Münchner Airport mit starker operativer Performance

Der Münchner Flughafen macht sich zusammen mit Partner Lufthansa fit für die nächsten Jahrzehnte. Das geht u.a. aus dem neuen integrierte Bericht der Flughafen München GmbH (FMG) für das Jahr 2025 hervor, der unter dem Titel „TOGETHER“ am Mittwoch, 15. Juli 2026 erschienen ist. 

Mit dem integrierten Bericht präsentiert der Flughafen München ein ganzheitliches Bild der Geschäftstätigkeit des vergangenen Jahres und zeigt neben den wirtschaftlichen Fakten und Kennzahlen aus sämtlichen Unternehmensbereichen alle ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Aspekte des Flughafenbetriebs auf. Zudem werden im neuen integrierten Bericht Maßnahmen und Projekte beschrieben, die auf eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens gerichtet sind. 

„TOGETHER“ stellt die Verbindung mit Geschäftspartnern, Passagieren und der Flughafenregion in den Mittelpunkt. Darüber hinaus ist das Miteinander der Beschäftigten im Unternehmen ein Schwerpunktthema: In drei Storys stehen bedeutende Kollaborationen im Fokus: die Entwicklung und Zusammenarbeit verschiedener Akteure beim neuen Pier für das Terminal 1, die vertiefte Kooperation der FMG mit der Deutschen Lufthansa und die erfolgreiche Geschäftsbeziehung des Airports mit einem Unternehmen, das regionale Produkte an den Flughafen liefert.

Besonders hervorzuheben ist 2025 die operative Performance: Mit nahezu 80 % Pünktlichkeit im Sommerflugplan zählt der MUC zu den Top Drei der großen europäischen Drehkreuz-Flughäfen. 43,4  Mio.  Passagiere nutzten das bayerische  Luftverkehrsdrehkreuz – 1,8 Mio. mehr als im Vorjahr, ein Plus von 4,4 %. Damit war München der Flughafen mit dem höchsten absoluten Passagierzuwachs im deutschsprachigen Raum. Auch die Zahl der Flugbewegungen entwickelte sich positiv: 337.000 Starts und Landungen, ein Zuwachs von 3 %. Ein wesentlicher Wachstumstreiber war erneut der Langstreckenverkehr, der gegenüber 2024 um 8,5 % zugelegt hat. Die Sitzplatzauslastung von rund 80 % bestätigt zudem die anhaltend hohe Nachfrage im Luftverkehr. Beim Luftfrachtumschlag erzielte der Airport im Erdinger Moos  mit rund 340.000 Tonnen außerdem einen Allzeitrekord. 

Fast 37.000 Menschen und 470 Unternehmen an einem gemeinsamen Standort. Neben der Lufthansa ist der Flughafen München der größte Arbeitgeber auf dem Campus. Mit einer Wertschöpfung von 7,3 Milliarden Euro in Bayern leistet er einen großen Beitrag für Wirtschaft und Wohlstand. Knapp die Hälfte seiner Waren bezieht der Flughafen aus München und der Region.

Die starke Entwicklung spiegelt sich auch in den finanziellen Ergebnissen wider. 2025 erzielte die FMG einen Gewinn (EAT) von 169 Mio. Euro – ein Plus von 105 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr 2024. Die Umsatzerlöse stiegen auf knapp 1,8 Mrd. Euro. 

Der Flughafen München gehört zu den führenden Standorten im europäischen und globalen Luftverkehr. Gemeinsam mit Lufthansa stärkt die FMG den Premium-Airport und schafft Raum für Wachstum. Lufthansa und München gehören zusammen: Diese Partnerschaft ist der Schlüssel, um die Zukunft zu gestalten und den Gästen ein noch besseres Reiseerlebnis zu bieten. Mit der Vertiefung des einzigartigen Joint Ventures setzt die FMG einen Meilenstein für den Standort. Die Vereinbarung umfasst den Einstieg in die Planung einer erweiterten Terminalinfrastruktur sowie die Weiterentwicklung und Fortführung der bestehenden Kooperation bis ins Jahr 2056. Ein zentraler Baustein wird der perspektivische Ausbau der Langstreckenflotte in München sein – ein klares Bekenntnis zu weiteren interkontinentalen Verbindungen und zum globalen Anspruch des Hubs. 

Gleichzeitig schreitet die FMG auch bei weiteren Infrastrukturprojekten voran. 2026 ist ein Jahr der Meilensteine. Die Inbetriebnahme des neuen Terminal 1-Piers mit zusätzlichen Kapazitäten für jährlich bis zu 6 Mio. Passagiere bildet den Auftakt zur schrittweisen Modernisierung des gesamten T1. In den kommenden Jahren soll Modul für Modul modernisiert werden – einschließlich der umliegenden Infrastruktur. Die zentrale Zone des Münchner Flughafens erhält damit ein neues, zeitgemäßes Gesicht.

All diese Fortschritte sind nur möglich, weil der Flughafen München auf ein starkes Fundament bauen kann. Er ist ein zentraler Wirtschaftsmotor für Bayern und die gesamte Region, generiert eine jährliche Bruttowertschöpfung von 7,3 Mrd. Euro – rund 1 % der gesamten bayerischen Wirtschaftsleistung – und bildet mit rund 37.000 Beschäftigten in etwa 470 Unternehmen einen der größten Arbeitsplatzstandorte Deutschlands. Insgesamt sichert der Flughafen mit seiner Strahlkraft deutschlandweit über 100.000 Arbeitsplätze.Der MUC ist mehrfach ausgezeichnet und gehört erneut zu den zehn besten der Welt. Besonders freut sich Flughafen-Chef Jost Lammers über den Titel „Best Airport Staff in Europe“, der das hervorragende Engagement und die Professionalität der Belegschaft würdigt. Quelle: FMG / CM

Neue Pan Am vor dem Start

Die „Neue US-Fluggesellschaft Pan Am“ bereitet sich nicht nur auf die Aufnahme von regulären Flügen vor, sondern hat auch bereits angekündigt, das legendäre WorldPass Vielfliegerprogramm wieder aufleben zu lassen. Dafür hat das US-Luftfahrtunternehmen bereits einen Software-Anbieter ausgewählt. 

Vor 34 Jahren stellte Pan American World Airways den Betrieb ein. Seitdem gab es diverse Versuche eines Relaunchs dieser einstigen Ikone der Luftfahrt, die allesamt scheiterten. Nun plant die Kult-Airline Pan American World Airways (Pan Am) mit Unterstützung der Investmentfirma AVi8 Air Capital und Pan Am Brands ein erneutes Comeback als planmäßige Linienfluggesellschaft. Der Neustart sieht eine Basis in Miami vor und soll mit einer Flotte von Airbus A320neo-Maschinen durchgeführt werden. Der offizielle Zertifizierungsprozess bei der US-Luftfahrtbehörde FAA läuft.

Die neue Pan Am will mit A320neo an den Start gehen. Foto Pan Am

Neben dem künftigen Linienbetrieb bietet die Marke in Lizenz bereits exklusive, nostalgische Luxus-Charterreisen an, die an das „goldene Zeitalter“ der Luftfahrt erinnern sollen.

Avi8 Air Capital hat nach eigenen Angaben zwei regionale Expressfluggesellschaften mit Sitz in den USA gegründet und eine große internationale Fluggesellschaft privatisiert. Zudem leitete es die Part-121-Zertifizierung zwei neu gegründeter US-amerikanischer Linienfluggesellschaften. Die Etablierung einer 2 Mrd. US-Dollar schweren Flugzeugleasingplattform für eine große Investmentbank war ein weiterer Meilenstein, so AVi8-CEO Ed Tegel. 

Details über das Frequent-Flyer-Programm als solches sind noch nicht bekannt, aber aufgrund der geplanten bescheidenen Größe von Pan Am dürfte der Programmname vermutlich das interessanteste Element sein. Wer seit den frühen 90er Jahren noch Meilen bei WorldPass ausstehend hat, sollte sich jedoch nicht allzu viele Hoffnungen machen, jene Meilen dadurch reaktivieren zu können, da es sich legal hier um zwei unterschiedliche Unternehmen handelt.

Die ursprüngliche Pan Am reiht sich leider in die lange Liste von Airlines ein – Ansett, TWA oder Spanair, um nur ein paar zu nennen -, bei denen Vielflieger ihre ausstehenden Meilen bei Betriebseinstellung unwiderruflich verloren haben. Quelle: Pan Am / CM

Deutsche Autobauer vor unsicherer Zukunft

Für die deutschen Automobilhersteller entwickelt sich das Gesamtjahr 2026 zu einer Belastungsprobe mit überdurchschnittlichen globalen Absatzverlusten in der ersten Jahreshälfte, vor allem infolge von stark rückläufigen Verkäufen in China. Nun rächt sich das fatale Festhalten an Benzinern und Dieseln. Denn im Reich der Mitte will kaum noch jemand ein Verbrennerauto. 

Bei den deutschen Automobilherstellern liegt der Absatzverlust zwischen 4,2 und 7 %. 14 der 20 analysierten Konzerne bleiben bei den globalen Absatzzahlen unter dem Vorjahreswert. Toyota behauptet mit hochgerechnet 5,3 Mio. Fahrzeugen die Spitzenposition vor Volkswagen mit 3,97 Mio. und Hyundai-Kia mit 3,60 Mio. Fahrzeugen. Dahinter folgen Stellantis mit 2,95 Mio. und GM mit rund 2,14 Mio. Fahrzeugen. Das sind die zentralen Ergebnisse des AutomotivePerformance Report 2026 des Center of Automotive Management (CAM), der regelmäßig die Markt- und Absatztrends der Automobilbranche bilanziert. 

Zu den Gewinnern des ersten Halbjahres 2026 zählen vor allem Tesla, Stellantis, Suzuki und die chinesischen OEM SAIC und Chery, wofür unterschiedliche Ursachen verantwortlich sind. Tesla (+16,3 %) profitiert von einer kräftigen Erholung der Nachfrage nach Elektromobilität sowie einer verbesserten Modellverfügbarkeit und einer günstigen Vergleichsbasis im Vorjahr. Stellantis punktet mit einem Zuwachs von 10,8 %, wobei der Anstieg neben neuen Modellen auch Ergebnis einer Erholung von schwachen Ergebnissen der Vorjahre, insbesondere in Nordamerika, ist. Die SAIC-Eigenmarken (+12,7 %) und Chery (+7,7 %) profitieren vor allem von der Expansion ins Ausland und der Nachfrage nach elektrifizierten Modellen. Suzuki (+9,9%) wird demgegenüber durch die starke Stellung im robusten Indiengeschäft gestützt.

Stark überdurchschnittliche Absatzverluste weisen die chinesischen Hersteller BYD und Changan sowie die US-Hersteller Ford und GM auf. BYD verliert überdurchschnittlich im rückläufigen chinesischen Markt (-39 %), was durch Zugewinne in internationalen Regionen nicht kompensiert werden kann. GM und Ford verlieren überdurchschnittlich im Heimatmarkt USA, was zum Teil an Portfoliobereinigungen und Lieferproblemen lag. 

Die deutschen Hersteller verlieren überdurchschnittlich aufgrund der hohen Verluste im chinesischen Markt. Volkswagen verliert 6,5 %, Mercedes-Benz 7 %, während BMW 4,2 % unter dem Vorjahr liegt. Toyota büßt im ersten Halbjahr ebenfalls rund 3 % seiner globalen Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, wobei die Absatzrückgänge in China teilweise durch höhere Verkäufe in den USA kompensiert werden konnten. Relativ stabil bleiben die Absatzzahlen bei Hyundai, die dank Zuwächsen in den USA nur 1,6 % ihrer Verkäufe abgeben müssen.

Studienleiter Stefan Bratzel: „Die globale Automobilindustrie tritt in eine neue Phase der Marktbereinigung ein, die in einem darwin’schen Ausleseprozess mündet. Wem es nicht gelingt, sich schnell den neuen Markt- und Technologiebedingungen anzupassen, droht längerfristig auszuscheiden bzw. die Unabhängigkeit zu verlieren. Der Absatzrückgang ist dabei Ausdruck einer Kombination aus konjunktureller Schwäche, geopolitischen Unsicherheiten, hohen Finanzierungskosten und einem immer schärferen technologischen Verdrängungswettbewerb. Für die finanzielle Performance der Hersteller sind die Aussichten entsprechend herausfordernd. Sinkende Volumina, Preisdruck und hohe Investitionen in Elektromobilität, Software und neue Fahrzeugarchitekturen belasten gleichzeitig. Hersteller, die den Absatzrückgang nicht durch Produktivitätsfortschritte, geringere Komplexität und konsequente Kosten-senkungen kompensieren können, müssen mit deutlich rückläufigen Margen rechnen. Das Jahr 2026 dürfte deshalb zu einem weiteren Beschleuniger der Konsolidierung und Restrukturierung in der globalen Automobilindustrie werden.“

Entwicklung der Pkw-Kernmärkte USA, Europa und China. Die drei betrachteten Kernmärkte entwickeln sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich unterschiedlich. Während China um 20 % und die USA um 3 % unter dem Vorjahresniveau liegen, wächst Europa um rund 4,5 %. In Europa stützen insbesondere die steigende Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen und neue Modellangebote den Markt. In den USA belasten dagegen ein schwächeres Marktumfeld sowie handelspolitische und regulatorische Unsicherheiten die Entwicklung. 

Der starke Einbruch in China prägt jedoch die globale Absatzbilanz und beschleunigt zugleich die internationale Expansion chinesischer Hersteller.

Der chinesische Pkw-Neuwagenmarkt geht im ersten Halbjahr 2026 um 20,2 % zurück. Ausschlaggebend sind vor allem die schwächere wirtschaftliche Gesamtsituation. CAM rechnet in China für das Gesamtjahr mit nur noch 19,5 Mio. Pkw, was einem Rückgang von über 4 Mio. Pkw entspricht. Dadurch verschärft sich der Verdrängungswettbewerb weiter und dürfte in den kommenden Jahren zu einer stärkeren Konsolidierung des Marktes führen. 

Einstweilen dürften die einheimischen chinesischen Anbieter ihre Marktanteile weiter erhöhen, aufgrund ihrer zunehmend nachgefragten preisgünstigen elektrifizierten Modelle. Für die deutschen Hersteller wird das Jahr 2026 zu einer zusätzlichen Belastungsprobe mit überdurchschnittlichen Marktanteilverlusten: Einerseits ist mit Volumenrückgängen durch den stark rückläufigen Markt zu rechnen, andererseits drohen Marktanteilsverluste, aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Verkaufsstärke bei Verbrennern, die jedoch in China kaum noch Bedeutung haben. Bereits im 1. Halbjahr sinken die China-Verkäufe von Volkswagen um 25,9 %, von BMW um 20,4 % und von Mercedes-Benz um 28,3 %. Quelle: CAM / CM

InnoTrans 2026 so international wie nie 

Die InnoTrans 2026 setzt zum 15. Geburtstag binnen 30 Jahren Maßstäbe bei ihrer internationalen Beteiligung. Aussteller, Delegationen, Verbände und Entscheidungsträger aus allen Kontinenten machen die Leitmesse für Bahn-Verkehrstechnik zur globalen Plattform für Innovation, Austausch und internationale Zusammenarbeit.

InnoTrans-Direktorin Kerstin Schulz: „Wir erwarten Delegationen aus 18 Ländern und haben Aussteller aus rund 60 Nationen auf dem Berliner Messegelände. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig der direkte Austausch ist, um Innovationen voranzutreiben.“ Ein besonderes Highlight der diesjährigen InnoTrans: Erstmals präsentiert sich die California High-Speed Rail Authoritymit einem eigenen Messestand. Insgesamt ist die Beteiligung aus den USA sehr stark: Rund 50 Aussteller, darunter Branchenführer wie Progress Rail, Wabtec und Amsted Rail, unterstreichen die Bedeutung der InnoTrans für den nordamerikanischen Markt.

Zahlreiche internationale Delegationen nutzen die Veranstaltung als zentrale Plattform für den fachlichen Austausch. Dazu zählen u.a. Delegationen von DB E.C.O. North America, Federal Railroad Association (FRA) sowie der Commuter Rail Association. Der erstmals stattfindende und hochkarätige EU-Afrika-Transportdialog (23. September, 12:00 – 14:00 Uhr) stärkt zudem den Austausch zwischen europäischen und afrikanischen Partnern.

Viele Unternehmen aus asiatisch-pazifischem Raum. China beteiligt sich mit bedeutenden Branchenakteuren wie CARS, CAMET und CRRC. Aus Afrika nimmt unter anderem die marokkanische Bahngesellschaft ONCF teil. Aus Südamerika reisen große Delegationen aus Brasilien und Kolumbien an. Die Ukraine ist sowohl mit einem Gemeinschaftsstand als auch mit einer Delegation aus Kiew vertreten.

Darüber hinaus besucht eine Vielzahl von Unternehmen und Verbänden aus dem asiatisch-pazifischen Raum die InnoTrans. Neben dem Gemeinschaftsstand der Australasian Railway Association (ARA) befindet sich der Ländernpavillion von Malaysia. Südkorea ist mit einem Gemeinschaftsstand vertreten; der nationale Branchenverband KORSIA ist zudem mit einem eigenen Stand präsent. Der japanische der Gemeinschaftsstand von JORSA belegt wie zuletzt eine komplette Messehalle.

Die britische Bahnindustrie präsentiert sich mit einem Gemeinschaftsstand der Railway Industry Association (RIA). Aus Österreich beteiligen sich u.a. voestalpine, Plasser & Theurer sowie Advantage Austria. Spanien ist mit dem Branchenverband Mafex, den Unternehmen Talgo und CAF vertreten. Frankreich ist mit Alstom, Business France mit zwei großen Gemeinschaftsständen sowie der SNCF besonders stark repräsentiert. Weitere nationale Gemeinschaftsstände kommen aus Portugal, Dänemark, Ungarn, Belgien, Finnland, Taiwan und Tschechien.

Die fünf Messesegmente der InnoTrans umfassen Railway Technology, Railway Infrastructure, Public Transport, Interiors und Tunnel Construction. Veranstalter der InnoTrans ist die Messe Berlin. Die 15. InnoTrans findet vom 22. bis 25. September 2026 auf dem Berliner Messegelände statt. Quelle: Messe Berlin / CM

Ex-BMW-Designer erhält russische Staatsbürgerschaft

Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem früheren BMW-Designer Pierre Leclercq überraschend die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte der Kreml auf seiner Webseite.   

Pierre Leclercq, geboren am 29. Juli 1972 in Bastogne, ist ein belgischer Automobildesigner, der derzeit als Designchef beim französischen Automobilhersteller Citroën tätig ist. Er studierte Industriedesign an der École supérieure des arts Saint-Luc in Lüttich und absolvierte ein Programm für Mobilitätsdesign am Art Center College of Design im kalifornischen Pasadena. Nachdem Leclercq 1998 ein Praktikum bei BMW begonnen hatte, wechselte er 1999 zum italienischen Karosseriebauunternehmen Zagato, verließ dieses jedoch nach drei Monaten wieder, um bei Ford Ghia einzusteigen. Dort entwarf er u.a. den Innenraum der Studie Ford Street Ka. 

Im Jahr 2000 kehrte er zu BMW zurück, wo er dann 13 Jahre lang tätig war. Zu seinen dortigen Projekten zählten der BMW X5 E70, der BMW X6 E71 sowie das Heckdesign des ersten Mini Countryman. Zudem arbeitete er an einem Nachfolger des BMW M1 auf Basis des BMW i8, wobei dieses Projekt letztlich eingestellt wurde.

Von 2013 bis 2017 leitete Pierre Leclercq in China das Designstudio von Great Wall Motors.  Anschließend übernahm er die Position des Designchefs bei Kia, blieb jedoch nur ein Jahr beim südkoreanischen Hersteller. Zuletzt war er Chefdesigner bei Citroën. 

Bekanntlich hat sich BMW aus Russland zurückgezogen. Dieser Tage aber wurde bekannt, dass in Putins Riesenreich weiter SAV-Modelle der deutschen Premiummarke BMW vom Band rollen, dies trotz westlicher Sanktionen und ohne Zustimmung des Münchner Konzerns. In der einst deutschen Großstadt Königsberg in Ostpreußen, heute die russische Enklave Kalinigrad, werden derzeit die russischen BMW-Modelle X5, X6 und X7 in vergleichsweise geringer Stückzahl gebaut.  Die Fahrzeuge entsprechen äußerlich weiterhin dem Modellstand von 2022, werden inzwischen aber als Modelle der Baujahre 2025 oder 2026 zugelassen. Laut russischen Medien sollen auch einzelne lokal beschaffte Bauteile wie Kabelbäume, Schläuche, Gummiteile oder lackierte Karosserieteile verbaut werden, weil Originalteile fehlen. Die Fahrzeugpreise liegen weit über denen der deutschen Listenpreise.  Quelle: Russland heute / AMS / CM

Norwegian Air ändert ihr Logo in das von British Airways…

… nachdem die Fluggesellschaft eine Wette auf den Ausgang des WM-Spiels zwischen England und Norwegen verloren hat. Überraschenderweise gaben die Anwälte von British Airways tatsächlich grünes Licht für das Social-Media-Team der Fluggesellschaft, sich auf diese hitzige Rivalität einzulassen; schon bald saß ein Praktikant von Norwegian Air im Flugzeug nach London – im Gepäck einen USB-Stick mit den Logos der Airline.

Einen Tag vor dem Spiel wurden am Hauptsitz von British Airways in der Nähe des Flughafens London Heathrow USB-Sticks mit den Logodateien übergeben. Das Spiel endete mit einem wenn auch etwas umstrittenen 2:1-Sieg für England: Jude Bellingham, Mittelfeldspieler von Real Madrid, erzielte beide Treffer in Miami.

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Während in England bis tief in die Nacht gefeiert wurde, löste Norwegian Air sein Versprechen ein und tauschte auf seiner Instagram-Seite das eigene Logo gegen das von British Airways aus.

In einem weiteren Beitrag schrieb Norwegian Air: „Auch wenn das Turnier für uns vorbei ist, wird diese freundschaftliche Wette für immer in unseren Herzen bleiben.  Wir wünschen England und British Airways alles Gute für das Halbfinale und hoffen sehr, dass ihr den Fußball nach Hause holt!“

British Airways reagierte daraufhin augenzwinkernd: „Uns gefällt dieser neue Look an Ihnen“, während sich auch die Oneworld-Partnerfluggesellschaft Qantas mit einem Kommentar beteiligte: „Fühlte mich süß – vielleicht lösche ich es später wieder xx“

Auch Malaysia Airlines hob die Einzigartigkeit der Situation hervor: „Respekt für Norwegian! Die meisten Fluggesellschaften brauchen sechs Monate und 14 Genehmigungen, um ein Logo zu ändern.“

Norwegian Air hatte die eigene Fußballnationalmannschaft im Vorfeld des Spiels nachdrücklich unterstützt: Die Kabinen wurden mit norwegischen Flaggen geschmückt, und Passagiere sowie Besatzung wurden dazu ermutigt, am legendären „Viking Row“ (Wikinger-Rudern) teilzunehmen – einer Geste, die mittlerweile zum Markenzeichen der norwegischen Fußballnationalmannschaft geworden ist. Angesichts des neu erwachten Interesses an der Social-Media-Präsenz von Norwegian Air ließ sich die Fluggesellschaft diese großartige Marketinggelegenheit natürlich nicht entgehen.

Stunden nach dem Spiel bot die Fluggesellschaft einen Rabattcode für Passagiere an, die zwischen England und den Zielen der Airline in Norwegen sowie darüber hinaus reisten. In der nicht allzu weit zurückliegenden Vergangenheit forderte Norwegian Air auf den Strecken von London Gatwick nach Nordamerika noch direkt British Airways heraus, als der UK-Nationalcarrier versuchte, auf dem Markt für Billigflüge auf der Langstrecke Fuß zu fassen.

Indes verschärften Wartungsprobleme an den Rolls-Royce-Triebwerken ihrer Boeing-787-Dreamliner-Flotte die finanzielle Situation von Norwegian auf diesen Routen zusätzlich, und es bestand die ernsthafte Sorge, dass die Fluggesellschaft in die Insolvenz rutschen könnte. Letztendlich gab Norwegian ihre Langstreckenpläne auf und zog sich auf ihren Kernmarkt in Norwegen zurück. Wie sich jedoch herausstellte, war dies die beste Entscheidung, die sie hätte treffen können. Nach einer schmerzhaften Umstrukturierung ist die Fluggesellschaft wieder profitabel, wenn auch deutlich kleiner als vor der COVID-19-Pandemie. Quelle: Norwegian / CM

Versorgung Europas mit Kerosin ist in schlechtem Zustand 

Da der brüchige Waffenstillstand mit dem Iran offiziell zwar beendet ist, die Kämpfe um den Zugang zur Straße von Hormus aber durch laufende Raketenangriffe der iranischen Revolutionsgarden und der Reaktion der USA andauern, deuten aktuelle Analysen darauf hin, dass das Risiko eines Versorgungsengpasses bei Flugkraftstoff in Europa weitaus akuter ist, als bisher angenommen wurde. Die schwierige Lage wirkt sich auch auf die Flugpreise und damit negativ auf die Geschäftsreise-Branche aus.

Vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar bezogen Europa und das Vereinigte Königreich den Großteil ihres Flugkraftstoffs aus dem Nahen Osten – vornehmlich aus Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Lieferungen erfolgten über monatelange Transportwege, die mit der Passage durch die Straße von Hormus begannen.

Zunächst war die Versorgung mit Flugkraftstoff nicht gefährdet, da sich noch zahlreiche Tanker auf dem Weg nach Europa befanden, die die Straße von Hormus bereits vor Ausbruch des Konflikts passiert hatten. Daraufhin orientierte sich Europa hinsichtlich zusätzlicher Kraftstofflieferungen in Richtung der USA und Kanadas.

Das eigentliche Problem für viele Fluggesellschaften war nicht die physische Verfügbarkeit von Kerosin, sondern der drastische Anstieg der Beschaffungskosten – insbesondere für jene Airlines, die ihren Kerosinbedarf nicht durch Absicherungsgeschäfte („Hedging“) geschützt hatten (bei denen ein fester Preis vereinbart wird, unabhängig von Schwankungen des Großhandelspreises).

Die westliche Luftfahrtbranche atmete kollektiv auf, als US-Präsident Donald Trump im Juni eine Absichtserklärung für einen Waffenstillstand mit Teheran erzielte. Die Straße von Hormus würde wieder geöffnet werden, sodass Hunderte mit Treibstoff beladene und festliegende Schiffe Kurs auf Europa und Asien nehmen könnten – jene Regionen, in denen der Großteil des Öls aus dem Persischen Golf verbraucht wird.

Jetzt aber kommt es ganz anders: Es drohten massenhafte Flugausfälle während der geschäftigen Sommerferienzeit. Zwar versicherten die Airlines ihren Kunden noch vor wenigen Tagen, dass sie ihre Flüge bedenkenlos buchen könnten. Aber es baut sich ein Versorgungsengpass auf, von dem Europa und das Vereinigte Königreich konfrontiert sind. Er erweist sich gravierender als zunächst befürchtet.  Laut Reuters reichen die Kerosinvorräte in Europa nur noch für einen Monat, und das Analysehaus Energy Aspects prognostiziert für das dritte Quartal ein Versorgungsdefizit von 600.000 Barrel (95.392.400 Liter Kerosin) pro Tag.

Die Lage in Europa und Großbritannien ist besonders kritisch, da dortige Raffinerien für Flugkraftstoff in den letzten Jahren stillgelegt wurden, was zu einer starken Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Nahen Osten führte. Bislang konnte die Versorgung durch neue Importe aus Kanada, Indien, Nigeria und den Vereinigten Staaten stabil gehalten werden.

Derzeit haben diese Warnungen noch nicht zu Flugausfällen geführt. Zunächst waren die Fluggesellschaften angesichts der Schließung der Straße von Hormus alarmiert, doch diese Panik legte sich rasch, als die Versorgung über andere Länder sichergestellt wurde. Das Ende der Sommersaison stellt jedoch ein Problem dar, da die Fluggesellschaften ihre Flugpläne eigentlich ausweiten müssten, um der saisonalen Nachfrage gerecht zu werden. Das größte Risiko bleiben die hohen Kerosinkosten; es ist davon auszugehen, dass die Flugpreise noch geraume Zeit auf einem hohen Niveau bleiben werden oder sogar noch weiter steigen. Quelle: Reuter / CM

Feuer behindert Geschäftsreiseverkehr auf der Schiene und Straße

Seit einer Woche hat die Hitzewelle Mitteleuropa fest im Griff. In Frankreich gilt in 37 Departements eine rote Hitzewarnung, in 39 weiteren eine orange Warnung des staatlichen Wetterdienstes. Betroffen im ganzen Land sind Bahnverkehr und der auf Autobahnen. Für Hunderttausende Geschäftsreisende bedeuten die Feuer zum Teil massive Verspätungen. 

In Fontainebleau bei Paris wurden wegen eines riesigen Waldbrands bereits die Feierlichkeiten am Dienstag, 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag abgesagt. In vielen anderen Orten hat man wegen der Brandgefahr auf die traditionellen Feuerwerke am 14. Juli verzichtet.

Der Waldbrand im Wald von Fontainebleau ist der drittgrößte in der nördlichen Hälfte des Landes seit 2006. Mindestens 800 Hektar wurden von dem Brand erfasst, der am Sonntag im Wald von Fontainebleau, einem etwas mehr als 20.000 Hektar großen Waldgebiet, ausgebrochen war

Die SNCF bestätigte, dass fast alle TGV- und Ouigo-Züge aus Süd- und Südostfrankreich sowie aus der Schweiz mit Verspätungen von zwei bis drei Stunden und mehr den Gare de Lyon in Paris erreichen, weil die Züge aufgrund der Hitze oft nur mit verminderter Geschwindigkeit fahren dürfen. Gleiches wird von den Zügen aus Paris nach Genf, Lyon und Marseille berichtet. Zudem kann die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris nach Süden wegen eines Waldbrands östliche von Sens (120 km südöstlich von Paris) nicht befahren werden. Alle TGV und Ouigo-Züge werden hier über die Altbaustrecke umgeleitet.

Was die Störungen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Sud-Est betrifft, wird der „Plan Pégase“ bei verspäteten Ankünften in Paris in Kraft gesetzt. Dieser Plan, dessen Name für „Plan contre l’Engorgement des Gares en Situation Exceptionnelle“ (Plan gegen Überlastung von Bahnhöfen in Ausnahmesituationen) steht, wurde vom Innenministerium ins Leben gerufen, um das Management an Bahnhöfen zu verbessern, wenn Großereignisse den Bahnverkehr nachhaltig beeinträchtigen. Quelle:  Radio France /  SNCF / CM

MHP Hotel AG: Pachtvertrag für neues Autograph Collection-Hotelprojekt in Düsseldorf 

Die Münchner MHP Hotel AG („MHP“) hat einen Pachtvertrag für ein neues Hotel der Autograph Collection in Düsseldorf unterzeichnet. Bis 2029 entsteht im Gebäudeensemble an der Kasernenstraße in unmittelbarer Nähe zur Königsallee ein Premiumhotel mit rund 180 Zimmern. Das Hotel soll die Geschichte des Ortes aufgreifen und mit zeitgemäßer Architektur, individueller Gestaltung und internationaler Gastlichkeit verbinden. Ein entsprechender Franchisevertrag mit Marriott International wurde abgeschlossen.

Der Projektentwickler des Bauvorhabens ist Midstad, mit dem MHP bereits erfolgreich zusammenarbeitet. Mit dem Bauvorhaben entwickelt Midstad einen zentralen Innenstadtstandort zu einem modernen, gemischt genutzten Quartier weiter. Die Immobilien Kasernenstraße 6 und Carsch-Haus werden funktional und architektonisch wieder stärker miteinander verbunden. Neben hochwertigen Handels- und Gastronomieflächen bildet das neue Hotel einen wesentlichen Baustein der zukünftigen Nutzung und soll zur dauerhaften Belebung des Standorts beitragen.

Die MHP Hotel AG unterzeichnete einen Pachtvertrag für ein neues Hotelprojekt in Düsseldorf. Das Hotel der Autograph Collection entsteht bis 2029 im historischen Gebäudeensemble Kasernenstraße und Carsch-Haus. Rendering: MHP

Das Carsch-Haus gehört zu den bekanntesten historischen Geschäftshäusern Düsseldorfs. Der von Otto Engler entworfene neoklassizistische Bau wurde 1915 als exklusives Kaufhaus für Herren- und Knabenmode eröffnet und prägte mit seiner repräsentativen Sandsteinfassade früh das Stadtbild. Für den Bau des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee musste das denkmalgeschützte Gebäude Anfang der 1980er-Jahre abgetragen werden. Zwischen 1979 und 1984 wurden die historischen Fassadenelemente versetzt und das Haus an seinem heutigen Standort originalgetreu wiederaufgebaut.

Nach Jahren mit eingeschränkter Nutzung und nur teilweise ausgeschöpftem Potenzial erhält der Standort nun im Rahmen der Neuentwicklung eine neue Perspektive. Im Zuge der Revitalisierung werden historische Bausubstanz und zeitgemäße Architektur miteinander verbunden. Das Bestandsgebäude an der Kasernenstraße wird umfassend modernisiert und um eine Etage aufgestockt. Ziel ist es, einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Innenstadtstandort mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen, der an die Geschichte des Ortes anknüpft und gleichzeitig neue Nutzungen ermöglicht. Es wird eine DGNB-Zertifizierung für Bestandsgebäude in Platin sowie die WiredScore-Zertifizierung Platinum angestrebt. Mehr als ein Jahrhundert später wird die Geschichte des Ortes nun erneut fortgeschrieben.

Die NRW-Hauptstadt Düsseldorf zählt als Wirtschafts-, Messe- und Modestandort zu den dynamischsten Metropolen Deutschlands und gehört zu den Top-Seven-Hotelmärkten des Landes. Die prominente Lage in unmittelbarer Nähe zur Königsallee bietet hohe Sichtbarkeit und ideale Voraussetzungen für ein Premiumhotel mit eigenständigem Charakter. Damit entspricht das Projekt dem Selbstverständnis der Autograph Collection, deren Häuser weltweit unter dem Motto „Exactly Like Nothing Else“ für individuelle Architektur, besondere Geschichten und ein unverwechselbares Gästeerlebnis stehen. Als Teil des Marriott Bonvoy-Programms mit weltweit über 230 Mio. Mitgliedern profitiert das Hotel von einem der leistungsstärksten Loyalitätsnetzwerke der Branche. Dies ist ein struktureller Nachfragevorteil, der sich direkt in Auslastung und Erlöspotenzial niederschlagen soll. 

MHP erwartet für das Hotel im stabilisierten Betrieb einen Jahresumsatz von über 20 Mio. Euro. Dr. Jörg Frehse, CEO der MHP Hotel AG: „Mit diesem Projekt sichern wir uns einen weiteren langfristig attraktiven Standort in einer der stärksten deutschen Hotelmetropolen. Das Ensemble in der Düsseldorfer Innenstadt verbindet außergewöhnliche architektonische Qualität mit erheblichem Entwicklungspotenzial und einer international etablierten Marke. Unser Asset-Light-Modell erlaubt es uns, erstklassige Standorte zu sichern, ohne eigenes Kapital in Immobilien zu binden und genau das gibt uns die Geschwindigkeit, die für diese Art von Wachstum entscheidend ist. Damit erweitern wir unser Portfolio um ein Hotel, das sowohl strategisch als auch wirtschaftlich hervorragend zu MHP passt.“

Dr. Kevin Meyer, Geschäftsführer bei Midstad: „Mit der Neuentwicklung an der Kasernenstraße schaffen wir weit mehr als ein Hotel. Unser Ziel ist die nachhaltige Transformation eines prägenden Innenstadtstandorts zu einem lebendigen und zukunftsfähigen Nutzungsmix aus Hotel, Einzelhandel, Gastronomie und öffentlichem Leben. Das Hotel der Autograph Collection wird dabei ein wichtiger Ankerbaustein des Gesamtkonzepts. Mit MHP haben wir einen erfahrenen Betreiber gewonnen, der die besondere Geschichte und Identität dieses Standorts in ein eigenständiges Hospitality-Konzept übersetzen kann. Gemeinsam schaffen wir einen Ort, der die Tradition des Carsch-Hauses respektiert und zugleich neue Impulse für die Düsseldorfer Innenstadt setzt.“

Für MHP ist das neue Hotelprojekt ein weiterer Schritt in der konsequenten Umsetzung der Wachstumsstrategie im Premium- und Luxussegment. Das Unternehmen baut sein Portfolio gezielt an etablierten Standorten in der DACH-Region aus und setzt auf internationale Marken, langfristige Betreiberverträge und Immobilien mit hohem Repositionierungs- oder Entwicklungspotenzial. Das kapitalschonende Pacht- und Franchisemodell ermöglicht dabei eine konsequente Portfolioerweiterung ohne Immobilienrisiko und schafft die Grundlage für skalierbares Wachstum im Premium- und Luxussegment. Quelle: MHP / CM

Unbewirtschaftete Autobahn-Rastplätze sind „unter aller Sau“

Der ADAC hat im Rahmen eines aktuellen Tests 50 unbewirtschaftete Rastplätze an deutschen Autobahnen aus seinem Tests 2022 wiederholt untersucht. Das Ergebnis fällt dabei deutlich schlechter aus als beim letzten Mal: Fast die Hälfte der Rastplätze (46 %) erhält die Bewertung „mangelhaft” oder „sehr mangelhaft”. Gleichzeitig halbierte sich der Anteil guter Rastplätze nahezu: Er sank von 40 % im Jahr 2022 auf nur noch 18 %. Ein „sehr gut“ erreicht kein einziger Rastplatz. 

Knapp zwei Drittel der Anlagen haben sich im Vergleich zu 2022 verschlechtert, nur acht Prozent konnten ihr Ergebnis verbessern. Die größten Defizite zeigen sich bei den Toilettenanlagen: 62 % der Rastplätze erhalten in der Kategorie „Sanitäre Anlagen“ die Bewertung „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Ich sage sogar, über 0 % sind unter aller Sau. Auf sechs Anlagen musste ein K.O. oder Teil-K.O. aufgrund gesperrter Toiletten ausgesprochen werden. Oft sind aber auch schon grundlegende Funktionen nicht zuverlässig gewährleistet. So fehlen Seifenspender oder sind defekt, Handtrockner funktionieren nicht, Toilettenpapier ist (teilweise) nicht vorhanden und die Sauberkeit lässt vielfach zu wünschen übrig. Meist sind die WCs so gut wie nicht benutzbar, da vollkommen verdreckt. Ich habe den Eindruck, dass es viele „Dreckschweine“ gibt. Nicht selten handelt es sich um Trucker, die es in ihrer Heimat nicht anders kennen, als die WCs nach ihrem Toilettengang zu säubern, die Müller hinterlassen, die oft an den Begrenzungszäunen der Rastanlagen ihre „große“ Notdurft verrichten, Auch der bauliche Zustand und die Ausstattung der barrierefreien Toiletten entsprechen i.d.R. nicht den Erwartungen. Damit erweisen sich die Sanitäranlagen als zentrale Schwachstelle unbewirtschafteter Rastplätze, sind aber gleichzeitig der häufigste Grund für deren Nutzung. 

Die Kategorie „Verkehr und Parken“ schneidet dagegen erneut vergleichsweise positiv ab, meint der ADAC, wir und nicht nur wir sehen das genaue Gegenteil. Mit “gut“ erzielt „Verkehr und Parken“  das beste Kategorieergebnis im Test. Die meisten Rastplätze sind verkehrssicher angelegt. Das ist aber auch schon alles. Verbesserungsbedarf besteht jedoch bei den Stellplätzen für Pkw mit Anhängern, Gespanne und Wohnmobile: Auf 38 P% der Anlagen fehlen entsprechende Parkmöglichkeiten. Nicht in der Wertung, aber eine auffällige Entwicklung: Auf acht der 50 Rastplätze waren Schrottautos abgestellt. Das ist nach unserer Beobchtung häufig an der A3 zwischen Würzburg und Frankfurt der Fall. Auch sind diese unbewirtschafteten Rastanlagen meist vollkommen vermüllt. So säumen üerall Millionen von Zigarettenkippen die Straßenränder und Ruheplätze mit Tischen und Bänken, die ebenfalls i.d.R. zugemüllt sind. 

Geradezu katastrophal ist die Situation mit den beginnenden Abendstunden. Da parken oft hunderte von Lkw kreuz und quer, stellen insbesondere alle Pkw-Stellplätze der Bereiche, die eigentlich für Pkw gedacht sind, zu. Auch blockieren sie i.d.R. die Zufahrten zu den Rastanlage dergestalt, dass man selbst mit dem Pkw so gut wie nicht mehr  parken kann. Das Bundesverkehrsministerium schaut dem vollkommen irren Treiben einfach zu, ohne auch nur die geringste Redaktion zu zeigen. Und Autobahnpolizei sieht man auch vergeblich.  

Die „Außenanlagen“ erreichen insgesamt nur ein mittleres Niveau. Zwar sind die grundlegenden Einrichtungen vorhanden, es mangelt jedoch häufig an Aufenthaltsqualität. Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz fehlen auf vielen Anlagen. Nur zwei der 50 getesteten Rastplätze verfügen über einen Spielplatz und keine der getesteten Anlagen bietet eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile.

Auch beim Sicherheitsgefühl besteht Optimierungsbedarf. Insgesamt erreicht die Kategorie „Persönliche Sicherheit“ lediglich ein allenfalls ausreichendes Ergebnis. Defizite zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Toilettengebäude und der Notrufeinrichtungen. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt ein Notruf vollständig. Positiv bewertet der ADAC hingegen, dass auf allen Anlagen Handyempfang vorhanden ist und alle Toilettengebäude nachts beleuchtet werden, die man aber besser aus den genannten Gründen nicht aufsucht.

Eine begleitende Nutzerbefragung bestätigt die Testergebnisse: Für die Befragten ist Sauberkeit der mit Abstand wichtigste Aspekt eines Rastplatzes. Gleichzeitig wird sie als größtes Problem wahrgenommen. 61 % der Befragten nutzen Rastplätze vor allem deshalb, weil sie die nächstgelegene Möglichkeit zum Anhalten darstellen. Entsprechend verhalten fällt die Zufriedenheit aus: 42 % der Befragten sind mit den Gegebenheiten (sehr) unzufrieden, wir würden sagen, dass es außer den „Ferkeln“ kaum jemanden geben kann, der auch nur annähern zufrieden sein kann. . 

Der ADAC dokumentierte darüber hinaus auf 96 Prozent der getesteten Rastplätze unterschiedliche Formen von Vandalismus: von Graffiti über die Zerstörung von Inventar bis hin zum Anbringen von Stickern – letzteres oft so exzessiv, dass Wegbeschilderungen nicht mehr lesbar waren.

Unbewirtschaftete Rastplätze erfüllen ihre grundlegende Funktion als Ort für eine Pause während der Fahrt. Die Ergebnisse zeigen jedoch deutlichen Handlungsbedarf, insbesondere bei den Sanitäranlagen. Saubere und funktionierende Toiletten, eine sichere Gestaltung und eine angemessene Ausstattung gehören aus Sicht des ADAC zur Grundversorgung von Rastplätzen und sollten auf allen Anlagen zuverlässig gewährleistet sein. Und der Lkw-Wahnsinn sollte wirklich in Griff zu bekommen sein, indem man deutschlandweit den Lkw-Durchgangsverkehr auf den Straßen verbietet. Auf den meisten Bahnmagistralen fahren nur noch wenige Güterzüge. Wie man es besser macht zeigen die USA. Dort findet Güterverkehr zum Großteil auf der Schiene statt. Und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind alle Rastanlagen blitzsauber, könnte man so man möchte, auch auf den blitzsauberen WC-Anlagen sein Essen verzehren.  Zuständig für die deutschen vollkommen versifften Rastplätze an Autobahnen sind die Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes. Quelle: ADAC / CM