Emirates und Lufthansa verweigern Abnahme der ersten B 777-X

Boeing bekommt Ärger mit Lufthansa und Emirates. Beide Carrier weigern sich, die allerersten, bereits vor Jahren (zwischen 2019 und 2021) von Boeing gebauten Exemplare der Boeing 777X (777-9) abzunehmen. Die Riesenjets und Nachfolger der Jumbos B 747 wurden auf Basis von Planungen aus der Vorkrisen- und Frühphase gebaut. Durch jahrelange Modifikationen während der Testphase hinken sie dem finalen Serienstandard hinterher

Wegen der jahrelangen Verzögerungen und Zertifizierungsprobleme wären diese sogenannten „Early-Build“-Maschinen bei einer Übergabe bereits rund acht Jahre alt, müssten aufwendig umgebaut werden und entsprechen nicht mehr dem aktuellen technischen Standard, betonen Emirates-Chef Sir Tim Clark und Lufthansa-Boss Carsten Spohr. Clark lehnt die ersten zehn Jets scharf ab. Die Lufthansa verhandelt über den Ausschluss dieser gealterten Versionen oder verlangt umfangreiche Nachbesserungen sowie finanzielle Nachlässe.

Emirates hat insgesamt 270 Einheiten der B 777-X-Familie bei Boeing bestellt. Damit ist die Airline aus Dubai mit Abstand der größte Kunde für diesen Flugzeugtyp. Lufthansa hat 27 in Auftrag gegeben. Die Order teilt sich in zwei Varianten auf: 20 Maschinen des Passagiermodells B 777-9 (plus Optionen für weitere 24 Jets) und sieben Jets der Frachtversion B 777-8F für die Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo. Jetzt wollen beide Airlines  die ersten Modelle dieser vor Jahren fix und fertig produzierten Tripleseven nicht abnehmen.  

Emirates-Chef Sir Tim Clark betonte, das Design der B 777-X habe über die Jahre einfach zu viele wesentliche Änderungen erfahren, wobei unter Design nicht das optische Aussehen der Jets gemeint ist, sondern die technische Ausstattung.  

Auch Lufthansa CEO Carsten Spohr ist nicht begeistert. In einem Analysten-Gespräch am 04. August sagte Spohr, die LH führe derzeit Gespräche mi Boeing darüber, welche dieser Jets er für den kommerziellen Flugbetrieb nicht akzeptieren werde und welche vielleicht noch auf den aktuellen Stand gebracht werden können. Dazu müsse der Hersteller aber seinen finanziellen Beitrag leisten. 

Im Mai hob die erste für die Lufthansa bestimmte B 777-X mit der Seriennummer 1781 in Everett ab . Sie soll das Kennzeichen D-ABTG. Erhalten. Zwischen D-ABTA und D-ABTG liegen fünf weitere Kennungen, die auf B, C, D, E und F enden. Quelle: Emirates / Lufthansa / CM

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