Der VW-Vorstand um Oliver Blume, der den Konzern infolge nicht gerade glücklichen Managements beinahe an die Wand gefahren hat, will sein Konzept samt Werksschließungen vom Aufsichtsrat absegnen lassen. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht, stattdessen die nächste Stufe der Eskalation.
VW steht eine turbulente Aufsichtsratssitzung am kommenden Freitag bevor: Während die IG Metall dem Management schwere Fehler vorwirft und Werksschließungen um jeden Preis verhindern will, ist ein Vorschlag des Vorstands durchgesickert, der sich liest wie der Albtraum des Betriebsrats.
Der VW-Vorstand beharrt auf der Schließung von vier Werken (die bekannten in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm), das Aus der spanischen Volkswagentochter SEAT und weitere radikale Einschnitte. Insider gehen davon aus, dass der Aufsichtsrat die Vorschläge ablehnen wird. Der Vorstand um VW-Chef Blume will bei einer Ablehnung des rigiden Umbauplans durch den Aufsichtsrat eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Ein solcher Schritt wäre für die deutsche Industrie äußerst ungewöhnlich und zeigt, als wie dramatisch die Führung um VW-Chef Oliver Blume die Lage einstuft. Und selbst wenn es zu einer außerordentlichen Hauptversammlung kommen sollte, könnte das Land Niedersachsen mit seiner Sperrminorität Werksschließungen verhindern.
Das Papier zeigt jedoch, wie ernst der Vorstand die Lage einschätzt. Die anstehenden Verhandlungen über die Zukunft des Konzerns dürften entsprechend hart werden. Ganz ohne Zugeständnisse werden auch die Arbeitnehmer nicht davonkommen. Laut Insidern fürchtet der VW-Vorstand, dass Europas größter Autohersteller ab dem Jahr 2030 dauerhaft in die Verlustzone rutschen könnte. Ohne das Umbaukonzept könnte der Bestand des VW-Konzerns demnach nicht gesichert werden. Kommt es zum großen Knall, dann wären die Folgen für die Bundesrepublik massiv. Denn VW ist der größte industrielle Arbeitgeber, an dem letztlich das Schicksal der Autoindustrie hängt. Zulieferer wie Bosch, Conti und ZF lasten ihre Werke mit den Aufträgen der Wolfsburger aus. Bei einem Aus würden ganze Regionen wirtschaftlich abstürzen. Quelle: Automobilwoche / Correctiv / CM