American Express baut weltweit etwa 5 % seiner Stellen ab. Die Umstrukturierung wird teilweise durch den Verkauf der Unternehmensbeteiligung an „American Express Global Business Travel“ (Amex GBT) finanziert. Laut einem Bericht von Bloomberg entspricht der Stellenabbau dem Wegfall von rund 3.500 Arbeitsplätzen.
Stephen Squeri, Chairman und CEO von American Express, erklärte in der Konferenz, der Stellenabbau diene dazu, das Unternehmen „agiler und effizienter“ aufzustellen. Im dritten Quartal verbuchte American Express Umstrukturierungskosten in Höhe von 336 Mio. US-Dollar; laut Squeri sind diese durch den Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung an Amex GBT gedeckt. Dieser Verkauf war Teil der Veräußerung von Amex GBT an Long Lake Management, die Ende letzten Monats abgeschlossen wurde (wir berichteten).
Unterdessen zeigten die Kundenausgaben über das Amex-Netzwerk im dritten Quartal ein Bild, das „dem des vergangenen Jahres sehr ähnlich“ war, so Christophe Le Caillec, CFO von American Express. Er verwies auf ein „starkes und beständiges Wachstum der Ausgaben, insbesondere in den Bereichen Reise und Unterhaltung (T&E)“. Bei den gewerblichen Kunden in den USA stiegen die Ausgaben für Geschäftsreisen und Bewirtung (T&E) im Jahresvergleich um 7 %, während die Ausgaben für Waren und Dienstleistungen nur um 2 % zunahmen. Obwohl dieser Wert unter dem Gesamtanstieg der Ausgaben gewerblicher Kunden in den USA von 5 % im zweiten Quartal liegt, erklärte Le Caillec, dass dies teilweise auf die Beendigung der Partnerschaft von Amex mit Amazon für das Co-Branding-Portfolio für kleine Unternehmen zurückzuführen sei. Dieses Portfolio wurde im Laufe des Quartals auf die U.S. Bank übertragen und läuft nun über die Mastercard-Plattform.
Amex hat sein eigenes Angebot für Geschäftskunden in diesem Jahr deutlich ausgebaut – u.a. durch die Einführung der „Graphite“-Karte für kleine und mittelständische Unternehmen, die Anfang des Jahres auf den Markt kam. „In Zukunft werden wir weitere Funktionen in diese Plattform integrieren, die mittelständische und größere Unternehmen bei ihrer Arbeit unterstützen. Zudem werden wir all diese Produkte und Dienstleistungen auch für unseren bestehenden Kundenstamm zugänglich machen“, so – Stephen Squeri.
Bei den internationalen Kunden – sowohl Privat- als auch Geschäftskunden – stiegen die Ausgaben für Waren, Dienstleistungen sowie T&E im dritten Quartal um 11 % gegenüber dem Vorjahr (bereinigt um Währungseffekte). Auch bei den internationalen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Großkonzernen nahmen die Ausgaben – zusammengefasst aus T&E sowie Waren und Dienstleistungen – im dritten Quartal um 11 % gegenüber dem Vorjahr zu. Squeri merkte an, dass dies das 22. Quartal in Folge mit einer zweistelligen Wachstumsrate im internationalen Geschäft von Amex darstellt.
Amex meldet zudem, dass die Ausgaben für Geschäftsreisen (T&E – Travel & Entertainment) im Quartalsverlauf insgesamt gestiegen sind: Die Ausgaben für Flugreisen nahmen im Jahresvergleich um 13 % zu, die Ausgaben für Unterkünfte um 6 %. Die Ausgaben für Restaurantbesuche lagen im dritten Quartal 9 % über dem Vorjahreswert.
Während der Telefonkonferenz zu den Geschäftsergebnissen sprach Squeri ausführlich über die KI-Strategie von Amex. Diese umfasst u.a. eine stärkere Personalisierung und Differenzierung der Wertversprechen, eine intensivere Kundeninteraktion, den Übergang zu sicheren, autonom agierenden Zahlungsprozessen sowie Verbesserungen im Kundenservice.
Ende September führte Amex ein neues Firmenkartenprodukt ein, das eine Software zur Ausgabenverwaltung (Expense Management) enthält – basierend auf der Übernahme des Unternehmens Center. Im Rahmen dieses Angebots bereitet Amex zudem den Einsatz von KI-Agenten für das Ausgabenmanagement vor.
Laut Squeri soll dies das Wachstum von Amex im Segment der mittelständischen Unternehmen fördern – einem Bereich, in dem das Unternehmen bisher „nicht so gewachsen ist, wie wir es uns wünschen“, zumal dort der Wettbewerb durch Fintech-Anbieter wie Brex und Ramp zunimmt. „Was wir in diesem Segment erschlossen haben, sind Automatisierung und Ausgabenmanagement – und natürlich die Integration von KI-Agenten“, erklärte er. „In Zukunft werden wir die Plattform um weitere Agenten erweitern, die mittlere und größere Unternehmen bei ihrer Arbeit unterstützen. Zudem werden wir diese Produkte und Dienstleistungen auch für unseren bestehenden Kundenstamm zugänglich machen.“
Amex meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 3,7 Mrd. US-Dollar – ein Anstieg um 28 % gegenüber den 2,9 Mrd. US-Dollar, die im dritten Quartal des Vorjahres verzeichnet worden waren. Quelle: AMEX / CM