BMW: Neuer X5 kommt auch als BEV und Hydrogen

Der neue X5, den BMW am 30. Juni 2026 in den USA vorgestellt hat, ist für die Münchner weit mehr als die nächste Generation eines Erfolgsmodells. Das Oberklasse-SUV bietet nicht nur alle wichtigen Antriebsarten vom klassischen Verbrenner bis zum vollelektrischen Antrieb,. Im Zuge der von Ex-BMW-CEO Oliver Zipse viel beschworenen Technologie-Offenheit wird es den neuen X5 als BEV, als PHEV, als Mildhybrid-Benziner und als Diesel geben. 

Das neue SAV soll Ende des Jahres auf den Markt kommen. Übrigens soll es den Wagen auch als Brennstoffzellen-Version „iX5 Hydrogen“ geben. 

Für den i3 (Limousine der Neuen Klasse) hat BMW den Bestellstart bereits geöffnet. Für das Modell lagen im Juni bereits mehr als 64.500 Einheiten in den Auftragsbüchern vor. 2027 folgt mit dem iX4 das dritte Modell der Neuen Klasse. Es handelt sich dabei um den Coupé-Ableger des überaus erfolgreichen iX3.  Warum die Reichweite des künftigen iX4 mit 650 km (WLTP) geringer als beim iX3 sein soll, ist unklar. Schließlich entwickelt BMW derzeit noch einen Neue-Klasse-Crossover unterhalb des iX3. Möglicherweise wird dies ddre Nachfolger des aktuellen iX2. Quelle: BMW / CM  

Ferrari: Neuer Marketingchef von BMW

Ferraris Marketingchef Enrico Galliere und der Autobauer gehen getrennte Wege. Dies nur wenige Wochen nach dem Launch von Ferraris erstem elektrischen Serienmodell Luce. 

Galliere verlässt den Sportwagenherstellernach 16-jähriger Zugehörigkeit. Mit dem 0. Juli 2026 hat sein Nachfolger Massimiliana Di Silvestre den Job übernommen. Di Silvestre war zuletzt Präsident von BMW Italien. 

Das erste Elektroauto von Ferrari erntete in Deutschland viel Kritik für sein Design und bescherte dem Hersteller sogar einen Kursverlust. Trotzdem waren alle 88 Einheiten des neuen Modells Luce in China beim offiziellen Verkaufsstart augenblicklich vergriffen. Der Hersteller erzielt damit einen unerwarteten Absatz in einem Markt, der zunehmend von heimischen Marken dominiert wird.

Käufer zahlen für den Luce einen Preis von 3,988 Mio. Yuan (etwa 515.000 Euro). Dafür erhalten Kunden einen Grand Tourer mit einer 122-kWh-Batterie und einer Gesamtleistung von 772 kW. Den Sprint von null auf 100 km/h absolviert der 2.260 kg schwere Fünfsitzer in 2,5 Sekunden. Die maximale Ladeleistung liegt bei 350 kW. Quelle: Ferrari / CM

Ex-CEO Marc Winterhoff verlässt Lucid Motors

Marc Winterhoff, deutscher Staatsangehöriger und seit einem Jahr Interims-CEO des US-Elektroautobauers LucidMotors, verlässt laut SEC-Veröffentlichung das Unternehmen.

Lucid Motors wurde 2007 gegründet und hat seinen Sitz im kalifornischen Newark. 2014 begann das Unternehmen ein eigenes Automobil zu entwickeln. Das Unternehmen benannte sich im Oktober 2016 in Lucid Motors um. Das erste Luxus-BEV „Lucid Air“ wurde im Dezember 2016 vorgestellt. Im November 2016 gaben Regulatoren des US-Bundesstaates Arizona und Lucid Motors den geplanten Bau eines 700-Mio.-USD-Werks in Vasa Grande bekannt. Die Kapazität dort soll bei 20.000 Autos pro Jahr liegen und kann auf bis zu 130.000 ausgebaut werden. 

Lucid Motors meldet, dass Interims-CEO Marc Winterhoff das Unternehmen verlässt. Foto: Lucid Group

Im September 2018 gab Lucid Motors bekannt, dass sie mit dem Public Investment Fund von Saudi-Arabien Gespräche über eine Finanzierung im Wert von über 1 Milliarde US-Dollar führten. Die Investition wurde im April 2019 abgeschlossen und finanziert die Konstruktion von Lucid-Modellen, den ersten Bauabschnitt der Produktionsanlage in Casa Grande und den Aufbau eines Vertriebsnetzes. Im Juli 2019 bezog das Unternehmen seinen neuen Hauptsitz in Newark. Im Februar 2021 kündigte Lucid Motors seine Fusion mit Churchill Capital Corp IV, einem börsennotierten SPAC (Special Purpose Acquisition Company), im Wert von 11,75 Mrd. US-Dollar an. Lucid Motors wurde dadurch an der Börse notiert. Der saudische Public Investment Fund machte durch den Börsengang einen rechnerischen Gewinn von 20 Mrd. USD. 2022 kündigte Lucid Pläne für den Bau eines Werks zur Herstellung von Elektrofahrzeugen in der King Abdullah Economic City in Saudi-Arabien an. Die Bauarbeiten begannen im Mai 2022. Das Werk soll eine Kapazität für 150.000 Fahrzeuge haben und die erste Produktionsstätte für Elektroautos im Land werden. Zudem eröffnete Lucid 2022 seine erste Filiale in der EU, und zwar in München. 

Am 25. Februar 2025 wurde bekannt gegeben, dass CEO Peter Rawlinson (war zuvor bei Tesla) zurücktreten und durch den deutschen Ingenieur Marc Winterhoff ersetzt werden würde, der interimsweise neuer CEO wurde. Rawlinson verblieb im Verwaltungsrat des Unternehmens. Winterhoff hat einen Master-Abschluss in Elektrotechnik und Elektronik und Management der Technischen Universität Darmstadt. Seit wenigen Tagen ist mit Silvio Napoli ein neuer CEO an der Spitze. Winterhofff war noch bis 22. Juni Chief Operating Officer. Doh diese Funktion wurde gestrichen. Quelle: Lucid Motors / CM

VW vor Markteinführung des bidirektionalen Ladens

Volkswagen treibt mit einem Vehicle-to-Grid (V2)-Paket die Markteinführung des bidirektionalen Ladens voran.

Die Wolfsburger hatten das Angebot im Frühjahr 2026 angekündigt. Der Marktstart erfolgt Ende des Jahres mit dem neuen ID.Tiguan.  Vehicle-to-Grid (V2G) bezeichnet das bidirektionale Laden von Elektrofahrzeugen. Dabei dient die Autobatterie nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern fungiert aktiv als dezentraler Stromspeicher, der überschüssige Energie bei hoher Netzlast in das öffentliche Stromnetz zurückspeisen kann. Im Gegensatz zum konventionellen Laden (Grid-to-Vehicle) wird der Energiefluss bei V2G umgekehrt. Das Auto entlädtlädt Strom und speist ihn über spezielle Wallboxen ins Netz ein. Dabei steuern intelligente Messsysteme (Smart Meter) den Lade- und Entladevorgang, damit das Auto für den nächsten Fahrtantritt stets ausreichend geladen ist. 

In Deutschland hat der Bundestag 2025 durch eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) entscheidende Barrieren abgebaut. Durch die Abschaffung der doppelten Netzentgelte für rückgespeisten Strom ist V2G wirtschaftlich praktikabel. Quelle: VW / CM

Verbrenner werden mit höheren Nachlässen angeboten

Weil sie ihre massiv umweltschädlichen reinen Verbrennerautos auf Teufel komm‘ raus los werden müssen, werden erstmals seit einem Jahr Benziner und Diesel beim Neuwagenkauf wieder stärker rabattiert als vergleichbare Elektroautos. 

Handel und Hersteller setzten im Juni erstmals seit einem Jahr wieder höhere Kaufanreize bei Verbrennern als bei vergleichbaren Elektroautos, wie aus der aktuellen Marktstudie des Center Automotive Research (CAR) hervorgeht. Nach den Erhebungen ist bei den 20 meistverkauften Elektrofahrzeugen der durchschnittlich gewährte Preisnachlass von 19,5 % im Januar auf nun 17,8 % des Listenpreises zurückgegangen. Bei den Verbrennern gab es im Schnitt 18,4 % Rabatt. Sie sind damit zumindest in der Anschaffung durchschnittlich 1.997 Euro günstiger als die E-Pendants, in Sachen Umwelt und Klima sowie beim Unterhalt um ein Vielfaches schlechter. Die staatliche Förderung für BEV ist bei dem Preisvergleich aber nicht eingerechnet, weil die vom gekauften Auto und den Einkommensverhältnissen des Käufers abhängig ist, wie es bei der CAR-Studie heißt.  CAR-Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer sieht aber eine starke Förderung von BEV im günstigen Einstiegssegment, was aber insbesondere den Importeuren aus China, Korea und Europa entgegenkommt. Im Gegensatz dazu haben die deutschen so genannten Premiumhersteller wie Audi, BMW, Mercedes und Porsche wenig davon. 

Die staatliche E-Auto-Förderung (gilt für BEV-Neuzulassungen ab 01.01.2026) ist einkommensabhängig und richtet sich ausschließlich an private Käufer (auch Leasing). Bezuschusst werden ausschließlich fabrikneue Elektroautos und förderfähige Plug-in-Hybride. Die Höhe der Prämie ist dabei sozial gestaffelt und hängt von Einkommen und Familiensituation ab. 

Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:

  • Antragsberechtigung: Nur natürliche Personen (Privatpersonen) mit Hauptwohnsitz in Deutschland. 
  • Einkommensgrenze: Das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen (Durchschnitt der beiden aktuellsten Steuerbescheide, die vorzulegen sind) darf bei Alleinstehenden maximal 80.000 Euro betragen. Für Familien mit Kindern unter 18 Jahren erhöht sich diese Grenze um jeweils 5.000 Euro pro Kind, ist jedoch auf maximal 90.000 Euro gedeckelt.
  • Fahrzeugart: Reine Elektrofahrzeuge und förderfähige Plug-in-Hybride (maximal 60 g CO₂/km oder mindestens 80 km rein elektrische Reichweite). Das Fahrzeug muss absolut neu sein und darf nicht bereits in der Vergangenheit gefördert worden sein. 
  • Haltedauer: Das Auto muss für mindestens 36 Monate auf den Antragsteller zugelassen und gefahren werden. 

Förderhöhe und soziale Staffelung: Die Basisförderung für reine E-Autos liegt zwischen 3.000 Euro und 5.000 Euro. Familien erhalten zusätzlich 500 Euro pro Kind (bis zu zwei Kinder). Haushalte mit geringerem Einkommen profitieren von einem weiteren Bonus

  • Bis 45.000 Euro Einkommen: Maximal 6.000 Euro möglich (5.000 € Basiszuschuss + 1.000 € Kinderbonus)
  • Bis 60.000 Euro Einkommen: Maximal 5.000 Euro möglich (4.000 € Basiszuschuss + 1.000 € Kinderbonus)

Nach Einschätzung Dudenhöffers sind die für 2026 vorgesehenen Fördermittel seit Mitte Juni bereits zur Hälfte aufgebraucht. Das Budget könne damit schon vor Jahresende weg sein, so die Prognose. Letztlich halte die staatliche Subvention die Preise für Elektroautos künstlich hoch, was einer Marktverzerrung gleichkomme, so CAR. Nach dem Förderende werde es demnach schwer, wieder zum Normalgeschäft zurückzukehren. Quelle: CAR / CM