E-Autos bestimmen den gewerblichen Automarkt

Nach mehreren von Krisen geprägten Jahren hatte die Automobilbranche auf eine Phase der Konsolidierung gehofft. Die aktuelle Fußball-WM bietet den Menschen zwar willkommene Unterhaltung – diesmal mit Hyundai und Kia als Sponsoren, nachdem bei der vergangenen EM noch BYD im Fokus stand. 

Dennoch bleibt das allgemeine Marktumfeld auch 2026 stark angespannt. Geopolitische Konflikte lassen die Ölpreise spürbar ansteigen, während gedämpfte Wirtschaftsprognosen und zunehmende Hitzewellen, verursacht hauptsächlich durch den Straßen- und Luftverkwehr, die Menschen belasten. Gleichzeitig bauen chinesische Hersteller ihre Marktpräsenz in Europa kontinuierlich aus, was deutsche Autokonzerne unter starken Kostendruck setzt und vermehrt zu geplantem Stellenabbau führt.

Der Relevante Flottenmarkt ließ ein wenig Federn (-1 % YTD) und konnte nicht an den Höhenflug der letzten Jahre anknüpfen. Autovermieter und der Fahrzeugbau legten beide kräftig zu (+18 % und +8 %), was allerdings eher unvorteilhaft zu bewerten ist, da es sich um vermehrte taktische Zulassungen handeln dürfte. 

Im zweiten messbaren Monat seit Einführung der neuen staatlichen Förderung für BEV und PHEV zeigen die Zeichen für die E-Mobilität weiterhin nach oben. Private BEV-Zulassungen stiegen um 155 %, sodass im selben Monat der Marktanteil der Stromer auf 41 % anstieg. Das ist der zweithöchst gemessene Wert jemals und katapultiert den Mittelwert für das erste Halbjahr auf ganze 32 % – Rekord für ein erstes Halbjahr. Letztes Jahr lag der Wert zum Vergleich noch bei 18 %. Plug-ins laufen derweil nur im Privatmarkt konstant und verharren bei ca. 7 % Marktanteil. Neben der Kaufprämie sorgt das Hoch bei den Kraftstoffpreise für keine gute Stimmung bei den Verbrennern. Die sind auch im Flottenmarkt auf dem absteigenden Ast. 

Der Flottenmarkt profitiert dagegen nicht von einer aktiven Kaufförderung. Trotzdem sorgen besser werdende E-Fahrzeuge und die fortlaufenden Steuervorteile für einen hohen Adaptionsgrad. In Flotten kamen BEV und PHEV gemeinsam auf stolze 47 % Marktanteil im ersten Halbjahr. Die Rückgänge aus dem Bereich der Benziner und Diesel können aber noch nicht ganz ausgeglichen werden, doch werden Diesel und Benziner sowieso bald keine Rolle mehr spielen. Zusätzlich erschwert es die aktuelle wirtschaftliche Situation langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen, wodurch einige Fuhrparks sparsam mit Neuanschaffungen sind. Im Markt für Transporter und Pkw-Utilities sah es im ersten Halbjahr 2026 ein wenig schlechter aus als bei den Pkw. Der Markt ging um 2 % zurück und verlor damit ein Volumen von knapp 4.000 Fahrzeugen. Der Großteil des Rückgangs kam aus dem Privat- und dem Flottenmarkt. Der Privatmarkt verlor dabei stärker mit -5 % gegenüber Flotten mit -3 %. Die taktischen Kanäle konnten zulegen, was für einen schwachen Markt spricht, da hier unverkaufte Volumina an den Mann gebracht werden können. Der Fahrzeugbau lag an der Spitze mit +9 %, gefolgt vom Fahrzeughandel mit 3 % und Schlusslicht Vermieter mit +1 %. Elektrozulassungen sind auxh da stark auf dem Vormarsch und stiegen in den ersten 6 Monaten um 52 %. Benziner und Diesel gaben beide deutlich nach (-20 % und -8 %). Quelle: Dataforce / CM

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