Reisemobilmarkt bricht böse ein

Der deutsche Reisemobil-Markt hat im September 2026 spürbar Federn gelassen. 2026  Die Schwäche zeigt sich nicht nur im Monatsvergleich, sondern zieht sich bereits durchs ganze Jahr 2026 .

Die  Branche für Freizeitmobile schwächelt, die Zulassungszahlen für Wohnwagen und Reisemobile sind im September erneut deutlich gesunken. Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen in Deutschland lagen im September  weit unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Reisemobilsegment lagen die Neuzulassungen im September weit unter dem hohen Niveau des Vorjahres. Insgesamt wurden 3.485 Reisemobile neu zugelassen, rund 30 % weniger als im September 2025. Im bisherigen Jahresverlauf wurden insgesamt 57.890 Reisemobile neu zugelassen. Damit lag das Ergebnis 7,2 % unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Seit Beginn von Corona hat sich vor allem der Bestand an Wohnmobilen in Deutschland kontinuierlich erhöht. Im April 2025 erreichte der Bestand im Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrtbundesamtes erstmalig über 1 Mio. Fahrzeuge. Seit 2017 hat sich die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge dieser Art damit mehr als verdoppelt. Insbesondere im Jahr 2020 wurden viele Wohnmobile neu zugelassen –41,4 %  betrug seinerzeit das Plus im Vergleich zum Vorjahr. 

Im Gesamtjahr sieht es ziemlich mau aus: Von Januar bis September 2026 kamen laut CIVD 57.890 neue Reisemobile auf die Straße. Das sind 7,2 %  weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Gerade bei Reisemobilen ist die Lage für die Branche heikel. Dieses Segment ist größer und zugleich anfälliger. Hersteller und Händler müssen deutlich mehr Kapital binden, weil die zugekauften Fahrgestelle der einschlägigen Automobilbauer finanziert werden müssen. Für ein einfaches Basisfahrzeug eines Reisemobils werden etwa 20.000 Euro fällig

Schon seit dem vergangenen Sommer zeigt die Kurve der Neuzulassungen nach unten, besonders deutlich in den früher oft starken Sommermonaten. Im Juli 2026 wurden 6.265 Reisemobile neu zugelassen, das waren 16,4 % weniger als im Vorjahres-Monat Juli. Im August rutschte der Absatz noch stärker ab: Nur 4.287 Fahrzeuge fanden einen Käufer, ein Minus von 22,3 %.

Damit kam das dritte Quartal bei den Reisemobilen insgesamt auf 14.037 Einheiten. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 entspricht das einem Rückgang von 22,2 P%  

Marktbeobachter rechnen wegen der angespannten Lage in naher Zukunft mit mehr Insolvenzen. Als Problem gilt vor allem das Überangebot an Fahrzeugen, das durch zu hohe Absatzerwartungen entstanden ist. Besonders belastend sind Bestände, die seit mehr als 24 Monaten stehen. Solche Fahrzeuge lassen sich oft nur mit hohen Rabatten verkaufen und verursachen wegen der langen Standzeit zusätzlich Aufwand und Kosten bei der Aufbereitung.  

Jonathan Kuhn vom Caravaning Industrie Verband sieht keine Marktsättigung in der Branche der Freizeitmobile. Aber die angespannte wirtschaftliche Lage führet dazu, dass aktuell viele Verbraucher größere Anschaffungen wie beispielsweise Reisemobile vorerst aufschieben“, meint Kuhn.  Der aktuelle Rückgang der Zulassungszahlen im September sei auch saisonal bedingt, da zum Jahresende traditionell weniger Reisefahrzeuge gekauft würden. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage verwies Kuhn außerdem auf die vielen Mietangebote, die gerade Familien dem Kauf eines Wohnwagens oder Wohnmobils möglicherweise vorziehen würden. Quelle: CIV / CM

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