Bombendrohungen: Täter hielt die Fahnder längere Zeit zum Narren

Ein 25-jähriger Mann nutzte seine Internet-Fernbeziehung zu einer Mitarbeiterin von American Airlines, die am Flughafen Bangor im Bodendienst tätig war, um mehrere Bombendrohungen abzusetzen. Diese wurden so ernst genommen, dass es zu Flugverspätungen kam und die US-Luftfahrtbehörde (FAA) einen Sicherheitsvorfall ausrief, der Auswirkungen auf die Flugsicherung hatte.

Das FBI nahm die Drohung so ernst, dass die Ermittler zunächst von einer sogenannten „Insider-Bedrohung“ ausgingen – einem Begriff für Fälle, in denen es einem Terroristen gelingt, die Organisation zu unterwandern, die er ins Visier nehmen will. Die Wahrheit war jedoch noch bizarrer.

Ein 25-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Alabama, hat sich inzwischen schuldig bekannt, eine falsche Bombendrohung abgesetzt zu haben. Ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar sowie eine dreijährige Bewährungszeit unter behördlicher Aufsicht.

Aus einer eidesstattlichen Erklärung, die das FBI bei einem Bezirksgericht im Ostküsten-Bundesstaat Maine eingereicht hat, geht hervor, wie es den Ermittlern gelang, den Täter zu identifizieren – trotz seiner umfangreichen Versuche, seine Identität zu verschleiern.

Am 13. Februar 2025 erhielten zwei verschiedene Mitarbeiterinnen von American Airlines am Flughafen Bangor unaufgeforderte Textnachrichten von einer unbekannten Handynummer. Der Absender behauptete, über „Waffen und mehr“ zu verfügen, kündigte an, bestimmte Mitarbeiter ins Visier zu nehmen, und erklärte, er werde „definitiv eine Bombe hochgehen lassen“. Und der Absender übermittelte Details, die so spezifisch für die Betriebsabläufe von American Airlines in Bangor waren, dass die Ermittler von einer Insider-Bedrohung ausgingen. Auch nachdem die Sicherheitsbehörden reagiert hatten, trudelten weitere Nachrichten ein. Darin signalisierte der Absender, dass er genau beobachten könne, was vor Ort geschieht.

Die Strafverfolgungsbehörden versuchten, die Nummer zurückzuverfolgen, von der die Nachrichten stammten, stellten jedoch fest, dass der Absender eine App nutzte, die für den Versand der Nachrichten eine gefälschte Nummer verwendete.

Dann ging an einem frühen Morgen um 5  Uhr Ostküstenzeit in der Einsatzzentrale des Flughafens Bangor ein Anruf einer Person ein, die verlangte, mit einem „Bombenexperten“ des FBI zu sprechen.

Der Anrufer behauptete, er habe vor dem Flughafengebäude Bomben mit Zeitzündern platziert. Er gab den Behörden lediglich sieben Minuten Zeit, um die Mobiltelefone, auf denen am Vortag die Drohungen eingegangen waren, einzuschalten und an die Beschäftigten von American Airlines zurückzugeben; andernfalls würden die Bomben detonieren.

Während die Einsatzkräfte im Terminalgebäude auf die Lage reagierten, wurde eine Mitarbeiterin von American Airlines dabei beobachtet, wie sie den Einsatz während eines Videoanrufs filmte. Dieses Verhalten erschien verdächtig, weshalb Beamte die Mitarbeiterin befragten.

Die Frau erklärte den Ermittlern, sie führe eine Internet-Fernbeziehung mit der Person am anderen Ende der Leitung, nachdem sie diese auf TikTok kennengelernt habe. Die Nummer ließ sich auf die Mutter des Täters zurückführen; von dort aus gelang es dem FBI, den 25-Jährigen ausfindig zu machen. Der junge Mann behauptete zunächst, ein Internetbekannter aus England habe ihn dazu genötigt, eine Bombendrohung gegen den Flughafen Bangor vorzutäuschen, räumte jedoch später ein, dass diese Darstellung erfunden war. Warum genau der Ertappte Täter die Bombendrohungen aussprach, bleibt unklar. Das Strafmaß wird festgelegt, sobald die US-Bewährungsbehörde einen Bericht zur Vorbereitung der Urteilsverkündung erstellt hat. Quelle: CM 

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