BEV-Prämie ins Stottern geraten

Die neue staatliche Förderung für batterieelektrische Autos kommt kaum in Fahrt. Der Automobilhandel zieht ein ernüchterndes Zwischenfazit, wobei er aber einen guten Teil Schuld an der Negativentwicklung hat.

Die neue Elektroauto-Prämie droht ihr Ziel zu verfehlen. „Das neue Förderprogramm ist ein Rohrkrepierer“, sagt Burkhard Weller, Präsident des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD) und geschäftsführender Gesellschafter der Weller-Gruppe. Diese Einschätzung bestätigten zahlreiche andere Autohändler der Automobilwoche.

Die neu aufgelegte E-Auto-Prämie kommt nur schleppend in Fahrt. Gründe dafür sind u.a. der hohe bürokratische Aufwand mit Einkommensgrenzen und Nachweis der letzten beiden Steuerbescheide, die Reduzierung von Händlerrabatten und die Pflicht, den Antrag auf E-Förderung über die Bund ID stellen zu müssen.

Nach dem Start des Antragsportals fielen die Antragszahlen deutlich hinter die Erwartungen der Bundesregierung zurück. Branchenbeobachter (wie das Center Automotive Research) kritisieren, dass Hersteller und Händler ihre Rabatte reduziert haben, wodurch der eigentliche Kaufpreis der E-Autos gestiegen ist.  

Die aktuelle Analyse des Center Automotive Research (CAR) zeigt demnach, dass die durchschnittlichen Herstellerrabatte für BEV seit Jahresbeginn zurückgehen. Während Käufer im Januar bei den 20 wichtigsten E-Modellen noch durchschnittlich 19,5 % Nachlass erhielten, waren es im Mai nur noch 18,6 %, wobei es je nach Hersteller und Händler eine große Streubreite gibt. Ferdinand Dudenhöffer (CARspricht deshalb von einem paradoxen Effekt: Die staatliche Förderung wirke faktisch wie eine Preiserhöhung. Die Hersteller testen offenbar aus, wie viel staatliche Unterstützung sie über geringere Rabatte selbst abschöpfen können. 

Und da die Prämie an enge Einkommensgrenzen gekoppelt ist, geht vor allem die kaufkräftige Mittelschicht, die deutsche Premium-Modelle kauft, oft leer aus. Quelle: CAR / CM

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