USA: Nachfrage nach Geschäftsreisen nimmt zu, aber…

Branchenkennzahlen und Aussagen von Anbietern zeichnen in den letzten Monaten das Bild einer Erholung der US-Geschäftsreisenachfrage in diesem Jahr, nachdem die Reisetätigkeit 2025 größtenteils stagniert hatte. Hohe Preise und geopolitische Unsicherheit haben viele Unternehmen veranlasst, die Nachfrage weiterhin zu dämpfen. So halten sie an einigen Vorabprüfungen fest, beschränken bestimmte Reisearten und schließen bestimmte Reiseziele aus, wie Mobiliätsmanager  berichten.

Anbieter in den USA und Europa meldeten für das erste Quartal 2026 ein unterschiedlich starkes Geschäftsreiseaufkommen, insbesondere in der zweiten Quartalshälfte, das durch Preiserhöhungen infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten offensichtlich nicht allzusehr beeinträchtigt wurde. Zum Ende des zweiten Quartals gab es vonseiten der Anbieter keinerlei Anzeichen für eine Abschwächung. Im Gegenteil: American Express Global Business Travel, das sich offenbar in der Endphase seiner Börsennotierung befindet, meldete in einer am 8. Juni 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Meldung ein Wachstum der Kundentransaktionen von 6 % im Vergleich zum Vorjahresquartal, nach 3 % im ersten Quartal. Der gemeldete Gesamttransaktionswert des Reisemanagementunternehmens stieg im zweiten Quartal währungsbereinigt um 15 % gegenüber dem Vorjahr, verglichen mit 9 % im ersten Quartal. 

Die Diskrepanz zwischen dem Wachstum der Transaktionen und des Gesamttransaktionswerts verdeutlicht die steigenden Reisekosten im Jahr 2026. Gleichzeitig stieg die Anzahl der von Reisebüros (mit mindestens 70 % selbstberichteten Firmen- und Regierungsgeschäften) verkauften und von der Airlines Reporting Corp. abgerechneten Dienstreisen im Februar, März und April gegenüber dem Vorjahr, nachdem sie in 11 von 13 Monaten gesunken war, obwohl die durchschnittlichen Flugpreise ein Vierjahreshoch erreicht hatten.

Starke Entwicklung der Hotellerie. Am beeindruckendsten war wohl die Entwicklung der US-Hotels, die 2026 ihr stärkstes nachhaltiges Wachstum seit zwei Jahren verzeichneten. Nach neun Monaten in Folge mit rückläufigen Werten im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) in den USA in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 gegenüber dem Vorjahresniveau, wie der Immobiliendatenanbieter CoStar, Muttergesellschaft des Hotelanalyseunternehmens STR, mitteilte. Geschäftsreisen waren in den letzten Wochen der Motor für die Leistungssteigerungen der US-Hotels. Der RevPAR von Wochentagen bis Donnerstag, eine Kennzahl, die als Indikator für Geschäftsreisen gilt, machte von Mitte Mai bis Mitte Juni 97 % des gesamten RevPAR-Wachstums aus, wie STR in einer Studie berichtete.

„Die jüngsten Zuwächse bei der Zimmernachfrage deuten auch auf eine anhaltende Erholung der Geschäftsreisen für US-Hotels hin“, so STR. Das Unternehmen merkte an, dass in der Woche bis zum 06. Juni – vor Beginn der FIFA-Weltmeisterschaft in den USA – der RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) an Wochentagen im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 % stieg, am Wochenende jedoch um 1,7 % zurückging.

„Diese zunehmende Divergenz unterstreicht, dass die jüngsten Nachfragesteigerungen primär auf Geschäfts- und Gruppenreisen und weniger auf Freizeitreisen zurückzuführen sind“, so STR. „Dieser Trend wird durch die gestiegene Gruppennachfrage in Luxus- und gehobenen Hotels in der vergangenen Woche gestützt, die auf eine stärkere Konferenzaktivität zurückzuführen ist.“

Der Anstieg der Hotelnachfrage in den USA unter der Woche ist ein wichtiger Beleg für die Erholung des Geschäftsreiseverkehrs, so Ryan Meliker, Präsident und Mitbegründer von Lodging Analytics Research & Consulting (LARC).

„Die Nachfrage nach Kurzzeitbuchungen unter der Woche war im Januar noch schwach. Im Februar erholte sie sich leicht und beschleunigte sich dann im März und April deutlich“, sagte Meliker. „Generell war der Geschäftsreiseverkehr stark und blieb recht hoch, mit einem RevPAR-Anstieg von 4 bis 5 %.“ LARC hatte im vergangenen Jahr in seinen US-Hotelprognosen eine anhaltende Schwäche der Geschäftsreisenachfrage festgestellt, doch laut Meliker hat die Nachfrage bis 2026 die Prognosen übertroffen, und die Hotels reagieren darauf. „Die ersten fünf Monate des Jahres waren deutlich stärker als erwartet, insbesondere im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Meliker. „Die Preise verbessern sich. Die Hotels agieren bei der Preisgestaltung aggressiver.“

Meliker vermutete, dass viele US-Unternehmen, von denen einige seit Anfang 2025 in einer Warteschleife der Reisenachfrage verharren, einfach beschlossen haben, jegliche makroökonomische Unsicherheit als gegeben hinzunehmen und mit den Aktivitäten fortzufahren, die ihr Geschäft zum Wachstum benötigt.

Unternehmen stumpfen in Sachen Trump ab. „Irgendwann im ersten Quartal begannen die Unternehmen angesichts der vielen Unsicherheiten aus Washington, D.C., etwas abzustumpfen – sei es in Bezug auf Zölle, den Krieg mit dem Iran oder die Inflation“, sagte Meliker. „Nach einem Jahr voller Unsicherheit sahen die Unternehmen ihre Aktienkurse auf Rekordhochs, steigende Unternehmensgewinne und Pläne für umfangreiche Investitionen in KI-Infrastruktur und sagten: Wir müssen Umsätze generieren. Und das führt zu einer höheren kurzfristigen Nachfrage von Unternehmen.“

Wird dieser Trend anhalten? Wahrscheinlich zumindest bis zum Sommer, sagte Meliker. „Ich weiß nicht, ob er das ganze Jahr über anhält. Wir würden sagen, bis September und möglicherweise bis in den Oktober hinein“, sagte er. „Ich denke, die Zwischenwahlen Anfang November werden ein weiterer wichtiger Faktor sein. Erfahrungsgemäß beobachten wir im Umfeld von Zwischenwahlen eine leichte Korrektur.“

Aufschwung im Firmenkundengeschäft. Barbara Barnard, CEO von World Travel Inc. (WTI), die am 01. Januar 2026 die Leitung des in Exton (Pennsylvania) ansässigen Reisebüros übernahm, berichtete ebenfalls von einem Aufschwung im Firmenkundengeschäft. „Die Nachfrage ist weiterhin stark“, sagte sie. „Wir verzeichnen sogar eine höhere Nachfrage als im Vorjahr.“ Der überwiegend mittelständische Firmenkundenstamm von WTI sei breit gefächert, erklärte Barnard, und reiche von Pharmaunternehmen über Technologieunternehmen bis hin zu Profisportmannschaften. Sie betonte jedoch, dass der Rückgang im letzten Jahr „nicht flächendeckend“ gewesen sei, wodurch das Reisebüro „die Besonderheiten, die bestimmte Kundengruppen betreffen, etwas besser abfedern konnte“.

Dennoch erklärte sie, dass die Kunden, die ihre Reisen für 2025 reduzierten, dies größtenteils informell taten, ohne strenge Vorgaben des Managements oder formelle Änderungen der Reiserichtlinien. Einige Kunden behalten naturgemäß weiterhin Reisebeschränkungen für den Nahen Osten bei. Insgesamt hätten sich die Reduzierungen jedoch weitgehend abgeschwächt und die Nachfrage sei gestiegen. Sie merkte jedoch an, dass Nachfrage und Reisebeschränkungen nur einen Teil der Aufmerksamkeit heutiger Travel Manager ausmachen. Veränderungen im Vertrieb von Fluggesellschaften und Hotels, Reiseplattformen und die Auswirkungen von KI erforderten ebenfalls Berücksichtigung.

„All diese Dinge sind selbst für erfahrene und anspruchsvolle Einkäufer schwer zu erfassen“, betonte Barnard. „Diese Komplexität ist etwas, worauf wir uns weiterhin konzentrieren.“

Tracie Carillo, Senior Vice President für globalen Vertrieb und Marketing bei TMC Travel Inc. (Duluth, Georgia) erklärte, die Nachfrage von Unternehmen habe sich bisher im Jahr 2026 trotz des Krieges und gestiegener Preise als relativ stabil erwiesen. „In den ersten sechs Monaten des Jahres beobachten wir im Jahresvergleich einen recht einheitlichen Trend: weder einen starken Anstieg noch einen starken Rückgang“, sagte Carillo. „Das liegt vor allem daran, dass Unternehmen erkannt haben, wie wichtig persönliche Kontakte sind und welchen Nutzen sie daraus ziehen. Ihre Buchungszahlen entsprechen daher weitgehend den Erwartungen.“ Eine Ausnahme von diesem Trend gebe es jedoch, so Carillo, und das seien internationale Geschäftsreisen. Diese seien bei einigen Unternehmen aufgrund steigender Flugpreise zurückgegangen. (Laut dem Reisedaten- und Analyseunternehmen OAG stiegen die internationalen Flugpreise im Mai im Jahresvergleich um fast 22 %.)

„Einen leichten Unterschied, den wir beobachten – und das ist zu erwarten –, sehen wir in den weniger gebuchten internationalen Tickets aufgrund der höheren Preise“, so Carillo weiter. Sie merkte an, dass die höheren Preise Inlandsreisen in den USA kaum beeinträchtigt hätten. „Der Nutzen der internationalen Reisen wird indes genauer unter die Lupe genommen: ‚Sind sie wirklich notwendig? Sind sie angemessen? Sind sie das Richtige für unser Unternehmen?‘“

Während Carillo, ähnlich wie Meliker, aufgrund natürlicher Konjunkturzyklen mit einer allgemeinen Nachfrageabschwächung im vierten Quartal rechnete, warnte sie davor, dass der Nahostkonflikt die internationale Nachfrage zusätzlich belasten könnte. „Ich sehe darin deine Unsicherheit“, sagte sie. Andrew Menkes, Gründer und CEO von Partnership Travel Consulting, erklärte hingegen, er sehe die aktuelle Nachfrage nicht wesentlich höher als im Vorjahr und vermutete, dass ein Teil der Nachfrage ins dritte Quartal verschoben worden sei. „Sie ist geringer als im letzten Jahr“, sagte Menkes mit Blick auf die Nachfrage nach Geschäftsreisen und nannte mehrere Gründe: politische Unsicherheit, ein schwächeres Vertrauen in US-Reisen in Europa, die jüngste Hitzewelle in Europa und Unternehmen, die nicht unbedingt notwendige Reisen eher verschieben als komplett absagen. „Reisen, die früher als nicht unbedingt notwendig galten, werden derzeit gar nicht angetreten“, sagte er. „Sie werden bis zum Herbst warten. …

Menkes warnte davor, dass viele Unternehmen, die formelle oder informelle Beschränkungen für insbesondere nicht umsatzgenerierende Geschäftsreisen, einschließlich Konferenzteilnahmen, eingeführt haben, diese 2026 nicht aufheben wollen. Steigende Flugpreise und der Nahostkonflikt könnten sogar noch mehr Unternehmen dazu bewegen, solche Beschränkungen einzuführen. In diesem Zusammenhang prognostizierten 28 % der 261 Reiseeinkäufer, die im April von der Global Business Travel Association befragt wurden, einen Rückgang des Geschäftsreisevolumens ihrer Organisation im Vergleich zum Vorjahr für 2026. Gleichzeitig sagten im April 30 %, dass solche Reisen zunehmen würden, gegenüber 35 Prozent im Januar.

Analyse weiterer Daten. Andere Kennzahlen, die häufig als Indikatoren für Geschäftsreisen gelten, zeichnen ein uneinheitliches Bild. ·  Die prognostizierten US-Bruttoinlandsprodukte für das zweite Quartal deuten auf ein solides Wirtschaftswachstum hin. Die Federal Reserve Bank of New York prognostizierte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein Wachstum von 2,7 % gegenüber dem Vorjahr, die Federal Reserve Bank of Atlanta von 2,5 %. ·   Die Federal Reserve Bank of Chicago schätzte die US-Arbeitslosenquote für Juni auf 4,33 %. Dies entspricht einem leichten Anstieg gegenüber den 4,30 % im Mai und deutet auf einen stabilen Arbeitsmarkt hin. · Laut vorläufigen Daten der US International Trade Administration stieg die Gesamtzahl der internationalen Besucher in die USA, die mit einem Geschäftsvisum oder im Rahmen des Visa Waiver Program einreisten (ohne Kanada und Mexiko), im Mai um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Demgegenüber stand ein Rückgang aller internationalen Besucher in die USA um 6,5 % im Mai (ebenfalls ohne Kanada und Mexiko). Die Zahl der Reisenden, die im Mai mit Geschäftsvisa aus Mexiko in die USA einreisten und dabei nicht auf dem Landweg einreisten, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9 %.

Kanadier meiden die USA. Der Reiseverkehr aus Kanada in die USA bleibt weiterhin gering. Damit setzt sich ein anhaltender Trend fort, wonach immer mehr Kanadier Reisen in ihren südlichen Nachbarn meiden. Laut Statistics Canada, einer kanadischen Bundesbehörde, gingen die Rückflüge kanadischer Staatsbürger aus den USA im Mai im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 5 % und im Vergleich zum Mai 2024 um 28 %  zurück. Gleichzeitig stiegen die Rückflüge aus anderen Ländern im Vergleich zum Mai 2025 um 3 %. Quelle: BTN / GBTA / CM

Tanken an Autobahnen ist viel zu teuer

Tanken an Autobahntankstellen ist nach wie vor teuer – das zeigt der aktuelle ADAC Vergleich der Kraftstoffpreise an allen Autobahntankstellen mit den Preisen sämtlicher Straßentankstellen abseits der Autobahn. Wie die Untersuchung zeigt, waren sowohl Super E10 als auch Diesel an den Autobahnen um rund 33 Cent je Liter teurer als abseits der Autobahn. Mobilitätsmanager/Fuhrparkverantwortliche müssen in ihre Carpolicies aufnehmen, dass Tanken an Autobahntankstellen grundsätzlich verboten ist.

Anders als in früheren Erhebungen hat der ADAC diesmal eine Vollerhebung der über 14.000 deutschen Tankstellen einschließlich der rund 360 Autobahntankstellen vorgenommen. In die Auswertung eingeflossen sind die Preisdaten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe im Zeitraum vom 6. bis 19. April 2026.

Während des zweiwöchigen Erhebungszeitraums – noch ohne Tankrabatt – gab es auf dem Kraftstoffmarkt als Folge des Irankriegs erhebliche Preisturbulenzen. An den Autobahntankstellen kostete Super E10 während dieser zwei Wochen im Schnitt 2,43 Euro je Liter, an den Straßentankstellen 2,10 Euro. Genauso groß war die Preisdifferenz bei Diesel: 2,61 Euro je Liter mussten die Autofahrerinnen und Autofahrer im Schnitt an der Autobahn bezahlen, abseits davon waren 2,28 Euro fällig. Allerdings gab es auch unter den Autobahntankstellen erhebliche Preisunterschiede, wie die ADAC Auswertung zeigt. So reichte die Preisspanne bei Super E10 von durchschnittlich 2,06 Euro je Liter bis zu 2,54 Euro, was eine Differenz von 48 Cent je Liter ausmachte. Bei Diesel wurde das Minimum bei 2,25 Euro je Liter registriert. Die im Schnitt teuerste Autobahntankstellen verlangte 2,75 Euro. Damit war sie um 50 Cent teurer.

Mobilitätsmanager sind gehalten, die Betriebskosten von Flotten in Grenzen zu halten. Denn ihre Arbeitgeber, die Unternehmen, können sich nicht leisten, dass die Betriebskosten ihrer Geschäftsautos ins Uferlose wachsen. Also muss in die Reiserichtlinien bzw. Carpolicies der Passus aufgenommen werden, dass Autobahntankstellen generell tabu sind.  

Denn dass es sich lohnt, zum Tanken die Autobahn zu verlassen und eine nahegelegene Tankstelle neben der Autobahn anzusteuern, zeigt die Erhebung des ADAC ganz deutlich. Trotz des insgesamt hohen Preisniveaus an Autobahntankstellen gab es erhebliche regionale Abweichungen: In den ostdeutschen Bundesländern sowie im Saarland war sowohl Super E10 als auch Diesel auf der Autobahn weniger teuer als in anderen Ländern. Einziger Ausreißer: Sachsen, das sich am teuren Ende bei Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern einreihte. Umgekehrt sah es bei den Straßentankstellen aus: Diese waren im Südwesten durchschnittlich am preiswertesten, im Osten am teuersten.

Somit zahlte es sich ganz besonders in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen aus, von der Fernstraße abzufahren und an einer Station neben der Autobahn zu tanken. Bis zu 43 Cent betrug hier die Ersparnis, unabhängig vom Kraftstoff. Am wenigsten Preisersparnis brachte die Abfahrt in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo sich aber immer noch rund 17 Cent beim Tanken sparen ließen – auch hier lohnte es sich also abzufahren. Laut ADAC beruht die Höhe der Preise an den Autobahnen nicht zuletzt darauf, dass Bequemlichkeit der Autofahrerinnen und Autofahrer und eine gewisse Zahlungsbereitschaft etwa bei längeren Fahrten vorausgesetzt werden. Bei den Straßentankstellen ist jedoch der lokale Wettbewerb und die Ausweichmöglichkeiten zu anderen Tankstellen der entscheidende Faktor, der die Preise günstiger hält.

Eine begleitende Umfrage des ADAC zum Tankverhalten zeigt, dass 63 % der Autofahrer wegen der Preise von der Autobahn abfahren würden, 42 % davon bereits bei einer Ersparnis von 10 Cent je Liter. Im Umkehrschluss zeigt dies aber auch, dass rund ein Drittel der Befragten bereit ist, die oftmals deutlich höheren Autobahnpreise zu bezahlen, obwohl der Umweg zu einer günstigen Station oft nur wenige 100 Meter ausmacht.

Der ADAC kritisiert die Höhe der Kraftstoffpreise an den Autobahntankstellen. Ein gewisser Aufpreis aufgrund teurer Konzessionen und des Angebots rund um die Uhr ist aus ADAC Sicht nachvollziehbar, jedoch nicht in dem teils massiv überteuerten Umfang. Es liegt an den Autofahrerinnen und Autofahrern selbst, ob sie die Tankstellen an den Autobahnen meiden und zum Tanken abfahren. Die Ersparnis ist in der Regel erheblich und kann schnell mehr als zehn Euro je Tankfüllung ausmachen. Quelle: ADAC / CM

2025 mehr Tote und Verletzte auf den Straßen

Im Jahr 2025 sind in Deutschland 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen gestorben. Das waren 62 Getötete mehr als im Jahr 2024 (2.770). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr mit rund 371.000 ebenfalls über dem Vorjahresniveau (+1,7 %). Rund 322 000 Menschen wurden leicht verletzt (+2,4 %), rund 49.200 Menschen schwer (-2,9 %). Durchschnittlich starben im Jahr 2025 jeden Tag 8 Menschen infolge eines Unfalls im Straßenverkehr, 135 trugen schwere und 882 Menschen leichte Verletzungen davon.

Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle in Deutschland lag 2025 mit rund 2,52 Mio. über dem Niveau von 2024 mit 2,51 Mio. (+0,4 %). Bei 2,22 Mio. Unfällen blieb es bei Sachschäden (+0,1 %), bei 297.000 Verkehrsunfällen wurden Menschen verletzt oder getötet (+2,3 %).

Langfristig betrachtet geht die Zahl der Unfallopfer im Straßenverkehr aber zurück. So wurden beispielsweise 1995 noch rund 9.500 Menschen bei einem Verkehrsunfall getötet und über ½ Mio. verletzt.

Raserei häufigste Ursache tödlicher Verkehrsunfälle. Nach wie vor ist überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache für tödliche Verkehrsunfälle. 29 % der Verkehrstoten und 13 % aller Verletzten kamen im Jahr 2025 bei Unfällen zu Schaden, bei denen mindestens eine beteiligte Person die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte oder für die Straßen- oder Witterungsverhältnisse zu schnell fuhr (812 Getötete, 48 700 Verletzte). Bei jeweils 15 % der Unfälle mit Personenschaden wurde einer bzw. einem Unfallbeteiligten vorgeworfen, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten oder die Vorfahrt nicht beachtet zu haben. Besonders auf Autobahnen ist zu schnelles Fahren eine der Hauptunfallursachen. 42 % der Getöteten auf Autobahnen kamen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben (124 Getötete). Auf Landstraßen waren es 34 % der tödlich Verunglückten (532 Getötete), innerorts lag der Anteil bei 16 % (156 Getötete).

Alkoholunfälle leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Unfälle, bei denen mindestens eine unfallbeteiligte Person alkoholisiert war, lag im Jahr 2025 mit 34.800 leicht unter dem Vorjahreswert (-1,0 %). Durchschnittlich kam es auf Deutschlands Straßen im Jahr 2025 alle 15 Minuten zu einem Alkoholunfall. Insgesamt starben 2025 bei Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit Alkohol 170 Menschen und 17.900 Menschen wurden verletzt. Da Unfälle nicht immer auf nur einen einzigen Grund zurückgeführt werden können, werden häufig mehrere Unfallursachen angegeben. So gehen Alkoholunfälle häufig auch mit anderem Fehlverhalten einher, etwa mit zu schnellem Fahren oder dem Missachten der Vorfahrt.

66 % der Verletzten innerhalb von Ortschaften und 56 % der Toten auf Landstraßen. Wie in den Vorjahren ereigneten sich die meisten polizeilich registrierten Unfälle innerorts. 2025 waren es rund drei Viertel (74 %). Hier war auch die Zahl der Verletzten besonders hoch: Rund zwei Drittel aller Verletzten (66 %) wurden im Jahr 2025 bei Unfällen innerhalb von Städten und Dörfern verletzt, rund ein Viertel (26 %) auf Landstraßen und knapp ein Zehntel (8 %) auf Autobahnen.

Die meisten Verkehrstoten waren auch im Jahr 2025 dagegen außerorts zu beklagen. Grund sind u.a. die höheren Fahrgeschwindigkeiten außerhalb von Ortschaften. Auf Landstraßen kommen weitere Risikofaktoren wie die fehlende Trennung zum Gegenverkehr, schlechte Überholmöglichkeiten oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn hinzu. 56 % der bei Unfällen im Straßenverkehr Getöteten kamen auf Landstraßen ums Leben, innerorts waren es 34 % und auf Autobahnen 10 %.

In absoluten Zahlen starben bei Unfällen auf Landstraßen im Jahr 2025 insgesamt 1.580 Personen, rund 96.500 Menschen trugen Verletzungen davon. Die meisten von ihnen waren mit dem Pkw unterwegs (54 % aller Getöteten und 67 % aller Verletzten auf Landstraßen). Auf Autobahnen verloren 292 Menschen ihr Leben infolge eines Verkehrsunfalls. Darunter waren 177 Pkw-Insassen, 59 Insassen von Güterkraftfahrzeugen (zum Beispiel Lkw, Sattelzugmaschinen oder Kleintransporter) und 34 FahrerInnen von Krafträdern.

63 % der Verkehrstoten innerorts waren vorher zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Innerhalb von Ortschaften findet der größte Teil des Rad- und Fußgängerverkehrs statt. Dies wirkt sich auf die Unfallzahlen aus: Im Jahr 2025 starben innerorts 960 Menschen bei Verkehrsunfällen. 63 % von ihnen waren mit dem Fahrrad (285 Getötete) oder zu Fuß (317 Getötete) unterwegs. 42 % der innerorts auf Fahrrädern Getöteten kamen auf dem Pedelec, häufig auch als E-Bike bezeichnet, ums Leben (119 Getötete), etwas mehr als die Hälfte (58 %) auf einem Fahrrad ohne Elektroantrieb (166). Auch E-Scooter-Unfälle sind ein überwiegend innerörtliches Phänomen: 26 der insgesamt 33 Menschen, die im Jahr 2025 mit dem E-Scooter tödlich verunglückten, kamen innerhalb von Ortschaften ums Leben. Ihr Anteil an allen innerorts Getöteten blieb mit 2,7 % aber vergleichsweise gering.

Alle 18 Minuten wird ein Kind verletzt. Im Jahr 2025 starben 74 Kinder unter 15 Jahren infolge eines Verkehrsunfalls, 2024 waren es 53 gewesen. Die Zahl der verletzten Kinder lag im Jahr 2025 bei rund 29.200 (+7,3 %). Das bedeutet, dass 2025 im Schnitt alle 18 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde. 31 Kinder kamen als Insassen eines Pkw ums Leben, 22 waren zu Fuß und 13 mit dem Fahrrad unterwegs.

Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten SeniorInnen ab 65 Jahren stieg 2025 auf 56 .00 (+4,6 %). Auch die Zahl der Getöteten stieg in dieser Altersklasse gegenüber dem Vorjahr, und zwar um 14 auf 1.115 Personen. Damit waren 39 % der Verkehrstoten im Jahr 2025 im Alter ab 65 Jahren. Die meisten älteren Mitmenschen  (414) kamen als Pkw-Insassen ums Leben. Mit einem Pedelec verunglückten 148 von ihnen tödlich, 138 mit einem Fahrrad ohne Motor. Quelle: Destatis / CM

EasyJet erliegt wohl dem Lockruf von 6,9 Mrd. US-Dollar

Der Verwaltungsrat der britischen Billigfluggesellschaft EasyJet hat einer Übernahme durch die US-Investmentfirma Castlelake im Wert von 6,9 Mrd. US-Dollar grundsätzlich zugestimmt. Sollte die Transaktion zustande kommen, würde die Familie Haji-Ioannou – seit Langem größter Einzelaktionär der in Luton ansässigen Fluggesellschaft – die Kontrolle über das Unternehmen verlieren.

Am Sonntag, 05. Juli 2026, veröffentlichten Castlelake und EasyJet eine gemeinsame Erklärung mit Einzelheiten zu dem geplanten Geschäft.Danach beabsichtigt Castlelake für die vollständige Übernahme von EasyJet 6,90 Pfund pro Aktie in bar zu zahlen. Bei rund 747,5 Mio. ausstehenden Aktien belaufen sich die Gesamtkosten für die US-Investmnt-Firma voraussichtlich auf 5,15 Mrd. Pfund bzw. 6,09 Mrd. US-Dollar. Das geplante Geschäft steht noch unter dem Vorbehalt einer Due-Diligence-Prüfung sowie der Zustimmung der derzeitigen EasyJet-Aktionäre.

Das am Sonntag bekannt gegebene Angebot war bereits der fünfte Vorschlag, der dem EasyJet-Verwaltungsrat unterbreitet wurde. Zuvor hatte Castlelake 6,25 Pfund pro Aktie für die Übernahme der Fluggesellschaft geboten; dieses Angebot war jedoch mit der Begründung abgelehnt worden, dass der Verwaltungsrat EasyJet für wertvoller hielt. Der Vorschlag bewegte den Verwaltungsrat jedoch dazu, Castlelake zumindest teilweise Einblick in die Geschäftsbücher zu gewähren, um zu belegen, dass die Fluggesellschaft ein höheres Gebot rechtfertige.

Die in Minneapolis ansässige Firma für alternative Investments hatte ihr Interesse an EasyJet erstmals Ende Mai bekundet und damals erklärt, sie prüfe eine mögliche Übernahme, um das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

• Am 12. Juni unterbreitete Castlelake zunächst ein Angebot zum Erwerb der 758 Mio. EasyJet-Aktien zu einem Preis von 5,60 £ pro Aktie. Dieser Vorschlag wurde wenige Tage später, am 16. Juni, abgelehnt. • Nur einen Tag später legte Castlelake ein neues Angebot mit einem Preis von 6,00 £ pro Aktie vor. Der Verwaltungsrat von EasyJet lehnte auch diesen Vorschlag am 20. Juni ab.  • Innerhalb weniger Stunden kündigte Castlelake an, den Angebotspreis auf 6,25 £ pro Aktie zu erhöhen. Der Verwaltungsrat lehnte das Geschäft zwar ab, willigte jedoch ein, Castlelake Einblick in die Unternehmensbücher zu gewähren. 

Um die EU-Kartellvorschriften bezüglich des Eigentums ausländischer Unternehmen an europäischen Fluggesellschaften zu umgehen, ging Castlelake eine Partnerschaft mit zwei europäischen Luftfahrtmanagern ein. Diese sollten ein in der EU ansässiges Unternehmen kontrollieren, das wiederum eine Mehrheitsbeteiligung an EasyJet übernehmen würde. Einer dieser Manager ist der Ire Peter Bellew, der zuvor als CEO von Malaysia Airlines tätig war. Wie wir bereits berichteten, verließ Bellew Malaysia Airlines im Jahr 2017 und übernahm die Position des Chief Operating Officer bei Ryanair, dem größten Konkurrenten von EasyJet. Er blieb jedoch nur wenige Jahre bei Ryanair, bevor bekannt wurde, dass er dieselbe Position bei EasyJet antreten wollte. Es folgte ein heftiger Rechtsstreit, da Ryanair versuchte, Bellews Wechsel zu EasyJet zu verhindern, mit der Begründung, er habe in seinem Arbeitsvertrag eine Wettbewerbsverbotsklausel unterzeichnet. Letztendlich verlor Ryanair den Prozess, und Bellew wechselte zu EasyJet.

Bellew blieb nur wenige Jahre, bevor er bei EasyJet überraschend ausschied. Seine Amtszeit war davon geprägt, dass Gewerkschaften des Kabinen- und Cockpitpersonals ihm vorwarfen, Investoren und Belegschaft im Zuge von Bemühungen zur Senkung der Personalkosten „in die Irre geführt“ zu haben.

C astlelake war zuvor an der Übernahme der skandinavischen Fluggesellschaft SAS beteiligt – im Rahmen eines gemeinsamen Angebots mit der Air France-KLM-Gruppe. Inzwischen hat Castlelake seine Anteile an SAS wieder veräußert. Das Unternehmen hat zudem Virgin Atlantic bei der Refinanzierung einer ganzen Reihe von Flugzeugen unterstützt und verwaltet ein Portfolio an Luftfahrt-Assets im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

In einer Stellungnahme betonte Castlelake die Absicht, „das künftige Wachstum und die Transformation zu einer stärkeren, widerstandsfähigeren europäischen Fluggesellschaft zum Wohle aller Stakeholder zu unterstützen, sollte die Transaktion erfolgreich abgeschlossen werden.“ Quelle: Castlelake / CM

100 Jahre Zugspitzbahn

Mit einer Jubiläumsfahrt auf die Zugspitze sowie einem besonderen Theaterabend im Zugspitzsaal in Ehrwald beging die Tiroler Zugspitzbahn am 05. Juli 2026 – genau 100 Jahre nach ihrer Eröffnung – ihren Geburtstag. Unter den Ehrengästen: Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Vertreter der Eigentümerfamilien sowie Nachkommen des Bahngründers und Reuttener Pioniers Dr. Hermann Stern.

Am 05. Juli 1926 wurde mit der Inbetriebnahme der damaligen „Österreichischen Zugspitzbahn“ Seilbahngeschichte geschrieben: Erstmals führte eine Bahn von Ehrwald auf die Zugspitze und machte den höchsten Berg Deutschlands für ein breites Publikum erreichbar. 100 Jahre später bildete die Jubiläumsfahrt den Auftakt der Feierlichkeiten. Gemeinsam mit den Gesellschafterfamilien Dengg, Tipotsch, Egger, Klausner, Pichlsberger und Mader aus dem Zillertal sowie mit Vertreter:innen der Familie Stern – darunter Enkel und Urenkel – ging es mit der Tiroler Zugspitzbahn hinauf auf den Gipfel.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier betonte Landeshauptmann Anton Mattle die Strahlkraft der Bahn, die weit über die Landesgrenzen hinauswirkt: „100 Jahre Tiroler Zugspitzbahn stehen für Tiroler Pioniergeist, technische Spitzenleistung und einen Tourismus, der Wertschöpfung für die Region schafft. Die Tiroler Zugspitzbahn hat die Zugspitze den Menschen nicht nur nähergebracht, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region nachhaltig geprägt. Dass diese Erfolgsgeschichte heute so eindrucksvoll weitergeschrieben wird, ist dem Engagement der Eigentümerfamilien, der Gesellschafter und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken“, so Mattle.

Franz und Klaus Dengg, beide Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn, unisono: „Heute ist die Geschichte der Tiroler Zugspitzbahn auf ganz besondere Weise spürbar. Wir feiern das Werk von Visionären wie Hermann Stern und all jenen, die diese Bahn in den vergangenen 100 Jahren geprägt haben. Unser Auftrag ist es, dieses Erbe mit Verantwortung weiterzuführen und unseren Gästen auch noch in 100 Jahren einzigartige Bergerlebnisse zu ermöglichen.“

Mit der Eröffnung am 05. Juli 1926 als erste Seilbahn Tirols und zweite Seilbahn Österreichs wurde der Grundstein für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gelegt. Was einst als technische Sensation begann, hat sich im Laufe von Jahrzehnten zu einem Leitbetrieb des alpinen Tourismus entwickelt. Die Tiroler Zugspitzbahn bringt heute bis zu 100 Personen in rund zehn Minuten auf die 2.962 m hohe Zugspitze. Oben angekommen werden BesucherInnen ein einzigartiger Vier-Länder-Ausblick über die Alpen sowie ein vielfältiges gastronomisches Angebot und eine interaktive Ausstellung über die Geschichte der Bahn geboten.

„Die nächsten Jahre werden davon geprägt sein, unsere Anlagen und Angebote weiter zu optimieren und zugleich die Einzigartigkeit dieses Ortes zu bewahren“, so Dengg. „Die Zugspitze ist ein Stück Identität für unsere Region – und wir wollen dafür sorgen, dass auch kommende Generationen diesen besonderen Berg verantwortungsvoll erleben können.“ Quelle: Tiroler Zugspitzbahn / CM

BMV: Ausbauvorhaben Mühldorf – Landshut 

Das Bundesverkehrsministerium hat den Bericht zum Ergebnis der Vorplanung und frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für das Vorhaben „Ausbaustrecke/Neubaustrecke Mühldorf – Landshut“ an den Bundestag übermittelt. Die rundum erneuerte Bahnlinie dienst auch vielen Firmenkunden in Städten und Gemeinden unterwegs.

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Ich freue mich sehr, dass die DB InfraGO AG die Planungen für die Elektrifizierung der eingleisigen Strecke zwischen den Knotenbahnhöfen Mühldorf und Landshut Hauptbahnhof vorgelegt hat.“

Durch den Ausbau und die Elektrifizierung zwischen Landshut und Mühldorf soll der Knoten München vom Schienengüterverkehr entlastet werden. Gleichzeitig wird der Knoten Mühldorf besser in das Schienennetz eingebunden und es lassen sich verbesserte Nahverkehrsverbindungen in Richtung Landshut einrichten. Das Vorhaben beinhaltet die Fahrbarkeit mit 120 km/h sowie die Ausrüstung der Strecke mit dem Signalsystem ETCS (Level 2 mit Signalen).

Die DB InfraGO AG hat zuvor die breite Öffentlichkeit in den Regionen informiert. Das Projekt wurde in der Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen. Das BMV hat die Unterlagen der DB InfraGO AG zum Vorhaben nun gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt ausgewertet und auf dieser Basis einen Bericht an den Deutschen Bundestag über die Planungsergebnisse und die Erkenntnisse aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung erstellt.

Die Entscheidung, unter welchen Prämissen die Planung fortgesetzt wird, obliegt nun dem Deutschen Bundestag. Quelle: BMV / CM

Oktoberfest ohne die Münchner Stubn

Der Streit um die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest 2026 führt zum Rückzug des Gastronome Alexander Eggers.  Das Müchner Rathaus muss nach der überraschenden Absage wenige Wochen vor Deutschlands berühmtesten Volksfest nun improvisieren und einen neuen Wirt finden.

Das Münchner Oktoberfest ist nicht nur das berühmteste Volksfest in Deutschland und wohl auch weltweit. Es zieht auch unzählige Firmenkunden an, die ihrerseits ein Incentivefest veranstalten. Die Münchner, Touristen und geladene Firmenkunden müssen diesmal aber auf sie Münchner Stube verzichten.

Wiesnwirt Alexander Egger wird sein Festzelt „Münchner Stubn“ beim Oktoberfest 2026 nicht betreiben. Obwohl er den Zuschlag für die Hühner- und Entenbraterei erhalten hatte, ließ er die Frist zur Vertragsunterzeichnung am Freitag, 03. Juli 2026, verstreichen und verzichtet damit offiziell auf den Standplatz. Als Gründe gelten wirtschaftliche Bedenken und jahrelange Auseinandersetzungen um die Zeltvergabe. In den vergangenen Monaten hat der Gastronom vor Gericht um Änderungen bei der Vergabe der Wiesnzelte gekämpft. Für die Wiesn 2026 hatte er den Zuschlag für seine „Münchner Stubn“ bekommen. Egger aber lehnte jetzt über seine Anwälte offiziell ab. Der Gastronom wird somit in diesem Jahr nicht auf dem Oktoberfest vertreten sein.

Seit 2022 betreibt Egger gemeinsam mit seiner Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger das kleine Zelt „Münchner Stubn“ auf der Wiesn. 440 Gäste passen in das Festzelt. In diesem Jahr bewarb sich der Gastronom sowohl für das Volkssängerzelt „Schützenlisl“ als auch für die Plätze der großen Zelte „Schottenhamel“ und „Paulaner“, weil sein bisheriges kleines Zelt wirtschaftlich kaum zu betreiben war. In allen drei Fällen ging er leer aus. Im Zuge seines Rückzugs war der Wiesenwirt bereits aus Gremien zurückgetreten und aus der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesnzelte ausgeschlossen worden. tz / CM

Condor: Weiterer Investor gesucht

Emirates, Etihad und Qatar Airways, allesamt Golfcarrier, die der Lufthansa und anderen westeuropäischen Netzwerkcarriern seit Langem ein Dorn im Auge sind, kann sich der aktuelle CEO Peter Gerber mögliche Kandidaten und Investoren vorstellen. Aber auch die starke Turkish Airlines käme vielleicht in Frage. 

Der Ferienflieger, der seit einiger Zeit verstärkt auch Firmenkunden und Geschäftsreisende anspricht, hat eine ziemlich wechselvolle Geschichte hinter und vielleicht auch vor sich. 1955 als „Deutsche Flugdienst GmbH gegründet mit Flügen nach Mallorca und auf die Kanaren prägte die Airline maßgeblich den deutschen Pauschaltourismus. 1961 erfolgte die Umbenennung. Nach wechselnden Eigentümern und der Thomas-Cook-Pleite ist Condor heute eine erfolgreiche, Ferienfluggesellschaft in Händen der britischen Investmentgesellschaft Attestor als Mehrheitseigentümer. Der Vermögensverwalter hatte im Sommer 2021 gemeinsam mit einem Treuhänder 51 % der Anteile an der deutschen Fluggesellschaft übernommen.

 Die anderen 49 %  der Anteile werden infolge der Corona-Staatshilfen vom Bund (über die KfW) gehalten, wobei Attestor diese restlichen Anteile im Herbst 2026 übernehmen kann. Dazu aber prüfen die Briten die Einbindung strategischer Partner aus der Luftfahrt-Branche, um Condor und deren Schwester-Airline Marabu weiterzuentwickeln

Die Suche nach einem weiteren Investor hat damit zu tun, als der Staat aussteigen und seinen 49 %-Anteil verkaufen möchte. Haupteigner Attestor hat bereits 2025  eine Investorensuche eingeleitet. Die Lufthansa gilt als deutscher Marktführer aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht als möglicher Käufer. Quelle: Condor / CM

Lufthansa kassiert für Sitzplatzwechsel auf Langstrecken

Das trifft auch Geschäftsreisende, die für ihre Lufthansa-Langstreckenflüge die Premium Economy oder nur Eco buchen haben lassen oder selbstgebucht haben: Wenn ihnen der zugewiesene Sitzplatz beim Online-Check-in nicht zusagt, können sie zwar einen anderen Sitzplatz wählen (sofern verfügbar), müssen dafür aber extra bezahlen.  

Bei der Lufthansa setzt sich zunehmend durch, mit Acillary Fees, also Gebühren für Zusatzleistungen, die Einnahmen zu steigern. Dazu gehört eine neue, wenig kundenfreundliche Regel, die für alle Airlines der LH-Group gilt, soweit die Langstreckenflüge anbieten. Betroffen sind laut Lufthansa Passage die Tarife Economy Comfort, Economy Comfort Plus und Economy Green sowie die Tarife für die Premium-Economy. 

Jüngster Streiche der Lufthansa: Auf Langstreckenflügen muss man beim Sitzplatzwechsel zahlen. Foto LH

Kostenfrei wechseln diesen innerhalb derselben Sitzplatzkategorie können nur Reisende, die vor dem Check-in gegen eine Gebühr einen Sitzplatz reserviert haben.  Auch in den Flex-Tarifen bleibt die Sitzplatzwahl kostenlos. Nichts ändert sich natürlich für Senatoren und Hon-Circle-Mitglieder. Und auch die Vielflieger ab MM Silber können – mit Ausnahme des Premium-Economy-Light-Tarifs – ihre Sitzplätze weiterhin kostenfrei reservieren und beim Check-in frei wählen.

Dass die Maßnahmen der LH-Strategen nicht immer auf Gegenliebe stoßen, zeigte der Fall der hohen Stornogebühren bei der teuren Long-Distance-Flextarifen, die Europas bedeutendster Netzwerkcarrier nach heftigen Protesten zurücknahm. Quelle: Lufthansa / CM

USA: Verbot von Autos mit chinesischer Technologie ab 2027

Die Elektromarke Polestar bekommt ein richtig dickes Problem: A 2027 darf seine keine Autos mehr in den USA verkaufen. Polestar ist möglicherweise nicht das einzige Fabrikat, das mit einem Verkaufsverbot in den USA belegt wird. Denn die Vereinigten Staaten untersagen mit einem neuen Regelwerk die Verwendung chinesischer Soft- und Hardware-Komponenten. Das hat starke Auswirkungen auf die Automobilindustrie weltweit.

Das US- Department of Commerce (DOC) (Handelsministerium) veröffentlichte schon im Januar 2026 ein endgültiges Regelwerk zu Hard- und Softwarekomponenten in vernetzten Fahrzeugen und verbot deren Einsatz in den USA, wenn die Technik aus gegnerischen Staaten wie China und Russland stammt. Als Begründung nannte die US-Regierung unter Trump-Vorgänger Joe Biden Gefahren für die nationale Sicherheit. Ab Modelljahr 2027 ist vernetzte Software aus China verboten, ab 2030 auch die Hardware. Polestar gehört wie Volvo zum chinesischen Geely-Konzern. Ende Juni 2026 hat die US-Regierung entschieden: Ab Modelljahr 2027 darf Polestar dort keine neuen Autos mehr verkaufen. Chinesische Technologie im Auto heißt in Zukunft: kein US-Markt. Das dürfte auch Volvo treffen .

Die Verbote für den Verkauf von vernetzten Fahrzeugen durch Hersteller mit einer ausreichend nahen Verbindung zu China oder Russland treten 2027 in Kraft, selbst wenn die Fahrzeuge in den USA gefertigt werden. Damit sind Hersteller weltweit in den nächsten Jahren gezwungen, chinesische Hard- und Software aus Fahrzeugen zu entfernen, die sie auf dem US-Markt verkaufen. Wirksam wird die Final Rule 60 Tage nach der Veröffentlichung, also Mitte März 2027.

Die US-Handelsministerin Gina Raimondo sagte in einem Interview mit Reuters: „Es ist wirklich wichtig, weil wir keine zwei Millionen chinesische Autos auf der Straße haben wollen und dann realisieren, dass wir bedroht werden. Die heutigen Autos sind Computer. Sie haben Kameras, Mikrofone, GPS Tracking und andere Technologien, die mit dem Internet verbunden sind. Mit dieser Regelung macht das Handelsministerium einen notwendigen Schritt, um die nationale Sicherheit der USA zu gewährleisten und die Privatsphäre der Amerikaner zu schützen. In einer Erklärung des 

Bureau of Industry and Security (BIS) des Handelsministeriums heißt es: „Ein böswilliger Zugriff auf diese kritischen Lieferketten könnte es unseren ausländischen Gegnern ermöglichen, sensible Daten, einschließlich persönlicher Informationen über Fahrzeugfahrer oder -besitzer, auszulesen und Fahrzeuge aus der Ferne zu manipulieren.“

Die Final Rule verbietet die Einfuhr von Hardware für Fahrzeug-Konnektivitätssysteme (VCS) und vernetzte Fahrzeuge, die solche Hardware enthalten, sowie die Einfuhr und den Verkauf von Fahrzeugen, die Software für VCS oder automatisierte Fahrsysteme (ADS) enthalten, die einen relevanten Bezug zu China oder Russland hat. VCS wird definiert als Systeme, die es dem Fahrzeug ermöglichen, extern zu kommunizieren, einschließlich Telematik-Steuergeräten, Bluetooth-, Mobilfunk-, Satelliten- und WiFi-Modulen. Einige Systeme verwenden Kameras und Mikrofone, um Gesichtserkennung für Fahrer zu ermöglichen oder auf Sprachbefehle zu reagieren. ADS umfasst die Komponenten, mit denen ein hochautonomes Fahrzeug ohne Fahrer betrieben werden kann.

Die Vorschrift verbietet es Herstellern mit einer ausreichend nahen Verbindung zu China oder Russland, neue vernetzte Fahrzeuge, die VCS-Hardware oder -Software oder ADS-Software enthalten, in den USA zu verkaufen, selbst wenn das Fahrzeug dort hergestellt wurde. Darüber hinaus wird chinesischen Autoherstellern das Testen ihrer autonomen Autos auf amerikanischen Straßen untersagt.

Der VDA befürchtet harte Konsequenzen für den Exportstandort Deutschland und Europa. Schließlich sind die USA bei automobilen Waren der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA durch Russland und China, das der wichtigste Verbündete Russlands geworden ist, lässt der VDA nicht gelten. Die EU-Kommission schweigt bislang. Quelle: The Department of Commerce / CM