United- App ermöglicht Passagieren, sich bei Flugstörungen selbst auf die Warteliste (Standby) setzen zu lassen

United Airlines hat soeben eine neue Funktion in ihrer App eingeführt, die das Reisen für Mitarbeitende (die oft auf Standby-Basis fliegen) noch schwieriger machen dürfte: Bei Flugstörungen können reguläre Passagiere sich nun für bis zu drei weitere Flüge auf die Warteliste setzen lassen, während sie gleichzeitig ihren bestätigten Sitzplatz für einen vierten Flug behalten.

Wird ein Flug gestrichen oder stark verspätet, bucht United Airlines die Passagiere automatisch auf den nächsten verfügbaren Flug um. Doch was, wenn der nächste Flug erst in einigen Stunden startet und man dringend an sein Ziel gelangen möchte?

Die neue Funktion erlaubt es umgebuchten Passagieren, ihren bestätigten Sitzplatz zu behalten und sich gleichzeitig für bis zu drei alternative Flüge auf die Warteliste setzen zu lassen. Die United-App überwacht daraufhin automatisch die Sitzplatzverfügbarkeit auf diesen Flügen und benachrichtigt den Passagier per SMS, sobald ein Platz frei wird.

Man kann dann entscheiden, ob man auf den früheren Flug wechselt oder den Sitzplatz auf der Verbindung behält, auf die United einen ursprünglich automatisch umgebucht hatte.

„Bei Flugstörungen können Kunden ihre bestätigte Reiseplanung beibehalten und sich für drei zusätzliche Flüge auf die Warteliste setzen lassen“, erklärte Jennifer Schwierzke, Vice President of Customer Operations, Strategy & Execution bei United.

Für United-Beschäftigte, die im Rahmen von Vergünstigungen (sogenannte „Non-Rev“-Reisen) fliegen und in letzter Minute noch einen Platz ergattern wollen, könnte diese neue Funktion die Situation weiter erschweren. Stellen Sie sich vor, Sie sind als Mitarbeiter auf Reisen und sehen, dass auf einem ansonsten ausgebuchten Flug ein Platz frei wird – nachdem Sie zuvor bereits bei mehreren anderen Flügen wegen Überbuchung abgewiesen wurden. Sie glauben, endlich an Bord gehen zu können, doch dann – schwupps – ist der Platz weg, weil ein anderer Passagier gerade von seiner Standby-Liste auf diesen Flug gewechselt ist. Natürlich ist das Reisen auf Mitarbeiterbasis nichts für schwache Nerven, auch wenn das Unterfangen zweifellos immer schwieriger wird.

Die Fluggesellschaft hat zudem kürzlich ein „virtuelles Gate“ in ihre App integriert, um dem Ärgernis  jener  Passagieren, die sich schon vorzeitig am Gate in eie vorhergehende Gruppe drängeln – entgegenzuwirken. Anstatt am Gate darauf zu warten, wann die eigene Boarding-Gruppe aufgerufen wird, sendet das virtuelle Gate Echtzeit-Updates auf das Mobiltelefon: Man erfährt, welche Gruppe gerade an der Reihe ist, und sieht anhand einer Fortschrittsanzeige, wie viele Passagiere bereits an Bord gegangen sind. Quelle: United / CM

Emirates und Lufthansa verweigern Abnahme der ersten B 777-X

Boeing bekommt Ärger mit Lufthansa und Emirates. Beide Carrier weigern sich, die allerersten, bereits vor Jahren (zwischen 2019 und 2021) von Boeing gebauten Exemplare der Boeing 777X (777-9) abzunehmen. Die Riesenjets und Nachfolger der Jumbos B 747 wurden auf Basis von Planungen aus der Vorkrisen- und Frühphase gebaut. Durch jahrelange Modifikationen während der Testphase hinken sie dem finalen Serienstandard hinterher

Wegen der jahrelangen Verzögerungen und Zertifizierungsprobleme wären diese sogenannten „Early-Build“-Maschinen bei einer Übergabe bereits rund acht Jahre alt, müssten aufwendig umgebaut werden und entsprechen nicht mehr dem aktuellen technischen Standard, betonen Emirates-Chef Sir Tim Clark und Lufthansa-Boss Carsten Spohr. Clark lehnt die ersten zehn Jets scharf ab. Die Lufthansa verhandelt über den Ausschluss dieser gealterten Versionen oder verlangt umfangreiche Nachbesserungen sowie finanzielle Nachlässe.

Emirates hat insgesamt 270 Einheiten der B 777-X-Familie bei Boeing bestellt. Damit ist die Airline aus Dubai mit Abstand der größte Kunde für diesen Flugzeugtyp. Lufthansa hat 27 in Auftrag gegeben. Die Order teilt sich in zwei Varianten auf: 20 Maschinen des Passagiermodells B 777-9 (plus Optionen für weitere 24 Jets) und sieben Jets der Frachtversion B 777-8F für die Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo. Jetzt wollen beide Airlines  die ersten Modelle dieser vor Jahren fix und fertig produzierten Tripleseven nicht abnehmen.  

Emirates-Chef Sir Tim Clark betonte, das Design der B 777-X habe über die Jahre einfach zu viele wesentliche Änderungen erfahren, wobei unter Design nicht das optische Aussehen der Jets gemeint ist, sondern die technische Ausstattung.  

Auch Lufthansa CEO Carsten Spohr ist nicht begeistert. In einem Analysten-Gespräch am 04. August sagte Spohr, die LH führe derzeit Gespräche mi Boeing darüber, welche dieser Jets er für den kommerziellen Flugbetrieb nicht akzeptieren werde und welche vielleicht noch auf den aktuellen Stand gebracht werden können. Dazu müsse der Hersteller aber seinen finanziellen Beitrag leisten. 

Im Mai hob die erste für die Lufthansa bestimmte B 777-X mit der Seriennummer 1781 in Everett ab . Sie soll das Kennzeichen D-ABTG. Erhalten. Zwischen D-ABTA und D-ABTG liegen fünf weitere Kennungen, die auf B, C, D, E und F enden. Quelle: Emirates / Lufthansa / CM

Condor und Qantas sind jetzt Partner

Das deutsche Luftfahrtunternehmen Condor und die australische Fluggesellschaft Qantas starten eine neue Partnerschaft. Zusammen schaffen sie zusätzliche Reisemöglichkeiten zwischen Australien und Neuseeland sowie Europa und darüber hinaus. 

Im Rahmen der Zusammenarbeit können Mitglieder des Qantas Frequent Flyer Programms ihre Qantas Points ab sofort für Prämienflüge mit Condor einlösen. Neben der Zusammenarbeit im Frequent Flyer Programm umfasst die Kooperation auch eine Interline Partnerschaft, die die Streckennetze von Condor und Qantas miteinander verbindet. An wichtigen internationalen Drehkreuzen wie Bangkok, Johannesburg, Los Angeles, San Francisco, New York, Vancouver, Paris und Rom überschneiden sich die Netzwerke beider Airlines. Dadurch entstehen z.B. für Geschäftsreisende zusätzliche Reisemöglichkeiten zwischen Australien und Neuseeland sowie Europa und darüber hinaus. Auf durchgehend gebuchten Verbindungen kann das Gepäck bequem bis zum Zielflughafen durchgecheckt werden.

Condor ist jetzt Partner der Qantas. Foto: Condor

Qantas Frequent Flyer erhalten durch die Partnerschaft Zugang zu Prämienflügen im Condor Streckennetz. Condor fliegt zu mehr als 90 Zielen in Europa, im Mittelmeerraum, in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik. Über internationale Umsteigepunkte können Reisende aus Australien und Neuseeland das Condor Netzwerk erreichen und ihre Reise zu zahlreichen Zielen fortsetzen.

Die neue Zusammenarbeit mit Qantas ist Teil des kontinuierlichen Ausbaus des internationalen Partnernetzwerks von Condor. Seit Beginn dieses Jahres hat Condor Interline Vereinbarungen mit Etihad Airways, EVA Air, Saudia, Air Astana, Japan Airlines, Hainan Airlines, Cathay Pacific, Uzbekistan Airways und Qantas Airways geschlossen. Auch die Zusammenarbeit mit Thai Airways startet zum 01. September 2026.  

Durch die neuen Partnerschaften verknüpft Condor das eigene Streckennetz noch stärker mit wichtigen internationalen Märkten und Destinationen in Asien, Australien, Neuseeland und dem Nahen Osten. Quelle: Condor / CM

Neues Parkhaus P8 am Flughafen München 

Am Flughafen München steht ab sofort (01.09.2026) das neue Parkhaus P8 für (Geschäfts)Reisende zur Verfügung. Das P8 bietet rund 3.700 Stellplätze und liegt direkt zwischen Terminal 1 und Terminal 2, die in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar sind. Wer seinen Stellplatz vorab online bucht, profitiert dabei von günstigeren Parktarifen und einer komfortablen Einfahrt: Bei Angabe des Fahrzeugkennzeichens erkennt die moderne Kennzeichenerfassung das Fahrzeug automatisch und ermöglicht eine berührungslose Ein- und Ausfahrt.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit kann das neue P8 punkten: Auf dem Retentionsdach wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1.378 Kilowattpeak installiert. Die PV-Anlage wird mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge kombiniert; im ersten Schritt entstehen bis zu 50 neue Ladepunkte Das Dach kann Niederschlagswasser aufnehmen und über Verdunstung wieder an die Atmosphäre abgeben. Zudem stehen Stellplätze für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Eine intelligente Systemsteuerung und energieeffiziente LED-Beleuchtung tragen dazu bei, den Energieverbrauch des Parkhauses zu reduzieren.

V.l.: Jens Arndt, Leiter Real Estate der Flughafen München GmbH; Maria Dahlhaus, Leiterin Commercial Activities der Flughafen München GmbH; Johann Bögl, Vorsitzender Gesellschafter der Firmengruppe Max Bögl.

Das P8 ersetzt ein altes, bestehendes Parkhaus, das es seit der Flughafeneröffnung 1992 gab. Nach dem Abbruch des alten Gebäudes und der Baufeldherstellung im Jahr 2023 startete der Neubau im Mai 2024. Realisiert wurde das Projekt von der Firmengruppe Max Bögl als Generalunternehmer.

Zum Start des neuen P8 profitieren Reisende zudem bis Ende des Jahres von 25 % Rabatt bei einer Online-Buchung – im P8 sowie auf vielen weiteren Parkflächen am Flughafen München. Weitere Informationen gibt es unter parken.munich-airport.de.  Quelle: FMG / CM

Neues Triebwerksöl erschwert Erkennen ernster Probleme für die Besatzung

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) fordert eine dringende Untersuchung, nachdem bekannt wurde, dass Fluggesellschaften verstärkt ein neues Triebwerksöl einsetzen. Dieses Öl ist so konzipiert, dass es selbst dann, wenn es verdampft und über die Klimaanlage in das Cockpit oder die Passagierkabine gelangt, kaum einen wahrnehmbaren Geruch („unauffälliges Geruchsprofil“) entwickelt. Dennoch vermutlich giftig ist.

Das neue Triebwerksöl mit der Bezeichnung „Turbo Oil 2330“ stammt von der in Tennessee ansässigen Eastman Chemical Company. Laut Hersteller wurde Turbo Oil 2330 speziell entwickelt, um die Leistungsfähigkeit zu steigern und gleichzeitig eines der problematischsten Themen der Luftfahrtbranche anzugehen: Geruchsbelästigungen in der Kabine.

Turbo Oil 2330 ist für den Einsatz im Hilfstriebwerk (APU – Auxiliary Power Unit) von Flugzeugen vorgesehen. Bei der APU handelt es sich im Wesentlichen um ein kleines Triebwerk im Heck eines Verkehrsflugzeugs. Sie dient dazu, das Flugzeug am Boden mit Energie zu versorgen, wenn die Haupttriebwerke nicht laufen, sowie zum Starten der Haupttriebwerke nach dem Zurücksetzen (Pushback) vom Gate.

Gelegentlich kann Öl aus der APU austreten und aufgrund der extremen Hitze in deren Umgebung verdampfen. Bei einigen Flugzeugtypen saugt der Einlass der Klimaanlage diese Öldämpfe an, wodurch Cockpit und Kabine kontaminiert werden.

Verdampftes Triebwerksöl zeichnet sich durch einen extrem beißenden Geruch aus, der oft mit dem von „verschwitzten Socken“ oder einem „nassen Hund“ verglichen wird. Die Dämpfe können Reizungen der Augen und des Rachens, Kopfschmerzen sowie Übelkeit verursachen.

In den meisten Fällen sind die Auswirkungen dessen, was die Luftfahrtbranche vorzugsweise als „Geruchsvorfall“ (odor event) bezeichnet, nur von kurzer Dauer und klingen ohne Langzeitfolgen ab. Es gibt jedoch immer mehr Klagen, in denen behauptet wird, dass diese Vorfälle chronische und stark beeinträchtigende Gesundheitsprobleme verursacht haben, die das Leben der Betroffenen tiefgreifend verändert haben. Gesprochen wird im Allgemeinen von der weitaus treffenderen Bezeichnung: „Toxic Fume Events“ (Vorfälle mit giftigen Dämpfen).

Eastman erklärt, sein „Turbo Oil 2330“ werde dazu beitragen, die Flugzeugauslastung und -effizienz zu steigern, da Fluggesellschaften ihre Maschinen bei einem Geruchsvorfall nicht mehr für Untersuchungen am Boden lassen müssten.

Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) kritisiert, dass Eastmans Marketingaussage völlig am Kern der Sache vorbeigehe: Zwar erschwere Turbo Oil 2330 der Besatzung das Erkennen eines Geruchsvorfalls, doch bedeute dies keineswegs, dass ein solcher Vorfall nicht stattgefunden habe.

„Wenn Öl oder dessen erhitzte bzw. zersetzte Bestandteile in die Kabinenluft gelangen, muss das Kabinenpersonal in der Lage sein, den Vorfall zu erkennen und zu melden“, kritisiert die ITF scharf. „Die Einführung von ETO 2330 darf nicht dazu führen, dass weniger Vorfälle gemeldet werden, nur weil sie schwerer zu riechen sind. Wir fordern eine Untersuchung sowie eine Überprüfung der Sicherheits- und Gesundheitsaspekte beim Einsatz von ETO 2330, wobei besonderes Augenmerk auf die möglichen Folgen der verringerten Geruchswahrnehmung gelegt werden muss“, hieß es weiter in der Erklärung des Verbands. „Die Einführung von ETO 2330 darf weder die Gesundheit des Kabinenpersonals noch die wirksame Erkennung, Meldung und Untersuchung von Vorfällen mit kontaminierter Kabinenluft beeinträchtigen.“

Der europäische Flugzeughersteller Airbus sieht sich mit mehreren Klagen von Flugbegleitern konfrontiert, die nach eigenen Angaben langfristige gesundheitliche Schäden durch das Einatmen kontaminierter Kabinenluft – verursacht durch verdampfendes Triebwerksöl – erlitten haben.

Einer dieser Fälle wurde von einer in Phoenix stationierten Flugbegleiterin von American Airlines angestrengt. Sie gibt an, nach einem alarmierenden Vorfall am 14. Januar 2024 dauerhafte neurologische und psychische Schäden davongetragen zu haben. Die Stewardess stand gerade im Gang eines Airbus A319  und begrüßte die Passagiere beim Einstieg am Flughafen Phoenix Sky Harbor, als der Kapitän das Hilfstriebwerk (APU) einschaltete.

Laut der Klageschrift breitete sich innerhalb von Sekunden nach dem Einschalten der APU ein Geruch nach schmutzigen Socken in der Kabine aus. Sie begab sich rasch in den hinteren Teil des Flugzeugs, wo sie eine Kollegin vorfand, die aufgrund des Geruchs husten und würgen musste. Die Flugbegleiterin verständigte den Kapitän, der daraufhin die Evakuierung des Flugzeugs anordnete. Währenddessen begann die Frau zu husten; zudem litt sie unter geistiger Benommenheit und starken Kopfschmerzen. Bis heute konnte das Cabin Crew-Mitglied die Arbeit als Flugbegleiterin nicht wieder aufnehmen. Sie leidet weiterhin täglich unter Kopfschmerzen, und bei jedem Versuch, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, treten Panikattacken auf – Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung.

In ihrer Klage wird ein Schadenersatz in Höhe von 30 Mio. US-Dollar gefordert. Begründung: Airbus sei seit Langem bekannt, dass die Platzierung der APU in der Nähe eines Lufteinlasses die Flugzeuge der A320-Baureihe anfällig für Geruchsvorfälle mache.

Unterstützt wird die Kampagne der ITF von der Association of Flight Attendants (AFA-CWA), der größten Gewerkschaft für Kabinenpersonal in den USA, die sich seit Jahren für eine Verbesserung der Luftqualität an Bord von Verkehrsflugzeugen einsetzt. Quelle:  ITF / CM

Golf-Airlines mit milliardenschweren Verlusten

Die seit Ende Februar 2026 andauernden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran stürzten die Luftfahrtindustrie der Region in eine schwere Krise.  Während der Krieg im Nahen Osten diverse Routen der Airlines aus den Golfstaaten lahmlegte, war dies für die europäische Konkurrenz eine Möglichkeit, wenigstens ein bisschen aufzuholen. 

Über 2.000 Flüge pro Tag haben Emirates und Co. bis 27. Februar 2026 durchgeführt. Tags darauf sind dann die Lufträume in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und weiteren Ländern geschlossen worden und der Flugbetrieb km weitgehend zum Erliegen. Nachdem man in Dubai, Abu Dhabi und auch Doha auf die Airlines angewiesen ist, waren die dortigen Regierungen natürlich sehr bemüht, den Flugbetrieb so schnell wie möglich wieder hochzufahren. Über mehrere Monate wurden Emirates, Qatar Airways und Etihad durch gesperrte Lufträume, beschädigte Infrastruktur und teure Umwege ausgebremst.Doch Emirates-Präsident Sir Tim Clark sieht darin keine Schwäche, sondern nur eine Unterbrechung. Seine Botschaft an Europas Airlines war  unmissverständlich: Emirates werde „hart und schnell“ zurückkommen.

Riesige <Verluste schreiben die drei großen Golfcarrier 2026. Foto: DBX

Fakt ist: Der Nettogewinn von umgerechnet  7,2 Mrd. US-Dollar der Fluggesellschaften im Nahen Osten im Jahr 2025 wird sich für 2026 in einen Nettoverlust von 4,3 Mrd.  US-Dollar verkehren, prognostiziert die International Air Transport Association (IATA). Seit den ersten Angriffen des Iran auf Israel und den darauf erfolgten Gegenschlägen von Israel mussten die Lufträume wegen zahlreicher Raketen und Drohnen des Mullah-Regimes sowie Militärjets der US Airforce sowie der israelischen Luftwaffe großräumig gesperrt werden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) rät weiterhin von Überflügen bestimmter Regionen ab.

Üner Monate, bis ca. Mitte Juni, rieten europäische Regierungen von nicht dringenden Reisen in die VAE ab. Diese Warnung beinhaltete auch reine Umsteigeverbindungen via Dubai, Abu Dhabi und Qatar Richtung Asien, Indischer Ozean, Afrika etc..

Die zeilweise Sperrung der Lufträume, die Reisewarnungen und die generelle Verunsicherung der Reisemärkte sind ein ganz dickes Problem des ‘Hub-and-Spoke – Systems’ von Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways. Dieses System über Dubai, Abu Dhabi und Qatar Airways funktioniert nur bei maximaler Effizienz und Sicherheit. Die Passagiernachfrage im Nahen Osten fiel im Juni um fast 14 %, während der Direktverkehr zwischen Europa und Asien um 11% zunahm.

Viele europäische und asiatische Airlines haben ihre Flüge in die Region bis weit in den Herbst oder sogar bis 2027 (z.B. Air Canada) ausgesetzt, was die Auswahl für Geschäftsreisende drastisch einschränkt und die Preise für die verbleibenden Verbindungen in die Höhe treibt. Quelle: Middle East Eye

100 Jahre Flugplatz St. Gallen-Altenrhein

Mit spektakulären Flugshows und zahlreichen Schaulustigen hat der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Höhepunkt war einer der letzten Auftritte der Patrouille Suisse.

Der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein (IATA Code ACH) ist ein Regionalairport in der Ostschweiz in Altenrhein SG, Gemeinde Thal, rund 20 km nordöstlich von St. Gallen am Ufer des Bodensees und unmittelbar an der Grenze zu Österreich gelegen. Der Flugplatz ist u.a. für den geschäftlichen und privaten Flugverkehr von Bedeutung. Insbesondere während des Weltwirtschaftsforums in Davos wird er von Privat- bzw. Businessjets angeflogen.

Während drei Tagen vom 28. Bis 30. August 2026 blickte der Flugplatz am Bodensee gemeinsam mit rund 40.000 Besuchern und mit einem vielseitigen Programm auf zehn Jahrzehnte Luftfahrtgeschichte zurück. Unter ihnen waren auch zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft.

Insbesondere am Samstag und Sonntag strömten die Menschen in großer Zahl nach Altenrhein. Maßgeblich dazu beigetragen haben dürfte einer der letzten Auftritte der Patrouille Suisse, die Ende 2027 aufgelöst wird.

Die Flugzeug-Fans mussten sich in Geduld üben: Massive Verkehrsüberlastungen und Staus in der Region führten zu langen Wartezeiten. Viele, die kein Ticket mehr ergattern konnten, verfolgten die Flugshow deshalb außerhalb des offiziellen Geländes.

Wenn die Patrouille Suisse mit ihren präzisen Formationen und perfekt choreografierten Manövern über dem Flugplatz ihre Kreise zog, blieb den Zuschauern buchstäblich der Atem weg, zogen die Verantwortlichen Bilanz zum Highlight des Wochenendes. Die Patrouille Suisse sorgt mit ihrem Auftritt über Altenrhein für einen der Höhepunkte des Jubiläumswochenendes. 

Zu sehen waren aber nicht nur die Northrop F-5 Tiger II, sondern auch die North American P-51 Mustang und die kunstflugfähige Bo 105. Ebenfalls für Begeisterung sorgte die Classic Formation mit der legendären DC-3 und drei Beechcraft Model 18. Viele der historischen Maschinen, die normalerweise nur im Fliegermuseum in Altenrhein zu sehen sind, waren beim Jubiläum in der Luft zu erleben. Quelle: ACH / CM

DUS plant nachhaltiges Wachstum

Der Düsseldorfer Flughafen legt bei seiner weiteren Entwicklung einen klaren Schwerpunkt auf nachhaltiges Wachstum, betriebliche Effizienz und die Interessen seiner Anwohner. Mit dem im Dezember 2025 beim zuständigen Landesverkehrsministerium eingereichten Antrag auf Anpassung des laufenden Planfeststellungsverfahrens verbindet der Airport diese Ziele mit verlässlichen Rahmenbedingungen für Fluggesellschaften. 

Sie sichern die internationale Anbindung des Wirtschaftsraums NRW, bieten (Geschäfts)Reisenden ein attraktives Streckennetz, schaffen hochwertige Arbeitsplätze und bekennen sich zum Ziel eines klimaneutralen Luftverkehrs. Am 02. September beginnt die öffentliche Auslegung des geänderten Antrags. Anwohner haben die Möglichkeit, sich umfassend über den Antrag zu informieren und ihre Sicht in das Verfahren einzubringen.

Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens:„Der Kern unseres geänderten Antrags ist die intelligente, flexible Nutzung bestehender Kapazitäten – nicht deren Ausweitung. Die bestehende Kapazitätsobergrenze bleibt erhalten. Damit schaffen wir einen verlässlichen Rahmen und stärken den Anwohnerschutz. Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass der Flughafen als Wirtschaftsmotor, Jobmaschine und Tor zur Welt auch künftig erfolgreich sein kann.“

Der Düsseldorfer Airport, drittgrößter in Deutschland, plant nachhaltiges Wachstum. Foto: DUS

Der geänderte Antrag des Airports beruht auf einer aktuellen Luftverkehrsprognose für das Jahr 2040 und einer darauf aufbauenden Betrachtung der Auswirkungen auf die Umgebung des Flughafens. Die bestehende Obergrenze von 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten bleibt unverändert bestehen. Innerhalb dieses Rahmens soll der Anteil des Linien- und Charterverkehrs von 122.176 auf maximal 128.000 Flugbewegungen steigen. Für den übrigen Verkehr sind mindestens 3.000 Bewegungen vorgesehen. Das heißt: Eine weitere Fokussierung auf die Verkehre, die für Menschen und Unternehmen in der Region Mobilität und Verbindungsqualität garantieren.

Intelligente Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Der Airport verfolgt das Ziel, den Flugbetrieb innerhalb dieser Grenzen effizienter steuern und Engpässe minimieren zu können. Bereits heute darf der Flughafen tagsüber zwischen 06 und 22 Uhr an insgesamt 56 Stunden pro Woche beide Start- und Landebahnen nutzen. Für diese Zeiträume beantragt der Airport weiterhin, künftig bis zu 60 statt bisher 47 Flugbewegungen koordinieren zu können. Verkehrsspitzen können so besser gesteuert und Flugangebote zeitlich näher an der Nachfrage ausgerichtet werden. Gleichzeitig beantragt der Flughafen mehr Flexibilität bei der Nutzung des Zweibahnsystems. Die Nutzung der Zweibahnstunden soll künftig in Folge unvorhersehbarer Ereignisse wie z.B. Gewitter oder Engpässen im Luftraum anpassbar sein. Dies würde es ermöglichen, zusätzlichen Verspätungen entgegenzuwirken und Abläufe zu stabilisieren.

Regeln zum Schutz der Anwohner. Die Nachtflugregeln bleiben unverändert: Zwischen 22 und 23 Uhr dürfen maximal 33 Landungen pro Tag geplant werden. Planmäßige Starts sind in dieser Stunde nicht zulässig. Starts sind erst ab 06 Uhr morgens zulässig. Zwischen 23 und 06 Uhr dürfen im Linien- und Charterverkehr grundsätzlich keine Flugbewegungen geplant werden. Damit hat der Düsseldorfer Flughafen schon heute kürzere Betriebszeiten als andere deutsche und europäische Flughäfen, an denen zum Teil ein 24 Stundenbetrieb wie in Köln/Bonn und Münster/Osnabrück möglich ist, oder wo Starts und Landungen zwischen 95 und 23 Uhr erfolgen können.

Weniger nächtliche Verspätungen bei steigendem Verkehr. Mit seinem Qualitätsprogramm „Off-Block“ hat der Airport bereits dazu beigetragen, die Pünktlichkeit am Standort deutlich zu verbessern. Die Zahl verspäteter Landungen in der Nacht sank 2024 um 7 % und 2025 erneut um mehr als f5 % – obwohl das Verkehrsaufkommen in beiden Jahren zusammen um insgesamt rund 5,5 %  gestiegen ist. Das zeigt: Mehr operative Stabilität und ein konsequentes Qualitätsmanagement kommen auch dem Anwohnerschutz zugute.

Mehr Flugzeuge, weniger Lärm. Ein Blick auf die Lärmentwicklung seit Anfang der 1990er Jahre zeigt, dass die Lärmbelastung rund um den Flughafen durch den Einsatz moderner Flugzeuge seitdem um mehr als die Hälfte gesunken ist, obwohl die Anzahl der Flugbewegungen im gleichen Zeitraum um rund 25 % gestiegen ist. Der Flughafen setzt in seiner Entgeltordnung gezielte finanzielle Anreize für den Einsatz moderner, leiser und emissionsarmer Flugzeuge. Die Lärmzuschläge sind stark nach Tages- und Nachtzeiten differenziert und wachsen in Richtung der Tagesrandzeiten und der Kernnacht immer stärker an. Sie betragen in der Spitze das 44-Fache der Lärmzuschläge am Tag. Zudem schützt der Airport seine Anwohner mit seinem Schallschutzprogramm, das er seit über zehn Jahren auf freiwilliger Basis fortführt. Seit 2003 hat der Düsseldorfer Airport über 78 Mio. Euro in bauliche Schallschutzmaßnahmen in seiner Nachbarschaft investiert. Quelle: DUS / CM

Vini fliegt werktäglich Bern-München-Bern

Für Geschäftsreisende, die in der Schweizer Bundesstadt und Hauptstadt Bern zu tun haben, bietet sich die neue kleine Fluglinie Vini an. Die hat ihr Angebot ab dem Flughafen Bern-Belp erweitert. Reisende können die Verbindung nach München neu für jeden Wochentag anfragen. Mit dem Modell „Make It Fly“ können sie auch neue Destinationen vorschlagen, die bei genügend Nachfrage bedient werden.

Das Unternehmen nimmt im September 2026 nach einer Sommerpause den Flugbetrieb ab Bern-Belp mit einer neunsitzigen Cessna  wieder auf, wie Vini mitteilte. Dem Ausbau ging eine Testphase im Juni und Juli voraus. Auf der Strecke Bern-München führte Vini 31 Flüge mit insgesamt 122 Passagieren durch. Die durchschnittliche Auslastung lag laut Vini bei 60 bis 6% und einer operativen Pünktlichkeit von 99 %. Sämtliche angekündigten Flüge fanden statt. Von den 122 Passagieren reisten 76 von Bern nach München und 46 von München nach Bern. Die Kernverbindung macht damit rund 91 %  aller Vini-Gäste ab und nach Bern aus.

Die Mini-Airline Vini bietet ab September tägliche Flühe Bern-München-Bern. Screenshot

Mit dem Neustart im September startet Vini zugleich das Konzept ‘Make It Fly’ Reisende wählen dabei Strecke, Reisetag und Abflugzeit. Vini bestätigt einen Flug, sobald genügend Reisende zusammenkommen.

Bern ist der erste VINI-Markt, der bestätigte Linienflüge und das ‘Make It Fly’-Modell miteinander kombiniert. Das Unternehmen für Luftfahrtmobilität führte 2026 bereits Verbindungen ab Mannheim und in der Region Berlin durch, im Sommer kamen Flüge nach Kroatien und Slowenien hinzu. 

Hinter der Mini-Airline steckt Tomislav Lang, Ex-Chef der untergegangenen Fluglinie Skywork Er will ein „Uber der Lüfte“ für Elektroflugtaxis aufbauen. Auch ein Ex-Skywork-Investor ist mit an Bord. 

Erste Nachfrageimpulse zeigten sich in der Testphase bereits auch für weitere Ziele. Zwölf Reisende nutzten Verbindungen ab beziehungsweise nach Bern Richtung Augsburg und Stuttgart, sechs davon Bern–Augsburg, zwei Bern–Stuttgart und vier Stuttgart–Bern. Damit wurden im Sommer bereits drei Destinationen ab Bern genutzt: München, Augsburg und Stuttgart. Für VINI ist das ein erstes Zeichen dafür, wo über die Kernverbindung hinaus Bedarf besteht. Quelle: Vini / CM

Was Airlines aus ihren Passagieren herausholen

Welche europäischen Airlines holen besonders viel aus ihren Passagieren heraus? Ein Vergleich von 23 Fluggesellschaften zeigt, wo Airlines stehen und weshalb hohe Werte nicht automatisch hohe Ticketpreise bedeuten.

Die Unterschiede zwischen Europas Airlines sind beträchtlich – auch bei den Einnahmen, die sie mit ihren Passagieren erzielen. Das Portal Air Advisor (Sitz in Lewes US-Bundesstaat Delaware) hat 23 europäische Fluggesellschaften miteinander verglichen.

Grundlage ist der sogenannte RASK, der „Revenue per Available Seat Kilometre“. Vereinfacht ausgedrückt zeigt die Kennzahl, wie viel Umsatz eine Airline pro angebotenem Sitzplatz und geflogenem Kilometer erzielt. Berücksichtigt werden dabei neben den Flugtickets auch Zusatzerlöse, etwa aus Gepäck- oder Sitzplatzgebühren.

Je höher der RASK, desto höher ist also der durchschnittliche Ertrag der Airline pro Sitzkilometer. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass eine Fluggesellschaft für Reisende generell teurer ist. Streckenlänge, Geschäftsmodell, Anteil der Premium-Passagiere und Wettbewerb auf den einzelnen Routen beeinflussen die Kennzahl.

An der Spitze steht die norwegische Regionalairline Widerøe mit einem RASK von 32 Eurocent. Ihr großer Abstand zum restlichen Feld zeigt gleichzeitig die Grenzen des Vergleichs: Widerøe bedient zahlreiche kurze Regionalstrecken und kleinere Flughäfen, auf denen teilweise wenig Konkurrenz herrscht.

Unter den großen Netzwerk-Airlines liegt British Airways mit 8,88 Cent vorne. Dahinter folgen Air France und Austrian Airlines mit jeweils 8,5 Cent. Lufthansa kommt auf 8,45 Cent, KLM auf 8,37 Cent. Die Swiss belegt mit 8,3 Cent den neunten Rang unter den 23 untersuchten Fluggesellschaften. Unter den klassischen Netzwerk-Airlines hat Finnair mit 6,22 Cent den niedrigsten Wert.

Am anderen Ende der Tabelle stehen vor allem Billigflieger. Wizz Air weist mit 4,33 Cent den niedrigsten RASK auf, gefolgt von Easyjet mit 5,21 und Ryanair mit 5,56 Cent. 

Für Reisende ist das Ranking deshalb eher ein Hinweis auf die Ertragsstruktur der Airlines als ein offizieller Preisvergleich. Wer wissen möchte, welche Fluggesellschaft für eine bestimmte Reise tatsächlich am günstigsten ist, kommt um einen Vergleich der konkreten Tarife und enthaltenen Leistungen nicht herum. Quelle: Air Advisor / CM