Laut einem kürzlich veröffentlichten Sonderbericht des globalen Gesundheits- und Risikomanagementunternehmens Healix sehen sich LGBTQ+-Reisende in einigen Weltregionen mit einer „sich verschlechternden Sicherheitslage“ konfrontiert; Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass ihre Richtlinien zu Reiserisiken diese LGBTQ+ angesichts der vielfältigen und sich wandelnden Sicherheitsbedingungen unterstützen.
Der Bericht hält fest, dass sich die Risikolage für LGBTQ+-Reisende in Afrika 2025 „verschlechtert“ hat – bedingt durch „neue kriminalisierende Gesetze und eine verstärkte Rhetorik gegen LGBTQ+-Personen“. So hat beispielsweise der Senegal die Strafen für homosexuelle Handlungen verschärft, und der ghanaische Präsident John Mahama steht Berichten zufolge kurz davor, ein Gesetz zu erlassen, das die Identifizierung als LGBTQ+-Person unter Strafe stellen würde.
Auch in der Region Naher Osten, insbesondere in den VAE und Nordafrika war im vergangenen Jahr eine „Fortsetzung – und teilweise Verschärfung – repressiver Maßnahmen gegen LGBTQ+-Gemeinschaften“ zu beobachten. Im Irak etwa werden Gesetze, die homosexuelle Handlungen unter Strafe stellen und geschlechtsangleichende Maßnahmen verbieten, „streng durchgesetzt“. Und in der Türkei wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, der die öffentliche Äußerung einer LGBTQ+-Identität kriminalisieren soll.
Bereits früher in dieem Jahr 2026 hatte Riskline zudem seine „LGBTQ Risk Map 2026“ vorgestellt, die eine „wachsende Welle von Rückschritten bei den Rechten“ von LGBTQ+-Reisenden weltweit aufzeigt.
Dem Bericht zufolge verzeichnete die Region der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) im vergangenen Jahr die größte allgemeine Verbesserung bei den Rechten und der Sicherheit von LGBTQ+-Personen – u.a., weil die EU sicherstellt, dass grundlegende Rechte selbst in einigen der konservativeren Mitgliedsstaaten gewahrt bleiben. Zudem seien insbesondere in Polen, Ungarn und Italien Verbesserungen zu beobachten gewesen.
Auf dem amerikanischen Kontinent gab es im vergangenen Jahr zwar „verstärkte gesetzgeberische Unterstützung“ für die Sicherheit von LGBTQ+-Personen, doch insbesondere in Südamerika nahm die Zahl der Gewalttaten gegen diese Gruppe zu, so der Bericht. In den USA hingegen kam es zu Rückschritten bei bestimmten Rechten für Transgender-Personen – etwa durch die Abschaffung des nicht-binären Geschlechtseintrags „X“ in Reisepässen. Zudem herrscht auf Bundesstaatenebene ein uneinheitliches Bild aus Beschränkungen und gesetzlich verankerten Rechten, was das Land laut Bericht zu „einem der rechtlich widersprüchlichsten Umfelder für LGBTQ+-Personen unter den Industrienationen“ macht.
Saskia Veldhuizen, Sicherheitsberaterin bei Healix, berichtete von einer zunehmenden Zahl von Anfragen durch Angehörige von Nichtregierungsorganisationen bezüglich möglicher Probleme bei der Einreise oder Visumswiderrufen – sowohl bei Personen, die selbst der LGBTQ+-Community angehören, als auch bei solchen, die im Auftrag der Community reisen.
„Wir erleben, dass sich viele Organisationen mit diesen Aspekten auseinandersetzen oder sie überprüfen“, sagte sie. „Es handelt sich um eine sehr spezifische und stark von der jeweiligen Person abhängige Frage, weshalb sie nur schwer vorherzusagen ist.“
Für die Region Asien-Pazifik hält der Bericht fest, dass sich der rechtliche Schutz von LGBTQ+-Personen in einigen Gebieten – darunter Thailand, Australien und Südkorea – verbessert hat, während andere Länder für LGBTQ+-Reisende gefährlicher geworden sind. So zensiert China weiterhin Inhalte, die LGBTQ+-Themen aufgreifen, und sowohl Malaysia als auch Indonesien haben dem Bericht zufolge die Zahl der Festnahmen von LGBTQ+-Personen erhöht, denen die Teilnahme an „Sex-Partys“ vorgeworfen wird.
Angesichts der sich wandelnden Risikoprofile für LGBTQ+-Reisende weltweit sei es entscheidend, diese Risiken in den Unternehmensrichtlinien zu berücksichtigen; laut Veldhuizen bestehe jedoch ein häufiger Fehler darin, von LGBTQ+-Reisenden zu erwarten, dass sie ihre Identität bzw. sexuelle Andersartigkeit gegenüber Programmverantwortlichen oder Arbeitgebern offenlegen.
Für Unternehmen ist es wichtig, nicht nur vor der Reise Informationen anzubieten, sondern auch einen Feedback-Mechanismus zu etablieren, der es Mitarbeitern ermöglicht, nach der Reise Probleme zu melden – etwa Diskriminierungserfahrungen mit einem bestimmten Dienstleister. Quelle: Healix / CM