Wegen der Eskalation im Nahen Osten steigen die Preise für Kraftstoffe, Heizöl und Gas deutlich. Angesichts der massiv steigenden Spritpreise hat SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) scharf kritisiert. Reiche schaue nur zu, wie Mineralölkonzerne Rekordgewinne auf Kosten der Autofahrenden machen. Der SPD-Mann fällt allerdings der schwarzroten Koalition in den Rücken.
Klüssendorf fordert schnell Maßnahmen gegen die Abzocke, u.a. aber auch einen Spritpreisdeckel und die bereits mehrfach diskutierte Übergewinnsteuer für die Mineralölkonzerne. Mit dieser Abgabe sollen die hohe Gewinne der Ölkonzerne abgeschöpft und an die Autofahrenden zurück gegeben werden. Der SPD-Mann vergisst dabei aber, dass der Staat selbst pro Liter Diesel oder Benzin mehr als 1,20 Euro an Steuern kassiert. Während nahezu alle anderen EU-Länder Autofahrer entlasten, will die Bundesregierung weder CO2-Steuer noch Mehrwertsteuer senken, Es gibt keine Entlastungen. Stattdessen gehen bei einem Benzinpreis von 2,30 Eur/l satte 52,5 % an den Fiskus dank vier verschiedener Steuerarten: Energiesteuer, CO2‑Steuer, Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer.

Am vergangenen Wochenende hatten die Spritpreise ein neues Allzeithoch erreicht. Der Liter Super E10 kostete am Sonntag laut ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro. Damit wurde der bisherige Höchstpreis von März 2022 übertroffen. Der Preis für Diesel stieg ebenfalls weiter an. Er erreichte am Sonntag laut ADAC 2,404 Euro pro Liter. Und ein Ende der Preisspirale in Deutschland ist nicht abzusehen.
Der Tankstellen-Verband unkt gar, „wir werden Spritpreise um drei Euro bekommen“, so wie es an den Bundesautobahnen teilweise schon der Fall ist.
Das Problem: Zwar ist der Anteil des Öls aus der Golfregion, wie es in Deutschland verbraucht wird vergleichsweise gering. Da aber in den USA die Treibstoffpreise gerade niedrig gehalten werden, müssen die Mineralölkonzerne woanders das Geld verdienen, und das ist nun mal in Europa.
Bei aller Diskussion: Fein heraus sind alle Besitzer von batterieelektrischen Autos, erst recht, wenn sie ihre Autos zuhause mittel PV-Anlage und Wallbox mit Strom betanken können. Sie fahren ca. 80 % günstiger als vergleichbare Verbrennermodelle. Das Gerede von der Technologieoffenheit, wie es die meisten Autobauer oder auch der VDA bisher von sich gaben, rächt sich nun an den Benzin- und Diesel-Zapfsäulen. Quelle: ADAC / CM