Bis 2035 fällt jeder vierte Job in der deutschen Autoindustrie weg. Experten prophezeien, dass es in höchstens zehn Jahren nur noch 5 oder 6 Autobauer auf der Welt geben wird, darunter vier in China, einer in Japan und einer in Südkorea. Deutsche Autohersteller werden dann Geschichte sein.
Bis 2035 fällt ein Viertel der Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie weg. Der Laut VDA sind 100.000 seit 2019 schon weg. 125.000 weitere werden folgen. Audi-Chef Gernot Döllner sagt intern: „Es geht längst nicht mehr um ein einzelnes Modell oder um Marktanteile hier oder dort. Es geht um den Fortbestand der deutschen Automobilindustrie.“ Wie recht er hat.
Warum funktioniert Automotive in Deutschland nicht mehr? Warum können wir den Kampf gegen China so nicht mehr gewinnen? Warum ist Deutschland bei drei Auto-Technologien zu spät dran? Und wie kommt Deutschland, so Gott will, wieder aus dem Dilemma heraus?
Das Erfolgsmodell „Made in Germany“ stand immer auf vier Säulen:
- Komplexität: Ein Verbrennungsmotor ist eines der kompliziertesten mechanischen Geräte überhaupt. Tausende Teile, Toleranzen im Mikrometer-Bereich. Das konnten wir besser als jeder andere. Das war unser Burggraben.
- Industrie-Ökosystem: Hersteller, Zulieferer, Forschungsinstitute Tür an Tür. Stuttgart, München, Wolfsburg, Ingolstadt. Hunderte Player auf engstem Raum, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen angespornt haben
- Billige Energie aus Russland – Wladimir Putin lieferte Öl, Gas und andere Rohstoffe zu Spottpreisen. Heute zahlt Deutschland ein X-Faches.
- Gewinne aus China. Seit den 1990ern war das Reich der Mitte unser größter Wachstumsmarkt. Wir haben in Deutschland entwickelt und in China verkauft. Jedes Jahr mehr. Jahrzehntelang ist das Geld einfach reingekommen. Cash war nie ein Problem.
Aus diesen vier Bausteinen ist eine Geschichte entstanden, die weltweit funktioniert hat: Ein deutsches Auto stand für Qualität und High-Tech. Deshalb konnten Mercedes, BMW, Audi und Porsche überall absolut überhöhte Preise verlangen nach dem Motto „Teurer, aber besser“. Das war einmal. Heute fallen alle vier Bausteine in sich zusammen.
Denn: Der Verbrennungsmotor spielt auf dem wichtigsten Automarkt China keine Rolle mehr. Das Ökosystem wandert ins Ausland. Das russische Gas und Öl ist weg. Die Chinesen kaufen kaum noch deutsche Autos, da ihre eigenen Elektroautos einfach besser sind. Die Cashcow kann nicht mehr gemolken werden.
Deutschlands Autos sind nicht mehr High Tech. High-Tech-Autos sind smart, sind Software und KI und sie kommen aus dem Reich der Mitte, deren Hersteller vom Schlage BYD & Co. die alle anderen Hersteller weltweit überholt haben.
In Deutschland hat das lange keiner ernst genommen. China hat früh gemerkt, dass es uns im klassischen Verbrenner-Automarkt nie einholen würde. Also haben sie den Verbrenner übersprungen und das elektrische, Software-basierte Auto entwickelt, abgeschaut bei Tesla. Sie haben früher verstanden, dass genau darin die Zukunft liegt. Das haben alle europäischen Autobauer und deren Manager komplett verschlafen, ebenso auch der VDA, der immer noch von Technologieoffenheit schwadroniert. Technologieoffenheit wird schneller in den Abgrund führen, als es die Konzerne vom Schlage VW, BWM oder Mercedes wahr haben wollen. Denn der Verbrenner ist definitiv tot, so sagt es der neue Lehrmeister China.
Chinas Industriepolitik ist ein Musterbeispiel, wie man es machen muss: Erst übernehmen, dann verstehen und schließlich selbst besser machen. So lief es bei den Hochgeschwindigkeitszügen, bei Solar, bei KI und jetzt beim Auto. Und auch die Luftfahrtkonzerne Airbus und Boeing werden schon bad ihr blaues Wunder erleben. Quelle: Xinhuanet / China Heute / CM