Wer im Stau dringend muss, sollte vorbereitet sein. Denn Toilettengänge außerhalb des Fahrzeugs sind auf der Autobahn tabu. Was der Auto Club Europa (ACE) Autofahrenden „unter Druck“ in einer solchen Situation rät.
Sommerzeit, Reisezeit – und vielleicht ist es so richtig warm, wie etwa im Juni, wo es deutschlandweit eine Hitzewelle mit vielerorts mehr als 40 °C gab. Viel Trinken heißt dann die Devise, auch für Autofahrende, ob Geschäftsreisende oder Urlauber. Und diese sollten dann auch rechtzeitige Pausen zum Austreten einplanen. Denn spätestens im Stau wird es sonst schnell richtig unangenehm.
Denn grundsätzlich gilt: Auf der Autobahn einfach aus dem Auto hüpfen und hinter der Leitplanke verschwinden, um sich zu erleichtern, verbietet die Straßenverkehrsordnung (StVO), erklärt der Auto Club Europa (ACE).
Demnach dürfen Autobahnen nicht betreten werden, egal ob der Verkehr fließt oder steht – auch nicht für einen kurzen Toilettengang. Auch das Anhalten auf dem Pannenstreifen, außer eben bei Pannen oder nach Unfällen, ist verboten. Im Notfall darf man hier zwar halten. Aber egal, ob zwei, vier oder mehr Räder: Der Toilettengang zählt generell nicht als Notfall.
In der Akut-Situation ist der Handlungsspielraum tatsächlich begrenzt. Deshalb rät der ACE dringend, vorausschauend zu planen: Es gibt sogenannte Notfalltoiletten oder Taschen-WCs. Die nähmen nicht viel Platz weg und es gebe verschiedene Exemplare für Männer, Frauen und Kinder.
Wer mit einem Wohnmobil im Stau steht und eine Toilette an Bord hat, darf diese benutzen, wenn er sich innerhalb des Fahrzeugs dorthin bewegen kann. Erlaubt ist das aber nur im Stand und solange die Zündung aus ist. Sobald der Verkehr wieder anrollt, müssen alle Insassen zurück auf ihren Plätzen sein. Ganz anders verhält es sich mit einem Wohnanhänger mit WC: Dessen Toilette ist nicht zu benutzen, da dafür das Auto verlassen und die Autobahn betreten werden müsste.
Besser frühzeitig und regelmäßig pausieren. Damit die Situation nicht unnötig heikel wird, rät der ACE zu regelmäßigen Pausen: Mindestens alle zwei Stunden bzw. alle 200 Kilometer hilft eine mindestens 15-minütige Erholungspause. Diese kann dann eben auch für einen Toilettengang genutzt werden, sofern einem in den Toiletten auf unbewirtschafteten Ratplätzen nicht schlecht wird. Denn die Sauereien in den dortigen WC-Anlagen spotten jeder Beschreibung.
Auf den Mobilitäts-Apps mit Echtzeitdaten können zudem verhindern helfen, dass man in einen langen Stau gerät und die Blase dann einer unnötigen Belastungsprobe ausgesetzt wird.
Allerdings hat der ACE noch einen Rat: Wer trotz aller Vorkehrungen in einen spontanen, sehr langwierigen Stau gerate und absolut nicht umhinkomme, die Autobahn – verbotenerweise – zu betreten, müsse ganz besonders aufmerksam sein und andere Verkehrsteilnehmende im Blick haben. Denn selbst bei stundenlangem Stillstand sei jederzeit damit zu rechnen, dass auch die Rettungsgasse oder der Standstreifen befahren werden. Quelle: ACE / CM