Panne beeinträchtigt Luftfahrt nach und ab Großbritannien

Eine technische Panne bei der britischen Flugsicherung hat am Dienstag (08. September 2026) den Flugverkehr in Vereinigten Königreich (UK) massiv beeinträchtigt. Nahezu Über 2.000 Flüge wurden bis jetzt gestrichen, Zehntausende Passagiere waren betroffen, so die BBC. Auch am Mittwoch müssen Reisende mit Verspätungen und Ausfällen rechnen.  

Auslöser der Probleme war eine Störung im System zur Verarbeitung von Flugdaten beim britischen Flugsicherungsdienst NATS. Das System verarbeitet u.a. Flugpläne und stellt den Fluglotsen laufend aktualisierte Informationen über die Flugbewegungen im britischen Luftraum zur Verfügung.

Nach Angaben des Luftfahrt-Analysedienstleisters Cirium wurden am Dienstag mehr als 1.750 Flüge gestrichen, am Mittwochmorgen fielen weitere 153 aus.

Nats-Unternehmenschef Martin Rolfe entschuldigte sich und kündigte eine umfassende Untersuchung an, nachdem das Unternehmen eingeräumt hatte, dass die Behebung des Problems „länger als erhofft“ gedauert habe.

Großbritanniens Außenminister Ed Miliband bezeichnete den Ausfall als „inakzeptabel“, und Verkehrsministerin Heidi Alexander hat Rolfe zu einem Gespräch einbestellt, um den Vorfall zu erläutern. Alexander wird sich heute (Mittwoch, 10. September 2026)  vor dem Unterhaus äußern; dabei wird erwartet, dass sie klarstellt, dass ein Cyberangriff nicht die Ursache der Störung war.

Fluggästen wird geraten, sich weiterhin bei ihren Fluggesellschaften über den Status ihrer Flüge zu informieren, da es voraussichtlich mehrere Tage dauern wird, bis der Flugbetrieb wieder vollständig normal läuft.

Der Flughafen Heathrow teilte mit, Passagiere sollten nur dann zum Airport anreisen, wenn ihr Flug tatsächlich stattfindet.

Da nur wenige Flugzeuge starten konnten, waren auch die Landemöglichkeiten eingeschränkt, was dazu führte, dass einige Flüge von ausländischen Flughäfen aus nicht abheben konnten.

Die Störung betraf das gesamte Vereinigte Königreich und darüber hinaus auch Flughäfen in Irland. Am übelsten traf es laut FlightRadar24 London-Heathrow, Gatwick, Manchester und Birmingham. In Heathrow, einem der verkehrsreichsten Flughäfen Europas, wurde der Abflugbetrieb am Dienstagmittag zunächst eingestellt. Der Flugverkehr wurde zwar wieder aufgenommen, kam am Nachmittag jedoch erneut ins Stocken. Berichten zufolge fehlte es am Dienstagnachmittag an Stellflächen für ankommende Maschinen, da keine Flugzeuge starteten; 13 Flüge mit Ziel Heathrow wurden zu anderen Flughäfen in Großbritannien und Festlands-Europa umgeleitet.

EasyJet strich 200 Flüge, British Airways mehr als 100. Ryanair meldete am Dienstag, dass sich die Reise von mehr als 65.000 Passagieren um bis zu acht Stunden verzögert habe. Auch mehrere Verbindungen zwischen Deutschland bzw. der  Schweiz und Großbritannien fielen der Störung zum Opfer.

Ein Sprecher von Heathrow erklärte am Mittwoch, der Betrieb erhole sich allmählich. „Der Flugbetrieb läuft heute, aber wir rechnen mit Folgewirkungen, während Flugzeuge und Besatzungen neu positioniert werden.“ Ein Sprecher des Flughafens Gatwick teilte mit: „Der Flugbetrieb ab London Gatwick ist wieder angelaufen. Wir gehen jedoch davon aus, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis sich der Betrieb vollständig normalisiert hat.“ Ein Sprecher des Belfast City Airport erklärte, der Großteil der Flüge von und zu diesem Flughafen finde planmäßig statt, doch könne es bei einer kleinen Anzahl von Flügen aufgrund von „Folgewirkungen“ zu Störungen kommen.

Zahlreiche Flugzeuge und Crews befinden sich nach den Ausfällen nicht an den vorgesehenen Standorten. Zudem hat sich an den Flughäfen ein erheblicher Rückstau gebildet.

(Geschäfts)Reisende mit Flügen von und nach Grossbritannien sollten am Mittwoch vor der Fahrt zum Flughafen unbedingt den aktuellen Status ihrer Verbindung bei der jeweiligen Airline überprüfen. Quelle: BBC / CM

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