Die Immobiliengesellschaft Jagdfeld will das legendäre Fünf-Sterne-Hotel Adlon am Pariser Platz verkaufen. Die Jagdfeld Gruppe ist seit über vier Jahrzehnten eines der führenden Immobilien- und Lifestyleunternehmen in Deutschland. Aus dem von Anno August Jagdfeld einst gegründeten Steuerberaterbüro ist in nunmehr zweiter Generation eine hoch diversifizierte Unternehmensgruppe mit mehr als 500 Spezialisten in sechs Unternehmensbereichen geworden.
Für den Verkauf braucht es aber die Zustimmung der Anleger. Das Hotel ist Teil des Fundus-Fonds 31, der von der Jagdfeld-Gruppe gemanagt wird. Der Fonds und damit das Adlon hat rund 4.000 Eigentümer, zumeist Privatanleger, von denen sich viele von ihren Anteilen trennen wollten.
Die Jagdfeld-Gruppe soll nach übereinstimmenden Angaben 20 % des Kaufpreises erhalten, sollte dieser höher als 310 Mio. Euro ausfallen. Angesetzt für die Immobilie ist ein Mindestpreis von 280 Mio. Euro. Es sei marktüblich, dass bei Überschreiten des Mindestverkaufspreises nicht nur die Gesellschafter profitieren, sondern auch der persönlich haftende Gesellschafter (phG), so Jagdfeld. Für den Verkauf müssen mindestens 75 % der Anleger zustimmen. Die Frist dafür läuft bis 27. August 2026.

Die kritischen Gesellschafter halten einen Kaufpreis für das Adlon zwischen 350 und 400 Mio. Euro für realistisch. Die Erfolgsbeteiligung für Jagdfeld könnte sich dann auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen – zu viel aus Sicht der Anleger. Sie wollen dem Verkauf daher nicht zustimmen. Jagdfeld wiederum ist i zuversichtlich, dass die erforderliche Mehrheit zustande kommt.
Das Adlon ist ein legendäres Fünf-Sterne-Luxushotel am Boulevard Unter den Linden 77 am Pariser Platz direkt gegenüber dem Brandenburger Tor in Berlin-Mitte. Es bietet 385 Zimmer und Suiten, Sternegastronomie sowie den großen Adlon Spa und blickt auf eine traditionsreiche Geschichte bis ins Jahr 1907 zurück. Es war 1945 bis auf einen Seitenflügel abgebrannt und 1984 vollständig abgerissen worden. In den 1990er Jahren wurde das Hotel nach Originalplänen wieder aufgebaut und am 23. August 1997 neu eröffnet. Betrieben wird es heute von einer namhaften Hotelgruppe.
Adlons Ururenkel Felix Adlon äußerte sich überrascht über den angekündigten Verkauf. Mit den derzeitigen Pächtern ist der 59-Jährige zufrieden, wie er der Süddeutschen Zeitung sagte. Jagdfeld habe das neue Adlon mit Stil und Klasse wieder aufgebaut, lobte der Gründer-Nachfahre. Quelle: rbb24.de / SZ.de / CM