Über das Reisebüro von Harry Kolb in Kilchberg ZH ist der Konkurs eröffnet worden. Vor rund einem Monat war ans Licht gekommen, dass mehrere Kunden bei diesem Reisebüro teure Asien-Arrangements gebucht und bezahlt hatten. Doch die Reisen platzten, weil dem Fernost-Spezialisten das Geld fehlte, um die gebuchten Leistungen zu bezahlen, so schreibt es das Schweizer Online-Portal Travelnews..
Der Fall Harry Kolb hat eine neue Dimension erreicht. Das Bezirksgericht Horgen hat über die Reisebüro Harry Kolb AG in Kilchberg ZH den Konkurs eröffnet. Das geht aus einer aktuellen Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) hervor.
Die Konkurseröffnung erfolgte am 20. Oktober 2026 um 10 Uhr. Seither firmiert das Unternehmen offiziell als „Reisebüro Harry Kolb AG in Liquidation“. Der entsprechende Eintrag wurde am 21. Oktober 2026 ins Handelsregister aufgenommen.
Konkursamt beurteilt Erfolgsaussichten kritisch. Harry Kolb will gegen die Konkurseröffnung Beschwerde einlegen. Kolb wirft dem Konkursamt mehrere Unstimmigkeiten vor. So seien einzelne bereits geleistete Teilzahlungen nicht berücksichtigt worden. Sollte die Beschwerde Kolb’s erfolgreich sein, könnte der Betrieb der AG wieder aufgenommen werden. Allerdings sieht das Konkursamt Thalwil die Erfolgsaussichten skeptisch. Das geht aus einem Schreiben an die Mitarbeitenden hervor. Das Amt hat Kolb bereits vernommen und die Personalunterlagen an sich genommen. Die Mitarbeitenden wurden mit sofortiger Wirkung freigestellt. Laut Konkursamt werden ihre ausstehenden Löhne vorerst nicht bezahlt.
Offene Rechnungen und hohe Betreibungen. Die finanziellen Schwierigkeiten des Reisebüros waren Ende September öffentlich geworden. Eine vierköpfige Reisegruppe hatte rund 20.000 Schweizer Franken für eine Japan-Reise bezahlt, ohne die notwendigen Reiseunterlagen zu erhalten. Später wurden weitere Fälle mit Beträgen von 8.500 und rund 75.000 CHF bekannt.
Nach bisherigen Informationen haben betroffene Kunden Reisen im Gesamtwert von mindestens 120.000 CHF bezahlt, ohne die gebuchten Leistungen vollständig erhalten zu haben.
Harry Kolb räumte ein, dass ihm das Geld zur Bezahlung der Reisen fehlte. Als Ursache seiner finanziellen Probleme nannte er einen mutmaßlichen Cyberangriff, bei dem Kriminelle rund 2,5 Mio. CHF von seinen Firmenkonten erbeutet hätten. Diesbezüglich laufen polizeiliche Ermittlungen.
Ein Travelnews vorliegender Betreibungsregisterauszug wies per 01. Oktober 2026 sechs staatlichen Zwangsvollstreckungsverfahren (Betreibungen) von vier Gläubigern über insgesamt 172.584.48 CHF aus. Bei vier Verfahren war ein Rechtsvorschlag vermerkt. Das bedeutet iim Schweizerischen Konkursrecht, dass das Reisebüro die gegen sich eingeleitete Forderung (ganz oder teilweise) bestreitet. Zudem gab es bereits zwei Gläubigern eine Konkursandrohung.
Kolb bekräftigt, dass sämtliche Betroffenen ihr Geld zurückerhalten werden. Auch an der Zukunft seines Reisebüros lässt er keinen Zweifel: „Es wird alles gelöst. Das Reisebüro Harry Kolb wird in altbekannter Qualität weiterarbeiten und weiter existieren.“ Quelle: Travelnews / CM