Potenzial von Blender Travel

Blended Travel ist mehr als die gelegentliche private Verlängerung einer Geschäftsreise. Das Whitepaper „Blended Travel – Impulse für Unternehmen und Anbieter im Geschäftsreisemarkt“ zeigt, wie sich die Kombination geschäftlicher und privater Reisen entwickelt, wo Unternehmen und Anbieter noch vor Herausforderungen stehen und welche Schritte jetzt notwendig sind. Herausgeber des aktuellen White Paper zum Thema  sind das GCB German Convention Bureau e.V. und der VDR – Verband Deutsches Reisemanagement e.V. im Rahmen ihrer gemeinsamen Initiative blend_it! 

Angeblich werden mehr als die Hälfte aller Auslandsgeschäftsreisen weltweit mit einem privaten Aufenthalt kombiniert (IPK International). CM-Recherchen ergeben aber, dass es allenfalls 15 % sein können. In Nordamerika z.B. ist Blended Travel weitgehend untersagt, in Asien ebenfalls. Unter den deutschen Geschäftsreisenden haben bereits zwei Drittel eine solche Bleisure-Reise einmal unternommen (Bayerisches Zentrum für Tourismus e.V.). Sie verbrachten dabei durchschnittlich 3,1 private Nächte zusätzlich am Reiseziel und gaben für diesen privaten Reiseanteil rund 616 Euro aus. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen auf mehreren Ebenen: 77 % der Anbieter sind laut Bleisure & Workation Monitor Deutschland bislang nicht mit spezifischen Bleisure-Travel-Angeboten im Markt und nur 45 % der Geschäftsreisenden geben an, dass ihr Unternehmen dazu klare Regeln etabliert hat. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation erlauben auch nur die wenigsten deutschen Unternehmen die private Verlängerung von Geschäftsreisen. 

Neben aktuellen Forschungsergebnissen kommen Travel Management, Human Resources, Hotellerie, Destinationen und Mobilitätsanbieter zu Wort. Deutlich wird dabei, dass Blended Travel nicht allein eine Aufgabe des Travel Managements ist. Unternehmen müssen private und dienstliche Reiseanteile klar voneinander abgrenzen, Verantwortlichkeiten definieren und die entsprechenden Regelungen in Buchungs- und Abrechnungsprozesse integrieren. Auf Anbieterseite geht es darum, passende Leistungen sichtbar, flexibel buchbar und getrennt abrechenbar zu machen.

Jens Schließmann, Hauptgeschäftsführer des VDR: „Die Nachfrage nach Blended Travel ist da. Jetzt geht es darum, aus individuellen Einzellösungen verlässliche Strukturen zu machen. Unternehmen brauchen klare Regeln, eindeutige Verantwortlichkeiten und Prozesse, die geschäftliche und private Reiseanteile sauber voneinander trennen. Nur dann lässt sich die gewünschte Flexibilität mit Compliance, Fürsorgepflicht und Wirtschaftlichkeit verbinden.“

Auch für Destinationen und Anbieter eröffnet Blended Travel neue Möglichkeiten. Mehr als die Hälfte der in der BZT-Studie betrachteten Bleisure-Reisen steht im Zusammenhang mit Seminaren, Schulungen, Kongressen oder vergleichbaren Veranstaltungen. 61 % der (deutschen) Bleisure-Reisenden verbringen auch ihren privaten Aufenthalt direkt am Ort des Geschäftsreiseziels, weitere 36 % in dessen näherer Umgebung. Damit kann – die Betonung liegt auf „kann“ – die Geschäftsreise zum Ausgangspunkt für zusätzliche touristische Wertschöpfung und einen späteren privaten Besuch werden.

Für Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, bestehen darin enorme Chancen für Tagungs- und Kongressdestinationen in Deutschland: „Für alle Stakeholder im Ökosystem von Business Events liegt hier relevantes Potenzial, das es zu heben gilt. Geschäftsreisende unterscheiden nicht zwischen den Zuständigkeiten einzelner Anbieter, sondern erleben die Destination als Ganzes. Entscheidend ist deshalb, bestehende Angebote entlang der gesamten Reise besser miteinander zu verknüpfen und zum richtigen Zeitpunkt sichtbar zu machen.“

Elf Handlungsfelder für Blended Travel. Eine zentrale Grundlage des Whitepapers sind die Ergebnisse des ersten Blended Travel Summits im Juli 2026 in Frankfurt/M.. Dort diskutierten rund 70 Fachleute aus Unternehmen, Tourismus, Mobilität, Wissenschaft und Technologie, welche Voraussetzungen für die weitere Entwicklung von Blended Travel notwendig sind. Daraus wurden elf Handlungsfelder in drei Bereichen abgeleitet.

In den kommenden Monaten sollen weitere Studien folgen, u.a. zum Reiseverhalten internationaler Geschäftsreisender aus wichtigen Quellmärkten nach Deutschland. Zudem sind praxisnahe Hilfestellungen für Unternehmen und weitere Webinare vorgesehen. Alle Informationen und das Whitepaper stehen gebündelt unter www.blended-travel-hub.de zur Verfügung.Über die Initiative blend_it! Mit der gemeinsamen Initiative blend_it! verfolgen VDR und GCB das Ziel, modernes Reisen und Arbeiten aktiv mitzugestalten. Statt Entwicklungen lediglich zu beobachten, bringt die Initiative Unternehmen, Destinationen, Hotellerie, Wissenschaft und Technologieanbieter zusammen, schafft belastbare Daten und entwickelt konkrete Lösungen für die Praxis. Der Blended Travel Hub ist die zentrale Plattform der Initiative. Info: www.blended-travel-hub.de Quelle: GCB / VDR / CM

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