United verklagt ein Versicherungsunternehmen

United Airlines verklagt einen seiner Cyber-Versicherer, nachdem dieser sich geweigert hatte, eine Forderung der in Chicago ansässigen Fluggesellschaft zu begleichen. Diese Forderung resultierte aus dem berüchtigten CrowdStrike-Ausfall vom 19. Juli 2024, der weltweit Millionen von Computern mit Windows-Betriebssystem lahmlegte.

Unmittelbar nach dem Ausfall sah sich United gezwungen, 1.600 Flüge zu streichen; zudem kam es bei Tausenden weiteren Flügen zu Verspätungen. Rund 200.000 Passagiere saßen fest, während die Fluggesellschaft unter Hochdruck versuchte, ihre IT-Systeme wiederherzustellen – ein Vorfall, der zu einem Gesamtschaden von fast 114 Mio. US-Dollar führte.

Glücklicherweise hatte United für genau eine solche Art von „katastrophalem Cyber-Ereignis“ eine umfassende Versicherungspolice abgeschlossen. Konkret hatte United ein sogenanntes „Versicherungs-Layer-Modell“ (oft als „Insurance Tower“ bezeichnet) mit neun verschiedenen Versicherungsunternehmen etabliert, die eine Gesamtdeckungssumme von 200 Mio. US-Dollar über einen Selbstbehalt von 50 Mio. US-Dollar hinaus boten.

Das Prinzip dieses Modells sieht vor, dass United die ersten 50 Mio. US-Dollar des Schadens selbst trägt, bevor Ansprüche gegenüber den verschiedenen Versicherern geltend gemacht werden können. Die erste Ebene (Layer) dieses Versicherungsschutzes wurde von AIG abgedeckt; das Unternehmen zahlte die volle, vertraglich vereinbarte Summe von 15 Mio. US-Dollar aus.

Die zweite Ebene wurde von Starr und Evanston bis zu einer Obergrenze von 10 Mio. US-Dollar geteilt. Beide Versicherer zahlten jeweils 5 Mio.  US-Dollar, um dieses Limit zu erreichen. 

Die dritte Ebene wurde von Scottsdale abgedeckt – ebenfalls mit einem Limit von 10 Mo. US-Dollar –, wobei dieser Betrag vollständig ausgezahlt wurde.

Die vierte Deckungsebene wurde von Starr und Liberty getragen, ebenfalls bis zu einer Obergrenze von 10 Mio. US-Dollar. Auch hier zahlten beide Versicherer jeweils 5 Mio. US-Dollar aus. Die fünfte und letzte Ebene wurde von Indian Harbor und Homesite bis zu einer Grenze von 10 Mio. US-Dollar getragen.

Indian Harbor zahlte seinen Anteil von 5 Millionen US-Dollar aus, während Homesite – der letzte Versicherer in der Deckungsstruktur – die Zahlung verweigerte. „In diesem Fall geht es um einen Versicherer, der die Prämie von United kassiert hat,  der mit angesehen hat, wie alle anderen Versicherer … eine berechtigte Forderung in voller Höhe beglichen haben, und sich dann – im Gegensatz zur einhelligen Einschätzung von sieben anderen Versicherern – geweigert hat, seinen eigenen Versicherungsvertrag zu erfüllen“, schrieben die Anwälte von United in einer ungewöhnlich scharf formulierten Klageschrift, die Anfang dieser Woche bei einem Bezirksgericht in Illinois eingereicht wurde.

Die Anwälte von United erklären, dass rund 20 Mio. US-Dollar der durch den CrowdStrike-Ausfall entstandenen Verluste auf Entschädigungszahlungen an Passagiere zurückzuführen seien – Zahlungen, zu denen das Unternehmen nach eigener Darstellung durch bundesstaatliche Vorschriften verpflichtet war.

Homesite hat unterdessen geltend gemacht, United hätte vor der Auszahlung dieser Entschädigungen eine schriftliche Genehmigung von Homesite einholen müssen. „Kein Versicherer, der redlich handelt, würde von seinem Versicherungsnehmer verlangen, sich zwischen der Einhaltung bundesstaatlicher Vorschriften und dem Versicherungsschutz zu entscheiden“, fügen die Anwälte von United in ihrer Klageschrift hinzu. „Die diametral entgegengesetzten Standpunkte zweier Versicherer auf derselben Deckungsebene … bestätigen, dass die Ablehnung der Deckung durch Homesite nicht auf einer redlichen Prüfung der Versicherungspflicht beruht, sondern vielmehr von dem Wunsch des Versicherers getrieben ist, sich den vertraglichen Verpflichtungen zu entziehen.“

United fordert in diesem Fall ein Verfahren vor einem Geschworenengericht. Neben den 5 Mio. US-Dollar, die Homesite nach Ansicht der Fluggesellschaft schuldet, strebt United ein Urteil an, das Homesite ein Handeln wider Treu und Glauben bescheinigt, sowie die Zuerkennung von Zinsen (vor und nach dem Urteil) und weiteren Schadenersatzleistungen. Quelle: United / CM

Polen will modernstes Eisenbahnnetz Europas bauen

Polen wird das modernste Eisenbahnnetz Europas bauen, sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf der Konferenz „Die modernste in Europa – #NaszaKolej!“ (Unsere Eisenbahn) am Mittwoch, 22. Juli 2026 am Bahnhof Warszawa Zachodnia.

Die polnische Bahn verzeichnet Rekordzahlen beim Personenverkehr. 2025 nutzten über 438,9 Mio. Fahrgäste die Dienstleistungen der Bahn. Der Aufwärtstrend hält 2026 an – von Januar bis Mai dieses Jahres beförderten die Bahnunternehmen fast 190,5 Mio. Passagiere, das sind 8,7 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Zahl der Fahrgäste bei PKP Intercity steigt dynamisch an. 2025 beförderte das Unternehmen 89,2 Mio.  Fahrgäste bzw. 31 % mehr als zwei Jahre zuvor. Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen, die Marke von 96 Mio. Fahrgästen zu überschreiten; in den kommenden Jahren sollen es über 110 Mo. Passagiere/Jahr werden. 

„Die Eisenbahn ist eine strategische Priorität der polnischen Regierung. Die Polen steigen immer lieber und immer häufiger in den Zug ein. Die Zahl der Fahrgäste steigt, und die Eisenbahn gewinnt ihre Position als bequemes, sicheres und umweltfreundliches Verkehrsmittel zurück“, betonte Infrastrukturminister Dariusz Klimczak.

Seit 2024 wurde der Personenverkehr auf vielen Bahnstrecken wieder aufgenommen, die jahrelang stillgelegt waren. Züge fahren u.a. wieder nach Karpacz, Ciechocinek, Kłobuck, Łomża, Rabka-Zdrój sowie auf der Strecke Somonino – Kartuzy. Weitere Reaktivierungsprojekte sind in Vorbereitung, die die Bahnverbindungen unter anderem nach Olecko, Kcynia, Bytów, Złotoryja, Sokołów Podlaski, Bełchatów oder Ostrów Mazowiecka wiederherstellen werden.

Auch das Fernverkehrsangebot wird ausgebaut. PKP Intercity hat Verbindungen zu Orten wieder aufgenommen oder neu eingerichtet, die seit Jahren nicht mehr von Zügen dieser hochklassigen Kategorie angefahren wurden, darunter Łomża, Wielbark, Mielec, Chorzele und Ostrołęka. In naher Zukunft soll dern Personenverkehr nach Bytów sowie auf der Strecke Wejherowo–Choczewo wieder aufgenommen werden, , die seit über 30 Jahren stillgelegt ist“, sagte Minister Dariusz Klimczak.

Rekordinvestitionen. Die Polskie Linie Kolejowe führen das größte Investitionsprogramm in der Geschichte der polnischen Eisenbahn durch. Es beläuft sich auf 180 Mrd. PLN (42 Mrd.€) bis zum Jahr 2032.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählen u.a. der Bau der neuen Strecke Podłęże – Tymbark/Mszana Dolna, die Modernisierung der Strecke Chabówka – Nowy Sącz, der Umbau der Strecke Nr. 201 Maksymilianowo – Kościerzyna – Gdynia, das Projekt Rail Baltica sowie der Umbau des Schlesischen Eisenbahnknotens. Aktuell stellt der Staat 100 Mrd. PLN (23 Mrd. € für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur bereit. Diese Mittel sind für den Bau neuer Bahnhöfe und Bahnstrecken, die Modernisierung des bestehenden Netzes sowie dessen Digitalisierung vorgesehen“, so Klimczak weiter.

Gebaut werden 4.700 km neuen Hochleistungs-Schnellfahrstrecken, von denen etwa 1.000 km bis 2035 in Betrieb genommen werden sollen. Zu den wichtigsten Investitionen zählen die „Y“-Strecke, die Warszawa, den neuen Flughafen, Łódź, Poznań und Wrocław verbindet, die „Rail Baltica“ auf dem Abschnitt Ełk–Trakiszki, die Verbindung Katowice–Ostrava sowie das Projekt Podłęże–Piekiełko. Von den insgesamt 4.700 km neuen Strecken werden etwa 2.700 km Strecken im KDP-Standard sein.

Langfristig soll das Netz auf 19 Eisenbahnhauptstrecken basieren, die alle Regionen des Landes miteinander verbinden. Dank der Umsetzung des Projekts werden 27 kleine und mittelgroße Städte, die derzeit nicht an das Personenverkehrsnetz angebunden sind, Zugang zur Eisenbahn erhalten.“Wenn wir die Umsetzung des Großprojekts ‚Integriertes Eisenbahnnetz‘ abgeschlossen haben, sollten wir in Polen jährlich fast 800 Millionen Fahrgäste befördern. Schon heute befördert unsere Eisenbahn fast so viele Menschen, wie die gesamte Europäische Union Einwohner zählt“, erklärte der Ministerpräsident

Moderner Fuhrpark. PKP Intercity setzt einen umfassenden Investitionsplan für die Jahre 2025–2030 um. Das Unternehmen plant in diesem Zeitraum Investitionen in Rollmaterial und Infrastruktur in Höhe von insgesamt 25,4 Mrd. PLN (5,9 Mrd. €). 18,9 Mrd. PLN (4,4 Mrd. €) entfallen auf Aufträge, die von Herstellern mit Produktionsstätten in Polen ausgeführt werden, was die heimische Industrie und die Entwicklung moderner Technologien fördert.

Die wichtigsten davon befinden sich derzeit in der Realisierung:

• 300 neue Reisezugwagen von der Firma H. Cegielski – Fabryka Pojazdów Szynowych (mit einer Option auf weitere 150),
• 35 Hybrid-Triebzüge von der Firma Newag,
• 63 Mehrsystem-Elektrolokomotiven von der Firma Newag (mit einer Option auf weitere 32).

Darüber hinaus wurde im November 2025 ein Vertrag über den Kauf von 42 doppelstöckigen elektrischen Triebzügen (mit einer Option auf weitere 30) unterzeichnet, die in Chorzów (von Alstom) hergestellt werden sollen.

Plan für künftige Generationen. Eines der Schlüsselelemente für die Entwicklung des Schienenverkehrs ist das Integrierte Eisenbahnnetz (Zintegrowana Sieć Kolejowa) – der erste derart umfassende Plan zur Entwicklung der Eisenbahn in Polen in der Geschichte. „Das Integrierte Eisenbahnnetz ist ein Plan für Generationen. Wir schaffen ein supermodernes und widerstandsfähiges Verkehrsnetz, das den Einwohnern, der Wirtschaft und der Sicherheit des Staates über die nächsten Jahrzehnte hinweg dienen wird“, sagte der stellvertretende Infrastrukturminister und Regierungsbevollmächtigte für das CPK, Piotr Malepszak. Quelle: Ministerstwo Infrastruktury / CM

Bayern: Bundesratsinitiative zur Sicherung der Fernverkehrshalte und des SPNV 

Bayern braucht Bahn: Insbesondere auch abseits der Metropolen sind viele Bürger in ihrem Alltag auf ein gutes und bezahlbares Angebot auf der Schiene angewiesen. Durch eine aktuelle Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Trassenvergabe drohen nun negative Folgen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Auslöser ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur, neuen Anbietern (z.B. Italo) den Zugang zum Fernverkehr im deutschen Bahnnetz zu erleichtern. Wichtig ist, dass die Mobilität abseits der Metropolen nicht unter die Räder kommen darf. Bayern wird daher nun eine Bundesratsinitiative zur Sicherung der Fernverkehrshalte und des Schienenpersonennahverkehrs sowie einer fahrgastorientierten Tarifregelung auf den Weg bringen. Minister Bernreiter: „Mit unserer Bundesratsinitiative geht Bayern voran. Wir wollen – idealerweise im Schulterschluss mit vielen anderen Ländern – deutlich machen, dass die aktuellen Entwicklungen und Änderungen zu kurz gedacht sind und deutlich weiter greifende Anpassungen notwendig sind.“

Aktuell planen mehrere private Eisenbahnverkehrsunternehmen Verbindungen zwischen deutschen Metropolen neu mit ihren Zügen anzubieten. So will der private italienische Fernverkehrsanbieter Italo in der ersten Jahreshälfte 2028 auf den beiden Hochgeschwindigkeitsverbindungen von München nach Berlin und von München nach Köln und Dortmund einsteigen. Italo hatte sich über die aktuelle Trassenvergabe des Netzbetreibers DB InfraGO AG beschwert und mehrjährige Garantien für die Trassennutzung gefordert. Die Bundesnetzagentur hat hierzu am 17. Juli 2026 festgestellt, dass die aktuelle Praxis bei der Trassenvergabe nicht rechtmäßig ist: Die DB InfraGO AG muss zukünftig Mindestkontingente von 25 bis 40 % für Konkurrenten der DB Fernverkehr AG bei hochbelasteten Strecken vorsehen.

Bernreiter hatte bereits vor der offiziellen Entscheidung u.a. auch als Mitglied im Eisenbahninfrastrukturbeirat bei der Bundesnetzagentur gewarnt und führt nun aus: „Ich bedauere, dass weder meine Bedenken noch die vieler anderer Stimmen und Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur Gehör gefunden haben. Wir müssen jetzt schauen, wie konkret die DB InfraGO AG die Umsetzung dieser Maßgabe bis zum Herbst angeht. Wir werden uns dann auch bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz intensiv damit auseinandersetzen.“

Der Fernverkehr muss aus Sicht des Ministers nicht nur große Metropolen verbinden, sondern auch Oberzentren anbinden, wie etwa Bamberg oder Ingolstadt (in der Audi-Metropole halten ohnehin etliche ICE). Minister Bernreiter: „Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. Solch eine Rosinenpickerei geht gar nicht! Neue Trassenvergaben dürfen nicht zu Einschnitten in Bayern führen. Dem Fernverkehr muss auferlegt werden, dass die Regionen in der Fläche angebunden sind. Notfalls muss der Bund den Schienenpersonenfernverkehr bestellen und die Fernverkehrshaltestellen und deren Bedienfrequenz festlegen. So passiert es auch in anderen Teilen Europas mit dem Fernverkehr, und so bestellen auch die Länder den Schienenpersonennahverkehr. Auch dann herrscht Wettbewerb!“

Der Minister fordert zudem insbesondere besseren Schutz für das Angebot im Schienenpersonennahverkehr: „Der Regional- und S-Bahnverkehr darf nicht zwischen den verschiedenen Fernverkehrswünschen zerrieben werden, dafür ist er für alle Wirtschafts- und Wohnstandorte viel zu wichtig.“ Bernreiter sieht da vor allem die Gefahr, dass in den wichtigen Bahnknoten wichtige Verstärkerzüge zur Hauptverkehrszeit zugunsten zusätzlicher Fernverkehrsangebote zum Opfer fallen würden, weil sie nicht zu den Taktverkehren zählen. „Dann drohen uns überfüllte Züge, Bahnsteige und Zuwege sowie noch mehr Verkehr auf den Straßen durch diejenigen, die auf den Pkw umsteigen.“

Ganz wesentlich ist es, dass mehr Wettbewerb nicht auf Kosten der Fahrgäste geht. Minister Bernreiter: „Es braucht klare Regeln, damit die Passagiere keinen Nachteil bei den Tickets haben. Aktuell ist es ein großes Plus, dass man flexible Tickets buchen kann, bei Störungen Zugbindungen aufgehoben werden und man attraktive Rabattkarten wie die unterschiedlichen Bahncards nutzen kann. Das muss auch gehen, wenn sich mehr Unternehmen im deutschen Fernverkehrsmarkt tummeln als jetzt. Wir brauchen weiter durchgängige Tickets – sowohl zwischen verschiedenen Anbietern als auch zwischen Fern- und Nahverkehr!“ All das wird auch Inhalt der bayerischen Bundesratsinitiative sein, kündigt Bernreiter an. Quelle: Bay. Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr / CM

Wieder Zugverkehr Nürnberg – Regensburg ab 1. August 

Die DB InfraGO nimmt am Montag, 27. Juli, 2026, den nördlichen Teilabschnitt auf der Strecke Nürnberg – Regensburg wieder in Betrieb. Der offizielle Zugverkehr für Reise- und Güterzüge wird nach Abschluss der Korridorsanierung am 01. August 2026 wieder aufgenommen. 

Die S-Bahnlinie S3 startet in einem Vorlaufbetrieb im Stundentakt zwischen Nürnberg und Neumarkt. Die Fahrplandaten finden Fahrgäste zeitnah in den Auskunftsmedien. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird wie angekündigt bis einschließlich 31. Juli auf allen Linien, auch für die S-Bahn, weiterfahren.

Zum Beginn der bayerischen Sommerferien, am Abend des 31. Juli 2026, wird die Strecke wie angekündigt wieder durchgehend für alle Züge nutzbar sein. Züge des Personen- und Güterverkehrs verkehren dann mit Betriebsbeginn am 01. August wieder planmäßig im Regelbetrieb auf der sanierten Strecke.

Seit Februar läuft die Korridorsanierung Nürnberg – Regensburg im Zuge der Magistrale Nürnberg-Wien. Die Strecke ist mit täglich mehr als 350 Zügen eine der meistbefahrenen Bahnstrecken des Freistaats, Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau und ein wichtiger Baustein für den grenzüberschreitenden Verkehr Richtung Österreich. Sie soll dank der umfassenden Modernisierung langfristig zuverlässiger und leistungsfähiger werden.

Die S3 von Nürnberg Hauptbahnhof in Richtung Neumarkt (Oberpfalz) startet stündlich in der Regel zur Minute 46 (Abweichungen morgens). Von Neumarkt (Oberpfalz) in Richtung Nürnberg Hauptbahnhof starten die S-Bahnen stündlich zur Minute 32. Ab 01. August verkehren die S-Bahnen wieder planmäßig im Regelbetrieb. Quelle: Deutsche Bahn / CM

UK führt Meilensteuer für BEV und PHEV ein

Es klingt wie ein schlechter Scherz und ist doch keiner: Um die Fahrer von Elektroutosangemessen an den Infrastrukturkosten zu beteiligen, wird in Großbritannien künftig eine Gebühr je Meile fällig. In Deutschland dürfte die Einführung einer Kilometersteuer für BEV und PHEV für die Schuldenmacher-Koalition verlockend sein, zumal Deutschland langfristig sich überlegen muss, wie die immer mehr schrumpfenden Einnahmen aus den Energiesteuern kompensiert werden kann. .

Der Staat, egal in welchem Land, verliert mit der Zunahme der Elektroautos langsam aber sicher Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer. Die milliardenschweren Einnahmen aus der Besteuerung von Benzin und Diesel gehen zurück. In Großbritannien, wo schon sehr viel mehr Elektroautos auf den Straßen sind als in Deutschland, hat die Regierung beschlossen, Fahrer von Elektroautos und Plug-in-Hybriden ab 01. April 2028 zur Kasse zu bitten. Die britischen Fahrer von BEV und PHEV müssen eine Straßennutzungsgebühr entrichten, die sich nach der gefahrenen Strecke richtet. Damit sollen sie wie die „Verbrenner-Kollegen“ an an den Kosten für die Infrastruktur beteiligt werden. Bislang zahlten dafür wie in Deutschland nur Fahrer von Autos mit Verbrennungsmotor, die über die Besteuerung von Kraftstoff ihren Anteil leisten.

Würde die Kilometersteuer auf in Deutschland eingeführt, entfiele für die Nutzer von Elektroautos ein großer Vorteil und es bliebe nur noch der Vorteil, dass die Kosten für Unterhalt und Wartungskosten niedriger sind als bei vergleichbaren Verbrennern. In Deutschland muss der Besitzer eines Benziners mit im Schnitt 7,0 l Verbrauch/1200 km etwa 4,59 Euro/00 km Energiesteuer bezahlen. Macht bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 km 687 Euro Energiesteuer aus. Bei einem vergleichbaren Diesel mit 6 l Verbrsauch/100 km sind es bei ebenfalls 15.000 km Fahrleistung/Jahr rund 423 Euro.  Beim batterieelektrischen Auto mit einem Verbrauch von 20 kWh auf 100km entfallen 41 Euro-Cent Stromsteuer. Das Problem: Wer dank eigener Photovoltaikanlage mit eigens produziertem Strom fährt, würde dann bestraft. Zur Beruhigung:  Kurzfristig ist eine Kilometersteuer für E-Autos in Deutschland eher unwahrscheinlich, zumal der technische und administrative Aufwand immens wäre. Und eine zuverlässige und manipulationssichere Erfassung der Fahrleistung ist aktuell gar nicht möglich. Langfristig wird auch Deutschland das Problem nicht ignorieren können. Wenn immer mehr Fahrzeuge elektrisch unterwegs sind, sinken die Einnahmen aus der Energiesteuer automatisch, während die Kosten für die Infrastruktur (Straßen, Brücken, Tunnels) blieben. 

Ein Ausweg wäre, den elenden und zerstörerischen Lkw-Verkehr einzudämmen und per Zwang bzw. generelle Fahrverbote für Lkw den Güterverkehr wieder dorthin zu verlagern wo er hingehört, auch die Schiene. Immerhin schädigen Lkw den deutschen Staat jährlich um mehr als 500 Mrd. Euro. 

In Großbritannien sollen je nach Grad der Elektrifizierung unterschiedlich hohe Steuersätze anfallen. Fahrer von Plug-in-Hybriden müssen künftig pro Meile 1,5 Pence zahlen, was derzeit rund 1,76 Euro-Cent entspricht. Hier wird unterstellt, dass diese Autos zu einem gewissen Teil mit Sprit fahren. Teurer wird es für Fahrer von Elektroautos, sei es batterie- oder wasserstoffelektrisch. Für sie werden zunächst 3 Pence je Meile fällig. In den Folgejahren soll die Gebühr der Inflation entsprechend angepasst werden. 

Die Electric Vehicle Excise Duty (eVED) soll über den Meilenstand im Auto erfasst werden. Dafür müssen Autofahrer den aktuellen Stand und eine Schätzung angeben, wie hoch die Jahresfahrleistung wahrscheinlich sein wird. Autofahrer können dann im Voraus zahlen oder einen monatlichen Betrag entrichten. Am Jahresende wird abgerechnet. Die Daten werden im Rahmen der jährlichen Hauptuntersuchung (HU) erfasst und weitergegeben. 

Der Gesetzgeber hat verschiedene Auswirkungen abgeschätzt. Zwischen den Finanzjahren 2025/26 und 2030/31 könnten durch die neue Steuer rund 120.000 Elektroautos weniger auf den Markt kommen, heißt es. Dies würde nur 2 % des gesamten prognostizierten E-Auto-Absatzes in diesem Zeitraum bedeuten, schätzt die Behörde. Die Umweltauswirkungen seien mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Ein Szenario sei, dass Nutzer von Autos mit Verbrennungsmotoren ihre Modelle länger als vorgesehen nutzen, was langfristig zu höheren CO₂-Emissionen führen könne. 

Auswirkungen habe die neue Abgabe auch auf den Staatshaushalt, doch allzu üppig sind die geschätzten zusätzlichen Einnahmen nicht. Im Finanzjahr 2028/2029 rechnet das Office for Budget Responsibility mit 1,1 Mrd. Pfund (ca. 1,3 Mrd. Euro). Für das Jahr 2030/2031 sollen es umgerechnet schon ungefähr 2,2 Mrd. Euro zusätzlicher Einnahmen sein. Geschätzt wird, dass zu Beginn etwa 5,6 Millionen Autos von der Abgabe betroffen sind. Quelle: UK.gov / heise.de / Autobild.de / CM

Piloten auf Langstreckenflug wurde übel

Nach einem gemeinsamen Frühstück in der Lounge eines Hotels im indischen Hyderabad ging es mehreren Piloten eines British-Airways-Fluges während ihres Nachhauseflugs mit ihrer Tripleseven nach London Heathrwow nicht gut. Nun laufen Untersuchungen zur Ursache.

Die drei Piloten der British Airways steuerten die B 777 (Flug BA 276) schon erst ein paar Minuten, als ihnen nach und nach übel wurde und alle drei mit gesundheitlichen Problemen kampften. Einen wurde während des gut zehneinhalbstündigen Fluges so schlecht, dass er vorübergehend außer Gefecht gesetzt war und mit Sauerstoff versorgt werden musste. Die anderen beiden Piloten konnten den Flug zum Glück weiterführen, litten nach der Landung in Großbritannien aber ebenfalls unter starken Beschwerden

Laut ersten Erkenntnissen hatten die drei Piloten zuvor gemeinsam in der Lounge ihres Hotels in Hyderabad gefrühstückt. Zudem tranken sie Wasser aus Flaschen, die von einem externen Anbieter geliefert worden waren.

Wie „Daily Mail“ schreibt, hätten die betroffenen Piloten den Vorfall über offizielle Flugsicherheitsberichte gemeldet und wurden gebeten, Proben abzugeben. Damit sollen die Ärzte die möglichen Ursachen der Erkrankung identifizieren können.

Die Fluggesellschaft betont, dass die Sicherheit der Passagiere zu keinem Zeitpunkt in Gefahr war. der Großraumjet setzte seinen Weg gemäß den üblichen Verfahren sicher fort und landete normal, so British Airways. Trotzdem zieht die Fluggesellschaft Konsequenzen: British Airways überprüft derzeit die Unterbringung der Crews in Hyderabad. „Das Wohlergehen unserer Mitarbeitenden hat oberste Priorität. Wir prüfen unsere Unterkunftsmöglichkeiten an diesem Standort nach Krankheitsfällen“, erklärte die Airline. Quele: Daily Mail / CM

United und Marriott führen neue „U.S. News“-Ranglisten für Geschäftsreisen an

United Airlines und Marriott International belegten die Spitzenplätze in zwei neuen Kategorien für Geschäftsreisen, die „U.S. News & World Report“ in seine Rangliste der besten Reise-Bonusprogramme für 2026–2027 aufgenommen hat. Dies gab das Medienunternehmen aktuell bekannt.

In der erstmals erstellten Rangliste der besten US-Fluggesellschaften für Geschäftsreisende sicherte sich United den ersten Platz und überzeugte durch „Flugverfügbarkeit, Vorteile für Statuskunden und das Reiseerlebnis“. Auf den weiteren Plätzen folgten Delta Air Lines, American Airlines, Alaska Airlines und Southwest Airlines.

Bei der neuen Rangliste der besten Hotelmarken für Geschäftsreisende belegte Marriott den ersten Platz unter neun gelisteten Anbietern und punktete mit einem „umfangreichen Netzwerk, geschäftsreisefreundlichen Zusatzleistungen und einem starken Kreditkartenportfolio“. Die Top 5 wurden – in dieser Reihenfolge – durch Hilton Worldwide, IHG Hotels & Resorts, Hyatt Hotels Corp. und Choice Hotels International komplettiert.

Laut „U.S. News & World Report“ handelt es sich bei den Ranglisten um eine „datengestützte Bewertung von Hotelmarken und US-Fluggesellschaften, die speziell auf Vielreisende im Geschäftsleben zugeschnitten ist“. Die Methodik berücksichtigt dabei „wesentliche Faktoren, die für Geschäftsreisen von Bedeutung sind“, darunter die Vorteile von Treueprogrammen, die Stärke des Netzwerks, die Zuverlässigkeit sowie das allgemeine Preis-Leistungs-Verhältnis.

Genauer gesagt musste eine Fluggesellschaft – um für die Liste der Fluggesellschaften infrage zu kommen – laut der Publikation ihren Sitz in den USA haben und täglich mindestens 1.000 Inlandsflüge durchführen. Nur die fünf platzierten Fluggesellschaften schafften es in die Auswahl.

Bei der Bewertung wurden folgende Faktoren berücksichtigt: Flugverfügbarkeit (Gewichtung: 35 %), Einfachheit des Erreichens eines Elite-Status und damit verbundene Vorteile (20 %), Qualität der Fluggesellschaft (15 %), Serviceangebot an Bord (10 %), Streckennetzabdeckung (5 %), Anzahl der täglichen Flüge (5 %) sowie der Gegenwert bei der Punkteeinlösung (10 %). Die für dieses Ranking relevanten Daten wurden im Juni 2026 erhoben.

Um für die Hotelliste infrage zu kommen, musste eine Hotelkette laut der Publikation über mindestens 1.000 Standorte weltweit verfügen – davon mindestens 50 in den USA – und ein strukturiertes Treueprogramm anbieten. Für das Ranking wurde ein Bewertungsalgorithmus verwendet, der folgende Kriterien einbezog: Präsenz und Verfügbarkeit in wichtigen Geschäftszentren (Gewichtung: 35 %; Untersuchung von 20 Städten), Einfachheit des Erreichens eines Elite-Status und damit verbundene Vorteile (20 P%), Gegenwert bei der Punkteeinlösung (10 %), Netzabdeckung (10 %), Vielfalt der Standorte (5 %), Hotelqualität (5 %) sowie der Wert von Kreditkartenangeboten (5 %). Alle für dieses Ranking relevanten Daten wurden im Mai und Juni 2026 erhoben. Quelle: U.S. News & World Report / CM

Aus-Ex-US-Konsulat in Hamburg wird ein Luxushotel

In Hamburg baut die Derag-Gruppe das ehemalige US-Konsulat, ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz aufwendig zu einem Luxushotel um. Das „The Jefferson“ soll künftig 81 Zimmer und Suiten bieten. Der Umbau an der Hamburger Alster schreitet voran. 

Die DERAG Unternehmensgruppe (Deutsche Realbesitz AG) mit Sitz in München ist ein diversifiziertes Immobilien-, Hotel- und Medienunternehmen. Der Münchner Unternehmer Max Schlereth, Geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter der Derag Unternehmens-Gruppe, hat für seine Derag-Gruppe Hamburgs ehemaliges US-Konsulat Anfang 2024 gekauft, das ‚Kleine Weiße Haus‘ an der Alster. Er soll dafür 17 Mio. Euro auf den Tisch des Hauses gelegt haben. Die historische Gebäudeperle soll in ein Hoteljuwel namens ‚Living Hotel The Jefferson‘ umgewidmet werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Denkmalschutzamt und der Stiftung Hamburger Gedenkstätten soll auch die Vergangenheit des Gebäudes sichtbar werden. Das legendäre Haus  war in den Jahren 1882 / 83 nach den Plänen des Hamburger Architekten Martin Haller errichtet worden. Nun wird  die majestätische Bausubstanz der Villa als Luxus-Boutique-Hotel interpretiert.  

Das Ex-US-Konsulat in Hamburg ähnelt ein bisschen dem Weißen Haus…

Vor der Nutzung als US-Konsulat war das Gebäude der Hauptsitz der NSDAP in Hamburg. Eine Gedenkstätte für NS-Opfer, ein digitaler Rundgang zur Geschichte und das Restaurant sollen nicht nur für Hotel-Gäste zugänglich sein.

Anwohner hatten im Vorfeld gegen das Hotel-Projekt protestiert, da sie einen Anstieg von Lärm, Verkehr und Müll befürchteten. Quelle: NDR / CM

Ford tut sich in Europa mit Geely zusammen

Ford tut sich in Europa, insbesondere in Deutschland ziemlich schwer. Am Donnerstag, 23. Juli 2026, gaben die Ford Motor Company und das chinesische Unternehmen Geely Automobile Holdings eine Vereinbarung zur Gründung eines auf Europa ausgerichteten Joint Ventures (JV) am Ford-Produktionsstandort im spanischen Valencia bekannt.

Das neue Joint Venture wird Multi-Energy-Pkw der Marken Ford und Geely für den europäischen Markt produzieren und damit den europäischen Autofahrern eine größere Auswahl und einen höheren Mehrwert bieten. 

In Europa spielt sich derzeit einer der härtesten Wettbewerbskämpfe der globalen Automobilindustrie ab. Verschärfte Vorschriften, hohe Betriebskosten und eine neue Generation globaler Wettbewerber haben die Maßstäbe der Branche in Bezug auf Herstellungskosten, Fahrzeugtechnologie und Softwareerfahrung zum Nachteil vor allem europäischer Autobauer verändert. 

Durch die Bündelung der Produktionsmengen wollen Ford und Geely die Kapazität des Werks in Valencia optimal auslasten und die Kosten für jedes dort gebaute Fahrzeug senken. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen wird das Joint Venture im ersten Halbjahr 2027 den Betrieb aufnehmen; die ersten Neufahrzeuge sollen 2028 vom Band laufen. Das Werk in Valencia wird in der Übergangszeit weiterhin den Ford Kuga produzieren.

Die Partnerschaft zwischen Ford und Geely reicht bis ins Jahr 2010 zurück, als Ford Volvo Cars an Geely verkaufte und beobachten konnte, wie das Unternehmen die Marke schützte und wiederbelebte. Beide Unternehmen teilen das Bekenntnis zu Qualität, kosteneffizienter Beschaffung und kontinuierlicher Verbesserung sowie die Überzeugung, dass Kunden ihren eigenen Weg durch die Energiewende selbst wählen können.

Das Joint Venture wird das Ford-Werk in Valencia – das bereits heute zu den produktivsten und modernsten Werken Europas zählt und über eine potenzielle Jahreskapazität von rund 500.000 Fahrzeugen verfügt – in einen gemeinsamen Hightech-Produktionsstandort umwandeln, der darauf ausgelegt ist, im Rahmen des neuen globalen Kostenstandards der Branche wettbewerbsfähig zu sein. Das Werk nimmt seit seiner Eröffnung im Jahr 1976 eine Vorreiterrolle auf dem europäischen Markt ein. Damals wurde dort der ursprüngliche Ford Fiesta gebaut – Fords erstes weltweit vertriebenes Fahrzeug mit Frontantrieb, das sich als großer Erfolg erwies. 

Im Rahmen der vorgeschlagenen Eigentümerstruktur wird Ford 66 % des neuen Unternehmens halten und Geely Auto 34 %.

Die Produktion des Ford Kuga PHEV wird in Valencia ohne Unterbrechung fortgesetzt. In Valencia wird zudem ein neues Modell der weltweiten Bronco-Familie produziert – ein robuster, kompakter und abenteuertauglicher SUV, der speziell für europäische Straßen konzipiert ist und dessen Produktion 2028 anlaufen soll. Ein von Ford designter und gemeinsam mit Geely entwickelter Multi-Energy-Crossover wird 2028 auf den Markt kommen. Das Fahrzeugist Teil einer ehrgeizigen Produktoffensive, in deren Rahmen bis 2029 fünf neue Multi-Energy-Fahrzeuge in Europa eingeführt werden sollen. Geely Auto plant, im Werk in Valencia zwei Elektro-SUVs zu produzieren. Die ersten Modelle der Marke Geely, die im Rahmen dieses Joint Ventures hergestellt werden, sollen 2028 vom Band laufen. Quelle: Ford / CM

DPolG fordert 3.500 zusätzliche Stellen und moderne Videotechnik

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt die von der Deutschen Bahn angekündigte Ausweitung von Alkoholverboten an Bahnhöfen. Gleichzeitig erneuert die DPolG ihre langjährige Forderung nach 3.500 zusätzlichen Stellen im bahnpolizeilichen Bereich, um die neuen Regelungen auch konsequent umsetzen zu können.

DPolG-Bundesvorsitzender Heiko Teggatz: „Neue Regeln schaffen noch keine Sicherheit. Wer ein flächendeckendes Alkoholverbot an Bahnhöfen fordert, muss auch die personellen Voraussetzungen schaffen. Deshalb fordert die DPolG seit Jahren mindestens 3.500 zusätzliche Stellen im bahnpolizeilichen Bereich.“

Aus Sicht der DPolG ist die Einschränkung des Alkoholkonsums im Bahnbereich grundsätzlich ein sinnvoller Schritt. Alkohol senkt die Hemmschwelle für aggressives und gewalttätiges Verhalten. Wo Alkoholmissbrauch eingeschränkt wird, kann das zu mehr Sicherheit für Reisende, Bahnbeschäftigte und Einsatzkräfte beitragen.

Gleichzeitig weist die DPolG darauf hin, dass die Durchsetzung des Alkoholverbots zunächst in der Verantwortung der Deutschen Bahn liegt. Die Regelung basiert auf dem Hausrecht des Unternehmens. Für die Kontrolle und Durchsetzung des Hausrechts sind als erstes die Sicherheitskräfte der Bahn zuständig. Die Bundespolizei wird erst hinzugezogen, wenn Personen einem Platzverweis nicht nachkommen oder weitere Rechtsverstöße begehen. Wer sich trotz Aufforderung weigert, den Bahnhof zu verlassen, riskiert beispielsweise ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Positive Erfahrungen mit Alkoholverboten bestehen bereits an großen Hauptbahnhöfen wie Hamburg, München oder Köln. Allerdings handelt es sich dabei um einzelne Schwerpunktstandorte. 

„Zwischen einem Alkoholverbot an wenigen großen Bahnhöfen und einer bundesweiten Regelung für über 5.000 Bahnhöfe liegt ein erheblicher Unterschied“, betont Teggatz. Je größer der Geltungsbereich wird, desto höher sind die Anforderungen an die Sicherheitsbehörden. Deshalb gehört die Diskussion über ein Alkoholverbot untrennbar zur Diskussion über zusätzliches Personal.

Darüber hinaus fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft den weiteren Ausbau intelligenter Sicherheitstechnik im Bahnbereich. Moderne, KI-gestützte Videosysteme können auffällige Verhaltensmuster, Gewaltdelikte oder gefährliche Situationen frühzeitig erkennen und Sicherheitskräfte gezielt unterstützen. Quelle:  DPolG / CM