Weltweit will der Volkswagenkonzern in den kommenden Jahren bis zu 100.000 Jobs dem Rotstift opfern. Allein in Deutschland sollen zusätzliche 50.000 Stellen entfallen. Volkswagen-CEO Oliver Blume, der in einer vormaligen Doppelfunktion u.a. auch Porsche fast an die Wand gefahren hat, will den Jobabbau massiv verschärfen. Zu allem Übel soll auch die Fahrzeug-Produktion in vier deutschen Werke auslaufen. Und VW soll ein neues Unternehmen werden.
Dem Managermagazin bzw. VW-Insidern zufolge plant der VW-Vorstand im Zuge eines Sanierungskonzepts weltweit bis zu 100.000 Stellen zu streichen und mittelfristig vier Werke in Deutschland zu schließen. Dabei handelt es sich um die Fabikationsstätten in Hannover, Zwickau-Mosel, Emden sowie den Audi-Standort Neckarsulm. Im westsächsischen Zwickau-Mosel werden derzeit die Modelle Cupra Born und VW ID.3 gefertigt, In Hannover betrifft es die Nutzfahrzeuge wie z.B. den Bulli, im niedersächsischen Emden laufen ID.4 und ID.7 von den Bändern. Im Audi-Werk Neckarsulm werden aktuell schwerpunktmäßig die Audi A5-Familie (inklusive S5) und verschiedene Varianten des Audi A6 gefertigt. Zudem läuft im angeschlossenen Industriegebiet Böllinger Höfe der Audi e-tron GT vom Band.
Hintergrund der radikalen Sparkur sind die drastischen Gewinneinbrüche des Konzerns infolge der Absatzkrise. Insbesondere in China hat VW massiv verloren. Dort lassen sich Verbrenner überhaupt nicht mehr verkaufen. Und bei den Elektroautos sind die Chinesen den VW-Modellen weit voraus, weshalb z.B. der VW ID.3 im Reich der Mitte die Hälfte dessen kostet, was in Deutschland verlangt wird. Und auxch das chinesische Audi A6-Derivat von AUDI kostet ca. 60 % weniger als der vergleichbare A6 e-tron. Porsche läuft inzwischen in China unter ferner liefen, sprich, so gut wie gar nicht. Das letzte Wort habe nun der Aufsichtsrat, der am 09. Juli darüber beraten solle.
Bis mindestens 2030 gilt an den deutschen Konzernstandorten eine Beschäftigungssicherung, die mit der IG Metall vereinbart wurde. Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen angekündigt, davon 35.000 bei der Kernmarke VW.
Betriebsrat und IG Metall laufen Strum. Sie wollen die beispiellose Radikalkur nicht akzeptieren. Beide fordern den mit zig Millionen Euro bezahlten Vorstand auf, sich mehr auf seine Arbeit zu konzentrieren, wettbewerbsfähige Produkte zu schaffen und die Arbeitsplätze zu sichern. Quelle: Manager Magazin / CM