Erneut musste Ryanair nachgeben

Ryanair kündigte an, Familien mit kleinen Kindern „widerwillig“ zu gestatten, kostenlos nebeneinander zu sitzen. Damit will die Billigfluggesellschaft die britischen Aufsichtsbehörden besänftigen, die eine Untersuchung gegen den irischen Lowcost-Carrier eingeleitet hatten. 

Bisher verlangten die Iren von Eltern oder Erziehungsberechtigten von Kindern im Alter zwischen 2 und 11 Jahren im Durchschnitt 8 Pfund, wenn diese neben ihrem Kind sitzen wollten – eine Praxis, die von der britischen Wettbewerbsbehörde „Competition and Markets Authority“ (CMA als „unfair“ eingestuft worden war.

Die CMA hatte am 11. Juni bekannt gegeben, dass sie gegen Ryanair ermittelt, da die Fluggesellschaft Familien eine „unfaire Vertragsbedingung“ auferlegt: Zwar schreibt die Airline vor, dass Eltern neben ihren kleinen Kindern sitzen müssen, verlangt dafür jedoch unverschämterweise eine zusätzliche Gebühr.

Während Eltern für eine Sitzplatzreservierung zahlen müssen, können alle anderen Passagiere selbst entscheiden, ob sie eine solche Gebühr entrichten wollen oder nicht. Diese Ungleichbehandlung stellt  nach Verbraucherschutzrecht eine „unfaire“ Vertragsbedingung dar, so die CMA. Auch alle anderen Fluggesellschaften, die Ziele im Vereinigten Königreich anfliegen, schreiben vor, dass Eltern oder Erziehungsberechtigte neben ihren kleinen Kindern sitzen müssen; Ryanair ist jedoch nach aktuellem Kenntnisstand die einzige Airline, die dafür einen vollkommen absurden Aufpreis verlangt.

Am Donnerstag, 25. Juni 2026, bekräftigte Ryanair, dass seine Regelung zur Sitzplatzvergabe für Familien allen einschlägigen Gesetzen und Vorschriften entspreche; dennoch werde man die Regeln ändern, da man keine „Zeit damit verschwenden“ wolle, der Wettbewerbsbehörde CMA die eigene Politik zu erläutern.

Die Änderungen an der Sitzplatzregelung für Familien erfolgen jedoch auf eine für Ryanair typische Weise: Entscheiden sich Eltern dagegen, eine zusätzliche Gebühr für die Sitzplatzwahl zu zahlen, um neben ihren Kindern zu sitzen, so müssen sie laut Ryanair im hinteren Teil des Flugzeugs Platz nehmen. Dies liege daran, dass Sitzplätze im vorderen Bereich als „Premium“-Plätze gelten und daher zu einem höheren Preis an Passagiere verkauft werden, die bereit sind, für die Sitzplatzwahl zu zahlen.

Bislang ermöglichte es Ryanair Eltern, einen zusätzlichen Sitzplatz zu reservieren, um gemeinsam mit bis zu vier Kindern sitzen zu können. Diese Regelung scheint sich nun zu ändern. Wollen Familien bereits bei der Buchung bessere Plätze reservieren, müssen sie für jede Person der Gruppe – unabhängig vom Alter – eine Gebühr für die Sitzplatzreservierung entrichten. Laut Ryanair ist diese Änderung eine „Reaktion auf den Wunsch der europäischen Regulierungsbehörden, Innovation und Fortschritt zu bremsen“.

„Anstatt Wettbewerb und niedrigere Preise für Verbraucher zu fördern, verfolgt die CMA das Ziel, Ryanair zur Übernahme jener Regelung für die Sitzplatzvergabe bei Familien zu zwingen, die weniger transparent und weniger verbraucherfreundlich ist und von den meisten anderen Fluggesellschaften angewandt wird – nur weil sie dem Branchenstandard entspricht“, kritisierte Ryanair-Chef Michael O’Leary scharf. Und weiter: „Wir werden uns widerwillig diesem Branchenstandard anpassen, da wir keine Zeit damit verschwenden wollen, fehlgeleiteten Regulierungsbehörden zu erklären, wie sehr sie verkennen, was im besten Interesse der Verbraucher in Großbritannien und Europa liegt.“

Das jetzige Vorgehen der Iren wirkt wie ein etwas ungewöhnlicher Schritt : Denn die Fluggesellschaft hat sich selten vor gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Regulierungsbehörden gescheut und bleibt bei rechtlichen Auseinandersetzungen normalerweise hartnäckig.

Angesichts der öffentlichen Ankündigung der CMA, dass die Untersuchung viele Monate in Anspruch nehmen könnte, hätte Ryanair seine bisherige Praxis problemlos fortsetzen können. Man fragt sich, ob der Fluggesellschaft klar wurde, dass sie einen Kampf zu verlieren drohte, den sie selbst in der Berufung nicht hätte gewinnen können.

Dennoch ist dies nicht das erste Mal in den letzten Monaten, dass Ryanair freiwillig Änderungen an seinen Richtlinien vorgenommen hat, nachdem Regulierungsbehörden Bedenken geäußert hatten.

Im vergangenen November sah sich Ryanair gezwungen, von seiner strikten Haltung abzurücken, die Bordkarten in Papierform untersagte und Passagiere dazu verpflichtete, eine digitale Version über die mobile App der Fluggesellschaft herunterzuladen; vorausgegangen war eine entsprechende Aufforderung durch europäische Aufsichtsbehörden an die Billig-Airline. Zuvor hatte Ryanair unter großem Aufsehen angekündigt, Bordkarten aus Papier vollständig abzuschaffen und von allen Passagieren zu verlangen, eine digitale Bordkarte über die Ryanair-App auf ihr Smartphone zu laden.

Noch vor Inkrafttreten dieser Regelung bekräftigte jedoch die portugiesische Luftfahrtbehörde ANAC ihre Bedenken, dass die neue Vorschrift Ryanairs gegen Antidiskriminierungsgesetze verstoßen könnte. Daraufhin lenkte Ryanair in dieser Frage ein und erklärte, dass Passagiere – sofern sie online für ihren Flug einchecken – weiterhin kostenlos eine Bordkarte in Papierform am Flughafen erhalten können. Quelle: CMA / CM

Asiana verlässt die Star Alliance

Wie das Luftfahrtbündnis aktuell bekannt gab, ist der 16. Dezember 2026 der letzte Tag von Asiana Airlines in der Star Alliance. Ab 17. Dezember 2026 wird die Star Alliance 25 Mitgliedsfluggesellschaften umfassen.

Die in Seoul ansässige Fluggesellschaft ist seit 2003 Mitglied der Star Alliance, wurde jedoch im Dezember 2024 von Korean Air übernommen – einem Gründungsmitglied der konkurrierenden Allianz SkyTeam.

Kunden, die am Vielfliegerprogramm einer Mitgliedsfluggesellschaft der Star Alliance teilnehmen, können weiterhin Meilen für Flüge sammeln, die von Asiana Airlines durchgeführt werden und bis einschließlich 15. Oktober 2026 starten. Zudem können sie ihre Meilen weiterhin für Prämienflüge und Upgrades bei Asiana einlösen, sofern die Reise bis zum 16. Dezember 2026 abgeschlossen ist.

Kunden mit Star Alliance Gold- oder Silver-Status können bei Reisen mit Asiana bis zum 16. Dezember 2026 weiterhin die Statusvorteile der Allianz nutzen, einschließlich bevorzugter Serviceleistungen. Star Alliance Gold-Kunden haben bei Reisen im Netzwerk der Star Alliance zudem weiterhin Zugang zu den entsprechenden Lounges von Asiana.

Nach dem Ausscheiden von Asiana werden weiterhin 14 Mitgliedsfluggesellschaften der Star Alliance den internationalen Flughafen Incheon in Seoul anfliegen: Air Canada, Air China, Air India, Air New Zealand, EVA Air, Ethiopian Airlines, Lufthansa, LOT Polish Airlines, Swiss, Singapore Airlines, Shenzhen Airlines, Thai Airways, Turkish Airlines und United Airlines. Asiana / Star Alliance / CMMontana52#KTGernot

United Airlines mit kostenlosem, ultraschnellen Starlink-WLAN

Mit dem Flug UA-14 von Newark nach London Heathrow in der Nacht zum Dienstag bot Lufthansa-Partner United Airlines erstmals kostenloses, ultraschnelles Starlink-WLAN (von Elon Musk) auf einem seiner Großraum-Langstreckenflugzeuge an. 

Starlink ist ein von SpaceX betriebenes Satelliten-Breitbandnetzwerk, das weltweit Internetzugang über ein riesiges Netzwerk von Low-Earth-Orbit-Satelliten (LEO) bereitstellt. Es liefert Highspeed-Internet auch in entlegene oder ländliche Regionen, wo herkömmliche Kabel- oder DSL-Verbindungen nicht verfügbar sind.

United bietet superschnelles kostenloses Internet an Bord an. Foto United Airlines

Der Flug startete am 22. Juni um 19:05 Uhr (Eastern Time) in Newark und traf am Mittwochmorgen um 07:15 Uhr (Ortszeit) in London Heathrow ein. An Bord befanden sich zahlreiche Geschäftsreisende. Sie und alle anderen Passagiere auch konnten den WLAN-Dienst von Starlink in Breitbandqualität durchgehend – vom Gate bis zur Landung – nutzen und sich mit nur einem Klick auf mehreren Geräten gleichzeitig anmelden.

United hatte die Einführung von Starlink im Frühjahr 2025 begonnen; seither wurden bereits mehr als 400 Flugzeuge mit dem System ausgestattet. Zunächst konzentrierte sich die Fluggesellschaft jedoch auf die Nachrüstung ihrer gesamten Regionalflugzeugflotte sowie anschließend auf die Schmalrumpfflugzeuge. Anfang Juni wurde jedoch bekannt, dass United die Installation von Starlink in ihrem ersten Großraumflugzeug – einer 24 Jahre alten Boeing 777-200 (Kennung: N37018) – abgeschlossen hat.

Das Flugzeug war am 18. Mai zu einem der größten Wartungshangars von United in Rio de Janeiro (Brasilien) überführt worden; dort diente es als Prototyp für die Installation von Starlink in der gesamten 777-Flotte der Fluggesellschaft. Die so ausgerüstete Tripleseven kam am Sonntagvormittag aus Rio in Newark an, wo sie für den am Montagabend geplanten Erstflug mit aktiviertem Starlink-System vorbereitet wurde.

Nachdem United nun Erfahrung mit der Installation von Starlink in Großraumflugzeugen gesammelt hat, plant die Fluggesellschaft eine rasche Beschleunigung der Einführung: Bis Jahresende sollen bis zu 1.000 Flugzeuge mit dem weltweit modernsten und effizientesten Internetdienst ausgestattet werden.

„Starlink bietet denselben schnellen, zuverlässigen Internetzugang und die Konnektivität, die wir von zu Hause kennen – verfügbar in der Luft in einer Höhe von 35.000 Fuß, egal wohin die Reise weltweit geht“, kommentierte David Kinzelman, Chief Customer Officer von United. „Diese Technologie von Elon Musk hat das Potenzial, das Flugerlebnis – sowohl für unsere Kunden als auch für die Beschäftigten der Airline grundlegend zu verändern“, fügte Kinzelman hinzu.

British Airways hat seit Beginn der Einführung im März erst fünf Flugzeuge mit Starlink ausgestattet, und weitere Installationen sind erst für die Zeit nach der sommerlichen Reisewelle geplant.

Ankit Gupta, Chief Air Operations Officer bei United: „Da Starlink bis Jahresende voraussichtlich in fast 1.000 Flugzeugen verfügbar sein wird, treiben wir die Bereitstellung schneller und zuverlässiger Konnektivität für mehr Reisende als je zuvor zügig voran.“ Angesichts der Größe der United-Flotte verlief die Einführung außergewöhnlich schnell. Die Fluggesellschaft hat Pläne erstellt, im gesamten Jahr 2026 täglich mehr als ein Flugzeug mit dem Satelliten-Internetdienst auszustatten.

Die eigentliche Installation von Starlink lässt sich in nur acht Stunden abschließen – das ist etwa zehnmal schneller als bei herkömmlichen WLAN-Systemen. Andere Starlink-Nutzer wie Qatar Airways haben gezeigt, dass die Einführung sehr schnell erfolgen kann. So gelang es Qatar Airways beispielsweise, Starlink innerhalb von nur vier Monaten in mehr als der Hälfte ihrer Boeing-777-Flotte zu installieren.

Starlink nutzt eine sogenannte „Konstellation“ (ein riesiges Netzwerk) aus Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn, um weltweit einen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang mit geringer Latenz bereitzustellen. In vielen Anwendungsszenarien bietet Starlink schnellere Verbindungsgeschwindigkeiten als herkömmliche kabelgebundene Breitbandanschlüsse für Privathaushalte.

American Airlines plant, ab Anfang 2027 rund 500 Airbus-Schmalrumpfjets (Single-Aisle) mit Starlink auszustatten; Delta Air Lines hat sich hingegen für den konkurrierenden Satelliten-Internetdienst von Amazon (Projekt Kuiper) entschieden, der jedoch frühestens Mitte 2027 einsatzbereit sein wird. Zu den weiteren Fluggesellschaften in den USA, die Starlink nutzen, gehören Alaska Airlines, Hawaiian Airlines und Southwest Airlines. Quelle: United Airlines / CM

LATAM setzt auf Nachhaltigkeit

Die LATAM Airlines Group hat ihre ersten Passagier-Charterflüge mit einer Zuordnung von Sustainable Aviation Fuel (SAF) durchgeführt. Dadurch konnten rund 160 Tonnen CO₂-Emissionen aus den gemeinsam mit dem französischen Luxus-Expeditionsanbieter PONANT durchgeführten Flügen vermieden werden. 

Auf 13 Flügen zwischen Santiago de Chile und Ushuaia in Argentinien wurden im Rahmen des Book-and-Claim-Ansatzes 22.400 Gallonen SAF zugeordnet. Es handelt sich um das erste Emissionsreduktionsprojekt von LATAM im Bereich der Passagier-Charterflüge, das gemeinsam mit einem Kunden umgesetzt wurde. LATAM  bezeichnet die Aktion als ersten  Meilenstein ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Die basiert auf vier zentralen Säulen: der Modernisierung der Flotte, der Steigerung der operativen Effizienz, der Förderung des Einsatzes von Sustainable Aviation Fuel (SAF) sowie ergänzenden Kompensationsmaßnahmen durch strategische Projekte in der Region.

LATAM setzte erstmals auf Passagierflügen SAF ein. Foto: LATAM

Zum Einsatz kam Neste MY SAF, das aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt wird und im Vergleich zu herkömmlichem Flugkraftstoff eine Reduktion der Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus von 74,72 % ermöglicht.

„Wir bei LATAM sind überzeugt, dass der Weg zu einer nachhaltigeren Luftfahrt das Engagement und die Zusammenarbeit der gesamten Wertschöpfungskette erfordert. Dieses Projekt mit PONANT zeigt, dass bereits heute konkrete Mechanismen existieren, mit denen unsere Kunden aktiv zur Reduktion der mit ihren Flugoperationen verbundenen Emissionen beitragen können. Gleichzeitig treiben wir die Entwicklung und den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe in der Region weiter voran“, sagte Thibaud Morand, General Manager von LATAM Airlines für Europa, Asien und Ozeanien.

Anfang dieses Jahres wurde LATAM von S&P Global als eine der weltweit führenden Fluggesellschaften im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Das Unternehmen belegte weltweit den fünften Platz und rangierte als beste Fluggesellschaft des gesamten amerikanischen Kontinents. Quelle: LATAM / CM

Turkish Airlines führt die Premium Economy wieder ein

Turkish Airlines hat bestätigt, dass sie die Premium Economy (Bindeglied zwischen Business und Economy) in ausgewählten Langstreckenflugzeugen wieder einführen wird. Dies geschieht mehr als zehn Jahre, nachdem die in Istanbul ansässige Fluggesellschaft das Produkt – ursprünglich als Brücke zwischen Economy und Business Class konzipiert – eingestellt hatte.

Die Geschichte der Premium Economy reicht bis in die frühen 1990er Jahre zurück, als die taiwanesische Eva Air und Virgin Atlantic breitere und komfortablere Sitze einführten, die seinerzeit eher an die Business Class erinnerten. Welche Fluggesellschaft das Konzept tatsächlich als Erste einführte, ist umstritten; allerdings scheint EVA der Konkurrenz von Virgin Atlantic im Jahr 1992 knapp zuvorgekommen zu sein, als sie ihre „Economy Deluxe Class“ in einer Boeing 747-400 auf der Strecke zwischen Taipeh und Los Angeles installierte. Kurz darauf führte Virgin Atlantic ihre „Mid Class“ ein, gefolgt von British Airways, die im Jahr 2000 die Kabinenklasse „World Traveller Plus“ anbot. Die Lufthansa führte die Zwischenklasse im Dezember 2014 ein. Sie war vor allem von Unternehmen für ihre Geschäftsreisenden mehrfach gefordert worden.

Visualisierung der Royalux-Sitze, die in Jets von Turkish Airlines zum Einsatz kommen könnten. Rendering: TCI

Es dauerte jedoch bis zum Jahr 2010, bis Turkish Airlines mit dem Gedanken spielte, eine eigene Premium-Economy-Kabine einzuführen, die sie „Comfort Class“ nannte. Diese Kabine wurde in Boeing-777 eingebaut; doch während andere Fluggesellschaften mit Premium-Economy-Angeboten sofort erkannten, welch erfolgreiches Produkt dies war, konnte sich das Konzept bei Turkish Airlines nicht wirklich durchsetzen. Tatsächlich gab Turkish Airlines das Comfort-Class-Konzept schon 2016 wieder auf: Die Premium-Economy-Sitze wurden aus den Triple-Seven ausgebaut und durch reguläre Economy-Sitze ersetzt. Turkish Airlines hat an dieser Entscheidung stets festgehalten und begründete dies damit, dass man die Beliebtheit der Business Class nicht gefährden wollte – etwa durch Reisende, die von der Business Class in die Premium Economy wechseln, anstatt dass Economy-Passagiere ein Upgrade vornehmen.

2025 verschickte die Fluggesellschaft jedoch eine Umfrage zu diesem Thema an Vielflieger, und nun hat Murat Şeker, ein leitender Manager der Airline, gegenüber dem Luftfahrt-Branchenportal Skift bestätigt, dass die Premium Economy zurückkehren wird. „Wir werden eine Premium Economy einführen“, erklärte Şeker und fügte hinzu: „Unserem Plan zufolge werden wir bereits im Jahr 2028 – genauer gesagt Anfang 2028 – eine Premium Economy Class in unserem Airbus A350 anbieten können.“

Turkish Airlines hat 60 Airbus A350 bestellt; Berichten zufolge soll die Premium Economy zunächst in brandneuen Maschinen installiert werden, die noch ausgeliefert werden müssen. Je nach Erfolg könnte die Kabine anschließend auch in bereits vorhandenen Großraumflugzeugen nachgerüstet werden.

Die Fluggesellschaft hofft einen ähnlichen Erfolg zu erzielen wie Emirates, als diese 2022 – wenn auch mit deutlicher Verspätung – die Premium Economy einführte. Genau wie bei Turkish Airlines hatte auch Sir Tim Clark, der langjährige Präsident von Emirates, öffentlich Bedenken geäußert: Er befürchtete, dass Passagiere der Business Class in die niedrigere Klasse wechseln würden, anstatt dass Fluggäste aus der Economy Class ein Upgrade buchen.

Diese Bedenken erwiesen sich als völlig unbegründet. Die Premium-Economy-Kabinen von Emirates werden überwiegend von Passagieren der Economy Class genutzt, die für ein besseres Reiseerlebnis gerne etwas mehr bezahlen – und nicht von Business-Class-Passagieren, die für einen günstigeren Tarif Abstriche beim Komfort in Kauf nehmen. Bei der Lufthansa war dies umgekehrt. Daraufhin passte die in Dubai beheimatete Fluglinir Fluggesellschaft ihre Pläne rasch an: Statt nur eine Handvoll Maschinen auszustatten, startete sie ein umfangreiches Nachrüstungsprogramm, um die entsprechenden Sitze in Hunderten von Flugzeugen zu installieren.

Was die Wahl des Premium-Economy-Sitzes durch Turkish Airlines betrifft, so berichtet das lokale Luftfahrtmagazin Hava Haber, dass sich die Fluggesellschaft möglicherweise für den Sitz „Royalux“ entscheiden könnte; dieser wird von TCI hergestellt, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft für Kabinenausstattung. Der Royalux ist primär als Business-Class-Sitz mit verstellbarer Rückenlehne für die Kurzstrecke konzipiert, lässt sich jedoch auch in Großraumflugzeugen installieren, was ihn zu einem idealen Kandidaten für eine Premium-Economy-Kabine macht. Der Sitz bietet einen Verstellbereich der Rückenlehne von bis zu 10 Zoll (ca. 25 cm), eine sechsfach verstellbare Kopfstütze sowie einen 15,6-Zoll-Bildschirm für das Unterhaltungsprogramm – eingebettet in eine Sitzschale im „Wing-Style“-Design. Quelle: Hava Haber / CM

 

US-Investmentfirma Castlelake: Details zu 6,3-Mrd.-Dollar-Übernahmeangebot für EasyJet

Die US-Investmentfirma Castlelake hat weitere Einzelheiten zu ihrem Plan bekannt gegeben, die britische Billigfluggesellschaft EasyJet vollständig zu übernehmen. Wie das Unternehmen am Montag, 22. Juni 2026, mitteilte, wurde ein Angebot im Wert von 4,74 Mrd. Pfund (6,3 Mrd. US-Dollar bzw. 5,49 Mrd, Euro) ) ausgearbeitet, um die börsennotierte Fluggesellschaft zu einem Preis von 6,25 Pfund pro Aktie zu erwerben.

Die im US-Bundesstaat Minneapolis ansässige Firma für alternative Investments hatte ihr Interesse an EasyJet erstmals Ende Mai bekundet (CM berichtete). Damals hieß es, man prüfe eine mögliche Transaktion zur Überführung der Fluggesellschaft in Privatbesitz, wobei man zugleich darauf hinwies, dass noch keine Kontaktaufnahme mit dem Verwaltungsrat von EasyJet erfolgt sei.

In der Zwischenzeit hat Castlelake dem Verwaltungsrat von EasyJet drei unverbindliche Angebote unterbreitet, die jedoch jedes Mal abgelehnt wurden. Castlelake hofft nun, durch die Veröffentlichung von Einzelheiten zu dem dem Verwaltungsrat vorgelegten Vorschlag Druck auf die Fluggesellschaft auszuüben, damit diese formelle Verhandlungen aufnimmt.

• Am 12. Juni unterbreitete Castlelake zunächst ein Angebot zum Erwerb der 758 Mio. EasyJet-Aktien zu einem Preis von 5,60 £ pro Aktie. Dieser Vorschlag wurde wenige Tage später, am 16. Juni, abgelehnt.

• Nur einen Tag später legte Castlelake einen neuen Vorschlag mit einem Angebotspreis von 6,00 £ pro Aktie vor. Der Verwaltungsrat von EasyJet lehnte diesen Vorschlag am 20. Juni ab.

• Innerhalb weniger Stunden kündigte Castlelake an, den Angebotspreis auf 6,25 £ pro Aktie zu erhöhen. Der Verwaltungsrat lehnte auch dieses Angebot am Sonntag, 21. Juni 2026, ab.

„Nach der Ablehnung dreier Vorschläge durch den Verwaltungsrat von EasyJet und angesichts dessen mangelnder Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog legt Castlelake diesen dritten Vorschlag vor. Damit sollen die EasyJet-Aktionäre in die Lage versetzt werden, die Vorzüge des Angebots zu prüfen und dem Verwaltungsrat ihre Meinung dazu mitzuteilen“, erklärte die Investmentfirma am Montag.

Castlelake hat bis zum 26. Juni Zeit, ein formelles Übernahmeangebot für EasyJet anzukündigen; dies erfolgt im Rahmen der sogenannten „Put-up-or-shut-up“-Regelungen (die den Bieter dazu zwingen, entweder ein verbindliches Angebot vorzulegen oder von weiteren Schritten abzusehen).

Das US-Unternehmen hofft, die Aktionäre davon zu überzeugen, dass sein Angebot die besten Renditen verspricht: Der Preis von 6,25 £ pro Aktie entspricht einem Aufschlag von 59 % gegenüber dem EasyJet-Aktienkurs zum Börsenschluss am 28. Mai (dem letzten Tag, an dem der Aktienkurs noch nicht potenziell durch das Übernahmeangebot beeinflusst war – dem sogenannten „undisturbed date“).

Darüber hinaus entspricht der Angebotspreis einem Aufschlag von 71 % gegenüber dem durchschnittlichen Aktienkurs von EasyJet seit dem 16. April – dem Zeitpunkt nach Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten – sowie einem Aufschlag von 35 % gegenüber dem Kurs vom 27. Februar 2026, dem Tag vor Beginn der gemeinsamen Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran.

Gemäß den EU-Wettbewerbsvorschriften kann Castlelake nicht die vollständige Kontrolle über EasyJet übernehmen; stattdessen muss das Unternehmen einen europäischen Partner finden, der eine Mehrheitsbeteiligung an der Fluggesellschaft erwirbt. Es hatte Gerüchte gegeben, Castlelake strebe eine Partnerschaft mit einer europäischen Airline-Gruppe an – etwa mit Air France-KLM –, doch das Unternehmen hat sich für einen anderen Weg entschieden.

Castlelake ist inzwischen eine Partnerschaft mit zwei europäischen Führungskräften aus der Luftfahrtbranche eingegangen. Diese sollen ein in der EU ansässiges Unternehmen kontrollieren, das wiederum die Mehrheitsbeteiligung an EasyJet übernimmt. Bei einer dieser Führungskräfte handelt es sich um den Iren Peter Bellew, den ehemaligen CEO von Malaysia Airlines. Bellew verließ Malaysia Airlines im Jahr 2017 und wechselte als Chief Operating Officer zu Ryanair, dem größten Konkurrenten von EasyJet. Er blieb jedoch nur wenige Jahre bei Ryanair, bevor bekannt wurde, dass er dieselbe Position bei EasyJet übernehmen wollte. Es folgte ein heftiger Rechtsstreit, in dem Ryanair versuchte, Bellews Wechsel zu EasyJet zu verhindern, mit der Begründung, er habe in seinem Arbeitsvertrag eine Wettbewerbsverbotsklausel unterzeichnet. Letztlich verlor Ryanair den Prozess, und Bellew wechselte zu EasyJet. Doch auch bei EasyJet blieb Bellew nur wenige Jahre, bevor er überraschend ausschied. Seine Amtszeit war davon geprägt, dass Kabinenpersonal- und Pilotengewerkschaften ihm vorwarfen, Investoren und Belegschaft im Zuge von Bemühungen zur Senkung der Personalkosten „in die Irre geführt“ zu haben.

Das Interesse von Castlelake an EasyJet gilt dessen Vermögenswerten, wie etwa Airbus-A320-Flugzeugen und Triebwerken im Wert von mehreren Mio. Dollar. Angesichts der Auswirkungen steigender Kerosinpreise auf den Aktienkurs von EasyJet übersteigt der Wert der Vermögenswerte der Fluggesellschaft derzeit die Gesamtbewertung des britischen Lowcost-Luftfahrt-Unternehmens.

Der Verwaltungsrat von EasyJet kritisierte den Zeitpunkt des Vorstoßes von Castlelake scharf als „höchst opportunistisch“; die Investmentfirma hingegen argumentiert, ihr Angebot schneide im Vergleich zu den ehrgeizigen Finanzzielen, die EasyJet für das kommende Jahrzehnt anstrebt, „vorteilhaft“ ab. Quelle: Castlelake / CM

NDC-Inhalte von LOT Polish Airlines jetzt bei Travelport verfügbar

Wie Travelport meldet, stehen Reisebüros, die an Travelport Plus angebunden sind, ab sofort NDC-Inhalte (New Distribution Capability) von LOT Polish Airlines zur Verfügung.  

Das Technologieunternehmen hatte die Vereinbarung ursprünglich bereits im Februar angekündigt.  Die aktuelle Einführung der NDC-Inhalte von LOT umfasst laut Travelport 63 Länder in Europa, Nordamerika, Afrika, Asien, Australien und dem Nahen Osten; weitere Länder sollen in künftigen Phasen hinzukommen. Quelle: Travelport / CM

ANA weitet SAF-Option auf Privatkunden aus

All Nippon Airways hat ihr Programm für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) auf Privatkunden ausgeweitet und ergänzt damit ihr bestehendes Programm für Geschäftskunden, wie die Fluggesellschaft mitteilte.

Das neue Angebot für Privatkunden ist Teil der „SAF Flight Initiative“ von ANA. Dank einer Partnerschaft mit dem norwegischen Softwareunternehmen Chooose können Privatkunden bereits beim Ticketkauf die geschätzten CO2-Emissionen ihres Fluges einsehen und SAF-„Umweltattribute“ erwerben, die laut der Fluggesellschaft zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs beitragen.

Der Preis berechnet sich nach der gewählten Flugstrecke, der Beförderungsklasse und dem Anteil des erworbenen SAF. Die Kosten für die Abwicklung des Programms sind im Preis enthalten. Chooose stellt Kaufbelege und Zertifikate aus. 

Wie ANA mitteilte, stellt Chooose im Rahmen des Privatkundenprogramms ein vereinfachtes Kaufzertifikat aus – im Gegensatz zu den von Dritten zertifizierten CO2-Reduktionszertifikaten, die im Programm für Geschäftskunden angeboten werden. ANA hatte ihr SAF-Programm für Geschäftskunden im Juni 2022 gestartet; dies geht aus einem SAF-Bericht hervor, den die Fluggesellschaft im Mai 2026 gemeinsam mit Japan Airlines veröffentlichte. Quelle: ANA / CM

Wohl und Wehe der Golf-Carrier hängt von Trump und den Mullahs ab

In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten haben die drei Drehkreuze Dubai (DXB), Doha (DOH) und Abu Dhabi (AUH) wesentliche Verkehrsströme zu Lasten anderer Hubs an ich gerissen. Und zum Leidwesen vor allem der europäischen Fluglinien haben die Golf-Carrier Emirates, Qatar Airways und Etihad maßgeblich den Flugverkehr zwischen Europa und Asien/Pazifik bestritten. Als Folge des Nahostkriegs (USA/Iran bzw. Israel/Libanon) haben sich die Passagierströme weg von den Golf-Nationen bewegt.  

Ob Emirates, Etihad oder Qatar Airways, das Golf-Trio konnte Lufthansa & Co. nicht nur mit den Flugpreisen ärgern, sondern auch mit kaum zu übertreffenden Services und der Tatsache, dass die drei den für westliche Airlines verbotenen russischen Luftraum nutzen. Mit den kriegerischen Auseinandersetzungen seit 28. Februar 2026 und den iranischen Raketenangriffen auch die VAE-Flughäfen war es schnell vorbei mit der Herrlichkeit. Zwar haben alle drei Netzwerkcarrier von Persischen Golf ihre Aktivitäten wieder hochgefahren, aber die Passagiere insbesondere aus Europa haben sich anderweitig orientiert und machen seitdem einen Bogen um die Golf-Länder. Profiteure waren vor allem Singapur, teils auch Istanbul.

Nun soll es am Freitag, 19. Juni 2026  in der Schweiz zu einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran kommen. Freilich weiß niemand so ganz genau weiß, was wirklich passieren wird, denn Donald Trump entscheidet heute so, morgen diametral anders. Experten zufolge werden die drei Golf-Fluglinien, sollte es tatsächlich zum Waffenstillstand bzw. Frieden kommen, wohl mit gesenkten Ticketpreisen versuchen, verlorenes Terrain wieder zu erobern. Letzteres aber hat Emirtes-CEO Sir Tim Clark aber ausgeschlossen. 

Das Gelingen hängt aber auch davon ab, ob und wie die Kerosinpreise sinken werden; denn das so genannte Friedensabkommen lässt dem mörderischen Mullah-Regime in Teheran die Option offen, die Meeresstraße von Hormus jederzeit zu schließen bzw. die Nutzer mit horrenden Gebühren zur Kasse zu bitten. Quelle: CM

Emirates: Eigene Version der europäischen Fluggastrechte 

Die unter Druck stehende Großfluggesellschaft Emirates aus Dubai hat ein Reiseversicherungsprodukt auf den Markt gebracht, das weitgehend die Schutzmaßnahmen der bekannten europäischen Fluggastrechteverordnung (EU-261) nachbildet. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Um den Versicherungsschutz von Emirates in Anspruch nehmen zu können, muss man extra dafür bezahlen.

Emirates hat mit Hochdruck an diesem neuen Versicherungsangebot gearbeitet, um Passagiere zurückzugewinnen, die ihre Reisen aufgrund der anhaltenden Sicherheitslage – ausgelöst durch die am 28. Februar von den USA und Israel gemeinsam gestartete Militäroperation gegen den Iran – von Zielen im Nahen Osten weg verlegt hatten.

Emirates bietet nun eine Reiseversicherung an, die auch Schutz bei konfliktbedingten Reiseunterbrechungen umfasst. Bereits vergangene Woche hatte Sir Tim Clark, der langjährige Präsident von Emirates, angekündigt, dass die Airline ihren Passagieren diverse „Anreize“ bieten wolle. Damit soll verdeutlicht werden, dass sich ein Flug nach Dubai oder die Nutzung der Glitzermetropole als Transitknotenpunkt für Weiterreisen nach wie vor lohnt. Clark– dem es zugeschrieben wird, Emirates zur (nach internationalen Passagierzahlen) größten Fluggesellschaft der Welt gemacht zu haben – erklärte, die Airline habe verschiedene Ideen, um Passagiere zurückzugewinnen, ohne dabei auf Ticketrabatte zurückzugreifen; Letzteres sei aufgrund der durch den Iran-Konflikt bedingten hohen Kerosinpreise nicht möglich.

Eine dieser Ideen bestand darin, den Passagieren zuzusichern, dass sie im Falle einer Flugstreichung oder erheblichen Verspätung – etwa durch Luftraumsperrungen oder andere konfliktbedingte Probleme – für die Dauer der Verzögerung in Hotels kostenfrei untergebracht und anderweitig an ihr Ziel befördert würden; dies schließt auch die Bezahlung anderer Fluggesellschaften für den Transport der eigenen Passagiere ein. Nun wurden Einzelheiten zu diesem Vorhaben bekannt: Emirates kündigte die Einführung der „weltweit umfassendsten Reiseversicherung“ an. Diese beinhaltet u.a. die Umbuchung von Passagieren auf eine andere Fluggesellschaft, falls Emirates-Flüge nicht verfügbar sind – etwa aufgrund konfliktbedingter Probleme.

Interessant ist jedoch, dass Passagiere, die von einem EU-Land aus mit Emirates reisen, bereits durch die EU-Verordnung 261 (EU-261) über entsprechende Schutzrechte verfügen.

Die EU-Verordnung 261 ist vor allem für ihre großzügigen Entschädigungsregelungen bei Verspätungen bekannt, die es Passagieren ermöglichen, bei erheblichen, von der Fluggesellschaft zu verantwortenden Verspätungen bis zu 600 Euro pro Person zu beanspruchen. Doch auch wenn die Fluggesellschaft nicht zur Zahlung dieser Entschädigung verpflichtet ist – etwa weil die Verspätung außerhalb ihres Einflussbereichs liegt –, unterliegt sie dennoch einer Betreuungspflicht gegenüber den Passagieren. Diese Betreuungspflicht umfasst:

•              Bereitstellung von Erfrischungen, die der Dauer der Verspätung angemessen sind. •              Hotelunterbringung bei Verspätungen, die eine Übernachtung erforderlich machen. •              Beförderung zwischen Flughafen und Unterkunft. •              Umbuchung auf einen Alternativflug zum frühestmöglichen Zeitpunkt – gegebenenfalls auch bei einer anderen Fluggesellschaft, sofern dies die beste verfügbare Option darstellt.

Emirates ist verpflichtet, diese Unterstützungsleistungen für Passagiere anzubieten, die von Europa aus reisen (ebenso bei Flügen ab dem Vereinigten Königreich gemäß dessen eigenen Fluggastrechte-Gesetzen); für Flüge in anderen Teilen des Streckennetzes besteht für Emirates jedoch keine entsprechende gesetzliche Verpflichtung.

Die Vereinigten Arabischen Emirate prüften einst die Einführung eigener Regelungen nach dem Vorbild der EU-Verordnung 261, entschieden sich jedoch dagegen und überließen es den Fluggesellschaften, selbst zu bestimmen, welches Maß an Betreuung sie verspäteten Passagieren anbieten.

In den meisten Fällen übernimmt Emirates die Kosten für die Hotelunterbringung bei erheblichen Verspätungen, doch besteht hierauf kein rechtlicher Anspruch. Emirates gibt an, dass die Hotelunterbringung – auch bei langen Verspätungen – künftig zum Standardangebot der Fluggesellschaft gehören soll; für eine Umbuchung auf eine andere Fluggesellschaft wird jedoch voraussichtlich der Abschluss des neuen Versicherungsprodukts der Airline erforderlich sein.

Neben der Umbuchungsgarantie umfasst die Versicherung auch einen Krankenversicherungsschutz für konfliktbedingte Vorfälle – eine Leistung, zu der Fluggesellschaften, die der EU-Verordnung 261 unterliegen, nicht verpflichtet sind.

Sir Tim Clark äußerte sich zu dem neuen Versicherungsprodukt und erklärte, die Fluggesellschaft wolle damit eine Marktlücke schließen, da herkömmliche Versicherungspolicen in Konfliktzeiten oft weitgehend nutzlos seien. Laut dem CEO ist die Reisenachfrage weiterhin hoch, auch wenn die First-Class-Suiten von Emirates derzeit nur zur Hälfte so stark ausgelastet sind wie vor Beginn des Konflikts. Dennoch ist Emirates zuversichtlich, dass die Nachfrage wieder anziehen wird, sobald sich die Sicherheitslage stabilisiert hat.

VAE organisierten Rückholflüge. Als am 28. Februar der Luftraum über dem Nahen Osten plötzlich gesperrt wurde, saßen Zehntausende Passagiere in der gesamten Region unvermittelt im Ausland fest, ohne zu wissen, wie sie nach Hause gelangen sollten. Die Behörden in den VAE reagierten rasch: Sie wiesen Hotels an, die Aufenthalte aller Gäste zu verlängern, und organisierten Unterkünfte für Passagiere, die sich auf der Durchreise befunden hatten. Die Regierung übernahm die Hotelkosten vollständig und nahm den gestressten Reisenden damit eine große Sorge ab.

In den VAE konnte der Flugbetrieb innerhalb weniger Tage eingeschränkt wieder aufgenommen werden, um Rückholflüge für Touristen durchzuführen. In Katar indes sahen sich die Behörden gezwungen, Tausende von Passagieren per Bus ins benachbarte Saudi-Arabien zu bringen, von wo aus sie Flüge in ihre Heimatländer antreten konnten. Quelle: Emirates / CM