Dass ehemalige Boeing 777 der Saudi Arabian Airlines im Iran „gelandet“ sind, verdeutlicht, wie die Entspannungspolitik am Golf, die US-Sanktionen und die sich verändernden Prioritäten im Nahen Osten die Luftfahrtpolitik umgestalten.
Berichten zufolge besitzt das Land des mordllustigen iranischen Regimes neuerdings mindestens fünf von Saudi Arabian Airlines ausgemusterte B 777 200 ER. Die Geschichte der ehemaligen Großraumjets von Saudi Arabian Airlines ist ein Testfall dafür, wie Sanktionen, Sekundärmärkte und sich verändernde Prioritäten im Nahen Osten heute zusammenwirken.
Laut Berichten von Luftfahrt-Trackern wurden mehrere ehemalige saudi-arabische Tripleseven nach Iran verlegt oder befinden sich in der Auslieferungsphase. Mindestens zwei dieser Maschinen sollen sich zur Überholung auf dem Flughafen Mehrabad in Teheran befinden. Der iranische Betreiber soll Mahan Air sein, eine Fluggesellschaft, die seit 2011 US-Sanktionen unterliegt.
Indes lässt sich kein direkter Verkauf zwischen der saudisch-iranischen Regierung an das Regime in Teheran beweisen; stattdessen deutet es auf indirekte Transfers über Zwischenhändler und Sekundärmarktkanäle hin.
Saudi-Arabien und der Iran nahmen 2023 nach einem von China vermittelten Abkommen die diplomatischen Beziehungen wieder auf und beendeten damit einen jahrelangen formellen Bruch. Die Ankunft ehemaliger saudischer Großraumflugzeuge im Iran fällt nun in eine Region, in der der Einfluss der USA, die Vermittlung Chinas und das Risikomanagement der Golfstaaten neu bewertet werden.
Für die Mordbande von Teheran, die allein in 2026 mehrere zehntausend Bürger abgeschlachtet hat und weiterhin täglich unliebsame aber unschuldige Bürger hinrichten lässt, bieten die Flugzeuge dringend benötigte Langstreckenkapazitäten, nachdem der Zugang zu westlichen Flugzeugen und Ersatzteilen jahrzehntelang eingeschränkt war. Nach dem Atomabkommen von 2015 öffnete der Iran westlichen Herstellern kurzzeitig wieder die Tür: IranAir bestellte damals 100 Airbus- und 80 Boeing-Flugzeuge. Der Ausstieg der USA aus dem JCPOA und die Wiedereinführung der Sanktionen im Jahr 2018 machten diese Pläne jedoch zunichte.
Für Washington verdeutlicht der aktuelle Fall mit den B 777 die Grenzen der Luftfahrtsanktionen. Das US-Finanzministerium hatte Mahan Air 2011 wegen Unterstützung der Quds-Einheit der Revolutionsgarden auf die Sanktionsliste gesetzt, und das OFAC warnte die Luftfahrtindustrie davor, dass iranische Beschaffungsnetzwerke mit betrügerischen Methoden und über Dritte Flugzeuge, Ersatzteile und Dienstleistungen beschaffen.
Der Flugzeugtransfer unter Umgehung der Sanktionen verkompliziert die politische Debatte inmitten einer brüchigen Waffenruhe. Er zeigt aber, dass lockerere regionale Kanäle alles möglich machen, auch intransparente Wiederverkaufsnetzwerke.
Fünf ältere 777er werden den iranischen Luftfahrtsektor nicht über Nacht revolutionieren. Doch ihr Auftauchen im Iran zeigt, dass Embargos den Zugang verlangsamen, die Kosten erhöhen und das Risiko steigern können – ohne die Beschaffung gänzlich zu unterbinden. Im heutigen Nahen Osten, wo Saudi-Arabien, Iran, China und die USA ihre Prioritäten neu ausrichten, können selbst gebrauchte Flugzeuge strategische Signale sein. Quelle: eTurbo-News / CM