VW-Konzern: Schlimme Zahlen und ein kleiner Ausweg Kreislaufwirtschaft 

Der Volkswagen-Konzern hat im dritten Quartal 2026 einen operativen Verlust von 5,82 Mrd. Euro verbucht. In den ersten neun Monaten brach das operative Ergebnis um gut 99 % (!) ein. Umsatz und Fahrzeugabsatz gingen deutlich zurück, u.a. in China. Zudem wurde eine milliardenschwere Abschreibung auf Porsche fällig.

Die Elektroautos des VW-Konzerns verkaufen sich in Europa zwar gut, bringen aber zu wenig Geld ein, um die Verluste auszugleichen. Finanzchef Arno Antlitz mahnt deshalb beim Konzernumbau zur Eile.

Den schlechten Zahlen ging bereits im September eine Gewinnwarnung voraus: Volkswagen ist im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Umsatz gab in Q3 2026 um 6,3 % auf 75,3 Mrd. Euro nach, wie der Konzern mitteilte. Der Absatz sank von 2,2 Mio. Fahrzeugen auf 1,89 Millionen.

Besonders stark schlägt eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche zu Buche. Sie beläuft sich auf rund 6,4 Mrd. Euro. Die Wertberichtigung belastet den operativen Gewinn von VW deutlich. Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung der fast an die Wand gefahrenen Sportwagentochter.

Mit den schlechten Quartalszahlen steigt der Druck auf die Werke von VW. Im westsächsischen  Zwickau-Mosel , einem der bedrohten Standorte, setzt man nun nicht mehr nur auf den Bau, sondern auch auf die Demontage von Fahrzeugen. Im Fahrzeugwerk Zwickau wurde die erste industrielle Demontagelinie mit acht Takten für Vorserien- und zukünftig auch für Altfahrzeuge eröffnet. Seit dem Startschuss im Januar wurden die Umbaumaßnahmen am Standort und das Genehmigungsverfahren in nur neun Monaten abgeschlossen. Ab 2027 werden 4.100 Fahrzeuge p.a. im Zweischichtbetrieb zerlegt und 100 Mitarbeitende beschäftigt. Im Fahrzeugwerk Zwickau werden somit Originalserienteile der Konzernmarken gewonnen und für den Handel bereitgestellt.

Im Vordergrund steht für den Volkswagen Konzern der Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes, um zeitwertgerechte Gebrauchtteile und Materialkreisläufe zu erschließen. Gleichzeitig werden mit der Einführung von Rezyklat-Quoten ab dem Jahr 2032 für Kunststoff und weitere Rohstoffe in Europa industrielle, skalierbare Prozesse – analog der Fahrzeugproduktion – nötig, um Altfahrzeuge effizient demontieren zu können. Allein im Bereich der Kunststoffe werden perspektivisch mit wiedergewonnenem Kunststoff aus einem Altfahrzeug drei Neuwagen hergestellt werden können. Das ist sicher ein zukunftsträchtiges Geschäft. Aber ob das reicht, um die Zukunft des Werks zu sichern, muss sich erst noch zeigen. Quelle: VW / CM

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