Kleine Ursache, Riesenärger

Mehr oder weniger geschickten Bauarbeitern wird zur Last gelegt, eine neu installierte Glasfaser-Backup-Leitung im TRACON-Zentrum der US-Flugverkehrskontrolle in Philadelphia durchtrennt zu haben. Eigentlich sollte die neue Glasfaser-Leitung die Dienste der Flugverkehrskontrolle im Nordosten der USA aufrechterhalten, falls eine ältere Leitung ausfallen sollte. Nach dem Cut firl der gesamte Flugverkehr im Nordosten der Vereinigten Staaten am Montagmorgen aus. .

Zehntausende Passagiere müssen sich für den Rest des Montags auf erhebliche Störungen einstellen, nachdem eine wichtige Datenleitung bei einer bedeutenden Flugverkehrskontrollstelle in Philadelphia ausgefallen war. Eigentlich hätte sofort ein Backup-System einspringen sollen; doch genau in diesem Blackout-Moment stellte die Federal Aviation Administration (FAA) fest, dass die neue Glasfaserleitung durchtrennt worden war.

Die ausgefallene Leitung steuert für gewöhnlich den Luftraum für Philadelphia (PHL), Newark (EWR) und Teterboro (TEB).

Als die Bunesluftfahrtbehörde FAA erkannte, dass das Backup-System völlig außer Gefecht gesetzt war, entschieden sich die Techniker dazu, die ausgefallene Hauptleitung auszutauschen – dies war die einzige Möglichkeit, den Flugverkehr wieder in Gang zu bringen. Der Haken: Die Rettungsmaßnahme erforderte die Einstellung des gesamten Flugbetriebs an allen anderen Flughäfen im Raum New York, einschließlich New York JFK und LaGuardia.

FAA-Administrator Bryan Bedford äußerte sich dazu gegenüber Reportern bei einer Veranstaltung, die ironischerweise der Vorstellung eines neuen Systems für das Flugverkehrsmanagement dienen sollte: „Es handelt sich tatsächlich um das Philly TRACON. Wir haben die Hauptleitung verloren. Dabei handelt es sich um eine der alten L3-Verizon-Leitungen, die Teil unseres Plans zur Erneuerung veralteter Systeme ist. Leider ist diese Leitung heute ausgefallen. Und als auf die Backup-Verbindung umgeschaltet werden sollte, stellten wir fest, dass das Glasfaser-Backup unterbrochen war.“ Bedford erklärte, es handele sich um einen „massiven“, rund 180 Meter (600 Fuß) langen Bruch der Glasfaserleitung irgendwo zwischen New Brunswick und Newark; Ingenieure schätzten, dass die Reparatur mindestens 13 Stunden dauern würde.

Die ausgefallene Leitung steuerte sämtliche Flugsicherungsdienste, fügte Bedford hinzu: „Es geht um Funkverkehr und sämtliche Daten, die über diese Leitung liefen – all diese Dienste sind ausgefallen.“ Auf die Frage, wie es zu der Unterbrechung der Glasfaserleitung gekommen sei, antwortete Bedford: „Jemand hat sie bei Grabungsarbeiten beschädigt.“ Der Schaden wurde erst bemerkt, als das Glasfaser-Backup im Bedarfsfall nicht einsprang. Bedford betonte jedoch, die Leitung sei nicht schon längere Zeit unterbrochen gewesen; der Schnitt sei vielmehr zufällig am selben Tag erfolgt, an dem auch die alte Hauptleitung ausgefallen war. Bedford nutzte die Gelegenheit, um zusätzliche Mittel für den Austausch der gesamten Flugsicherungsarchitektur durch ein sogenanntes „Federal Enterprise Network“ zu fordern.

Ein Sprecher des Telekommunikationsriesen Verizon erklärte später, das Unternehmen übernehme keine Verantwortung für den Vorfall; die Glasfaserleitung verlaufe entlang einer Amtrak-Bahnstrecke in New Jersey. In der Stellungnahme hieß es weiter: „Bauunternehmen, die in diesem Bereich tätig waren, haben das Kabel bei Grabungsarbeiten freigelegt und durchtrennt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Anlagen von Verizon voll funktionsfähig.“

Die Flugverfolgungs-App Flighty meldet mindestens 163 Flugausfälle bei Ankünften in Newark sowie 173 gestrichene Abflüge. In Philadelphia wurden 73 Ankünfte und 71 Abflüge gestrichen, während am Flughafen New York JFK 27 Ankünfte und 12 Abflüge ausfielen. Reiseexperten warnen Passagiere davor, dass es auch im weiteren Verlauf des Montags zu Verspätungen kommen wird, da die Störungen einen Dominoeffekt im gesamten nationalen Luftraumsystem auslösen. könnten. Quelle: CM

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