Fluggepäck wird beschädigt, was tun?

Bei Flugreisen kommt es immer wieder zu Gepäckproblemen. Welche Rechte Passagiere haben und wann sie Anspruch auf Entschädigung nach der gesetzlichen Grundlage, dem Montrealer Übereinkommen geltend machen können. 

Wichtig zu wissen: Das Übereinkommen sieht eine Haftungshöchstgrenze vor. Diese wurde am 28. Dezember 2024 erneut angehoben. Seitdem haften Fluggesellschaften für Zerstörung, Verlust, Beschädigung oder Verspätung von Reisegepäck bis zu 1.519 Sonderziehungsrechten (SZR) pro Person das entspricht ca. 1.900 Euro  Dabei gilt: Ersetzt wird nur, was beschädigt oder verloren gegangen ist. Sind zur Überbrückung Ersatzeinkäufe nötig, sind auch diese zu erstatten. Die Praxis zeigt jedoch, dass die tatsächlich ausgezahlten Beträge oft unter den geltend gemachten Forderungen liegen. Hinzu kommt, dass der Fluggast den Schaden nachweisen muss, was oft nur unzureichend gelingt. 

Wenn man bei Ankunft feststellt, dass das Gepäck beschädigt oder gar nicht da ist, muss man den Schaden sofort, d. h. noch am Flughafen, am Gepäckschalter der Airline melden. Dafür gibt es den sogenannte Property Irregularity Report (PIR). Das ist deshalb wichtig, weil man nur damit nachweisen kann, dass die Airline für das Gepäckproblem verantwortlich ist. Zusätzlich zum PIR muss man seine Airline noch einmal schriftlich kontaktieren und zum Ersatz des Schadens auffordern, wenn man seine Rechte wahren will. Bei beschädigtem Gepäck hat man bis zu 7 Tagen Zeit, um von der Airline Ersatz für den Schaden zu verlangen. Die Höhe der Zahlung richtet sich nach dem aktuellen Wert des Gepäcks und nicht nach dem Einkaufspreis oder den Kosten für einen Ersatzkauf, falls  man sich einen neuen Koffer kaufen möchten oder dies schon getan hat. 

Veredelter Hartschalenkoffer. Foto: Reddit

Wichtig: Die Bordkarte aufbewahren (ob Papier oder digital) , den Gepäckabschnitt (Etikett) und den Kofferaufkleber unbedingt aufheben. Und Fotos vom beschädigten Koffer und dem Schaden machen. 

Entdeckt man den Defekt erst beim Auspacken zu Hause, muss man den Schaden sofort (und vor Ablauf der 7-Tages-Frist) über das Online-Formular der Airline oder per E-Mail melden. Dazu auch die oben genannten Unterlagen beifügen. 

Was man als Flugreisender akzeptieren muss: Oberflächliche Kratzer, Schürfstellen und Abrieb, Kleine Schrammen, Leichte Verschmutzungen, Aufkleberückstände, Geringfügige optische Gwebrauchsspuren.

Was für einen ersstzfähigen Schaden spricht: Abgerissene Griffe, Defekte Kofferrolen, Beschädigte Teleskopstangen, Kaputte Schlösser, Risse in der Kofferschale, Löcjer oder Brüche, Verformungen (heftige Dellen) in der Kofferschale

Fluggesellschaften bewerten übrigens Dellen und Verformungen bei Hartschalenkoffern von Fall zu Fall. Und wenn, dann erstatten sie i.d.R. nur den Zeitwert des Koffers, nicht den Neupreis. Wenn möglich, Kaufbelege bereithalten, falls vorhanden. Ablehnungen sollte man grundsätzlich widersprechen. Quelle: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland / CM

Lufthansas Social-Media-Team stellte unzufriedenen Passagier auf der Plattform X öffentlich bloß

Das Social-Media-Team der Lufthansa stellte einen unzufriedenen Passagier auf X öffentlich an den Pranger – inmitten eines Streits um eine missglückte Rückerstattung. Nachdem man offenbar mit Nachrichten desselben Passagiers überhäuft worden war, platzte einem der Kundendienstmitarbeiter von Lufthansa öffentlich der Kragen.

Irgendwie wurde der X-Algorithmus auf den hitzigen Schlagabtausch zwischen Lufthansa und dem Passagier aufmerksam, und schon bald wurde der Beitrag immer mehr Nutzern angezeigt. Unabhängig davon, wer im Recht ist, sind manche der Meinung, Lufthansa hätte professioneller reagieren sollen.

Im selben Zeitraum wurde der Beitrag von Lufthansa von mehr als 1,5 Millionen X-Nutzern gesehen und erhielt 1.700 „Likes“ – im Gegensatz zu lediglich 166 „Likes“ für die Beiträge des Passagiers. Dies deutet darauf hin, dass viele Menschen die harte Haltung der Fluggesellschaft unterstützen. Mutmaßlich korrespondierte der unzufriedene Passagier – auf X unter dem Namen „Baku Man“ unterwegs – bereits seit Monaten, mit Lufthansa.

In dieser Zeit muss Lufthansa wohl eine Entschädigungszahlung für den Passagier bewilligt aber vermutlich nicht ausgezahlt haben. Denn „Baku Man“ behauptet, die Fluggesellschaft habe das Geld nicht auf sein Bankkonto überwiesen. Es folgte ein Hin und Her von Nachrichten zwischen den beiden Parteien, bis es schließlich so weit kam, dass der Passagier behauptete, Lufthansa habe seine Nachrichten schlichtweg ignoriert. Daraufhin beschloss der Passagier, sich über einen öffentlichen Beitrag auf X an Lufthansa zu wenden und die Fluggesellschaft darin zu markieren. 

Die Airline antwortete: „Wir haben Ihnen bereits mehrfach per DM (Direktnachricht) auf verschiedenen Social-Media-Plattformen geantwortet. Die Antwort wird sich nicht auf magische Weise ändern, nur weil Sie dieselbe Frage jetzt auf X stellen.“ Der Passagier ließ nicht locker und erwiderte: „Ich brauche keine magische Antwort – ich brauche das Geld von Lufthansa, dessen Auszahlung Sie bereits bewilligt haben. Ihre Antworten per DM haben sich nicht geändert, weil Sie sich weigern, das Problem zu lösen. Hören Sie auf, sich in den sozialen Medien mit mir zu streiten, und weisen Sie den Kundenservice an, die Auszahlung endlich zu bearbeiten!“ Und dann: Stille.

Fast ein ganzer Tag verging, ohne dass Lufthansa auf die Nachricht reagierte; doch während die Airline den „Baku Man“ ignorierte, verbreitete der X-Algorithmus den Beitrag von Lufthansa an immer mehr Nutzer. Schließlich erkannte Lufthansa, dass der Beitrag viral gegangen war und eine Reaktion womöglich doch angebracht wäre. Am Mittwochnachmittag, 23. September 2026, antwortete die Fluggesellschaft: „Wir entschuldigen uns aufrichtig für unsere letzte Antwort an Sie – so gehen wir nicht mit unseren Passagieren um. Wir verstehen Ihren Frust in dieser Angelegenheit und tun alles, um den Prozess zu beschleunigen. Wir werden uns so schnell wie möglich bei Ihnen melden.“

Damit bestätigte Lufthansa indirekt nicht nur, dass ihre vorangegangene Nachricht unangemessen war, sondern auch, dass der Passagier die ganze Zeit im Recht gewesen war.  Quelle: X / CM

Jetzt schon an den Wechsel auf Winterreifen denken

Eis, Schnee und glatte Fahrbahnen erhöhen in den kommenden Monaten das Unfallrisiko. Winterreifen leisten bei niedrigen Temperaturen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit, da ihre spezielle Gummimischung und das optimierte Profil für besseren Halt sorgen. Wer noch mit Sommerreifen fährt, sollte den Wechsel daher zeitnah einplanen.

Zwar existiert in Deutschland keine allgemeine Winterreifenpflicht, jedoch gilt nach § 2 Abs. 3a StVO die situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch sowie Eis- oder Reifglätte dürfen Fahrzeuge nur mit geeigneter Winterbereifung unterwegs sein. Verstöße werden mit einem Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie einem Punkt in Flensburg geahndet. 

Auch wenn das Wetter aktuell noch keinen plötzlichen Wintereinbruch erahnen lässt, kann sich Planung beim Reifenwechsel auszahlen. Denn bereits ab Temperaturen unter 7 ° C spielen Winterreifen die Vorteile ihrer Gummimischung aus und sorgen auf kalten und nassen Fahrbahnen für mehr Grip und etwas mehr Sicherheit.

Wer mit dem Reifenwechsel zu lange wartet, muss sich auf längere Wartezeiten einstellen. Werkstätten und Reifenhändler verzeichnen bei sinkenden Temperaturen und spätestens ab Anfang Oktober eine hohe Nachfrage, wodurch freie Termine teilweise erst nach mehreren Wochen Wartezeit verfügbar sind. 

Vor der Montage sollten Reifen und Felgen sorgfältig auf Schäden kontrolliert werden. Zusätzlich muss die Profiltiefe überprüft werden. Gesetzlich ist eine Mindesttiefe von 1,6 mn vorgeschrieben, aber aus Sicherheitsgründen wird eine Mindestprofiltiefe von 4 mm empfohlen. Auch das Reifenalter spielt eine wichtige Rolle. Nach etwa sechs Jahren kann die Gummimischung so stark verhärten, dass die Haftung bei niedrigen Temperaturen spürbar nachlässt.

Sind die Pneus beschädigt oder zu alt, hilft nur ein Kauf von neuen Reifen. Auch hier sollten Verbraucher nicht nur auf den Preis achten, denn zwischen den Produkten der einzelnen Hersteller gibt es teils große Unterschiede.  Quelle: ADAC / CM

Ryanair ist jetzt Mitglied des BTW

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) begrüßt den irischen Billigflieger Ryanair als neues Mitglied. Damit gewinnt der Dachverband eine weitere Stimme für Mobilität, Konnektivität und einen wettbewerbsfähigen Tourismus- und Luftverkehrsstandort Deutschland.

BTW-Generalsekretär Sven Liebert: „Wir freuen uns sehr, Ryanair im BTW willkommen zu heißen. Die Fluggesellschaft verbindet Millionen Reisende mit Zielen in ganz Europa und darüber hinaus. Mit Ryanair, der Lufthansa Group und Condor vereinen wir nun drei bedeutende Akteure des Luftverkehrs mit unterschiedlichsten Geschäftsmodellen unter dem Dach des BTW. Dies stärkt unsere Stimme in den wichtigen Debatten um die Zukunft des Luftverkehrs und des Tourismusstandorts Deutschland nachhaltig. Deutschland brauche ein klares Bekenntnis zu einem starken Luftverkehrsstandort. Flugverbindungen seien eine zentrale Voraussetzung für Tourismus, Geschäftsreise und wirtschaftliches Wachstum. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern wolle sich der BTW für faire Wettbewerbsbedingungen und eine Politik einsetzen, die Mobilität ermöglicht, anstatt sie durch immer höhere Belastungen zu erschweren.

Marcel Pouchain Meyer, Ryanair Head of Communications DACH: „Ryanair freut sich, dem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft beizutreten und unser Engagement in der deutschen Tourismuswirtschaft zu stärken. Deutschland sollte einer der wettbewerbsfähigsten Luftverkehrs- und Tourismusmärkte Europas sein, doch exorbitant hohe Steuern, Flughafenentgelte und andere Zugangskosten bremsen das Land weiterhin komplett aus. Die Senkung dieser Kosten und die Förderung von mehr Wettbewerb würden dazu beitragen, die Konnektivität wiederherzustellen, den Tourismus zu stärken und den Verbrauchern endlich niedrigere Flugpreise und mehr Auswahl zu bieten.“
 
Ryanair Holdings plc ist die Muttergesellschaft von Buzz, Lauda, Malta Air, Ryanair und Ryanair UK. Mit jährlich rund 216 Mio. Passagieren auf etwa 3.800 täglichen Flügen von 95 Standorten aus verbindet die Gruppe über 220 Flughäfen in 35 Ländern mit einer Flotte von fast 650 Flugzeugen. 300 neue Boeing 737 sind bereits bestellt, wodurch die Ryanair-Gruppe ihr Passagieraufkommen bis zum Geschäftsjahr 2034 auf 300 Mio. pro Jahr steigern kann.. Quelle: BTW / CM

Modernisierung des belgischen Schienennetzes

Siemens Mobility und Infrabel, der nationale Betreiber der belgischen Eisenbahninfrastruktur, haben einen langfristigen Rahmenvertrag zur Modernisierung und Instandhaltung der OCS-Umgebung (Operational Control System) des Landes unterzeichnet. Hierbei handelt es sich um die digitalen Systeme zur Steuerung des Schienenverkehrs in ganz Belgien.

Über die nächsten elf Jahre wird die kontinuierliche Weiterentwicklung der Signaltechnik-Software und -Hardware für eines der dichtesten Schienennetze Europas vorangetrieben. Diese digitale Transformation wird die Resilienz und Sicherheit des Netzes erheblich steigern und so einen zuverlässigeren und effizienteren Bahnbetrieb für Fahrgäste und Güterverkehr gewährleisten, während gleichzeitig die Betriebszentralen zukunftssicher aufgestellt werden. Der Rahmenvertrag hat ein Gesamtauftragsvolumen von rund 215 Mio. Euro.
 
„Mit diesem neuen Rahmenvertrag bauen wir unsere Zusammenarbeit weiter aus und modernisieren gemeinsam das digitale Fundament der belgischen Betriebszentralen. Unsere digitalen Lösungen stehen für höchste Systemverfügbarkeit von bis zu 100 % und bieten offene Schnittstellen nach den neuesten Standards“, sagteMichael Peter, CEO von Siemens Mobility. 

Dieser Vertrag ist eine Investition in die Zukunft unserer Eisenbahn, aber auch in das industrielle und wirtschaftliche Ökosystem Belgiens. Durch die Partnerschaft mit Siemens stärken wir nicht nur die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit unseres Netzes; wir unterstützen auch die wirtschaftliche Aktivität und Arbeitsplätze in Belgien und tragen gleichzeitig zum Aufbau lokaler Expertise in einem hochstrategischen Sektor bei. So schaffen Investitionen in die Schieneninfrastruktur einen Wert, der weit über die Gleise selbst hinausgeht“, sagte Benoit Gilson, CEO von Infrabel.
 
Eine zentrale Säule der Modernisierung ist der konsequente Fokus auf Cybersecurity. Dazu gehören ein eigener Sicherheitsbeauftragter sowie die konsequente Einhaltung der sich kontinuierlich weiterentwickelnden bahnspezifischen Cybersicherheitsstandards, darunter IEC 62443 und die ISO-27001-Zertifizierung, der international anerkannte Standard für Informationssicherheitsmanagement. So wird sichergestellt, dass die Schieneninfrastruktur vor Cyber-Bedrohungen geschützt ist.
 
Die modernisierte OCS-Umgebung verfügt über eine intuitive Benutzeroberfläche, die zukunftssicher gestaltet ist und die Arbeit in den Betriebszentralen erleichtert und effizienter macht. Gleichzeitig ermöglicht sie die kontinuierliche Weiterentwicklung von Signaltechnik-Software und der operativen Hardware. Die Signaltechnik-Architektur der nächsten Generation erhöht zudem die digitale Resilienz.
 
Die neue OCS-Umgebung unterstützt das Management eines der am intensivsten genutzten Schienennetze Europas, auf dem täglich Tausende von Personen- und Güterzügen verkehren. Eine zuverlässige und sichere Betriebssteuerung ist unerlässlich, um die Pünktlichkeit aufrechtzuerhalten sowie die Kapazität und Netzresilienz im gesamten belgischen Schienensystem weiter zu erhöhen. Quelle: Siemens Mobility / CM

Turkish Airlines: Großbestellung bei Boeing

Turkish Airlines erwarb 100 Flugzeuge des Typs 737-8 und sicherte sich Optionen für weitere 50 737-MAX-Jets; dies stellt die bislang größte Bestellung von Boeing-Flugzeugen mit Schmalrumpf (Single-Aisle) für die Airline dar. Die Vereinbarung beinhaltet Umwandlungsoptionen für die 737-10 – die größte Variante der 737-MAX-Familie –, sodass Turkish Airlines der wachsenden Nachfrage gerecht werden und mehr Passagiere auf einer größeren Anzahl von Routen befördern kann. Die Vereinbarung über die 737-MAX-Bestellung wurde im Beisein vodes türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan unterzeichnet.

„Diese Vereinbarung markiert einen weiteren bedeutenden Schritt beim kontinuierlichen Ausbau unserer Flotte. Die neuen Boeing 737 MAX-Flugzeuge werden unseren Flugbetrieb effizienter und flexibler gestalten und das umfangreiche Streckennetz unterstützen, das wir von unserem Drehkreuz in Istanbul aus bedienen“, sagte Prof. Murat Şeker, Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Exekutivausschusses von Turkish Airlines. „Wir freuen uns, unsere langjährige Zusammenarbeit mit Boeing durch eine Vereinbarung zu vertiefen, die zugleich das Luftfahrt-Ökosystem der Türkei stärkt.“

Turkish Airlines (einschließlich AJet) betreibt eine Flotte von mehr als 200 Boeing-Flugzeugen, darunter die Modelle 737 MAX, 787 Dreamliner, 777, 737 Next-Generation und 777 Freighter. Durch die Erweiterung der Flotte um weitere Jets des Typs 737-8 nutzt die Fluggesellschaft die Reichweite, die Flexibilität bei der Nutzlast und die Treibstoffeffizienz dieses Flugzeugtyps, um stark nachgefragte Inlands- und internationale Strecken zu bedienen.

„Dieser Auftrag spiegelt das Vertrauen und die gemeinsame Vision wider, die unsere langjährige Partnerschaft mit Turkish Airlines prägen“, sagte Stephanie Pope, Präsidentin und CEO von Boeing Commercial Airplanes. „Wir sind stolz darauf, das türkische Luftfahrt-Ökosystem und Turkish Airlines weiterhin bei der Erweiterung ihres Netzwerks mit Drehkreuz in Istanbul zu unterstützen, wodurch weltweit mehr Menschen und Ziele miteinander verbunden werden.“

Die 737-MAX-Familie senkt den Treibstoffverbrauch und die Emissionen im Vergleich zu den Vorgängermodellen um 20 %. Dies ermöglicht niedrigere Betriebskosten und unterstützt die Wachstumsstrategie der Fluggesellschaft, der steigenden Reisenachfrage gerecht zu werden.

Der Kauf der 737 MAX durch Turkish Airlines knüpft an die Bestellung von bis zu 75 Einheiten des 787 Dreamliners an und ist Teil der Investitionen der global agierenden Fluggesellschaft in den Ausbau von Flotte und Streckennetz. Die Vereinbarung umfasst zudem eine industrielle Beteiligung, im Rahmen derer Boeing sein Engagement für das türkische Luftfahrt-Ökosystem und dessen Förderung fortsetzt.

Turkish Airlines, Mitglied der Star Alliance, wurde 1933 mit einer Flotte von fünf Flugzeugen gegründet. Heute umfasst die Flotte 567 Flugzeuge (Passagier- und Frachtmaschinen), die 358 Ziele weltweit anfliegen – darunter 305 internationale und 53 inländische Destinationen in 133 Ländern. Quelle: Boeing / CM

Air Baltic insolvent, Ryanair wittert ihre Chance

Die Airline will sich unter gerichtlicher Aufsicht finanziell neu aufstellen. Für Passagiere soll es bei der Airline, die auch für andere Gesellschaften fliegt, keine Änderungen geben. Im August 2026 hatte Air Baltic eine drastische Anpassung des Business-Plans angekündigt. Dies führt zu einer starken Verkleinerung der Flotte bis Ende Jahr Inzwischen hat die Airline ein Gläubigerschutzverfahren eingeleitet. Die Entwicklung vor Augen sieht Ryanair Potenzial, um ihr eigenes Streckennetz zu erweitern

Die lettische Fluggesellschaft und Lufthansa-Beteiligung (10 %) Air Baltic hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts bei einem Gericht in New York beantragt. Dieses Verfahren ermöglicht Unternehmen eine Neuordnung ihrer Finanzen unter gerichtlicher Aufsicht, während der Geschäftsbetrieb fortgesetzt wird. Zur Sicherung der Liquidität während des Verfahrens hat sich das Luftfahrtunternehmen eine neue Finanzierung von 350 Mio.  Euro u.a. von Barclays und Morgan Stanley gesichert. Die Zinsen liegen laut Air-Baltic-Mitteilung bei gut 12 %. „Die zentrale Priorität ist, weiterzufliegen und die Anbindung Lettlands aufrechtzuerhalten, wird Aufsichtsratsvorsitzende rAndrejs Martinovs zitiert. Und Firmenchef  Erno Hildén betonte, für die Passagiere laufe der Betrieb normal weiter. Air Baltic rechnet damit, das Verfahren bis etwa Juni 2027 abzuschließen. Nach wie vor entscheidend wichtig bleibt das Leasinggeschäft: Mittels des „Wet Lease“ vermietet die Airline Flugzeuge samt Personal an andere Gesellschaften, die damit etwa Nachfragespitzen abdecken können.

Air Baltic versucht nach der Insolvenz den Neustart, Konkurrent Ryanair wittert ihre Chance und baut Ihr Streckennetz mit den Baltischen Staaten kräftig aus. Foto: Aerobuzz.

In dieser mehr oder weniger prekären Situation der lettischen Fluglinie sieht Ryanair Potenzial, um ihr eigenes Streckennetz zu erweitern. Der Winterflugplan 2026 von Ryanair beinhaltet zwei stationäre Flugzeuge in Riga, 16 Strecken und ein Wachstum von 6 % in Lettland. Wegen steigender Zugangskosten will die Airline die Kapazität in Estland und Litauen temporär senken. Die Iren sehen künftig 16 stationäre Flugzeuge in den baltischen Staaten vor, sowie 11 Mio. jährliche Sitzplätze. Ryanair meldet, sie will rund 1,6 Mrd. US-Dollar investieren, um ihren Verkehr in den baltischen Staaten bis 2031 zu verdoppeln. Quelle: Air Baltic / Ryanair / CM

Steuern wurden gesenkt, Restaurantbesuche aber wurden oft sogar noch teurer

Von der zu Beginn des Jahres gesenkten Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen merken Gäste einer neuen Untersuchung zufolge kaum etwas. „Die Studie liefert keine Hinweise darauf, dass die Mehrwertsteuersenkung in nennenswertem Umfang an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde“, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Im Gegenteil: Im Durchschnitt erhöhten sich die Preise sogar um 0,5 %. 

Die Gastronomiebranche litt in den vergangenen Jahren stark unter den Folgen der Pandemie und veränderten Konsumgewohnheiten. Anders als vielfach zugesagt dient die Steuersenkung nicht der Senkung der inzwischen exorbitant teuren Restaurantbesuche; sondern sie dient den Gastronomen primär dazu, dringend notwendige Rücklagen zu bilden und Investitionen zu tätigen, die zuvor aufgeschoben wurden. 

Das Beratungsunternehmen wmp consult hatte im Auftrag der NGG die Preise von 180.000 Gerichten in bundesweit mehr als 12.000 Restaurants ausgewertet. Die Erhebung erfolgte demnach im Oktober 2025 – also vor der Absenkung – sowie im Februar und im März dieses Jahres.

Die Geschäftsführerin des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga), Jana Schimke, hielt jedoch dagegen, dass drei Viertel (73,4 %) der Betriebe ihre Preise durch die Absenkung der Mehrwertsteuer trotz massiv gestiegener Kosten stabil halten konnten.

Die Steuer war zum Jahreswechsel von 19 auf 7 % gesenkt worden. Die schwarzrote Bundesregierung hatte die Steuererleichterung mit dem Ziel auf den Weg gebracht, die krisengebeutelte Gastronomiebranche strukturell zu stärken. Eine direkte, flächendeckende Entlastung für die Geldbörsen der Gäste stand dabei wirtschaftspolitisch im Hintergrund, da den gastronomischen Betrieben der Verbleib der Marge zugestanden werden sollte, um Insolvenzen zu verhindern. 

Preise blieben i.d.R. sehr hoch. Bei neun von zehn untersuchten Gerichten blieben die Preise demnach unverändert. Bei 8 % seien die Preise sogar angestiegen und nur bei 1 % gesunken. Eine größer angelegte Auswertung von Gerichten durch den Datenspezialisten Meoton hatte bereits im März ergeben, dass Vergünstigungen nur in sehr geringem Umfang festgestellt werden konnten.

„Die Bundesregierung wollte mit der Mehrwertsteuersenkung auch die Gäste entlasten“, teilte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler mit. „Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbrauchern angekommen.“ Die Verbraucherorganisation Foodwatch findet drastischere Worte: Gastro-Betriebe und Fastfood-Konzerne wie McDonald’s bekämen Steuergeschenke – während Verbraucher unter hohen Preisen ächzen würden. „Anders als versprochen wird die Steuersenkung eben nicht an die Verbraucher weitergegeben“, sagte Pressesprecher Andreas Winkler.

Trotz Senkung der MwSt. von 19 auf 7 % haben sogar nahezu alle gastronomischen Betriebe ihre Preise nicht gesenkt, sondern vielfach sogar angehoben. Foto X

Dehoga-Geschäftsführerin Schimke: „.Viele Gastronomen hatten bereits vor der Mehrwertsteuersenkung angekündigt, diese vor allem dazu zu nutzen, die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für die Betriebe auszugleichen. „Jeder Betrieb reagierte unterschiedlich auf die Gesetzesänderung. Manche haben Preissenkungen vornehmen können, andere haben die Löhne angehoben, wieder andere haben neue Mitarbeiter eingestellt, modernisiert und ihr Angebot weiter verbessert“, erklärte 

Angelika Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern, weist die Darstellung der NGG als verkürzt zurück. „Die Mehrwertsteuersenkung ist ausdrücklich kein staatliches Preissenkungsprogramm“, erklärt  Inselkammer. „Sie soll die Gastronomie wirtschaftlich stärken und die Benachteiligung gegenüber Lieferdiensten und dem Außer-Haus-Geschäft beenden. Genau das leistet sie: Die 7 %  sichern Betriebe, stabilisieren Preise und erhalten Arbeitsplätze. 

Eine Umfrage bei fast 700 gastgewerblichen Betrieben in Bayern zeige ein „klares Bild“: Über 90 % bewerten die Regelung als existenzsichernd oder sehr wichtig. 74,9 %  konnten dadurch ihre Preise stabil halten, 78,3 %  gestiegene Personal- und Lohnkosten auffangen und 52,9  %  bestehende Arbeitsplätze sichern. Ohne die Entlastung wären deutlich stärkere Preissteigerungen unvermeidbar gewesen, behauptet die Dehoga Bayern.  Dass auch die Gäste von der Steuersenkung profitieren sollten, davon war nie die Rede, heißt es beim Dehoga. 

Viele Beschäftigte an der Belastungsgrenze. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die rund 2 Millionen Beschäftigten der Branche wurden die Einsparungen aus NGG-Sicht nicht genutzt. Eine Befragung von Mitarbeitenden ergab der Gewerkschaft zufolge, dass viele von ihnen stark überlastet seien. „Drei Viertel der Beschäftigten können sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen. 79 % berichten von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erschweren“, teilte die NGG mit. Befragt worden waren zwischen Juni und Juli 2026 mehr als 2.100 Beschäftigte aus Hotellerie sowie System- und Betriebsgastronomie. 

Unternehmen sind gesetzlich nicht verpflichtet, veränderte Steuersätze eins zu eins an Endverbraucher weiterzugeben. Wie Datenerhebungen (z. B. des Datenspezialisten Meoton) zeigen, sank der Preisindex für Speisen nach der Umstellung nur minimal (beispielsweise auf 99,6 von zuvor 100 Punkten. Quelle: NGG / Dehoga / foodservice / CM

Condor erweitert City-Netzwerk ab Frankfurt 

Condor erweitert ihr europäisches City-Netzwerk ab Frankfurt und nimmt mit Stockholm/Arlanda (ARN), Athen (ATH) und Florenz (FLR) drei weitere attraktive Destinationen in den Flugplan auf. 

Mit der Netzerweiterung wächst das City-Angebot der Airline auf insgesamt 16 europäische Metropolen. Gleichzeitig stärkt Condor den Frankfurt Airport (FRA) als internationales Drehkreuz und schafft zusätzliche Möglichkeiten für komfortable Umsteigeverbindungen zwischen Europa und Nordamerika, der Karibik, Afrika und weiteren Langstreckenzielen. 

Condor erweitert ihr Citynetzwerk ab Frankfurt. Foto: Condor

Den Auftakt macht Athen: Ab 28. April 2027 verbindet Condor Frankfurt während der Sommersaison einmal täglich mit der griechischen Hauptstadt. Die ist freilich in den Sommermonaten kein erstrebenswertes Ziel aufgrund der meist enormen Hitzegrade. 

Ab 06. Mai 2027 erweitert Florenz das Streckennetz. Die Hauptstadt der Toskana wird während der Sommersaison zweimal täglich angeflogen und schafft zusätzliche Reisemöglichkeiten sowohl für Geschäfts- als auch für Urlaubsreisende. 

Mit Stockholm folgt ab 13. Mai 2027 eine weitere bedeutende europäische Metropole. Stockholm/Arlanda wird ganzjährig zweimal täglich bedient und ergänzt den Flugplan um eine attraktive Wirtschafts- und Freizeitdestination in Skandinavien. Quelle: Condor / CM

Weltpremiere für den neuen ÖBB Railjet M von Siemens Mobility

Der Elektrotriebzug, der für den inneralpinen Fernverkehr vorgesehen ist, wurde bei der internationalen Bahnmesse InnoTrans in Berlin vorgestellt. Der Zug bringt mehr Kapazität sowie besonders ausgeprägten Fahrkomfort für die Fahrgäste auf die Schiene, gleichzeitig wird er durch den Einsatz neuartiger Technologien hochverfügbar sein. Basierend auf einer im Sommer 2023 geschlossenen Rahmenvereinbarung haben die ÖBB insgesamt 100 Elektrotriebfahrzeuge auf Basis der Siemens Mireo-Plattform bestellt, darunter 31 Einheiten in der Ausführung „Railjet M“. Die Betriebsaufnahme der Züge ist für 2028 geplant.   
 
Andreas Matthä, CEO ÖBB-Holding AG: „Die Bahn erfreut sich stetig steigender Nachfrage. Deshalb investieren wir konsequent in moderne Fahrzeuge mit zusätzlichen Kapazitäten. Der Railjet M ist ein wichtiger Vertreter in dieser neuen Flotte: Er wurde speziell für die inneralpinen Strecken entwickelt und bietet unseren Fahrgästen mehr Kapazität, mehr Qualität und mehr Komfort. Gemeinsam mit starken Industriepartnern stellen wir so die Weichen für die zukünftige Generation an Zügen in Österreich”.
 
Michael Peter, CEO Siemens Mobility: „Mit dem Railjet M präsentieren wir eine neue Generation von Fernverkehrszügen für Österreich. Der Zug vereint hohe Kapazität, besonderen Reisekomfort und modernste digitale Technologien, die höchste Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg sicherstellen. Gemeinsam mit den ÖBB schaffen wir damit einen Zug, der optimal auf die Anforderungen des inneralpinen Verkehrs zugeschnitten ist und einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und attraktiven Mobilität leistet.“
 
Der Railjet M basiert auf der bewährten Mireo-Plattform von Siemens Mobility und hat eine Länge von ca. 106 Metern. Die Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und sind mit dem modernsten Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Ein besonderer Fokus liegt auf der wirtschaftlichen Effizienz und hohen Verfügbarkeit. Durch eine kontinuierliche Selbstdiagnose des Fahrzeugs können Wartungsbedarfe frühzeitig erkannt und über eine sichere Funkverbindung direkt an die Servicestützpunkte gemeldet werden. Die Leichtbauweise der Mireo-Züge sorgt zudem für einen reduzierten Energieverbrauch und schont die Infrastruktur.
 
Die Fahrzeuge wurden auf Basis der Mireo-Züge als Einzelwagenkonzept weiterentwickelt. Die im Siemens-Kompetenzzentrum für Fahrwerke und Pantographen in Graz (Österreich) entwickelten, gewichts- und bauraumoptimierten Fahrwerke schaffen Platz im Innenraum, der für mehr Fahrgastkomfort genutzt wird. Gleichzeitig steigern sie die betriebliche Zuverlässigkeit sowie wirtschaftliche Effizienz des Zugs auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen des alpinen Zugverkehrs.
 
Der Innenraum des Railjet M bietet Platz für insgesamt 257 Fahrgäste, verteilt auf 27 Plätze in der 1. Klasse, 188 Plätze in der 2. Klasse und 42 Klappsitze. Das Design ist konsequent auf Barrierefreiheit ausgelegt und verfügt über Niederflureinstiege sowie Schiebetritte zur Spaltüberbrückung an den Bahnsteigen. Für Reisende mit viel Gepäck oder Sportgeräten stehen in jedem Bereich großzügige Gepäckregale bereit. Der geräumige Mehrzweckbereich bietet 14 Fahrradstellplätze sowie spezielle Halterungen für bis zu 54 Paar Ski oder Snowboards. Eine Catering-Zone mit Automaten für Snacks und Getränke sowie eine Family-Zone mit Kinderkino und Spielmöglichkeiten ergänzen das Angebot. Für eine stabile Internetverbindung sorgen mobilfunkdurchlässige Fenster und ein leistungsfähiges WLAN-System mit Zugang zum Railnet-Portal. Quelle: Siemens Mobility / CM