PESA Bydgoszcz, Polens größter Hersteller von Schienenfahrzeugen, und Hitachi Rail, ein weltweit führender Bahntechnikhersteller, haben eine strategische Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Partnerschaft umfasst die Entwicklung und Produktion von Hochgeschwindigkeits-Schienenfahrzeugen, ein gemeinsames Produktangebot für Doppelstockzüge sowie den Transfer fortschrittlicher Technologien.
Diese Zusammenarbeit gibt der Entwicklung der polnischen Eisenbahnindustrie einen bedeutenden Schub und stärkt das lokale Know-how in Bereichen, in denen der polnische Markt gerade erst beginnt, Erfahrungen aufzubauen. Für PESA markiert dies den Beginn der nächsten Phase einer konsequenten Weiterentwicklung. Die Hitachi-Gruppe ihrerseits wird durch ihre Partnerschaft mit Polens größtem Hersteller von Schienenfahrzeugen ihr Engagement in Schlüsselbranchen der polnischen Wirtschaft, darunter Verkehr, Energie und Finanzen, erheblich verstärken.

Einer der Kernpunkte der Absichtserklärung („MoU“), die zwischen Hitachi Rail und PESA Bydgoszcz unterzeichnet wurde, ist die gemeinsame Teilnahme an einer Ausschreibung der PKP Intercity zur Beschaffung von 20 elektrischen Triebzügen (EMUs) mit einer Betriebsgeschwindigkeit von mindestens 320 km/h (VHS-Fahrzeuge – Very High Speed), mit einer Option auf weitere 35 Triebzugeinheiten und deren Wartung über 30 Jahre. Die Vereinbarung sieht einen zweistufigen Produktionsprozess vor. Die ersten 20 Einheiten würden in den Werken von Hitachi Rail in Italien hergestellt. Die zweite Phase des Projekts sieht die Einbindung und schrittweise Ausweitung der Beteiligung des in Bydgoszcz (ehemalige Bromberg, achtgrößte Stadt Polens mit ca. 330.000 Einwohner) ansässigen Unternehmens am Produktionsprozess vor, was letztendlich zu einer teilweisen Lokalisierung der VHS-Fahrzeuge führen soll. PESA wäre zudem für die technische Wartung aller Züge in Polen verantwortlich.
ETR 1000 für PKP Intercity. Als Teil des Konsortiums planen die Partner, dem polnischen Bahnunternehmen PKP Intercity den ETR1000-Zug (Frecciarossa 400) das Flaggschiff von Hitachi Rail – anzubieten, der sich in den letzten zehn Jahren auf europäischen Hochgeschwindigkeitsstrecken außerordentlich gut bewährt hat und damit die Rolle der Bahn als Alternative zu Kurzstreckenflügen stärkt. Die ETR1000-Züge, bei Millionen von Geschäftsreisenden höchst beliebt, sind für den Betrieb in Ländern wie Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Spanien zugelassen und kompatibel mit den verschiedenen in Europa verwendeten Strom- und Signalsystemen. Sie zeichnen sich u.a. durch ihr aerodynamisches Design und modernste Energiesparlösungen aus, die sich in einer hohen Betriebseffizienz niederschlagen. Die Züge, die b 2027 bzw. 28 auch zwischen Neapel/Rom und München sowie Berlin fahren, sind bekannt für höchsten Reisekomfort.
Technologietransfer. Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller der legendären japanischen Shinkansen und des berühmten ETR1000-Zugs eröffnet PESA zudem völlig neue technologische Möglichkeiten. Ein zweiter wichtiger Aspekt der Partnerschaft ist der Technologietransfer, der u.a. das Schweißen von Aluminium-Zugkarosserien und den Bau von Doppelstockzügen umfasst.
In Bydgoszcz werden modernste Produktionsstätten errichtet, die zu einem lokalen Kompetenzzentrum für diese Technologien werden und die Umsetzung weiterer Projekte, darunter die Produktion moderner Doppelstockfahrzeuge, in Polen ermöglichen.
„Unsere Zusammenarbeit mit Hitachi Rail, einem weltweiten Pionier im Hochgeschwindigkeitsbahnverkehr und einem Vorreiter bei innovativen Eisenbahntechnologien, ist für uns ein historischer Moment. Dank des Technologietransfers und der Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Aluminiumkonstruktionen in Bydgoszcz reiht sich PESA in die europäische Liga der Hersteller der schnellsten Züge ein. Dies ist nicht nur ein gemeinsames Angebot für PKP Intercity, sondern auch die Grundlage für die Produktion moderner Doppelstockzüge in unserem Werk in Bydgoszcz für Märkte in der gesamten CEE-Region“, betonte Krzysztof Zdziarski, Vorstandsvorsitzender von PESA Bydgoszcz SA.
„Die Partnerschaft mit PESA stellt einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau unserer internationalen Präsenz und bei der Förderung innovativer Schienenverkehrslösungen in ganz Europa dar. Durch die Kombination von globalem Know-how mit starken lokalen Kompetenzen tragen wir aktiv zu einem besser vernetzten, effizienteren und nachhaltigeren Mobilitätsökosystem bei – ganz im Sinne unserer langfristigen Vision für die Zukunft des Schienenverkehrs“, sagte Stefano Santinelli, Senior Vice President, Chief Government, PA & Communications Officer bei Hitachi Rail.
„Die Partnerschaft zwischen PESA und Hitachi Rail markiert die nächste Etappe in der Entwicklung des in Bydgoszcz ansässigen Unternehmens, wobei PESA zunehmend die Rolle eines führenden Industriepartners bei Projekten übernimmt, die Hightech-Know-how erfordern. Diese Partnerschaft stützt sich auf die europäischen Ressourcen von Hitachi Rail, darunter das italienische Know-how bei der Herstellung von Schienenfahrzeugen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr, und ist Teil der strategischen Dimension der Zusammenarbeit zwischen Polen und Japan – einem der weltweit führenden Länder im Bereich der Eisenbahntechnologie“, sagte Piotr Matczuk, Präsident des Polnischen Entwicklungsfonds. Quelle PESA, Hitachi / CM