Kraftstoffpreise klettern stark

Pünktlich zum Start der heißen Phase des Sommerreiseverkehrs sind die Kraftstoffpreise noch einmal massiv gestiegen. 

Laut aktueller ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 2,083 Euro und damit 5,9 Cent mehr als in der Vorwoche. Fast doppelt so stark verteuerte sich Diesel-Kraftstoff: Der Preis für einen Liter liegt im Schnitt bei 2,070 Euro und damit um 11,7 Cent über dem Preis der Vorwoche. Beide Kraftstoffsorten sind somit wieder deutlich über der Marke von zwei Euro angelangt. Diesel ist aktuell nur noch 1,3 Cent günstiger als Super E10.

Laut ADAC ist die jüngste Verteuerung beim Tanken vor allem auf den in den vergangenen Tagen deutlich gestiegenen Ölpreis infolge der erneuten Eskalation im Nahen Osten zurückzuführen. Aktuell notiert Brent-Öl bei rund 85 US-Dollar, in der Vorwoche waren es etwa 75 US-Dollar. Dass der Preisaufschlag bei Diesel fast doppelt so stark ausfällt, liegt u.a. daran, dass Diesel zu großen Teilen importiert werden muss und sein Preis in Krisenzeiten generell deutlich volatiler ist. 

Wer beim Tanken sparen will, sollte nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr mittags zur Tankstelle fahren, denn dann sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen danach langsam wieder ab. Quelle: ADAC / CM

Belgien führt Pkw-Maut ein

Deutschland war zu dumm, eine eigene Autobahnmaut einzuführen. Die Belgier drehen uns nun wie schon vorher die Österreicher und viele weitere europäische Länder eine Nase.  Ab 01. Mai 2027 müssen alle Autofahrer in Belgien eine digitale Maut entrichten. De gilt auch für Ausländer, z.B. automobile Geschäftsreisende. 

Die drei Regionen Flandern, Wallonien und Brüsdsel haben sich auf eine gemeinsame Maut geeinigt. Die Pflicht gilt für Fahrzeuge bis 3,5 t. Die Gebühr gilt für alle Hauptverkehrswege, nicht für das lokale Straßennetz, so wie es z.B. auch in Österreich der Fall ist.  Zu  erwerben ist die digitale Vignette über eine Internetplattform oder an Tankstellen erwerben. Das Ticket ist fest an das jeweilige Kennzeichen gebunden. Die Jahrespreise stehen fest: Für Elektroautos werden 90 Euro fällig. Für Verbrenner fallen je nach Euro-Norm bis zu 125 Euro. Und wie beim Vorbild Österreich wird es auch Kurzzeittarife von einem Tag bis zu zwei Monaten geben. 

Ebenfalls wie beim Vorbild Österreich überwachen die Behörden sämtliche mautpflichtigen Strecken digital mit einer automatischen Kennzeichenerkennung. Nach dem Start am 1. Mai 2027 tritt eine zweimonatige Toleranzphase in Kraft, in der Verstöße straffrei bleiben. Danach gilt: Wer ohne gültige Vignette fährt, zahlt mindestens 70 Euro Bußgeld. Quelle: De Tijd  / CM

Erlebnisprämien

Vor allem in Hotelprogrammen findet man mehr und mehr Erlebnisprämien. Die stellen zumindest auf dem Papier eine interessante Alternative dar, haben aber oftmals einen weniger interessanten Gegenwert pro Punkt.

Deswegen ist der Ansatz der Langham Hotels mit ihren neuen Erlebnisprämien über fünf Kategorien durchaus interessant: Preise für Prämiennächte im Brilliant by Langham-Programm sind dynamisch gestattet und kosten in der Regel mindestens 100.000 Punkte, oftmals aber sogar deutlich mehr.

Programm der Langham Hotels

Die ersten veröffentlichten Erlebnisprämien kosten jedoch nur 1.000 oder 3.000 Punkte und sind so deutlich rascher erreichbar. Um 1.000 Punkte zu sammeln, muss man in dem Programm 35 USD in Langham Hotels ausgeben. Auch wenn es oft schwer ist, diesen Prämien einen monetären Wert entgegenzustellen, kann dies so durchaus eine lohnenswerte Alternative zur Punktenutzung darstellen.

Die Langham-Erlebnisprämien sind stets wechselnde Angebote, die jeweils nur zu bestimmten Terminen in bestimmten Hotels angeboten werden. Quelle: Langham / CM

Air Serbia hat sich mit seinem Vielfliegerprogramm verspekuliert

Air Serbia ist nicht mehr Teil des Etihad Guest Programms. Die Fluggesellschaft vom Balkan hat mit Elevateein eigenes Programm gestartet.

Das umsatzbasierte Programm verfügt über keine Partner und Punkte verfallen nach einem Jahr, wodurch es wohl für viele nutzlos sein wird. Auch publiziert Air Serbia keinerlei Informationen, wie konkret man gesammelte Punkte nutzen kann, was es auch nicht einfacher macht, sich mit dem Programm zu identifizieren. Man kann sich jedoch einen gültigen Etihad-Status anrechnen lassen und sogar Meilenguthaben aus Etihad Guest geltend machen.

Air Serbia muss wohl den Namen Sines neuen Vielfliegerprogramms ändern.

Ausgehend von der strategischen Entscheidung, dass man mit einem eigenen Programm sein Schicksal besser kontrollieren kann als durch die Nutzung eines Partnerprogramms, hat es Air Serbia zumindest mit diesem ersten Schritt leider nicht geschafft, ihren Kunden im Vergleich zu der Etihad-Lösung einen Mehrwert anzubieten.

Und sobald die hawaiianische Mokulele Airlines von dem Programm hört, wird Air Serbia wohl auch den Programmnamen ändern müssen, da Elevatebereits der Name des Mokulele-Programms ist… Ein einfacher Blick ins Internet hätte genügt, dies zu verstehen und kommende Probleme zu verhindern. Quelle: CM

HeyMax interessant für Geschäftsreisende

Aufgrund des damit verbundenen Risikos funktionieren Kundenbindungsprogramme weltweit – nicht nur im Reisesektor – nach dem Prinzip, dass man erst Punkte sammelt und dann ausgibt. Ausnahmen sind rar, wie z.B. Miles & More, das ihren Senator-Statuskunden einen Meilenkredit von bis zu 50.000 Meilen gewährt.

Das noch relativ junge HeyMax-Programm in Fernost stellt dieses Prinzip jetzt jedoch auf den Kopf. HeyMax ist ein Koalitionsprogramm im Einzelhandel in Märkten wie Singapore, Hong Kong oder Japan, mit als einziger Prämienoption den Umtausch in eines der zahlreichen Partner-Programme von Airlines und Hotels.

Entdeckt, das neue Programm aus Fernort.

Unter dem Slogen „Fly Now. Earn Later.“ kann man jetzt in der Tat in großem Stil Prämien nutzen und die Punkte dafür erst später sammeln. Angesichts der permanenten Entwertungen der Programme ist das Argument sicher bestechend, dass man nicht weiß, wie viel heute gesammelte Punkte in zwei oder drei Jahren noch Wert sind.

Es bleibt zu hoffen, dass der Mut von HeyMax belohnt wird und sie nicht von Betrügern missbraucht

Warnung vor Flügen in den Nahen Osten/VAE

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat ihre Warnungen für Fluggesellschaften vor Flügen in oder über den Nahen Osten erneut verschärft.

Erst kürzlich hatte die EASA die zuletzt verkündeten Warnungen aufgehoben. Grund dafür war der angebliche Waffenstillstand, der sich feilich als sehr brüchig erwies. Durch die erneute Eskalation – zuletzt der Iran gegenüber Jordanien und den VAE sowie die USA gegenüber dem Iran – wurde die Warnung erneuert.

Airlines sollen den Luftraum von Bahrain, Kuwait, Katar, den VAE und den Golf von Oman meiden. Damit soll vermieden werden, dass die zivile Flugzeuge falsch als Ziele der iranischen Revolutionsgarden interpretiert werden können. Vorerst gilt die Warnung bis zum 29. Juli 2026.

Eine Weitere Warnung der EASA, die Fluggesellschaften den Betrieb im Luftraum von Iran, Irak und Libanon untersagt, ist bereits in Kraft und wurde bis Ende August 2026 verlängert. Quelle: EASA / CM

Münchner Airport mit starker operativer Performance

Der Münchner Flughafen macht sich zusammen mit Partner Lufthansa fit für die nächsten Jahrzehnte. Das geht u.a. aus dem neuen integrierte Bericht der Flughafen München GmbH (FMG) für das Jahr 2025 hervor, der unter dem Titel „TOGETHER“ am Mittwoch, 15. Juli 2026 erschienen ist. 

Mit dem integrierten Bericht präsentiert der Flughafen München ein ganzheitliches Bild der Geschäftstätigkeit des vergangenen Jahres und zeigt neben den wirtschaftlichen Fakten und Kennzahlen aus sämtlichen Unternehmensbereichen alle ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Aspekte des Flughafenbetriebs auf. Zudem werden im neuen integrierten Bericht Maßnahmen und Projekte beschrieben, die auf eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens gerichtet sind. 

„TOGETHER“ stellt die Verbindung mit Geschäftspartnern, Passagieren und der Flughafenregion in den Mittelpunkt. Darüber hinaus ist das Miteinander der Beschäftigten im Unternehmen ein Schwerpunktthema: In drei Storys stehen bedeutende Kollaborationen im Fokus: die Entwicklung und Zusammenarbeit verschiedener Akteure beim neuen Pier für das Terminal 1, die vertiefte Kooperation der FMG mit der Deutschen Lufthansa und die erfolgreiche Geschäftsbeziehung des Airports mit einem Unternehmen, das regionale Produkte an den Flughafen liefert.

Besonders hervorzuheben ist 2025 die operative Performance: Mit nahezu 80 % Pünktlichkeit im Sommerflugplan zählt der MUC zu den Top Drei der großen europäischen Drehkreuz-Flughäfen. 43,4  Mio.  Passagiere nutzten das bayerische  Luftverkehrsdrehkreuz – 1,8 Mio. mehr als im Vorjahr, ein Plus von 4,4 %. Damit war München der Flughafen mit dem höchsten absoluten Passagierzuwachs im deutschsprachigen Raum. Auch die Zahl der Flugbewegungen entwickelte sich positiv: 337.000 Starts und Landungen, ein Zuwachs von 3 %. Ein wesentlicher Wachstumstreiber war erneut der Langstreckenverkehr, der gegenüber 2024 um 8,5 % zugelegt hat. Die Sitzplatzauslastung von rund 80 % bestätigt zudem die anhaltend hohe Nachfrage im Luftverkehr. Beim Luftfrachtumschlag erzielte der Airport im Erdinger Moos  mit rund 340.000 Tonnen außerdem einen Allzeitrekord. 

Fast 37.000 Menschen und 470 Unternehmen an einem gemeinsamen Standort. Neben der Lufthansa ist der Flughafen München der größte Arbeitgeber auf dem Campus. Mit einer Wertschöpfung von 7,3 Milliarden Euro in Bayern leistet er einen großen Beitrag für Wirtschaft und Wohlstand. Knapp die Hälfte seiner Waren bezieht der Flughafen aus München und der Region.

Die starke Entwicklung spiegelt sich auch in den finanziellen Ergebnissen wider. 2025 erzielte die FMG einen Gewinn (EAT) von 169 Mio. Euro – ein Plus von 105 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr 2024. Die Umsatzerlöse stiegen auf knapp 1,8 Mrd. Euro. 

Der Flughafen München gehört zu den führenden Standorten im europäischen und globalen Luftverkehr. Gemeinsam mit Lufthansa stärkt die FMG den Premium-Airport und schafft Raum für Wachstum. Lufthansa und München gehören zusammen: Diese Partnerschaft ist der Schlüssel, um die Zukunft zu gestalten und den Gästen ein noch besseres Reiseerlebnis zu bieten. Mit der Vertiefung des einzigartigen Joint Ventures setzt die FMG einen Meilenstein für den Standort. Die Vereinbarung umfasst den Einstieg in die Planung einer erweiterten Terminalinfrastruktur sowie die Weiterentwicklung und Fortführung der bestehenden Kooperation bis ins Jahr 2056. Ein zentraler Baustein wird der perspektivische Ausbau der Langstreckenflotte in München sein – ein klares Bekenntnis zu weiteren interkontinentalen Verbindungen und zum globalen Anspruch des Hubs. 

Gleichzeitig schreitet die FMG auch bei weiteren Infrastrukturprojekten voran. 2026 ist ein Jahr der Meilensteine. Die Inbetriebnahme des neuen Terminal 1-Piers mit zusätzlichen Kapazitäten für jährlich bis zu 6 Mio. Passagiere bildet den Auftakt zur schrittweisen Modernisierung des gesamten T1. In den kommenden Jahren soll Modul für Modul modernisiert werden – einschließlich der umliegenden Infrastruktur. Die zentrale Zone des Münchner Flughafens erhält damit ein neues, zeitgemäßes Gesicht.

All diese Fortschritte sind nur möglich, weil der Flughafen München auf ein starkes Fundament bauen kann. Er ist ein zentraler Wirtschaftsmotor für Bayern und die gesamte Region, generiert eine jährliche Bruttowertschöpfung von 7,3 Mrd. Euro – rund 1 % der gesamten bayerischen Wirtschaftsleistung – und bildet mit rund 37.000 Beschäftigten in etwa 470 Unternehmen einen der größten Arbeitsplatzstandorte Deutschlands. Insgesamt sichert der Flughafen mit seiner Strahlkraft deutschlandweit über 100.000 Arbeitsplätze.Der MUC ist mehrfach ausgezeichnet und gehört erneut zu den zehn besten der Welt. Besonders freut sich Flughafen-Chef Jost Lammers über den Titel „Best Airport Staff in Europe“, der das hervorragende Engagement und die Professionalität der Belegschaft würdigt. Quelle: FMG / CM

Neue Pan Am vor dem Start

Die „Neue US-Fluggesellschaft Pan Am“ bereitet sich nicht nur auf die Aufnahme von regulären Flügen vor, sondern hat auch bereits angekündigt, das legendäre WorldPass Vielfliegerprogramm wieder aufleben zu lassen. Dafür hat das US-Luftfahrtunternehmen bereits einen Software-Anbieter ausgewählt. 

Vor 34 Jahren stellte Pan American World Airways den Betrieb ein. Seitdem gab es diverse Versuche eines Relaunchs dieser einstigen Ikone der Luftfahrt, die allesamt scheiterten. Nun plant die Kult-Airline Pan American World Airways (Pan Am) mit Unterstützung der Investmentfirma AVi8 Air Capital und Pan Am Brands ein erneutes Comeback als planmäßige Linienfluggesellschaft. Der Neustart sieht eine Basis in Miami vor und soll mit einer Flotte von Airbus A320neo-Maschinen durchgeführt werden. Der offizielle Zertifizierungsprozess bei der US-Luftfahrtbehörde FAA läuft.

Die neue Pan Am will mit A320neo an den Start gehen. Foto Pan Am

Neben dem künftigen Linienbetrieb bietet die Marke in Lizenz bereits exklusive, nostalgische Luxus-Charterreisen an, die an das „goldene Zeitalter“ der Luftfahrt erinnern sollen.

Avi8 Air Capital hat nach eigenen Angaben zwei regionale Expressfluggesellschaften mit Sitz in den USA gegründet und eine große internationale Fluggesellschaft privatisiert. Zudem leitete es die Part-121-Zertifizierung zwei neu gegründeter US-amerikanischer Linienfluggesellschaften. Die Etablierung einer 2 Mrd. US-Dollar schweren Flugzeugleasingplattform für eine große Investmentbank war ein weiterer Meilenstein, so AVi8-CEO Ed Tegel. 

Details über das Frequent-Flyer-Programm als solches sind noch nicht bekannt, aber aufgrund der geplanten bescheidenen Größe von Pan Am dürfte der Programmname vermutlich das interessanteste Element sein. Wer seit den frühen 90er Jahren noch Meilen bei WorldPass ausstehend hat, sollte sich jedoch nicht allzu viele Hoffnungen machen, jene Meilen dadurch reaktivieren zu können, da es sich legal hier um zwei unterschiedliche Unternehmen handelt.

Die ursprüngliche Pan Am reiht sich leider in die lange Liste von Airlines ein – Ansett, TWA oder Spanair, um nur ein paar zu nennen -, bei denen Vielflieger ihre ausstehenden Meilen bei Betriebseinstellung unwiderruflich verloren haben. Quelle: Pan Am / CM

Deutsche Autobauer vor unsicherer Zukunft

Für die deutschen Automobilhersteller entwickelt sich das Gesamtjahr 2026 zu einer Belastungsprobe mit überdurchschnittlichen globalen Absatzverlusten in der ersten Jahreshälfte, vor allem infolge von stark rückläufigen Verkäufen in China. Nun rächt sich das fatale Festhalten an Benzinern und Dieseln. Denn im Reich der Mitte will kaum noch jemand ein Verbrennerauto. 

Bei den deutschen Automobilherstellern liegt der Absatzverlust zwischen 4,2 und 7 %. 14 der 20 analysierten Konzerne bleiben bei den globalen Absatzzahlen unter dem Vorjahreswert. Toyota behauptet mit hochgerechnet 5,3 Mio. Fahrzeugen die Spitzenposition vor Volkswagen mit 3,97 Mio. und Hyundai-Kia mit 3,60 Mio. Fahrzeugen. Dahinter folgen Stellantis mit 2,95 Mio. und GM mit rund 2,14 Mio. Fahrzeugen. Das sind die zentralen Ergebnisse des AutomotivePerformance Report 2026 des Center of Automotive Management (CAM), der regelmäßig die Markt- und Absatztrends der Automobilbranche bilanziert. 

Zu den Gewinnern des ersten Halbjahres 2026 zählen vor allem Tesla, Stellantis, Suzuki und die chinesischen OEM SAIC und Chery, wofür unterschiedliche Ursachen verantwortlich sind. Tesla (+16,3 %) profitiert von einer kräftigen Erholung der Nachfrage nach Elektromobilität sowie einer verbesserten Modellverfügbarkeit und einer günstigen Vergleichsbasis im Vorjahr. Stellantis punktet mit einem Zuwachs von 10,8 %, wobei der Anstieg neben neuen Modellen auch Ergebnis einer Erholung von schwachen Ergebnissen der Vorjahre, insbesondere in Nordamerika, ist. Die SAIC-Eigenmarken (+12,7 %) und Chery (+7,7 %) profitieren vor allem von der Expansion ins Ausland und der Nachfrage nach elektrifizierten Modellen. Suzuki (+9,9%) wird demgegenüber durch die starke Stellung im robusten Indiengeschäft gestützt.

Stark überdurchschnittliche Absatzverluste weisen die chinesischen Hersteller BYD und Changan sowie die US-Hersteller Ford und GM auf. BYD verliert überdurchschnittlich im rückläufigen chinesischen Markt (-39 %), was durch Zugewinne in internationalen Regionen nicht kompensiert werden kann. GM und Ford verlieren überdurchschnittlich im Heimatmarkt USA, was zum Teil an Portfoliobereinigungen und Lieferproblemen lag. 

Die deutschen Hersteller verlieren überdurchschnittlich aufgrund der hohen Verluste im chinesischen Markt. Volkswagen verliert 6,5 %, Mercedes-Benz 7 %, während BMW 4,2 % unter dem Vorjahr liegt. Toyota büßt im ersten Halbjahr ebenfalls rund 3 % seiner globalen Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, wobei die Absatzrückgänge in China teilweise durch höhere Verkäufe in den USA kompensiert werden konnten. Relativ stabil bleiben die Absatzzahlen bei Hyundai, die dank Zuwächsen in den USA nur 1,6 % ihrer Verkäufe abgeben müssen.

Studienleiter Stefan Bratzel: „Die globale Automobilindustrie tritt in eine neue Phase der Marktbereinigung ein, die in einem darwin’schen Ausleseprozess mündet. Wem es nicht gelingt, sich schnell den neuen Markt- und Technologiebedingungen anzupassen, droht längerfristig auszuscheiden bzw. die Unabhängigkeit zu verlieren. Der Absatzrückgang ist dabei Ausdruck einer Kombination aus konjunktureller Schwäche, geopolitischen Unsicherheiten, hohen Finanzierungskosten und einem immer schärferen technologischen Verdrängungswettbewerb. Für die finanzielle Performance der Hersteller sind die Aussichten entsprechend herausfordernd. Sinkende Volumina, Preisdruck und hohe Investitionen in Elektromobilität, Software und neue Fahrzeugarchitekturen belasten gleichzeitig. Hersteller, die den Absatzrückgang nicht durch Produktivitätsfortschritte, geringere Komplexität und konsequente Kosten-senkungen kompensieren können, müssen mit deutlich rückläufigen Margen rechnen. Das Jahr 2026 dürfte deshalb zu einem weiteren Beschleuniger der Konsolidierung und Restrukturierung in der globalen Automobilindustrie werden.“

Entwicklung der Pkw-Kernmärkte USA, Europa und China. Die drei betrachteten Kernmärkte entwickeln sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich unterschiedlich. Während China um 20 % und die USA um 3 % unter dem Vorjahresniveau liegen, wächst Europa um rund 4,5 %. In Europa stützen insbesondere die steigende Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen und neue Modellangebote den Markt. In den USA belasten dagegen ein schwächeres Marktumfeld sowie handelspolitische und regulatorische Unsicherheiten die Entwicklung. 

Der starke Einbruch in China prägt jedoch die globale Absatzbilanz und beschleunigt zugleich die internationale Expansion chinesischer Hersteller.

Der chinesische Pkw-Neuwagenmarkt geht im ersten Halbjahr 2026 um 20,2 % zurück. Ausschlaggebend sind vor allem die schwächere wirtschaftliche Gesamtsituation. CAM rechnet in China für das Gesamtjahr mit nur noch 19,5 Mio. Pkw, was einem Rückgang von über 4 Mio. Pkw entspricht. Dadurch verschärft sich der Verdrängungswettbewerb weiter und dürfte in den kommenden Jahren zu einer stärkeren Konsolidierung des Marktes führen. 

Einstweilen dürften die einheimischen chinesischen Anbieter ihre Marktanteile weiter erhöhen, aufgrund ihrer zunehmend nachgefragten preisgünstigen elektrifizierten Modelle. Für die deutschen Hersteller wird das Jahr 2026 zu einer zusätzlichen Belastungsprobe mit überdurchschnittlichen Marktanteilverlusten: Einerseits ist mit Volumenrückgängen durch den stark rückläufigen Markt zu rechnen, andererseits drohen Marktanteilsverluste, aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Verkaufsstärke bei Verbrennern, die jedoch in China kaum noch Bedeutung haben. Bereits im 1. Halbjahr sinken die China-Verkäufe von Volkswagen um 25,9 %, von BMW um 20,4 % und von Mercedes-Benz um 28,3 %. Quelle: CAM / CM

InnoTrans 2026 so international wie nie 

Die InnoTrans 2026 setzt zum 15. Geburtstag binnen 30 Jahren Maßstäbe bei ihrer internationalen Beteiligung. Aussteller, Delegationen, Verbände und Entscheidungsträger aus allen Kontinenten machen die Leitmesse für Bahn-Verkehrstechnik zur globalen Plattform für Innovation, Austausch und internationale Zusammenarbeit.

InnoTrans-Direktorin Kerstin Schulz: „Wir erwarten Delegationen aus 18 Ländern und haben Aussteller aus rund 60 Nationen auf dem Berliner Messegelände. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der direkte Austausch ist, um Innovationen voranzutreiben.“ Ein besonderes Highlight der diesjährigen InnoTrans: Erstmals präsentiert sich die California High-Speed Rail Authoritymit einem eigenen Messestand. Insgesamt ist die Beteiligung aus den USA sehr stark: Rund 50 Aussteller, darunter Branchenführer wie Progress Rail, Wabtec und Amsted Rail, unterstreichen die Bedeutung der InnoTrans für den nordamerikanischen Markt.

Zahlreiche internationale Delegationen nutzen die Veranstaltung als zentrale Plattform für den fachlichen Austausch. Dazu zählen u.a. Delegationen von DB E.C.O. North America, Federal Railroad Association (FRA) sowie der Commuter Rail Association. Der erstmals stattfindende und hochkarätige EU-Afrika-Transportdialog (23. September, 12:00 – 14:00 Uhr) stärkt zudem den Austausch zwischen europäischen und afrikanischen Partnern.

Viele Unternehmen aus asiatisch-pazifischem Raum. China beteiligt sich mit bedeutenden Branchenakteuren wie CARS, CAMET und CRRC. Aus Afrika nimmt unter anderem die marokkanische Bahngesellschaft ONCF teil. Aus Südamerika reisen große Delegationen aus Brasilien und Kolumbien an. Die Ukraine ist sowohl mit einem Gemeinschaftsstand als auch mit einer Delegation aus Kiew vertreten.

Darüber hinaus besucht eine Vielzahl von Unternehmen und Verbänden aus dem asiatisch-pazifischen Raum die InnoTrans. Neben dem Gemeinschaftsstand der Australasian Railway Association (ARA) befindet sich der Ländernpavillion von Malaysia. Südkorea ist mit einem Gemeinschaftsstand vertreten; der nationale Branchenverband KORSIA ist zudem mit einem eigenen Stand präsent. Der japanische der Gemeinschaftsstand von JORSA belegt wie zuletzt eine komplette Messehalle.

Die britische Bahnindustrie präsentiert sich mit einem Gemeinschaftsstand der Railway Industry Association (RIA). Aus Österreich beteiligen sich u.a. voestalpine, Plasser & Theurer sowie Advantage Austria. Spanien ist mit dem Branchenverband Mafex, den Unternehmen Talgo und CAF vertreten. Frankreich ist mit Alstom, Business France mit zwei großen Gemeinschaftsständen sowie der SNCF besonders stark repräsentiert. Weitere nationale Gemeinschaftsstände kommen aus Portugal, Dänemark, Ungarn, Belgien, Finnland, Taiwan und Tschechien.

Die fünf Messesegmente der InnoTrans umfassen Railway Technology, Railway Infrastructure, Public Transport, Interiors und Tunnel Construction. Veranstalter der InnoTrans ist die Messe Berlin. Die 15. InnoTrans findet vom 22. bis 25. September 2026 auf dem Berliner Messegelände statt. Quelle: Messe Berlin / CM