saniert, darunter Gleise, Stromversorgung, Kommunikation, Entwässerung und bautechnische Elemente.

• Diese Arbeiten umfassten den Abriss, die Entfernung und den Austausch erheblich beschädigter Infrastruktur sowie den Bau neuer Stützmauern, die die Sicherheit, den Zugang für Wartungsarbeiten und die Betriebsleistung verbessern sollen.

• Insgesamt wurden mehr als 24.000 Fuß Schienen, 8.000 Tonnen Schotter, 8.000 Holzschwellen und 20.000 Kubikyard Beton für die Stützmauern entfernt und ersetzt.

Der East-River-Tunnel wurde 1910 eröffnet und ist einer der verkehrsreichsten Personenzugtunnel der westlichen Hemisphäre, durch den täglich 450 Züge von Amtrak, LIRR und NJ TRANSIT verkehren. Zwei der vier Tunnelröhren erforderten umfangreiche Reparaturen und einen umfassenden Wiederaufbau, nachdem sie durch Hochwasser beschädigt worden waren, das während des Supersturms Sandy in den Tunnel eingedrungen war.

• Die zweite und letzte Phase des Projekts beginnt in diesem Herbst und umfasst denselben Arbeitsumfang wie bei der Tunnelröhre der Röhre 1. Im Vorfeld der Arbeiten an der Röhre 1 wird Amtrak zusätzliche Maßnahmen zur Verstärkung der Infrastruktur durchführen, um das Risiko von Ausfällen zu verringern – so wie es bereits bei der Röhre 2 geschehen ist.

• Das 1,6-Mrd.-Dollar-Projekt liegt weiterhin im Budget und ist auf Kurs, bis Ende 2027 abgeschlossen zu werden. 

• Es wird in erster Linie durch einen von der Federal Railroad Administration verwalteten Bundeszuschuss finanziert, ergänzt durch Beiträge von Amtrak, der MTA und NJ TRANSIT.

Während der gesamten Bauphase blieben drei der vier East-River-Tunnel in Betrieb, um den kontinuierlichen Betrieb der drei Bahnunternehmen Amtrak, LIRR und NJ TRANSIT zu gewährleisten. 

Feier zum Meilenstein. Amtrak und seine Partner feierten mit einer Veranstaltung in der New Yorker Penn Station und einer feierlichen Zugfahrt durch den runderneuerten Tunnel, an der unter anderem der Leiter der US-Eisenbahnbehörde (Federal Railroad Administrator) David Fink, der Vorsitzende und CEO der MTA Janno Lieber, der Präsident der LIRR Rob Free, der amtierende Senior Vice President und General Manager für den Bahnbetrieb bei NJT Dan Rogust sowie weitere Ehrengäste teilnahmen.

US-Senator Chuck Schumer: „Die East-River-Tunnel sind die Lebensader für Hunderttausende Pendler auf Long Island und für die regionale Wirtschaft. Nachdem der Supersturm Sandy diese Tunnel mit 14 Millionen Gallonen (52.995.765 Liter) korrosivem Salzwasser überflutet hatte, war ich stolz darauf, für die 1,3 Mrd. US-Dollar zur Sanierung zu kämpfen und sie zu sichern. Heute können die Bewohner von Long Island endlich das Licht am Ende des East-River-Tunnels sehen, was den Weg für sicherere und schnellere Pendelfahrten ebnet. Ein großes Lob an Amtrak, die MTA, Gouverneurin Hochul und die fleißigen Bauarbeiter, die dies möglich gemacht haben.“

US-Senatorin Kirsten Gillibrand: „Ich begrüße die Fortschritte von Amtrak bei der Wiederherstellung des East-River-Tunnels und bei den Investitionen in zuverlässigere, effizientere Verkehrsverbindungen für die Zig-Tausenden von New Yorkern, die täglich auf den Northeast Corridor angewiesen sind. Ich bin stolz darauf, die Bundesmittel für dieses Projekt gesichert zu haben, und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass Ressourcen bereitgestellt werden, um die sicheren, zuverlässigen und barrierefreien öffentlichen Verkehrssysteme aufrechtzuerhalten, auf die sich die New Yorker verlassen.“

Paul P. Skoutelas, Präsident und CEO der APTA: „Die Wiedereröffnung der ersten Röhre des East-River-Tunnels ist ein wichtiger Meilenstein bei der Sanierung einer der wichtigsten Eisenbahninfrastrukturen des Landes. Mehr als ein Jahrzehnt, nachdem der Supersturm Sandy diesen jahrhundertealten Tunnel fast vernichtet hatte, zeigt diese Errungenschaft, was möglich ist, wenn Bundesinvestitionen, starke Partnerschaften und qualifizierte Arbeitskräfte zusammenkommen, um kritische Infrastruktur wieder aufzubauen. Hunderttausende Fahrgäste von Amtrak, der MTA Long Island Rail Road und NJ TRANSIT sind täglich auf diesen Tunnel angewiesen, und dieser Fortschritt bringt uns einem sichereren und zuverlässigeren Nordostkorridor für kommende Generationen einen Schritt näher.“ Quelle: Amtrak / CM