Touristikorganisationen wollen zerschlagenes Porzellan kitten

Destinations International und der kanadische Tourismusverband (Teaching Industry Association of Canada, TIAC) gaben im dieser Tage in Ottawa eine strategische Partnerschaft bekannt. Die vom Canadian Destinations Leadership Council unterstützte Vereinbarung koordiniert Interessenvertretung, Forschung und Weiterbildung für kanadische Reiseziele. 

Die Vereinbarung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender politischer Spannungen und eines deutlichen Rückgangs der kanadischen Reisen in die USA und unterstreicht damit die potenzielle Bedeutung einer professionellen Zusammenarbeit im Tourismus über nationale Grenzen hinweg.

Die Zahl kanadischer Besucher in die USA ist drastisch gesunken, was für vom Tourismus abhängige Städte und Gemeinden wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Der in Washington D.C.  ansässiger Tourismusverband Destinations International reagiert darauf, indem er seine Beziehungen zur kanadischen Tourismusbranche stärkt. Die neue Partnerschaft mit TIAC wirft eine aktuelle Frage auf: Kann touristische Zusammenarbeit dort gelingen, wo die politischen Beziehungen angespannt sind? Bekanntlich hat US-Präsident Donald Trump den nördlichen Nachbarn Kanada mit abstrusen Forderungen gegen sich bzw. die Vereinigten Staaten aufgebracht 

Während die politischen Spannungen zwischen Kanada und den USA den grenzüberschreitenden Tourismus weiterhin beeinträchtigen, reagiert Destinations International (DI) mit Kooperation statt Konfrontation. Die Vereinbarung wurde im Rahmen der DI-Veranstaltung „Advocacy & Action: The Destination Impact Event“ vom 20. bis 22. Oktober in Ottawa bekannt gegeben und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die kanadischen Reisendenzahlen in die USA deutlich unter dem Niveau von vor der Krise liegen. 

Die kanadische Reisezurückhaltung gegenüber den USA hat sich zu mehr als nur einer vorübergehenden Herausforderung im Tourismusmarketing entwickelt. Politische Differenzen, Handelsspannungen und ein verändertes Verständnis der US-Politik haben zu einer Neubewertung des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs beigetragen.

So meldet Statistics Canada, dass die Zahl der Rückreisen von Kanadiern aus den USA im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 25,4 % zurückgegangen ist, während die Ausgaben kanadischer Besucher in den USA um etwa 3.3 Mrd. kanadische Dollar sanken.

Obwohl sich der Reiseverkehr im Jahr 2026 wieder etwas zu erholen scheint, lagen die Rückreisen von Kanadiern aus den USA im August 2026 immer noch 23,2 % unter dem Niveau vom August 2024.

Diese Zahlen verdeutlichen die wirtschaftlichen Folgen für US-Reiseziele, die traditionell von kanadischen Besuchern abhängig sind, darunter Hotels, Restaurants, der Einzelhandel und vom Tourismus abhängige Gemeinden.

Dieser Trend der Abkejr vom südlichen Nachbarn USA eröffnet kanadischen Reisezielen andererseits die Möglichkeit, den Inlandstourismus zu fördern und ihre internationalen Besuchermärkte zu diversifizieren. Vor dem politisch heiklen Hintergrund verfolgt Destinations International einen anderen Ansatz: Anstatt eine weitere Werbekampagne zu starten, um Kanadier zur Rückkehr in die Vereinigten Staaten zu bewegen, stärkt die Organisation ihre institutionellen Beziehungen innerhalb Kanadas.

Die neue Partnerschaft mit TIAC wurde mit Unterstützung des Canadian Destinations Leadership Council (CDLC) entwickelt, dem Vertreter von mehr als 70 kanadischen Destinationsorganisationen angehören, die Mitglieder von DI sind.

Die Vereinbarung vereint die internationale Forschung, die Expertise im Destinationsmanagement und die Ressourcen zur Weiterentwicklung von DI mit der Erfahrung von TIAC in der Interessenvertretung gegenüber der kanadischen Regierung.

„Kanada ist ein wichtiger und wachsender Teil der DI-Gemeinschaft, und diese Partnerschaft spiegelt unser gemeinsames Engagement für die Unterstützung der Menschen und Organisationen wider, die die Tourismuswirtschaft des Landes vorantreiben“, sagte Don Welsh, Präsident und CEO von Destinations International. Quelle: DI / CM

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