Ford tut sich in Europa, insbesondere in Deutschland ziemlich schwer. Am Donnerstag, 23. Juli 2026, gaben die Ford Motor Company und das chinesische Unternehmen Geely Automobile Holdings eine Vereinbarung zur Gründung eines auf Europa ausgerichteten Joint Ventures (JV) am Ford-Produktionsstandort im spanischen Valencia bekannt.
Das neue Joint Venture wird Multi-Energy-Pkw der Marken Ford und Geely für den europäischen Markt produzieren und damit den europäischen Autofahrern eine größere Auswahl und einen höheren Mehrwert bieten.
In Europa spielt sich derzeit einer der härtesten Wettbewerbskämpfe der globalen Automobilindustrie ab. Verschärfte Vorschriften, hohe Betriebskosten und eine neue Generation globaler Wettbewerber haben die Maßstäbe der Branche in Bezug auf Herstellungskosten, Fahrzeugtechnologie und Softwareerfahrung zum Nachteil vor allem europäischer Autobauer verändert.
Durch die Bündelung der Produktionsmengen wollen Ford und Geely die Kapazität des Werks in Valencia optimal auslasten und die Kosten für jedes dort gebaute Fahrzeug senken. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen wird das Joint Venture im ersten Halbjahr 2027 den Betrieb aufnehmen; die ersten Neufahrzeuge sollen 2028 vom Band laufen. Das Werk in Valencia wird in der Übergangszeit weiterhin den Ford Kuga produzieren.
Die Partnerschaft zwischen Ford und Geely reicht bis ins Jahr 2010 zurück, als Ford Volvo Cars an Geely verkaufte und beobachten konnte, wie das Unternehmen die Marke schützte und wiederbelebte. Beide Unternehmen teilen das Bekenntnis zu Qualität, kosteneffizienter Beschaffung und kontinuierlicher Verbesserung sowie die Überzeugung, dass Kunden ihren eigenen Weg durch die Energiewende selbst wählen können.
Das Joint Venture wird das Ford-Werk in Valencia – das bereits heute zu den produktivsten und modernsten Werken Europas zählt und über eine potenzielle Jahreskapazität von rund 500.000 Fahrzeugen verfügt – in einen gemeinsamen Hightech-Produktionsstandort umwandeln, der darauf ausgelegt ist, im Rahmen des neuen globalen Kostenstandards der Branche wettbewerbsfähig zu sein. Das Werk nimmt seit seiner Eröffnung im Jahr 1976 eine Vorreiterrolle auf dem europäischen Markt ein. Damals wurde dort der ursprüngliche Ford Fiesta gebaut – Fords erstes weltweit vertriebenes Fahrzeug mit Frontantrieb, das sich als großer Erfolg erwies.
Im Rahmen der vorgeschlagenen Eigentümerstruktur wird Ford 66 % des neuen Unternehmens halten und Geely Auto 34 %.
Die Produktion des Ford Kuga PHEV wird in Valencia ohne Unterbrechung fortgesetzt. In Valencia wird zudem ein neues Modell der weltweiten Bronco-Familie produziert – ein robuster, kompakter und abenteuertauglicher SUV, der speziell für europäische Straßen konzipiert ist und dessen Produktion 2028 anlaufen soll. Ein von Ford designter und gemeinsam mit Geely entwickelter Multi-Energy-Crossover wird 2028 auf den Markt kommen. Das Fahrzeugist Teil einer ehrgeizigen Produktoffensive, in deren Rahmen bis 2029 fünf neue Multi-Energy-Fahrzeuge in Europa eingeführt werden sollen. Geely Auto plant, im Werk in Valencia zwei Elektro-SUVs zu produzieren. Die ersten Modelle der Marke Geely, die im Rahmen dieses Joint Ventures hergestellt werden, sollen 2028 vom Band laufen. Quelle: Ford / CM