Jetzt trifft der China-Abschwung auch BMW

Der Gewinn von BMW ist im ersten Halbjahr um rund 35 %  eingebrochen. Grund ist vor allem das China-Geschäft, woe die deutschen Hersteller, unter ihnen auch BMW, ihre Verbrenner nicht mehr loswerden. Die chinesischen Kunden setzen inzwischen nur noch auf batterieelektrische Modelle, und nur solche, die von eigenen Autobauern stammen. Zudem muss BMW wie die anderen deutschen Hersteller seine Autos zu Preisen anbieten, die die ruinös sind. 

In den USA und Europa sind die Verkaufszahlen aber leicht gestiegen. Nun gab das Management bekannt, dass 8.000 der 84.000 Jobs in Deutschland dem Rotstift zum Opfer fallen sollen. 

Das schlechte China-Geschäft vermiest auch BMW die Laune. Foto: BMW

Dr. Milan Nedeljković, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG und Nachfolger von Oliver Zipse, meint, In den vergangenen Wochen sei zu sehen gewesen, wie schnell sich das Geschäftsumfeld verändern kann. Die Zahlen des ersten und zweiten Quartals 2026 seien nicht zufriedenstellend.

Nedeljković : „Die rasante Verschlechterung der Marktlage in China war der Hauptgrund, unsere Prognose im Juni anzupassen. Zudem drängen neue Wettbewerber in verschiedene Märkte im asiatisch-pazifischen Raum, in Lateinamerika und in Europa vor. Diese Marktdynamiken waren jedoch nur ein Aspekt der grundlegenden Veränderungen in unserer Branche.

In nur etwas mehr als einem Jahr haben sich zahlreiche weitere Faktoren überlagert und unser Geschäftsumfeld signifikant beeinflusst, darunter:

  • Gegenwind durch die Trump-Zölle, Handelsbarrieren und Wechselkurse;
  • verschärfte regulatorische Anforderungen, insbesondere in Europa; und
  • die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten.

Kurzfristig beschleunigen wir die bereits laufenden Kostensenkungen, wobei wir uns auf Struktur- und Effizienzmaßnahmen konzentrieren, die zu einer nachhaltigen Senkung unserer Fixkosten führen. Die Auswirkungen werden ab 2027 sichtbar sein und eine neue Ausgangsbasis für unsere künftigen strategischen und operativen Maßnahmen bilden.

Wir werden uns schlanker aufstellen, um schneller und effizienter zu werden. Wir haben in den Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat sehr schnell Fortschritte gemacht und eine Einigung über ein Personalstrukturprogramm erzielt. Die Vereinbarung umfasst ein freiwilliges Aufhebungsprogramm für indirekte Funktionen in Deutschland. 

Angesichts des fortlaufenden Wandels unserer Branche bereiten wir uns parallel auf die vor uns liegenden Herausforderungen vor – indem wir sowohl unsere Strukturen als auch unsere Prozesse an die neuen Gegebenheiten anpassen. Um sicherzustellen, dass wir für die Umsetzung der erforderlichen Veränderungen mittelfristig gut aufgestellt sind, haben wir die gesamte Wertschöpfungskette analysiert und bereits damit begonnen, in vier Schlüsselbereichen interne Maßnahmen zu ergreifen:

  • Auf der Kundenseite: Unser Fokus liegt auf der weiteren Umsetzung eines neuen Vertriebsmodells in Europa, das einen Umdenkprozess vom Wholesaler zum Retailer erfordert. Gleichzeitig optimieren wir alle Kontaktpunkte mit den Kunden in unserem Kundenökosystem und nutzen die uns zur Verfügung stehenden Daten, um zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.
  • Auf organisatorischer Ebene: Ein verstärkter Einsatz von KI, um Prozesse weiter zu automatisieren und schneller zu machen, sowie auch die Entscheidungsfindung im gesamten Unternehmen zu beschleunigen.
  • In den Bereichen Lieferanten und Einkauf: Wir untersuchen die globale Verteilung unserer Wertschöpfung und identifizieren Möglichkeiten, unseren „Local-for-Local“-Ansatz auszuweiten.
  • Und im Bereich Entwicklung liegt unser Fokus darauf, die Entwicklungsgeschwindigkeit durch verstärkte Standardisierung und die Nutzung gemeinsamer technischer Lösungen und Komponenten zu steigern.

In all diesen Bereichen gehen wir bedeutende Schritte und erhöhen das Tempo. So überprüfen wir beispielsweise erneut, welche Technologien, Modellvarianten und Antriebsstränge wir in Zukunft benötigen. Zudem richten wir unseren Ansatz noch konsequenter auf die einzelnen Märkte und deren spezifische Anforderungen an unsere Produkte und Antriebsvarianten aus. Darüber hinaus prüfen wir, wo neue Partnerschaften für uns wirtschaftlich und technologisch sinnvoll sein können.

Auch wenn wir derzeit mit starkem Gegenwind zu kämpfen haben, verfügen wir über ein solides Fundament, auf dem wir aufbauen können. So haben wir im zweiten Quartal eine starke Entwicklung in Europa und den USA verzeichnet, die die Entwicklungen in China und im Asien-Pazifik-Raum teilweise ausgleichen konnte. 

Wir werden zudem auf den wesentlichen Veränderungen im Unternehmen aufbauen, die wir bereits in den vergangenen Jahren angestoßen haben. Das gilt insbesondere für die erheblichen Investitionen in unsere Neue Klasse, die Konsolidierung des Händlernetzes in China und nicht zuletzt die Kosteneinsparungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, die wir im Jahr 2025 erzielt haben.

Mit Blick auf die Zukunft geben uns unser starkes Portfolio an Premium-Produkten und -Technologien, unser technologieoffener Ansatz und unser globaler Footprint eine strategische Orientierung, um das aktuelle Marktumfeld erfolgreich zu meistern.

Die Markteinführung der NEUE KLASSE ist mittlerweile in vollem Gange. Der BMW iX3 verzeichnet weiterhin eine starke Dynamik: wir sind auf dem besten Weg, den nächsten wichtigen Meilenstein von 100.000 Bestellungen zu erreichen.

Um dieser starken Nachfrage gerecht zu werden, haben wir im Werk Debrecen vorzeitig eine zweite Schicht eingeführt. Auch bei der BMW i3 Launch Edition, deren Vorbestellungen wir bereits im Juni früher als geplant gestartet haben, verzeichnen wir eine starke Nachfrage. Vor wenigen Wochen haben wir zudem die Weltpremiere des neuen X5 in der fünften Generation gefeiert. 

Die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden variieren stark von Markt zu Markt – und sogar innerhalb einzelner Märkte. Unsere Verkaufszahlen im zweiten Quartal spiegeln diese Realität und die Stärke unseres technologieoffenen Ansatzes wider.

In Europa wurden unsere Verkaufszahlen durch das Wachstum bei den BEVs gestützt, das im zweiten Quartal um mehr als ein Drittel stieg. In den USA sorgten die Verkäufe von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor im zweiten Quartal für ein zweistelliges Wachstum, während die Nachfrage nach BEVs auf dem Gesamtmarkt zurückging.

Wir wissen, dass der vor uns liegenden Weg harte Arbeit erfordert. Und wir wissen, dass wir das Unternehmen wieder auf einen soliden, nachhaltigen Kurs hin zu der Premium-Profitabilität bringen können, zu der es fähig ist. Wir beabsichtigen, bis zum Beginn des nächsten Jahrzehnts wieder in unseren strategischen EBIT-Margenkorridor von 8–10 % zurückzukehren.“

BMW-Finanzchef Walter Mertl spricht von Ergebnissen des zweiten Quartals 2026, die die herausfordernden Marktbedingungen widerspiegeln, mit denen die BMW Group derzeit konfrontiert ist. Im Laufe des Quartals gingen sowohl der gesamte chinesische Automobilmarkt als auch die Auslieferungen der BMW Group an Kunden in China weiter zurück. Gleichzeitig führten höhere Exportvolumina aus China (BYD & Co.) zu einer zunehmenden Wettbewerbsintensität in anderen Märkten. Dies hatte insbesondere Auswirkungen auf unser Geschäft in der Region Asien-Pazifik. Zusammen mit den Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten belasteten diese Entwicklungen sowohl den Absatz als auch die finanzielle Performance. Während die Auslieferungen der BMW Group in Europa um 7,6 % und in den USA um 11,9 % zunahmen, konnten sie den Rückgang in China und der Region Asien-Pazifik nicht ausgleichen.

Der Konzernumsatz belief sich im zweiten Quartal auf 31,3 Mrd. Euro und in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 62,3 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern lag bei 1,7 Mrd. Euro und damit 35 % unter dem Vorjahresquartal. Per Juni ging das Konzernergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr um 29,4 % auf rund 4 Mrd. Euro zurück. Daraus ergibt sich eine EBT-Marge im Konzern von 5,4 % im zweiten Quartal und 6,5 & im ersten Halbjahr.

Im zweiten Quartal lieferte die BMW Group rund 591.000 Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce an Kunden aus. Dies entspricht einem Rückgang von 4,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Marke BMW setzte im zweiten Quartal rund 509.000 Fahrzeuge ab. Dies entspricht einem Rückgang von 7,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Die Auslieferungen der Marke MINI stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 17,1 %, gestützt insbesondere durch die starke Nachfrage nach den vollelektrischen MINI Modellen.

Zwischen April und Juni lieferte die BMW Group weltweit rund 117.000 vollelektrische Fahrzeuge an Kunden aus. Unter Einbeziehung der Plug-in-Hybride belief sich der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge auf rund 163.000 Einheiten.

Dies entspricht einem BEV-Anteil von 19,8 % sowie einem Anteil elektrifizierter Fahrzeuge von 27,6 % an den gesamten Auslieferungen der BMW Group im zweiten Quartal. Europa bleibt der wichtigste Wachstumstreiber für udie BEV. Gestützt durch den Verkaufsstart des neuen iX3 stieg der BEV-Absatz in Europa gegenüber dem Vorjahr um 38 % auf mehr als 81.000 Einheiten. Damit war nahezu jedes dritte in Europa ausgelieferte Fahrzeug vollelektrisch.

Absatzentwicklung. In Europa, BMW’s größte Absatzregion, stiegen die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr um 7,6 %. In der Region Americas erhöhten sich die Auslieferungen um 9,4 %, maßgeblich getrieben durch die USA, wo die Verkäufe um 11,9 % zulegten. In China verschärfte sich der Abschwung auf dem Automobilmarkt im zweiten Quartal weiter, insbesondere im Bereich der Verbrenner.In diesem äußerst wettbewerbsintensiven Umfeld im Reich der Mitte gingen die Auslieferungen der BMW Group an Kunden zwischen April und Juni um 30,2 % zurück.

Finanzdienstleistungen.Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der mit Endkunden abgeschlossenen Neuverträge um 5 % auf 866.000 Verträge. Die Penetrationsrate für Leasing und Kreditfinanzierung erhöhte sich in den ersten sechs Monaten auf 52,9 %. Quelle: BMW

MGME übernimmt Key Meetings & Events

Der auf Tagungen und Veranstaltungen spezialisierte Anbieter MGME – Teil des Reiseunternehmens InteleTravel – hat das in San Francisco ansässige Unternehmen Key Meetings & Events für eine nicht genannte Summe übernommen.

Durch die Übernahme verdoppeln sich nach Angaben der Agentur sowohl der Umsatz als auch die Mitarbeiterzahl von MGME. Heather Keenan, Gründerin von Key Meetings & Events, wird als Executive Director in die Führungsebene von MGME eintreten.

Key Meetings & Events organisiert jährlich mehr als 40 Veranstaltungen in Nordamerika und auf internationaler Ebene. Die Agentur ist auf die Branchen Finanzdienstleistungen, Technologie und Private Equity spezialisiert; sie behält ihre Marke bei und firmiert künftig als „Key Meetings & Events, an MGME company“.

Kunden werden laut einer Mitteilung von MGME „weiterhin mit dem ihnen bekannten Team zusammenarbeiten“ und gleichzeitig Zugang zu den Angeboten von MGME erhalten – darunter Lösungen für die Hotelsuche, Gruppenreiseservices, kreative Dienstleistungen und Eventproduktion sowie strategische Beratung im Bereich Meeting-Management.

„Key Meetings & Events ist genau die Art von Unternehmen, die wir bei MGME integrieren möchten“, sagte Carvie Gillikin, Präsident und CEO von MGME. „Heather und ihr Team haben ein außergewöhnliches Unternehmen aufgebaut, das sich durch hervorragende Kundenbeziehungen und eine jahrzehntelange Erfolgsbilanz auf hohem Niveau auszeichnet. Ihre Expertise und ihr persönlicher, kundenorientierter Ansatz passen perfekt zu MGME, und wir freuen uns darauf, gemeinsam etwas für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter zu schaffen.“ Für MGME ist dies die erste Übernahme, seit das Unternehmen 2024 Teil des InteleTravel-Portfolios wurde. Quelle: MGME / CM

Italien und Österreich vereint unter den Alpen im Brenner-Basistunnel 

In rund 1.400 Metern Tiefe unter dem Brennerpass in den Alpen wurden die letzten Felsbarrieren zwischen Österreich und Italien durchbrochen, wodurch zwei grenzüberschreitende Verbindungen innerhalb des östlichen und westlichen Hauptbahntunnels entstanden sind. Durch die Durchbrüche wurde ein durchgehender unterirdischer Korridor zwischen den beiden Ländern geschaffen.

Mit einer Gesamtlänge von 64 km einschließlich der Innsbrucker Umgehung ist der Brenner-Basistunnel die längste unterirdische Eisenbahnstrecke der Welt. Der italienische Abschnitt des Projekts wird von einem Konsortium unter der Leitung von Webuild im Auftrag der BBT SE realisiert. Das Projekt bildet den Kern des skandinavisch-mediterranen Korridors des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T), der Helsinki mit Valletta verbindet und die Achse München–Verona einbezieht.

Durchschlag beim Brenner-Basistunnel: Österreichund Italien sind unter den Alpen verbunden. Foto: Patrick Guyton

Der Meilenstein vom Dienstag, 28. Juli 2026,  markiert den Zusammenschluss der Aushubarbeiten am österreichischen Bauabschnitt H53 Pfons-Brenner mit den bereits fertiggestellten Haupttunneln des italienischen Bauabschnitts H61 Mules 2-3, die vom Webuild-geführten Konsortium gebaut wurden. Nach dem Durchbruch im Erkundungstunnel im September 2025 wurde nun auch in den Haupttunneln die Grenze zwischen den beiden Ländern durchbrochen.

Dabei kamen zwei Vortriebsverfahren zum Einsatz: Auf italienischer Seite wurden die Haupttunnel mit den Tunnelbohrmaschinen (TBMs) „Virginia“ und „Flavia“ ausgehoben, während auf österreichischer Seite das konventionelle Sprengvortriebsverfahren zum Einsatz kam.

Nach seiner Fertigstellung wird der Brenner-Basistunnel Personenzügen Fahrten mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ermöglichen und die Fahrzeit zwischen Fortezza und Innsbruck von 80 auf nur 25 Minuten verkürzen. Die Infrastruktur, die darauf ausgelegt ist, sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, soll zur Dekarbonisierung des Verkehrs im gesamten Alpenraum beitragen – wogegen aber Deutschland ist –  und die Luftverschmutzung sowie die Lärmbelastung verringern.  

Was dummerweise fehlet und die wichtige europäische Hochleistungsachse zwischen München und Verona erheblich verzögern wird ist die Tatsache, dass Deutschland Planung und Bau des Bordzulaufs mit Rücksicht auf den irren Straßengüterverkehr absichtlich verzögert. Quelle Webuild / CM

Vereinfachtes Ticketing und stärkere Fahrgastrechte für Bahnreisen 

Ein breit aufgestelltes Bündnis aus acht Verbänden aus ganz unterschiedlichen Bereichen, vier Unternehmen – darunter die DAX-Unternehmen SAP und Merck – und einer Hochschule fordert von der Bundesregierung, das Passagierpaket der EU-Kommission in den europäischen Verhandlungen zu unterstützen und zu erweitern. Das würde helfen, grenzüberschreitende Zugreisen deutlich attraktiver zu machen.

Bisher verzweifeln Reisende häufig an einem Flickenteppich von Buchungsplattformen und unklaren Fahrgastrechten. Fast zwei von drei Fernreisenden (61 %) haben laut einer repräsentativen Umfrage wegen zu komplizierter Buchungen schon auf grenzüberschreitende Zugreisen verzichtet. Zudem laufen Reisende auf 40 % der meistbeflogenen grenzüberschreitenden Routen Gefahr, bei der Fahrt mit der Bahn ohne garantierte Fahrgastrechte dazustehen.

Trotz Fortschritten bei einzelnen Bahnunternehmen ist ohne einen starken rechtlichen Rahmen nicht zu erwarten, dass Reisende in einer Bahnwelt mit mehreren Zugbetreibern ausreichend einfache Ticketbuchungen und starke Fahrgastrechte bekommen. Ein klarer Rahmen für den Bahnsektor ist nötig, so das Bündnis in einem Brief an den neuen Bundes-Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Sie fordern die Bundesregierung auf, die Kernelemente des Vorschlags der Europäischen Kommission in den Verhandlungen der Mitgliedsstaaten zu unterstützen: Bahnunternehmen sollen verpflichtet werden, ihre Buchungsdaten verfügbar zu machen. Und marktbeherrschende Ticketplattformen sollen die Angebote aller Betreiber anbieten. Zudem sollen Fahrgäste bei verpassten Anschlüssen das Recht bekommen, kostenfrei die nächste Verbindung nehmen zu können.

Das Bündnis fordert, dass die für Reisende gewohnten Plattformen Bahnverbindungen auf den am stärksten nachgefragten Routen in einem Fahrschein mit gesicherten Fahrgastrechten anbieten müssen. Dafür soll die Verpflichtung der jeweils marktbeherrschenden Plattformen zum Verkauf der verfügbaren Verbindungen auf die am stärksten nachgefragten Routen nach und aus deren Heimatland ausgeweitet werden. Die Bahn könne hier vom Symbol der Krise zur Chance werden, so das Bündnis, wenn Deutschland und Europa ihre Handlungsfähigkeit zeigen und den Bürgern – wie beim Roaming – das Leben deutlich erleichtern.

Christoph Carnier, Global Travel Manager der Merck Group und Präsident des VDR, betont die Bedeutung der Regulierung für Geschäftsreisende: „Wir wollen unsere Geschäftsreisen klimaneutral und effizienter machen. Gerade international tätige Unternehmen brauchen zuverlässige und einfach buchbare Bahnverbindungen über Grenzen. Einheitliche Ticketing-Lösungen und optimale Voraussetzungen für mobiles Arbeiten erleichtern es, Bahnreisen in unser Geschäftsreisemanagement zu integrieren. Das macht die Schiene für Geschäftsreisen deutlich attraktiver.“

Dr. Regina Görner, Vorsitzende der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen – weist auf die Bedürfnisse älterer Menschen hin: „Für ältere Menschen stellen digitale Ticketbuchungen häufig bereits eine Hürde dar. Es ist deshalb wichtig, dass sie alle Angebote auf der gewohnten Plattform buchen können. Das muss auch für Reisen ins europäische Ausland gelten. Um Stress bei Verspätungen und Zugausfällen zu reduzieren, braucht es zudem klare und kundenfreundliche Regeln, wie das gesetzlich verankerte Recht, bei einem verpassten Anschluss ohne Zusatzkosten den nächsten Zug nehmen zu dürfen.“

Melanie Thut, Bundesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalist:innen Deutschland, ergänzt: „Europa wächst dort zusammen, wo Menschen Grenzen einfach überwinden können. Gerade junge Menschen wollen klimafreundlich und bezahlbar reisen, um Europa zu erleben. Deshalb müssen auch die günstigsten Tickets verlässlich auf allen Plattformen auffindbar sein. Die Bundesregierung sollte das Passagierpaket unterstützen – für faire Mobilität und ein Europa, das im Alltag näher zusammenrückt.“

Jacob Rohm, Verkehrsexperte bei der Umwelt- und Verbraucherorganisation Germanwatch, die den Brief koordiniert hat, betont die Bedeutung des Passagierpakets für den Klimaschutz: „Für die Klimaziele ist die große Nachfrage nach internationalen Bahnreisen ein Glücksfall. Der designierte Verkehrsminister kann für die Bürger die Vorteile Europas spürbar machen, indem er das Passagierpaket im Europäischen Rat unterstützt und auf die meistbereisten Routen erweitert. Zusätzlich brauchen wir ein leistungsfähiges deutsches und europäisches Schienennetz und mehr Züge in einem Europatakt.“ Quelle: Germanwatch / CM

KMU treiben Wachstum des Hilton-Konzerns

Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) im Segment der individuellen Geschäftsreisenden (Business Transient) von Hilton Worldwide stieg im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 5,7 %. . Laut CEO Christopher Nassetta entsprach dies einem Anstieg um drei Prozentpunkte weltweit bzw. vier Prozentpunkte in den USA im Vergleich zum ersten Quartal.

Nassetta erklärte, dass die starke Entwicklung in diesem Segment maßgeblich durch die Nachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) unter der Woche getrieben wurde. Dieses Segment, das zuvor „kein so starkes Wachstum“ verzeichnet hatte, legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um mehr als 7 % zu.

Vor allem KMU sind es, die Das Geschäfts von Hilton vorantreiben. Foto Hilton

Der RevPAR im Gruppen- und Tagungsgeschäft stieg um 3,7 %, bedingt durch eine erhöhte Nachfrage nach Firmenveranstaltungen sowie Verschiebungen im Veranstaltungskalender im Vergleich zum Vorjahr. Nassetta bestätigte, dass KMU auch zu den Zuwächsen im Gruppenreisegeschäft beigetragen hätten, während „die großen Konzerne zwar ebenfalls wuchsen, jedoch in geringerem Tempo“.

Der CEO äußerte die Erwartung, dass das Segment der individuellen Geschäftsreisenden weiterhin als Wachstumstreiber fungieren werde, da die Erholung im dritten Quartal an Dynamik gewinne. Er nannte weitere „makroökonomische Rückenwinde“, darunter eine förderliche Steuer- und Regulierungspolitik, verstärkte Investitionen der Privatwirtschaft in KI, ein geringes Wachstum des Hotelangebots sowie anhaltende öffentliche Infrastrukturausgaben. Letztere kämen Verbrauchern mit mittlerem und niedrigem Einkommen zugute und würden das Nachfragewachstum im gesamten Hilton-Netzwerk breitflächig ankurbeln.

Im Zusammenhang mit der kürzlich angekündigten Partnerschaft zwischen Hilton und Navan erklärte Nassetta gegenüber Investoren, dass die Direktverbindung „sowohl Zwischenverbindungen als auch andere, teurere Vertriebskanäle umgeht und so unseren Eigentümern erhebliche Kosteneinsparungen ermöglicht“.

Kennzahlen von Hilton für das zweite Quartal. Der systemweite Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) von Hilton stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 3,9 % auf 125,02 US-Dollar. Die durchschnittliche Tagesrate (ADR) erhöhte sich im Jahresvergleich um 2,5 %, während die Auslastung um einen Prozentpunkt auf 74,9 % zunahm.

In den USA stieg der RevPAR im Jahresvergleich um 5,4 P% auf 139,28 US-Dollar; dies war auf einen Anstieg der ADR um 3,2 % auf 180,16 US-Dollar sowie einen Zuwachs der Auslastung um 1,6 Prozentpunkte auf 77,3 % zurückzuführen. Hilton hob die Prognose für das RevPAR-Wachstum im Gesamtjahr auf 3,0 bis 3,5 % an.

Der systemweite Gesamtumsatz im zweiten Quartal stieg im Jahresvergleich um 6,5 % auf 3,3 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich um 9 % auf 482 Mio. US-Dollar. Die Entwicklungspipeline von Hilton umfasste zum 30. Juni rund 541.300 Zimmer, was einem Anstieg von 6 P% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Netto-Wachstum des Zimmerbestands lag bei etwa 6,1 %. Quelle: Hilton / CM

SWISS A330: zum zweiten Mal ein dickes Problem

Ein Airbus A330 der Lufthansa-Tochter Swiss bereitete zum zweiten Mal binnen weniger Wochen erhebliche Probleme. Der Langstreckenjet, der mit 208 Passagieren an Bord von Zürich nach New York JFK unterwegs war, legte am Montagnachmittag 27. Juli 2026, eine Notlandung am Flughafen Bangor im US-Bundesstaat Maine hin, nachdem Rauch den vorderen Bereich der Business Class des 14 Jahre alten Großsaumflugzeugs zu füllen begann.

Flug LX-16 war am Montag, 27. Juli 2026 gegen 10:30 Uhr in Zürich zu dem achtstündigen Transatlantikflug nach New York JFK gestartet. An Bord auch zahlreiche Geschäftsreisende. Der Jet befand sich bereits etwa sechseinhalb Stunden in der Luft und flog in einer Höhe von 32.000 Fuß (ca. 11.600 m) nahe Nova Scotia, als die Piloten einen Notfall meldeten und eine sofortige Kursänderung zur Landung an einem anderen Ort (Diversion) anforderten.

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen machte ein Swiss A330 massive Probleme. Foto Swiss

Ein Sprecher der in Zürich ansässigen Fluggesellschaft bestätigte, dass der Grund für die Kursänderung „Rauch bislang unbekannter Herkunft im vorderen Bereich der Business Class“ gewesen sei.

Eine Situation, in der die Besatzung nicht feststellen kann, was die Rauchentwicklung in der Kabine verursacht oder woher der Rauch stammt, gehört zu den schwerwiegendsten Notfällen, mit denen Piloten und Flugbegleiter konfrontiert werden können. Es besteht die Befürchtung, dass in einem unzugänglichen Teil des Flugzeugs ein Feuer wüten könnte, was zu einem katastrophalen Ausgang führen kann. Wäre eine solche Situation über dem Atlantik aufgetreten, hätten die Piloten wahrscheinlich ernsthaft eine Notwasserung in Betracht ziehen müssen, und man weiß, wie so etwas normalerweise ausgeht.  Glücklicherweise befand sich das Flugzeug in diesem Fall jedoch bereits nahe der nordamerikanischen Küste.

Daten von FlightRadar24 zeigen, dass die Maschine innerhalb von nur zehn Minuten um mehr als 22.000 Fuß (ca. 6.700 Meter) sank, während die Piloten vom geplanten Kurs abwichen – ein Beleg dafür, wie ernst der Kapitän die Lage einschätzte.

Wenig mehr als zehn Minuten später war das Flugzeug am Bangor International Airport gelandet. Die Piloten brachten die Maschine auf der Start- und Landebahn zum Stehen, während die Flughafenfeuerwehr zur Unterstützung herbeieilte und eine thermische sowie visuelle Überprüfung des Flugzeugs durchführte; das Kabinenpersonal hielt sich für eine mögliche Evakuierung über die Notrutschen bereit.

Statement von SWISS. Wie sich herausstellte, gab es keinen Brand. Nach einem fast einstündigen Aufenthalt auf der Start- und Landebahn wurde das Flugzeug zum Terminalgebäude geschleppt. In einer Stellungnahme bestätigte ein Sprecher von SWISS, „Uns ist bewusst, dass eine durch solche Umstände bedingte Flugumleitung für unsere Passagiere beunruhigend sein und Unsicherheit hervorrufen kann. Daher ist es uns umso wichtiger, sie bestmöglich zu betreuen und bei der Weiterreise zu unterstützen. Unsere Teams in der Schweiz und in den USA arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die Weiterreise unserer Passagiere zu organisieren. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht mit Sicherheit sagen, was die Rauchentwicklung verursacht hat. Unsere Experten werden das Flugzeug nun eingehend untersuchen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir uns bis zum Abschluss dieser Untersuchungen nicht zu möglichen Ursachen äußern werden.“

Der A330 war erst vor wenigen Wochen in einen schweren Vorfall verwickelt. Bei dem Flugzeug, das am Montag eine Notlandung durchführte, handelt es sich um die Maschine mit der Kennung HB-JHK. Dies ist dieselbe Maschine, die am 26. April am Delhi International Airport in eine Notevakuierung über aufblasbare Rutschen verwickelt war; damals hatten die Piloten den Start auf der Bahn abgebrochen, nachdem das linke Rolls-Royce-Trent-Triebwerk einen schweren Defekt erlitten hatte. Zum Zeitpunkt des Triebwerksausfalls bewegte sich das Flugzeug mit so hoher Geschwindigkeit über die Startbahn, dass durch die Notbremsung Rauch an den Rädern und Bremsen entstand. Es wurde eine Evakuierung angeordnet, bei der sechs Personen verletzt wurden; zwei von ihnen erlitten Beinbrüche. Das Flugzeug wurde am 04. Juni 2026 wieder in Betrieb genommen. Quelle: Swiss / CM

 

„Blinder Passagier“ in AUA-Regionaljet

Flugbegleiter der österreichischen Fluggesellschaft AUA staunten nicht schlecht, als sie am Flughafen Košice, einem kleinen Airport im Südosten der Slowakei nahe der ungarischen Grenze, einen schlafenden Mann in der vorderen Reihe des Flugzeugs vorfanden.

Der Mann hatte offenbar unbemerkt den Sicherheitszaun des Flughafens überklettert und war dann in das abgestellte Flugzeug eingedrungen, wo er sich mehrere Stunden aufhielt. Die Nachforschungen ergaben, dass der Mann am Donnerstag, 23. Juli 2026, gegen 01  Uhr morgens das nicht geschlossene kleine Terminalgebäude betrat und menschenleer vorfand. Berichten zufolge nahm er sich in einem eigentlich geschlossenen Café-Shop einen Kaffee und begab sich anschließend zu einem weiteren Gastronomiebetrieb, wo er sich zum Nulltarif etwas zu essen nahm.

Nachdem er im Café ein ziemliches Durcheinander hinterlassen hatte, streifte er weiter durch das Terminal, bis er auf eine Flughafenmitarbeiterin traf. Er soll die Frau gefragt haben, wann Flüge abheben würden: als sie ihm jedoch erklärte, er müsse warten, bis die Schalter der Fluggesellschaften am Morgen öffneten, gab er eine unverständliche Antwort und verließ das Terminal. Damit war die Geschichte jedoch noch nicht zu Ende.

Draußen lief der Mann auf den Sicherheitszaun zu, der den öffentlichen Bereich des Flughafens vom eigentlich gesicherten „Airside“-Bereich trennt. Er kletterte über den Zaun zu klettern, ohne vom Sicherheitspersonal bemerkt zu werden, und er bewegte sich anschließend fast eine Stunde lang auf dem Vorfeld. Dabei stieß er auf eine geparkte Embraer E190 der Austrian Airlines, die zuvor den letzten Flug von Wien nach Košice durchgeführt hatte und dort über Nacht abgestellt war, um am frühen Morgen den Rückflug nach Österreich anzutreten.

Der Mann stieg eine mobile Fluggasttreppe hinauf, die noch am Regionaljet stand, und schaffte es, die Hauptkabinentür zu öffnen und so in das Innere des Flugzeugs zu gelangen. Stunden später, gegen 04 Uhr morgens, trafen die Piloten und Flugbegleiter von Austrian Airlines am Flughafen ein, um das Flugzeug für den Rückflug nach Wien vorzubereiten. Beim Betreten der Maschine entdeckten sie den Mann, der in der ersten Reihe schlief.

Als sie ihn weckten, fragte der Mann sie sogar: „Fliegen wir schon?“ Der Kapitän informierte umgehend das Flughafenpersonal, woraufhin ein Sicherheitsalarm ausgelöst und eine vollständige Durchsuchung des Flugzeugs angeordnet wurde, inklusive des Einsatzes eines Sprengstoffspürhundes. Schließlich wurde die Maschine für sicher erklärt, doch aufgrund der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen startete der Rückflug OS-654 in Košice mit rund zwei Stunden Verspätung. Beim Verdächtigen entdeckten die Sicherheitskräfte Unterlagen, die auf eine psychiatrische Behandlung hindeuten. Quelle: Nový Čas, / CM

Rekordflug eines Airbus A350-1000 über mehr als 24 Stunden

Geschäftsreisen nonstop von London oder New York nach Sydney – das ist keine Zukunftsmusik. Qantas hat mit einem mehr als 24-stündigen Nonstop-Flug einen neuen Langstreckenrekord aufgestellt. Der Testflug gilt als wichtiger Meilenstein für das Projekt „Sunrise“, mit dem die australische Airline ab 2027 Nonstop-Verbindungen von Sydney nach London und New York anbieten will.

Ein speziell für Ultralangstrecken vorbereiteter Airbus A350-1000 ULR flog nonstop von Melbourne nach Toulouse und legte dabei mehr als 23.000 km zurück. Nach 24 Stunden und 24 Minuten setzte der Jet am Dienstag im südfranzösischen Toulouse auf. Wie Airbus mitteilte, führte der Flug vom australischen Winter in den europäischen Sommer. Die Crew überquerte dabei zwei Ozeane und drei Kontinente und erlebte auf einem einzigen Flug gleich zwei Sonnenauf- und zwei Sonnenuntergänge. 

Der Test war Teil des seit Jahren geplanten „Project Sunrise“. Ab Oktober 2027 will Qantas erstmals nonstop von Sydney nach London fliegen, später soll auch New York ohne Zwischenlandung erreichbar sein. Mehr als 3,6 Mio. Menschen verfolgten den Rekordflug laut Flightradar24 online.

Am 23. Juli startete das erste A350-1000ULR-Testflugzeug (MSN707) zu seinem längsten Direktflug von Toulouse nach Melbourne in Australien. Wenige Tage später flog es – mit zwei Gastpiloten von Qantas an Bord – die gesamte Strecke wieder zurück und landete am Morgen des 28. Juli in Toulouse. Airbus-Testpilot Xavier Pepin steuerte den längsten A350-000 auf dem Rekordflug über 12.460 Seemeilen in einer Flugzeit von 24 Stunden und 24 Minuten!

Der A350-1000ULR Qantas MSN707, der am 02. Juni seinen Erstflug absolvierte, ist mit spezieller Messtechnik ausgestattet und stellte nun erstmals seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Der in zwei Abschnitte unterteilte Flug gilt technisch als „Entwicklungsflugtest“ (im Gegensatz zu einem „Zertifizierungsflugtest“). Ziel ist der Nachweis, dass der von zwei Rolls-Royce Trent XWB-97-Triebwerken angetriebene Widebody einen Flug mit einer „Blockzeit“ von 23 Stunden absolvieren kann. Diese Zeitspanne – gemessen vom Lösen der Feststellbremse beim Abflug bis zu deren Betätigung an der Parkposition nach der Ankunft – soll sicherstellen, dass die für das Projekt „Project Sunrise“ geplante Flugzeit von 21 Stunden und 40 Minuten (zuzüglich Zeiten für Warteschleifen, Ausweichflüge sowie Rollvorgänge am Start- und Zielflughafen) abgedeckt werden kann.

Insbesondere diente der Rekordflug auch dazu, den Kabinenkomfort anhand von Messungen der Klimaanlage (ATA-Kapitel 21) sowie die Systeme für das Kraftstoffmanagement (ATA-Kapitel 28) zu überprüfen. Im Fokus stand dabei vor allem der zusätzliche hintere Mitteltank (Rear Center Tank, RCT) mit einem Fassungsvermögen von 20.900 Litern, der Flüge im Ultra-Langstreckenbereich (ULR) über Distanzen von fast 10.000 Seemeilen ermöglicht.

Xavier erklärt: „Obwohl wir bereits einen Großteil der Funktionalität des RCT im Verlauf der Flugerprobungskampagne nachgewiesen hatten, haben wir bei diesen Langstreckenflügen einige verbleibende Testpunkte abgearbeitet. Wir haben diesen Tank also befüllt, um alle erforderlichen Parameter während des Fluges zu validieren; dies bildete – neben dem Kabinenkomfort – den Schwerpunkt unserer Tests. Während des ersten Flugabschnitts nutzten wir zudem die Zeit (der Flug dauerte rund 20 Stunden), um verschiedene Einstellungen der Lufttemperatur zu stabilisieren und so präzise Messungen zu gewährleisten. Während also ein Großteil der Testziele bereits auf dem Hinflug angegangen wurde, dienten die Flüge des zweiten Abschnitts dazu, noch offene Testpunkte zu bearbeiten, die beim ersten Flug nicht abgeschlossen werden konnten.“

Darüber hinaus bewertete die Besatzung das neue, zweiteilige Ruheabteil für die Flugbesatzung (Flight Crew Rest Compartment, FCRC) der ULR-Variante, das umfassend mit Messinstrumenten zur Überprüfung der Klimaanlagenleistung ausgestattet war. Dieses neue Modul, das speziell für die Ultralangstreckeneinsätze der -1000ULR entwickelt wurde, verfügt über zwei separate, eigenständige Bereiche mit jeweils eigenem Zugang. Diese Modifikation stellt sicher, dass die Piloten im Flugbetrieb ihre jeweiligen Ruhebereiche betreten oder verlassen können, ohne einander zu stören.

Aspekte der Flugbesatzung und Routenplanung. Für den Hinflug waren vier Airbus-Piloten an Bord, wobei Testpilot Vincent Sibelle als Kapitän fungierte (und zudem die Gesamtorganisation der Mission leitete). Die weiteren drei Piloten an Bord waren Xavier Pepin, Josef Bayoud und Chetan Takalkar. Ergänzt wurde die Besatzung durch zwei Testflug-Ingenieure (TFEs), die zur Überwachung der Flugzeugsysteme im Cockpit saßen, sowie drei Flugversuchsingenieure (FTEs.

Für den Rückflug – von Melbourne zurück nach Toulouse – wurde Airbus-Testpilot Xavier Pepin als Kapitän bestimmt. Zudem kamen für diesen Flugabschnitt zwei Qantas-Piloten, Kapitän Andrew Coull und Kapitän David Summergreene, zur Besatzung hinzu, während einer der Airbus-Piloten von Bord ging. Insgesamt befanden sich somit fünf Piloten auf dem Rückflug: drei Airbus-Piloten sowie die beiden Qantas-Piloten, die zwar bereits für die A350 qualifiziert waren, für die ULR-Variante jedoch noch keine Erfahrung besaßen. Die beiden TFEs und drei FTEs waren dieselben wie auf dem Hinflug.

Dieser noch längere Flug führte von Melbourne über den Pazifik in Richtung Los Angeles, quer durch die USA und Kanada, anschließend über den Atlantik (südlich von Grönland) und über Großbritannien zurück nach Südfrankreich.

Xavier erläuterte, dass für den Rückflug eine nördliche Atlantikroute gewählt wurde. Damit sollten die von Fluggesellschaften genutzten, veröffentlichten Flugrouten („Tracks“) umgangen werden, die zum Zeitpunkt des Starts möglicherweise noch nicht aktualisiert waren; auf diese Weise ließen sich potenzielle Probleme mit der Flugsicherung (ATC), wie etwa Unstimmigkeiten bei den Flugplänen, vermeiden.

Müdigkeitsmanagement .Xavier erinnert sich: „Um der Ermüdung während der 20- bis 23-stündigen Flüge zu begegnen, führten wir Vier-Stunden-Schichten für jeden Piloten ein, wechselten die Besatzung jedoch alle zwei Stunden ab. Dieses gestaffelte Verfahren stellt sicher, dass sich ein neuer Pilot, der ins Cockpit kommt, zwei Stunden lang mit dem abgelösten Piloten überschneidet. Dies erleichtert eine gründliche Übergabe und gewährleistet das volle Situationsbewusstsein. Zudem saß auf dem zweiten Flugabschnitt – sofern ein Qantas-Pilot auf einem der Pilotensitze Platz nahm – stets mindestens ein Airbus-Testpilot auf dem anderen Sitz, um die Sicherheit der Mission zu gewährleisten, da Airbus die Verantwortung für den Flugbetrieb trug. Dieselbe Struktur wandten wir auch an, um die Ruhezeiten effektiv zu gestalten.“

Bemerkenswert ist, dass die Besatzung zum Schlafen auf den Ruhebereich für das Kabinenpersonal im hinteren Teil des Flugzeugs (mit acht Schlafplätzen) auswich, da die neuen, als „Doppelkabine“ ausgelegten Ruheräume für die Flugbesatzung mit Messgeräten zur Belüftungsanalyse belegt waren.

„Wir haben einen Zeitplan erstellt, der es einem Qantas-Piloten ermöglichte, zu bestimmten Zeiten das Steuer zu übernehmen. Diese Piloten verfügten bereits über eine Zulassung für den A350; durch diese Mission konnten sie nun erste Erfahrungen mit der Variante -1000ULR sammeln.“ „Der Wissensaustausch und die Beantwortung ihrer Fragen während unseres gemeinsamen Ultra-Langstreckenflugs haben uns große Freude bereitet und waren für uns sehr wertvoll“, resümiert er. Quelle: Airbus / CM

AvD fordert Technologieoffenheit

Der in Sachen Klimawandel nicht gerade zukunftsgewandte Automobilclub von Deutschland (AvD)  erwartet vom künftigen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) einen klaren Kurs hin zu mehr Technologieoffenheit und weniger ideologischen Vorgaben. Klimaschutz und Innovation sind unverzichtbar, dürfen jedoch nicht gegen Bezahlbarkeit und individuelle Mobilität ausgespielt werden, macht sich der Autoclub für den massiv umweltschädlichen Verbrenner stark.

Eine funktionierende Infrastruktur trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg eines ganzen Landes bei, wie man unlängst bei einigen aufstrebenden Ländern (Ganz Skandinavien, die Niederlande, Belgien, Großbritannien, China usw. setzen auf reine E-Mobilität und sind damit überaus erfolgreich), erkennen kann Nur in Deutschland gibt es das unsägliche Gezetere um die so genannte Technologieoffenheit. Der AvD:  Wer den Wandel im Verkehrssektor erfolgreich gestalten will, muss die Menschen mitnehmen und praktikable Lösungen schaffen.


Kurzfristig sieht der AvD vor allem Handlungsbedarf bei den Mobilitätskosten. Hohe Kraftstoffpreise, hohe Stromladekosten und zusätzliche finanzielle Belastungen treffen insbesondere Berufspendler sowie Menschen im ländlichen Raum. Bezahlbare Mobilität ist keine Komfortfrage, sondern für Millionen Menschen Voraussetzung für Arbeit, Familie und gesellschaftliche Teilhabe.

Gleichzeitig darf die Transformation des Verkehrs nicht auf eine einzige Antriebstechnologie reduziert werden. Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein, wird den Wandel aber allein nicht bewältigen, behauptet der Club wider besseren Wissens. Der AvD fordert deshalb ein klares Bekenntnis zur Technologieoffenheit. Batterieelektrische Fahrzeuge, Hybridantriebe und klimaneutral erzeugte Kraftstoffe müssen gleichermaßen ihren Beitrag leisten können. 

Auch die Digitalisierung des Verkehrs muss deutlich an Tempo gewinnen. Intelligente Verkehrssteuerung, vernetzte Infrastruktur und digitale Services können den Verkehr effizienter, sicherer und komfortabler machen. Entscheidend ist jedoch, dass Digitalisierung konkrete Verbesserungen im Alltag schafft. Quelle: AvD / CM

Candrian übernimmt Restaurant Süd im Züricher Hauptbahnhof

Das Restaurant Süd  im Zürcher Hauptbahnhof, das auch Geschäftsreisende kennen, wird verkauft. Valentin Diem und Nenad Mlinarevic geben den Betrieb wegen Unrentabilität auf und übergeben das Restaurant ab September 2026 an das Gastronomieunternehmen Candrian. Darüber berichten u.a. die Aargauer Zeitung, und der Schweizer Tagesanzeiger.

Im Juli kündigte das Restaurant Süd per Newsletter sein eigenes Ende an. Noch einen Monat lang lasse sich das Süd in heutiger Form erleben, heißt es. Ab September werde das Restaurant an einen neuen Gastgeber übergeben. Dieser werde das Lokal in der Eingangshalle des Zürcher Hauptbahnhofs nahtlos weiterführen. 

Das „Süd“ befindet sich in einem hohen, denkmalgeschützten Raum im Südtrakt des Züricher Hauptbahnhofs. Foto: Boris Müller

Das Restaurant war Ende 2023 als Brasserie Süd im neu gestalteten Südtrakt des Zürcher Hauptbahnhofs eröffnet worden. Der Tagesanzeiger zitiert Mitbetreiber Valentin Diem: „Trotz zweieinhalb Jahren harter Arbeit und einem enormen Teamengagement haben wir es nicht geschafft, rentabel an diesem Standort unsere Art von Gastronomie zu betreiben.“ Valentin Diem eröffnete das denkmalgeschützte Lokal Ende 2023 zusammen mit dem Sternekoch Nenad Mlinarevic. Beide verfolgten ein höherpreisiges Konzept, das sich freilich nicht durchhalten ließ.

Trotz Jugendstil-Architektur und zentraler Lage lief die Brasserie Süd nicht wie vorgesehen. Im Herbst 2025 richteten Diem und Mlinarevic das Lokal neu aus. Sie strichen das „Brasserie“ aus dem Namen, verzichteten auf die französische Küche und setzten stattdessen auf Italianità. „Wir konzentrieren uns auf das Lebensgefühl des Südens“, sagte Diem damals. Doch auch diese Umstellung brachte keine Wende zum Besseren.

Ab September wird die Gastrogruppe Candrian, Platzhirch im Züricher Hauptbahnhof, das Süd mit seinen 140 Plätzen übernehmen. Alle Mitarbeitenden behalten ihre Jobs. 

Laut GaultMillau  sei aber offen,  ob Küchenchef Andrea Vailati seine bisherige Funktion weiter ausüben werde. Quelle: Tagesanzeiger / CM