Härtere Strafen für Angreifer auf Bahnpersonal, Rettungskräfte, Ärzte usw.

In den vergangenen Jahren haben die Angriffe auf Einsatz- und Rettungskräfte zugenommen. Ebenso auf Zugbegleiter und andere für das Gemeinwohl Tätige. Die Strafen dafür sollen jetzt erhöht werden. 

Laut Bundesregierung sollen fortan Angriffe auf Zugbegleiter, Busfahrer, Polizisten, Rettungssanitäter und Ärzte härter bestraft werden. Den entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, (SPD) hat das Kabinett nun auf den Weg gebracht. „Wer unser Land am Laufen hält, verdient unseren Schutz“, betonte Hubig. Übergriffe auf Einsatzkräfte, Beschäftigte im Nahverkehr, in Kliniken und Praxen nähmen zu. Deshalb sei es wichtig, jetzt das Signal zu senden, dass diese Gewalt nicht unbeantwortet bleibe. Mehr Berufsgruppen sollen geschützt und Haftstrafen erhöht werden. Bei der Bahn gebe es mittlerweile fünf Angriffe pro Tag, sagte Hubig. 

Die Mindeststrafe für Übergriffe soll von drei auf sechs Monate Freiheitsstrafe steigen, in schwereren Fällen ist mindestens ein Jahr Haft vorgesehen. Bei tätlichen Angriffen auf Angehörige von Heilberufen sind bis zehn Jahre Gefängnis vorgesehen. 

Die Gewalt gegen Bahn-Beschäftigte in Deutschland hat ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht: Laut aktuellen Zahlen des Bundesinnenministeriums werden im Schnitt 5,5 Angriffe pro Tag auf das Bahnpersonal registriert. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 wurden bereits 1.630 Bahnmitarbeitende sowie 4.672 Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei Opfer von Straftaten wie Bedrohungen oder Körperverletzungen. Besonders im Regionalverkehr (DB Regio) zeigt sich eine deutliche Verschärfung der Situation: Im ersten Halbjahr wurden 989 Übergriffe auf das Personal registriert – das ist ein Zuwachs von 14 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (869 Fälle. Unter den aktuellen Fällen im Nahverkehr befanden sich neben versuchten Taten und leichteren Übergriffen auch 22 schwere Angriffe. In einigen Bundesländern, wie etwa Hessen, stieg die Zahl der registrierten Gewaltdelikte gegen Zugpersonal im ersten Halbjahr sogar um 40 %. 

DB-Personalvorstand Martin Seiler: „Für uns als Deutsche Bahn ist klar: Gewalt gegen unsere Beschäftigten ist kein Kavaliersdelikt. Unsere Kolleginnen und Kollegen halten Deutschland jeden Tag mobil. Sie übernehmen Verantwortung für Millionen Reisende und dürfen dabei niemals um ihre eigene Sicherheit fürchten müssen. Deshalb ist die geplante Verschärfung des Strafrechts genau das richtige Signal. Respekt ist keine Option, sondern die Grundlage unseres Zusammenlebens. Die geplanten Regelungen stärken den Schutz unserer Mitarbeitenden. Sie ergänzen unsere eigenen Maßnahmen für mehr Sicherheit auf Bahnhöfen und in Zügen – von Bodycams über eine verbesserte Schutzausrüstung bis hin zu Deeskalationstrainings.“ Quelle: Bundesregierung / DB / CM

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