Turkish Airlines: Großbestellung bei Boeing

Turkish Airlines erwarb 100 Flugzeuge des Typs 737-8 und sicherte sich Optionen für weitere 50 737-MAX-Jets; dies stellt die bislang größte Bestellung von Boeing-Flugzeugen mit Schmalrumpf (Single-Aisle) für die Airline dar. Die Vereinbarung beinhaltet Umwandlungsoptionen für die 737-10 – die größte Variante der 737-MAX-Familie –, sodass Turkish Airlines der wachsenden Nachfrage gerecht werden und mehr Passagiere auf einer größeren Anzahl von Routen befördern kann. Die Vereinbarung über die 737-MAX-Bestellung wurde im Beisein vodes türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan unterzeichnet.

„Diese Vereinbarung markiert einen weiteren bedeutenden Schritt beim kontinuierlichen Ausbau unserer Flotte. Die neuen Boeing 737 MAX-Flugzeuge werden unseren Flugbetrieb effizienter und flexibler gestalten und das umfangreiche Streckennetz unterstützen, das wir von unserem Drehkreuz in Istanbul aus bedienen“, sagte Prof. Murat Şeker, Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Exekutivausschusses von Turkish Airlines. „Wir freuen uns, unsere langjährige Zusammenarbeit mit Boeing durch eine Vereinbarung zu vertiefen, die zugleich das Luftfahrt-Ökosystem der Türkei stärkt.“

Turkish Airlines (einschließlich AJet) betreibt eine Flotte von mehr als 200 Boeing-Flugzeugen, darunter die Modelle 737 MAX, 787 Dreamliner, 777, 737 Next-Generation und 777 Freighter. Durch die Erweiterung der Flotte um weitere Jets des Typs 737-8 nutzt die Fluggesellschaft die Reichweite, die Flexibilität bei der Nutzlast und die Treibstoffeffizienz dieses Flugzeugtyps, um stark nachgefragte Inlands- und internationale Strecken zu bedienen.

„Dieser Auftrag spiegelt das Vertrauen und die gemeinsame Vision wider, die unsere langjährige Partnerschaft mit Turkish Airlines prägen“, sagte Stephanie Pope, Präsidentin und CEO von Boeing Commercial Airplanes. „Wir sind stolz darauf, das türkische Luftfahrt-Ökosystem und Turkish Airlines weiterhin bei der Erweiterung ihres Netzwerks mit Drehkreuz in Istanbul zu unterstützen, wodurch weltweit mehr Menschen und Ziele miteinander verbunden werden.“

Die 737-MAX-Familie senkt den Treibstoffverbrauch und die Emissionen im Vergleich zu den Vorgängermodellen um 20 %. Dies ermöglicht niedrigere Betriebskosten und unterstützt die Wachstumsstrategie der Fluggesellschaft, der steigenden Reisenachfrage gerecht zu werden.

Der Kauf der 737 MAX durch Turkish Airlines knüpft an die Bestellung von bis zu 75 Einheiten des 787 Dreamliners an und ist Teil der Investitionen der global agierenden Fluggesellschaft in den Ausbau von Flotte und Streckennetz. Die Vereinbarung umfasst zudem eine industrielle Beteiligung, im Rahmen derer Boeing sein Engagement für das türkische Luftfahrt-Ökosystem und dessen Förderung fortsetzt.

Turkish Airlines, Mitglied der Star Alliance, wurde 1933 mit einer Flotte von fünf Flugzeugen gegründet. Heute umfasst die Flotte 567 Flugzeuge (Passagier- und Frachtmaschinen), die 358 Ziele weltweit anfliegen – darunter 305 internationale und 53 inländische Destinationen in 133 Ländern. Quelle: Boeing / CM

Air Baltic insolvent, Ryanair wittert ihre Chance

Die Airline will sich unter gerichtlicher Aufsicht finanziell neu aufstellen. Für Passagiere soll es bei der Airline, die auch für andere Gesellschaften fliegt, keine Änderungen geben. Im August 2026 hatte Air Baltic eine drastische Anpassung des Business-Plans angekündigt. Dies führt zu einer starken Verkleinerung der Flotte bis Ende Jahr Inzwischen hat die Airline ein Gläubigerschutzverfahren eingeleitet. Die Entwicklung vor Augen sieht Ryanair Potenzial, um ihr eigenes Streckennetz zu erweitern

Die lettische Fluggesellschaft und Lufthansa-Beteiligung (10 %) Air Baltic hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts bei einem Gericht in New York beantragt. Dieses Verfahren ermöglicht Unternehmen eine Neuordnung ihrer Finanzen unter gerichtlicher Aufsicht, während der Geschäftsbetrieb fortgesetzt wird. Zur Sicherung der Liquidität während des Verfahrens hat sich das Luftfahrtunternehmen eine neue Finanzierung von 350 Mio.  Euro u.a. von Barclays und Morgan Stanley gesichert. Die Zinsen liegen laut Air-Baltic-Mitteilung bei gut 12 %. „Die zentrale Priorität ist, weiterzufliegen und die Anbindung Lettlands aufrechtzuerhalten, wird Aufsichtsratsvorsitzende rAndrejs Martinovs zitiert. Und Firmenchef  Erno Hildén betonte, für die Passagiere laufe der Betrieb normal weiter. Air Baltic rechnet damit, das Verfahren bis etwa Juni 2027 abzuschließen. Nach wie vor entscheidend wichtig bleibt das Leasinggeschäft: Mittels des „Wet Lease“ vermietet die Airline Flugzeuge samt Personal an andere Gesellschaften, die damit etwa Nachfragespitzen abdecken können.

Air Baltic versucht nach der Insolvenz den Neustart, Konkurrent Ryanair wittert ihre Chance und baut Ihr Streckennetz mit den Baltischen Staaten kräftig aus. Foto: Aerobuzz.

In dieser mehr oder weniger prekären Situation der lettischen Fluglinie sieht Ryanair Potenzial, um ihr eigenes Streckennetz zu erweitern. Der Winterflugplan 2026 von Ryanair beinhaltet zwei stationäre Flugzeuge in Riga, 16 Strecken und ein Wachstum von 6 % in Lettland. Wegen steigender Zugangskosten will die Airline die Kapazität in Estland und Litauen temporär senken. Die Iren sehen künftig 16 stationäre Flugzeuge in den baltischen Staaten vor, sowie 11 Mio. jährliche Sitzplätze. Ryanair meldet, sie will rund 1,6 Mrd. US-Dollar investieren, um ihren Verkehr in den baltischen Staaten bis 2031 zu verdoppeln. Quelle: Air Baltic / Ryanair / CM

Condor erweitert City-Netzwerk ab Frankfurt 

Condor erweitert ihr europäisches City-Netzwerk ab Frankfurt und nimmt mit Stockholm/Arlanda (ARN), Athen (ATH) und Florenz (FLR) drei weitere attraktive Destinationen in den Flugplan auf. 

Mit der Netzerweiterung wächst das City-Angebot der Airline auf insgesamt 16 europäische Metropolen. Gleichzeitig stärkt Condor den Frankfurt Airport (FRA) als internationales Drehkreuz und schafft zusätzliche Möglichkeiten für komfortable Umsteigeverbindungen zwischen Europa und Nordamerika, der Karibik, Afrika und weiteren Langstreckenzielen. 

Condor erweitert ihr Citynetzwerk ab Frankfurt. Foto: Condor

Den Auftakt macht Athen: Ab 28. April 2027 verbindet Condor Frankfurt während der Sommersaison einmal täglich mit der griechischen Hauptstadt. Die ist freilich in den Sommermonaten kein erstrebenswertes Ziel aufgrund der meist enormen Hitzegrade. 

Ab 06. Mai 2027 erweitert Florenz das Streckennetz. Die Hauptstadt der Toskana wird während der Sommersaison zweimal täglich angeflogen und schafft zusätzliche Reisemöglichkeiten sowohl für Geschäfts- als auch für Urlaubsreisende. 

Mit Stockholm folgt ab 13. Mai 2027 eine weitere bedeutende europäische Metropole. Stockholm/Arlanda wird ganzjährig zweimal täglich bedient und ergänzt den Flugplan um eine attraktive Wirtschafts- und Freizeitdestination in Skandinavien. Quelle: Condor / CM

Mehr Flugausfälle und Beschwerden bei US-Airlines

Nachdem die Stornierungsrate bei US-Passagierflügen zwei Monate in Folge im Jahresvergleich gesunken war, stieg sie im Juli ebenso an wie die Zahl der Verbraucherbeschwerden; dies geht aus dem aktuellen „Air Travel Consumer Report“ des US-Verkehrsministeriums (DOT) hervor.

Die Stornierungsrate lag im Juli bei 2,8 % – ​​ein Anstieg gegenüber den 2,6 % im Vorjahresmonat und den 1,7 % im Juni.

US-Fluggesellschaften führten im Juli rund 678.300 Flüge durch; dies entspricht einem leichten Anstieg gegenüber den 678.100 Flügen im Juli des Vorjahres. Die US-Airlines mit den niedrigsten Stornierungsraten im Juli waren Allegiant Air (0,5 %), das Alaska-Airlines-Netzwerk (1,1 %) und Southwest Airlines (1,1 %). Die Netzwerke umfassen dabei auch Codeshare-Partner unter eigener Marke.

Die Lzftfahrtunternehmen mit den höchsten Stornierungsraten im Juli waren JetBlue (9,8 %), Frontier Airlines (3,4 %) und Delta Air Lines (3,3 %).

US-Netzwerkcarrier beförderten im Juli rund 43,1 Mio. Gepäckstücke; die Rate für fehlerhaft behandeltes Gepäck lag bei 0,55 %. Dies ist ein Rückgang gegenüber den 0,61 % des Vorjahresmonats, aber ein Anstieg gegenüber den 0,50 % im Juni.

Die Zahl der im Juli eingereichten Beschwerden stieg auf 8.544, verglichen mit 6.803 Beschwerden im Juni. Etwa 69 % betrafen US-Fluggesellschaften, 26 % ausländische Airlines und 5 % Reisebüros. Die Unterkategorien mit den meisten Beschwerden waren Rückerstattungen (2.316), Flugpläne (1.991) und Gepäck (1.179). Quelle: DOT / CM

Iran-Krieg stürzte Qatar Airways in die schwerste Krise

Hamad Al-Khater , Vorstandschef von Qatar Airways, hat erklärt, dass der Iran-Krieg die größte Krise darstellt, mit der die in Doha ansässige Fluggesellschaft je konfrontiert war – schwerwiegender als die COVID-19-Pandemie, die den Flugbetrieb lahmlegte und den internationalen Reiseverkehr zum Stillstand brachte, oder die Golf-Blockade, die Katar im Jahr 2017 unter massiven wirtschaftlichen Druck setzte.

Hamad Al-Khater war noch keine drei Monate im Amt, als er erleben musste, wie die USA und Israel Ende Februar 2026 eine großangelegte Militäroffensive gegen Teheran gestartet hatten. Aus Angst vor Vergeltungsschlägen schlossen die Golfstaaten – die engsten Nachbarn des Iran – umgehend ihren Luftraum, während sie die Lage sondierten.

Ihre schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich rasch: Die iranischen Revolutionsgarden feuerten ballistische Raketen und Kamikaze-Drohnen auf Bahrain, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate ab. Innerhalb weniger Stunden wurden der Kuwait International Airport und der Dubai International Airport direkt getroffen, wobei Dutzende Menschen verletzt wurden.

Der Doha Hamad International Airport war zwar vermutlich ebenfalls ins Visier iranischer Geschosse genommen worden, aber nie tatsächlich getroffen; dennoch war die Bedrohung sehr real, und die katarischen Behörden wollten kein Risiko eingehen.

Während Dubai seinen Luftraum wieder öffnete und Emirates mit dem Wiederaufbau seines Streckennetzes begann, blieb der katarische Luftraum gesperrt, und die nationale Fluggesellschaft musste ihren Betrieb für einen deutlich längeren Zeitraum einstellen.

Da die Bedrohung fortbestand, sahen sich gestrandete Reisende gezwungen, mit dem Auto ins benachbarte Saudi-Arabien zu fliehen, um von dort aus Flüge aus der Region zu nehmen. Schließlich entschied sich auch Katar, seinen Luftraum wieder zu öffnen – zunächst nur schrittweise –, als die Bedrohungslage nachließ. Zu diesem Zeitpunkt hatte Qatar Airways jedoch bereits massive finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

„Es war die größte Krise unserer Geschichte“, sagte Al-Khater gegenüber Bloomberg. „Aber mit geopolitischen Fragen haben wir es täglich zu tun.“ Das Besondere an dieser Krise ist womöglich, dass Katar mit wirtschaftlichen Belastungen konfrontiert ist, wie sie das Land noch nie zuvor erlebt hat. Die Krise in der Straße von Hormus führt dazu, dass das Land weniger Flüssigerdgas (LNG) exportieren kann – jenes Gut, das den kleinen Golfstaat zu einer der Nationen mit dem weltweit höchsten Pro-Kopf-Einkommen gemacht hat.

Qatar Airways kann es sich nicht mehr leisten, Flugverbindungen allein im Rahmen einer umfassenderen Strategie zur Gewinnung von Marktanteilen zu betreiben. Stattdessen, so Al-Khater, prüfe die Fluggesellschaft gezielt, welche Routen am profitabelsten seien, und streiche Flüge, die „weniger Geld einbringen.“ Trotz der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich der Sicherheitslage in der Region sei die Nachfrage laut Al-Khater „nach wie vor sehr stark“, und auch die Auslastung der Jets bleibe hoch.

Bis Juni hat Qatar Airways 85 % ihres Streckennetzes wiederhergestellt; zudem hat die Fluggesellschaft kürzlich angekündigt, im Winterflugplan auf der Nordhalbkugel 170 Ziele ansteuern zu wollen. Al-Khater schätzt die aktuelle Lage ähnlich ein wie die regionalen Konkurrenten Emirates und Etihad Airways, die von einer starken Buchungsdynamik berichten: Reisende lassen die Sorge vor iranischen Raketen hinter sich und fühlen sich wieder wohl dabei, durch den Nahen Osten zu fliegen.

Dennoch zeichnen sich am Horizont weiterhin Risiken ab. Am Wochenende nahmen Huthi-Rebellen im Jemen den Flughafen von Riad ins Visier; dabei durchbrach eine Rakete die Luftabwehrsysteme und traf einen Treibstofftank. Auch die Bedrohung durch den Iran ist noch nicht vollständig gebannt.

Vorerst zählt jedoch der hohe Preis für Flugkraftstoff zu den größten Herausforderungen für Qatar Airways. Absicherungsgeschäfte (Hedging) und der starke Wettbewerb dürften die Ticketpreise vorerst niedrig halten, so Al-Khater – auch wenn die gesamte Luftfahrtbranche auf eine baldige Entlastung hofft. Quelle: Qatar Airways / CM

American wird Hauptfluggesellschaft am neuen Phoenix-Terminal

Der Phoenix Sky Harbor International Airport hat American Airlines als Hauptfluggesellschaft für sein künftiges „West Terminal“ ausgewählt – das erste neue Terminal des Flughafens seit 1990. Dies gaben der Flughafenbetreiber und American Airlines bekannt.

Nach Angaben des Flughafenbeteibers City of Phoenix Aviation Departmententfallen derzeit rund 40 % des Passagieraufkommens in Phoenix Sky Harbor auf American Airlines.

Zudem plant Phoenix Sky Harbor Investitionen in Höhe von „hunderten Millionen Dollar“ in das 36 Jahre alte Terminal 4, das aktuell mehr als 75 % aller Passagiere des Flughafens abfertigt, einschließlich derer von American. 

Zu den geplanten Verbesserungen gehören Modernisierungen des Gastronomie- und Einzelhandelsangebots, der zentralen Versorgungstechnik, der Gepäckförderanlagen, der Fahrsteige sowie der Sanitär- und Elektroinstallationen. Quelle: City of Phoenix Aviation Department  / CM

Kleine Ursache, Riesenärger

Mehr oder weniger geschickten Bauarbeitern wird zur Last gelegt, eine neu installierte Glasfaser-Backup-Leitung im TRACON-Zentrum der US-Flugverkehrskontrolle in Philadelphia durchtrennt zu haben. Eigentlich sollte die neue Glasfaser-Leitung die Dienste der Flugverkehrskontrolle im Nordosten der USA aufrechterhalten, falls eine ältere Leitung ausfallen sollte. Nach dem Cut firl der gesamte Flugverkehr im Nordosten der Vereinigten Staaten am Montagmorgen aus. .

Zehntausende Passagiere müssen sich für den Rest des Montags auf erhebliche Störungen einstellen, nachdem eine wichtige Datenleitung bei einer bedeutenden Flugverkehrskontrollstelle in Philadelphia ausgefallen war. Eigentlich hätte sofort ein Backup-System einspringen sollen; doch genau in diesem Blackout-Moment stellte die Federal Aviation Administration (FAA) fest, dass die neue Glasfaserleitung durchtrennt worden war.

Die ausgefallene Leitung steuert für gewöhnlich den Luftraum für Philadelphia (PHL), Newark (EWR) und Teterboro (TEB).

Als die Bunesluftfahrtbehörde FAA erkannte, dass das Backup-System völlig außer Gefecht gesetzt war, entschieden sich die Techniker dazu, die ausgefallene Hauptleitung auszutauschen – dies war die einzige Möglichkeit, den Flugverkehr wieder in Gang zu bringen. Der Haken: Die Rettungsmaßnahme erforderte die Einstellung des gesamten Flugbetriebs an allen anderen Flughäfen im Raum New York, einschließlich New York JFK und LaGuardia.

FAA-Administrator Bryan Bedford äußerte sich dazu gegenüber Reportern bei einer Veranstaltung, die ironischerweise der Vorstellung eines neuen Systems für das Flugverkehrsmanagement dienen sollte: „Es handelt sich tatsächlich um das Philly TRACON. Wir haben die Hauptleitung verloren. Dabei handelt es sich um eine der alten L3-Verizon-Leitungen, die Teil unseres Plans zur Erneuerung veralteter Systeme ist. Leider ist diese Leitung heute ausgefallen. Und als auf die Backup-Verbindung umgeschaltet werden sollte, stellten wir fest, dass das Glasfaser-Backup unterbrochen war.“ Bedford erklärte, es handele sich um einen „massiven“, rund 180 Meter (600 Fuß) langen Bruch der Glasfaserleitung irgendwo zwischen New Brunswick und Newark; Ingenieure schätzten, dass die Reparatur mindestens 13 Stunden dauern würde.

Die ausgefallene Leitung steuerte sämtliche Flugsicherungsdienste, fügte Bedford hinzu: „Es geht um Funkverkehr und sämtliche Daten, die über diese Leitung liefen – all diese Dienste sind ausgefallen.“ Auf die Frage, wie es zu der Unterbrechung der Glasfaserleitung gekommen sei, antwortete Bedford: „Jemand hat sie bei Grabungsarbeiten beschädigt.“ Der Schaden wurde erst bemerkt, als das Glasfaser-Backup im Bedarfsfall nicht einsprang. Bedford betonte jedoch, die Leitung sei nicht schon längere Zeit unterbrochen gewesen; der Schnitt sei vielmehr zufällig am selben Tag erfolgt, an dem auch die alte Hauptleitung ausgefallen war. Bedford nutzte die Gelegenheit, um zusätzliche Mittel für den Austausch der gesamten Flugsicherungsarchitektur durch ein sogenanntes „Federal Enterprise Network“ zu fordern.

Ein Sprecher des Telekommunikationsriesen Verizon erklärte später, das Unternehmen übernehme keine Verantwortung für den Vorfall; die Glasfaserleitung verlaufe entlang einer Amtrak-Bahnstrecke in New Jersey. In der Stellungnahme hieß es weiter: „Bauunternehmen, die in diesem Bereich tätig waren, haben das Kabel bei Grabungsarbeiten freigelegt und durchtrennt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Anlagen von Verizon voll funktionsfähig.“

Die Flugverfolgungs-App Flighty meldet mindestens 163 Flugausfälle bei Ankünften in Newark sowie 173 gestrichene Abflüge. In Philadelphia wurden 73 Ankünfte und 71 Abflüge gestrichen, während am Flughafen New York JFK 27 Ankünfte und 12 Abflüge ausfielen. Reiseexperten warnen Passagiere davor, dass es auch im weiteren Verlauf des Montags zu Verspätungen kommen wird, da die Störungen einen Dominoeffekt im gesamten nationalen Luftraumsystem auslösen. könnten. Quelle: CM

CH – Schweiz oder China?

Ein chinesischer Übersetzer, der vom Betreiber der Pariser Flughäfen , Aéroports de Paris (ADP), engagiert worden war, verwechselte die Schweiz mit China; in der Folge wies ein Monitor Inhaber chinesischer Reisepässe in eine Warteschlange an der Passkontrolle, die sie gar nicht nutzen durften.

Nicht bekannt ist, wie lange die fehlerhafte Anzeige für Irritationen sorgte. Erst als ein aufmerksamer Nutzer von X auf den eklatanten Fehler hinwies, versprach der Flughafenbetreiber, die falsche Information zu korrigieren.

Was genau war schiefgelaufen? Am Eingang zur Passkontrolle befindet sich ein Schild, das anzeigt, für welche Länder die automatischen e-Gates zur Verfügung stehen. Dies gilt für Passinhaber aus der Europäischen Union (EU) sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. All diese Länder-Bezeichnungen werden abgekürzt; im Fall der Schweiz lautet die Abkürzung „CH“ (zwei Buchstaben).

Zei verschiedene Paar Schule: CH und CH

Das mag zunächst unsinnig erscheinen, doch die Abkürzung leitet sich vom lateinischen Namen des Landes ab: „Confoederatio Helvetica“ (Schweizerische Eidgenossenschaft). Es handelt sich um eine weit verbreitete Abkürzung, die sogar als länderspezifische Internet-Endung verwendet wird. Auch die Währungsbezeichnung für den Schweizer Franken – CHF – basiert darauf.

Einem chinesischen Übersetzer, der mit der Übertragung der „Beschilderung“ auf den Monitoren  beauftragt war, entging jedoch die Bedeutung dieser Abkürzung. Er sah „CH“, interpretierte dies als „China“ und formulierte den Text entsprechend, sodass Inhaber chinesischer Pässe zur falschen Passkontrollschlange geleitet wurden.

Der Flughafenbetreiber reagierte auf den X-Hinweis und korrigierte den Fehler, der für viel Verdruss unter Tausenden Passagieren gesorgt hatte. Dies ist nicht das erste Mal, dass Beschilderung Ärger verursachen, wobei sich meistens die Regierung in Peking echauffiert. Vor einigen Jahren traf es z.B. Emirates. Damals stellte Peking fest, dass das Kabinenpersonal aus Taiwan Namensschilder mit der taiwanesischen Flagge trug – bekannt als „Blauer Himmel, weiße Sonne und ganz rote Erde“. Seinerzeit weigerte sich das taiwanesische Kabinenpersonal, die Flagge der Volksrepublik China zu tragen. Weil aber die Machthaber in Peking mit Sanktionen drohten, falls der Golfcarrier das Tragen der Taiwan-Flagge durch die Besatzung nicht unterbinden würde, blieb der Fluggesellschaft keine andere Wahl, als die Länderflaggen von sämtlichen Namensschildern zu entfernen – unabhängig vom jeweiligen Land. Quelle: X / CM

Condor: Keine Dubai-Flüge mehr ab Berlin und Stuttgart

Condor streicht zum Winterflugplan ihre täglichen Dubai-Flüge ab Berlin und Stuttgart. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund der weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Dubai-Flüge sind ohnehin problematisch, zumal auch der Internationale Flughafen der Glitzermetropole in den VAE im Visier iranischer Drohnen und Raketen ist. Nicht umsonst rät das Auswärtige Amt, auf Flüge in die VAE zu verzichten. Betroffene Gäste werden rechtzeitig informiert und erhalten im Rahmen der geltenden Beförderungsbedingungen passende Umbuchungs- oder Erstattungsoptionen. Condor beruft such u.a. auf die weiterhin hohen staatlichen Standortkosten in Deutschland, die erheblich belasten. Der Ferienflieger erwartet von der Bundesregierung konkrete Entlastungen bei den Standortkosten. Nur so können deutsche Airlines weiter investieren, wachsen und Arbeitsplätze in Deutschland sichern. Quelle: Condor / CM

Condor streicht die Dubai-Flüge ab Berlin und Stuttgart. Foto: Condor

Hohe Kerosinpreise erzwingen Kapazitätskürzungen

Vertreter von American Airlines, United Airlines und Southwest Airlines hoben am Mittwoch auf einer Konferenz von Morgan Stanley die starke Nachfrage hervor – auch im Geschäftsreisebereich –, wiesen jedoch auch darauf hin, dass die volatilen und steigenden Treibstoffpreise voraussichtlich zu Kapazitätskürzungen führen werden.

„Die Nachfrage ist unglaublich widerstandsfähig“, sagte United-Finanzvorstand Michael Leskinen am Mittwoch auf der 14. jährlichen Investorenkonferenz von Morgan Stanley im kalifornischen Laguna. „Die Premium-Kabinen laufen sehr gut. Das Geschäft mit Firmenkunden hat leicht angezogen. Wir liegen zwar noch 4,5 Prozentpunkte unter dem Niveau, das wir als Trendlinie ansehen, aber wir verzeichnen einen leichten Aufwärtstrend bei den Geschäftsreisen.“

Leskinen weiter: „Obwohl das Geschäft mit Firmenkunden sehr robust ist und wir ein steigendes Volumen beobachten, gibt es hier noch reichlich Luft nach oben.“ „Die Nachfrage bleibt stark“, erklärte American-CEO Robert Isom. Nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen Anstieg der Umsätze aus verwalteten Firmenkundenverträgen um 26 % gegenüber dem Vorjahr gemeldet hatte, fügte er hinzu: „Wir werden ein weiteres Quartal mit deutlichem Zuwachs im Jahresvergleich verzeichnen“ – womit das Unternehmen in diesem Segment das sechste Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum erzielen würde.

Obwohl die Gesamtnachfrage im September üblicherweise niedriger ist als in den Sommermonaten, sagte Southwest-Finanzvorstand Tom Doxey, der September habe die Erwartungen übertroffen. Das Nachfrageumfeld sei sehr, sehr stark. Doxey fügte hinzu, dass Southwest für das zweite Quartal einen Anstieg der Umsätze im Geschäftskundenbereich um 30 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. „Wir haben uns nicht öffentlich dazu geäußert, wie hoch diese Zahlen genau sind oder wie sich die Zusammensetzung gestaltet, aber wir sind im Geschäftskundensegment sehr stark aufgestellt.“

Vertreter der drei Airlines wiesen zudem auf die Herausforderungen durch gestiegene Treibstoffkosten hin. Nach Angaben der International Air Transport Association (IATA) stieg der weltweite Durchschnittspreis für Flugkraftstoff von 156,85 US-Dollar in der Woche zum 28. August auf 181,46 US-Dollar in der Woche zum 11. September.

American Airlines CEO Robert Isom erklärte, das Unternehmen rechne damit, dass die Treibstoffkosten im vierten Quartal um rund 1 Mrd. US-Dollar steigen werden. Sollten die Treibstoffpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben, werden AA seines Erachtens Anpassungen bei der Kapazitätsplanung für die Zukunft vornehmen müssen. Devon May, Finanzvorstand von American, bestätigte, dass die Fluggesellschaft ihre Kapazitäten für den weiteren Verlauf des vierten Quartals 2026 anpassen werde.

Leskinen von United Airlines sagte: „Wir haben einige Anpassungen an unserem Flugplan vorgenommen.“ Es gebe Routen, die ohnehin am unteren Ende der Rentabilitätsskala lagen und bei einem solchen Anstieg der Treibstoffpreise unrentabel werden.  Mit Blick auf das vierte Quartal wird es im Dezember Flüge geben, die United nun doch nicht durchführen will.  Und sollten die Kerosinpreise hoch bleiben, werde die Fluggesellschaft weitere Anpassungen für das erste Quartal 2027n und darüber hinaus bis ins Jahr 2027 vornehmen.

Tom Doxey (Southwest Airlines) berichtete, die Fluggesellschaft sei mit Plänen für eine Kapazitätserhöhung von 2 bis 3 % gegenüber dem Vorjahr in das Jahr 2026 gestartet, habe diese Pläne jedoch „etwa halbiert“. Wenn die Treibstoffpreise über längere Zeit hoch bleiben, sei eine Reduzierung der Kapazitäten die logische Reaktion.

Mit Blick auf die Vorausbuchungen sind bei American Airlines für das vierte Quartal bereits rund 25 % der Plätze gebucht, wie Isom und May mitteilten; Leskinen von United Airlines bezifferte die Buchungsquote für diesen Zeitraum sogar auf 35 %. Southwest Airlines nannte keine Zahlen zu den Vorausbuchungen. Quelle: Morgan Stanley / CM