Gebrauchte Verbrenner bleiben immer öfter „Standuhren“

Seit Ausbruch des Kriegs zwischen den USA und dem Iran sinkt das Interesse an Benzinern und Dieseln nicht nur in Deutschland deutlich. Die Spritpreise beeinflussen die Auto-Nachfrage.Verbrennerautos werden zu immer stärkeren Sorgenkindern beim Handel. Inzwischen stehen Benziner und Diesel als Gebrauchtwagen wie Blei auf den Höfen der Autohäuser.  

Seit Ende Februar die USA und Israel den Iran angegriffen haben, erreichen die Preise an den Zapfsäulen immer neue Höchststände. Der Preisschock hat unmittelbare Folgen auf das Verbraucherverhalten: Die Nachfrage nach Autos mit Verbrennungsmotor ist deutlich gesunken. Seit März boomen Elektroautos auf Kosten von Verbrennern. Dadurch fließen Benziner und Diesel nur noch schlecht ab. Die für die Verbrenner eingepreisten hohen Restwerte lassen sich nicht mehr erzielen. Bei den meisten Händlern in Deutschland verkaufen sich gebrauchte BEV schneller als die Verbrenner. 

Inzwischen haben auch die Hersteller das Thema auf der Agende. Sie haben den Hochlauf der BEV-Restwerte bei gleichzeitigem Absinken der Verbrennerrestwerte eingeplant. Trotzdem setzen die deutschen Autobauer noch auf den Verbrenner, wohl wissend, dass die sich verschärfende ökonomische Unsicherheit und weiter steigende Kraftstoffpreise die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennermotor immer stärker belastet.  U.a. bei den VW-Händlern löst das große Sorgen aus. Denn die Verbrennerbestände sind immer weniger wert, noch dazu da demnächst gut 1,5 Mio. Verbrenner-Leasingrückläufer die Gbrauchtwagenstandplätze der Autohändler fluten werden.

Das Dilemma: Selbst aus dem Ausland komme keine guten Nachrichten: Denn Länder, in die traditionell ältere <Gebrauchtwsgen aus Deutschland in der Vergangenheit abgeflossen sind, elektrifizieren ihre Bestände. Heißt auf gut deutsch: ihre Nachfrage nach gebrauchten Verbrennerautos aus sinkt spürbar. .Damit ist klar, dass die Restwerte der Benziner und Diesel ins Bodenlose fallen werden. Schon in wenigen Jahren werden die Verbrenner so gut wie unverkäuflich werden, warnen Experten, erst recht, wenn die ohnehin schon hohen Spripreise weiter steigen werden. Quelle: CM 

BEV-Neuzulassungen haben die Verbrenner bereits überholt

In Deutschland verschieben sich mit dem Übergang der Elektromobilität von der Nische zum Massenmarkt zunehmend die Kräfteverhältnisse zwischen den Automobilherstellern. Von Januar bis September 2026 konnten insbesondere chinesische Automobilhersteller und Tesla erheblich an Marktanteilen gewinnen, während etablierte Automobilhersteller aus Deutschland und Japan im wachsenden Gesamtmarkt Marktanteile verlieren. Die Südkoreaner können sich so halbwegs stabilisieren. 

Der Volkswagen-Konzern bleibt mit Abstand Marktführer. Allerdings sinken sowohl der Marktanteil (von 41,7 auf 39,5 %) als auch das Absatzvolumen (-0,4 %). Deutlich verliert die Kernmarke VW (-5,7 %), während vor allem Skoda (+12,8 %) zulegen kann. Besonders stark gewinnen da-gegen die chinesischen Hersteller, deren gemeinsamer Marktanteil nach drei Quartalen des Jahres 2026 um 2,4 Prozentpunkte auf jetzt 6,7  % steigt. Mit 148.102 Neuzulassungen liegen sie inzwischen nahezu gleichauf mit der Gruppe der japanischen Hersteller (148.403). Zu den Absatzgewinnern aus China zählt vor allem BYD, das mit 42.788 Pkw (+262 %) bereits Volvo mit 38.454 Neuzulassungen (-14,4 %) überholt hat. Auch MG, Leapmotor und Xpeng legen deutlich zu. Zu den Gewinnern zählt auch der amerikanische Elektrofahrzeuganbieter Tesla, der mit 44.810 Pkw (+202 %) insgesamt noch vor BYD rangiert.

Der Stellantis-Konzern kann als zweitgrößter Anbieter seinen Marktanteil in Deutschland leicht auf 11,6 % (+0,2 Prozentpunkte) erhöhen, wozu vor allem Opel als absatzstärkste Marke (+6,1 %) und Fiat (+22,1 %) beitragen. Leichte Zugewinne des Marktanteils erzielt auch BMW mit einem Plus von 0,2 Prozentpunkten auf nunmehr 10,0 %, während Mercedes trotz eines Absatzplus von 2 % leicht Marktanteile verliert (8,8 %; -0,3 Prozentpunkte).

Die chinesischen Marken setzen vor allem den deutschen und japanischen Herdtellern stark zu. Grafik: CAM

Die japanischen Hersteller verlieren deutlich: Ihr Marktanteil sinkt von 7,7 auf 6,7 %, das Absatzvolumen um 8,6 %. Der Rückgang umfasst fast alle Marken; Toyota muss als volumenstärkster Anbieter ein Minus von 19,2 % verkraften. Mazda ist mit einem Plus von 22,8 % die positive Ausnahme im japanischen Lager.

Die südkoreanischen Hersteller Hyundai und Kia können ihren Marktanteil bei 5,6 % stabilisieren. Die Renault-Gruppe steigert ihren Marktanteil leicht auf 4,7 % (+0,1 Prozentpunkte), getragen von der Kernmarke Renault (+19,5 %). Dagegen verliert Ford im wachsenden deutschen Markt nach neun Monaten 10,1 % an Absatzvolumen.

Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt für batterieelektrische Pkw (BEV). Von Januar bis September 2026 wurden 604.144 BEV neu zugelassen – das sind 58 % mehr als im Vorjahreszeitraum und bereits mehr als im gesamten Jahr 2025 (545.142). Ihr Anteil an den Neuzulassungen stieg von 18,1 % auf 27,2 %. Im Jahresverlauf kletterte der monatliche BEV-Anteil von 22,0 % im Januar auf den Rekordwert von 34,5 % im September. Mit 88.599 Einheiten (+94,7 %) war der September zugleich der zweitstärkste BEV-Monat überhaupt; mehr waren es nur im Dezember 2022 (104.325), als Käufer vor der Kürzung des Umweltbonus Zulassungen vorzogen. Dagegen stagniert der Marktanteil von Plug-in-Hybriden bei rund 11 % (Jan–Sept: 11,1 %). Im September wurden 27.861 PHEV neu zugelassen, was einem Marktanteil von 10,8 % entspricht. Gemeinsam kommen BEV und PHEV damit auf 45,4 % der Pkw-Neuzulassungen. Gleichzeitig verlieren klassische Verbrennungsmotoren erheblich an Bedeutung. Die Neuzulassungen von Benzinern gingen im September um 29,2 % auf 44.632 Fahrzeuge zurück, Diesel um 20,1 % auf 23.058 Einheiten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zusammen erreichten Benzin und Diesel nur noch einen Marktanteil von 26,4 % – deutlich weniger als die BEV allein.

Hierzu Studienleiter Prof. Dr. Stefan Bratzel: „Das Elektroauto ist in Deutschland im Massenmarkt angekommen: Im September war mehr als jeder dritte Neuwagen ein reines E-Auto, und nach neun Monaten sind bereits mehr BEV neu zugelassen als im gesamten Jahr 2025. Getragen wird der Hochlauf vor allem vom deutlich breiteren 

Angebot attraktiver E-Modelle, aber auch von der staatlichen Förderung und den hohen Kraftstoffpreisen. Zugleich verschieben sich die Kräfteverhältnisse nachhaltig: Tesla und die chinesischen Hersteller gewinnen mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis Marktanteile. Der Elektromarkt wächst – aber nicht automatisch für die deutschen Hersteller. Sie müssen den Hochlauf jetzt mit wettbewerbsfähigen Kosten und bezahlbaren Modellen in eigene Marktanteile und Skaleneffekte übersetzen. Wer hier nicht mithalten kann, gehört mittelfristig zu den Verlierern. Die Politik sollte den Markthochlauf mit verlässlichen Rahmenbedingungen absichern, vor allem bei Ladeinfrastruktur und den Strompreisen. Für das Gesamtjahr erwarten wir 825.000 bis 850.000 neue Elektroautos – das obere Ende der Spanne wird immer wahrscheinlicher.“ Quelle: CAM | KBA I CM

Neuzulassungen September 2026: E-Pkw-übertreffen alle anderen Antriebsarten 

256.774 Pkw wurden im September 2026 neu zugelassen. Das Zulassungsvolumen lag damit um +9,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die privaten Neuzulassungen stiegen um +28,5 %, ihr Anteil betrug 40,3 Prozent. Die gewerblichen Neuzulassungen lagen im Berichtsmonat um -1,2 % unterhalb des Ergebnisses des Vorjahresmonats. Rein batterieelektrische Neuwagen machten mit 88.599 Einheiten und einem Anteil von 34,5 % mehr als ein Drittel der Neuzulassungen im September 2026 aus.Unter den deutschen Marken erreichte Smart im September mit +138,0 % die stärkste Zulassungssteigerung, der Anteil betrug 0,4 %. Ein zweistelliges Zulassungsplus und einen Anteil von 1,6 % erreichte Mini mit +34,1 %. Ebenfalls im Plus lagen die Marken Mercedes (+6,2 %/8,4 %), Opel (+6,0 %/5,1 %) und Audi (+4,0 %/6,4 %). Unterhalb des Niveaus des Vorjahresmonats lagen Porsche (-18,8 %/0,7 %), Ford (-13,4 %/3,1 %), VW(-6,1 %/16,5 %) und BMW (-2,4 %/7,4 %). VW war mit 16,5 % die anteilstärkste deutsche Marke.

Bei den volumenstärkeren Importmarken mit mehr als 4.000 Neuzulassungen im September legte Tesla mit +268,7 % am deutlichsten zu, ihr Anteil betrug 4,9 %, gefolgt von BYD(+85,6 %/2,4 %), MG Roewe (+60,8 %/1,6 %), Mazda (+32,0 %/2,0 %) %), Dacia (+25,7 %/2,8 %), Renault (+20,9 %/2,4 %), Kia (+17,6 %/2,4 %), Fiat (+9,4 %/1,9 %), Peugeot (+8,5 %/1,9 %) und Skoda (+5,4 %/7,7 %). Rückläufige Neuzulassungen verbuchten die Importmarken Toyota (-24,2 %/2,4 %), Hyundai (-6,8 %/2,7 %), Citroen (-2,4 %/1,6 %) und Seat (-0,4 %/5,1 %). Mit 7,7 % erreichte Skoda den größten Neuzulassungsanteil unter den Importmarken.

Das Segment SUVs erreichte mit einem Plus von 28,5 % den deutlichsten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonats und war im September mit einem Anteil von 39,6 % zugleich das stärkste Segment, gefolgt von der Mittelklasse mit +26,0 % und einem Anteil von 9,2 %.   Zweistellige Zuwächse erreichten ebenfalls die Segmente Kleinwagen (+13,2 %/14,0 %), Minis (+12,5 %/2,9 %) und Utilities (+10,0 %/4,2 %). Einstellige Zuwächse verzeichnete das Segment Obere Mittelklasse (+7,3 %/4,2 %). Rückgänge verzeichneten die Segmente Sportwagen (-34,7 %/0,3 %), Wohnmobile (-29,8 %/1,3 %), Kompaktklasse (-21,6 %/12,0 %), Mini Vans (-20,0 %/0,6 %) Oberklasse (-10,4 %/0,4 %), Großraum-Vans (-9,1 %/1,2 %) und Geländewagen (-7,1 %/9,5 %).

Elektro (BEV) Neuwagen machten mit 88.599 Einheiten und einem Anteil von 34,5 Prozent mehr als ein Drittel der Neuzulassungen im September 2026 aus. 98.871 Pkw und damit +1,7 % mehr als im Vergleichsmonat waren mit hybridem Antrieb ausgestattet (38,5 %), darunter 27.861 Plug-in-Hybride, deren Anzahl damit auf dem Niveau des Vorjahresmonats lag (+0,0 %/10,8 %).  

In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres erreichte der E-Pkw-Markt ein Volumen von 851.600 Einheiten, ein Plus von 42 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei ergibt sich für den Jahresverlauf ein Anstieg der BEV-Neuzulassungen um 58 % auf 604.100 Einheiten. Das PHEV-Segment wuchs in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 14 % auf ein Volumen von 247.500 Fahrzeugen.

Ziemlich böse sind es inzwischen bei den reinen Verbrennern aus. Nur 44.632 Pkw waren mit Benzinantrieb ausgestattet, -29,2 % weniger als im September des Vorjahres. Ihr Anteil betrug nur noch 17,4 %. Mit 23.058 zugelassenen Diesel-Neuwagen lag das Ergebnis bei dieser Antriebsart um -20,1 % unterhalb des Vergleichswertes. Der Dieselanteil fiel auf  9,0 %. Und es kamen 1.602 flüssiggasbetriebene Pkw zur Neuzulassung (+79,8 %/0,6 %).

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß sank gegenüber dem Vorjahresmonat um -19,6 Prozent und betrug 82,7 g/km.

VDA. Im September wurden 392.200 Pkw in Deutschland produziert. Dies entspricht keiner Veränderung gegenüber dem September des Jahres 2025. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 3,03 Mio. Pkw in Deutschland hergestellt, 4 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 

Der Export lag im September bei 288.800 Einheiten um 1 %  über dem Wert des Vorjahresmonats. Seit Januar dieses Jahres wurden 2,29 Mio. Pkw und damit 4 % weniger als im Vorjahreszeitraum ausgeführt.

Die Auftragseingänge aus dem Inland stiegen im September um 4 % über das Niveau des Vorjahresmonats. Gleichzeitig lagen die Bestellungen aus dem Ausland um 16 % unter dem Vorjahreswert. Insgesamt – die Eingänge aus dem Inland sowie dem Ausland zusammengenommen – wurden damit im September gut 13 % weniger Bestellungen registriert als im September 2025.

Bei den deutschen Herstellern legten die inländischen Auftragseingänge für rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) im September um 79 % gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Seit Jahresbeginn gingen aus dem Inland 66 % mehr BEV-Bestellungen ein als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

BYD legt vor allem im deutschen Privatmarkt stark zu

BYD, der weltweit größte Hersteller elektrifizierter Fahrzeuge, setzt seinen Wachstumskurs in Deutschland fort und erreicht im September einen neuen Meilenstein: Mit über 3.900 privaten Zulassungen verzeichnete BYD Deutschland einen Rekordwert und damit zählte BYD erstmals zu den zehn zulassungsstärksten Marken im deutschen Privatkundenmarkt. Gleichzeitig war BYD im September die stärkste asiatische Automobilmarke in der Bundesrepublik.

Insgesamt verzeichnete BYD im September 6052 Neuzulassungen in Deutschland. Das entspricht einem Marktanteil von 2,35 %. Im September erreichte das Privatkundengeschäft von BYD mit einem Anteil von 65 %  an allen Neuzulassungen einen neuen Höchstwert. Der starke Zuwachs von BYD in diesem Bereich ist daher ein wichtiger Indikator für die wachsende Akzeptanz und die nachhaltige Entwicklung der Marke auf dem deutschen Markt.

Zwei Faktoren treiben diese Entwicklung maßgeblich voran. Der BYD SEAL U DM-i1 kam im September auf mehr als 1.800 Neuzulassungen und ist im bisherigen Jahresverlauf der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Deutschland. Als Super-Hybrid mit DM-Technologie (Dual Mode) fährt er im Alltag überwiegend elektrisch und kommt mit vollem Tank sowie geladener Batterie auf mehr als 1.000 km Reichweite. 

Der zweite Wachstumstreiber ist das kontinuierlich ausgebaute Vertriebsnetz: Mit jedem neuen Point of Sale wird die Marke BYD für noch mehr Menschen direkt vor Ort erlebbar – von der Probefahrt über die persönliche Beratung bis hin zu sämtlichen Serviceleistungen. Bis Ende 2026 soll das Netzwerk auf bis zu 300 Points

of Sale wachsen.

Mit neuen Produkten setzt BYD seinen Wachstumskurs in Deutschland fort. Im vierten Quartal wird das Portfolio unter anderem um den Pick-up BYD SHARK erweitert, dessen Markteinführung noch in diesem Jahr geplant ist. Parallel dazu verfolgt BYD Deutschland zwei strategische Schwerpunkte: den konsequenten Ausbau des Händlernetzes für noch mehr Präsenz in der Fläche sowie die gezielte Stärkung der eigenen Organisation in entscheidenden Funktionen. Quelle: BYD / CM

CM-Test des BMW iX3.50 xDrive

Wir haben das neue SAV iX3.50 xFrive der Neuen Klasse tseten dürfen. Der Wagen mit 800 V-Architektur und technischen Highlights ist eine Wucht. 

An Front und Heck fällt der iX3.50 xDrive er durch seinen eigenständigen Look auf, einer, der wohl erst auf den zweiten Blick gefällt. Das SAV (345 kW/469 PS) ist das erste Modell der Münchner mit einer elektrischen Fahrzeugplattform mit800-Volt-Technik. Optisch und technisch läutet das SAV, wie es die Münchner nennen, eine neue Ära ein: Und so haben wir denn viele positive Eindrücke mitgenommen, aber leider auch ein paar Schwächen, die so ganz und gar nicht BMW-like sind. 

Gefertigt wird der Wagen im neuen Werk im ungarischen Debrecen.  Die aktuelle Lieferzeit: Gut ein Jahr. Über die Optik kann man sich streiten. Wir finden sie gut. Der Neue verzichtet auf die riesige Doppelniere. Es geht auch kleiner und sehr aufrecht. Eingerahmt werden die Nieren durch ein schwarzes Paneel, das die beiden LED-Scheinwerfer miteinander verbindet. Neu und irgendwie recht attraktiv ist das Heck mit zwei breiten Rückleuchten. Von der Seite betrachtet ähnelt der Elektriker dem aktuellen X3. 

Innenraum. Dass Platzangebot ist großzügig auch im Fond. Der auf 2,90 m um 12 cm gewachsene Radstand und die gegenüber dem Vorgänger um ebenfalls 12 cm gewachsene Außenlänge (4,78 m) schaffen doch recht großzügige Platzverhältnisse, auch hinten. Die Sitze sind vorne wie hinten komfortabel und absolut langstreckentauglich.  Kofferraum (440 bis 1.570 l) und Frunk (35 l) sorgen dafür, dass man auch mit großem Gepäck verreisen kann.  Die Ladekante liegt wegen des Akkus 78 cm hoch, die in der Öffnunsgshöhe einstellbare Heckklappe öffnet bis auf 195 cm. 

Bedienung. Zukunft heißt es auch beim Cockpit in Form des Panoramic-iDrive-Displays. Das erstreckt sich unterhalb der gesamten Windschutzscheibe. Statt Fahrerdisplay werden Informationen über die gesamte Fahrzeugbreite auf ein schwarzes Band unten an der Windschutzscheibe projiziert. Der Blick darauf funktioniert gut. Man kann  die Inhalte unter „Personal“ anpassen. Die Inhalte der einzelnen Segmente lassen sich selbst bei starker Sonneneinstrahlung bestens ablesen und, wie gesagt, individuell einstellen – angezeigt werden etwa Wetter, aktueller Stromverbrauch, Batterietemperatur, Radiosender etc.  Gesteuert wird das Panoramic-iDrive-Display über den Touchscreen. Ansonsten erfolgt die Steuerung des Wagens über den 17,9“ großen Touchscreen auf dem Armaturenbrett. Bedienknöpfe sucht man vergebens mit Ausnahmeder Mittelkonsole und der dort verbauten Schalter. . Generell raten wir Nutzern des iX3.50, sich intensiv mit den Bedienmenüs zu beschäftigen. Wer die Geduld mit den zig Untermenüs im Infotainmentsystem nicht hat, der bediene sich einfach der Sprachsteuerung. Die funktioniert absolut perfekt und weiß auf nahezu jede Frage die korrekte Antwort.

Serienmäßig an Bord ist eine umfangreiche Konnektivitäts- und Multimediaausstattung. Einen guten Teil davon leisten aber auch Apple CarPlay und Android Auto, deren Anbindung dauerhaft unterstützt wird.

Das (leider optionale) Head-up-Display liefert im Grunde genommen nur noch wenig zusätzlichen Mehrwert indem z.B.  das Abbiegen rechtzeitig und optisch narrensicher im Sichtfeld anzeigt.  

Das Lenkrad liegt angenehm in den Händen 

Viel Reichweite. Im Test verbrauchten wir knapp 20 kWh. Dank des 108,7 kWh großen Akkus schafften wird über 650 km Reichweite. Aber Achtung: Im Menü sollte man sich entscheiden, ob man „akkuschonendes Schnellladen“ aktivieren möchte oder nicht. Dann dauert das Laden an Hypersäulen wie gewohnt um di 30 Minuten von 0 auf 80 %. Noch etwas ist eine feine Sache: Das Hantieren mit Apps, Lade- oder Kreditkarten gehört nämlich der Vergangenheit an, wenn man vor der Fahrt mittels Smartphone oder im Untermenüe die Option „Plug & Carge“  aktiviert. Automatisches Schnellladen selbst abseits der Autobahnen funktioniert wunderbar. Unser SAV lud seinen Strom  mit bis zu 400 kW Gleichstrom ziemlich schnell. Zuhause an der Wallbox muss man sich mit 11 kW zufrieden geben. Eine 22-kW-Option ist optional verfügbar. Und auch das bietet das SAV: Bidirektionales Laden.

Fahreindruck. Das SAV ist fahrdynamisch agil ausgelegt, und das trotz seines Gewichts (> 2,3 t) und seiner Größe (478 cm lang). Es lässt sich überaus handlich bewegen. Dazu trägt u.a. ein straffes Stahlfederwerk bei. Das dürfte für Komfortliebhaber etwas zu straff abgestimmt sein, wie wir meinen.  Die Lenkung ist leichtgängig und exakt. Auch die Bremsen verrichten ihr Werk hervorragend. Am meisten Spaß aber bereitet das lautlose Cruisen und, so man es möchte, die brachiale Power, mit der man beim Gasgeben nach vorne katapultiert wird. Immer alles im Griff hat das ESP.  Eine feine Sache war für uns die neue dynamische Rekuperation. Vor einer roten Ampel oder einem vorausfahrenden sich verlangsamenden Fahrzeug verringert das SAV seine Geschwindigkeit automatisch bis zum Stillstand. Das Bremspedal betätigen braucht man gar nicht erst. Entscheidet man sich für den optionalen Autobahn-&-City-Assistent, dann bekomt man die Level-2+-Funktion des automatisierten Fahrens. Das heißt, man kann dauerhaft die Hände vom Lenkrad nehmen, solange das Kontrollsystem die Aufmerksamkeit der am Steuer sitzenden Person erkennt.

Unser Fazit: Das elektrische SAV der Neuen Klasse ist ein tolles Elektrofahrzeug. Es fährt fantastisch, es bietet mehr als genug Platz, eine innovative Bedienung und hohe Reichweite (sofern man moderat unterwegs ist) und eine sehr gute Ladeleistung. Zudem kann man, sofern man die ausklapppbare Hängerkupplung bestellt hat, bis zu 2 t Anhängelast mitführen. Insgesamt ist das SAAV sehr ordentkich verarbeitet, wenngleich an der einen oder anderen Stelle die Materialqualität BMW-unüblich ausgefallen ist. Insofern scheint bei diesem mit vielen Meriten ausgezeichneten BMW auch der Rotstift sein Unwesen getrieben zu haben. So vermisst man z.B. schmerzlich Dachhaken (etwa zum Aufhängen von Anzug, Kleid, Hemden usw),  ein verschließbares Handschuhfach oder auch eine Scheinwerferreinigungs-Anlage um nur drei Dinge zu nennen.  Und über den Preis legen wir den Mantel des Schweigens. Quelle: CM

Neue Winterreifen“Wintersys 2” von ATU 

Deutschlands führende Werkstattkette ATU präsentiert einen neuen Winterreifen der Eigenmarke Norauto, den “Norauto Wintersys 2”. Der Reifen wurde speziell für die winterlichen Straßenbedingungen in Europa entwickelt und kommt in zwei Varianten auf den Markt. Erhältlich ist der Wintersys 2 ab sofort in allen ATU Filialen sowie auf atu.de. 

Im Fokus der Entwicklung standen hohe Sicherheit und Kontrolle bei winterlichen Bedingungen sowie ausgeprägte Fahrstabilität und hoher Fahrkomfort. Ein weiterer Schwerpunkt war ein besonders kurzer Bremsweg bei Nässe und Schneematsch. Gemeinsam mit einem großen Reifenhersteller und der französischen Schwestergesellschaft Norauto hat ATU dieses neue Winterreifenmodell entwickelt. 

Auf den Markt kommt der Reifen in zwei verschiedenen Varianten. Die High-Performance-Variante (HP) richtet sich vor allem an das breite Volumensegment und verbindet ausgewogene Wintereigenschaften mit hohem Fahrkomfort. Die Ultra-High-Performance-Variante (UHP) ist auf größere und leistungsstärkere Fahrzeuge ausgelegt und bietet eine entsprechend hohe Fahrstabilität. Eine abgestimmte Profilgestaltung unterstützt zudem ein ruhiges und komfortables Abrollverhalten.

Das sind die wesentlichen Eigenschaften des Norauto Wintersys 2: 

  • Hohe Sicherheit bei Nässe: Alle Dimensionen des Norauto Wintersys 2 erreichen beim EU-Reifenlabel die Nasshaftungsklasse B und bieten damit ein hohes Sicherheitsniveau auf nasser Fahrbahn.
  • Kontrolle bei winterlichen Bedingungen: Quer und Längsrillen unterstützen die effiziente Ableitung von Wasser und Schneematsch. Eine ausgeprägte Lamellenstruktur erzeugt zahlreiche Griffkanten und unterstützt Traktion und Bremsleistung bei winterlichen Bedingungen.
  • Hohe Fahrstabilität: Eine optimierte Konstruktion und Profilgestaltung unterstützt eine stabile Kraftübertragung und ein kontrolliertes Fahrverhalten – auch bei höherem Tempo und in Kurven.
  • Angenehmer Fahrkomfort: Die optimierte Profilgestaltung unterstützt ein ruhiges Abrollverhalten und trägt zu einem hohen Fahrkomfort bei.
  • Geeignet für E-Fahrzeuge: Alle Dimensionen des Norauto Wintersys 2 verfügen über eine EV-Kennzeichnung und sind für Elektrofahrzeuge geeignet. Gleichzeitig können sie auch auf Fahrzeugen mit Verbrennungs- oder Hybridantrieb eingesetzt werden.
  • 14 Tage testen: Im Rahmen der ATU Zufriedenheitsgarantie können Kunden 14 Tage lang den Norauto Wintersys 2 im Alltag testen. Quelle: ATU / CM

Teurer Spritpreismonat September in Deutschland

Der ADAC verzeichnet im September 2026 neue Höchstwerte bei beiden Kraftstoffen. Ein Liter Super E10 kostete im September im Durchschnitt 2,266 Euro und verteuerte sich damit um fast zwölf Cent im Vergleich zum August. Mit 16 Cent nahm auch der Preis für einen Liter Diesel erheblich zu und lag im Monatsmittel bei 2,386 Euro. Damit war der September der bislang teuerste Tankmonat. Wer halbwegs intelligent ist, steigt jetzt aufs E-Auto um. Denn fossile Kraftstoffe werden ab jetzt immer teurer. 

Am teuersten war Super E10 im Bundesdurchschnitt am 16.9. mit 2,314 Euro. Bei Diesel folgte der Höchstpreis am 17.9. und lag bei 2,471 Euro. Damit lagen auch die beiden Tage mit den bisher höchsten Kraftstoffpreisen im vergangenen Monat. Am günstigsten war das Tanken für beide Kraftstoffsorten am 1.09.: Super E10 kostete 2,183 Euro je Liter, Diesel 2,232 Euro je Liter.

Über den Monat hinweg stiegen die Ölpreise zwar kontinuierlich an, aus Sicht des ADAC lassen sich die aktuell hohen Kraftstoffpreise jedoch nicht allein mit der Entwicklung des Rohölpreises erklären. So zeigt ein Vergleich mit dem Frühjahr: Im April lag der Preis für ein Barrel Brent zeitweise deutlich über 100 US-Dollar. Dennoch lag der Durchschnittspreis für Super E10 trotz damals höherer Rohölnotierungen spürbar unter dem Niveau des Septembers. Zwar beeinflussen neben dem Rohölpreis auch weitere Faktoren wie Raffinerie- und Vertriebskosten sowie steuerliche Belastungen die Kraftstoffpreise. Der aktuelle Preisabstand zum Niveau früherer Monate ist aus Sicht des ADAC nicht vollständig nachvollziehbar.

Indes sollte nicht vergessen werden, dass in Ländern wie Tschechien oder Polen der Spritpreis unter Berücksichtigung der dortigen Durchschnnittsverdiense etwa dem doppelten deutschen Literpreis entspricht. Quelle, also ca. 5 Eurto/Liter Benzin oder Diesel.  ADAC / CM

Generation 8 des BMW 3er Verbrenner vorgestellt

Die BMW 3er Reihe ist seit mehr als 50 Jahren das Herz der Marke BMW. Seit dem Produktionsstart 1975 wurden rund 18 Mio. Einheiten gefertigt, 15  Mio. davon in Deutschland. Der BMW 3er ist damit das weltweit erfolgreichste Premium-Automobil der Mittelklasse. Nun stellen die Münchner den neuen 3er vor.

Rund 1 Mrd. Euro ist in die Weiterentwicklung der beiden Fahrzeugwerke München und Dingolfing geflossen. Etwa eine weitere Mrd. Euro investierte das Unternehmen in das neue Batteriewerk Irlbach‑Straßkirchen in Niederbayern.

Die 8. Generation des BMW 3er wurde als Verbrenner aktuell präsentiert. Foto: BMW

„Wir beherrschen die Transformation – von der Entwicklung über die Industrialisierung bis zur hocheffizienten Produktion in München und Dingolfing. Mit dem neuen Hochvoltbatterie-Werk Irlbach-Straßkirchen holen wir zudem eine Schlüsseltechnologie der Elektromobilität an unseren Heimatstandort. Unser Beitrag steht“,, sagt Raymond Wittmann, Produktionsvorstand BMW Group.

Der vollelektrische BMW i3 wird im umfassend modernisierten Stammwerk der BMW Group in München gefertigt, die dabei verwendeten Hochvoltbatterien der sechsten Generation liefert das neue BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen. Die Varianten des 3er mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybrid-Antrieb entstehen im BMW Group Werk Dingolfing. An beiden Standorten verfügt die BMW Group über hoch moderne und flexible Produktionssysteme und Strukturen, um auch weiterhin weltweit begehrte Premiumautomobile wettbewerbsfähig in Deutschland zu fertigen. Mit dem gleichen Anspruch und den gleichen Leitlinien werden später nach dem Grundsatz „local for local“ der BMW i3 und der BMW 3er auch im BMW Group Werk San Luis Potosí in Mexiko sowie eine angepasste Variante des 3er für den chinesischen Markt in Shenyang in China produziert.

Auch beim neuen BMW 3er setzt die BMW Group auf regionale Wertschöpfung. Zum Produktionsstart beliefern rund 760 Lieferantenstandorte die Werke München und Dingolfing mit Komponenten und Materialien. Mehr als 70 % dieser Produktionsstandorte befinden sich in Europa, gut 30 % in Deutschland.

Die Vorbereitung auf die achte Generation des 3er verlief an beiden Standorten bewusst unterschiedlich. In München investierte die BMW Group umfassend in neue Gebäude und Produktionsanlagen für Technologien der Neuen Klasse. Das über 100 Jahre alte Werk wurde grundlegend modernisiert und zum hochmodernen „Electric Only“-Standort weiterentwickelt. Das Werk Dingolfing nutzt seine hohe Flexibilität und Modellvielfalt, um die Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Varianten des neuen 3er für Kunden in aller Welt zu produzieren. Um die neuen Modelle effizient in die bestehende Fertigung zu integrieren, wurde im Karosseriebau eine neue, zusätzliche Fertigungslinie für die 3er Reihe geschaffen, während die Fahrzeuge in Montage und Lackiererei gemeinsam mit anderen BMW Modellen im Mix auf dem Band laufen.

Irlbach-Straßkirchen stärkt Industriestandort Niederbayern. Ein weiterer zentraler Baustein für die nächste Generation des 3er und die Neue Klasse ist das Werk Irlbach-Straßkirchen. Dort werden künftig Hochvoltbatterien der sechsten Generation montiert. Ab Oktober versorgt der Standort zunächst das Werk München mit Batteriesystemen für den vollelektrischen i3. Das Werk steht beispielhaft für die erfolgreiche Ansiedlung von Hochtechnologie-Industrie in Deutschland. Es stärkt die regionale Wertschöpfung, sichert qualifizierte Arbeitsplätze und erweitert das industrielle Ökosystem Niederbayerns um einen weiteren Zukunftsstandort. Die Entwicklung des Unternehmens und der wirtschaftliche Aufstieg der Region gingen und gehen eng miteinander einher. Investitionen in Werke, Technologien und Beschäftigung wirken weit über die Werkstore hinaus. Sie stärken regionale Zulieferer, Dienstleister und mittelständische Unternehmen, schaffen Einkommen und Steuereinnahmen und sichern industrielle Kompetenz in der Region.

3er als Symbol für eine erfolgreiche industrielle Zukunft. Mit dem neuen BMW 3er führt die BMW Group die Technologien der Neuen Klasse schrittweise in ihr Kernportfolio ein. Bis Ende 2027 wird das Unternehmen rund 40 neue oder überarbeitete Modelle mit Technologien der Neuen Klasse auf die Straße bringen. Quelle: BMW / CM

ID.Tiguan wird Nachfolger von ID.4 und ID.5

VW ID.4 und .5, beide zusammen rund 900.000 Mal von den Bändern gelaufen bekommen einen Nachfolge, den ID.Tiguan. Den ird es zunächst in vier Versionen geben.  , sind Geschichte. Nachfolger wird der ID-Tiguan. 

Die Top-Version „Pro 4Motion“ist ein Allradler mit zwei Elektromotoren und einer Leistung von 220 kW (299 PS). Als Energielieferant dient eine 77 kW-Batterie. Die Reichweite soll ca. 560 km betragen. Zudem wird es zwei Heckantriebsversionen „Pure“ und „Pro“ geben. Die Basisversion leistet 140 kW (190 PS) und hat einen leider nur kleinen LFP-Akku mit 58 kWh an Bord. Die maximale Reichweite soll bei 450 km liegen. Nachgeladen wird aber nur mit 105 kW. Due Höchstgeschwindigkeit soll 160 km/h betragen.  Reichweitenmeister soll der ID.Tiguan Pro sein. Er besitzt den gleichen 77-kWh-Akku (NMC) wie der Pro 4Motion, soll aber bis zu 600km weit kommen. Mit 210 kW (286 PS) ist er zudem kaum schwächer als das Topmodell.

Sehr viel mehr ist über das neue Kompakt-SUV noch nicht zu erfahren. Nur so viel, dass die Fahrstufen D, B und R über den von den ID-Modellen bekannten Lenkstockhebel eingelegt werden. „B“ und One-Pedal-Driving funktionieren laut einem ersten kleinen Test von AutoBild tadellos. Die Rekuperation lässt sich in zwei Stufen einstellen oder auch komplett ausschalten. Vmx soll bei 180 km/h liegen. Das reicht allemal. 

Die DC-Ladeleistung des Top-Modells soll bei 165 kW liegen. Die Ladezeit soll von 10 bis 80 % bei 29 Minuten liegen. Speziell für das Topmodell gibt es einen sogenannten „Traction“-Modus für permanenten Allrad. Der ID.Tiguan wird übrigens das erste ID-Modell, das es auch als „R-Line“ angeboten werden soll. Quelle: VW / AutoBild / CM

VDA verlangt von Peking im PHEV-Streit einzulenken – Peking wiederum verlangt vom VDA sich gegen weitere Zölle auf PHEV einzusetzen

Plug-in-Hybride werden zum nächsten großen Konfliktfeld im Autohandel zwischen Europa und China. Denn China setzt Europas Plug-in-Hybrid-Markt gewaltig unter Druck. BYD, Chery & Co. dominieren inzwischen die Bestsellerlisten der Fahrzeuge mit Stecker und haben in diesem Segment eine deutlich stärkere Position als bei reinen Elektroautos. Erst vor Kurzem hatte VW-Konzernchef Oliver Blume die Ausweitung bestehender EU-Ausgleichszölle für E-Autos aus China auf chinesische Plug-in-Hybride gefordert. Nun reagiert auch der VDA, beißt aber bei chinesischen Handelsministerium auf Granit

Zum Schutz der europäischen Autobauer fordert die EU von der Regierung in Peking eine freiwillige Selbstbeschränkung der Exporte von Plug-in-Hybriden auf 15 % des europäischen Marktes, statt wie geplant Sonderzölle zu verhängen. Laut KBA verzehnfachten sich chinesische Importe von PHEV von 3.800 (Oktober 2024) auf 50.000 Fahrzeuge (Juli 2026). Chinesische Marken machten im zweiten Quartal 2026 über ein Drittel bis zu 47,2 % der PHEV-Zulassungen aus.Eine Entscheidung in Sachen Quadratur des Kreises. VDA-Präsidentin Hildegard Müller und   

Eine Entscheidung in Sachen Quadratur des Kreises: VDA-Präsidentin Hildegard Müller und Chinas Handelsminister Wang Wentao.

Die chinesischen Fahrzeughersteller nutzen den Vorteil, dass ihre Plug-in-Hybride nur dem pauschalen EU-Zoll von 10 % unterliegen, während reine E-Autos bis zu 45 % Zölle tragen. Anbieter wie BYD und MG drücken mit hohen Rabatten in den Markt und setzen so deutsche Hersteller wie VW, BMW und Mercedes unter Druck. Denn die PHEV aus China sind mindetens genauso gut wie die der deutschen Hersteller, sind aber wesentlich preisgünstiger zu haben. 

Die EU droht bei Ausbleiben einer Selbstbeschränkung offener mit harten Handelsmaßnahmen. In den bislang eher chinafreundlichen europäischen Autoverbänden wächst inzwischen die Bereitschaft zu einer härteren Gangart. Bisher galt die mächtige Autolobby als Bremser bei Maßnahmen gegen chinesische Hersteller. Nun nennt VDA-Chefin Müller sie ein legitimes Mittel. Ein internes Papier geht noch deutlich weiter.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) gilt als die mächtigste Stimme, wenn es um Deutschlands größte Branche geht. Mehr als 600 Einzelunternehmen gehören ihm an, darunter Hersteller wie Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW, aber auch Zulieferer wie Bosch, ZF und Continental. Im Umgang mit China war der Verband lange ein Verfechter offener Märkte, des Dialogs und der Kooperation. Handelsbarrieren gegenüber zeigte sich der VDA dagegen eher skeptisch. Im August begann sich der Ton zu ändern. Da ließ der Verband vorsichtig wissen, er prüfe „Anpassungen“ seiner Chinaposition. Nun macht VDA-Präsidentin Hildegard Müller deutlich, was die neue Linie ist.  

Laut einem internen Positionspapier des VDA fordert der Verband, dass die Europäische Union gezielte Schutzmaßnahmen prüft. Voraussetzung hierfür ist

  • 1. Der Nachweis unlauteren Wettbewerbs  Es muss belegt werden, dass die günstigen Preise der chinesischen Hybride auf staatlich induzierte, selektive Vorteile (wie unzulässige Subventionen) zurückzuführen sind. 
  • 2. Enge Einbindung der Industrie: Der VDA fordert, dass mögliche Gegenmaßnahmen eng mit den betroffenen Unternehmen abgestimmt werden, um das Risiko für das eigene China-Geschäft zu minimieren. 

Trotz der härteren Linie setzt der VDA weiterhin auf eine Doppelstrategie aus Kooperation und Schutz. Der Verband unterstützt die parallel laufenden Bemühungen der EU-Kommission, mit der Pekinger Regierung über freiwillige Exportbeschränkungen zu verhandeln. Im Gespräch ist unter anderem eine marktseitige Obergrenze für chinesische Plug-in-Hybride von maximal 15 Prozent. 

VDA-Präsidentin Hildegard Müller betont zeitgleich, dass Investitionen chinesischer Hersteller und Zulieferer direkt in Europa und Deutschland begrüßt werden. Wenn chinesische Unternehmen Fabriken vor Ort aufbauen und lokale Produktionsvorgaben erfüllen, entfallen die Zollthemen und es entstehen Arbeitsplätze in Europa. 

Natürlich würde man sich auch weiterhin für den freien Handel einsetzen, doch es liege eben auch an China mit „konstruktiven Vorschlägen“ auf Europa zuzugehen.  Bislang hatte man immer vor einer Eskalation und einem Konflikt mit China gewarnt, da man Gegenmaßnahmen fürchtete, sobald der freie Handel mit dem Land der Mitte zugunsten deutscher Autobauer eingeschränkt würde. Stattdessen setzte man in der Vergangenheit eher auf Forderungen nach besseren Standortbedingungen in Europa. Quelle: CM