IATA halbiert Gewinnprognosen der Airlines

Kriegsbedingte Störungen im Nahen Osten und hohe Treibstoffpreise sind die Hauptgründe dafür, dass die International Air Transport Association (IATA) ihre Gewinnprognose für die weltweiten Fluggesellschaften für das Jahr 2026 fast halbiert hat

Wie Willie Walsh, der scheidende Generaldirektor der IATA, auf der Jahreshauptversammlung des Luftfahrtverbands am Sonntag in Rio de Janeiro (Brasilien) bekannt gab, rechnet die IATA nun damit, dass die Fluggesellschaften im Jahr 2026 einen Nettogewinn von insgesamt 23 Mrd. US-Dollar erzielen werden. Dies liegt deutlich unter der zuvor prognostizierten Summe von 41 Mrd. US-Dollar und entspricht etwa der Hälfte der 45 Mrd. USD, die der Verband für das Jahr 2025 veranschlagt. hatte.

Flugzeuge am Chicago O’Hare. Foto: ORD

„Die Ertragslage aller Fluggesellschaften leidet unter dem rasanten Anstieg der Kerosinpreise um 70 %%,  erklärte Willie Walsh. „Ein Teil der Mehrkosten lässt sich zwar durch Preisanpassungen und Effizienzsteigerungen auffangen, doch dies reicht nicht aus, um die Rentabilität auf dem Niveau des Vorjahres zu halten.“

Grundlagen der IATA-Prognose. Die neue Gewinnprognose basiert auf einem für 2026 erwarteten Umsatzwachstum von 9,4 % gegenüber dem Vorjahr auf fast 1,2 Billionen US-Dollar, dem jedoch ein Kostenanstieg um 13 % auf mehr als 1,1 Billionen US-Dollar gegenübersteht. Daraus ergibt sich eine Nettogewinnmarge von 2 % – ​​ein Rückgang gegenüber der ursprünglichen Prognose von 3,9 %. Dies entspricht laut IATA einem Gewinn von rund 4,50 US-Dollar pro abfliegendem Passagier; das ist die Hälfte des für 2025 geschätzten Werts von 9,10 US-Dollar.

Die Treibstoffkosten werden im laufenden Jahr 2026 voraussichtlich um fast 40 % gegenüber dem Vorjahr auf 350 Mrd. USD steigen; diese Prognose basiert auf einem durchschnittlichen Preis für Brent-Rohöl von 95 US-Dollar pro Barrel (gegenüber 69 US-Dollar im Jahr 2025). Der Preis für Flugkraftstoff wird im Durchschnitt voraussichtlich 152 US-Dollar pro Barrel betragen – ein Anstieg gegenüber 90 US-Dollar im Jahr 2025. Die IATA rechnet zudem mit einem Anstieg der Kosten ohne Treibstoff um 4 % auf 767 Mrd. USD, wobei die Personalkosten den größten Anteil ausmachen.

Die Auslastung der Passagierkabinen soll 2026 mit 84 % „weiterhin Rekordwerte erreichen“ (nach 83,5 % 2025), während das Passagieraufkommen voraussichtlich auf 5,1 Mrd. steigen wird – ein Zuwachs von 2,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Nach Einschätzung der IATA werden sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen für die Branche im Jahr 2026 verschlechtern: Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts soll von 3,4 % (2025) auf 2,5 % zurückgehen, die Inflationsrate von 4,1 % auf 5 % steigen und das Wachstum des Welthandels von 4,6 % auf 1,9 % sinken.

Die Einnahmen aus dem Passagiergeschäft werden 2026 voraussichtlich 839 Mrd. USD erreichen, was einem Anstieg von 9,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Da dieser Anstieg das erwartete Nachfragewachstum von 2,1 % – ​​gemessen in Erlösen pro Kilometer – übersteigt, steigen die Flugpreise, um einen Teil der Kosten des Ölpreisschocks auszugleichen“, so die IATA.

Es wird erwartet, dass die Einnahmen aus Zusatzleistungen und sonstigen Quellen im Jahresvergleich um 12,6 % auf 165 Mrd. USD steigen. „Zum ersten Mal seit 2019 werden die Einnahmen aus Zusatzleistungen einen größeren Anteil am Gesamtumsatz ausmachen als die Luftfracht“, so die IATA, die für das Frachtgeschäft Einnahmen in Höhe von 162 Mrd. USD prognostiziert.

Zu den weiteren Faktoren, die die IATA für die Ergebnisse der Luftfahrtbranche als relevant erachtet, gehören anhaltende Herausforderungen in der Lieferkette, wahlbedingte Unsicherheiten, Stagflation sowie infrastrukturelle Engpässe.

Regionale Highlights

Nordamerika: Die IATA prognostiziert für die Region einen Nettogewinn von 9,4 Mrd. USD im Jahr 2026 (nach geschätzten 12,4 Mrd. USD im Jahr 2025), während die Nettomargen voraussichtlich von 3,5 auf 2,5 % sinken werden. Der Gewinn pro Passagier wird auf 8,10 US-Dollar geschätzt, verglichen mit 10,80 USD in 2025. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 0,8 % steigen, bei einem erwarteten Kapazitätswachstum von 0,3 %. Da nordamerikanische Fluggesellschaften weitgehend auf die Absicherung von Treibstoffpreisen (Hedging) verzichten, setzen sie laut IATA auf „unmittelbare Preisanpassungen“, um steigende Kosten zu decken. Netzwerk-Fluggesellschaften sind besser als Billigfluggesellschaften in der Lage, einer Marktschwäche zu begegnen, da Letzteren „nennenswerte“ Premium-Angebote fehlen; dies schränkt ihre Möglichkeiten ein, Kostendruck durch Upselling und Tarifsegmentierung auszugleichen. Dennoch verzeichnete die Region in den letzten Jahren eine hohe Rentabilität und ist von operativen Erschütterungen im Nahen Osten weitgehend unbeeinflusst geblieben.

Europa: Die IATA prognostiziert für europäische Fluggesellschaften einen Nettogewinn von 9,6 Mrd. USD in 2026 (nach geschätzten 13 Mrd. USD in 2025); die Nettomarge soll 2026 bei 3,1 % liegen, verglichen mit 4,5 % im Vorjahr. Der Gewinn pro Passagier dürfte von 10,30 USD auf 7,50 USD zurückgehen. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 2,8 % steigen, während für die Kapazität ein Zuwachs von 1,3 % erwartet wird. Laut IATA stehen europäische Fluggesellschaften aufgrund gestiegener Treibstoffpreise unter „erheblichem Kostendruck“. Dieser Effekt wird jedoch teilweise durch Absicherungsgeschäfte (Hedging) abgefedert, die die Airlines bereits vor der Krise für durchschnittlich 70 % ihres Treibstoffbedarfs im Sommer 2026 abgeschlossen haben. Die IATA wies jedoch darauf hin, dass „die Kosten steigen werden, sobald diese Absicherungen auslaufen“. Europäische Fluggesellschaften hätten zudem von „einigen Verkehrszuwächsen“ durch die Einführung von Direktflügen zwischen Europa und Asien profitiert, nachdem das Flugangebot über Drehkreuze im Nahen Osten reduziert worden war, so die IATA. Allerdings meldete der Flughafenverband ACI Europe vergangene Woche einen Rückgang des gesamten europäischen Flugverkehrs im Monat April. Die IATA kritisierte zudem „belastende“ Vorschriften, die sich auf die Fluggesellschaften in Europa auswirken – darunter EU- und britische Vorgaben zur Verwendung alternativer Flugkraftstoffe sowie „erhöhte“ Gebühren für Flughäfen und Flugsicherungsdienste. Walsh kritisierte die europäischen Regierungen dafür, dass sie zwar verbindliche Vorgaben durchsetzten, es jedoch versäumten, Anreize für die Produktion von sogenannten „nachhaltigen“ Flugkraftstoffen (SAF) zu schaffen. „Leider haben die meisten Regierungen bei diesen Vorgaben den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht: Sie haben die Preise in die Höhe getrieben, aber kein Angebot geschaffen“, so Walsh. Offenbar unbeeindruckt von diesen Entwicklungen haben die Regierungen über die ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) ein Ziel zur Emissionsreduzierung um 5 % bis 2030 mittels SAF (nachhaltiger Flugkraftstoffe) festgelegt. Klar ausgedrückt: Es gibt keinen Weg, dieses Ziel zu erreichen. Es besteht zwar noch Hoffnung, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen – doch diese schwindet rapide.“ Die jüngste Prognose der IATA sieht für europäische Fluggesellschaften in diesem Jahr einen Nettogewinn von 9,6 Mrd. USD vor – ein Rückgang gegenüber den 13 Mrd. USD des Jahres 2025; die Nettogewinnmarge dürfte im selben Zeitraum von 4,5 % auf 3,1 % sinken. Die Passagiernachfrage bei europäischen Fluggesellschaften soll im Jahr 2026 – gemessen in verkauften Passagierkilometern (RPKs) – im Jahresvergleich um 2,8 % steigen, während die Kapazität um 1,3 % zunimmt. 

Asien-Pazifik: Die Prognose für Fluggesellschaften im Raum Asien-Pazifik sieht für 2026 einen Nettogewinn von 6,6 Mrd. USD vor – ein Rückgang gegenüber den 9,8 Mrd. USD des Vorjahres; die Nettomarge soll 2,1 % betragen, verglichen mit 3,5 % im Jahr 2025. Der Gewinn pro Passagier dürfte von 5,30 auf 3,40 USD sinken. Die Nachfrage nach Flugreisen soll im Jahresvergleich um 5,1 % steigen, während die Kapazität im selben Zeitraum um 3,6 % zunehmen dürfte. Laut IATA ist die Region stark von Rohölimporten aus der Golfregion abhängig; dies kann zu einem überproportionalen Druck auf die Raffinerien führen und sowohl Engpässe als auch Preissteigerungen bei Flugkraftstoff verursachen. Allerdings haben Störungen an Drehkreuzen im Nahen Osten dazu geführt, dass einige Fluggesellschaften im Raum Asien-Pazifik von veränderten Verkehrsströmen infolge des Nahostkonflikts profitieren – insbesondere auf den Routen zwischen Europa und Asien.

Naher Osten: Die IATA prognostiziert für 2026 einen Nettoverlust von 4,3 Mrd. USD, dem ein geschätzter Gewinn von 7,2 Mrd. USD im Jahr 2025 gegenübersteht. Die Nettomarge wird für 2026 bei minus 6,1 % erwartet, verglichen mit 9,4 % im Jahr 2025. Für die Fluggesellschaften der Region wird ein Verlust von 21,40 USD pro Passagier prognostiziert, während im Vorjahr noch ein Gewinn von 31,50 USD pro Passagier erzielt wurde. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 11,4 % zurückgehen, bei einem gleichzeitigen Kapazitätsabbau von 4,4 %. Der Wegfall von Umsteigeverkehr „belastet die Auslastung und erhöht die Stückkosten“, so die IATA. Bestimmte strukturelle Faktoren stärken die Widerstandsfähigkeit der Region, darunter ein günstiges Steuerumfeld, ein relativ sicherer Zugang zur Kraftstoffversorgung und eine vergleichsweise geringe Verschuldung. Die Erholung im Nahen Osten dürfte eher durch die Preisgestaltung als durch eine rasche Rückkehr des Passagiervolumens vorangetrieben werden.

Afrika: Obwohl die Region „das stärkste Verkehrswachstum verzeichnet, da Routen verlagert werden, um den Nahen Osten zu umgehen“, dürfte die Rentabilität aufgrund kostenseitiger Anfälligkeiten – insbesondere bei den Treibstoffkosten – nachlassen. Die IATA prognostiziert für 2026 einen Nettogewinn von 100 Mio. USD (gegenüber geschätzten 300 Mio. USD im Jahr 2025) bei einer Nettomarge von 0,2 % (im Vergleich zu 1,6 % im Vorjahr). Der Gewinn pro Passagier dürfte von 2,10 USD auf 0,40 USD sinken. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 10 % steigen, während für die Kapazität ein Zuwachs von 7,7 % erwartet wird.

Lateinamerika: Der durch die Energiekrise verursachte „Abwärtsdruck“ auf mehrere Währungen der Region wird deren wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr beeinflussen. Die IATA prognostiziert für 2026 einen Nettogewinn von 1,2 Mrd. USD (nach geschätzten 1,9 Mrd. USD im Jahr 2025) bei einer Nettomarge von 2,1 % (gegenüber 3,8 % im Vorjahr). Der Gewinn pro Passagier dürfte von 5,90 USD  auf 3,50 USD zurückgehen. Für die Nachfrage wird ein Anstieg von 5 % im Jahresvergleich erwartet, bei einem Kapazitätszuwachs von 3,3 %. „Die Nachfragebedingungen in Lateinamerika reagieren empfindlicher als in anderen Regionen; dies spiegelt das niedrigere Einkommensniveau sowie den geringeren Anteil von Geschäftsreisen an der Gesamtnachfrage im Luftverkehr wider“, so die IATA. Quelle: IATA / CM

Emirates und BER wollen, Fraport und FMG blockieren

Die Fluggesellschaft Emirates wäre bereit, tägliche Linienflüge nach Berlin und Stuttgart aufzunehmen, und dafür jährlich über 100 Mio. Euro für Betriebs- und Personalkosten, Flughafengebühren, Treibstoff und sonstige Aufwendungen bereitzustellen, vorbehaltlich der Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium. Doch die Bundesregierung stellt sich stur. Und das hat seinen Grund: Die beiden größten Airports Deutschlands, Frankfurt und München wehren sich mit Händen und Füßen gegen Emirates-Flugverbindungen zum Hauptstadt-Flughafen BER. 

Berlin ist das politische Zentrum der größten Volkswirtschaft Europas. Die Stadt mit 3,9 Mio. Einwohnern beherbergt ein florierendes Start-up-Ökosystem, eine gut etablierte diplomatische Gemeinschaft und eine Kulturszene, die jährlich Millionen von Besuchern anzieht. Gleichzeitig hat die Langstreckenanbindung nicht mit den starken internationalen Ambitionen der Stadt Schritt gehalten. Tatsächlich entfallen über 85 % der internationalen Verbindungen des Flughafens Berlin Brandenburg laut OAG-Flugplandaten auf Ziele innerhalb Europas. 

Ein Emirates A380 landete am BER, allerdings nur zur ILA Foto: Privat

Stuttgart hat eine vergleichbare Lücke bei Langstreckenverbindungen. Der Wirtschaftsmotor Baden-Württembergs, eines der exportstärksten Bundesländer Deutschlands, ist nach wie vor unterversorgt, wenn es um Langstreckenflugverbindungen geht, auf die Hersteller, Zulieferer und Handelspartner angewiesen sind.

Das Bundesverkehrsministerium will angeblich, wenn überhaupt, nur zwei Emirates-Langstreckenverbindungen pro Woche von Dubai nach Berlin gestatten. Dass sich Fraport und die FMG quer stellen, hat einzig und allein mit der Angst vor erstarkender Konkurrenz durch den BER zu tun. Und insbesondere der Lufthansa ginge eine Spule leer. Denn die verlöre Passagiere aus Berlin und Umland von und nach den VAE; denn die sind aktuell gezwungen über Frankfurt oder München zu fliegen. 

Sir Tim Clark, President Emirates Airline: „Emirates ist bereit, Berlin und Stuttgart täglich mit Großraumflugzeugen anzubinden und beide Städte mit unserem umfangreichen Streckennetz zu verbinden, begleitet mit erheblichen Investitionen. Dies sind zwei der wichtigsten Wirtschaftszentren Deutschlands, doch beide sind nach wie vor unterversorgt an Langstreckenverbindungen. Deutsche Unternehmen haben uns mitgeteilt, dass sie diese benötigen, die Berliner Industrie- und Handelskammer hat diese gefordert, unsere eigenen Daten bestätigen, dass die Nachfrage vorhanden ist, und es wird prognostiziert, dass die Flüge voll sein werden. Emirates verbindet Deutschland bereits mit 50 Zielen in Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten, Südostasien und Australasien, die von keiner deutschen Fluggesellschaft bedient werden. Diese Ziele sind von Bedeutung für deutsche Exporteure, Tourismusanbieter und Millionen von Reisenden, die mehr Auswahl und bessere Verbindungen suchen. Alles worum wir bitten, ist die Möglichkeit, Berlin und Stuttgart und deren Gemeinschaften anzubinden.  Wir möchten konstruktiv mit den deutschen Behörden zusammenarbeiten, um dies zu verwirklichen und von Beginn unseres Flugbetriebs an für beide Metropolregionen spürbare Vorteile zu erzielen.“ 

Wirtschaftliche Auswirkungen und Schaffung von Arbeitsplätzen. Die neuen Emirates-Verbindungen zu beiden Städten würden Hunderte neuer Arbeitsplätze schaffen. Eine Studie de Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus dem Jahr 2012 schätzte, dass ein täglicher Emirates-Flug nach Berlin und Stuttgart fast 1.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen würde. Diese Zahl gilt auch heute noch weitgehend. 

Neben einer verbesserten Auswahl für Passagiere würde auch die lokale Frachtanbindung von Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg einen Schub erhalten. Ein täglicher Emirates-Flug mit einem Großraumflugzeug des Typs Boeing 777-300ER würde über 280 Tonnen Unterdeckfrachtkapazität pro Woche bieten und damit einen wichtigen neuen Kanal für zeitkritische Importe und Exporte schaffen, darunter pharmazeutische Produkte, elektrische Geräte, Maschinen und Komponenten für die Transporttechnik.

Dubai: Ein Tor für ergänzende Verbindungen. Von den 2,36 Mio. Passagieren, die Emirates im Jahr 2025 auf Flügen von und nach Deutschland beförderte, reisten 40 %  zwischen Dubai und Deutschland, während 60 % Weiterreisende waren. Dies unterstreicht die doppelte Rolle Dubais als Premium-Reiseziel, wachsender Quellmarkt und globaler Transferknotenpunkt. Wenn tägliche Flüge nach Berlin und Stuttgart genehmigt würden, könnte Emirates Reisenden und Unternehmen in diesen Städten und Regionen bequeme Verbindungen mit nur einem Zwischenstopp anbieten. 

Im Jahr 2025 gehörten Australien, Indonesien, Sri Lanka und Vietnam zu den wichtigsten Zielmärkten von Emirates von und nach Deutschland. Keines dieser Ziele wird von deutschen Fluggesellschaften von Frankfurt oder München aus angeflogen. Die Ausweitung dieser Verbindungen auf Berlin und Stuttgart würde die bestehenden Strecken nicht kannibalisieren, sondern vielmehr eine seit langem bestehende Lücke schließen.

Eine One-Stop-Verbindung mit Emirates über Dubai würde eine nahtlosere Reise mit einem einheitlichen Bordprodukt in einer Vier-Kabinen-Konfiguration bieten und eine deutliche Verbesserung gegenüber den derzeit verfügbaren Alternativen mit mehreren Umstiegen in Schmalrumpfflugzeugen deutscher Fluggesellschaften darstellen. Für Berlin würde Emirates jedem Reisenden etwas bieten, darunter die vielfach ausgezeichnete Premium-Economy-Class mit mehr Komfort sowie eine First Class mit abgeschlossenen Privatsuiten und persönlichem Service, die in der Branche nach wie vor unübertroffen ist. 

Die Berliner Wirtschaft hat bereits deutlich gemacht, dass ein solcher Liniendienst dringend benötigt wird. Im Jahr 2023 veröffentlichte die Industrie- und Handelskammer Berlin eine Umfrage, in der 75 % der Befragten das Langstreckenangebot in Berlin als mangelhaft oder unzureichend bezeichneten. Dubai wurde als oberste Priorität für Verbindungen genannt, die dringend ausgebaut werden müssen, sowohl als Zielort als auch als Umsteige-Hub. Derzeit werden Berlin und Stuttgart ausschließlich mit Schmalrumpfflugzeugen mit begrenzten Bordausstattungen und nur saisonal direkt mit Dubai verbunden. Ein täglicher Emirates-Flug mit einer Boeing 777 würde nicht nur hinsichtlich des Flugerlebnisses und des Passagierkomforts, sondern auch hinsichtlich der Frachtkapazität eine deutliche Verbesserung bedeuten.

Erschließung eines hochwertigen Incoming-Tourismus nach Deutschland. Deutschland verzeichnete im Jahr 2024 fast 1,2 Mio. Übernachtungen von Besuchern aus der GCC-Region, ein wertvolles Tourismussegment, das länger bleibt, mehr ausgibt und einen direkten und positiven Einfluss auf die Tourismuseinnahmen hat. GCC-Besucher trugen allein im Jahr 2024 schätzungsweise 2,3 Mr. Euro zur deutschen Wirtschaft bei. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) geht davon aus, dass die Zahl der Gäste aus den GCC-Staaten bis zum Ende des Jahrzehnts auf 3 Mio. pro Jahr steigen wird. Direktflüge von Emirates würden Berlin und Stuttgart für Besucher aus den GCC-Staaten fest auf der Landkarte positionieren und ein Tourismussegment mit enormem Wachstumspotenzial erschließen, indem sie beide Städte mit Gästen verbinden, die derzeit Reiseziele wählen, die direkt mit Großraumflugzeugen angeflogen werden.

Ausblick. Die wirtschaftlichen Argumente liegen auf der Hand. Tägliche Emirates-Flüge nach Berlin und Stuttgart würden Hunderte Arbeitsplätze schaffen, Handelsbeziehungen stärken, bisher unterversorgte Reiseziele erschließen und hochwertigen Tourismus anziehen. Emirates ist überzeugt, dass diese Flüge das bestehende Luftverkehrssystem in Deutschland ergänzen und Reisenden und Unternehmen mehr Auswahl und Wettbewerb auf den Strecken bieten würden, auf denen dies am dringendsten benötigt wird. Die Fluggesellschaft ist weiterhin entschlossen, konstruktiv mit der deutschen Bundesregierung zusammenzuarbeiten, und freut sich auf die Gelegenheit, Berlin und Stuttgart die Vorteile einer Langstreckenanbindung zu bieten. Quelle: Emirates / Bundesverkehrsministerium / CM

eSIM am BER jetzt direkt buchbar

Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) erweitert sein digitales Serviceangebot: Ab sofort können Passagiere über die Kanäle des Flughafens unkompliziert eine eSIM für ihre Auslandsreise buchen. Gemeinsam mit dem eSIM-Anbieter Airalo wird die mobile Internetnutzung im Nicht-EU-Ausland deutlich einfacher.

Die Buchung ist nahtlos in die Planung des Passagiers integriert – gebucht werden kann die eSIM bereits vor Beginn der Reise über die BER-Website oder in der BER App. Reisende können ihre eSIM in wenigen Schritten aktivieren und sind direkt nach der Landung online, ohne SIM-Karten-Wechsel oder Roamingkosten. 

Geschäftsresende, die im Ausland unterwegs sind, kennen das Problem: Mitunter hohe Roamingkosten, der umständliche Kauf einer lokalen SIM Karte oder unsichere, langsame WLAN-Verbindungen machen es oft schwierig, jederzeit online zu sein. Gerade nach der Landung möchte man sofort navigieren, Nachrichten schreiben oder wichtige Informationen abrufen – ohne Aufwand und ohne versteckte Kosten. Mit der BER eSIM gehört das der Vergangenheit an. 

Preisbeispiel USA: 30 Tage, 20 GB, € 33,00. 2 GB und 15 Tage € 6,50. Preisbeispiel UK: 7 Tage, 1 GB, € 4,00. 3 GB und 30 Tage € 8,50. Quelle: BER / CM

Neuer Q7: Zeichen der Zeit nicht erkannt

Bei Audi scheint man die Zeichen der Zeit nicht verstanden zu haben. Warum noch ein Q7 der dritten Generation mit Antrieben von Vorgestern? Und wer bitteschön soll das Riesenteil kaufen oder leasen, zumal Dieselkraftstoffe alles andere als en vogue sind, sündhaft teuer werden und irgendwie aus der Zeit gefallen sind.

Mag sein, dass der neue Q7 bei Raumgefühl, Fahrdynamik, Komfort und Technologie (außer den Antrieben) richtungsweisend ist. Auch das Exterieurdesign ist ganz ordentlich. Als wahlweise fünf-, sechs- oder siebensitzige Konfiguration bietet der Q7 maximale Variabilität und Alltagstauglichkeit. Mit seinem großzügigen Innenraum inklusive Panorama-Schiebedach mit schaltbarer Transparenz und Lichtinszenierung will der Wagen seine Passagiere begeistern.

Dn neuen Audi Q7 gibt es nur mit zu vergessender Altantriebstechnologie. Foto: Audi

Als vollkommen daneben aber meinen wir, dass es den Q7 nur Alttechnologie ohne Zukunft geben wird, sprich, Antrieb durch einem 3,0-Liter-V6-Dieselmotor mit wahlweise 220 kW (299 PS) oder 180 kW (245 PS) mit MHEV plus-Technologie inklusive Triebstranggenerator, der den Antrieb temporär mit bis zu 18 kW (24 PS) zusätzlicher Leistung unterstützt. Ein elektrisch angetriebener Verdichter sorgt zudem für eine starke Anfahrperformance. 

Unverwechselbar ist die Präsenz des neuen Q7 auf der Straße. Dafür sorgen seine repräsentativen Proportionen, die hohe Schulterlinie und die prägnante Front mit markentypischem Singleframe.

Im Interieur erwartet die Passagiere ein großzügiges Raumangebot. Serienmäßig bietet der Q7 fünf Sitzplätze, optional stehen erstmalig auch zwei Einzelsitze in der zweiten Sitzreihe zur Verfügung. Gemeinsam mit den zwei Plätzen in der dritten Sitzreihe verwandeln sie den Q7 in einen Sechssitzer – und unterstreichen so nochmals denBusiness-Charakter und Langstreckenkomfort des Modells. Weiterhin steht optional die siebensitzige Konfiguration zur Wahl. Sie bietet die Möglichkeit, drei Kindersitze zu montieren. Alle Sitze lassen sich elektrisch ansteuern. Ein weiteres Highlight in der höchsten Ausstattungsvariante: das große Panorama-Schiebedach mit schaltbarer Transparenz und Lichtinszenierung. 

Ablageflächen in den Türen sowie in der neuen Mittelkonsole erhöhen die Praktikabilität. Die neue Mittelkonsole zeichnet sich durch großzügige Dekorflächen aus. Sie bietet Raum für kabelloses Laden von zwei Mobiltelefonen nach Qi2.2-Standard und Platz für sehr große Getränkebecher. Das Kofferraumvolumen beträgt beim Fünfsitzer bis zu 806 Liter. Bei umgeklappter zweiter Sitzreihe wächst der Stauraum auf bis zu 2.075 Liter an. Der Siebensitzer bietet bis zu 722 Liter Gepäckraum hinter der zweiten Sitzreihe und 1.980 Liter maximales Volumen hinter der ersten Sitzreihe.

Licht spielt beim Auftritt des neuen Q7 eine besondere Rolle. Hinter den optionalen digitalen Matrix LED-Scheinwerfern mit Mikro LED-Modul steckt eine Technologie, die dank der direkten Projektion hochaufgelöster Lichtbilder zahlreiche Möglichkeiten der adaptiven Lichtverteilung und Lichtassistenz eröffnet. Am Heck finden sich die digitalen OLED-Heckleuchten der 3. Generation mit Kommunikationslicht und aktiver digitaler Lichtsignatur. 

Wichtige Informationen der Assistenzsysteme werden im direkten Blickfeld vor dem Fahrzeug angezeigt – beispielsweise mit dem Spur- oder Orientierungslicht. Ein Novum ist das erweiterte Blinklicht: Synchron zum dynamischen Blinker wird es in Front und am Heck bei Nacht stilisiert auf den Boden abgebildet. Das weist andere Verkehrsteilnehmende, etwa Radfahrende, frühzeitig auf einen Spurwechsel oder einen Abbiegevorgang hin. Zudem verfügt das Modell über viele Fahrassistenzfunktionen incl.  Trainiertes Parken.  

Das serienmäßige Stahlfederfahrwerk sorgt für ein gehobenes Fahrerlebnis. Auf Wunsch machen die Luftfederfahrwerke adaptive air suspension oder adaptive air suspension sport mit geregelter Dämpfung den Q7 noch agiler. 

Der neue Q7 wird in Bratislava gebaut – ebenso wie die beiden Vorgängergenerationen. Im September erfolgt der Marktstart. 

CM-Meinung: Der neue Q7 ist nur etwas für Menschen, die vom Thema Klima und Umwelt noch nichts gehört haben. Quelle: Audi / CM 

Komfortabel Dostos für Züge im Raum Seattle

Das US-Bahnunternehmen Sound Transit, das u.a. die S-Linie im Bundesstaat Washington im Raum Seattle aktiv ist, hat neue Sounder-Doppelstock-Reisewaggons von Alstom in Betrieb. genommen. Sie sollen dazu beitragen, den Sommerandrang bei Fußball- und Baseballspielen in Griff zu bekommen.

Die Waggons sind Teil einer vom Sound Transit-Vorstand im Jahr 2020 genehmigten Bestellung von insgesamt 11 Wagen, bestehend aus drei Steuerwagen und axht normalen Reisezugwagen. Die Waggons wurden von Alstom USA im Rahmen eines Auftrags im Wert von 46,5 Mio. USD (40 Mio. Euro) hergestellt. Fahrgäste kommen ab sofort in den Genuss der hochkomfortablen Wagen als Teil des Zuges 1507, der in Seattle um 14:25 Uhr von der King Street Station startet und als Zug 1520 um 15:52 Uhr von Lakewood nach Seattle zurückkehert.

Die neuen Wagen verfügen im Vergleich zur aktuellen Flotte über USB- und Steckdosen an jedem Sitzplatz, mehr Sitze im Theaterstil, zusätzlichen Beinfreiheit bei einigen Sitzen und ein neues Fahrradträger-Design. Darüber hinaus sind alle angeschafften Wagen mit den neuesten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die als Crash Energy Management (CEM) bekannt sind. 

Sound Transit hat sich für den Kauf der neuen Wagen mit mit der kalifornischen San Joaquin Regional Rail Commission und dem North County Transit District zusammengetan, um durch eine größere Bestellung den Stückpreis für jeden Wagen zu senken. 

Der Sounder-S-Line-Zugverkehr von Sound Transit bietet den Einwohnern von Pierce County und South King County unter der Woche sowie bei ausgewählten Sonderveranstaltungen am Wochenende eine zuverlässige, verkehrsfreie Verbindung von und nach Seattle. Die Sounder-N-Line bietet dasselbe von Everett nach Seattle mit Haltestellen in Mukilteo und Edmonds. Quelle Sound Transit / CM

Im Raum Seattle sind neuartige hoch komfotablöe Doppelstockzüge unterwegs. Foto: Alstom USA

Business-Events zukunftsfähig machen

Wie wählen Veranstalter künftig Destinationen, Locations und Dienstleister aus – und welche Kriterien gewinnen dabei an Bedeutung? Mit dieser Frage befasst sich das Research Centre for Future Meeting Studies (rcfms), eine Initiative des GCB German Convention Bureau und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Ziel der Forschung ist es, Auswahlprozesse für Business Events transparenter, vergleichbarer und belastbarer zu machen.

Gemeinsam mit einem Partner-Netzwerk aus Wirtschaft, Verbänden, Agenturen, Destinationen, Locations und Technologie untersucht das rcfms, wie sich Entscheidungsprozesse unter dem Einfluss von steigender Komplexität, neuen Nachhaltigkeitsanforderungen, technologischer Entwicklung und angepassten Erwartungen der Teilnehmenden verändern. Auch aktuelle geopolitische Entwicklungen sowie Erwägungen im Zusammenhang mit Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sind Faktoren, die im Kontext der Forschung berücksichtigt werden.

Business-Events soll zukunftsfähig werden. Rendering GCB

Partner wie Bayer, Roche, SAP, Siemens, das Deutsche Zentrum für Luft‑ und Raumfahrt (DLR), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), das Centre for Convening Minds, DER BUSINESS Solutions sowie die Agenturen makeBelieve und MCI Deutschland helfen dabei, reale Entscheidungslogiken, Zielkonflikte und Priorisierungen sichtbar zu machen. 

Destinationen erhalten durch die rcfms-Forschung Erkenntnisse darüber, welche Standortfaktoren künftig entscheidungsrelevant sind. Gemeinsam mit Partnern wie den Convention Bureaus aus Berlin, Bonn/Rhein‑Sieg/Ahrweiler, Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Görlitz, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Leipzig und Ludwigsburg, den Landestourismusorganisationen aus Baden-Württemberg und Bayern sowie dem Luxembourg Convention Bureau untersucht das rcfms, wie Destinationen ihr Profil im Auswahlprozess klarer, vergleichbarer und wirksamer positionieren können.

gewinnen Orientierung darüber, welche Anforderungen Veranstalter – d.h. ihre Kunden – künftig an Veranstaltungsorte stellen. Messegesellschaften und Locations wie Deutsche Messe, Hamburg Messe und Congress, Messe Berlin, Messe Frankfurt, Messe München, Messe Essen, NürnbergMesse, Messe Erfurt, H World International, der Heilbronn Bildungscampus sowie das Wissenschafts‑ und Kongresszentrum Darmstadt bringen ihre Praxiserfahrung ein. Ergänzt wird diese Perspektive durch den Europäischen Verband der Veranstaltung-Centren EVVC. Die Forschungsergebnisse werden dazu beitragen können, Entscheidungen über Investitionen, künftige Angebote und die Differenzierung im Markt zu treffen.

Mit Cventist zudem ein zentraler Technologiepartner in das Research Centre eingebunden, um etwa die Rolle von Plattformen, Datenverfügbarkeit und der Vergleichbarkeit von Angeboten im Auswahlprozess der Zukunft zu analysieren.

Durch die Bündelung all dieser Perspektiven entsteht ein ganzheitliches Bild der zukünftigen Auswahlmechanismen im Business‑Event‑Ökosystem. „Während sich traditionelle Geschäftsreisen laut jüngsten Erkenntnissen von IPK International rückläufig entwickeln, bleiben anlassbezogene Reisen zu Business Events stabil“, denkt Matthias Schultze, Managing Director des GCB. „In diesem dynamischen und insgesamt anspruchsvollen Umfeld ist es für den Tagungs- und Kongressstandort Deutschland umso bedeutender, die eigenen Angebote strategisch und evidenzbasiert zu positionieren.“ Dr. Stefan Rief, Leiter des Forschungsbereichs Organisationsentwicklung und Arbeitsgestaltung am Fraunhofer IAO: „Gleichzeitig helfen die Ergebnisse Veranstaltern, in einer von geopolitischen Herausforderungen geprägten Welt passende Veranstaltungsorte zu identifizieren. Die Forschung unterstützt somit letztlich alle Stakeholder dabei, fundierte und datenbasierte Entscheidungen zu treffen und somit ihre Rolle im Markt zukunftsfähig auszurichten.“ Quelle: GCB / CM

Fraport saniert Terminal 2

Flughafenbetreiber Fraport hat das Terminal 2 am Rhein-Main-Airport  planmäßig aus dem Passagierbetrieb genommen. Hintergrund ist eine umfassende technische Sanierung und Modernisierung des 1994 eröffneten Flugabfertigungstrakts. Das modernisierte Terminal 2 soll künftig ein zentraler Baustein des künftigen Hub-Systems sein – mit modernen Abläufen, hoher Flexibilität und einem deutlich verbesserten Reiseerlebnis für die Gäste. 

Das Terminal 2 am Frankfurter Flughafen wird frühestens Mitte der 2030er Jahre wieder in Betrieb gehen. Foto: Fraport

Bisher konnten entsprechende Maßnahmen nur im laufenden Betrieb umgesetzt werden. Nach der kürzlichen Eröffnung von Terminal 3 und den dadurch zur Verfügung stehenden zusätzlichen Kapazitäten ist jetzt der ideale zeitliche Rahmen für eine grundlegende und effiziente Erneuerung. Durch die vorübergehende Terminal-Schließung schafft der Flughafenbetreiber die Voraussetzung, die Infrastruktur des Airports maßgeblich weiterzuentwickeln.  

Alle bislang im Terminal 2 ansässigen Fluggesellschaften sind vor der Schließung schrittweise in das neue Terminal 3 umgezogen. Einzelne, wichtige Infrastrukturbereiche wie Vorfeldpositionen, die Gepäckförderanlage, die Tiefgarage und die Sky Line-Station bleiben in Betrieb. Die Anbindung zwischen den Terminals bleibt weiterhin bestehen.  

Die Modernisierung umfasst die vollständige Erneuerung zentraler sicherheitsrelevanter Systeme und die technische Gebäudeausstattung, darunter Brandmelde- und Entrauchungsanlagen, Energie- und Klimatechnik sowie die Gebäudeautomation. Parallel dazu werden wesentliche Bereiche der bestehenden Infrastruktur überarbeitet, etwa Förderanlagen wie Aufzüge und Fahrtreppen sowie Sanitär- und Büroflächen. 

Die Fraport AG nutzt die Gelegenheit, funktionale Abläufe im Terminal neu zu strukturieren und an zukünftige Anforderungen eines internationalen Drehkreuzes anzupassen. Dazu gehören u.a. optimierte Sicherheitsprozesse durch die Zentralisierung der Sicherheitskontrollen, eine effizientere Passagierführung sowie eine flexiblere Nutzung der Retail-Flächen für unterschiedliche Verkehrsströme. Insgesamt plant die Fraport AG, rund 1,5 Mrd. Euro in das Gesamtprojekt zu investieren.      

Zunächst finden vorbereitende Maßnahmen für die Sanierung statt. Für die detaillierte Bauplanung ist ein Zeitraum von gut drei Jahren beabsichtigt. Der Start der Hauptbaumaßnahmen ist für das Jahr 2030 angesetzt. Die Wiederinbetriebnahme von Terminal 2 mit einer Kapazität von mehr als 10 Mio. Fluggästen pro Jahr soll Mitte der 2030er Jahre stattfinden. Quelle: Fraport / CM

AIR France-KLM interessiert an Übernahme von EasyJet

Der Kanadier Ben Smith, seines Zeichens Chef von Air-France-KLM, ist offen für Zusammenarbeit mit der US-Investmentfirma Castlelake in Sachen Übernahme des britischen Billigfliegers EasyJet. Angesichts der Auswirkungen, die der starke Anstieg der Ölpreise in den letzten Monaten auf den Aktienkurs von EasyJet hatte, könnte der Zeitpunkt für Castlelake kaum günstiger sein. 

Am Rande der Jahreshauptversammlung des Weltluftfahrtverbands IATA in Brasilien stellte Ben Smith klar, dass die Air-France-KLM-Gruppe zwar derzeit keine aktiven Gespräche führe, er aber „absolut“ bereit wäre, einen Anruf von Castlelake (ein weltweit tätiges Unternehmen für alternative Investments mit einem verwalteten Vermögen von rund 38 Milliarden US-Dollar, Hauptsitz Minneapolis)) bezüglich eines möglichen gemeinsamen Angebots zur Übernahme von EasyJet entgegenzunehmen. 

Die US-Investmentfirma Castlelake hatte Ende Mai 2026 erstmals ihr Interesse an einer Übernahme von EasyJet bekundet und mitgeteilt, man befinde sich in einem frühen Stadium der Prüfung eines möglichen Angebots für die Fluggesellschaft – auch wenn man zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal an den Verwaltungsrat von EasyJet herangetreten war. Castlelake hält derzeit EasyJet-Anteile im Umfang von rund 2,14 % des Unternehmens. Sollte die Firma ein Übernahmeangebot für EasyJet unterbreiten, müsste sie mindestens 403,23 Pence pro Aktie bieten.

Der Verwaltungsrat von EasyJet reagierte auf die Nachricht mit der Erklärung, man sei zur „Maximierung des Aktionärswerts“ verpflichtet und werde jeden Vorschlag prüfen; zugleich äußerte das Gremium jedoch Bedenken hinsichtlich des „opportunistischen“ Zeitpunkts des Vorstoßes von Castlelake sowie der erheblichen regulatorischen Hürden, die es zu überwinden gälte.

Das Interesse der Amerikaner an EasyJet ist ziemlich offensichtlich: Das Unternehmen ist auf den Erwerb von Vermögenswerten spezialisiert, und EasyJet ist derzeit weniger wert als die Summe der Einzelwerte der Flugzeuge, Triebwerke und sonstigen Vermögensgegenstände, die sich im Besitz der Lowcost-Airline befinden. 

Aufgrund der europäischen Wettbewerbsvorschriften kann Castlelake jedoch keine Mehrheitsbeteiligung an EasyJet erwerben, da das Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat. Stattdessen müsste Castlelake einen Partner mit Sitz in Europa finden, wie etwa die Air France-KLM-Gruppe. Die hat bereits bei der Übernahme von SAS Scandinavian Airlines mit Castlelake zusammengearbeitet. Castlelake hatte zunächst einen Anteil von 32 % an SAS erworben und diesen später an Air France-KLM veräußert. 

Die französisch-niederländische Gruppe gilt derzeit als Spitzenkandidat bei der Übernahme von TAP Air Portugal und betreibt bereits die Billigflugmarke Transavia. Dass sich die Geschäftstätigkeit von Air France-KLM nicht mit den Märkten überschneidet, in denen EasyJet eine marktbeherrschende Stellung innehat – insbesondere in Großbritannien –, könnte das Unternehmen jedoch zu einem potenziellen Interessenten für die in Luton ansässige Fluggesellschaft machen. 

Hingegen dürften die Wettbewerbsbehörden kaum eine gemeinsame Übernahme durch Castlelake und die IAG (Muttergesellschaft von British Airways) rechtfertigen können; eine solche Transaktion würde der in Madrid ansässigen Airline-Gruppe eine marktbeherrschende Stellung in Schlüsselmärkten wie London-Gatwick verschaffen. 

Ryanair-Chef Michael O’Leary hat eine Übernahme einer Fluggesellschaftsmarke bereits ausgeschlossen, wenngleich er Interesse daran bekundet hat, Vermögenswerte von Airlines zu erwerben, die infolge hoher Treibstoffpreise in die Insolvenz geraten. Quelle: Castlelake / Air Franxce-KLM / CM
Gut möglich, dass EasyJet unter den Fittichen von Air France-KLM landet. Foto: zic

Mehr Sicherheit für fahrendes Personal von DB Regio

„Züge sollen Orte der Sicherheit und des Respekts im öffentlichen Raum sein – für Mitarbeitende und Fahrgäste“, so Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, zum aktuellen Stand der Sicherheitsmaßnahmen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn

2025 gab es allein bei der DB über 3.000 Übergriffe auf Mitarbeitende. Der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar während der Fahrausweiskontrolle ist Ausdruck dieser hemmungslosen Gewalt. Im bundesweiten Regionalverkehr gingen die körperlichen Übergriffe im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 7 %  zurück. Zugleich zeigt sich regional ein differenziertes Bild. In der Region Mitte, also in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und im nordbadischen Raum, stiegen körperliche Übergriffe beispielsweise im selben Zeitraum um 15 %. Auch dank einer Übereinkunft mit den Aufgabenträgern und Verkehrsverbünden sowie in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretungen erprobt die DB genau hier neue Sicherheitskonzepte, die schnell mehr Sicherheit für Fahrgäste und Mitarbeitende schaffen.

Dazu gehören die sogenannte 1/1-Begleitung, bei der KundenbetreuerInnen durch eine weitere Person mit Sicherheitskenntnissen begleitet werden, sowie Doppelbesetzungen im Kundenservice. „Beide Ansätze haben gezeigt, dass konflikt- und emotionsgeladene Situationen besser bewältigt werden können und bereit für den Einsatz über die Region hinaus sind. Das im RMV-Gebiet umgesetzte Pilotprojekt ‚Tandemstreife‘ hat gezeigt, dass das Einsetzen von Sicherheitsmitarbeitenden an der Seite der KundenbetreuerInnen der Schritt in die richtige Richtung ist. Das Projekt darf Ende Juni nicht enden, vielmehr ist es in die Regelorganisation zu überführen und muss unter der Federführung der EVU laufen.

Neu hinzu kommt ab Juli ein Trageversuch mit stichfesten Westen zur Erweiterung der persönliche Schutzausstattung. Zudem erweiterte DB Regio das verpflichtende Deeskalationstraining bundesweit um das Modul „Selbstbehauptung im Zug“. Auch haben sich Bodycams als wirksame Präventionsmaßnahme bewährt. Von über 500 Vorfällen, bei denen die Bodycams eingeschaltet werden mussten, kam es lediglich in einem Fall zu einem schweren Übergriff. Das Tragen der Bodycam ist für die Mitarbeitende bei DB Regio freiwillig. Alle, die eine Bodycam haben möchten, erhalten diese auch.  Aktuell wird zudem daran gearbeitet, dass künftig neben Bild- auch Ton-Aufnahmen möglich werden, wodurch sowohl die präventive Wirkung als auch die Aufklärung von Straftaten deutlich verbessert wird. 

Neben der Einführung von Tonaufzeichnungen bei Aktivierung der Bodycam und der Vernetzung von Prio-Ruf (Alarmsystem per Knopfdruck am Armband) und Bodycam, wird derzeit auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) geprüft. Künftig könnten die Aufnahmen der Kameras in den Zügen in Echtzeit an die Verkehrszentrale weitergeleitet werden. Die KI wertet die Aufnahmen dann aus und meldet Konflikte, etwa einen Streit unter Fahrgästen oder Randalierer. Im Zweifelsfall können schnell Einsatzkräfte alarmiert werden. Quelle: Deutsche Bahn & CM

Bahnstreik in Italien

In Italien ist am 111. und 12. Juni ein neuer landesweiter Streik im Schienenverkehr geplant. Betroffen sind das Personal der FS-Gruppe, von Trenitalia, Trenitalia Tper und Trenord. Der Streik erstreckt sich jedoch auch auf die Beschäftigten privater Eisenbahnunternehmen und ihrer Auftragnehmer.

Der offizielle Beginn des Ausstands ist für Donnerstag, 11. Juni 2026, um 03:00 Uhr morgens angesetzt. Die Arbeitsniederlegung wird insgesamt 23 Stunden dauern und am Freitag, 12. Juni, um 02:00 Uhr enden. Innerhalb dieses Zeitraums findet auch ein zweiter Protest von acht Stunden statt, der von 09:00 bis 17:00 Uhr geplant ist und speziell das Personal der Subunternehmer und der damit verbundenen Dienstleister betrifft.

Das letzte Wort ist jedoch noch nicht gefallen, da die Gewerkschaften vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr am 09.06.2026 um 17 Uhr zu einem Gespräch eingeladen wurden.

Die Streik-Mobilisierung wurde gemeinsam von den Branchengewerkschaften Filt-Cgil, Fit-Cisl, Uiltrasporti, Ugl Ferrovieri, Fast Confsal und Orsa Trasporti ausgerufen. Der Protest folgt auf einen heftigen Konflikt mit dem Ministerium für Infrastruktur und Verkehr über die künftigen Modalitäten der Vergabe der Intercity-Bahnverkehrsdienste. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren die Entscheidung des Ministeriums, die Ausschreibungen in drei getrennte und nicht gleichwertige Lose aufzuteilen, und drängen stattdessen auf die Wahl eines einzigen nationalen Loses, um die Integrität des Dienstes zu wahren.

Nach Ansicht der Gewerkschaften gewährleistet ein einziges Los die flächendeckende Versorgung und die Qualität des IC-Service, den Erhalt von Arbeitsplätzen und den territorialen Zusammenhalt und sichert dank eines integrierten Angebots das Recht auf Mobilität auch in Gebieten, die nicht vom Hochgeschwindigkeitsnetz abgedeckt sind. Dies wäre nicht der Fall – so die Kritik der Gewerkschaften –, wenn dieser Dienst aufgeteilt würde, was zu Lasten der Qualität, der Dienstleistungen, der Arbeitsplätze und des territorialen Zusammenhalts ginge.

Am Streiktag gelten die Garantiezeiten, in denen Zugverbindungen gewährleistet sind. Für die Nahverkehrszüge von Trenord, Trenitalia und Trenitalia Tper zwischen 06:00 und 09:00 Uhr morgens sowie zwischen 18:00 und 21:00 Uhr. Bei Trenord verkehren die Züge, die in der Liste der „garantierten Mindestdienste“ aufgeführt sind:  www.trenord.it/trenigarantiti. Für die Flughafenverbindungen werden Ersatzbusse eingesetzt. Um sicherzugehen, dass man eine Bahnreise antreten kann, ist es ratsam, stets die Websites der Bahnbetreiber zu konsultieren, auf denen die garantierten Züge aufgeführt sind. Quelle: Filt-Cgil, La Presse, Lokreport / CM