BMW hat solide Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Trotzdem haben die Münchner ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt.. Der Grund: BMW zieht seine kostspielige Neuausrichtung vor. Ältere Modelle sollen schneller als geplant durch neue Modelle auf Basis der Neuen Klasse ersetzt werden. Davon erhoffen sich die Münchner neben einem attraktiveren Angebot auch bessere Margen.
In den ersten neun Monaten des Jahres erzielte die BMW Group im Segment Automobile eine operative EBIT-Marge von 3,5 %. Trotz des schwierigen Geschäftsumfelds wurde im dritten Quartal ein Konzernergebnis von 2 Mrd. Euro erreicht. Im dritten Quartal lieferte die BMW Group rund 551.000 Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce an Kunden aus. Das waren 6,3 % weniger als im Vorjahresquartal. Die Umsatzerlöse im Segment Automobile gingen um 6,5 % auf 26,7 Mrd. Euro zurück. Dies war im Wesentlichen auf die geringeren Auslieferungen und den anhaltend hohen Wettbewerbsdruck in diversen Märkten zurückzuführen.
Während die gesamten Auslieferungen und die Umsatzerlöse unter dem Vorjahresniveau lagen, gewann der Absatz der vollelektrischen Fahrzeuge im dritten Quartal weiter an Dynamik. Mit mehr als 110.000 Auslieferungen, einem Anstieg von 7,2 % gegenüber dem Vorjahr, war jedes fünfte weltweit verkaufte Fahrzeug ein vollelektrisches Modell.Einschließlich der Plug-in-Hybride belief sich der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge auf mehr als 150.000 Einheiten. Dies entspricht einem Anteil elektrifizierter Fahrzeuge am Gesamtabsatz von 27,4 %.
Gleichzeitig treibt BMW die strukturelle Transformation des Unternehmens auf allen Ebenen voran. Proaktiv wurde entschieden, die Portfolio- und Strukturmaßnahmen auszuweiten, um die notwendigen Veränderungen zu beschleunigen. Entsprechend wurde der Ausblick für 2026 angepasst.
Der langfristige Zielkorridor für die EBIT-Marge im Segment Automobile von 8 bis 10 % wurde bestätigt. Dieses Ziel soll zu Beginn des kommenden Jahrzehnts erreicht werden. Für 2028 gilt ein Zwischenziel für die EBIT-Marge von 3 bis 5 % als gesetzt.
Im Vertrieb wird die Einführung eines Direktvertriebsmodells für die Marke BMW in Europa vorbereitet. Zudem soll das Angebot am oberen Ende des Produktportfolios ausgebaut werden. Darüber hinaus will BMW die Produkte der Neuen Klasse mit hohem Tempo über das Portfolio und alle Antriebsarten hinweg ausbauen. Nach dem Erfolg des BMW iX3 sind zahlreiche weitere Modelle gefolgt, darunter die aktualisierte 7er Reihe, die 3er Reihe mit batterieelektrischen Varianten und Varianten mit Verbrennungsmotor, der X5 mit mehreren Antriebsoptionen sowie der brandneue iX4. Die Produktion der NEUEN KLASSE läuft in Debrecen, München, Dingolfing, Spartanburg und Shenyang. In Debrecen wurde der Betrieb bereits auf drei Schichten ausgeweitet, um die Nachfrage bedienen zu können. Dort wird der iX4 gemeinsam mit dem iX3 produziert.
BMW will seine Position im Premiumsegment für batterieelektrische Fahrzeuge weiter ausbauen. Alle batterieelektrischen Varianten der Neuen Klasse werden von neuen Gen6-Hochvoltbatterien angetrieben. Anfang Oktober wurde das neue Werk in Irlbach-Straßkirchen (Niederbayern, zwischen Regensburg und Passau) eröffnet, das die deutschen Werke beliefern wird. Die Serienproduktion in Woodruff (South Carolina) wird noch vor Ende dieses Jahres beginnen; San Luis Potosí (Mexiko) folgt im kommenden Jahr.
In Europa wird die Präsenz im volumenstarken Einstiegspremiumsegment durch die Einführung eines weiteren vollelektrischen BMW-Modells im Jahr 2028 erhöhen. In den USA wird der starken Kundennachfrage nach SAVs weiterhin Rechnung getragen. Das Werk in Spartanburg ist voll ausgelastet. China bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Dort beginnt noch im November 2026 der Rollout der Neuen Klasse mit der Markteinführung des iX3.
Künftig sollen Forschung und Entwicklung vor Ort – sowie der lokalen Einkauf weiter gestärkt werden, um die Wünsche chinesischer Kunden noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen und schneller umsetzen zu können. Zudem soll das Produktionsnetzwerk in Shenyang breiter aufgestellt und geprüft werden, dafür den Export von in China produzierten Fahrzeugen in Märkte des asiatisch-pazifischen Raums zu realisieren. Quelle: BMW / CM