Dramatische Eskalation des Handelskonflikts USA/Kanada

US-Präsident Donald Trump forderte am Montag,24. August 2026, die kanadische Führung auf, „auf Linie zu kommen“, oder andernfalls mit Konsequenzen zu rechnen, die „weit schlimmer“ seien als die bestehenden Zölle. Gleichzeitig kündigte Trump an, die Zölle auf kanadische Fahrzeuge auf 50 % zu verdoppeln und ab 01. Januar 2027 neue Zölle auf Autoteile und Stahl zu erheben. Damit verschärft er den eskalierenden Handelskonflikt zwischen den beiden mordamerikanischen Volkswirtschaften. Eine Umsetzung dieser Zollpläne könnte die in den letzten Jahrzehnten stark integrierte Lieferkette zwischen den USA und Kanada und insbesondere Geschäftsreisen erheblich beeinträchtigen. Business- und Leiser Travel sind seit Trump Drohungen gegen Kanada merklich zurückgegangen.

Die jüngste Zollandrohung folgt auf das Scheitern der Verhandlungen am Freitag, 21. August 2026, das bereits zu einer Abgabe von 50 % auf kanadische Waren im Wert von zig Milliarden Dollar – darunter Möbel, Kunststoffe, Sperrholz und elektrische Ausrüstung – geführt hatte. Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigte Vergeltungszölle an und betonte am Montag, sein Land werde die Abhängigkeit des Landes von den USA verringern.

Kanada und die USA sind voll auf Kollisionskurs. Foto The Global and Mail

Die Kanadier wünschten sich von ihrem Premierminister eine harte Haltung gegenüber Donald Trump und wollten nicht, dass er einem für Kanada nachteiligen Handelsabkommen mit den USA zustimmt. Doch diese Verschärfung des Zollstreits wird ihren Preis haben. Trevor Tombe, Wirtschaftsprofessor an der University of Calgary, schätzt, dass 90.000 Arbeitsplätze – etwa 0,4 % der kanadischen Erwerbsbevölkerung – verloren gehen könnten, sollten die neuen Zölle Bestand haben. Auch die Märkte reagieren: Der kanadische Dollar gab am Montag gegenüber dem US-Dollar nach.

Kanada hat am Dienstag, 25. August 2026, Vergeltungszölle gegen die USA ankündigen, nachdem sich die Beziehungen am Montag drastisch verschlechtert hatten. Auf mehr als 700 Produkte aus den USA werden Zölle bis zu 50 % verhängt. Zudem wirft die kanadische Regierung dem Nachbarn in Washington D.C. vor, Kanada unterordnen zu wollen. Die US-Handelsforderungen zielen nach Ansicht der kanadischen Seite darauf ab, „unsere wichtigsten Industriezweige“ – darunter die Automobil-, Stahl- und Aluminiumbranche – zu zerstören.Es wird erwartet, dass Kanada’s Finanzminister François-Philippe Champagne und drei weitere Kabinettsmitglieder am Dienstagmorgen Einzelheiten zu Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitnehmer bekannt geben, die von den Zöllen betroffen sind. Bereits am Montag hatte es geheißen, Kanada könnte davon absehen, US-Zölle eins zu eins zu spiegeln, und stattdessen gezieltere Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, um kanadische Arbeitnehmer und Unternehmen zu schützen. „Eine Haltung am Verhandlungstisch, wonach Kanada eine Tochtergesellschaft der Vereinigten Staaten sei“, sei „nichts, was wir akzeptieren werden“, sagte Kanada’s Premier Carney. Auf Französisch äußerte sich Carney noch deutlicher. Die scharfen Worte von beiden Seiten verdeutlichen, wie sehr sich die Beziehungen zwischen den USA und Kanada verschlechtert haben, seit Carney am späten Freitag die Handelsverhandlungen mit der Trump-Regierung abgebrochen hat. Dies löste am darauffolgenden Tag die vom Donald Trump angedrohten Zölle in Höhe von 50 % auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Mrd. Dollar aus.

Kanada und die Vereinigten Staaten unterhalten eine der weltweit bedeutendsten Handelsbeziehungen mit tief ineinandergreifenden Lieferketten in den Bereichen Automobilbau, Energie, Landwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe; ein langwieriger Handelskonflikt könnte daher für Unternehmen und Arbeitnehmer auf beiden Seiten der Grenze kostspielig werden. Carney äußerte Zweifel an der Zuverlässigkeit der USA und erklärte, Kanada finde verlässliche Partner „überall auf der Welt, außer in den Vereinigten Staaten und Russland.“

„Kanada beutet die Vereinigten Staaten von Amerika seit Jahren aus“, schrieb Trump in den sozialen Medien und kritisierte die seiner Meinung nach „lächerlich hohen Zölle“ Kanada`s zu Lasten amerikanischer Landwirte. Carney erklärte, die Vorschläge Washingtons für den Automobilsektor würden langfristig zum Abbau der kanadischen Produktion und zur Zerstörung der erfolgreichsten Partnerschaft der Automobilgeschichte führen.

Kanada droht Trump mit Abschalten des Grenzüberschreitenden Stroms. Unterdessen holte auch Doug Ford, der Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario, zu einer heftigen Tirade aus. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press sagte er, Trump habe unterschätzt, dass die Kanadier eher bereit seien, wirtschaftliche Einbußen in Kauf zu nehmen, als dem Druck der USA nachzugeben. „Wir gehen aufs Ganze“, sagte Ford. „Hier oben ist die Stimmung extrem aufgeheizt; alle sind bereit für einen Wirtschaftskrieg. Die Menschen wissen, dass sie Opfer bringen müssen.“

Trump reagierte mit einem Beitrag in den sozialen Medien, in dem er Ford persönlich angriff: Er bezeichnete ihn als „den weniger charismatischen, weniger intelligenten und insgesamt wenig beeindruckenden Bruder des verstorbenen, großartigen Rob Ford“ und nannte den kanadischen Premierminister erneut „Gouverneur Carney“.

Doug Ford tat die Beleidigungen ab: „Du (Donald) glaubst, eine Beleidigung von dir könnte mir wehtun? Nur zu, Kumpel, ich bin bereit.“ Ford gehört den Progressive Conservatives an – seine Partei unterscheidet sich von der des Liberalen Carney –, doch beide betonen die weitgehende politische Einigkeit Kanadas im Handelsstreit mit Trump.

Doug Ford droht mit Lieferstopps bei kritischen Rohstoffen und elektrischem Strom. Er erklärte, „alle Optionen lägen auf dem Tisch“, sollte sich der Streit verschärfen; dazu gehöre auch die Einstellung der Stromlieferungen sowie der Export kritischer Rohstoffe aus Ontario. Kritische Rohstoffe sind für die nationale Sicherheit und die verarbeitende Industrie der USA von zunehmender Bedeutung. Das Pentagon bemüht sich um eine sicherere Versorgung mit Mineralien, die in Militärflugzeugen, Raketen, Munition und Elektronik zum Einsatz kommen, da Washington versucht, die Abhängigkeit von China zu verringern; China dominiert bekanntlich den Abbau und die Verarbeitung zahlreicher strategisch wichtiger Rohstoffe, von denen u,.a. auch Deutschland abhängig ist.

Und Ford warnt die USA, Kanada würde auch schärfere Vergeltungsmaßnahmen in Erwägung ziehen, falls Trump weiterhin kanadische Industriezweige – etwa die Öl- und Kaliproduktion – ins Visier nehme; Ontario könne beispielsweise die Strompreise erhöhen oder die Stromlieferungen in den Süden und über die Grenze einstellen. „Wir versorgen 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen in den benachbarten USA mit Strom“, sagte Ford. „Alle Optionen liegen auf dem Tisch. Ich werde tun, was immer nötig ist.“

Doug Ford hat das Thema Elektrizitätslieferungen bereits früher als Druckmittel eingesetzt. In einer früheren Phase des Streits erhob Ontario einen Aufschlag von 25 % auf Stromexporte nach Michigan, Minnesota und New York. Trump reagierte mit der Drohung, die Zölle auf kanadischen Stahl und Aluminium zu verdoppeln, woraufhin beide Seiten von ihren Positionen abrückten.

Die Automobilindustrie wird zu einem zentralen Schauplatz des Konflikts. Doug Ford warf Trump vor, es gehe ihm nicht bloß um ein besseres Handelsabkommen, sondern darum, die kanadische Industrie auszuhöhlen und die Produktion zu sich in die USA zu verlagern, Trump wolle nichts anderes als Kanada zu einem Vasallenstaat zu machen, indem er jeden einzelnen Industriesektor  ausbluten lassen und in die USA holen will.

Der Automobilsektor ist für Ontario, das Zentrum der kanadischen Fahrzeugproduktion, von besonderer Bedeutung. Die Werke und Zulieferer in Ontario sind eng mit Fabriken in Michigan und anderen US-Bundesstaaten vernetzt; Bauteile überqueren während des Fertigungsprozesses regelmäßig mehrfach die Grenze.

Autobauer wie Ford, General Motors und Stellantis betreiben große Montagewerke in Ontario, und die damit verbundene Lieferkette sichert Zehntausende von Arbeitsplätzen. Trumps neue Drohung mit Zöllen von 50 % auf kanadische Fahrzeuge und Autoteile rückt diesen Sektor direkt in den Mittelpunkt des eskalierenden Streits.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer goss Öl ins Feuer indem er am Montag erklärte, der „einzige Grund, warum es in Kanada überhaupt eine Autoproduktion gibt“, sei das „Auto Pact“-Abkommen aus den 1960er Jahren; dieses hatte es Kanada ermöglicht, den Zugang zum eigenen Markt zu nutzen, um die Fahrzeugproduktion nördlich der Grenze zu fördern.

Ford zufolge hatte Washington in der Endphase der Verhandlungen am vorigen Freitag Formulierungen gefordert, die Kanadas Spielraum für den Abschluss von Handelsabkommen mit anderen Ländern ohne US-Zustimmung eingeschränkt hätten. Carney hatte diese Forderung als inakzeptabel und als Frage der kanadischen Souveränität bezeichnet.

Carney erklärte, der Streit habe auch eine tiefere Kluft in Bezug auf Sprache und Kultur offengelegt: Schutzmaßnahmen für die französische und kanadische Kultur, die Washington als Handelshemmnisse betrachte, gelten in Kanada als Grundrechte. „Für wen hält er sich eigentlich?“, sagte Ford über Trump. „Der ist doch wohl ein Witz.“ und am Montag frotzelte Dog Ford während einer Pressekonferenz: In Anspielung auf Trumps frühere Tätigkeit als Immobilienunternehmer sagte der 62-Jährige: „Ich habe eine Menge ‚Grundbesitz‘ auf meinem Hintern, also viel Platz, damit Trump mir den Arsch küssen kann.“ Quelle: Bloomberg / The Global and Mail / CM

Riesiger Waldbrand bedroht US-Metropole Reno (Nevada)

Ein schnell wachsender Waldbrand bedroht die Reno, die drittgrößte Stadt im im US-Bundesstaat Nevada. Fast 90.000 Menschen wurden aufgerufen ihre Häuser zu verlassen. Zudem kommt es zu Straßensperrungen und Stromausfällen.

Das Feuer war am Samstag in einem schwer zugänglichen Gebiet des Humboldt-Toiyabe National Forest ausgebrochen und breitete sich innerhalb kurzer Zeit auf mehr als 60 km2 aus. Starke Windböen, Hitze und trockene Vegetation erschweren die Löscharbeiten. Der als „Hawk Fire“ bezeichnete Waldbrand hat Wohngebiete im Nordwesten von Reno erreicht. Reno liegt in 1371 m Höhe über dem Meeresspiegel im Tal des Truckee River am westlichen Rand des Großen Beckens am Fuß des Aufstiegs in die Sierra Nevada und nahe der Grenze zu Kalifornien. Nach Angaben der Behörden sind fast 90.000 Menschen von Evakuierungsaufrufen betroffen. Sechs Personen wurden bisher verletzt.

Die US-Mwtropole Reno (Nevada) wird von einem riesigen Feuer bedroht. Foto: CNN

Etwa 42.000 Menschen erhielten am Samstag die Anweisung, ihre Häuser umgehend zu verlassen; weitere 45.000 wurden dazu aufgerufen, sich für eine mögliche Evakuierung bereitzuhalten. Die Evakuierungszone reicht bis in die Nähe des Campus der University of Nevada. 

Nevadas Gouverneur Joe Lombardo hat für das Washoe County den Notstand ausgerufen und die Nationalgarde angewiesen, die Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit zu unterstützen. „Es handelt sich um eine dynamische Lage, die sich rasch entwickelt. Ich fordere alle Bewohner der betroffenen Gebiete auf, wachsam zu bleiben und den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten“, erklärte er.

Das Feuer wurde durch menschliches Einwirken verursacht und den örtlichen Behörden zufolge erstmals am Samstag um 11:15 Uhr Ortszeit (18:15 Uhr GMT) gemeldet. Die Notfallinformationsstelle von Washoe teilte mit, dass bereits eine Fläche von rund 15.000 Acres (etwa 60 km2) verbrannt sei.

Richard Edwards, Leiter des für das Gebiet zuständigen „Truckee Meadows Fire Protection District“, erklärte am Montag, das Feuer breite sich weiter aus; bislang sei noch kein Teil des Brandherdes unter Kontrolle gebracht worden, berichtete CNN. Quelle: CNN

Dubai wappnet den Dubai International Airport (DXB) gegen iranische Raketen und Drohnen

Der Iran schießt möglicherweise auch weiterhin Raketen und Drohnen auf Dubai, Abu Dhabi und weitere Standorte in der Golf-Region. Unterstützt werden die Mullahs von Russland und vermutlich auch China. Nun haben die Behörden der  Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Bau massiver Drahtkäfige um die Treibstofftanks am Rande des Dubai International Airport (DXB) abgeschlossen, um diese „kritische Infrastruktur“ vor Angriffen durch vom Iran gestartete Kamikaze-Drohnen zu schützen.

Am 16. März kam es am Dubai International Airport zu erheblichen Betriebsstörungen, nachdem einer der großen Treibstofftanks einen Volltreffer durch eine mit Sprengstoff beladene iranische Drohne (offiziell als „One-Way-Angriffsdrohne“ bezeichnet) erlitten hatte. Daraufhin war der Luftraum über der Region umgehend gesperrt worden, während eine große Rauchwolke über dem Stadtteil Mirdif in Dubai aufstieg. Flugzeuge, die in Dubai International landen sollten, mussten zu Ausweichflughäfen umgeleitet werden oder zu ihren Startflughäfen zurückkehren, während die Feuerwehren versuchten, den Großbrand unter Kontrolle zu bringen.

Der Angriff ereignete sich gegen 03 Uhr morgens; doch schon acht Stunden später gegen 11 Uhr trafen die örtlichen Behörden die überraschende Entscheidung, den Flugplatz wieder für den kommerziellen Luftverkehr freizugeben, obwohl weiterhin Rauch aus dem Treibstofftank quoll. Ein Foto, das Rauch über der Zentrale der in Dubai ansässigen Großfluggesellschaft Emirates zeigt, entwickelte sich zu einem der prägenden Bilder der iranischen Angriffe auf die Nachbarstaaten der Region. Der angegriffene Treibstofftank ist Teil eines größeren sogenannten „Tanklagers“, das aus zehn großen Tanks mit Millionen Litern Kerosin besteht und sich zwischen Terminal A und dem VIP-Terminal der „Royal Air Wing“ auf der Südseite des Flugplatzes mit seinen zwei Start- und Landebahnen befindet.

Dubai baut um seine Kerosintanklager am Int. Aprort Käfige als Schutz vor panischen Drohnen. Forts: Privat/Reddit

Bereits im Mai war berichtet worden, dass die Behörden planten, Schutzgitter gegen Drohnen um kritische Infrastruktureinrichtungen – einschließlich der Treibstofftanks am DXB – zu errichten.

In den sozialen Medien ist nun ein neues Video der fertiggestellten Drahtkäfige aufgetaucht, das von einem Fahrgast der Dubai Metro aufgenommen wurde, während diese am Treibstofflager vorbeifuhr. Obwohl einige Medienberichte den Standort fälschlicherweise in Abu Dhabi verorten, konnte das Video eindeutig dem Dubai International Airport zugeordnet werden.

Seit diesem Vorfall wurde der Flughafen nicht mehr von iranischen Drohnen angegriffen, wenngleich Behörden vergangene Woche einen Raketenangriff der Mullahs auf Offshore-Anlagen meldeten. Auf dem Höhepunkt der iranischen Aggression gegen die VAE war der Flughafen wiederholt Ziel von Drohnenangriffen. Der erste dieser Angriffe erfolgte nur wenige Stunden, nachdem die USA und Israel ihre Militäroperation gegen Teheran eingeleitet hatten.

Der erste Drohnenangriff führte zu einem Volltreffer auf Terminal 3 – das wichtigste Drehkreuz von Emirates –, wobei die Abflughalle beschädigt und mindestens vier Personen verletzt wurden. Nur wenige Tage später explodierte eine weitere Drohne in der Nähe von Terminal 3, unweit eines geparkten Emirates-Flugzeugs. Auch bei diesem Vorfall wurden vier Personen verletzt. Später wurde bekannt, dass bei diesem Angriff ein geparkter Airbus A380 („Superjumbo“) von Emirates sowie ein Airbus A321 von Saudia Airlines beschädigt worden waren.

Laut FlightRadar24 operiert Emirates inzwischen wieder mit der gleichen Kapazität wie vor dem Konflikt. Auch die Buchungszahlen haben sich erholt, da wieder mehr Passagiere über die Golfregion fliegen.

Die Zahl der Besucher, die direkt nach Dubai reisen – im Gegensatz zu Transitpassagieren –, liegt jedoch weiterhin unter dem Niveau von vor de kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran. Um wieder vermehrt Touristen aus aller Welt anzulocken, bietet die Tourismus-Behörde verschiedene Anreize an. Quelle: Visit Dubai / CM

United-Piloten trieben ihre Sex-Kapriolen bis die Handschellen klickten

Eine ehemalige Flugbegleiterin von United Airlines, die ihren Traumjob aufgab, nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Freund – ein Pilot der in Chicago ansässigen Fluggesellschaft – ohne ihre Zustimmung intime Fotos und Videos von ihr aufgenommen und diese unter ihrem Namen im Internet veröffentlicht hatte, hat bei ihrem Versuch, die Airline für das ihr zugefügte Leid haftbar zu machen, einen  juristischen Rückschlag vor dem U.S. District Court for the District of Colorado erlitten.

Lisa D’s. Geschichte wurde im Juli 2024 öffentlich, als bekannt wurde, dass gegen Andrew H., einen 37-jährigen Piloten von United Airlines, Anklage wegen einer Reihe von Straftaten erhoben worden war – darunter die Verbreitung von Pornografie und intimen Aufnahmen, Belästigung, Stalking sowie Identitätsdiebstahl im Internet.

Einige Monate später bekannte sich der Pilot  zahlreicher Verbrechen schuldig, die er an D.  sowie an mindestens zehn weiteren Frauen begangen hatte; zu den auch mehrere Stewardessen  von United Airlines gehörten..

Im vergangenen Oktober reichte D. Klage gegen United Airlines ein und warf der Fluggesellschaft vor, ein feindseliges Arbeitsumfeld geschaffen, intime Aufnahmen unbefugt weitergegeben und ihren Ex-Lover fahrlässig eingestellt zu haben.

Anfang dieser Woche gab die US-Bezirksrichterin Nina Y. Wang jedoch United Airlines recht und folgte dem Antrag der Fluggesellschaft, die meisten von D. erhobenen Klagepunkte abzuweisen. Sie begründete dies damit, dass die von D. erlittenen Belästigungen vollständig außerhalb des Arbeitsplatzes stattgefunden hätten und nie intern gemeldet worden seien; daher gebe es keine plausible Grundlage für die Annahme, United habe vom Verhalten des Piloten gewusst oder hätte davon wissen müssen.

Die Richterin wies zudem D’s s Klage gegen United wegen Haftung für das Verhalten von Mitarbeitern (Vicarious Liability) im Zusammenhang mit der unbefugten Verbreitung einer intimen Aufnahme ab.

Das Gericht ließ jedoch die Klage wegen fahrlässiger Einstellung, Schulung und Weiterbeschäftigung des Piloten zu – allerdings mit einer wesentlichen Einschränkung: United kann nicht für Vorfälle haftbar gemacht werden, die vor April 2024 lagen, als das Unternehmen erstmals von den polizeilichen Ermittlungen gegen den Piloten erfuhr.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Strafverfolgungsbehörden aufgedeckt, dass H.  sich im Internet als D. ausgegeben und ohne deren Zustimmung intime Fotos von zehn verschiedenen Frauen veröffentlicht hatte. Im Rahmen der Ermittlungen stellten die Behörden United einen Durchsuchungsbeschluss zu, um Einsicht in die Personalakten des Piloten zu erhalten.

Richterin Wang zufolge wurde United ausdrücklich darüber informiert, dass H. beschuldigt wurde, intime Aufnahmen von D. im Internet veröffentlicht zu haben. Trotz dieses Wissens kündigte United dem Piloten nicht und stellte ihn auch nicht vom Dienst frei; stattdessen durfte er weiterhin Flüge durchführen, als wäre nichts geschehen.

Einem Manager von United Airlines wird zudem vorgeworfen, gegenüber den Strafverfolgungsbehörden behauptet zu haben, er habe mit D.  über die Anschuldigungen gesprochen und ihr Unterstützung angeboten. Dies entsprach jedoch laut der gerichtlichen Verfügung von Richterin Wang nicht der Wahrheit.

Erst nach der  Festnahme des United-Piloten im Juli 2024 beendete United das Arbeitsverhältnis. Später im selben Jahr bekannte sich der Täter in acht Fällen der Verbreitung von Pornografie für Erwachsene, einem Fall von Stalking sowie einem Fall sexueller Erpressung – allesamt als Straftaten (Felonies) eingestuft – schuldig.

Wie alles begann. Die klagende Stewardess war 2015 von United Airlines eingestellt worden. Ein Jahr später lernte sie den Piloten kennen, als beide auf demselben Flug im Einsatz waren. Der Klageschrift zufolge zeigte der Pilot umgehend Interesse an ihr, und die beiden begannen eine einvernehmliche Beziehung. Während ihrer Beziehung bat der Pilot seine Freundin und Flugbegleiterin, ihm sexuelleindeutlige Fotos und Videos von sich zu schicken. Zudem soll er heimlich Aufnahmen von ihrem gemeinsamen Sex in Hotelzimmern während beruflicher Zwischenstopps gemacht und sie heimlich fotografiert haben, als sie nur teilweise bekleidet in ihrer Uniform war.

Im Jahr 2017 entdeckte D., dass der Lover einige dieser Fotos und Videos ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung im Internet verbreitet hatte. Trotzdem entschied sie sich, die Beziehung fortzusetzen, nachdem H. versprochen hatte, die Bilder zu entfernen. Obwohl sie sich in einer Beziehung befand, die von H’s „missbräuchlichem und manipulativem Verhalten“ geprägt war, führte die Flugbegleiterin die Partnerschaft bis 2021 fort – bis sie herausfand, dass ihr Freund sie mit mehreren Arbeitskolleginnen betrogen hatte.

Nach der Trennung soll H‘s Verhalten „zunehmend unberechenbar und gefährlich“ geworden sein. Er überhäufte seine Ex-Freundin mit Anrufen und Textnachrichten und begann schließlich, sie zu stalken. Als D. dieses Verhalten des Piloten der Polizei in Utah meldete, stellte diese fest, dass er wiederum intime, Sex-Aufnahmen von ihr im Internet veröffentlicht hatte.

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass sie nicht das einzige Opfer war. Der Pilot hatte auch Bilder von zehn weiteren Frauen im Internet verbreitet, darunter weitere Angestellte von United Airlines. Trotz Bemühungen, die Bilder entfernen zu lassen, geht D. davon aus, dass ein Großteil dieses Materials weiterhin online verfügbar ist.

Ein weiterer Fall mit einem United-Kapitän. Im Jahr 2019 willigte United Airlines in eine Zahlung von 321.000 US-Dollar ein, um eine Klage wegen „Revenge Porn“ (Verbreitung intimer Aufnahmen ohne Zustimmung) beizulegen, die von der Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) im Namen einer anderen Flugbegleiterin eingereicht worden war. Die langjährige Flugbegleiterin, die seit 1989 für United Airlines tätig war, hatte zwischen etwa 2002 und 2006 eine „einvernehmliche intime Beziehung“ mit dem inzwischen pensionierten Piloten und Kapitän Mark U. geführt. Während dieser Beziehung gestattete sie dem Lover, Fotos und Videos von ihr in „provokanten Posen“ aufzunehmen. Sie beendete die Beziehung zum Flugkapitän, als sie entdeckte, dass er diese Fotos und Videos angeblich ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung auf verschiedenen Internetseiten veröffentlicht hatte.

Die Flugbegleiterin wandte sich hilfesuchend an ihren Arbeitgeber United Airlines; doch statt Unterstützung zu erhalten, versäumte es die Fluggesellschaft laut Klageschrift, angemessene präventive oder korrigierende Maßnahmen gegen den Kapitän zu ergreifen. Es wurde behauptet, dass keinerlei disziplinarische Schritte unternommen wurden – selbst nicht, als Jahre nach den ursprünglichen Vorwürfen eine zweite Beschwerde durch eine weitere Flugbegleiterin einging. Das Treiben des Kapitäns wurde schließlich 2015 gestoppt, als das FBI ihn festnahm und wegen Stalkings anklagte. Im Juni 2016 bekannte er sich des Stalkings schuldig;. Und obwohl er zu einer mehr als dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde, ermöglichte ihm United Airlines im Juli 2016 den Eintritt in den Ruhestand unter vollem Erhalt seiner Versorgungsansprüche. Quelle: U.S. District Court for the District of Colorado / EEOC /  CM

United-Pilot beschimpfte Kabinencrew über die Bord-Lautsprecher

Ein Pilot von United Airlines beschimpfte gegen Ende eines 15-stündigen Fluges von Kapstadt nach Washington Dulles die Flugbegleiter über das eingeschaltete Bordmikrofon. Passagiere zeigten sich fassungslos über das ungebührliche Verhalten des Piloten.

Der Vorfall ereignete sich auf dem United-Flug UA-2023; die Passagiere verharrten in fassungslosem Schweigen, während der Pilot seine mit unflätigen Ausdrücken gespickte Tirade gegen die Flugbegleiter losließ. „Nachdem man 1,5 Millionen Meilen geflogen ist, glaubt man, schon alles erlebt zu haben – doch der heutige Flug von Kapstadt (CPT) nach Washington (IAD) war für mich eine Premiere“, berichtete ein geschäftsreisender Vielflieger, der an Bord war, auf Reddit.

Dem Passagier zufolge ereignete sich der Vorfall kurz nachdem einer der Piloten die übliche Durchsage vor der Landung gemacht hatte – mit dem „gewohnten Gerede darüber, dass wir bald landen, sowie Angaben zu Temperatur, Wetterbedingungen usw.“ Die Durchsage endete wie üblich, doch 30 Sekunden später war die Stimme des Piloten erneut über das Bordlautsprechersystem zu hören.  „Hallo? … Hallo?“, sagte der Pilot. Als keine Antwort erfolgte, wurde seine Wortwahl deutlich deftiger. „Was für ein Haufen verdammter Idioten! Sie gehen einfach nicht ans Telefon“, schimpfte der Pilot. Die Passagiere saßen schweigend da, während der Pilot noch einige weitere Male das „F-Wort“ benutzte.

Ein United-Kapitän soll sich dem Kabinenpersonal gegenüber sehr unschön benommen haben, sagen Passagiere. Foto: United

Der Purser versuchte verzweifelt, das Cockpit anzurufen, um die Flugbesatzung auf das eingeschaltete Mikrofon hinzuweisen, doch seine Bemühungen blieben erfolglos. „Das Ganze dauerte mindestens sieben Minuten, vielleicht auch etwas länger, bis endlich Ruhe einkehrte. Sehr unangenehm!“, berichteten Passagiere. „Was auch immer mit dem Mikrofon der Durchsageanlage passiert war – es schien nie vollständig behoben worden zu sein, denn während des restlichen Fluges blieb auf den Bildschirmen die Meldung ‚Durchsage läuft‘ eingeblendet.“

Das klingt stark nach einem Fehler der Cockpitbesatzung und nicht der Flugbegleiter. Möglicherweise hat der Pilot das Intercom-Mikrofon im Cockpit für eine Durchsage an die Passagiere genutzt, aber anschließend die Verbindung nicht ordnungsgemäß getrennt. Danach versuchte er, über sein Headset die Station des Chef-Flugbegleiters (Purser) anzurufen, kam aber nicht durch, da die Leitung durch die noch aktive Durchsage belegt war.

Solche Fehler kommen hin und wieder vor, wenngleich es eher selten vorkommt, dass Piloten ihre Flugbegleiter ziemlich unflätig beschimpfen. Es hat jedenfalls nicht den Anschein, als hätte auf diesem Flug eine gute Zusammenarbeit (CRM – „Crew Resource Management“) zwischen Piloten und Flugbegleitern geherrscht. Quelle: Reddit / CM

Der Tourismus kann weiter wachsen, aber auch schrumpfen

Krieg mit dem Iran, unterbrochene Flugrouten, Waldbrände, Überschwemmungen und extreme Hitze stellen den globalen Tourismus vor große Herausforderungen. Ein neuer Bericht von TOURISE und Oxford Economics besagt, dass sich Reiseziele auf dauerhafte Beeinträchtigungen einstellen müssen. 

Ein neuer Bericht von TOURISE und Oxford Economics rückt die Widerstandsfähigkeit des Tourismus wieder in den globalen Fokus, und zwar zu einer Zeit, in der Kriege mit dem Iran, unterbrochene Flugrouten, extreme Hitze, Waldbrände und Überschwemmungen Reiseziele weltweit auf die Probe stellen. 

Die Welt wird nicht zurückgesetzt. Das ist die Botschaft eines neuen globalen Berichts zur Resilienz des Tourismus, der von TOURISE in Zusammenarbeit mit Oxford Economics veröffentlicht wurde. Für alle, die im Jahr 2026 im Tourismus arbeiten, klingt diese Aussage weniger nach einer akademischen Schlussfolgerung, sondern eher nach alltäglicher Realität. Krieg und geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran und dem Nahen Osten beeinträchtigen den Luftraum, Fluggesellschaften, Treibstoffpreise und das Vertrauen der Reisenden. Extreme Hitze und Waldbrände bedrohen beliebten Urlaubsregionen Europas und Nordamerikas. Überschwemmungen und Starkregen haben den Verkehr in Asien lahmgelegt. Dürre beeinträchtigt die Wasserversorgung, Flüsse und die touristische Infrastruktur. Doch die Touristen reisen, ohne sich irgendwelche Gedanken um ihr klimaschädliches Verhalten zu machen, weiterhin. Flughäfen bleiben überfüllt, ständig eröffnen neue Hotels, Reiseziele verzeichnen weiterhin Besucherrekorde, und Regierungen von Saudi-Arabien bis Jamaika sehen den Tourismus als strategische Säule der wirtschaftlichen Entwicklung.

85 Krisen und eine wichtige Schlussfolgerung. Der neue TOURISE-Oxford Economics-Bericht, „Resilienz in einer Welt ohne Neustart: Tourismus neu gestalten für eine Ära permanenter Umbrüche“ wurde am 17. August 2026 veröffentlicht. Laut der im Bericht präsentierten Studie wurden 85 größere Krisen über einen Zeitraum von etwa zwei Jahrzehnten untersucht. Eine Schlussfolgerung sticht besonders hervor. Reiseziele, die sich vor dem Auftreten von Störungen vorbereiten, können sich erholen. Die durchschnittlichen Erholungszeiten im Tourismus haben sich Berichten zufolge von etwa 24 Monaten Anfang der 2000er Jahre auf etwa 10 bis 12 Monate heute verkürzt. Das sind gute und schlechte Nachrichten zugleich.

  • Die gute Nachricht ist, dass sich der Tourismus bemerkenswert gut erholt hat.
  • Die schlechte Nachricht ist, dass die nächste Krise kommen könnte, bevor die Erholung von der vorherigen vollständig abgeschlossen ist.

Drei Worte, die sich jeder Tourismusminister merken sollte. TOURISE reduziert die Herausforderung der Resilienz auf drei Faktoren: Vertrauen. Vernetzung. Bezahlbarkeit.

Es klingt einfach. Ist es aber nicht.

  • Ein Reiseziel mag vollkommen sicher sein, aber wenn Fernsehbildschirme und soziale Medien potenzielle Besucher vom Gegenteil überzeugen, kann der Tourismus zusammenbrechen.
  • Ein Reiseziel mag zwar sicher und attraktiv sein, aber wenn Fluggesellschaften es nicht wirtschaftlich erreichen können, werden die Touristen woanders hingehen.
  • Ein Reiseziel mag zwar sicher und gut angebunden sein, aber wenn die Flugpreise plötzlich steigen, weil Flugzeuge längere Routen um Konfliktgebiete herum fliegen müssen, der Treibstoff teurer wird oder die Versicherungskosten steigen, kann die Nachfrage sinken. Hier wird die aktuelle Situation im Nahen Osten, insbesondere in den VAE mit Dubai oder Abu Dhabi, um nur zwei zu nennen, zu einem nahezu perfekten Fallbeispiel.

Wenn Konflikte den Iran, den Irak oder den Luftraum benachbarter Länder betreffen, enden die Folgen für den Tourismus nicht an den Landesgrenzen. Denken wir nur an die Golfregion hat sich zu einem der wichtigsten Luftverkehrsknotenpunkte der Welt entwickelt hat. Dubai, Doha und Abu Dhabi sind nicht einfach nur Flughäfen für die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Sie sind globale Drehkreuze, die Europa, Asien, Afrika, Australien und Amerika miteinander verbinden. Laut einer Studie von TOURISE und Oxford Economics wickelten die Drehkreuze am Golf bis zum Ausbruch des USA/Iran-Kriegs etwa 14 % des weltweiten Transitverkehrs ab. In den letzten Monaten und Wochen aber hat man erlebt, dass die militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten Auswirkungen auf einen deutschen Touristen hat, der nach Thailand fliegen will, auf einen Australier, der nach Europa reisen möchte, einen indischen Geschäftsreisenden, der nach Afrika reisen will oder einen Amerikaner, der weiter nach Asien fliegen möchtet. Das Reiseziel selbst mag nichts mit dem Konflikt zu tun haben. Seine Anbindung hingegen schon. Das ist die neue Geografie des Tourismusrisikos.

Der Tourismus kann wachsen – aber auch schrumpfen. Der TOURISE-Bericht nutzt die aktuelle geopolitische Situation, um verschiedene Möglichkeiten zu modellieren. Wenn die relative Stabilität anhält, deutet das positivere Szenario darauf hin, dass der weltweite Reiseverkehr im Jahr 2026 noch um etwa 6 % zunehmen könnte. Niemand – weder Oxford Economics noch TOURISE, WTTC, UN Tourism oder irgendein Tourismusminister – weiß genau, wie sich ein Krieg entwickeln wird. Doch Szenarioplanung selbst ist Teil der Resilienz. Die Tourismusbranche war traditionell hervorragend darin, die Ankünfte des Vortages zu zählen. Sie muss nun ebenso gut darin werden, sich auf die Überraschungen von morgen vorzubereiten.

Die Resilienz des Tourismus ist auch auf die Agenda der Vereinten Nationen gelangt. Der 17. Februar wird von den Vereinten Nationen als Stichtag anerkannt. Globaler Tourismus-ResilienztagDies wurde vom jamaikanischen Tourismusminister Edmund Bartlett ins Leben gerufen, der gleichzeitig auch Gründer des Global Tourism Resilience and Crisis Management Center ist.

Das führt zu einem weiteren Spieler, der nicht vergessen werden sollte.

Das Wetter liest keine Tourismusbroschüren. Während geopolitische Krisen die Fernsehbildschirme beherrschen, entwickelt sich im Stillen eine andere Tourismuskrise: Waldbrände, Dürre, Überschwemmungen und extreme Hitze beeinträchtigen Reiseziele zunehmend genau in den Jahreszeiten, in denen sie die Tourismusbranche in den zurück liegenden Jahren den größten Teil ihres Umsatzes erzielt. Europa liefert ein besonders beunruhigendes Beispiel. Der Tourismus im Mittelmeerraum hat sich um den Sommer herum entwickelt. Doch der Sommer wird nun zur Jahreszeit mit extremer Hitze, Dürre und Waldbrandgefahr. Touristen, die aus ihren Urlaubsgebieten evakuiert wurden, unterscheiden nicht zwischen Klimapolitik und Tourismuspolitik. Für sie ist es schlichtweg ein ruinierter Urlaub.

Für Reiseziele in Europas Süden sind die Auswirkungen jedoch enorm:

  • Hotels benötigen eine zuverlässige Stromversorgung zur Kühlung.
  • Tourismusgemeinden benötigen ausreichend Wasser für Einwohner und Besucher.
  • Straßen und Flughäfen müssen auch bei extremen Temperaturen funktionsfähig sein.
  • Die Rettungsdienste benötigen Kapazitäten für Touristen, die möglicherweise die Landessprache nicht sprechen oder Evakuierungsanweisungen nicht verstehen.
  • Reiseunternehmen benötigen verlässliche Informationen.
  • Die Versicherer müssen bereit sein, das Risiko zu übernehmen, was sie aberimmer weniger tun werden. 
  • Der Tourismusminister kann die Anpassung an den Klimawandel nicht länger vollständig dem Umweltminister überlassen.

Könnte der europäische Sommertourismus verlagert werden? Eine weitere Frage dürfte den Verantwortlichen im Mittelmeerraum Unbehagen bereiten. Was passiert, wenn sich Touristen während ihrer Reisen verändern? 

  • Urlauber, die bisher im Sommer nach Griechenland, Spanien, Italien oder in die Türkei gereist ist, könnte künftig feststellen, dass es sinnvoller und vor allem gesünder ist, nordeuropäische Reiseziele könnten anzusteuern. .
  • Bergdestinationen müssen angesichts der immer größer werdenden Gefahren durch Steinschläge ihr Angebot verändern.
  • Die Reiserouten der Kreuzfahrten können sich ändern.
  • Die Reiseveranstalter müssen sich auf eine sich ändernde Nachfrage einstellen u.v.a.m..

Resilienz bedeutet also nicht einfach nur den Wiederaufbau nach einem Waldbrand. Es geht vielmehr darum, die Tourismuswirtschaft anzupassen, bevor sich das Konsumverhalten dauerhaft ändert.

Der Tourismus bricht weiterhin Rekorde. Hier liegt der Widerspruch. Trotz Krieg, Inflation, Naturkatastrophen, politischer Instabilität und Klimaveränderungen bleibt der globale Tourismus außerordentlich stark.

  • Die UN-Tourismusorganisation schätzte etwa 1.52 Milliarden internationale Touristenankünfte im Jahr 2025, das sind gut 4 % mehr als 2024.
  • WTTC geschätzt, dass der Tourismussektor etwa 11.6 Billionen US-Dollar zur Weltwirtschaft in 2025 beigetragen und rund 366 Millionen Jobs ermöglicht hat.

Die internationalen Ankünfte stiegen im ersten Quartal 2026 weiter an. Die Menschen wollen reisen. Diese grundlegende Nachfrage erweist sich als bemerkenswert stabil. Doch globales Wachstum kann enorme regionale Verwerfungen verschleiern.

  • Wenn Touristen ein Reiseziel meiden, kann ein anderes davon profitieren.
  • Wenn eine Fluggesellschaft Strecken streicht, kann eine andere Fluggesellschaft Marktanteile gewinnen.
  • Wenn extreme Hitze Reisen in den Mittelmeerraum unattraktiv macht, könnten kühlere Reiseziele mehr Besucher anziehen.
  • Wenn die Visabeschaffung schwierig wird, wählen Reisende ein anderes Land.

Die globale Tourismuswirtschaft kann daher wachsen, während einzelne Reiseziele darunter leiden.

Saudi-Arabien testet seine eigene Theorie. Saudi-Arabien selbst bietet einen interessanten Test für das Argument der Resilienz. Das Königreich verzeichnete trotz regionaler geopolitischer Unsicherheit weiterhin starke Tourismuszahlen. Dies ist von Bedeutung, da saudische Tourismusinvestitionen in einer Region stattfinden, in der geopolitische Risiken nicht außer Acht gelassen werden können. Saudi-Arabiens Antwort darauf ist im Wesentlichen eine Diversifizierung in großem Umfang.

  • Es baut die Kapazitäten im Luftverkehr aus.
  • Das Unternehmen entwickelt mehrere Tourismusziele.
  • Es baut den Unterhaltungs-, Kultur-, Religions-, Küsten- und Luxustourismus aus.
  • Es öffnet sich international.

Mit Initiativen wie TOURISE versucht man, die globale Diskussion über Tourismusentwicklung zu beeinflussen. Ob all diese Investitionen die erwarteten Erträge bringen, wird sich erst über Jahrzehnte und nicht erst nach Monaten zeigen. Doch die Strategie verdeutlicht die zentrale These von TOURISE: Resilienz muss vor der Krise geplant werden.

Die Tourismusbranche liebt neue Begriffe. Es besteht jedoch eine Gefahr. Der Tourismus besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, wichtige Konzepte in Marketingsprache zu verwandeln.

  • Nachhaltiger Tourismus.
  • Regenerativer Tourismus.
  • Intelligenter Tourismus.
  • Transformationstourismus.
  • Inklusiver Tourismus.
  • Und nun der widerstandsfähige Tourismus.

Wenn jeder behauptet, resilient zu sein, verliert das Wort letztendlich seine Bedeutung. Deshalb ist die vollständige Methodik der neuen Studie von TOURISE und Oxford Economics so wichtig.

Der logische nächste Schritt wäre ein glaubwürdiger internationaler Tourismus-Resilienzindex. Man stelle sich vor, Reiseziele nicht nur anhand von Ankünften und Einnahmen zu bewerten, sondern auch anhand folgender Kriterien:

  • Flugverbindungen und alternative Routen;
  • Diversifizierung der Quellmärkte;
  • Wasser- und Energiesicherheit;
  • Witterungseinflüsse;
  • Kapazität des Gesundheitssystems;
  • Notfallkommunikation;
  • Versicherungsverfügbarkeit;
  • digitale Resilienz;
  • Reaktionsfähigkeit der Regierung;
  • Schutz der Beschäftigten im Tourismus;
  • Finanzreserven;
  • und die Geschwindigkeit der Erholung von früheren Krisen.

Eine solche Rangliste könnte unangenehm sein. Sie könnte aber auch äußerst nützlich sein. 

  • Die Investoren würden aufmerksam werden.
  • Die Fluggesellschaften würden aufmerksam sein.
  • Die Reiseveranstalter würden darauf achten.
  • Regierungen würden das mit Sicherheit tun.

Und vielleicht werden auch Touristen irgendwann darauf aufmerksam.

Die nächste Tourismus-Supermacht könnte die am besten vorbereitete sein. Jahrelang wurde der Erfolg im Tourismus mit Zahlen in Verbindung gebracht.

  • Wer empfängt 100 Millionen Besucher?
  • Welcher Flughafen hat den verkehrsreichsten der Welt?
  • Wer baut das größte Resort?
  • Wer erhält die meisten Investitionen im Tourismusbereich?

Die neue Ära erfordert möglicherweise eine andere Messlatte. Wer kann den Betrieb aufrechterhalten, wenn etwas schiefgeht? Quelle: TOURISE: / CM

Streit um Bewertung eines Restaurants

Ein Restaurantbesuch des Gastro-Influencers Kemal Üres bei Timberjacks in Bannewitz bei Dresden hat sich zu einem öffentlichen Schlagabtausch entwickelt. Üres kritisierte das Essen der Restaurantkette in einem Instagram-Video massiv.

 Timberjacks widerspricht seiner Darstellung und verweist auf frühere Kontakte mit dem selbsternannten „Gastroflüsterer“. Üres weist einen Zusammenhang zwischen seiner Kritik und kostenpflichtigen Beratungsleistungen zurück. Inzwischen hat die Auseinandersetzung auch eine rechtliche Ebene erreicht.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte Gastronomie-Coach und Content Creator Kemal Üres ein Video über das Timberjacks Bannewitz. Ausgangspunkt des Streits ist ein Besuch von Kemal Üres im Timberjacks in Bannewitz. In einem anschließend veröffentlichten Instagram-Video fällt sein Urteil über Teile des Essens vernichtend aus. Ein Porterhouse-Steak bezeichnet Üres als „Beleidigung“. „Geschmacklos, keine Liebe“, lautet sein Urteil. Zudem sagt er: „Das ist echt das Schlechteste, was ich je gegessen habe.“

Beim Steak äußert Üres den Verdacht, es könnte sich um Tiefkühlware handeln. Auch die große Auswahl auf der Speisekarte sieht er kritisch. Wenn sich Gäste beschwerten, könne dies nach seiner Einschätzung damit zusammenhängen, dass es für das Team angesichts der Vielzahl an Produkten schwierig sei, die Qualität auf den Punkt zu bringen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich daraus eine intensive Diskussion in den sozialen Medien. 

Zwischen dem Restaurant Timberjacks nahe Dresden und einem Restaurantkritiker ist ein heftiger Streit entbrannt.

Das Timberjacks entwickelte sich laut der Redaktion von „Lust auf Dresden“ innerhalb kürzester Zeit zu einem Publikumsmagneten im Süden von Elbflorenz. Trotz einer zunächst noch nicht vollständig nutzbaren Außenterrasse verzeichnet das Restaurant eine außergewöhnlich hohe Auslastung.


Kemal Üres war viele Jahre selbst Gastronom und ist heute vor allem als Gastronomie-Coach, Unternehmer und reichweitenstarker Content Creator aktiv. Über soziale Medien erreicht er hunderttausende Menschen und betreibt u.a.  eine eigene Gastronomie-Akademie. Sin ehemaliges Restaurant ist inzwischen geschlossen. Seine Videos folgen häufig einem ähnlichen Prinzip: Restaurants werden besucht, Abläufe bewertet, Probleme aufgezeigt und anschließend Verbesserungsmöglichkeiten oder Beratungsangebote thematisiert. 

Marketingexperten bezeichnen dieses Vorgehen häufig als Problem-Solution-Marketing oder Problemselling – also eine Strategie, bei der zunächst ein Problem sichtbar gemacht und anschließend eine Lösung angeboten wird. Dieses Vorgehen ist im Beratungs- und Coachingmarkt grundsätzlich nichts Ungewöhnliches.


Reaktion des Restaurants. Geschäftsführer Thomas Kemner schilderte den Vorfall aus Sicht des Unternehmens deutlich anders.  Nach seinen Angaben habe Kemal Üres Timberjacks bereits 2024 erstmals Beratungsleistungen angeboten. Damals habe das Unternehmen keinen Bedarf gesehen.  Auch ein weiterer Kontakt im Jahr 2025 sei freundlich, aber ablehnend verlaufen. Vor diesem Hintergrund habe man sich über die Aussage im veröffentlichten Video gewundert, das Unternehmen zunächst kennenlernen zu wollen.

Nach Veröffentlichung des Videos habe Timberjacks sämtliche Abläufe des betreffenden Abends intern überprüft. Das Ergebnis sei eindeutig ausgefallen: Nach Einschätzung des Unternehmens entsprachen sowohl die Qualität der Speisen als auch die Arbeitsabläufe dem üblichen Standard des Hauses. Besonders deutlich widerspricht Timberjacks der Behauptung, ein gezeigtes Steak sei Tiefkühlware gewesen. Nach zehn Jahren Timberjacks sei dem Restaurant noch niemand begegnet, der allein anhand eines servierten Steaks zuverlässig erkennen konnte, ob dieses irgendwann einmal tiefgefroren gewesen sein soll. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich um Fleisch der französischen Rinderrasse Blonde d’Aquitaine, das seit Jahren von einer italienischen Erzeugergenossenschaft bezogen und sichtbar in der eigenen Reifekammer mehrere Wochen gereift werde.

Auffallend in diesem Zusammenhang, laut Kemmer: „Uns wurden zunächst Beratungsleistungen angeboten,  später erschien das öffentliche Video und anschließend wurden wir dazu aufgerufen, unsere Restaurants gemeinsam zu optimieren und dies gleichzeitig medial zu begleiten. Vor diesem Hintergrund stellt sich für uns zwangsläufig die Frage, ob die öffentliche Darstellung unseres Unternehmens anders ausgefallen wäre, wenn wir Beratungsleistungen in Anspruch genommen hätten oder Kunde entsprechender Geschäftspartner gewesen wären. Eine Antwort darauf haben wir nicht. 

Unabhängig von dieser Diskussion entwickeln wir Timberjacks mit großer Leidenschaft weiter. Unser eigener Anspruch ist jeden Tag, auf der Evolutionsskala weiter nach oben zu klettern.“


Üres verwahert sich gegen Vorwurf. Kemal Üres widerspricht der Darstellung, seine aktuelle Kritik sei mit dem Verkauf einer kostenpflichtigen Beratungsleistung verbunden gewesen.

Gegenüber TAG24 erklärte er, im Zusammenhang mit seiner Kritik „zu keinem Zeitpunkt“ eine kostenpflichtige Beratungsleistung angeboten zu haben. Nach seiner Darstellung habe er Timberjacks nach Veröffentlichung des Videos vielmehr vorgeschlagen, noch einmal kostenlos vorbeizukommen, gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen und anschließend ein positives Video für das Restaurant zu produzieren.

Nach Darstellung von Üres war sein Restaurantbesuch auf Hinweise aus seiner Community zurückzuführen. Viele Gäste hätten ihm von negativen Erfahrungen berichtet. Vor Ort sei er von Mitarbeitern erkannt, freundlich begrüßt und durch den Betrieb geführt worden. An seiner negativen Bewertung des Essens hält Üres fest. Zudem erklärte er, innerhalb von 48 Stunden (nach Erscheinen seiner Restaurantkritik) hunderte Nachrichten von ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern, Küchenchefs sowie Gästen erhalten zu haben, die seine Erfahrungen bestätigt hätten.

Timberjacks hat inzwischen mit einer anwaltlichen Unterlassungsaufforderung und einer Anzeige reagiert. „Die Abmahnung wurde nicht ausgesprochen, weil Kemal Üres unser Essen, aus unserer Wahrnehmung, zweckorientiert kritisiert hat“, erklärt Timberjacks. Der wesentliche rechtliche Punkt sei nach Darstellung des Unternehmens vielmehr die Anfertigung und anschließende Veröffentlichung von Filmaufnahmen im Restaurant gewesen. Timberjacks erklärt, nach seiner rechtlichen Bewertung seien Aufnahmen ohne vorherige Genehmigung im Gastraum und in der Küche angefertigt worden. Zudem seien Mitarbeiter und Gäste erkennbar Bestandteil der Aufnahmen gewesen, ohne dass nach Darstellung des Unternehmens die erforderlichen Einwilligungen vorgelegen hätten. 

Einfluss sozialen Medien. Natürlich gehört die Bewertung eines Restaurantbesuchs zur Meinungsfreiheit. Ob jemand ein Steak hervorragend oder durchschnittlich findet, bleibt eine subjektive Einschätzung. Anders verhält es sich jedoch bei überprüfbaren Tatsachenbehauptungen. 

Genau hier setzt die Kritik des Unternehmens an.

Klar ist: Social-Media-Beiträge können die öffentliche Wahrnehmung eines Unternehmens schnell verändern. Denn ein einziges Video erreicht innerhalb weniger Stunden viele Nutzer. Die wirtschaftlichen Folgen können dann erheblich sein – unabhängig davon, ob sich geäußerte Vorwürfe später bestätigen oder nicht.  Der Fall Timberjacks dürfte die Diskussion über den Einfluss sozialer Medien auf Gastronomiebetriebe weiter befeuern.  Quelle: TAG24 / Lust auf Dresden / CM

Trump schneidet ins Fleisch des US-Tourismus

Ein US-amerikanisches Visa-Bürgschaftsprogramm, das von vielen Auslländern, die in die USA einreisen möchten, die Hinterlegung von bis zu 20.000 US-Dollar verlangt, ist nun dauerhaft – und könnte ausgeweitet werden. 

Washington feiert es als Erfolg bei der Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen, doch eigene Zahlen belegen einen Rückgang der Visavergabe um 83 %. Branchenvertreter warnen, eine Ausweitung könnte dem US-Tourismus einen schweren Schlag versetzen.

Die USA haben ihr umstrittenes Visa-Bürgschaftsprogramm für 50 Länder dauerhaft eingeführt. Washington behauptet, dadurch seien Visumsüberschreitungen praktisch eliminiert worden. Die US-Reisebranche sieht jedoch eine andere Zahl: einen Einbruch der ausgestellten Visa um 83 % – und befürchtet, dass die nächste Liste deutlich länger ausfallen könnte.

Die Vereinigten Staaten haben ihr experimentelles Visa-Bürgschaftssystem in eine dauerhafte Richtlinie umgewandelt, die von ansonsten qualifizierten Touristen- und Geschäftsvisumantragstellern aus 50 bestimmten Ländern die Hinterlegung einer Kaution verlangt. 10,.00, 15.000 oder 20.000 US-Dollar in bar bei der US-Regierung vor Erhalt ihrer Visa.

Nun schlägt der Vorsitzende des US-Reiseverbandes Alarm wegen der möglichen Folgen, falls Washington diese Anforderung über die bereits betroffenen Länder hinaus ausweitet.

„Es gibt bereits Gerüchte über eine Ausweitung des Programms auf weitere Länder mit Visumpflicht, möglicherweise sogar auf alle Länder mit Visumpflicht“, sagte Geoff Freeman, Präsident und CEO der US Travel Association. Freeman warnte, eine solche Ausweitung hätte „außerordentlich schädliche Auswirkungen“ auf die US-Wirtschaft und die Reisebranche. In den ersten zehn Monaten des Pilotprojekts wurde die Visumvergabe an Personen aus den betroffenen Ländern deutlich reduziert, um 83 %.

Gleichzeitig sanken die gemeldeten Fälle von Visumsüberschreitungen aus den 50 Ländern von von 45,488 im Geschäftsjahr 2024 auf weniger als 50 in den ersten zehn Monaten des Pilotprojekts. Für die Trump-Regierung belegen diese Zahlen den Erfolg der Durchsetzungsmaßnahmen. Für den Reise- und Tourismussektor werfen sie eine andere Frage auf:

Die US-Regierung verlangt bis zu 20.000 USD von ausländischen Besuchern aus Visa-pflihigen Ländern als Kaution.

Die endgültige Regelung trat am 03. August 2026 in Kraft und ersetzt das im August 2025 gestartete 12-monatige Pilotprojekt. Es gilt für Geschäftsreisende der Kategorie B-1, Touristen der Kategorie B-2 sowie für Antragsteller eines kombinierten B-1/B-2-Visums aus Ländern, die vom US-Außenministerium benannt wurden.

Die übliche Kaution beträgt voraussichtlich 15.000 US-Dollar. Ein Konsularbeamter kann sie je nach den Umständen des Antragstellers auf 10.000 US-Dollar reduzieren oder auf 20.000 US-Dollar erhöhen, wenn er der Ansicht ist, dass 15.000 US-Dollar die Einhaltung der Vorschriften nicht ausreichend gewährleisten. Die maximale Kaution soll ab 01. Oktober 2027 und anschließend alle sieben Jahre an die Inflation angepasst werden.

Welche 50 Länder sind betroffen? Die aktuelle Liste des US-Außenministeriums umfasst 50 Länder, davon 30 afrikanische: Algerien, Angola, Benin, Botswana, Burundi, Cabo Verde, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste, Dschibuti, Äthiopien, Gabun, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Lesotho, Malawi, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Namibia, Nigeria, São Tomé und Príncipe, Senegal, Seychellen, Tansania, Togo, Tunesien, Uganda, Sambia und Simbabwe.

In Asien sind Bürger der Staaten Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, Kirgisische Republik, Mongolei, Nepal, Tadschikistan und Turkmenistan betroffen. In der Karibik und Lateinamerika

Antigua und Barbuda, Kuba, Dominica, Grenada, Nicaragua und Venezuela. Im pazifischen Raum Fidschi, Papua-Neuguinea, Tonga, Tuvalu und Vanuatu sowie Georgien (Kaukasus).

Das US-Außenministerium kann die Liste fortlaufend ändern. Neue Länder können hinzugefügt werden. Die neuen Bestimmung bereitet der US-Reisebranche große Sorgen. Laut Freeman repräsentieren die derzeit 50 Länder weniger als 2 % der US-Besucher. Die unmittelbaren Auswirkungen auf den nationalen Tourismus sind daher begrenzt. Die Gefahr für die Branche liegt nicht unbedingt in der heutigen Liste.

Was genau ist die US-Visa-Bürgschaft ?Es handelt sich hierbei nicht um eine zusätzliche Visumgebühr im üblichen Sinne. Vielmehr ist es eine rückzahlbare Sicherheitsleistung.

Ein Reisender beantragt regulär ein B1/B2-Visum. Erfüllt der Antragsteller die übrigen Voraussetzungen und ist er vom Programm abgedeckt, legt der Konsularbeamte die Höhe der erforderlichen Kaution fest. Die Zahlung erfolgt anschließend über das Pay.gov-System des US-Finanzministeriums.

Ein Familienmitglied, Arbeitgeber, Freund oder ein anderer Dritter kann das Geld hinterlegen, aber derjenige, der die Kaution hinterlegt, ist auch derjenige, der Anspruch auf die Rückerstattung hat.

Das Geld sollte zurückerstattet werden, sobald der Reisende die Einreisebestimmungen erfüllt und die Vereinigten Staaten fristgerecht verlässt. Die Kaution kann als verletzt gelten, wenn der Reisende die zulässige Aufenthaltsdauer überschreitet oder gegen die an seinen Status geknüpften Bedingungen verstößt. Das US-Außenministerium nennt auch Versuche, den Nicht-Einwanderer-Status zu ändern, einschließlich eines Asylantrags, als Umstände, die zu einer Prüfung auf Kautionsbruch führen können.

Es gibt noch eine weitere bedeutende Einschränkung für den Tourismus. Reisende mit Sicherheitsgarantie müssen die Einreise- und Ausreisekontrolle passieren kommerzielle Einreiseflughäfen oder CBP-Vorabfertigungsstellen. Charterflüge, allgemeine Luftfahrt, Landwege und Seehäfen können nach dem derzeitigen System nicht zur Erfüllung der Ein- und Ausreisebestimmungen der Bürgschaft herangezogen werden. Das kann Urlaubsreisen in mehrere Länder, Kreuzfahrten, grenzüberschreitenden Tourismus mit Beteiligung von Kanada oder Mexiko, Privatflüge und einige Geschäftsreisen erschweren.

Erfolg der Strafverfolgungsbehörden. Es gibt stichhaltige Argumente für das Programm. Das US-Außenministerium erklärt, dass das Pilotprojekt 2025/26 gezeigt habe, dass das Bürgschaftssystem operativ umsetzbar sei und die Einhaltung der Vorschriften deutlich erhöht habe. Vor dem Programm verzeichneten die nun 50 erfassten Länder im Fiskaljahr 2024 exakt 45.488 Fälle von Visumsüberschreitungen. Während der ersten zehn Monate des Pilotprojekts berichtete die Regierung über weniger als 50 Überschreitungen der Aufenthaltsdauer.

Bei einem Verstoß gegen die Kautionsauflagen können die eingezogenen Gelder dazu beitragen, bestimmte staatliche Kosten für Strafverfolgung und Inhaftierung zu decken. Darüber hinaus besteht auch ein diplomatisches Ziel. Washington argumentiert, dass die Aufnahme von Ländern in die Bondliste ausländischen Regierungen einen Anreiz bietet, die Identitätsprüfung, den Austausch von Informationen über Vorstrafen, die Dokumentensicherheit und die Überprüfung zu verbessern und ihre Bürger zu ermutigen, die US-Einwanderungsbestimmungen einzuhalten. 

Das sind echte politische Vorteile. Aber es gibt da noch eine sehr wichtige Fußnote zum Thema Tourismus.

Das US-Außenministerium räumt offen ein, dass das Programm die Tridrnachfrage verringert hat und erwartet, dass die dauerhafte Regelung die Zahl der B1/B2-Visumanträge betroffener Nationalitäten weiter reduzieren wird. Hier kollidiert die Einwanderungspolitik direkt mit der Tourismuspolitik.

Die Bezeichnung der Anleihe als „rückzahlbar“ kann ihre wirtschaftliche Wirkung verschleiern. Beispiel: 

Eine nigerianische Familie mit vier Mitgliedern, die beispielsweise pro Antragsteller 15.000 US-Dollar benötigt, könnte theoretisch mit 60.000 US-Dollar an vorübergehend gebundenen Geldern konfrontiert sein, bevor Flugkosten, Hotels, Sehenswürdigkeiten, Versicherungen, Restaurantbesuche und Einkäufe berücksichtigt werden. Selbst wenn jeder Dollar letztendlich zurückkommt, muss der Reisende das Geld zunächst besitzen oder finanzieren. Hinzu kommen Opportunitätskosten: Geld, das beim US-Finanzministerium gebunden ist, kann nicht gleichzeitig ein Unternehmen finanzieren, Anlagerenditen erzielen, Schulgebühren bezahlen oder die Reise selbst finanzieren.

Das Währungsrisiko stellt eine weitere Komplikation dar. Das US-Außenministerium weist darauf hin, dass Anleihen in US-Dollar gezahlt und zurückerstattet werden und dass derjenige, der die Anleihe stellt, das Risiko von Wechselkursschwankungen trägt. 

Warum die US-Tourismusverantwortlichen jetzt nervös sind. Der Zeitpunkt ist besonders ungünstig für die amerikanische Tourismusbranche.Freeman teilte mit, dass die Reisen aus Kanada um etwa 25 % zurückgegangen seien, während die Besucherzahlen aus Asien bei etwa der Hälfte des Niveaus von 2019 blieben. Vorläufige Daten des Nationalen Tourismusbüros der vereinigten Staaten zeigten einen Rückgang der Auslandsreisen in die Vereinigten Staaten. 4,3 % seit Jahresbeginn bis Juni 2026 einschließlich eines Rückgangs von 1,8 % im Juni trotz der FIFA-Weltmeisterschaft. 

Dies ist besonders bemerkenswert, da die eigene Prognose des Handelsministeriums für internationale Besucher einen Anstieg der gesamten internationalen Ankünfte erwartet hatte. 3,2% mehr bzw. bis zu 70,5 Mio. im Jahr 2026, wobei die Weltmeisterschaft ausdrücklich als Wachstumstreiber genannt wird.

Die Vereinigten Staaten verfolgen daher zwei potenziell widersprüchliche Ziele: Mehr internationale Besucher und deren Ausgaben anzuziehen und gleichzeitig strengere finanzielle, verfahrenstechnische und einwanderungsrechtliche Kontrollen für einige dieser Besucher einzuführen.

Die Regierung selbst hat während der Weltmeisterschaft gezeigt, dass die Kaution den Tourismuszielen schaden kann. Sie erließ die Kaution für bestimmte berechtigte WM-Reisende, darunter Inhaber von Eintrittskarten und Mitglieder der teilnehmenden Mannschaften.

Das wirtschaftliche Risiko ist derzeit relativ gering, da die derzeitigen 50 Länder nur einen kleinen Anteil der internationalen Besucherzahlen der USA ausmachen. Eine Expansion in wichtige Fernreisemärkte wäre eine völlig andere Angelegenheit. Wenn die Visabürgschaft irgendwann einmal flächendeckend auf visumpflichtige Reisende ausgeweitet würde, könnte die Maßnahme lukrative Besuchermärkte erreichen, deren Reisende bereits jetzt mit Visumanträgen, Interviews, Reisekosten und anderen Einreisekosten konfrontiert sind.

Eine rückzahlbare Kaution in Höhe von mehreren zehntausend Dollar könnte nicht nur Freizeittouristen, sondern auch Kongressteilnehmer, Geschäftsreisende, Familien, die Verwandte besuchen, medizinische Reisende, Veranstaltungsbesucher und Kleinunternehmer betreffen.

Der Tourismus reagiert besonders empfindlich auf Reibungsverluste, weil Reisende in der Regel Alternativen haben.

  • In Dubai kann ein Kongress stattfinden.
  • Ein Urlaub kann nach Thailand verlegt werden.
  • Eine Firmenbesprechung kann in Singapur stattfinden.
  • Eine Familie kann beschließen, sich dieses Jahr stattdessen in Europa zu treffen.

Die Vereinigten Staaten verlieren durch diese Entscheidung nicht nur den Visumantragsteller. Fluggesellschaften, Hotels, Kongresszentren, Restaurants, Einzelhändler, Autovermietungen, Sehenswürdigkeiten und die lokalen Steuerbehörden verlieren die Ausgaben der eigentlich erwarteten ausländischen Besucher- 

Die unbeantwortete Frage. Die größte ungeklärte Frage ist die Kausalität. Washington kann mit Sicherheit sagen, dass die Zahl der Personen mit überzogenem Aufenthaltstitel unter den betroffenen Nationalitäten stark zurückgegangen ist. Da die Visavergabe jedoch gleichzeitig um 83 % zurückging, beweist das Pilotprojekt nicht einfach, dass eine Anleihe das Verhalten einer unveränderten Reisendenpopulation verändert hat. Es zeigt auch, dass sich die Politik dramatisch zum Nachteil des aller touristischen Player der USA verändert hat.  Quelle: e-Turbo-News / CM

FlightAware verklagt Plattform Kalshi, die Wetten auf Flugausfälle anbietet 

FlightAware, die weltweit größte Website zur Flugverfolgung, verklagt die aufstrebende Prognosemarkt-Plattform Kalshi. Der Vorwurf: Kalshi nutze Daten und Markenzeichen von FlightAware, um einen neue und umstrittenen Markt zu bewerben, der es Verbrauchern ermöglicht, auf Flugausfälle zu wetten – ein Angebot, das nach Ansicht von FlightAware Fluggäste gefährdet und das „Potenzial für massive Störungen des Flugverkehrs“ birgt.

Kalshi wurde 2018 von Tarek Mansour und Luana Lopes Lara in New York gegründet und ist eine Plattform für Prognosemärkte, die es Privatpersonen ermöglicht, auf den Ausgang künftiger Ereignisse zu wetten. Das Angebot deckt eine Vielzahl von Bereichen ab, von klassischen Themen wie Sportergebnissen bis hin zu Rohstoffen, Politik und zahlreichen weiteren Gebieten, darunter seit gut vier Wochen auch die Luftfahrt.

Laut einer Klage, die FlightAware Anfang dieser Woche bei einem Bezirksgericht in New York eingereicht hat, weitete Kalshi sein Marktangebot am 14. Juli 2026 auf die zivile Luftfahrt aus – konkret auf die Frage, ob Flüge an bestimmten Flughäfen gestrichen werden.

FlightAware hat die US-Wetten-Plattform Kalshi verklagt. Foto Oliv.

FlightAware beantragt bei Gericht eine einstweilige Verfügung, die Kalshi die Nutzung der Marke oder der Daten des Unternehmens untersagt, und fordert zudem, Kalshi zur Offenlegung und Herausgabe sämtlicher Gewinne zu verpflichten, die aus der unbefugten Nutzung der FlightAware-Marken erzielt wurden. Darüber hinaus verlangt FlightAware Schadenersatz in Höhe des bis zu Dreifachen des tatsächlich entstandenen Schadens sowie die Erstattung der Rechtsverfolgungskosten.

So lautet beispielsweise eine der derzeit auf Kalshi laufenden Prognosefragen: „Werden am 21. Oktober 2026 mindestens 50 % der geplanten Flüge am Flughafen JFK gestrichen?“ Darauf kann man dann Geld setzen und gewinnen oder verlieren, wie das u.a. bei den bekannten Sportwetten der Fall ist,

FlightAware macht geltend, dass Kalshi vor Einreichung der Klage Logo, Name und Marke des Unternehmens FlightAware ohne dessen Zustimmung verwendet habe – und dies auch dann fortsetzte, nachdem die Flugverfolgungs-Website das Unternehmen zur Unterlassung aufgefordert hatte.

In der Klageschrift heißt es: „Kalshi hat FlightAware zu keinem Zeitpunkt darüber informiert, dass es sich bei der Ermittlung der Ergebnisse dieser Wettmärkte auf die Daten von FlightAware stützen würde. Sobald FlightAware von Kalshis unzulässigem Verhalten Kenntnis erlangte, verschickte das Unternehmen umgehend Abmahnungen.“ „Trotzdem bietet Kalshi bis heute Wetten auf annullierte Flüge an und bewirbt diese mit dem Hinweis, sie seien ‚durch FlightAware verifiziert‘ – obwohl Kalshi in eigenen Unterlagen andere Datenquellen nennt, die zur Abrechnung der Wetten herangezogen werden könnten.“

FlightAware erklärt, seine Nutzungsbedingungen hätten Kalshi bereits zuvor untersagt, die umfangreiche Datenbank und die proprietären Informationen des Unternehmens für den Betrieb seines Prognosemarktes im Luftfahrtbereich zu nutzen; dennoch habe FlightAware – nur zwei Tage nach dem Start des Marktes durch Kalshi – die Nutzungsbedingungen angepasst, um Prognosemärkte ausdrücklich als unzulässig zu deklarieren.

Das Unternehmen äußert sich besorgt nicht nur über die unbefugte Nutzung von Name und Daten durch Kalshi, sondern auch darüber, dass Verbraucher, die auf solche Prognosemärkte setzen, einen Anreiz haben könnten, das Marktergebnis zu beeinflussen.

„Die mit Prognosemärkten verbundenen Risiken haben bereits zu Vorwürfen wegen schwerwiegenden Fehlverhaltens und anderen besorgniserregenden Warnsignalen geführt“, heißt es in der Klageschrift. Darin wird behauptet, ein Soldat der Army Special Forces habe geheime Informationen über die geplante Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro genutzt, um bei Polymarket – dem Hauptkonkurrenten von Kalshi – Wetten zu platzieren, die ihm mehr als 400.000 US-Dollar einbrachten.

Die Klage deutet darauf hin, dass Verbraucher dazu verleitet werden könnten, Flugausfälle herbeizuführen, um eine Wette zu gewinnen, wodurch möglicherweise das Leben von Passagieren gefährdet würde.

Am 15. Juli 2026, nur einen Tag, nachdem Kalshi seinen Prognosemarkt für Flugausfälle gestartet hatte, reagierte FlightAware mit einer Unterlassungsaufforderung und verlangte, dass die Plattform die Nutzung ihrer Daten und ihrer Marke einstellt. Als Reaktion darauf fügte Kalshi seiner Website einen Hinweis hinzu, dass die Märkte für Flugausfälle nicht von FlightAware unterstützt würden, auch wenn das Unternehmen weiterhin auf Daten von FlightAware zurückgriff. Seit Einreichung der Klage hat Kalshi aber den Namen FlightAware von seiner Website entfernt.

Die Anwälte von FlightAware schreiben: „Die Nachricht von Kalshis geplantem Markt für Wetten auf Flugausfälle stieß auf breite öffentliche Empörung. Zahlreiche Kommentatoren im Internet wiesen auf die Sicherheitsrisiken hin, die entstehen, wenn Spekulanten und böswillige Akteure dazu animiert werden, Flugausfälle zu verursachen, um von ihren platzierten Wetten zu profitieren.“

FlightAware erklärt, durch die unbefugte Nutzung seiner Marken durch Kalshi geschädigt worden zu sein; einige Nutzer hätten angekündigt, FlightAware zu boykottieren und Konkurrenzprodukte zu verwenden, da sie fälschlicherweise von einer Partnerschaft zwischen FlightAware und Kalshi ausgingen. „Als Unternehmen, dessen Geschäftstätigkeit von der Sicherheit und Integrität der Luftfahrt abhängt, droht FlightAware ein unmittelbarer und irreparabler Schaden, da seine Daten und sein Name mit Verhaltensweisen in Verbindung gebracht werden, die den Flugbetrieb und die Sicherheit der Passagiere gefährden könnten“, heißt es in der Klageschrift weiter.

FlightAware beantragt bei Gericht eine einstweilige Verfügung, die Kalshi die Nutzung der Marke oder der Daten des Unternehmens untersagt, und fordert zudem, Kalshi zur Offenlegung und Herausgabe sämtlicher Gewinne zu verpflichten, die aus der unbefugten Nutzung der FlightAware-Marken erzielt wurden. Darüber hinaus verlangt FlightAware Schadenersatz in Höhe des bis zu Dreifachen des tatsächlich entstandenen Schadens sowie die Erstattung der Rechtsverfolgungskosten. Quelle: FlightAware / CM

Bundesverkehrsminister verschlimmbessert die Niedrigwasser-Sitiuation

Das extreme Niedrigwasser am Rhein wirkt wie ein Preistreiber und macht Tanken teurer, heißt es beim ADAC.  Üblicherweise ist die Wasserstraße Rhein ein beeutender Transportweg für Öl, Benzin und Diesel. Der Transport mit Tankschiffen ist weitaus kostengünstiger als mit den vergleichsweise kleinen Lkw. Und es ist auch etwas günstiger als Güterzüge mit Tankkesselwagen. 

In besseren Zeiten werden auf dem Rhein  Kohle, Erze, Chemikalien, Getreide, Benzin, Diesel und Heizöl zu vergleichsweise günstigen Tarifen durchs Land geschippert. Nun hat Bundesverkehrsminister Bilger angeordnet, das Lkw-Fhrverbot an Sonn – und Feiertagen bis In den September hinein aufzuheben. Heißt im Klartext: Täglich müssten um die 40.000 zusätzliche Tanklaster bzw. Sattelzüge mit für die deutsche Wirtschaft wichtigen Vorprodukten bzw. kritischen Waren auf die Straßen. Das aber hat den verheerenden Effekt, dass noch mehr Schadstoffe in die Luft gepustet werden, zumal Lkw laut Klimaforschern mit zu den maßgeblichen Treibern des Klimawandels zählen und mit verantwortlich für die sie sich mehrenden Hitzewellen sind. 

Mindestens 40.000m Lkw mehr an Sonn- und Feiertagen bringen Deutschland auch an diesen Tagen dem Verkehrsinfarkt und noch mehr Hitzewellen näher- Foto ADAC

Der Bundesverkehrsminister hätte gut daran getan, die durch den Ausfall relevanten Güter der Schifffahrt mehrheitlich auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. Aber so weit reicht der Verstand im Bundesverkehrsministerium nicht und auch nicht in den Länder-Verkehrs- und -Wirtschaftsministerien. Die Folge: Die Politik verschlimmbessert mit ihrem kontraproduktiven Handeln die Situation und macht sich schuldig an vielen weiteren Toten in Deutschland. 

Zum Glück wird der deutsche Markt nicht ausschließlich über den Rhein, sondern über ein „Netzwerk aus Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie den Schienen- und Straßenverkehr“ versorgt,. Daher dürfte das Niedrigwasser derzeit vor allem regional zu höheren Kraftstoffpreisen beitragen. Nachzuverfolgen übrigens auf dem Spritpreisportal „Tankerköni“: Die teuersten Bundesländer bei Benzin sind derzeit NRW, Hessen, Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Quelle: ADAC / CM