KI kann vieles, sie kann aber auch zum Albtraum werden

Normalerweise wird der Einsatz von KI beworben mit mehr Sicherheit, mehr Nutzen und Fortschritt . Doch KI kann auch zum Albtraum werden. .So warnen die Chefs der größten US-amerikanischen KI-Firmen OpenAI und Anthropic, Altman und Amodei, vor den Gefharen ihrer eigenen Technologie: Denn KI könnte sich so schnell weiterentwickeln, dass kein Mensch mehr folgen oder eingreifen kann, wenn nötig. 

Zugleich besteht eine riesige Gefahr durch Terroristen, die mithilfe von KI biologische Waffen bauen könnten. Bei unsachgemäßem Umgang könnte Künstliche Intelligenz als Killer-KI zum Risiko für die gesamte Menschheit werden, warnen die Tech-Giganten in den USA. 

Wir kennen Künstliche Intelligenz nur so: Sie beschreibt Technologien, die Aufgaben ausführen können, für die sonst menschliche Denkprozesse nötig wären: etwa das Lernen aus Beispielen, das Erkennen von Mustern oder das Treffen einfacher Entscheidungen 

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Fomen der KI:

  1. Schwache KI: Diese Systeme sind auf klar begrenzte Aufgaben spezialisiert. Beispiele sind Sprachassistenten, Empfehlungsalgorithmen, Spamfilter oder Navigationssysteme. Sie arbeiten zuverlässig, aber nur innerhalb ihres festgelegten Aufgabenbereichs. Alle heute existierenden KI-Systeme gehören zu dieser Kategorie.
  2. Starke KI: Diese Form von KI wäre in der Lage, umfassend zu verstehen, flexibel zu lernen und nahezu jede geistige Aufgabe zu lösen, die auch ein Mensch bewältigen kann. Eine solche starke KI existiert aktuell nicht; sie ist ein langfristiges Ziel der Forschung.

Die heute verbreitete KI ist größtenteils datengetrieben, aber noch unglaublich fehlerbehaftet. Dazu zählen Maschinelles Lernen, Deep Learning und insbesondere Generative KI. Die Begriffe bezeichnen unterschiedliche Ebenen und Ansätze innerhalb der KI. Fakt ist: KI verändert die Ökonomie in erheblichem Maße und wirkt damit unmittelbar auf die Arbeitswelt ein. Wo KI Prozesse automatisiert, optimiert oder unterstützt, verändern sich Tätigkeitsprofile, Qualifikationsanforderungen und Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. 

In einer aktuellen YouGov-Umfrage erwartet jeweils  ein gutes Viertel– oder erlebt bereits – in drei Feldern positive Effekte: Entlastung von Routinearbeiten, bessere persönliche Arbeitsergebnisse und höhere Produktivität. Auf der anderen Seite rechnen 42 % damit, dass der Einsatz  von KI Stellenabbau nach sich zieht 9 % der Befragten haben diese Erfahrung demnach im eigenen Umfeld bereits gemacht. Was die durch KI besonders gefährdeten Berufe betrifft, gab es unter den Befragten eine klare Richtung: 41 % glauben, dass die Technologie menschliche Entwickler in der Informationstechnologie überflüssig macht. Es folgen in der Reihe KI-bedrohter Berufe Finanz- und Steuerberater sowie Rechtsanwälte,  (38 Prozent), Werbung und Marketing (36 %) und Verwaltungsangestellte (35 %). Zu den Berufen mit hohem Risiko durch KI ersetzt zu werden zählen viele und millionenfache Jobs im Transportgewerbe ( Lkw-Fahrer, Taxifahrer, Fahrer von U- und S-Bahnen), die durch autonomes Fahren nicht mehr gebraucht werden.  

Am wenigsten gefährdet sind demnach Köche. KI kann vieles, aber nicht am Herd stehen und kochen. Nichts anhaben kann die KI zudem den Pflege- und Sozialberufen. Quelle: YouGov / CNN / CM

Härtere Strafen für Angreifer auf Bahnpersonal, Rettungskräfte, Ärzte usw.

In den vergangenen Jahren haben die Angriffe auf Einsatz- und Rettungskräfte zugenommen. Ebenso auf Zugbegleiter und andere für das Gemeinwohl Tätige. Die Strafen dafür sollen jetzt erhöht werden. 

Laut Bundesregierung sollen fortan Angriffe auf Zugbegleiter, Busfahrer, Polizisten, Rettungssanitäter und Ärzte härter bestraft werden. Den entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, (SPD) hat das Kabinett nun auf den Weg gebracht. „Wer unser Land am Laufen hält, verdient unseren Schutz“, betonte Hubig. Übergriffe auf Einsatzkräfte, Beschäftigte im Nahverkehr, in Kliniken und Praxen nähmen zu. Deshalb sei es wichtig, jetzt das Signal zu senden, dass diese Gewalt nicht unbeantwortet bleibe. Mehr Berufsgruppen sollen geschützt und Haftstrafen erhöht werden. Bei der Bahn gebe es mittlerweile fünf Angriffe pro Tag, sagte Hubig. 

Die Mindeststrafe für Übergriffe soll von drei auf sechs Monate Freiheitsstrafe steigen, in schwereren Fällen ist mindestens ein Jahr Haft vorgesehen. Bei tätlichen Angriffen auf Angehörige von Heilberufen sind bis zehn Jahre Gefängnis vorgesehen. 

Die Gewalt gegen Bahn-Beschäftigte in Deutschland hat ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht: Laut aktuellen Zahlen des Bundesinnenministeriums werden im Schnitt 5,5 Angriffe pro Tag auf das Bahnpersonal registriert. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 wurden bereits 1.630 Bahnmitarbeitende sowie 4.672 Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei Opfer von Straftaten wie Bedrohungen oder Körperverletzungen. Besonders im Regionalverkehr (DB Regio) zeigt sich eine deutliche Verschärfung der Situation: Im ersten Halbjahr wurden 989 Übergriffe auf das Personal registriert – das ist ein Zuwachs von 14 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (869 Fälle. Unter den aktuellen Fällen im Nahverkehr befanden sich neben versuchten Taten und leichteren Übergriffen auch 22 schwere Angriffe. In einigen Bundesländern, wie etwa Hessen, stieg die Zahl der registrierten Gewaltdelikte gegen Zugpersonal im ersten Halbjahr sogar um 40 %. 

DB-Personalvorstand Martin Seiler: „Für uns als Deutsche Bahn ist klar: Gewalt gegen unsere Beschäftigten ist kein Kavaliersdelikt. Unsere Kolleginnen und Kollegen halten Deutschland jeden Tag mobil. Sie übernehmen Verantwortung für Millionen Reisende und dürfen dabei niemals um ihre eigene Sicherheit fürchten müssen. Deshalb ist die geplante Verschärfung des Strafrechts genau das richtige Signal. Respekt ist keine Option, sondern die Grundlage unseres Zusammenlebens. Die geplanten Regelungen stärken den Schutz unserer Mitarbeitenden. Sie ergänzen unsere eigenen Maßnahmen für mehr Sicherheit auf Bahnhöfen und in Zügen – von Bodycams über eine verbesserte Schutzausrüstung bis hin zu Deeskalationstrainings.“ Quelle: Bundesregierung / DB / CM

Copilot versuchte Kapitän zu töten, um einen Terroranschlag zu verüben

Mit Flug FZ1073 von Flydubai soll ein Copilot versucht haben, einen Terroranschlag nach dem Vorbild des 11. September 2001 zu verüben. Das glsubven nach einem schrecklichen Vorfall israelische Ermittler. Nach einer Notlandung in Saudi-Arabien wird laut israelischen Medien geprüft, ob der  Flydubai-Copilot die Boeing Maschine mit 174 isralischen Passagieren an Bord zum Absturz bringen wollte. Offiziell bestätigt ist der Verdacht bisher nicht. 

Aus einer Boeing auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv ist nach Medienberichten „wegen einer Prügelei zwischen den beiden Piloten im Cockpit ein Notsignal gesendet worden. Was zuerst wie ein harmloser Streit wirkte, zeigt nun, dass die Situation im Cockpit und an Bord viel dramatischer war als vorerst angenommen. 

Ein namentlich nicht genannter ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte dem TV-Sender N12, es sei eine schwere Katastrophe verhindert worden. Den Angaben zufolge soll der Copilot versucht haben, den Kapitän niederzustechen und einen Anschlag nach dem Vorbild des 11. September 2001 (New York) zu verüben. Unklar sei, ob das Flugzeug entführt oder zum Absturz gebracht werden sollte. In den sozialen Medien kursieren Bilder, die einen Passagier mit blutverschmiertem Shirt zeigen sollen, der geholfen, hat, den Copiloten zu überwältigen. 

Laut dem Beamten verlor die Maschine etwa 4.500 m an Höhe. Eine weitere Pilotenbesatzung an Bord habe den mutmaßlichen Angreifer überwältigt und anschließend die Kontrolle über das Flugzeug übernommen. In Israel werde der Vorfall laut dem Beamten als möglicher Terroranschlag untersucht. Gegen den Copiloten werde ermittelt, da der Verdacht bestehe, dass er die Kontrolle über das Flugzeug übernehmen und es zum Absturz bringen wollte. Die Ermittlungen dauerten an. An Bord waren 174 Passagiere, darunter 27 Kinder – alles Israelis. 

Der Flug FZ1073 der Flydubai-Maschine startete um 7.05 Uhr Ortszeit in Dubai und hätte um 9.30 Uhr in Tel-Aviv landen sollen. Beim Einflug in den jordanischen Luftraum, etwa anderthalb Stunden nach dem Start, löste das Flugzeug zunächst den internationalen Notrufcode 7700 aus und anschließend den Code 7500, was auf eine Entführung hindeutete. 

Danach drehte die Maschine um, flog zurück nach Saudi-Arabien, wobei sie mit geringerer Höhe flog. Nach einem Flug nach Süden bog sie innerhalb Saudi-Arabiens nach Westen ab. Laut dem Nachrichtensender CNN, der die Flugdaten auswertete, sank das Flugzeug über dem Nordwesten Saudi-Arabiens in gut zwei Minuten rund 5.300 Höhenmeter von etwa 10.400 auf 5.100 Meter.

Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ meldete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman. Der israelische Sender „N12“ schreibt wiederum schreibt, dass der Pilot indischer Herkunft sei und der Copilot aus dem Oman. Zunächst hatte es aber geheißen, der Pilot sei russischer und der Copilot ukrainischer Herkunft. 

Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte der Moskauer staatlichen Nachrichtenagentur „TASS“ zufolge mit, die Berichte über einen russischen Piloten im Cockpit entsprächen nicht den Tatsachen. Das Konsulat habe von der Airline die Information erhalten, dass kein russischer Staatsbürger an Bord gewesen sei. 

Dem Copiloten wird vorgeworfen, versucht zu haben, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Laut „N12“ wird nun geprüft, wie er die Erlaubnis erhalten hatte, nach Israel zu fliegen. Wegen der geopolitischen Lage führt Israel bei ausländischen Besatzungsmitgliedern, insbesondere aus arabischen Staaten und den Golfstaaten, individuelle Sicherheitsprüfungen durch, bevor sie in den israelischen Luftraum einfliegen oder in Israel landen dürfen.  

Wie eine israelische Sprecherin bestätigte, wird der tatverdächtige Copilot  in Saudi-Arabien befragt. Die israelischen Passagiere warten den Berichten zufolge auf ihre Heimreise. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere in ihre Heimat zu gewährleisten. 

Wie der israelischen Sender „Channel 12 berichtet, hörten Passagiere die Auseinandersetzung zwischen den beiden Piloten. Eine Israelin berichtete dem Sender von großer Angst an Bord. Eine weitere Passagierin sagte, sie habe Schreie gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. Ihren Angaben zufolge überwältigten mehrere Männer den mutmaßlichen Angreifer. Andere Passagiere berichteten, die Maschine sei vor der Notlandung in Saudi-Arabien steil abgesackt. Nach der geglückten Landung, erfolgt durch zwei Ersatz-Piloten, die an Boed waren, hätten zahlreiche saudische Sicherheitskräfte das Flugzeug umstellt. In den sozialen Medien kursieren zudem Videos, die den Vorfall und die Reaktionen der Passagiere zeigen sollen. Queue: CNN / N12 / CM

Reisebüro streicht fast 21.000 CHF ein und „vergisst“ die Reise zu buchen…

Vier Schweizer haben 20.800 Schweizer Franken bei einem Reisebüro in Zürich für eine Japan-Reise einbezahlt. Bis zum Tag des Abflugs aber hatten sie weder ihre Flugtickets noch Hotelvoucher bekommen. Das Reisebüro hatte nichts gebucht.

Ein 43-Jähriger und seine drei Freunde haben laut einem Artikel im Schweizer Online-Boulevardmagazin Blick“ bei einem Reisebüro in Zürich eine Japan-Reise gebucht. Am 28. September 2026 hätte es eigentlich losgehen sollen. Insgesamt haben die vier Männer 20.800 CHF zunächst als Anzahlung, dann als Restzahlung dem Reisebüro überwiesen und die Bestätigung für Flüge, Hotels und Züge erhalten. Als der Abflugtermin näher rückt und die Unterlagen noch nicht vorlagen, wurden die  Kunden vertröstet.

Der 43-Jährige nimmt die Sache selbst in die Hand und fragte bei Cathay Pacific und den Hotels nach, wie es um die Buchungen steht. Doch über eine Reservation für die vier Kunden verfügen weder die Airline noch die Hotels. Wie „Blick“ nach Anfrage beim Geschäftsführer des Reisebüros erfahren hat, soll es „Unstimmigkeiten bei der Buchungsanfrage“ gegeben haben.

Der Kunde hat bei der Polizei Anzeige erstattet und die Rechtsschutzversicherung und den Reisegeld-Versicherer eingeschaltet. Und als er persönlich im Reisebüro auftauchte, will er gehört haben, wie ein Mitarbeiter am Telefon anderen Kunden mitteilte, dass keine Buchung für das Quartett vorhanden sei. Offenbar handelt es sich um keinen Einzelfall.

Blick nennt nicht, um welches Reisebüro genau es sich handelt. Die Rede ist von einem Reisebüro, das sich selber als Experte für Asienreisen bezeichnet und auf Japan spezialisiert ist. Die Kantonspolizei Zürich will aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben.

Und die vier geprellten Kunden? Sie wollten sich die Reise nicht nehmen lassen und haben nun neue Flüge auf eigene Faust gebucht und zusätzlich bezahlt. Am Montag sind sie nach Fukuoka abgehoben.

Klar ist: Der Fall wirft ein schlechtes Licht auf die Reisebüro-Branche; umso mehr, weil vorerst unklar ist, um welches Reisebüro es sich handelt und somit auch andere Asien-Spezialisten unter Verdacht geraten. Ein seriöses Zürcher Reisebüro, das Asienreisen verkauft, hat bereits mehrere Kundenanrufe erhalten mit der Frage, ob mit ihrer Buchung alles in Ordnung sei. Quelle: Blick / CM

Bombendrohungen: Täter hielt die Fahnder längere Zeit zum Narren

Ein 25-jähriger Mann nutzte seine Internet-Fernbeziehung zu einer Mitarbeiterin von American Airlines, die am Flughafen Bangor im Bodendienst tätig war, um mehrere Bombendrohungen abzusetzen. Diese wurden so ernst genommen, dass es zu Flugverspätungen kam und die US-Luftfahrtbehörde (FAA) einen Sicherheitsvorfall ausrief, der Auswirkungen auf die Flugsicherung hatte.

Das FBI nahm die Drohung so ernst, dass die Ermittler zunächst von einer sogenannten „Insider-Bedrohung“ ausgingen – einem Begriff für Fälle, in denen es einem Terroristen gelingt, die Organisation zu unterwandern, die er ins Visier nehmen will. Die Wahrheit war jedoch noch bizarrer.

Ein 25-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Alabama, hat sich inzwischen schuldig bekannt, eine falsche Bombendrohung abgesetzt zu haben. Ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar sowie eine dreijährige Bewährungszeit unter behördlicher Aufsicht.

Aus einer eidesstattlichen Erklärung, die das FBI bei einem Bezirksgericht im Ostküsten-Bundesstaat Maine eingereicht hat, geht hervor, wie es den Ermittlern gelang, den Täter zu identifizieren – trotz seiner umfangreichen Versuche, seine Identität zu verschleiern.

Am 13. Februar 2025 erhielten zwei verschiedene Mitarbeiterinnen von American Airlines am Flughafen Bangor unaufgeforderte Textnachrichten von einer unbekannten Handynummer. Der Absender behauptete, über „Waffen und mehr“ zu verfügen, kündigte an, bestimmte Mitarbeiter ins Visier zu nehmen, und erklärte, er werde „definitiv eine Bombe hochgehen lassen“. Und der Absender übermittelte Details, die so spezifisch für die Betriebsabläufe von American Airlines in Bangor waren, dass die Ermittler von einer Insider-Bedrohung ausgingen. Auch nachdem die Sicherheitsbehörden reagiert hatten, trudelten weitere Nachrichten ein. Darin signalisierte der Absender, dass er genau beobachten könne, was vor Ort geschieht.

Die Strafverfolgungsbehörden versuchten, die Nummer zurückzuverfolgen, von der die Nachrichten stammten, stellten jedoch fest, dass der Absender eine App nutzte, die für den Versand der Nachrichten eine gefälschte Nummer verwendete.

Dann ging an einem frühen Morgen um 5  Uhr Ostküstenzeit in der Einsatzzentrale des Flughafens Bangor ein Anruf einer Person ein, die verlangte, mit einem „Bombenexperten“ des FBI zu sprechen.

Der Anrufer behauptete, er habe vor dem Flughafengebäude Bomben mit Zeitzündern platziert. Er gab den Behörden lediglich sieben Minuten Zeit, um die Mobiltelefone, auf denen am Vortag die Drohungen eingegangen waren, einzuschalten und an die Beschäftigten von American Airlines zurückzugeben; andernfalls würden die Bomben detonieren.

Während die Einsatzkräfte im Terminalgebäude auf die Lage reagierten, wurde eine Mitarbeiterin von American Airlines dabei beobachtet, wie sie den Einsatz während eines Videoanrufs filmte. Dieses Verhalten erschien verdächtig, weshalb Beamte die Mitarbeiterin befragten.

Die Frau erklärte den Ermittlern, sie führe eine Internet-Fernbeziehung mit der Person am anderen Ende der Leitung, nachdem sie diese auf TikTok kennengelernt habe. Die Nummer ließ sich auf die Mutter des Täters zurückführen; von dort aus gelang es dem FBI, den 25-Jährigen ausfindig zu machen. Der junge Mann behauptete zunächst, ein Internetbekannter aus England habe ihn dazu genötigt, eine Bombendrohung gegen den Flughafen Bangor vorzutäuschen, räumte jedoch später ein, dass diese Darstellung erfunden war. Warum genau der Ertappte Täter die Bombendrohungen aussprach, bleibt unklar. Das Strafmaß wird festgelegt, sobald die US-Bewährungsbehörde einen Bericht zur Vorbereitung der Urteilsverkündung erstellt hat. Quelle: CM 

Lufthansas Social-Media-Team stellte unzufriedenen Passagier auf der Plattform X öffentlich bloß

Das Social-Media-Team der Lufthansa stellte einen unzufriedenen Passagier auf X öffentlich an den Pranger – inmitten eines Streits um eine missglückte Rückerstattung. Nachdem man offenbar mit Nachrichten desselben Passagiers überhäuft worden war, platzte einem der Kundendienstmitarbeiter von Lufthansa öffentlich der Kragen.

Irgendwie wurde der X-Algorithmus auf den hitzigen Schlagabtausch zwischen Lufthansa und dem Passagier aufmerksam, und schon bald wurde der Beitrag immer mehr Nutzern angezeigt. Unabhängig davon, wer im Recht ist, sind manche der Meinung, Lufthansa hätte professioneller reagieren sollen.

Im selben Zeitraum wurde der Beitrag von Lufthansa von mehr als 1,5 Millionen X-Nutzern gesehen und erhielt 1.700 „Likes“ – im Gegensatz zu lediglich 166 „Likes“ für die Beiträge des Passagiers. Dies deutet darauf hin, dass viele Menschen die harte Haltung der Fluggesellschaft unterstützen. Mutmaßlich korrespondierte der unzufriedene Passagier – auf X unter dem Namen „Baku Man“ unterwegs – bereits seit Monaten, mit Lufthansa.

In dieser Zeit muss Lufthansa wohl eine Entschädigungszahlung für den Passagier bewilligt aber vermutlich nicht ausgezahlt haben. Denn „Baku Man“ behauptet, die Fluggesellschaft habe das Geld nicht auf sein Bankkonto überwiesen. Es folgte ein Hin und Her von Nachrichten zwischen den beiden Parteien, bis es schließlich so weit kam, dass der Passagier behauptete, Lufthansa habe seine Nachrichten schlichtweg ignoriert. Daraufhin beschloss der Passagier, sich über einen öffentlichen Beitrag auf X an Lufthansa zu wenden und die Fluggesellschaft darin zu markieren. 

Die Airline antwortete: „Wir haben Ihnen bereits mehrfach per DM (Direktnachricht) auf verschiedenen Social-Media-Plattformen geantwortet. Die Antwort wird sich nicht auf magische Weise ändern, nur weil Sie dieselbe Frage jetzt auf X stellen.“ Der Passagier ließ nicht locker und erwiderte: „Ich brauche keine magische Antwort – ich brauche das Geld von Lufthansa, dessen Auszahlung Sie bereits bewilligt haben. Ihre Antworten per DM haben sich nicht geändert, weil Sie sich weigern, das Problem zu lösen. Hören Sie auf, sich in den sozialen Medien mit mir zu streiten, und weisen Sie den Kundenservice an, die Auszahlung endlich zu bearbeiten!“ Und dann: Stille.

Fast ein ganzer Tag verging, ohne dass Lufthansa auf die Nachricht reagierte; doch während die Airline den „Baku Man“ ignorierte, verbreitete der X-Algorithmus den Beitrag von Lufthansa an immer mehr Nutzer. Schließlich erkannte Lufthansa, dass der Beitrag viral gegangen war und eine Reaktion womöglich doch angebracht wäre. Am Mittwochnachmittag, 23. September 2026, antwortete die Fluggesellschaft: „Wir entschuldigen uns aufrichtig für unsere letzte Antwort an Sie – so gehen wir nicht mit unseren Passagieren um. Wir verstehen Ihren Frust in dieser Angelegenheit und tun alles, um den Prozess zu beschleunigen. Wir werden uns so schnell wie möglich bei Ihnen melden.“

Damit bestätigte Lufthansa indirekt nicht nur, dass ihre vorangegangene Nachricht unangemessen war, sondern auch, dass der Passagier die ganze Zeit im Recht gewesen war.  Quelle: X / CM

Ryanair ist jetzt Mitglied des BTW

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) begrüßt den irischen Billigflieger Ryanair als neues Mitglied. Damit gewinnt der Dachverband eine weitere Stimme für Mobilität, Konnektivität und einen wettbewerbsfähigen Tourismus- und Luftverkehrsstandort Deutschland.

BTW-Generalsekretär Sven Liebert: „Wir freuen uns sehr, Ryanair im BTW willkommen zu heißen. Die Fluggesellschaft verbindet Millionen Reisende mit Zielen in ganz Europa und darüber hinaus. Mit Ryanair, der Lufthansa Group und Condor vereinen wir nun drei bedeutende Akteure des Luftverkehrs mit unterschiedlichsten Geschäftsmodellen unter dem Dach des BTW. Dies stärkt unsere Stimme in den wichtigen Debatten um die Zukunft des Luftverkehrs und des Tourismusstandorts Deutschland nachhaltig. Deutschland brauche ein klares Bekenntnis zu einem starken Luftverkehrsstandort. Flugverbindungen seien eine zentrale Voraussetzung für Tourismus, Geschäftsreise und wirtschaftliches Wachstum. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern wolle sich der BTW für faire Wettbewerbsbedingungen und eine Politik einsetzen, die Mobilität ermöglicht, anstatt sie durch immer höhere Belastungen zu erschweren.

Marcel Pouchain Meyer, Ryanair Head of Communications DACH: „Ryanair freut sich, dem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft beizutreten und unser Engagement in der deutschen Tourismuswirtschaft zu stärken. Deutschland sollte einer der wettbewerbsfähigsten Luftverkehrs- und Tourismusmärkte Europas sein, doch exorbitant hohe Steuern, Flughafenentgelte und andere Zugangskosten bremsen das Land weiterhin komplett aus. Die Senkung dieser Kosten und die Förderung von mehr Wettbewerb würden dazu beitragen, die Konnektivität wiederherzustellen, den Tourismus zu stärken und den Verbrauchern endlich niedrigere Flugpreise und mehr Auswahl zu bieten.“
 
Ryanair Holdings plc ist die Muttergesellschaft von Buzz, Lauda, Malta Air, Ryanair und Ryanair UK. Mit jährlich rund 216 Mio. Passagieren auf etwa 3.800 täglichen Flügen von 95 Standorten aus verbindet die Gruppe über 220 Flughäfen in 35 Ländern mit einer Flotte von fast 650 Flugzeugen. 300 neue Boeing 737 sind bereits bestellt, wodurch die Ryanair-Gruppe ihr Passagieraufkommen bis zum Geschäftsjahr 2034 auf 300 Mio. pro Jahr steigern kann.. Quelle: BTW / CM

Steuern wurden gesenkt, Restaurantbesuche aber wurden oft sogar noch teurer

Von der zu Beginn des Jahres gesenkten Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen merken Gäste einer neuen Untersuchung zufolge kaum etwas. „Die Studie liefert keine Hinweise darauf, dass die Mehrwertsteuersenkung in nennenswertem Umfang an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde“, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Im Gegenteil: Im Durchschnitt erhöhten sich die Preise sogar um 0,5 %. 

Die Gastronomiebranche litt in den vergangenen Jahren stark unter den Folgen der Pandemie und veränderten Konsumgewohnheiten. Anders als vielfach zugesagt dient die Steuersenkung nicht der Senkung der inzwischen exorbitant teuren Restaurantbesuche; sondern sie dient den Gastronomen primär dazu, dringend notwendige Rücklagen zu bilden und Investitionen zu tätigen, die zuvor aufgeschoben wurden. 

Das Beratungsunternehmen wmp consult hatte im Auftrag der NGG die Preise von 180.000 Gerichten in bundesweit mehr als 12.000 Restaurants ausgewertet. Die Erhebung erfolgte demnach im Oktober 2025 – also vor der Absenkung – sowie im Februar und im März dieses Jahres.

Die Geschäftsführerin des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga), Jana Schimke, hielt jedoch dagegen, dass drei Viertel (73,4 %) der Betriebe ihre Preise durch die Absenkung der Mehrwertsteuer trotz massiv gestiegener Kosten stabil halten konnten.

Die Steuer war zum Jahreswechsel von 19 auf 7 % gesenkt worden. Die schwarzrote Bundesregierung hatte die Steuererleichterung mit dem Ziel auf den Weg gebracht, die krisengebeutelte Gastronomiebranche strukturell zu stärken. Eine direkte, flächendeckende Entlastung für die Geldbörsen der Gäste stand dabei wirtschaftspolitisch im Hintergrund, da den gastronomischen Betrieben der Verbleib der Marge zugestanden werden sollte, um Insolvenzen zu verhindern. 

Preise blieben i.d.R. sehr hoch. Bei neun von zehn untersuchten Gerichten blieben die Preise demnach unverändert. Bei 8 % seien die Preise sogar angestiegen und nur bei 1 % gesunken. Eine größer angelegte Auswertung von Gerichten durch den Datenspezialisten Meoton hatte bereits im März ergeben, dass Vergünstigungen nur in sehr geringem Umfang festgestellt werden konnten.

„Die Bundesregierung wollte mit der Mehrwertsteuersenkung auch die Gäste entlasten“, teilte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler mit. „Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbrauchern angekommen.“ Die Verbraucherorganisation Foodwatch findet drastischere Worte: Gastro-Betriebe und Fastfood-Konzerne wie McDonald’s bekämen Steuergeschenke – während Verbraucher unter hohen Preisen ächzen würden. „Anders als versprochen wird die Steuersenkung eben nicht an die Verbraucher weitergegeben“, sagte Pressesprecher Andreas Winkler.

Trotz Senkung der MwSt. von 19 auf 7 % haben sogar nahezu alle gastronomischen Betriebe ihre Preise nicht gesenkt, sondern vielfach sogar angehoben. Foto X

Dehoga-Geschäftsführerin Schimke: „.Viele Gastronomen hatten bereits vor der Mehrwertsteuersenkung angekündigt, diese vor allem dazu zu nutzen, die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für die Betriebe auszugleichen. „Jeder Betrieb reagierte unterschiedlich auf die Gesetzesänderung. Manche haben Preissenkungen vornehmen können, andere haben die Löhne angehoben, wieder andere haben neue Mitarbeiter eingestellt, modernisiert und ihr Angebot weiter verbessert“, erklärte 

Angelika Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern, weist die Darstellung der NGG als verkürzt zurück. „Die Mehrwertsteuersenkung ist ausdrücklich kein staatliches Preissenkungsprogramm“, erklärt  Inselkammer. „Sie soll die Gastronomie wirtschaftlich stärken und die Benachteiligung gegenüber Lieferdiensten und dem Außer-Haus-Geschäft beenden. Genau das leistet sie: Die 7 %  sichern Betriebe, stabilisieren Preise und erhalten Arbeitsplätze. 

Eine Umfrage bei fast 700 gastgewerblichen Betrieben in Bayern zeige ein „klares Bild“: Über 90 % bewerten die Regelung als existenzsichernd oder sehr wichtig. 74,9 %  konnten dadurch ihre Preise stabil halten, 78,3 %  gestiegene Personal- und Lohnkosten auffangen und 52,9  %  bestehende Arbeitsplätze sichern. Ohne die Entlastung wären deutlich stärkere Preissteigerungen unvermeidbar gewesen, behauptet die Dehoga Bayern.  Dass auch die Gäste von der Steuersenkung profitieren sollten, davon war nie die Rede, heißt es beim Dehoga. 

Viele Beschäftigte an der Belastungsgrenze. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die rund 2 Millionen Beschäftigten der Branche wurden die Einsparungen aus NGG-Sicht nicht genutzt. Eine Befragung von Mitarbeitenden ergab der Gewerkschaft zufolge, dass viele von ihnen stark überlastet seien. „Drei Viertel der Beschäftigten können sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen. 79 % berichten von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erschweren“, teilte die NGG mit. Befragt worden waren zwischen Juni und Juli 2026 mehr als 2.100 Beschäftigte aus Hotellerie sowie System- und Betriebsgastronomie. 

Unternehmen sind gesetzlich nicht verpflichtet, veränderte Steuersätze eins zu eins an Endverbraucher weiterzugeben. Wie Datenerhebungen (z. B. des Datenspezialisten Meoton) zeigen, sank der Preisindex für Speisen nach der Umstellung nur minimal (beispielsweise auf 99,6 von zuvor 100 Punkten. Quelle: NGG / Dehoga / foodservice / CM

Kooperation Kanada/Europan Was dies für den Tourismus und Privatreisen bedeutet

Dass Kanada ein „assoziiertes Mitglied“ der Europäischen Union werden könnte, schien bis zu dem Moment, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen diese Möglichkeit in Straßburg öffentlich zur Sprache brachte, nahezu undenkbar. Könnte die geplante neue Beziehung zwischen Kanada und der Europäischen Union den transatlantischen Reiseverkehr neu gestalten? Angesichts der Dringlichkeit, die durch den „Trump-Faktor“ entsteht, und des Zusammentreffens führender Vertreter der Tourismusbranche beim WTTC-Gipfel auf Malta könnten die Auswirkungen weit reichen – von Visa- und Luftfahrtfragen bis hin zu erleichterter Mobilität, Investitionen im Tourismussektor und der weltweiten Wahrnehmung Kanadas.

Während Trump Europa wegen der Zusammenarbeit mit Kanada droht, könnte ein geopolitischer Streit eine unerwartete Folge haben: Kanadiern und Europäern würde es leichter gemacht, über den Atlantik hinweg zu reisen, zu studieren, zu arbeiten und Geschäfte zu tätigen.

Nun hat US-Präsident Donald Trump dafür gesorgt, dass dieser Vorschlag nicht einfach als weitere obskure europäische diplomatische Initiative abgetan werden kann.

Trump bezeichnete die Idee als „lächerlich“ und warnte: Sollte er eine engere Assoziierung zwischen der EU und Kanada als feindseligen Akt betrachten, könnte Washington „sehr drastische“ Zölle verhängen oder den Handel mit Europa einschränken. Die Europäische Kommission reagierte mit der Erklärung, ihre Initiative richte sich gegen niemanden.

Unterdessen trat der kanadische Premierminister Mark Carney am 17. September vor das Europäische Parlament und bekannte sich zu diesem ehrgeizigen Vorhaben. „Europa und Kanada sind jeweils stark. Zusammen sind Europa und Kanada noch stärker“, sagte er, wobei er betonte, dass Kanada nicht versuche, einen weiteren geopolitischen Block zu bilden.

Trump ist der Elefant im Abflugbereich. Es wäre unrealistisch, über Kanadas drastische Hinwendung zu Europa zu sprechen, ohne Donald Trump zu erwähnen. Etwa 70 % der kanadischen Exporte gehen nach wie vor in die Vereinigten Staaten. Trumps Zölle, der wirtschaftliche Druck und seine wiederholten Äußerungen, Kanada könne der 51. US-Bundesstaat werden, haben Ottawa dazu bewegt, auf Diversifizierung zu setzen. Infolgedessen ist Europa deutlich attraktiver geworden, da Kanada nach größerer wirtschaftlicher und strategischer Unabhängigkeit strebt.

Die Ironie dabei ist unübersehbar. Eine „America First“-Politik, die darauf ausgelegt ist, den Einfluss der USA zu stärken, trägt womöglich dazu bei, die Beziehungen zwischen Kanada und Europa zu vertiefen – eine Entwicklung, die den Atlantik für Reisende, Studierende, Arbeitskräfte und Unternehmen letztlich „kleiner“ erscheinen lassen könnte. Für den Reise- und Tourismussektor könnte dies weitaus bedeutender sein als die diplomatische Bezeichnung, die den Beziehungen am Ende verliehen wird.

Vertiefte Integration. Eine „assoziierte Mitgliedschaft“ existiert derzeit nicht als formale Kategorie in den EU-Verträgen. Kanada wird nicht zum 28. EU-Mitglied, tritt nicht morgen dem Schengen-Raum bei und erhält auch nicht automatisch dieselbe Freizügigkeit, die EU-Bürger genießen. Was von der Leyen vorgeschlagen hat, ist etwas Neues; die entsprechenden Regeln müssen erst noch ausgehandelt und akzeptiert werden.

Carney selbst hatte Kanadas Ziel zuvor als eine einzigartige Wirtschafts- und Sicherheitsallianz beschrieben – und nicht als eine herkömmliche EU-Mitgliedschaft. Es wird erwartet, dass die offiziellen Gespräche auf dem Gipfeltreffen zwischen Kanada und der EU Ende Oktober in Montreal vertieft werden. Für den Tourismus ist die Bezeichnung jedoch womöglich weniger wichtig als ein einziges Wort: Mobilität.

Kanadische Touristen profitieren bereits von einem relativ unkomplizierten, kurzzeitigen Zugang zu weiten Teilen Europas. Die entscheidende Chance läge darin, diese Leichtigkeit über den reinen Urlaub hinaus auszuweiten. Kanada strebt Regelungen an, die es Kanadiern ermöglichen, leichter in Europa zu leben und zu arbeiten, während beide Seiten zugleich eine vertiefte Integration in den Bereichen Bildung und Wirtschaft ausloten.

Tourismus wird befeuert. Sollte das angestrebte Abkommen es Kanadiern und Europäern erheblich erleichtern, auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu studieren, zu arbeiten und sich dort länger aufzuhalten, wird der Tourismus zwangsläufig folgen.

•              Ein kanadischer Student, der ein Semester in Spanien verbringt, zieht Besuche von Eltern und Freunden nach sich.

•              Eine deutsche Fachkraft, die vorübergehend in Toronto tätig ist, erkundet Ontario, Québec und womöglich auch den Westen Kanadas.

•              Ein Kanadier, der in Paris arbeitet, verbringt seine Wochenenden in Portugal, Kroatien, Griechenland oder auf Malta.

Aus dem heutigen Austauschschüler werden der Geschäftsreisende, der Konferenzteilnehmer, das Hochzeitspaar auf Hochzeitsreise und der Wiederholungstäter von morgen. Mobilität schafft Tourismus.

Mehr Kapazitäten im Luftverkehr. Kanada und Europa verfügen bereits über starke Verbindungen im Luftverkehr. Eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit und eine bessere Mobilität würden den Fluggesellschaften einen klaren Anreiz bieten, zusätzliche Kapazitäten in Erwägung zu ziehen. Toronto, Montreal und Vancouver würden zweifellos profitieren, doch noch interessantere Möglichkeiten könnten sich für Halifax, Calgary, Ottawa, Quebec City sowie weitere europäische Drehkreuze ergeben.

Auch der Tourismus könnte sich geografisch breiter verteilen. Europäer, die längere Zeit in Kanada verbringen, wagen sich eher über die traditionellen kanadischen Eingangstore hinaus. Ebenso werden Kanadier, die in Europa leben oder studieren, zu Kunden für europäische Ziele abseits der großen Zentren – Orte, die in ihrer ursprünglichen Reiseplanung vielleicht nie aufgetaucht wären. Genau hier gewinnt der wirtschaftliche Multiplikatoreffekt an Bedeutung. Es geht nicht bloß um mehr Passagiere auf der Strecke zwischen Toronto und Paris. Vielmehr bewegen sich mehr Menschen innerhalb eines gesamten transatlantischen Tourismus-Ökosystems.

WTTC Global Summit auf Malta. Dieses geopolitische Drama erhält bald eine spannende Bühne im Tourismusbereich: Vom 7. bis 9. Oktober veranstaltet der World Travel & Tourism Council (WTTC) seinen 26. Global Summit in Valletta, Malta. Der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau wurde als Hauptredner angekündigt. Er wird dort auf mehr als 1.000 Delegierte aus über 100 Ländern treffen, darunter mehr als 200 führende CEOs, Spitzenmanager und Regierungsvertreter aus der Reise- und Tourismusbranche.

Ebenfalls nach Malta reist einer der ungewöhnlichsten Vertreter der Trump-Regierung: Botschafter Nick Adams, Amerikas erster Sondergesandter des Präsidenten für Tourismus. Adams ist ein Verbündeter Trumps und eine Persönlichkeit, die vor allem dafür bekannt ist, sich selbst als „Alpha-Männchen“ zu bezeichnen. Der WTTC präsentiert ihn in seiner offiziellen Funktion für den Tourismus; seine Botschaft rückt Investitionen, öffentlich-private Partnerschaften sowie den Abbau von Hindernissen für das Tourismuswachstum in den Mittelpunkt. Er hat den Tourismus als „Diplomatie mit dem Koffer“ bezeichnet.

Trudeau, der jahrelang ein oft schwieriges Verhältnis zu Trump managen musste, und Trumps Tourismus-Gesandter werden am selben globalen Tourismusgipfel teilnehmen – nur wenige Wochen, nachdem der US-Präsident Europa wegen der geplanten neuen Beziehungen Kanadas zur EU gedroht hatte. Begleitet werden sie von Führungskräften einiger der weltweit größten Unternehmen aus den Bereichen Hotellerie, Luftfahrt, Kreuzfahrt, Technologie, Destinationen und Reisebranche. Ob es tatsächlich zu einem privaten Treffen zwischen Trudeau und Adams kommt, bleibt abzuwarten. Ein bilaterales Gespräch wurde bislang nicht öffentlich angekündigt. Doch ihre Anwesenheit im selben Raum symbolisiert etwas Größeres: Reisen und Tourismus befinden sich zunehmend direkt an der Schnittstelle zur Geopolitik.

Tourismus kann sich der Politik nicht entziehen – aber er kann Brücken schlagen- Regierungen können über Nacht Zölle verhängen. Sie können Visabeschränkungen, Grenzvorschriften und luftverkehrspolitische Maßnahmen einführen. Der Tourismus hingegen folgt einem anderen Prinzip. Er funktioniert am besten, wenn Barrieren fallen. Deshalb sollte die Reisebranche genau verfolgen, wie Kanada und Europa diese neue Beziehung gestalten.

Verantwortliche im Tourismus sollten prüfen, ob sich dadurch langfristig eine einfachere Mobilität, ein ausgebauter Studentenaustausch, effizientere Grenzverfahren, eine bessere Anbindung im Luftverkehr, einfachere Geschäftsreisen sowie praktische Regelungen schaffen lassen, die es Menschen ermöglichen, mehr Zeit auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu verbringen.

Das Ziel sollte nicht politische Symbolik sein, sondern ein messbarer Abbau von Hürden. Kanadas Image als Reiseziel könnte sich wandeln Es bietet sich zudem eine enorme Chance für die Markenbildung. Geografisch gehört Kanada zu Nordamerika, pflegt jedoch bereits enge kulturelle, historische und politische Beziehungen zu Europa. Eine formelle Sonderbeziehung könnte Kanada im Bewusstsein europäischer Reisender neu positionieren: nicht bloß als weiteres nordamerikanisches Fernreiseziel, sondern als zunehmend integrierter transatlantischer Partner. Für Europa könnte sich ein ähnlicher Effekt ergeben. Für Kanadier könnte Europa allmählich seinen Charakter als reines Ziel für den jährlichen Überseeurlaub verlieren und stattdessen zu einem leicht zugänglichen Raum für Bildung, Arbeit, geschäftliche Aktivitäten und regelmäßige Reisen werden.

Das Trump-Paradoxon. Damit sind wir wieder bei Donald Trump. Der US-Präsident betrachtet die vorgeschlagene Beziehung zwischen der EU und Kanada keineswegs als harmlose Tourismusinitiative. Seine Zollandrohung zeigt, dass Washington darin potenziell weitaus größere strategische Konsequenzen sieht.

Kanada und die Europäische Kommission betonen, dass es bei der Initiative um die Stärkung der eigenen Widerstandsfähigkeit geht und nicht um den Aufbau eines anti-amerikanischen Bündnisses. Carney wies die Vorstellung einer Schaffung konkurrierender Machtblöcke ausdrücklich zurück.

Die Reisebranche muss sich nicht zwischen diesen politischen Interpretationen entscheiden. Sollte dieser neue geopolitische Wettbewerb dazu führen, dass Europa und Kanada Barrieren abbauen, die Mobilität ausweiten und die Verbindungen in den Bereichen Luftverkehr, Bildung und Wirtschaft stärken, könnten gewöhnliche Reisende unerwartet davon profitieren.

Genau darin läge das große Paradoxon: Trumps Druck auf Kanada und Europa könnte letztlich dazu beitragen, Kanada näher an Europa heranzuführen. Und eine Annäherung Kanadas an Europa könnte Millionen von Reisenden einander näherbringen. Wenn Trudeau, Trumps Tourismusbeauftragter Nick Adams und mehr als 200 führende Vertreter der weltweiten Reise- und Tourismusbranche nächsten Monat auf Malta zusammenkommen, dürfte dies eines der wichtigsten Gesprächsthemen der Branche sein. Denn bei der Zukunft des Tourismus geht es nicht nur darum, wohin die Menschen reisen wollen. Es geht zunehmend auch darum, welche Regierungen ihnen die Anreise am einfachsten machen. Quelle: eTN / CM

ADAC:  AirMed World Congress 2026 in München 

Mit einem feierlichen Eröffnungsabend ist der AirMed World Congress 2026 in München gestartet. Veranstaltet wird der Kongress von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung gemeinsam mit dem European HEMS and Air Ambulance Committee (EHAC). Das Forum bringt rund 800 Teilnehmende aus 40 Ländern aus den Bereichen Luftfahrt, Medizin, Management, Behörden und Industrie zusammen. 

Bei der Eröffnung im vollbesetzten Hofbräuhaus vor Fachleuten aus aller Welt würdigte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Luftrettung als unverzichtbaren Bestandteil einer flächendeckenden, schnellen Notfallversorgung. Dr. Tedros, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sprach in einer Videobotschaft seine Anerkennung für die Arbeit der globalen Luftrettungs- und Ambulanzfluggemeinschaft aus. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung von Dr. Erwin Stolpe, einem Pionier der Luftrettung in Deutschland. Er erhielt für seine Verdienste um die Notfallversorgung den „Stern der Sicherheit“, die Bayerische Staatsmedaille für Innere Sicherheit. Zudem blickte das EHAC auf sein 25-jähriges Jubiläum.

Anerkennung aus Politik für besondere Gemeinschaftsleistung. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann unterstrich in seiner Rede die besondere Bedeutung einer leistungsfähigen Luftrettung für die medizinische Versorgung der Bevölkerung: „Die Luftrettung ist aus der modernen Notfallversorgung nicht mehr wegzudenken. Sie bringt schnelle und hochqualifizierte medizinische Hilfe, auch in unwegsamem Gelände und unter schwierigen Einsatzbedingungen. Sie ist auch immer eine Gemeinschaftsleistung, für die es eine offene Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und die Fähigkeit, auch unter hohem Zeitdruck gemeinsam gute Entscheidungen zu treffen braucht.“

Zum Stellenwert des Kongresses sagte der Innenminister: „Die Weiterentwicklung der Luftrettung betrifft gleichermaßen Fragen der Organisation, der Verantwortungsstrukturen und der öffentlichen Sicherheit. All diese Aspekte lassen sich nur gemeinsam und im europäischen Verbund erfolgreich gestalten. Genau diesem wichtigen Austausch widmet sich der AirMed World Congress.“

Mit Dr. Tedros, dem Generaldirektor der WHO, meldete sich eine globale Stimme der Gesundheit zu Wort. In seiner Videobotschaft erklärte er, Notfälle und Katastrophen machten vor Grenzen keinen Halt. Jeder Mensch verdiene es, eine qualitativ hochwertige Notfallversorgung zu erhalten. Genau dort könne Luftrettung den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod machen.

München – bedeutender Standort der Luftrettung. Der AirMed World Congress kommt nach 46 Jahren an seinen Ursprungsort zurück. Die internationale Fachveranstaltung wurde 1980 in München gegründet. Die gemeinnützige ADAC Luftrettung gehört zu den Gründungsinitiatoren. Zugleich steht die bayerische Landeshauptstadt wie kaum ein anderer Ort für die Entwicklung der Luftrettung in Deutschland. Am 1. November 1970 wurde in München-Harlaching mit „Christoph 1“ der erste zivile, dauerhaft betriebene Rettungshubschrauber Deutschlands in Dienst gestellt. Im vergangenen Jahr wurde in Oberpfaffenhofen, vor den Toren Münchens, der hochmoderne ADAC Luftrettung Campus eingeweiht. Es ist das internationale Kompetenzzentrum zur Weiterentwicklung des Rettungsdienstes.

„Über 1,3 Mio. HEMS-Einsätze und unsere langjährige Erfahrung in der Luftrettung bilden die Grundlage, auf der wir aeromedizinische Expertinnen und Experten aus aller Welt wieder in München, am Geburtstort der AirMed, begrüßen. Wir wollen hier gemeinsam die Zukunft der luftgestützten Patientenversorgung gestalten, Innovationen fördern und mithilfe internationaler Expertise die Zusammenarbeit in diesem zentralen Bereich der Daseinsvorsorge stärken“, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH.

Dr. Erwin Stolpe erhält „Stern der Sicherheit“. Für die jahrzehntelange hochprofessionelle Weiterentwicklung der Luftrettung steht stellvertretend Dr. Erwin Stolpe. Der Unfallchirurg war u.a. Leitender Notarzt des Rettungshubschraubers „Christoph 1“, Medical Director der ADAC Luftrettung und Berater von notfallmedizinischen Organisationen und Unternehmen im In- und Ausland. Beispielsweise wurde auf seine Initiative hin die erste speziell patientenorientierte Kabinenausstattung eines Rettungshubschraubers entwickelt. Zudem war er federführend an der Einführung der Rettungswinde beteiligt. Sein Leitsatz „Exzellente Patientenversorgung bei höchster Flugsicherheit“ gilt für die ADAC Luftrettung bis heute. Für seinen Einsatz wurde Dr. Stolpe von Innenminister Joachim Herrmann der „Stern der Sicherheit“ verliehen. Die Auszeichnung des Bayerischen Innenministeriums gibt es seit 2013. Damit würdigt der Freistaat herausragende und langjährige Verdienste um die Innere Sicherheit.

Auch Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, würdigte das Wirken Stolpes: „Seine Weitsicht und seine Visionen waren entscheidend für die Entwicklung der schnellen Hilfe aus der Luft. Mit der Einführung neuer internationaler medizinischer Standards sowie der Etablierung wissenschaftlich gestützter, faktenbasierter Rettungsmedizin hat er die europäische Luftrettung maßgeblich beeinflusst. Ohne ihn wäre insbesondere die ADAC Luftrettung nicht das, was sie heute ist: eine sehr erfolgreiche Organisation.“ Quelle: ADAC / CM