CM-Test des BMW iX3.50 xDrive

Wir haben das neue SAV iX3.50 xFrive der Neuen Klasse tseten dürfen. Der Wagen mit 800 V-Architektur und technischen Highlights ist eine Wucht. 

An Front und Heck fällt der iX3.50 xDrive er durch seinen eigenständigen Look auf, einer, der wohl erst auf den zweiten Blick gefällt. Das SAV (345 kW/469 PS) ist das erste Modell der Münchner mit einer elektrischen Fahrzeugplattform mit800-Volt-Technik. Optisch und technisch läutet das SAV, wie es die Münchner nennen, eine neue Ära ein: Und so haben wir denn viele positive Eindrücke mitgenommen, aber leider auch ein paar Schwächen, die so ganz und gar nicht BMW-like sind. 

Gefertigt wird der Wagen im neuen Werk im ungarischen Debrecen.  Die aktuelle Lieferzeit: Gut ein Jahr. Über die Optik kann man sich streiten. Wir finden sie gut. Der Neue verzichtet auf die riesige Doppelniere. Es geht auch kleiner und sehr aufrecht. Eingerahmt werden die Nieren durch ein schwarzes Paneel, das die beiden LED-Scheinwerfer miteinander verbindet. Neu und irgendwie recht attraktiv ist das Heck mit zwei breiten Rückleuchten. Von der Seite betrachtet ähnelt der Elektriker dem aktuellen X3. 

Innenraum. Dass Platzangebot ist großzügig auch im Fond. Der auf 2,90 m um 12 cm gewachsene Radstand und die gegenüber dem Vorgänger um ebenfalls 12 cm gewachsene Außenlänge (4,78 m) schaffen doch recht großzügige Platzverhältnisse, auch hinten. Die Sitze sind vorne wie hinten komfortabel und absolut langstreckentauglich.  Kofferraum (440 bis 1.570 l) und Frunk (35 l) sorgen dafür, dass man auch mit großem Gepäck verreisen kann.  Die Ladekante liegt wegen des Akkus 78 cm hoch, die in der Öffnunsgshöhe einstellbare Heckklappe öffnet bis auf 195 cm. 

Bedienung. Zukunft heißt es auch beim Cockpit in Form des Panoramic-iDrive-Displays. Das erstreckt sich unterhalb der gesamten Windschutzscheibe. Statt Fahrerdisplay werden Informationen über die gesamte Fahrzeugbreite auf ein schwarzes Band unten an der Windschutzscheibe projiziert. Der Blick darauf funktioniert gut. Man kann  die Inhalte unter „Personal“ anpassen. Die Inhalte der einzelnen Segmente lassen sich selbst bei starker Sonneneinstrahlung bestens ablesen und, wie gesagt, individuell einstellen – angezeigt werden etwa Wetter, aktueller Stromverbrauch, Batterietemperatur, Radiosender etc.  Gesteuert wird das Panoramic-iDrive-Display über den Touchscreen. Ansonsten erfolgt die Steuerung des Wagens über den 17,9“ großen Touchscreen auf dem Armaturenbrett. Bedienknöpfe sucht man vergebens mit Ausnahmeder Mittelkonsole und der dort verbauten Schalter. . Generell raten wir Nutzern des iX3.50, sich intensiv mit den Bedienmenüs zu beschäftigen. Wer die Geduld mit den zig Untermenüs im Infotainmentsystem nicht hat, der bediene sich einfach der Sprachsteuerung. Die funktioniert absolut perfekt und weiß auf nahezu jede Frage die korrekte Antwort.

Serienmäßig an Bord ist eine umfangreiche Konnektivitäts- und Multimediaausstattung. Einen guten Teil davon leisten aber auch Apple CarPlay und Android Auto, deren Anbindung dauerhaft unterstützt wird.

Das (leider optionale) Head-up-Display liefert im Grunde genommen nur noch wenig zusätzlichen Mehrwert indem z.B.  das Abbiegen rechtzeitig und optisch narrensicher im Sichtfeld anzeigt.  

Das Lenkrad liegt angenehm in den Händen 

Viel Reichweite. Im Test verbrauchten wir knapp 20 kWh. Dank des 108,7 kWh großen Akkus schafften wird über 650 km Reichweite. Aber Achtung: Im Menü sollte man sich entscheiden, ob man „akkuschonendes Schnellladen“ aktivieren möchte oder nicht. Dann dauert das Laden an Hypersäulen wie gewohnt um di 30 Minuten von 0 auf 80 %. Noch etwas ist eine feine Sache: Das Hantieren mit Apps, Lade- oder Kreditkarten gehört nämlich der Vergangenheit an, wenn man vor der Fahrt mittels Smartphone oder im Untermenüe die Option „Plug & Carge“  aktiviert. Automatisches Schnellladen selbst abseits der Autobahnen funktioniert wunderbar. Unser SAV lud seinen Strom  mit bis zu 400 kW Gleichstrom ziemlich schnell. Zuhause an der Wallbox muss man sich mit 11 kW zufrieden geben. Eine 22-kW-Option ist optional verfügbar. Und auch das bietet das SAV: Bidirektionales Laden.

Fahreindruck. Das SAV ist fahrdynamisch agil ausgelegt, und das trotz seines Gewichts (> 2,3 t) und seiner Größe (478 cm lang). Es lässt sich überaus handlich bewegen. Dazu trägt u.a. ein straffes Stahlfederwerk bei. Das dürfte für Komfortliebhaber etwas zu straff abgestimmt sein, wie wir meinen.  Die Lenkung ist leichtgängig und exakt. Auch die Bremsen verrichten ihr Werk hervorragend. Am meisten Spaß aber bereitet das lautlose Cruisen und, so man es möchte, die brachiale Power, mit der man beim Gasgeben nach vorne katapultiert wird. Immer alles im Griff hat das ESP.  Eine feine Sache war für uns die neue dynamische Rekuperation. Vor einer roten Ampel oder einem vorausfahrenden sich verlangsamenden Fahrzeug verringert das SAV seine Geschwindigkeit automatisch bis zum Stillstand. Das Bremspedal betätigen braucht man gar nicht erst. Entscheidet man sich für den optionalen Autobahn-&-City-Assistent, dann bekomt man die Level-2+-Funktion des automatisierten Fahrens. Das heißt, man kann dauerhaft die Hände vom Lenkrad nehmen, solange das Kontrollsystem die Aufmerksamkeit der am Steuer sitzenden Person erkennt.

Unser Fazit: Das elektrische SAV der Neuen Klasse ist ein tolles Elektrofahrzeug. Es fährt fantastisch, es bietet mehr als genug Platz, eine innovative Bedienung und hohe Reichweite (sofern man moderat unterwegs ist) und eine sehr gute Ladeleistung. Zudem kann man, sofern man die ausklapppbare Hängerkupplung bestellt hat, bis zu 2 t Anhängelast mitführen. Insgesamt ist das SAAV sehr ordentkich verarbeitet, wenngleich an der einen oder anderen Stelle die Materialqualität BMW-unüblich ausgefallen ist. Insofern scheint bei diesem mit vielen Meriten ausgezeichneten BMW auch der Rotstift sein Unwesen getrieben zu haben. So vermisst man z.B. schmerzlich Dachhaken (etwa zum Aufhängen von Anzug, Kleid, Hemden usw),  ein verschließbares Handschuhfach oder auch eine Scheinwerferreinigungs-Anlage um nur drei Dinge zu nennen.  Und über den Preis legen wir den Mantel des Schweigens. Quelle: CM

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