KI vernichtet massenhaft Arbeitsplätze

Über 120.000 Arbeitsplätze sind laut Daten des Berufsberatungs-Unternehmens Challenger, Gray & Christmas von Januar bis September 2026 in den USA auf Grund von Künstlicher Intelligenz gestrichen worden – das entspricht einer Steigerung von 119 % gegenüber dem gesamten Vorjahr.

Im März 2023, nur vier Monate nach der Einführung von ChatGPT durch OpenAI, forderten führende Persönlichkeiten der Technologiebranche in einem offenen Brief eine sofortige sechsmonatige Aussetzung „des Trainings von KI-Systemen, die leistungsfähiger sind als GPT-4“. Zwei Monate später warnte Geoffrey Hinton, einer der „Väter der KI“, dass die rasante Entwicklung der KI die menschliche Intelligenz bald übertreffen könnte.4 Es folgten weitere Stellungnahmen von KI-Wissenschaftlern, Experten und anderen namhaften Persönlichkeiten. Alle forderten Maßnahmen zur Minderung des Aussterberisikos durch KI und setzten es mit Risiken durch Atomkrieg und Pandemien gleich.

Auch wenn diese existenziellen Gefahren im Vergleich zu anderen KI-Risiken oft als weniger unmittelbar angesehen werden, sind sie dennoch bedeutend. Unbestritten wird erwartet, dass die KI den Arbeitsmarkt umkrempeln wird, was Befürchtungen hervorruft, dass die KI-gestützte Automatisierung Arbeitnehmer verdrängen wird. Laut einem Bericht des Weltwirtschaftsforums erwartet fast die Hälfte der befragten Unternehmen, dass KI neue aber wahrscheinlich nur wenige Arbeitsplätze schaffen wird, während fast ein Viertel sie als Ursache für Arbeitsplatzverluste sieht.

KI sorgt in den USA für massenhaften Jobabbau. Grafik: Statista

Während die KI das Wachstum in Berufsfeldern wie dem der Spezialisten für maschinelles Lernen, der Ingenieure für Robotertechnik und der Spezialisten für digitale Transformation vorantreibt, führt sie gleichzeitig zum Rückgang von Arbeitsplätzen in anderen Bereichen. Dazu können Büro-, Sekretariats-, Dateneingabe- und Kundenservicefunktionen gehören. Ob Künstliche Intelligenz (KI) aber die Welt in eine Massenarbeitslosigkeit stürzt, ist unter Ökonomen, Arbeitsmarktforschern und Tech-Experten umstritten; die Mehrheit der Studien prognostiziert jedoch eher eine fundamentale Transformation des Arbeitsmarktes als ein dauerhaftes Verschwinden von Arbeit. Während einige Berufe stark automatisiert werden, entstehen gleichzeitig völlig neue, wenn auch nur wenige Tätigkeitsfelder.

Scvon heute ist zu erkennen, dass die rasante Entwicklung von generativer KI (wie Sprach- und Bildmodellen) im Gegensatz zur früheren Automatisierungswelle vor allem Wissensarbeiter, Akademiker und Kreative betreffen wird. Zudem können Jobs im Kundenservice, in der Datenverwaltung, Übersetzung, einfachen Programmierung oder Texterstellung bereits heute zu großen Teilen von KI übernommen werden. Selbst wenn neue Jobs entstehen, geschieht dies oft nicht schnell genug oder erfordert völlig andere Qualifikationen, was zu struktureller Arbeitslosigkeit und der Gefahr von Aufruhr und sogar Bürgerkrieg führen kann.

KI ist in den USA derzeit der häufigste Grund für Stellenabbau. Dahinter folgen die Markt- bzw. Wirtschaftslage sowie Geschäftsaufgaben. Das stärkste Wachstum verzeichnet indes ein anderer Grund. So sind die Jobverluste durch freiwilliges Ausscheiden bzw.  Abfindung in den Vereinigten Staaten um 820 % auf fast 12.000 gestiegen. Und dieser Wert könnte in der näheren Zukunft noch erheblich steigen. Denn erst kürzlich hat der Software-Riese Microsoft – sein Gewinn ist in Q3 2026 um 32 % auf 36,6 Mrd. US-Dollar gestiegen – angekündigt, im erheblichen Umfang Personalkosten einsparen zu wollen. Dazu soll rund 60.000 seiner über 200.000 Angestellten ein Abfindungsangebot gemacht werden. Das entspricht einem Viertel der weltweiten Belegschaft. Betroffen sind vor allem Angestellte in den USA, Kanada, Großbritannien und Indien. Als Grund für den Jobabbau werden vor allem die enormen Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur genannt. Microsoft plant hier für das laufende Jahr mit Ausgaben in Höhe von fast 200 Mrd. US-Dollar. Quelle: MS / CM

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