Die im Jahr 2022 deutschlandweit massiv gestiegenen Stromkosten machen sich seither an den Ladestationen bemerkbar. Fast alle Anbieter haben ihre Preise damals deutlich angehoben. Unter rund 50 Cent pro kWh erhalten E-Auto-Fahrende unterwegs selten Energie, so der ADAC bei seinem Vergleich der Ladenetzwerke und Stromkosten.
Das HPC-Ladenetzwerk von Tesla mit mehr als 4.000 Ladepunkten in Deutschland ist beim ADAC Kostenvergleich nicht aufgeführt. Es ist auch zugänglich für Fremdmarken. Die Preise im Supercharger-Netzwerk der Amerikaner sind nicht fix, sondern variieren je nach Standort und Tageszeit. An den Ladestationen gibt es Spitzen- und Nebentarife. Der aktuelle Preis wird auf deren Touchscreens oder in der App angezeigt. Mit der Supercharging-Mitgliedschaft für 9,99 Euro im Monat kann man das E-Auto deutlich günstiger laden als ohne Tesla-Abo. Tesla-Fahrer zahlen automatisch sehr viel weniger. Zum Vergleich: An den Hyperstationen in den USA zahlen Tesla-Fahrer maximal 20 % des deutschen Preises.
Es gibt verschiedene Arten von Serviceanbietern für Elektromobilität – nicht immer ist das Unternehmen, das die Ladesäule betreibt, auch dasselbe, das den Ladevorgang mit swn Verbrauchern abrechnet.
Manche Anbieter – etwa Stadtwerke oder große Konzerne – sind vor allem in einer Region stark und betreiben dort viele eigene Ladepunkte. Andere Anbieter sind überregional vertreten und ermöglichen den Zugang zu vielen Ladenetzen für E-Autos, auch im Ausland. Das funktioniert über (E-)Roaming: Tarifanbieter schalten ihre Kunden an Ladepunkte verschiedener Betreiber frei und stellen die Rechnung für den geladenen Strom – technisch oft über Roaming-Plattformen im Hintergrund.
Es gibt viele Mischmodelle. Ein Unternehmen kann also eigene Ladestationen in einer Region betreiben und gleichzeitig deutschlandweit sowie im Ausland als Roaming-Anbieter auftreten.
Beim Flickenteppich an Serviceanbietern in Europa könnte sich künftig etwas verbessern. Die vier Ladenetzbetreiber Ionity, Fastned, Electra und Atlante machen seit Juli 2025 gemeinsame Sache, um Reisenden den elektrischen Alltag auf langen Strecken erleichtern. Neuerdings firmieren sie als Charge League. Registrierte E-Auto-Fahrer erhalten damit Zugriff auf mehr als 1.700 Ladestationen mit über 11.000 Ladepunkten in 25 Ländern.
Wer z.B. als Geschäftsreisender häufig außerhalb seiner Region auf Langstrecke oder im Ausland lädt, für den ist ein Vertrag mit einem (oder mehreren) E-Roaming-Anbietern oft sinnvoll: Man braucht dann weniger einzelne Apps/Karten und kann mehr Ladepunkte mit demselben Zugang nutzen.
Wie in Deutschland sieht es bei den Strompreisen an den Ladesäulen in Belgien oder Dänemark aus, denn auch hier kostet eine Kilowattstunde an einem DC- / HPC-Lader zwischen 0,60 und 0,90 Euro. Die AC-Lader liegen mit zumeist maximal 11 bis 22 kW mit 0,50 bis 0,69 Euro / kWh darunter. Günstiger sind die meisten Ladesäulen in Österreich, Italien oder Frankreich Dort rangieren die Ad- hoc-Preise zischen 0,45 und 0,69 Euro/kWh. Am günstigsten sind die Ladesäulen in den Niederlanden sowie in Skandinavien. Dort stehen nicht nur besonders viele Hypercharger mit bis zu 400 kW an Rastplätzen und auf Parkplätzen und die Kilowattstunde kostet oftmals kaum höchsten 20 Cent. Diverse Anbieter bieten von der Uhrzeit abhängige Tarife: Früh am Morgen ist das Laden meist am günstigsten.
Noch mehr sparen lässt sich im Ausland bei einigen Super- und Baumärkten, sie bieten während des Einkaufs das Strom tanken zum Nulltarif.
Ein großes Ärgernis vor allem in Deutschland bleiben dagegen die Blockierkosten, denn wer mehr als vier Stunden an einem AC-Lader oder mehr als 45 / 60 Minuten an einem DC- Schnelllader parkt, der muss ab 10 Cent/Minute blechen. Zumeist ist die Blockiergebühr jedoch auf zwölf Euro begrenzt.
Deutschland. In der Bundesrepublik ist Strom Tankn nirgendwo günstig. Abzocke heißt die Devise der Anbieter. Im mittelfränkischen Treuchtlingen nicht weißt von Ingolstadt musste CM kürzlich erst € 1,08/kWh an einer Schnellladesäulen bezahlen. Das ist Wucher pur. In Deutschland wird das weitgehend flächendeckende Netzwerk zunehmend auf in ländlichen Gebieten vervollständigt. Die Preise an den Ladesäulen sind die höchsten in Europa und sogar weltweit.
Belgien. Beim westlichen Nachbarn Deutschlands ist das E-Ladenetz sehr gut ausgebaut. können E-Fahrer bei vielen Supermarkt-Parkplätzen und bei manchen Hotels kostenlos Ladesäulen nutzen. Die Preise für das Strom laden sind aktuell geringfügig niedriger als in Deutschland.
Dänemark. Das Ladenetz ist gut ausgebaut. Einige Fähren sind mit Ladestationen ausgestattet. Teils ist es notwendig, einen Ladeplatz vorab zu reservieren. Infos auf den Webseiten der dänischen Fähranbieter. In vielen Innenstädten gilt für Elektrofahrzeuge auf Stellplätzen mit Ladestationen eine zeitliche Begrenzung und eine Ladepflicht. Die Beschilderung vor Ort (P + Steckersymbol) gibt Auskunft über die Standplätze sowie die erlaubte Parkdauer. In die Umweltzonen der Städte dürfen keine Verbrenner einfahren. Die Preise für das Strom ladenliegen akrtuell bis zu 20 % unter den deutschen.
Finnland. Im hohen Norden Europas ist vor allem der Süden und Norden bestens mit E-Ladesäulen versorgt. Auf öffentlichen Parkplätzen in Helsinki ist die Parkgebühr für BEV halbiert. Der größte Anbieter von Ladestationen ist Virta. Ltd. An dessen Stationen kann einfach per Virta.-App oder ad hoc bezahlt werden. Die meist genutzte Bezahlmethode in Finnland ist PlugSurfing RFID/APP. Die Srompreises liegen bis zu 60 % unter den deutschen Tarifen.
Frankreich. Auch die Französen haben ein gut ausgebautes Ladenetz. Weniger dicht ist das Netz in der Mitte des Landes. Auf einigen Supermarkt-Parkplätzen können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen, z.B. bei Auchan oder Leclerc. Die Strompreises liegen bis zu 30 % unter den deutschen Tarifen.
Großbritannien. Im Vereinigten Königreich ist vor allem der Süden gut mit Ladestationen versorgt. In Schottland ist das Netz noch weniger dicht. In Umweltzonen sind BEV von den Einschränkungen nicht betroffen. Einige Einkaufszentren und Hotels bieten kostenlose Lademöglichkeiten an. Die Strompreises liegen bis zu 40 % unter den deutschen Tarifen.
Italien. Der Norden ist am besten mit Ladestationen versorgt, beispielsweise Südtirol und Trentino, aber auch der Raum Neapel und Sizilien sind gut dran. Achtung: An Ladesäulen in Italien darf nur geparkt werden, wenn das Auto auch geladen wird. Ein Verstoß kann bis zu 345 Euro kosten. In einigen größeren italienischen Städten wie Mailand oder Bologna sind BEV nach Registrierung von der City-Maut befreit. Entlang des Brennerpasses finden sich einige kostenlose Ladesäulen. Auch auf einigen Supermarkt-Parkplätzen können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen. Die Strompreises liegen bis zu 30 % unter den deutschen Tarifen.
Luxemburg. Die Ladeversorgung ist vor allem im Süden des Landes und in der Region um Luxemburg-Stadt hervorragend. Auf einigen Supermarkt-Parkplätzen und bei vielen Hotels können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen. Die Strompreises liegen bis zu 30 % unter den deutschen Tarifen.
Niederlande. Hier ist das Netz mit öffentlichen Ladestationen im gesamten Lad besonders dicht.
BEV sind i.d.R. in Umweltzonen frei zu bewegen, anders als Verbrennerautos. Die Strompreises liegen bis zu 50 % unter den deutschen Tarifen.
Norwegen. Dort werden Verbrenner nicht mehr zugelassen. Das E-Ladenetz Netz ist mit Ausnahme des hohen Nordens sehr dicht. In einigen Städten dürfen BEV auf öffentlichen Parkplätzen zu reduzierten Preisen parken. BEV aus dem Ausland zahlen nach Registrierung auf mautpflichtigen Strecken in Norwegen reduzierte Gebühren; auf einigen fahren sie gänzlich mautfrei. Auf der zahllosen Fähren wird für E-Autos ein Rabatt vom 50 % auf den Fahrpreis gewährt, die Nutzung einiger inländischer Fährverbindungen ist für E-Fahrzeuge sogar kostenlos. Die Strompreises liegen 70 bis 80 % unter den deutschen Preisen.
Österreich. Die Ösis verfügen über ein flächendeckendes Ladenetzwerk. Auf manchen Supermarkt-Parkplätzen wie z. B. bei Hofer (= Aldi) oder auch bei Hagebaumarkt können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen. In einigen Städten wie Wien muss an öffentlichen E-Ladestationen keine Parkgebühr bezahlt werden, solange das E-Fahrzeug lädt. Fahrzeuge mit E-Kennzeichen sind in Österreich von den Umwelt-Tempolimits auf Autobahnen befreit. Die Sttrompreise liegen ca. 20 % unter dem deutschen Preis.
Polen. Beim östlichen Nachbarn Deutschlands sind vor allem der Westen und das Zentrum des Landes sowie Schlesien gut mit Ladestationen versorgt. Noch weniger dicht ist das Netz auf dem Land. Auf einigen öffentlichen Parkplätzen in Polen stehen kostenlose Ladesäulen zur Verfügung. BEV parken auf öffentlichen Parkplätzen gebührenfrei. BEV dürfen die Busspur benutzen und in den Stadtzentren von Breslau und Krakau außerdem einige autofreie Straßen wie z.B. Fußgängerzonen befahren. Achtung: E-Fahrzeuge chinesischer Hersteller dürfen in Polen nicht in der Nähe strategisch wichtiger Anlagen parken. Die Strompreise liegen bis zu 40 % unter den deutschen.
Schweden. Vor allem der Süden ist gut mit Ladestationen versorgt. Weniger dicht ist das Netz in der Mitte und im Nordwesten des Landes. In einigen Parkhäusern und auf manchen Supermarkt-Parkplätzen können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen, z.B. bei Coop oder Ikea. In kommunalen Umweltzonen dürfen E-Fahrzeuge in Schweden uneingeschränkt fahren. In Stockholm zahlen E-Autofahrer eine Parkgebühr, können dafür aber kostenlos laden.
Schweiz. Die Eidgenommen haben ein flächendeckendes Ladenetzwerk. Auf einigen Supermarkt-Parkplätzen können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen; das ist auch bei vielen Hotels so. Strom ist ca. 20 bis 30 % günstiger als in Deutschland.
Slowakei. Am besten die Ladesäulen versorgt ist der Westen des Landes. Während des Ladens an öffentlichen Ladestationen müssen BEV für das Parken nicht bezahlen. Bei einigen Supermärkten in der Slowakei können Kunden kostenlos Ladestationen nutzen, z.B. bei Billa. Strom tanken ist ca. 30 % günstiger als in Deutschland.
Slowenien. Insbesondere das Landeszentrum ist gut mit Ladestationen versorgt. Während des Ladens an öffentlichen Ladestationen können BEV bis zu drei Stunden kostenlos parken. Einige Hotels, Campingplätze und Einkaufszentren stellen ihren Kunden kostenlose Lademöglichkeiten zur Verfügung. Strom tanken ist ca. 30 % günstiger als in Deutschland.
Spanien. Vor allem der Osten des Landes ist gut mit Ladestationen versorgt: de anderen Landesteile holen aber stark auf. BEV dürfen uneingeschränkt in die Umweltzonen einfahren. Voraussetzung hierfür ist die blaue Umweltplakette „Distintivo Ambiental DGT“ oder eine Registrierung des Fahrzeugs. In Barcelona zahlen BEV mit einer „electric vehicule card“ in blauen Parkzonen reduzierte Gebühren. In vielen anderen Städten dürfen E-Autos kostenfrei parken. Strom tanken ist ca. 30 % günstiger als in Deutschland.
Tschechien. Am besten ist die Region um Prag mit Ladepunkten. Noch weniger dicht ist das Netz auf dem Land. Auf einigen Supermarkt-Parkplätzen können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen. Auch viele Hotels und Gasthöfe bieten ihren Gästen Lademöglichkeiten an. Strom tanken ist bis zu 40 % günstiger als in Deutschland.
Ungarn. Bei den Magyaren sind vor allem das Zentrum um Budapest und der Westen des Landes mit Ladestationen versorgt. Weniger dicht ist das Netz auf dem Land. Bei einigen Supermärkten kann man das BEV kostenlos laden. Während des Ladens an öffentlichen Ladestationen müssen BEV fürs Parken nicht bezahlen. Strom ist bis zu 40 % günstiger als in Deutschland. Quelle: ADAC / CM
