Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VD) und seine Mitgliedsunternehmen weisen seit Jahren auf die im internationalen Vergleich schlechteren Standortbedingungen in Deutschland und Europa hin. Seine Warnungen, so er Verband, wurden zwar wahrgenommen, die Konsequenzen – also der notwendige Kurswechsel – blieben bisher weitgehend aus.
Der VDA weiter: „Alles, was Wachstum schafft, muss Priorität haben – sei es mit Blick auf die Sozialabgaben, Steuern, Energiepreise, Bürokratieaufwand oder auch Flexibilisierungen am Arbeitsmarkt. Diese Felder müssen – gemeinsam mit einem technologieoffenen Ansatz mit Blick auf die Zukunftsherausforderungen – weiter dringend und umfassend adressiert werden.
Die Standortkrise trifft die gesamte europäische Industrie, die Folgen sind täglich sichtbar und spürbar – und sie werden zunehmend dramatischer. Die Werke bei Herstellern und Zulieferern seien so nicht alle haltbar. Deutschland solle daher Standorte auch für ausländische Hersteller öffnen. Mit jedem Standort, der in Deutschland gehalten wird, können Arbeitsplätze gesichert werden.
Die Erkenntnis, dass nur ein maximal wettbewerbsfähiger Standort der Schlüssel für eine wirkliche, mittel- und langfristige Veränderung ist, bleibt entscheidend. Jetzt ist Handeln gefordert, betont der Lobby-Verband. Die Handlungsoptionen sind weniger, dafür aber umso notwendiger geworden. Deutschland und Europa sind in einer Lage, in der es mutige Entscheidungen braucht. Das wird auch mit erheblichen Veränderungen für die Menschen verbunden sein, mit dem Ende von Gewohnheiten und Ansprüchen, die sich Deutschland so auch in Teilen aktuell nicht mehr leisten kann.
Umfassende und einschneidende Reformen sind laut VDA notwendig, um zurück zu Wachstum zu finden. Nur so kann auch den kommenden Generationen ein Leben in Wohlstand, mit ausreichend Arbeitsplätzen und funktionierenden Sozialsystemen ermöglicht werden. Es geht also auch um Generationengerechtigkeit, um die soziale Notwendigkeit, zu handeln.
Die Unternehmen der Automobilindustrie werden mit Blick auf die andauernden und akuten Standortprobleme weitere Reformen und Anpassungen vornehmen müssen, warnt der Verband. Dazu gehören Kostendisziplin, Entlassung von Personal und tiefgreifende Reformen der Geschäftsmodelle. Nur wirtschaftlich starke Unternehmen können Wohlstand sichern, Arbeitsplätze sichern und den kommenden Generationen echte Zukunftsperspektiven eröffnen. Angesichts des verschärften internationalen Wettbewerbs gibt es zu einer Kurskorrektur in Berlin und Brüssel keine realistische Alternative. Quelle: VDA / CM