Streit ums EU-Katar-Luftverkehrsabkommen 

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) unterstützt die Forderung der European Cabin Crew Association (EurECCA), das umfassende Luftverkehrsabkommen zwischen der Europäischen Union und Katar unverzüglich auszusetzen.  

Bereits im Februar hatte UFO vor Wettbewerbsverzerrungen durch eine weitere Öffnung des europäischen Luftraums gewarnt. Aus den nun vom Europäischen Parlament aufgegriffenen Bedenken zur Aushandlung des Abkommens erwächst dringender Handlungsbedarf. Hintergrund sind schwerwiegende Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit den Verhandlungen des Abkommens. Das Europäische Parlament verweist u.a. auf mögliche Interessenkonflikte, Verstöße gegen Transparenzregeln, die Annahme von Geschenken sowie den Vorwurf, dass vertrauliche Informationen über das Abkommen weitergegeben worden seien.  

EurECCA hatte sich in einem offenen Schreiben an die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, sowie an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gewandt. Der europäische Dachverband der Kabinenbeschäftigten fordert darin die Aussetzung des Abkommens vor dem Hintergrund der im Raum stehenden Vorwürfe. Von den Nationalstaaten fordert EurECCA, die Ratifizierung des Abkommens zu verweigern. 

Aus Sicht der UFO ist dieser Schritt zwingend notwendig. Internationale Luftverkehrsabkommen mit weitreichenden Folgen für Wettbewerb, Beschäftigung und soziale Standards dürfen nicht weitergeführt werden, solange zentrale demokratische Bedenken nicht ausgeräumt sind. „Es geht hier nicht um eine technische Detailfrage der Luftverkehrspolitik. Es geht um Vertrauen in europäische Institutionen, um faire Wettbewerbsbedingungen und um die Frage, ob soziale Standards im Luftverkehr geschützt oder weiter unter Druck gesetzt werden“, erklärt Kai Uwe Fuelle-Netzer, Vorstand für Politik & Außenbeziehungen bei UFO. „Deutschland darf dieses Abkommen in seiner jetzigen Form nicht ratifizieren. Die vom Europäischen Parlament benannten Bedenken sind so gravierend, dass ein politisches Weiter-so nicht zu rechtfertigen ist. Wer faire Wettbewerbsbedingungen und soziale Standards im europäischen Luftverkehr ernst nimmt, muss die Ratifizierung jetzt klar verweigern.“ 

Für UFO ist klar: Luftverkehrsabkommen dürfen nicht allein daran gemessen werden, ob sie zusätzliche Marktchancen eröffnen. Entscheidend ist, unter welchen Bedingungen dieser Marktzugang entsteht.  „Wenn Airlines aus Staaten mit deutlich anderen arbeits- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen umfassenden Zugang zum europäischen Markt erhalten, müssen sich diese an europäischen Grundwerten messen lassen”, so Fuelle-Netzer weiter. „Ein Abkommen, das unter schwerwiegenden politischen Vorbehalten steht, kann nicht einfach weiterlaufen, als sei nichts geschehen.“ 

Die UFO fordert die Bundesregierung und die zuständigen politischen Stellen in Deutschland auf, die Ratifizierung des EU-Katar-Luftverkehrsabkommens nicht weiter voranzutreiben. Stattdessen braucht es eine unabhängige Überprüfung der Verhandlungen und eine transparente Bewertung der Folgen für den europäischen Luftverkehr. Quelle: UFO / CM

Delta: Partnerschaft mit der NYT und dem WSJ

Delta Air Lines geht eine Partnerschaft mit zwei der der weltweit namhaftesten Tageszeitungen ein, die US-Präsident Donald Trump am meisten verabscheut und wiederholt als „Macher von Fake News“ bezeichnet hat. Passagiere kostenlosen Zugriff auf eine umfangreiche Sammlung von Artikeln beider US-Medienhäuser sowie auf weitere Inhalte wie Videos, die auf den Bildschirmen in den Rückenlehnen der Sitze verfügbar sein werden.

Die jüngste, am Mittwoch von der für ihre liberale Haltung bekannten Fluggesellschaft aus Atlanta angekündigte Partnerschaft betrifft das „Wall Street Journal“ /WSJ) – eine Tageszeitung, die sich laut Delta durch „Qualität, Zuverlässigkeit und die Unterstützung der Menschen bei der Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt“ auszeichnet.

Delta ist eine Partnerschaft mit der NYT und dem WSJ eingegangen, zwei namhafte Tageszeitungen, mit denen US-Präsident Donald Trump im Clinch liegt. Screenshot CM

Trumps Verhältnis zum „Wall Street Journal* ist jedoch zwiespältig: Zwar lobt er das Blatt gelegentlich für seine Wirtschaftsberichterstattung, greift es aber ebenso oft wegen Artikeln an, die ihn oder sein Handeln als Präsident kritisieren. Im April erst bezeichnete Trump die Redaktion des WSJ als „eine der schlechtesten, nachdem diese einen Kommentar mit der Überschrift „Trump Declares Premature Victory in Iran“ (Trump verkündet verfrühten Sieg im Iran-Konflikt) veröffentlicht hatte. Auf seiner eigenen Plattform „Truth Social“ schrieb Trump: „Das WSJ wird – wie üblich – seine Worte noch schlucken müssen. Sie sind immer schnell mit Kritik zur Hand, geben aber nie zu, wenn sie falsch liegen – was meistens der Fall ist!“

Donald Trumps heftige Angriffe auf das WSJ verblassen jedoch im Vergleich zu seiner Haltung gegenüber Deltas anderem jüngsten Medienpartner, der „New York Times“; gegen diese reichte Trump im vergangenen September wegen Verleumdung und übler Nachrede eine Klage über 15 Mrd. US-Dollar ein. The New York Times (NYT) ist eine einflussreiche überregionale US-amerikanische Tageszeitung mit höchsten Abonnentenzahl aller US-Zeitungen. Trump warf der NYT vor, seinen Ruf zu schädigen und ihn zu verleumden. Die NYT konterte, die Klage sei „haltlos, entbehre jeglicher rechtlicher Grundlage und sei vielmehr ein Versuch, unabhängige Berichterstattung zu unterbinden und zu untergraben“.

Delta ging die Partnerschaft mit der NYT im April ein – Monate nach Trumps wütendem juristischen Vorstoß gegen die Zeitung. Damals betonte Delta, die „New York Times“ bleibe „eine der weltweit vertrauenswürdigsten Marken an Bord“.

Beide Tageszeitungen sind über Deltas hauseigenes Unterhaltungs-Ökosystem „Delta Sync“ verfügbar. Dabei handelt es sich um ein ehrgeiziges Projekt, das darauf ausgelegt ist, den Passagieren ein erstklassiges Erlebnis an Bord zu bieten – von Inhalten auf den Bildschirmen in den Sitzlehnen über das WLAN an Bord bis hin zum Zugriff auf weitere Multimedia-Inhalte.

Im Fall der NYT und des WSJ ermöglicht die „Delta Sync“-Partnerschaft den Passagieren einen kostenlosen Zugang zu beiden Tageszeitungen für 24 Stunden, beginnend mit der Anmeldung im WLAN-Netzwerk an Bord. Dieser Zugang bleibt auch nach der Landung bestehen.

Zudem werden ausgewählte Videoinhalte beider Medienhäuser in das Bordunterhaltungssystem von Delta eingespeist, sodass die Passagiere diese während des Fluges kostenlos ansehen können.

Mit „Delta Sync“ geht die Fluggesellschaft eigene Wege bei der Zusammenarbeit mit Content-Anbietern – unabhängig von den herkömmlichen Lieferanten für Bordunterhaltung. Delta hat zudem Vereinbarungen mit Partnern wie Paramount+, YouTube und Crunchyroll geschlossen.

Ein Großteil des „Delta Sync“-Erlebnisses läuft über das WLAN-Portal der Fluggesellschaft; genau dieser Punkt erwies sich jedoch als Knackpunkt bei den Gesprächen mit Elon Musks Unternehmen Starlink über ultraschnelles Internet an Bord.

Während Delta an seinem sorgfältig kuratierten „Delta Sync“-WLAN-Portal festhalten wollte, machte Starlink den Dienst Berichten zufolge davon abhängig, dass sich Passagiere über ein „One-Click-Portal“ einloggen können. Letztlich war Delta offenbar nicht zu Zugeständnissen bereit, sodass die Verhandlungen scheiterten. Daraufhin sah sich Delta gezwungen, auf Amazon Leo zu setzen – einen künftigen Konkurrenten von Starlink, der jedoch noch viele weiterer Satelliten in die niedrige Erdumlaufbahn (LEO) bringen muss, bevor das System einsatzbereit ist.

Delta wird sich bis mindestens Mitte 2027 gedulden müssen, ehe die Installation von Amazon Leo in der Flotte beginnen kann. Zu diesem Zeitpunkt wird United die Einführung von Starlink in der gesamten Flotte bereits abgeschlossen haben, und auch Alaska Airlines sowie Southwest werden mit der Starlink-Implementierung schon weit fortgeschritten sein. Selbst Delta’s scharfer Konkurrent American Airlines wird dann bereits mit der Installation von Starlink in rund 500 Airbus-Schmalrumpfflugzeugen begonnen haben. Quelle: Delta Air Lines / CM

Bodycams jetzt auch im Fernverkehr

Ab sofort stattet die Deutsche Bahn (DB) auch ihre Mitarbeitenden von DB Fernverkehr schrittweise mit Bodycams aus. Im ersten Schritt umfasst dies über 2.000 Kolleginnen und Kollegen im Zugbegleitdienst, in der Bordgastronomie und in den DB Lounges am Empfang. Die Nutzung bleibt freiwillig.

Michael Peterson, DB Vorstand Personenfernverkehr: „Reisen im Fernverkehr sind sicher. Damit sich Reisende und Mitarbeitende auch weiterhin gut begleitet und sicher in unseren Zügen fühlen, führen wir Bodycams als einen weiteren Sicherheitsbaustein ein.“

Die DB setzt künftig Bodycams auch im Fernverkehr ein. Foto: DB

Manfred Scholze, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats DB Fernverkehr: „Wenn Kolleginnen und Kollegen sagen, dass sie sich mit der Bodycam sicherer fühlen, dann ist das ein wichtiges Signal. Deshalb tragen wir die Einführung von Bodycams im DB Fernverkehr mit.“

Bevor die Bodycams als technisches Hilfsmittel zum Einsatz kommen, absolvieren die Mitarbeitenden der DB eine umfassende Schulung rund um Einsatzbedingungen, Rechtsgrundlagen, Kennzeichnungspflichten sowie praktische Bedienung und Umgang mit der Bodycam.

Bodycams haben eine präventive Wirkung und dienen der Abwehr und Reduktion von Gewalttaten, die bei der Deutschen Bahn immer mehr überhand nehmen. Sie dienen für den Fall der Fälle auch der Beweissicherung. Besonders dann, wenn eine vorherige Deeskalation an Bord nicht erfolgreich war, stellen sie einen zusätzlichen Sicherheitsbaustein dar.

Die Einführung von Bodycams ist Ergebnis des „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“, den die DB gemeinsam mit Bund, Ländern, Gewerkschaften und Verkehrsbranche beschlossen hat. Seit Jahren steigt die Anzahl der Angriffe auf Bahn-Mitarbeitende. Tragischer Höhepunkt war der brutale und tödliche Angriff auf den 36-jährigen DB-Zugbegleiter Serkan Çalar am 02. Februar2026 im Regionalexpress (RE 4131) von Landstuhl in Fahrtrichtung Homburg in Rheinland-Pfalz. Der Täter, ein 26-jähriger Grieche, schlug dem Familienvater bei der Ticketkontrolle mehrfach brutal gegen den Kopf. Das Opfer erlitt eine Hirnblutung und starb zwei Tage später im Krankenhaus. Beim Prozessauftakt im Landgericht Zweibrücken im Juni 2026 räumte der angeklagte 26-jährige Grieche die tödlichen Schläge auf den Zugbegleiter ein und bat um Verzeihung. Den Vorwurf der Verhöhnung im Gericht gibt es nicht; vielmehr entschuldigte sich der Täter, und die Angehörigen reagierten entsetzt auf das gezeigte Tatvideo.  Quelle: DB / CM

Startschuss für Nürnberger S-Bahn-Ausschreibung ab Ende 2030 

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg dasVergabe-Verfahren „S-Bahn S-Bahn Nürnberg 2031+“  im Umfang von 8,3 Mio. Zugkilometer pro Jahr gestartet. Im Rahmen des europaweit offenen Vergabeverfahrens wird nun jenes Unternehmen gesucht, das zukünftig von Dezember 2030 bis Dezember 2044 die S-Bahn-Linien im Großraum Nürnberg betreibt. Der Zuschlag wird voraussichtlich in Q1 2027 erfolgen.

Die BEG führt die Ausschreibung federführend durch, weil die Leistungen überwiegend in Bayern erbracht werden sollen. Es handelt sich um die erste Ausschreibung bei der Nürnberger S-Bahn gemeinsam mit Baden-Württemberg, da die Verlängerung des Netzes ins Nachbarland nach Crailsheim ab Ende 2024 noch im laufenden Vertrag realisiert worden ist. Aktuell ist die DB Regio das mit den Leistungen beauftragte Eisenbahnverkehrsunternehmen.

S-Bahn-Netz Nürnberg 2031. Grafik: BEG

„Die Nürnberger S-Bahn ist ein wichtiger Pfeiler im bayerischen Bahnverkehr. Die Nachfrage dort ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen auf zuletzt 518 Mio. Personenkilometer im Jahr 2025. Wir wollen diese Erfolgsgeschichte auch im nächsten und übernächsten Jahrzehnt fortschreiben und machen bei der Ausschreibung trotz knapper Kassen und Unsicherheiten bei der Bundesfinanzierung keine Abstriche. Wichtig für die Kontinuität dieses Angebots wird angesichts der vielen attraktiven Fernverkehrstraßen im Knoten Nürnberg aber auch sein, dass die Bundespolitik die Weichen so stellt, dass wir künftig auch für die S-Bahnen die nötigen Trassen bekommen werden“, betont Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist.

„Das Angebot der S-Bahn Nürnberg bewegt sich auf einem insgesamt hohen Niveau, speziell nach den jüngsten Verbesserungen“, sagt Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG. „Dazu zählen die Einführung des 20-Minuten-Takts zwischen Nürnberg und Erlangen und die Verlängerung der S4 nach Crailsheim. Unser Verkehrsangebot deckt die Fahrgastnachfrage gut ab, und es besteht noch ein ausreichender Kapazitätspuffer für weiteres Fahrgastwachstum, auch durch die längeren Züge am Wochenende, die wir ab Ende 2030 bestellen. Wo es aktuell in der Hauptverkehrszeit voll wird in den Nürnberger S-Bahnen, macht es in der Regel die Infrastruktur unmöglich, das Angebot aufzustocken – zum Beispiel zwischen Nürnberg und Fürth, wo für die S-Bahn leider nur ein Gleis zur Verfügung steht.“

Der Umfang der ausgeschriebenen Verkehrsleistungen, von denen mit jährlich 0,1 Mio. Zugkilometer etwas mehr als 1 % in Baden-Württemberg anfällt, entspricht ungefähr dem heutigen Niveau. Auch das aktuelle Fahrplankonzept bleibt in weiten Teilen dasselbe, mit kleineren Anpassungen. So sollen bei der S4 ab Ende 2030 etwas mehr Fahrten im Abschnitt Ansbach – Crailsheim bestellt werden als heute. Daneben gibt es auch Verbesserungen bei den Kapazitäten: Künftig werden viele S-Bahnen auch von Freitagabend bis Sonntagabend mit zwei Zugteilen unterwegs sein, wie dies heute bereits von Montag bis Freitag tagsüber der Fall ist. Zugelassen sind bei den Angeboten sowohl Gebrauchtfahrzeuge ab Baujahr 2010 als auch Neufahrzeuge. Aufgrund der bestehenden Kapitaldienstgarantie des Freistaats verpflichtet die BEG den künftigen Betreiber zudem zur weiteren Nutzung von 27 Alstom-Fahrzeugen des Typs Coradia Continental aus dem aktuellen Verkehrsvertrag.

Die S5 Nürnberg Hbf – Allersberg über die Schnellfahrstrecke Nürnberg – Ingolstadt wird künftig nur noch in der Hauptverkehrszeit verkehren. Grund dafür ist, dass der RE 1 Nürnberg – Ingolstadt – München ab Ende 2028 stündlich fahren wird und nicht mehr nur alle zwei Stunden. In der Hauptverkehrszeit verdichtet sich auf diesem Abschnitt das Verkehrsangebot gegenüber heute: Durch die Kombination aus stündlicher S5 und stündlichem RE 1 ergeben sich dann halbstündliche Fahrtmöglichkeiten zwischen Nürnberg und Allersberg. Quelle: BEG / CM

Accor und H World Group schließen Allianz bei Kundenbindung

Der europäische Hotelkonzern Accor und der in China ansässige Hotelriese H World Group verknüpfen ihre Treueprogramme und Direktbuchungsplattformen in China, Europa und dem Nahen Osten.

Die langfristige Allianz führt die mehr als 310 Mio. Mitglieder von H Rewards und die fast 120 Mio. Mitglieder von ALL Accor zusammen. Dies ermöglicht ihnen über Direktbuchungskanäle den Zugriff auf insgesamt 2 Mio. Zimmer weltweit sowie eine gegenseitige Statusanerkennung, Mitgliedertarife, Punkte und Vorteile auf Hotelebene.

Die Partnerschaft soll schrittweise in diesem Jahr (2026) umgesetzt werden. Laut einer gemeinsamen Mitteilung werden die Programme weiterhin unabhängig voneinander betrieben, wobei jede Plattform ihre eigene Identität und ihr jeweiliges Leistungsversprechen beibehält.

Die beiden Hotelunternehmen hatten bereits 2014 eine Allianz geschlossen; 2016 übernahm H World die Rolle des Master-Franchisenehmers für die Marken Mercure, Ibis und Ibis Styles in der Region Greater China sowie die des Partners für die gemeinsame Entwicklung von Grand-Mercure- und Novotel-Hotels. Quelle: CM

Sinkende Nachfrage nach Flügen im Mai

Die gesamte Flugnachfrage im Mai 2026 – gemessen in verkauften Passagierkilometern – ging im Jahresvergleich um 2,2 % zurück. Dies teilte die International Air Transport Association (IATA) mit und nannte den Nahost-Konflikt als wesentlichen Grund für den Rückgang, der nun bereits den dritten Monat in Folge anhält. 

Selbst unter Ausklammerung des Nahen Ostens stieg die Nachfrage im Vergleich zum Mai 2025 nur um 0,7 %. Die Gesamtkapazität im Mai – gemessen in angebotenen Sitzplatzkilometern – sank im Jahresvergleich um 2,3 %. Die Auslastung stieg gegenüber Mai 2025 um 0,1 Prozentpunkte auf 83,5 %, laut IATA ein Rekordwert für einen Monat Mai.

Die internationale Nachfrage sank im Mai im Jahresvergleich um 1,6 %. Ohne Berücksichtigung des Nahen Ostens stieg die Nachfrage hingegen um 3,1 %, so die IATA. Die internationale Kapazität verringerte sich in diesem Zeitraum um 2,4 %, während die Auslastung bei 83,7 % lag – ein Anstieg um 0,7 Prozentpunkte.

Auch die Inlandsnachfrage ging im Mai zurück, und zwar um 3,1 % im Jahresvergleich. Die Kapazität sank um 2,1 %, während die Auslastung im Inlandsverkehr 83 % betrug – ein Rückgang um 0,8 Prozentpunkte gegenüber Mai 2025.

„Die Nachfrage im Mai erwies sich angesichts der hohen Treibstoffpreise und Flugtarife als weitgehend robust“, erklärte IATA-Noch-Generaldirektor Willie Walsh. „Während der jüngste starke Rückgang der Ölpreise eine erfreuliche Entwicklung darstellt, dürften die durch den Krieg verursachten Herausforderungen noch einige Zeit fortbestehen.“ Quelle: IATA / CM

Lars Redelix ist neuer BDL-Präsident

Das Präsidium des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat Lars Redeligx auf seiner Sitzung am Mittwoxch, 01. Juli 2026, einstimmig zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt. Er folgt auf Jens Bischof, dessen zweijährige Amtszeit als BDL-Präsident turnusgemäß endete. 

Lars Redeligx, Jahrgang 1970, ist Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Düsseldorf. In dieser Funktion verantwortet er die strategische und operative Weiterentwicklung eines der größten deutschen Verkehrsflughäfen. Seine Karriere startete der Luftverkehrskaufmann und Diplom-Betriebswirt im Lufthansa-Konzern, in dem er von 2000 bis 2012 verschiedene Führungspositionen innehatte. Es folgten weitere Stationen bei Brussels Airlines, LSG Europe und der Lineas Group.

Lars Redelix ist neuer BDL-Präsident. Foto: BDL

Redeligx erklärte, er werde sich als BDL-Präsident insbesondere für die Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandortes Deutschland einsetzen. „Die Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrsteuer ist ein wichtiger erster Schritt. Jetzt müssen weitere Schritte folgen“, sagte Redeligx. „Deutsche Airlines und Flughäfen müssen wieder Anschluss finden an das starke Wachstum des Luftverkehrs im restlichen Europa.“Redelix weiter: Neben einer Halbierung der staatlichen Standortkosten für Luftverkehr ab Deutschland sei dafür auch ein Abbau von Bürokratie und Überregulierung bei der Umsetzung europäischer Normen in deutsches Recht erforderlich. Gold-plating schwäche den Standort Deutschland. Das müsse geändert werden. Redeligx unterstrich zudem die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz, was mit herkömmlihem Kerosin aber unmöglich ist. „Die Branche will den eingeschlagenen Weg der konsequenten Reduzierung der Emissionen weitergehen. Dafür brauchen wir realistische Zielvorgaben und eine deutliche Steigerung der Produktion nachhaltiger Kraftstoffe“, sagte Redeligx mit Blick auf den anstehenden Review-Prozess für das EU-Klimapaket „Fit for 55“. Um die milliardenschweren Investitionen zur Dekarbonisierung der Luftfahrt tätigen zu können, benötige die Branche ein Level-Playing-Field zur Sicherung ihrer Ertragskraft.

Seit 2016 ist das Amt des BDL-Präsidenten ein Ehrenamt, das alle zwei Jahre zwischen den Mitgliedsgruppen im Verband rotiert. Der Präsident wird aus dem Kreis der Präsidiumsmitglieder gewählt. Der BDL vertritt seit 2011 die gemeinsamen Interessen der deutschen Luftverkehrswirtschaft. Mitglieder des Verbandes sind Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Dienstleister im deutschen Luftverkehr. Die deutsche Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich rund 260 Millionen Fluggäste (2025). Quelle: BDL / CM

Superschnelles Internet für Business Aviation

Pilatus führt Gogo Galileo als Option für den PC-24 ein, die werksseitig integriert sowie auch nachgerüstet werden kann. Damit erhält der weltweit erste und einzige Super Versatile Jet Zugang zu globalem Hochgeschwindigkeits-Breitbandinternet.  Das System ermöglicht eine zuverlässige und schnelle Verbindung – überall, wohin Geschäftsreisende fliegen möchten. Zertifiziert wurde das System von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) sowie der Federal Aviation Administration (FAA). 

Die neue Internetlösung basiert auf dem OneWeb-Satellitennetzwerk, das sich in niedriger Erdumlaufbahn befindet. Das System ermöglicht es Passagieren, während des Fluges nahtlos verbunden zu bleiben und Internetzugang in Reiseflughöhe zu nutzen. Die Option verwandelt somit die Kabine in einen voll funktionsfähigen Arbeitsbereich und erhöht die Produktivität. Zudem ermöglicht das System Streaming während der Reise.

Gogo Galileo soll Geschäftsreisenden das Arbeiten erleichtern. Foto: Pilatus

Die Position und Form der Antenne wurden dabei so gewählt, dass der Luftwiderstand sowie jegliche Auswirkungen auf die aerodynamische Leistung des Flugzeugs minimiert werden. Das resultierende Design hat einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Startleistung, die Steigrate oder die Geschwindigkeit des Pilatus PC-24 – die Leistungsfähigkeit bleibt durchgehend ausgezeichnet. Die Antenne wurde zudem so konstruiert, dass unerwünschte Geräusche vermieden werden, während gleichzeitig Gewicht und Schwerpunkt optimiert sind. Dadurch entsteht eine integrierte Lösung, wie sie für professionelles OEM-Design typisch ist. Das System kann auch nachträglich in bereits im Einsatz befindliche PC-24 nachgerüstet werden.

Mit hohen Upload- und Downloadgeschwindigkeiten bietet Gogo Galileo eine zuverlässige und leistungsstarke Internetverbindung während des Fluges. Das System bietet weltweite Abdeckung mit gleichbleibender Leistung sowie niedrige Latenzzeiten, die auch für moderne Anwendungen wie Videokonferenzen und Cloud-basierte Tools geeignet sind. Zudem handelt es sich um eine zukunftssichere Plattform, die auf sich weiterentwickelnde Passagierbedürfnisse ausgelegt ist. Flexible Servicepläne und weltweite Verfügbarkeit machen das System zu einer idealen Lösung für Betreiber, die erstklassige Konnektivität anbieten und das Erlebnis der Passagiere verbessern möchten.

Pilatus hat in Zusammenarbeit mit Lufthansa Technik ein In-Flight-Entertainment-System entwickelt. Es verfügt über einen zehn Zoll großen Touchscreen mit einer 3D-Moving-Map, die die Echtzeitposition des PC-24 anzeigt, vier hochwertige Kabinenlautsprecher inklusive Subwoofer, Mood-Beleuchtung, USB-Anschlüsse, Medienspeicher sowie WLAN-Internetverbindung.

Darüber hinaus bietet der neue Pilatus PC-24 erstmals in dieser Flugzeugklasse die Option auf einen großen, seitlich ausgerichteten Divan. Das Sofa ist knapp zwei Meter lang, kann während des Fluges in ein Bett umgewandelt werden und verfügt über integrierten Stauraum für Kissen und Decken. Quelle: Pilatus / CM

Grand Hotel Europa in Innsbruck eröffnet 2029 wieder

Das thailändische und weltweit agierende Hotrelunternehmen Minor Hotels (Bangkok) hat die Unterzeichnung des NH Collection Innsbruck Grand Hotel Europa bekanntgegeben. Das traditionsreiche Hotel im Zentrum der Tiroler Landeshauptstadt soll nach einer umfassenden  Erneuerung und nach Jahren des Leerstands 2029 wiedereröffnet und als Fünf-Sterne-Haus mit 120 Zimmern betrieben werden.

Mit dem Projekt baut Minor Hotels seine Präsenz in Österreich weiter aus. Die asiatische Hotelgruppe betreibt nach eigenen Angaben bereits acht Hotels in Wien, Salzburg und Graz. Das Haus in Innsbruck wird das erste NH-Hotel in Tirol.

Aus dem Grand Hotel Europa in Innsbruck wird ein 5*-Haus der NH Collection Foto: ausrann.at

Das 1869 errichtete Gebäude gilt als erstes Luxushotel Innsbrucks und zählt zu den bekanntesten historischen Hotels der Stadt. Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof gelegen, entwickelte es sich im Laufe seiner Geschichte zu einem Treffpunkt für Persönlichkeiten aus Adel, Wirtschaft, Kultur und Politik. Zu den Gästen zählten u.a. Queen Elizabeth II., Fürst Albert II. von Monaco, die Rolling Stones , Deep Purple u.a.m.. Seit 1883 gehört auch der Barocksaal zum Ensemble, der für Veranstaltungen und gesellschaftliche Anlässe genutzt wurde.

Das Grand Hotel Europa  galt über viele Jahrzehnte als erstes Haus am Platz in Innsbruck. Vor sechs Jahren meldete die damalige Betreibergesellschaft Insolvenz an. Anschließend wechselte die Immobilie den Eigentümer. 2021 wurde der historische Barocksaal weitgehend zerstört – kurz bevor er unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. Während des Ukraine-Kriegs diente das leerstehende Gebäude zeitweise als Anlaufstelle für Flüchtlinge. Zuletzt stand das Hotel leer und sorgte vor allem wegen seines baulichen Zustands für Schlagzeilen

Nach Angaben von Minor Hotels soll das Haus künftig rund 120 Zimmer umfassen. Der historische Charakter des Gebäudes soll bewahrt und mit dem Standard der Marke NH Collection verbunden werden. Geplant sind zusätzliche Etagen, eine Rooftop-Bar, ein Restaurant mit eigenem Außenzugang, ein Wellnessbereich mit Innen- und Außenpool sowie moderne Tagungsräume. Besonderes Augenmerk soll auf die Wiederbelebung des historischen Barocksaals gelegt werden, der künftig wieder als Veranstaltungsort genutzt werden soll. 

Der Vertragsabschluss erfolgte mit Dr. Ernst Hutterer, Eigentümer der Immobilie.  Hutterer sagte, es sei jetzt Anspruch, dieses außergewöhnliche Haus behutsam in eine neue Zukunft zu führen, ohne seine Seele zu verlieren. Es soll internationale Gäste begeistern und zugleich wieder ein lebendiger Treffpunkt für die Einwohner der Stadt werden.  Quelle:  gast.at / CM

EU will Import von Autos aus China zum Erliegen bringen

Seit Herbst 2024 gelten Strafzölle für Elektroautos aus China. Hintergrund ist die staatliche Unterstützung Pekings für die eigenen Autobauer, was nach Ansicht vieler EU-Staaten wettbewerbsverzerrend ist. Deshalb wurden Extrazölle auf E-Autos aus China beschlossen. Und freie Importeure hier zu Lande dürfen bestimmte Modelle aus China nicht in Deutschland einführen.

Viele Fahrzeuge gibt es in China zu einem Bruchteil  von dem, was in Europa dafür bezahlt werden muss. Beispiel: VW’s ID.3. Der kostet im Reich der Mitte in Vollausstattung umgerechnet ca. 19.000 Euro. Wenn freie Importeure Modelle aus China nach Deutschland bringen wollen, verspricht das gute Gewinne

Die Europäische Kommission hält die Ausgleichszölle für notwendig, um die Autoindustrie in der EU zu schützen. Die Maßnahme gilt vorerst bis 2029. E-Autos aus China werden seitdem nicht pauschal, sondern mit abgestuften Zusatzzöllen belegt. Diese liegen je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 %. Neben chinesischen Herstellern sind ebenso deutsche Firmen wie VW, Mercedes und BMW betroffen. Sie produzieren einige Modelle in China und exportieren die Fahrzeuge von dort aus. Autos solcher kooperierenden Unternehmenwerden seitdem mit zusätzlichen Strafzöllen von 20,7 % belastet. Würde China umgekehrt solche Zölle von deutschen Herstellern für ach China exportierte deutsche Fahrzeuge verlangen, wären VW, Audi, BMW, Mercedes und Posche mit einem Schlag platt. 

Deutsche Autobauer wie VW oder deren Edeltochter Audi wehren sich insbesondere auch gegen den Import von Modellen wie dem ID.6 durch freie Importeure oder dem AUDI E5 der chinesischen Audi-Submarke. 22 der nach Deutschland importierten ID.6 ließ Volkswagen festsetzen, die laut einem Urteil des LG Hamburg verschrottet werden müssen.

Grundsätzlich geht es dendeutschen Autobauern darum, dass ihre in China und nur für den dortigen Markt bestimmten Modelle keinesfalls nach Deutschland exportiert werden dürfen. In China werden sie zumeist zu einem Preis angeboten, der mindestens 50 % unter dem deutschen Preis vergleichbarer Modelle liegt. Beispiel AUDI E5. Das Modell mit 76 kWh Batterie kostet im Reich der Mitte unter umgerechnet 30.000 Euro, das Top-Modell AUDI E5 Sportback Flagship Quattro, wird für rund 41.000 Euro angeboten und bringt dafür einen 100 kWh NMC-Akku und 776 PS mit. Dazwischen gibt es den 300 kW starken Pioneer Plus mit 100 kWh Akku für 773 km Reichweite und eine 386 kW starke Quattro-Version mit 83 kWh Akku für 623 km Reichweite. China ist einfach eine andere Welt. AUDI packt bei seiner Vier-Buchstaben-Welt, die zunächst auf China begrenzt ist, eine 800V-Plattform rein, die in nur 10 min rund 370 km nachladen lässt. Modernste Sensoren (27 insgesamt), ein komplett neuer Innenraum, ein neues AUDI OS und viele andere Faktoren lassen staunen, was Audi mit SAIC in kürzester Zeit auf die Räder gestellt hat. Die Modelle sind vergleichbar mit dem deutschen A6 e-tron, der mehr als das doppelte kostet, dabei sogar weniger bietet als das chinesische Pendant. Quelle: CM