Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist offen für Zugangskontrollen an großen deutschen Bahnhöfen. Der Vorschlag: Nur wer ein gültiges Bahnticket hat, soll auf den Bahnsteig kommen. Bilger halte das im Fernverkehr für „sinnvoll“ und sprach sich für Tests aus. In einigen Nachbarländern gibt es bereits Schranken oder Drehkreuze, die Passagiere mit ihren Tickets öffnen müssen.
Die Zugangskontrollen sollen laut dem Verkehrsminister für mehr Sicherheit an Bahnhöfen sorgen. Zuletzt hatten Angriffe auf Bahnpersonal die Sicherheitsdebatte an den Bahnhöfen weiter befeuert. Noch Anfang des Jahres haben Zahlen der Bundespolizei gezeigt: Die Hauptbahnhöfe Dortmund, Köln und Düsseldorf sind unter den Top Ten der Bahnhöfe mit den meisten Gewaltdelikten deutschlandweit.
In Großbritannien sind Bahnsteigsperren wesentlicher Bestandteil des Bezahlsystems. Auch bei zahlreichen U-Bahn-Systemen etwa in London, Paris, New York, Barcelona etc. gibt es sie.
In einer ganzen Reihe Länder, z.B. China, USA Spanien usw sind Bahnsteigsperren nicht nur gang und gäbe, sondern wurden inzwischen sogar zu Systemen weiterentwickelt, die teilweise im Reich der Mitte an den dortigen riesigen Bahnhöfen, die an riseige supermoderne Flughafenterminal erinnern, sind Gates ie an den Airports vorhanden. Auch der von Amtrak betriebene Fernverkehr in den USA verwendet Gates, die vom Aufbau denen eines Flughafens ähneln.
In Spanien wurden Bahnsteigsperren mit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Madrid–Sevilla wieder eingeführt. Ab dem Jahr 2000 begann dann die Einrichtung von festen und dauerhaft wirkenden Bahnsteigsperren auf allen Bahnhöfen, von denen Züge in Richtung einer Schnellfahrstrecke abgelassen werden. Zusätzlich finden neben den Fahrkarten- auch Gepäckkontrollen statt, umsteigende Reisende müssen sich in der Regel erneut kontrollieren lassen. Bahnsteiggleiche Anschlüsse sind damit ausgeschlossen.
Hessens Verkehrsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori begrüßt den Vorstoß von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Zugangskontrollen an großen Bahnhöfen praktisch zu erproben. Hessen hatte bereits im März in der Verkehrsministerkonferenz vorgeschlagen, dass Bund und Länder gemeinsam prüfen, ob an großen Bahnhöfen bauliche Zugangsbarrieren eingeführt werden können. Eine Einigung kam damals nicht zustande.
„Der Bundesverkehrsminister hat Recht. Es ist gut, dass jetzt Bewegung in die Debatte kommt. Hessen hat Zugangskontrollen an großen Bahnhöfen bereits im Frühjahr in der Verkehrsministerkonferenz vorgeschlagen. Damals gab es dafür noch keine Einigung. Deshalb freue ich mich über die Unterstützung des Bundesverkehrsministers. Jetzt sollten wir es praktisch erproben. Frankfurt bietet sich als erste Modellstadt an. Hier können Bund, Land und Deutsche Bahn gemeinsam herausfinden, wie Zugangskontrollen an einem der größten Bahnknoten Deutschlands funktionieren können“, sagte Mansoori. Quelle: Bundesverkehrsministerium / CM