Die schottische Regierung verabschiedete im Frühling 2024 die „Visitor Levy (Scotland) Bill“, die allen Kommunen des weitgehend autonomen Landesteils von Großbritannien ermöglicht, eigenmächtig eine Tourismussteuer einzuführen. Den Anfang hat vor drei Wochen Edinburgh gemacht. Zur Kasse gebeten werden natürlich auch alle Geschäftsreisenden.
Edinburgh ist die erste Stadt Schottlands, die eine Tourismussteuer Ende Juli eingeführt hat. Alle Übernachtungsgäste, ob einheimnische oder ausländische Besucher, müssen pro Nacht zusätzlich 5 % zusätzlich zu ihren Buchungskosten zahlen. Die Beitragshöhe ist gedeckelt: Es werden nur die fünf ersten Übernachtungen gezählt, auch bei längeren Aufenthalten.
Zu zahlen ist generell in allen Hotels, Bed & Breakfasts, auf den Campingplätzen sowie Selbstversorgungsunterkünfte (z.B. Airbnb‘s und Ferienwohnungen), auch auf den Hausbooten. Tagesgäste (ohne Übernachtung) sind von der Tourismussteuer befreit.
Die Einnahmen Edinburghs, voraussichtlich rund 50 Mio. Pfund /ca. 58,4 Mio. Euro), sollen der Stadt zugute kommen. Nach der Gesetzgebung müssen die Mittel in lokale Dienstleistungen und Einrichtungen investiert werden, die wesentlich von Geschäfts- und Freizeitbesuchern genutzt werden.
Folgende Projekte sind bereits angekündigt:
- Der Bau von 472 Häuserrn
- Restaurierung des Leith Theatre
- Renovation der Old Royal High School, um sie in ein nationales Musikzentrum umzuwandeln
- Modernisierung der öffentlichen Toiletten
- Gründung einer neuen Polizeieinheit im Stadtzentrum, um Veranstaltungen zu unterstützen
Reaktionen auf die Steuer. In Schottland, dem weitgehend autonomen Landesteil von Großbritannien, sorgt die neue Steuer für Unmut, da auch alle zahlen müssen, wenn sie außer Haus übernachten. Davon betroffen sind also Binnentouristen sowie sämtliche auskländische Besucher. Selbst Obdachlose und Gewaltopfer, welche in Notunterkünften übernachten, sollen die Steuer zahlen, werden sie aber erstattet bekommen. Quelle: Scottish Government / BBC / CM